
Werben im Podcast: Das Gespräch
Dieser Podcast hat
48 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
radio3 (Rundfunk Berlin-Brandenburg)Explizit
Nein
Erstellt am
2017/01/09
Neueste Episode
2026/10/16
Durchschnittsdauer
50 min.
Veröffentlichungsintervall
11 Tage
Beschreibung
Reden mit einem Menschen. Eine knappe Stunde lang. Eine Zumutung? Im Gegenteil: es ist die pure Verführung zum Zuhören.
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Seyran Ateş – Menschenrechtlerin
2026/10/16
Seyran Ateş polarisiert: Für die einen ist sie eine Heldin der Emanzipation, für andere eine Verräterin des Islam. Als Tochter türkisch-kurdischer Gastarbeiter erkämpfte sie sich ihre Freiheit zuerst gegen patriarchale Vorstellungen in ihrer Familie, dann gegen die Vertreter großer Islamverbände in Deutschland.
Seit sich die Rechtsanwältin öffentlich gegen Zwangsheiraten einsetzt, erhält sie Morddrohungen und steht unter Personenschutz. Diese Maßnahme wurde noch verstärkt, als sie in Berlin die erste liberale Moschee gründete, in der Männer und Frauen gemeinsam beten dürfen und queere Muslime willkommen sind.
Im Gespräch mit Matthias Bertsch erzählt Seyran Ateş, was Freiheit für sie bedeutet und wie sich das Verhältnis zu ihren Eltern verändert hat.
Ulrich Hub, Kinderbuchautor
2026/10/11
Wie drei Pinguine das Unmögliche möglich machen, davon erzählt Ulrich Hub in seinem Kinderbuch-Klassiker "An der Arche um Acht". Außerdem schreibt er mit leichter Hand und schrägem Humor Bücher und Theaterstücke für Kinder und Jugendliche über Freundschaft, Akzeptanz und die schwierige Suche nach einem Platz in der Gemeinschaft.
Mit Kirsten Dietrich spricht Ulrich Hub darüber, was ihn als Autor, Schauspieler und Regisseur bewegt und warum sein neues Buch sein letztes Kinderbuch sein wird.
Mariola Klasa: Interkulturelle Pflege
2026/10/04
Wie schwer es sein kann, einen Angehörigen zu pflegen, ohne sich in Deutschland auszukennen, weiß Mariola Klasa aus eigener Erfahrung. Die Hilflosigkeit, die sie vor fast 30 Jahren erlebte, als sie gerade aus Polen nach Berlin gezogen war, will sie heute anderen ersparen.
Im Projekt der „Interkulturellen Brückenbauer*innen in der Pflege“ werden Menschen mit Migrationsgeschichte durch das deutsche Pflegesystem begleitet. Das Angebot des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks gilt als europäisches Leuchtturmprojekt.
Katrin Heise hat mit Mariola Klasa über Vertrauen und Empathie gesprochen, über belastende Lebensgeschichten und über das gute Gefühl, helfen zu können.
Katrin Schlösser, Filmproduzentin
2026/10/03
Katrin Schlösser hat die ersten 26 Jahre ihres Lebens in der DDR gelebt, danach im wiedervereinigten Deutschland. Die Erfahrung, die Perspektive zu wechseln, begleitet sie schon lange, privat und professionell, vor und hinter der Kamera: Sie produzierte Dokumentarfilme und Spielfilme wie "Du bist nicht allein" oder "Sonnenallee". Ihr eigenes Filmen begann als Spiel mit der Handykamera; daraus entstand der sehr private Dokumentarfilm "Szenen meiner Ehe". Britta Bürger hat mit ihr gesprochen.
Anh-Linh Ngo, Architekturtheoretiker
2026/09/27
Die Ausstellung "Metaxy – Zwischen Zerstörung und Neuaufbau", die in diesem Herbst in der Akademie der Künste in Berlin zu sehen ist, hat Anh-Linh Ngo mitkuratiert. Der Kurator ist als Herausgeber und Chefredakteur der Architekturzeitschrift Arch+ einer der wichtigsten Architekturtheoretiker der Gegenwart und Vizepräsident der Akademie der Künste.
Als Kind war Ngo mit seiner Schwester als Bootsflüchtlinge aus Vietnam nach Deutschland gekommen, getrennt von der Familie. Darüber hat Matthias Bertsch mit Anh-Linh Ngo gesprochen, über seine Arbeit als Kurator und auch über die Bedeutung von Gemeingütern.
