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Im Buchfieber: Der Podcast von Literaturlounge.eu

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Kategorien
Land
Germany
Dieser Podcast hat
795 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
LiteraturLounge
Explizit
Nein
Erstellt am
2017/08/02
Neueste Episode
2026/04/21
Durchschnittsdauer
25 min.
Veröffentlichungsintervall
6 Tage

Beschreibung

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[Interview] Zwischen Klang und Stille: Ingrid Kloser über das japanische „Ma“
2026/04/21
Im Interview zwischen Markus Eggert von der LiteraturLounge.eu und der Autorin Ingrid Kloser wird das neu erschienene Buch "Regentropfen fallen langsam" ausführlich diskutiert. Der Gesprächspartner Eggert beginnt mit einer Analyse des Klappentextes, der darauf hinweist, dass die Protagonistin Nina ihre Stimme verloren habe, während Kloser klarstellt, dass Nina in Wirklichkeit auf der Suche nach ihrer Stimme ist. Diese Differenzierung führt zu einer tiefen Auseinandersetzung mit dem zentralen Thema des Buches: der spirituellen und künstlerischen Reise, die Nina unternimmt, um ihr wahres Selbst und ihre ureigene Stimme zu finden. Kloser beschreibt, wie die Idee für "Regentropfen fallen langsam" zuerst aus der Faszination für das japanische Konzept des "Ma" entstand, einem Begriff, der die Leere oder den Raum beschreibt, der uns umgibt. Diese kulturellen Betrachtungen fließen in Ninas Entwicklung ein, während sie ihren Platz und ihre Stimme in der Musikwelt sucht. Eggert hebt hervor, dass die Reise Ninas nicht nur musikalisch, sondern auch emotional und existenziell ist, da sie versucht, sich von den Einschränkungen ihrer Vergangenheit zu befreien und ihre Identität zu finden. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Rolle von Ninas Mentoren, wie Eva und Marc. Kloser erklärt, dass Eva eine besonders traditionelle Gesangslehrerin ist, die Ninas Talente zwar fördert, aber auch deren Grenzen betont. In Kontrast dazu ermutigt Marc Nina dazu, ihre Stimme auf neue, unkonventionelle Weise zu entdecken, was zu einem entscheidenden Moment führt, als sie unter einem Wasserfall singt. Diese Erfahrung symbolisiert für sie die Entdeckung ihrer wahren Stimme und des Selbstvertrauens, das sie zuvor vermisst hatte. Eggert kommentiert, dass diese Momente der Kreativität und des Ausbruchs für alle Menschen eine wichtige Einsicht enthalten: Oft können wir mehr, als wir uns zutrauen. Das Gespräch durchdringt die tiefere Thematik des Vertrauens in sich selbst und die eigene Stimme, was nicht nur für Nina, sondern auch für die Zuhörer von Bedeutung ist. Kloser reflektiert, dass die Suche nach der ureigenen Stimme eng mit der eigenen Identität verknüpft ist. Sie erläutert, dass Ninas drei unterschiedlichen Stimmlagen – Sopran, Mezzosopran und Alt – stellvertretend für ihre Reise stehen, um ihre innere Stärke und Vielfalt zu erkennen. Kloser hebt hervor, dass diese Transformation kein einfacher Prozess ist und oft mit Schwierigkeiten und Rückschlägen einhergeht, was sie durch Ninas Wechsel zur Kneipenarbeit unterstreicht, die Nina eine neue Perspektive auf ihr Leben gibt. Zusätzlich wird die Bedeutung der Beziehungen zwischen Nina und weiteren Charakteren wie ihrem Bruder und Juko erörtert, deren Einfluss auf Ninas Wachstum nicht zu unterschätzen ist. Diese Verknüpfungen zwischen den Figuren schaffen eine starke emotionale Basis für Ninas Entwicklungsweg, der durch verschiedene Herausforderungen und Erkenntnisse gekennzeichnet ist. Kloser schildert, wie Nina durch diese Beziehungen nicht nur Freundschaften aufbaut, sondern auch lernt, sich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Während des letzten Teils des Interviews kommt das Gespräch auf Klosers Schreibprozess und deren Erfahrungen im Umgang mit Lektoren. Kloser betont, wie wichtig der Austausch mit ihrer Lektorin war, um die Struktur und Klarheit ihrer Erzählung zu verbessern. Sie spricht über die Herausforderungen, die sie beim Schreiben hatte, insbesondere wenn es um Ninas Entwicklung und die Entscheidung ging, Marc als Charakter ins Spiel zu bringen. Der Dialog zeigt, wie Kloser durch ihre Figuren und deren Konflikte eine tiefere Verbindung zur Thematik herstellt und Neuland betritt, indem sie von ihren eigenen Erfahrungen inspiriert. Abschließend unterstreicht Eggert, wie bewegend und fesselnd "Regentropfen fallen langsam" ist und dass das Buch eine universelle Botschaft über Selbstfindung und die Entfaltung des eigenen Potentials transportiert. Kloser bedankt sich für die positiven Rückmeldungen und reflektiert, dass der Prozess des Schreibens selbst ein offener und dynamischer ist, der fortwährend neue Themen und Ideen hervorbringt. Die Diskussion endet, ohne konkrete zukünftige Projekte zu enthüllen, was den Zuhörern Raum für Spekulation und Neugier auf mögliche zukünftige Werke lässt.
[Buchrenzension] Ein Buch, das Geschichte lebendig macht: Michael Wolffsohns ‚Wir waren Glückskinder
2026/04/16
In dieser Episode sprechen wir mit Michael Wolffsohn über sein Buch „Wir waren Glückskinder, trotz allem“, das eine gefühlvolle und lehrreiche Familiengeschichte erzählt, die durch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt ist. Wolffsohn beschreibt die Flucht seiner Mutter, Thea Saalheimer, im Jahr 1939 vor dem Naziterror nach Tel Aviv und dokumentiert ihren späteren Neuanfang in Israel. Er gibt einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt seiner Familie während der nationalsozialistischen Zeit und beleuchtet die komplexen Fragen der Identität und der Rückkehr nach Deutschland. Wir diskutieren, wie die Saalheimers und Wolffsohns das Leben in einer für sie feindlichen Welt navigierten. Theas Kindheit in Bamberg wird lebendig, wenn Michael die starken familiären Bindungen und ihre kulturellen Wurzeln beschreibt. Die Darstellung der beiden Großeltern, Justus und Gretel, zeigt, wie Warmherzigkeit und Strenge im Familienleben koexistieren. In seinen Erzählungen wird das jüdische Leben mit den Einflüssen ihrer katholischen Nachbarn verwoben, was die Herausforderungen und die Ambivalenz ihrer Identität widerspiegelt. Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Analyse von Theas Schulzeit und den Restriktionen, die sich auf jüdische Jugendliche auswirkten, als sie gezwungen waren, jüdische Schulen zu besuchen. Michael spricht auch die traumatischen Erfahrungen during der Reichskristallnacht an und vermittelt eindrucksvoll, wie diese Ereignisse die Flucht seiner Familie nach Britisch-Palästina initiierten. Hierbei bietet er Perspektiven auf die Konflikte innerhalb der Region und die Herausforderungen, die die deutschen Juden in einem neuen, unbekannten Land erlebten. Darüber hinaus beleuchtet Wolffsohn die Unterschiede zwischen den Familien Saalheimer und Wolffsohn, unter anderem den Wohlstand der Wolffsohns, die als Familie mit Besitz und Einfluss in der deutschen Gesellschaft lebten. Die Gespräche reichen von der Abnahme aller Besitztümer bis hin zur Schilderung des Lebens unter britischer Herrschaft in Palästina, während die Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen in der Region stetig anstiegen. Wolffsohn nutzt einen zugänglichen, empathischen Schreibstil, der besonders für Jugendliche ansprechend ist. Er vermittelt historische Fakten und persönliche Geschichten gleichermaßen auf eine Weise, die Wissen fördert und Verständnis schafft. Während wir das Buch und seine Inhalte detailliert erkunden, erkennen wir auch die Relevanz dieser Geschichte für die heutige Zeit und die Notwendigkeit, die vielfältigen Geschichten des jüdischen Lebens zu verstehen und zu würdigen. Abschließend hebt Michael hervor, wie wichtig es ist, Brücken zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften zu bauen und Vorurteile abzubauen. Seine Einladung, den jüdischen Glauben und die Kultur besser kennenzulernen, endigt in der Überzeugung, dass dies zu einer gerechteren und empathischeren Gesellschaft führen kann. „Wir waren Glückskinder trotz allem“ ist nicht nur eine Erzählung über leidenschaftliche Erinnerungen, sondern auch ein Aufruf zur Reflexion über die deutsche Geschichte und die Lehren, die wir daraus ziehen sollten.