Canan Turan, Dramaturgin
2026/09/20
Stereotype im Film können das Leben von Menschen negativ beeinflussen: Wenn Kriminelle in Filmen zum Beispiel immer gebrochenes Deutsch sprechen, verstärkt das beim Publikum Vorurteile gegenüber Migranten. Canan Turan will das durchbrechen. Sie ist Filmemacherin, Dramaturgin und hat einen wachen Blick für Machtstrukturen. "Film ist eine politische Praxis", sagt sie. Kirsten Dietrich hat mit ihr darüber gesprochen, wie sie diese Praxis sensibler für Diskriminierung gestalten will.
Angelina Maccarone, Regisseurin und Schriftstellerin
2026/09/06
Wer hart genug ist, viele Absagen einzustecken, bekommt irgendwann vielleicht das Geld für eine Filmproduktion zusammen. Diese Erfahrung steckt im ersten Roman von Angelina Maccarone "Wer nicht kotzen muss, wird Astronaut*in". Darin gibt sie Einblicke in die Arbeit mit Filmstars und schaut hinter die Kulissen des Filmbetriebs.
Als Regisseurin und Drehbuchautorin hat Angelina Maccarone große Erfolge erlebt: Für "Verfolgt" hat sie beim Filmfestival Locarno einen Goldenen Leoparden bekommen, sie hat mit Charlotte Rampling gearbeitet und ihr Drehbuch zu "Klandestin" ist mit einem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet worden. Über Erfolge und Schattenseiten im Filmgeschäft hat Frank Meyer mit ihr gesprochen.
Christa Mayer, Fotografin und Psychotherapeutin
2026/07/12
Beruf und Berufung gehören für die gelernte Psychotherapeutin Christa Mayer zusammen: Ihre ersten künstlerischen Fotografien entstanden, als sie in den 1980er Jahren Patientinnen und Patienten in der Langzeitpsychiatrie einer Klinik in Berlin-Wannsee portraitierte. Viele von ihnen begleitete Christa Mayer über Jahre hinweg.
Ihre intensiven Aufnahmen geben einen tiefen Einblick in die "Seelenlandschaften". Als eine von wenigen Frauen entwickelte sie ihren Stil in der "Berliner Werkstatt für Photographie". Nach ihrem 80. Geburtstag plant Christa Mayer nun ihr nächstes Projekt. Britta Bürger hat mit ihr gesprochen.
Fred Jacob, Korbmachermeister
2026/06/28
Fred Jacob ist einer der letzten Korbmachermeister. In seinem Laden in Berlin-Prenzlauer Berg hat er in dritter Generation Körbe geflochten, Thonet-Stühle repariert und Kunstobjekte aus Rattan und Binsen hergestellt. Doch nach über 40 Jahren hat er seinen Laden geschlossen und ist nach Brandenburg umgezogen, wegen der steigenden Mieten, und weil er sich als Handwerker im Prenzlauer Berg „wie ein Außerirdischer“ gefühlt hat. Fred Jacob ist 66 Jahre alt, aber an die Rente denkt er noch nicht. Er möchte arbeiten, solange er kann, sagt er im Gespräch mit Matthias Bertsch.
Regina Schilling, Dokumentarfilmerin
2026/06/21
Regina Schilling befragt mit ihren Filmen die deutsche Geschichte und zugleich ihre eigene Biografie. In ihrem neuen Dokumentarfilm widmet sie sich der Schriftstellerin, die ihr als junge Leserin die Augen öffnete: "Ingeborg Bachmann. Jemand, der einmal ich war". Für diesen Film hat sie intensiv mit der Schauspielerin Sandra Hüller zusammengearbeitet. In früheren Projekten hatte die Dokumentarfilmerin westdeutsche Fernsehshows ihrer Kindheit untersucht, aber auch Künstler wie Joseph Bierbichler oder Igor Levit portraitiert. Britta Bürger hat mit Regina Schilling gesprochen.