[Interview] Von Krimis zu Thrillern: Romy Fölck im Gespräch über ihren neuen psychologischen Pageturner Fünf Fremde
2026/04/08
In einem fesselnden Interview zwischen Markus Eggert von LiteraturLounge.eu und der Autorin Romy Fölck geht es um ihren neuesten Thriller "Fünf Fremde". Fölck, die zuvor für ihre Kriminalromane bekannt war, beschreibt ihren Ansatz, einen psychologischen Thriller zu schreiben, und erklärt, dass es höchste Zeit war, etwas Neues auszuprobieren. Sie hat über zwei Jahrzehnte lang klassische Krimis geschrieben und verspürte den Wunsch, in die Welt der Thriller einzutauchen, insbesondere um die Spannung und die psychologischen Aspekte stärker zu betonen. Eggert äußert seine Bewunderung für die Erzählweise von Fölck und stellt Fragen zur Inspiration hinter dem Setting der Geschichte, das auf der kleinen, wenig bekannten Insel Neuwerk spielt. Fölck erzählt, dass sie die Insel durch eine Freundin entdeckte und sofort von der Idee eines "Locked-Room"-Szenarios begeistert war, da sie nur begrenzten Zugang zur Außenwelt hat, insbesondere während eines herannahenden Orkans. Fölck nutzt die Geografie und das Wetter als zusätzliche Elemente des Unheimlichen und als antagonistische Kräfte, die die Isolation der Charaktere verstärken. Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist das verschwundene Kind, ein Ereignis, das als Albtraum für jeden Jugendgruppenleiter oder Lehrer gilt. Fölck reflektiert über die Verantwortung von Lehrern und die emotionalen Belastungen, die damit verbunden sind, wenn etwas Schreckliches passiert. Die Rückkehr der Lehrerin Charlotte, die in die Ereignisse involviert war, stellt eine wichtige Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart her. Während des Interviews wird deutlich, wie sehr solche Traumata das Leben der Protagonisten geprägt haben und sie auch in ihren aktuellen Entscheidungen beeinflussen. Romy Fölck erzählt, wie die Demenz von Annikas Mutter Hedda, die sich oft in der Vergangenheit verliert, ein weiterer emotionaler Anker in der Erzählung ist. Fölck beschreibt, wie zutiefst schmerzhaft es für Angehörige ist, jemanden zu sehen, der in eine andere Welt abtaucht, und behandelt dieses sensible Thema mit viel Empathie. Diese emotionalen Themen sind nicht nur wichtig für die Entwicklung der Charaktere, sondern auch für die Leserschaft, da sie Nachvollziehbarkeit und Mitgefühl schaffen. Eggert und Fölck diskutieren auch die Dynamiken zwischen den fünf zentralen Charakteren, die geheimnisvolle Verbindungen zueinander haben und deren gemeinsame Geschichte in der Vergangenheit sie verbindet. Fölck erklärt, dass die Charaktere nicht nur gemeinsam Kinder waren, sondern auch Geheimnisse und Narben tragen, die ihre Beziehung zueinander komplex machen. Es wird betont, wie die Rückkehr zu früheren Bekanntschaften sowohl Vertrautheit als auch Angst vor dem Entblößen ihrer Geheimnisse mit sich bringt. Ein weiterer interessanter Aspekt des Interviews ist der erzählerische Aufbau des Buches. Fölck nutzt verschiedene Perspektiven, um die Handlung voranzutreiben und den Leser in die Gedanken und Emotionen der Charaktere einzuführen. Diese Technik sorgt dafür, dass die Spannung kontinuierlich steigt, da jede Perspektive neue Informationen und Fragestellungen bringt. Eggert zeigt Interesse an der Herausforderung, verschiedene Perspektiven zu beschreiben und wie es gelingt, die Leser hierdurch in die Geschichte zu ziehen. Zusammenfassend verbindet Fölck in "Fünf Fremde" psychologischen Thriller mit emotionalen und nostalgischen Elementen, die sowohl die Charaktere als auch die Leser ansprechen. Das Interview verdeutlicht die Leidenschaft der Autorin für das Schreiben und ihre besten Wünsche an die Leser, nicht nur ein fesselndes Buch zu erleben, sondern auch sich mit der eigenen Jugend und den damit verbundenen Erinnerungen auseinanderzusetzen.
[Interview] Leise Töne, große Gefühle – Florian Knöppler und 'Mit dem ersten Licht'
2026/04/07
In diesem Interview spricht Markus Eggert mit Florian Knöppler über sein Buch "Mit dem ersten Licht", das im Pendragon Verlag erschienen ist. Knöppler erläutert, dass sein Buch viele Schichten des Familienlebens und zwischenmenschlicher Beziehungen beleuchtet und eine angenehm lesbare Sprache verwendet. Eggert kommt darauf zu sprechen, dass deutsche Literatur oft als schwierig empfunden wird, doch Knöpplers Stil wird als bodenständig und emotional wahrgenommen, was ihm wichtig ist. Florian Knöppler betont, dass die Beziehung zwischen den Hauptfiguren Arne und Laura insgesamt leise und behutsam beschrieben wird. Diese leisen Töne sind auch auf die Charaktere selbst zurückzuführen, die sich in ihrer Kommunikation und ihrem Verhalten oft schüchtern und zurückhaltend zeigen. Sie versuchen, sich behutsam aneinander heranzutasten, was nicht nur die Dynamik ihrer Beziehung widerspiegelt, sondern auch eine Art der Selbstfindung darstellt. Der Autor beschreibt, dass es weniger um die klassische Liebesgeschichte geht, sondern vielmehr um das Erwachsenwerden und das Finden von Identität. Das Hauptthema des Buches, so Knöppler, ist die Überwindung von Einsamkeit und Traurigkeit. Die Protagonisten fühlen sich oft unverstanden und einsam, was für viele junge Menschen ein universelles Gefühl darstellt. Diese Einsamkeit wird als ein zentrales Element des Lebens dargestellt, welches die Figuren versuchen zu überwinden. Eggert und Knöppler diskutieren zudem die Darstellung von Arnes Familie, die zunächst harmonisch erscheint, sich aber als problematisch herausstellt, wenn man näher hinsieht. Knöppler erkennt, dass nicht jede Familie vollkommen ist und dass es häufig unbeaufsichtigte Probleme gibt, die erst im Laufe der Zeit ans Licht kommen. Diese Einsicht führt zu der Diskussion über die Erkenntnis, die oft erst im Erwachsenenalter kommt, wenn man die eigenen Familienverhältnisse mit einem anderen Blickwinkel betrachtet. Ein weiteres Gesprächsthema ist die ergreifende Schreibweise von Knöppler, die auch beim Schreiben der schweren Themen des Buches eine emotionale Nähe fordert. Das intensive Mitschwingen mit den Figuren ist sowohl für den Autor als auch für den Leser wichtig. Knöppler erklärt, dass es bei schwierigen Szenen leicht ist, an die Oberfläche zu kratzen, aber um wirklich tiefgehende Emotionen zu erzielen, ist es notwendig, sich voll auf die Figuren einzulassen. In einem weiteren Moment reflektieren Eggert und Knöppler über die moderne Einsamkeit, die in der zeitgenössischen Gesellschaft zugenommen hat. Knöppler möchte nicht unbedingt über aktuelle gesellschaftliche Phänomene schreiben, sondern lässt sich eher von grundlegenden menschlichen Gefühlen leiten. Diese Annäherung schafft eine tiefere, universelle Verbindung zu den Lesern. Das Interview behandelt auch die persönliche Verbindung Knöpplers zur italienischen Kultur, die er in der Vergangenheit gelebt hat. Seine Begeisterung für die italienische Sprache und Kultur ist unübersehbar, und er gibt Einblicke in seine Erfahrungen, die ihm beim Schreiben seiner Figuren helfen. Anschließend spricht das Duo über die Herausforderungen und Freuden des Schreibens, wie wichtig es ist, sich als Autor weiterzuentwickeln und neue Themen zu erkunden, während Eggert seine persönliche Entwicklung und die Neugierde auf andere Genres erklärt. Knöppler gibt an, dass er gerade mit dem Schreiben von Gedichten experimentiert, was seine kreative Flexibilität unterstreicht. Eine der Kernaussagen des Gesprächs ist die Wichtigkeit von Familie und zwischenmenschlichen Beziehungen. Knöppler hebt hervor, dass die Verbindung zu seinen Kindern während ihrer Erziehung für ihn eine essenzielle Erfahrung war. Auch Eggert reflektiert über den familiären Zusammenhalt und die gemeinsamen Erlebnisse, die eine tiefere Identität schaffen. Das Interview endet mit dem Optimismus, dass man trotz Herausforderungen im Leben seine Ziele erreichen kann.
[Buchrezension] "Geteilte Träume" – Ein Buch über die Wunden der deutsch-deutschen Teilung
2026/04/06