Beate Blahy, Umweltschützerin
2026/06/14
Um sechs Uhr morgens spaziert Beate Blahy mit ihren Kranichküken durch die Wiesen und zeigt ihnen, wie man Schnecken und Grashüpfer fängt. Sie lebt mitten im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit Enten, Gänsen, Hühnern und den Kranichen. Die Küken zieht sie auf, weil Menschen sie unerlaubt aus dem Nest genommen haben, in der falschen Annahme, sie seien verlassen worden. Damit das nicht mehr vorkommt, müsste es viel mehr Aufklärung geben, sagt Beate Blahy.
Informieren, Beispiel geben, überzeugen, darin ist Blahy geübt: Vor 36 Jahren hat sie den Menschen in der Uckermark beigebracht, dass das damals gegründete Biosphärenreservat ein Raum sein soll, in dem Natur und Mensch miteinander leben. Doch jetzt sorgt sie sich, dass diese Ordnung beschnitten werden könnte. Im Gespräch mit Katrin Heise spricht Beate Blahy über das Biosphärenreservat und den Kampf um seinen Erhalt.
Marisa Nöldeke, Strick-Unternehmerin
2026/06/07
Stricken boomt: Auf rund 400 Millionen Euro wird der Umsatz allein mit Strick- und Häkelgarnen geschätzt. Marisa Nöldeke erwirtschaftet mit ihrem Online-Shop "Maschenfein" einen einstelligen Millionenanteil. Doch Stricken ist für sie mehr als ein Geschäft, sagt sie: denn wer strickt, vernetzt sich mit anderen. Und das Stricken hat ihr dabei geholfen, mit einem Schicksalsschlag umzugehen. Kirsten Dietrich hat mit Marisa Nöldeke gesprochen.
Gerlinde Skupin, Hausgeburtshebamme
2026/05/25
Als Hebammenschülerin empfand Gerlinde Skupin die Situation für Frauen im Kreissaal oft als entwürdigend. Deswegen hat sie sich vor 35 Jahren entschieden, sich als Hausgeburtshebamme selbständig zu machen. Seitdem begleitet sie in Berlin vor allem Frauen, die ihr Kind zu Hause zur Welt zu bringen möchten, wenn keine vorhersehbaren Komplikationen drohen.
Denn eine Geburt ist keine Krankheit, sondern etwas Natürliches und muss deswegen nicht in einer Klinik stattfinden. Matthias Bertsch hat mit Gerlinde Skupin darüber gesprochen, warum Gebären das Überschreiten einer Grenze bedeutet, wie sie die Geburt ihres eigenen Sohnes erlebt hat und was es für ihre Familie bedeutet, immer abrufbereit zu sein.
Albrecht Broemme, THW-Präsident a.D.
2026/05/24
Mit seinen geflogenen Kilometern könnte Albrecht Broemme mehrmals die Erde umrunden: Als Präsident des Technischen Hilfswerks (THW) arbeitete er in den Flüchtlingslagern in Jordanien, im vom Erdbeben zerstörte Haiti und nach der großen Flut im Ahrtal. Schon als Schüler hatte sich Albrecht Broemme beim THW engagiert, später bei der Freiwilligen Feuerwehr. Auch sein Vater war Nothelfer. Er nahm den Jungen mit zu schweren Autounfällen, um ihn "an den Anblick von Leichen zu gewöhnen", sagt Broemme heute.
Als Präsident des THW hat Albrecht Broemme sich für die psychologische Hilfe für Helfende eingesetzt. Das Leid, das er weltweit gesehen hat, relativiert für ihn so manche Sorge in Deutschland. Auch im Ruhestand ist es ihm wichtig, sich auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Katrin Heise hat mit ihm gesprochen.
Fabian Retschke, Jesuiten-Flüchtlingsdienst
2026/05/17
Sein Engagement für Gerechtigkeit gehört für Fabian Retschke untrennbar zu seinem Glauben. In Dresden geboren und in Wittichenau in der sorbischen Oberlausitz aufgewachsen, wurde er einer katholischen Familie groß und wollte schon als Jugendlicher Priester werden. Im Theologiestudium lernte er die Jesuiten kennen und trat 2017 in die Gesellschaft Jesu ein. Nachdem zwei Jahren in der Jugendarbeit des Canisius-Kollegs in Berlin promovierte er in Bogotá, Kolumbien. Seit 2025 ist er Kaplan im Berliner Südwesten und Mitarbeiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes Deutschland. Vera Kröning-Menzel hat mit Pater Fabian Retschke über seine Arbeit mit Geflüchteten, seine Berufung und seinen Glauben gesprochen.
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