In dieser Episode beschäftigen wir uns mit dem Buch "Geteilte Träume" von Ulla Mothes, das einen tiefen Einblick in das Leben einer jungen Frau im Berlin der 1990er Jahre bietet. Die Protagonistin Inke lernt, dass sie als Säugling in der DDR adoptiert wurde, was sie auf eine emotionale Reise zu ihren biologischen Wurzeln schickt. Die Frage, wer ihre leiblichen Eltern sind und warum sie zur Adoption freigegeben wurde, wird zum zentralen Thema dieser Erzählung und am Ende berührt sie die komplexen Beziehungen zu zwei Familien, die um sie ringen. Wir diskutieren die emotionalen und psychologischen Herausforderungen, mit denen Inke konfrontiert wird, als sie immer mehr über ihre Herkunft erfährt. Ihre Suche nach Identität und Zugehörigkeit ist geprägt von der Zerrissenheit zwischen ihrer vermeintlichen Familie, die sie liebevoll aufgezogen hat, und ihrer leiblichen Mutter, die ein ganz anderes Leben hatte. Die Erzählung beleuchtet die verschiedenen Facetten des Lebens in der DDR, von Zwangsadoptionen bis hin zu den Ausgangssperren und dem Mangel an Freiheit, den viele Menschen erlitten haben. Außerdem reflektiere ich persönlich über die Gefühle, die mich beim Lesen des Buches begleitet haben. Ich teile meine eigenen Gedanken darüber, wie es wäre, plötzlich herauszufinden, dass man adoptiert wurde, und welche inneren Konflikte das hervorrufen könnte. Die Tragik, die sich entfaltet, als Inke erfährt, dass sie ihrer Mutter nichts spenden kann, wirft Fragen zu Identität und Blutbindung auf. Wir tauchen tiefer in die Erinnerungen Inkes ein, die von den Geschichten ihrer Familie erzählt werden. Von den Herausforderungen, denen sich ihre leibliche Mutter Petra gegenüber sieht, bis hin zu den historischen Kontexten der deutsch-deutschen Teilung und den schmerzhaften Erfahrungen von Fluchtversuchen. Die Erzählweise von Mothes schafft eine dichte Atmosphäre, die es ermöglicht, die komplexen Emotionen und die Realität der Betroffenen nachzuvollziehen. Der Roman erfordert daher ein gewisses Maß an emotionaler Distanz, und ich gestehe, dass ich anfangs zögere, dieses Buch zu lesen, weil ich die Thematik als belastend empfinde. Dennoch zeigt Mothes durchweg Mitgefühl und Verständnis für die Charaktere, was den Roman trotz seiner schweren Themen lesenswert macht. Ich bin überzeugt, dass "Geteilte Träume" ein wichtiges Werk ist, um Verständnis für die deutsch-deutsche Geschichte zu fördern und den Leser dazu einzuladen, die Grautöne des Lebens zu erkennen. Abschließend kann ich nur empfehlen, sich "Geteilte Träume" zu Gemüte zu führen. Es bietet nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch wertvolle Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der Akteure dieser Zeit. Ich freue mich auf zukünftige Werke von Ulla Mothes und bin gespannt, welche weiteren Geschichten sie zu erzählen hat.
[Buchrezension] Geister der Ardennen: Linus Geschkes 'Engelsgrund' entzaubert
2026/03/31
In dieser Episode befasse ich mich intensiv mit dem Buch "Engelsgrund" von Linus Geschke. Der Klappentext stellt bereits die düstere Prämisse vor: Es handelt sich um eine gefährliche Jagd zwischen Jäger und Gejagtem, die in einem spannenden Thriller entfaltet wird. Im Zentrum steht Carla Diaz, die, tief besorgt um das Leben ihrer Tochter Malin, als frühere Kollegin von Bond an den Ex-Polizisten Alexander Born herantritt. Zwei junge Frauen, die der Sekte Cernunnos angehörten, wurden brutal ermordet aufgefunden, und Carla befürchtet, dass auch Malin das nächste Opfer sein könnte. Die düstere Atmosphäre wird durch die Handlungsorte untermalt; das Setting in den Ardennen, wo ein ehemaliges Sanatorium als Hauptquartier der Sekte dient, steigert die Spannung und gibt dem Leser das Gefühl, Teil dieser bedrohlichen Welt zu sein. Mein persönlicher Eindruck von Geschkes Stil ist durchweg positiv. Die komplexe Beziehung zwischen den Charakteren und die psychologischen Elemente der Sekte werden geschickt verwoben, während die Erzählung durch temporeiche Wendungen begeistert. Als Borns Rückholmission misslingt, wird das Geschehen noch vielschichtiger, da Born sich dazu entschließt, den Kriminellen André Wolkow um Hilfe zu bitten. Die Spannung steigt, als sich Wolkow mit einem jungen Killer zusammen tut, der sich als Russlanddeutscher in die Sekte einschleicht. Dabei wird die Erzählung durch doppelte Spiele und persönliche Konflikte der Charaktere bereichert. Wolkows Handlungen scheinen nicht nur aus Altruismus motiviert zu sein, da er seine eigenen Interessen verfolgt und dadurch das Verhältnis zu Born weiter kompliziert. Der Thriller hält den Leser auf Trab mit brutalen Morden, die schockierende Details offenbaren, und zeichnet ein Bild der Inszenierung von Macht und Manipulation in Sekten. Ich habe das Gefühl, dass der Autor hier wichtige Themen anspricht, die sowohl spannend als auch nachdenklich stimmen. Trotz kleinerer konstruiert wirkender Elemente kann ich das Buch als Pageturner empfehlen, da es immer wieder zu fesseln vermag und die Charaktere lebendig und nachvollziehbar sind. Abschließend teile ich meine Begeisterung für die Figuren und ihre Dynamik. Ich fühle mich bereichert durch die Erlebnisse mit Alexander Born und Carla Diaz und bin gespannt, welche weiteren Geschichten Linus Geschke in Zukunft erzählen wird. "Engelsgrund" ist ein Buch, das nicht nur spannend ist, sondern auch in anderen Ländern Aufmerksamkeit verdienen könnte. Ich empfehle jedem, einfach in die Geschichte einzutauchen und sich von den fesselnden Charakteren und der packenden Handlung mitreißen zu lassen.
[Buchrezension] "Searching Lucy" – Eine Suche nach Licht in der Dunkelheit
2026/03/26
In dieser Episode befassen wir uns eingehend mit dem Buch "Searching Lucy" von Christina Stein. Der Klappentext des Romans beschreibt das Verschwinden von Ambers Zwillingsschwester Lucy, das an Halloween in einer Vollmondnacht geschieht, nur einen Monat nach dem Verschwinden ihres Vaters. In einem Spannungsfeld von Trauer und Angst begibt sich Amber auf die Suche nach ihrer Schwester, ohne dass es bislang Verdächtige oder Anhaltspunkte gibt. Die immer drängender werdende Zeit lässt sie erkennen, dass jeder aus ihrem Umfeld der Täter sein könnte. Ihre Entschlossenheit, Lucy zu finden, führt sie zu außergewöhnlichen Methoden – sie bricht in die Häuser von Bekannten und Mitschülern ein, um Antworten zu finden. Ich teile meine persönlichen Eindrücke und Analysen des Buches, gehe dabei auf die tiefen Emotionen ein, die Christina Stein vermittelt. Es wird deutlich, dass Amber nicht nur mit dem Verlust ihrer Schwester, sondern ebenfalls mit der Verantwortung für ihre alkoholkranke Mutter und ihren kleinen Bruder kämpft. Diese komplexe Dynamik innerhalb der Familie wird eindrucksvoll dargestellt und bringt eine besondere Tiefe in die Handlung. Ich erörtere, wie Stein geschickt mit den Gefühlen der Charaktere spielt und dass die beschriebene Realität in vielen Familien oft ganz anders aussieht als sie nach außen hin scheint. Ein zentrales Element des Romans ist der bemerkenswerte Schreibstil von Christina Stein, der sehr warmherzig wirkt und gleichzeitig ein Vergrößerungsglas auf die gesellschaftlichen Probleme legt. Die Vereinsamung, mit der viele Menschen kämpfen, wird eindringlich thematisiert, und es wird spürbar, dass es in unserem Alltag oft niemanden gibt, dem wir uns anvertrauen können. Obwohl die Handlung einen typischen Jugendroman aufgreift, hebt sie sich durch die innovativen Ansätze, wie Ambers Einbrüche, ab und gibt dem Ganzen eine frische Perspektive. Abschließend äußere ich den Wunsch, dass Christina Stein uns nicht lange auf ihren nächsten Roman warten lässt, denn ihre Geschichten bieten wertvolle Einblicke und erreichen Leser in jeder Altersgruppe. "Searching Lucy" ist ein packender Roman, der sich an Jugendliche ab 14 Jahren richtet und im S. Fischer Verlag erschienen ist. Ich empfehle es jedem, der die Herausforderungen des Erwachsenwerdens und die Komplexität von Familienbeziehungen schätzt.
[Kinderbuchrezension] Frau Hummel und Herr Grummel – Eine charmante Geschichte über Freundschaft und Natur
2026/03/16
In dieser Episode sprechen wir über das Wendebuch "Frau Hummel und Herr Grummel", das von Ulrike Wolf und Matthias Holländer verfasst wurde. Das Buch erzählt die fesselnde Geschichte zweier Charaktere aus unterschiedlichen Perspektiven: Frau Hummel, eine Hummel-Jungkönigin, erwacht nach ihrem Winterschlaf, und Herr Grummel, der in seinem tristen Alltag gefangen ist. Die Begegnung zwischen diesen beiden Figuren verändert nicht nur ihr eigenes Leben, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt um sie herum. Wir beleuchten die Themen des Buches, die sowohl humorvolle als auch lehrreiche Elemente enthalten. Die Geschichte zeigt, wie Herr Grummel durch die Begegnung mit Frau Hummel inspiriert wird, seinen kargen Garten in ein insektenfreundliches Paradies zu verwandeln. Diese Entwicklung bringt Farbe und Fröhlichkeit in sein Leben und fördert gleichzeitig das Wohlbefinden der Hummeln und anderen Insekten. Anhand der detailgetreuen Abbildungen und wertvollen Informationen über verschiedene Hummelbienenarten wird das Buch zu einem interaktiven Erlebnis für Kinder, die spielerisch die Natur entdecken und lernen können. Darüber hinaus teile ich meine persönliche Rezension des Buches. Als Liebhaber von Kinderbüchern kann ich nicht umhin, die charmante Erzählweise und die bezaubernden Illustrationen von Matthias Holländer zu loben. Das Wendebuch-Konzept ermöglicht es den Lesern, beide Geschichten in der von ihnen gewünschten Reihenfolge zu erleben, was ein abwechslungsreiches Leseerlebnis schafft. Ich erzähle von meinen eigenen Erinnerungen an Gärten und dem Verlust des Grünen vor unserer Tür, was die Themen des Buches umso relevanter macht. Im Gespräch reflektiere ich auch über die wichtige Rolle, die Bücher über Insekten in der Bildung junger Leser spielen. Sie bieten nicht nur Freude, sondern auch wertvolle Lektionen über die Natur und das Verantwortungsbewusstsein gegenüber unserer Umwelt. Dieses Buch könnte möglicherweise den Anstoß geben, dass mehr Menschen dazu angeregt werden, ihre Gärten blumiger und einladender für Insekten zu gestalten. Abschließend äußere ich den Wunsch, mehr von den kreativen Leistungen von Ulrike Wolf und Matthias Holländer zu sehen und freue mich darauf, erneut in die Welt von "Frau Hummel und Herr Grummel" einzutauchen, um dieses wunderbare Kinderbuch immer wieder zu lesen oder vorzulesen. Das Buch ist für Kinder ab drei Jahren geeignet und weiterhin für 21,90 Euro im Self-Publishing-Verlag erhältlich.
[Buchrezension] „Ich habe Licht gebracht“ – Revolution, Widerstand und der Mut einer Frau
2026/03/10
In dieser Episode widme ich mich der Rezension des Buches "Ich habe Licht gebracht" von Anja Zimmer. Das Buch erzählt die bewegende Geschichte von Louise Otto, einer mutigen Frau des 19. Jahrhunderts, die entschlossen für soziale Gerechtigkeit und die Rechte der Frauen kämpft. Vom ersten Moment an, als Louise ein Schwefelhölzchen entzündet, zieht sich ihr Ziel, Licht in die Dunkelheit des Lebens der Arbeiter zu bringen, wie ein roter Faden durch ihre Existenz. Das Buch schildert eine Ära, in der junge Frauen wie Louise nicht einmal allein auf die Straße durften, sie jedoch den Mut findet, solo durch Deutschland zu reisen. Dabei beschreibt sie eindrücklich die Missstände des Industrieproletariats und bringt in ihren Gedichten sowie politischen Texten das Elend der arbeitenden Bevölkerung zur Sprache. Besonders eindringlich kritisiert Louise die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und fordert vehement Lohngleichheit und Erwerbsrechte für Frauen. Die Revolution von 1848 wird zur Kulisse für ihre Träume von Veränderung und dem Streben nach Gleichstellung. Ich beleuchte die Herausforderungen, denen Louise gegenübersteht, insbesondere als sie das blutige Ende des Dresdner Mai-Aufstands miterlebt und plötzlich in der Gefahr steht, selbst verfolgt zu werden. Ihre Reise ist nicht nur eine persönliche, sondern auch eine symbolische Auseinandersetzung mit der Unterdrückung und dem Kampf um Frauenrechte in einem repressiven politischen Klima. Als Mitbegründerin der deutschen Frauenbewegung leistet Louise einen bemerkenswerten Beitrag zur Schaffung eines Netzwerks der Solidarität. Anja Zimmers Erzählweise erfordert vom Leser eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen von Ungleichheit und sozialen Missständen. Es ist herausfordernd, aber gerade das macht das Buch so relevant und zeitgemäß. Louises Einblick in die Realitäten der Fabrikarbeit – wie der Verlust eines Arms bei der Stoffherstellung – zeigt die brutale Realität des Lebens der damals arbeitenden Menschen und verstärkt die Dringlichkeit ihrer Forderungen nach besseren Bedingungen. Ich reflektiere über die Parallelen zwischen Louises Kampf und den aktuellen Kämpfen um Gleichheit und Gerechtigkeit. Die Auseinandersetzungen um Pressefreiheit und die ständige Gefahr des Zensurversuchs, die sich wie ein Schatten über die Demokratie legen, sind Themen, die auch heute noch von Bedeutung sind. Der Roman fordert uns auf, die Errungenschaften der Vergangenheit zu schützen und für die Rechte aller Menschen zu kämpfen, unabhängig von Geschlecht oder sozialen Bedingungen. Abschließend ermutige ich die Zuhörer, das Buch selbst zu lesen und sich von Louises unermüdlichem Einsatz für Freiheit und Demokratie inspirieren zu lassen. Auch in der heutigen Zeit gilt es, gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen und sich für ein gleiches und respektvolles Miteinander einzusetzen. "Ich habe Licht gebracht" ist ein eindrucksvolles Werk, das uns die Augen öffnet für die Herausforderungen der Vergangenheit und die Aufgaben der Gegenwart.
[Buchrezension] Der ehemalige Sohn – Zehn Jahre Koma, ein Land im Stillstand
2026/03/07
In dieser Episode wird Sasha Filipenkos „Der ehemalige Sohn“ behandelt, der Verlust und Identität im modernen Belarus thematisiert und die Auswirkungen des autoritären Regimes auf junge Menschen beleuchtet.
[Buchrezension] „Post für Dich“ – Von Brieffreunden, Tauben und der Freude am Schreiben
2026/03/02
In dieser Episode bespreche ich das Kinderbuch „Post für Dich“, verfasst von Sophie Schönwald und illustriert von Anita Schmidt. Der Klappentext lädt ein, mit dem Charakter Bär einen Brief an seinen besten Freund Hase zu verfassen. Der Bär nimmt sich die Zeit, mit Sorgfalt zu überlegen, was er sagen möchte, und ist mit dem Ergebnis seines Schreibens äußerst zufrieden. Dabei wird ihm noch nicht bewusst, welche positiven Reaktionen sein Brief auslösen wird. Hase ist so erfreut über die liebevollen und durchdachten Worte der Bärs, dass er den Brief sofort weiterschickt, wodurch eine schöne Kettenreaktion entsteht. Ich erläutere, dass „Post für Dich“ nicht nur eine einfache Geschichte über Freundschaft ist, sondern auch ein Plädoyer für die schriftliche Kommunikation, insbesondere für handgeschriebene Briefe. Das Buch könnte als ein Werbebuch für die Briefpost betrachtet werden; es hebt hervor, dass das Erhalten eines handgeschriebenen Briefes eine ganz andere, viel persönlichere Erfahrung ist als das Empfangen einer E-Mail. Ich erinnere mich nostalgisch an die Freude, die ich verspürt habe, als ich die Post von meinen Brieffreunden aus verschiedenen Orten erhalten habe. Die liebevollen Details, die besondere Wahl des Briefpapiers und die schönen Schriftzüge haben die Briefe einzigartig gemacht. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Rolle der Brieftaube in der Geschichte, die an diesem Tag viel zu tun hat, da sie die Nachrichten durch den Wald verteilt. Die Freude und Aufregung, die die Waldbewohner beim Erhalt der Briefe empfinden, sind sehr anschaulich beschrieben. Diese Szenen wecken Erinnerungen an eigene Brieffreundschaften und die melancholischen Gedanken darüber, was aus alten Freunden geworden ist. Die Illustrationen von Anita Schmidt verdienen besondere Erwähnung, da sie die Geschichte wunderbar ergänzen. Jedes Waldtier wird liebevoll und detailliert dargestellt, was dem Leser die Möglichkeit gibt, sich vollständig in die gezeichnete Welt hineinzuversetzen. Die Zeichnungen sind so ansprechend, dass sie den Leser immer wieder zum Verweilen und Staunen anregen. „Post für Dich“ ist ein Kinderbuch aus dem Jahr 2020, das im Baumhaus Verlag erschienen ist und für Kinder ab 4 Jahren empfohlen wird. Es bietet nicht nur eine bezaubernde Geschichte, sondern inspiriert auch dazu, die Kunst des Briefeschreibens neu zu entdecken. Das Buch kann in jeder guten Buchhandlung für 15 Euro erworben werden. Es ist mehr als nur eine Erzählung; es ist ein Aufruf, den persönlichen Kontakt durch das Schreiben von Briefen zu schätzen und zu fördern. Viel Freude beim Lesen und beim Schreiben eigener Briefe!
[Buchrezension] „Einer muss doch anfangen“ – Warum Sophie Scholls Geschichte aktueller ist denn je
2026/02/25
In dieser Episode widme ich mich der Rezension des Buches "Einer muss doch anfangen" von Werner Milstein, das das Leben der berühmten Widerstandskämpferin Sophie Scholl beleuchtet. Am 9. Mai 2021, anlässlich ihres 100. Geburtstags, wird in diesem Werk auf eindrucksvolle Weise die Biografie einer der symbolträchtigsten Figuren im Kampf gegen das Hitlerregime betrachtet. Milstein nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Sophies Leben und hinterfragt, inwiefern ihr Werdegang auch heutigen Jugendlichen Orientierung und Sinn stiften kann. Die Erzählung beginnt mit einem Einblick in Sophies aufregende Kindheit, in der sie in einem von kritischen Gedanken und Kunst geprägten Umfeld aufwächst. Ihre Familie hat eine Vorliebe für 'entartete Literatur', was sich als bedeutend für ihre spätere Entwicklung herausstellt. Sophie und ihre Geschwister wuchsen in einem Haus auf, das Werte wie Toleranz, Gerechtigkeit und Empathie verleugnete und beeinflusste sie nachhaltig. Dabei war Sophie Scholl eine leidenschaftliche Jugendliche, die auch die Bündische Jugend wie die HJ erlebte, jedoch bald begann, das Regime und dessen Ungerechtigkeiten zu hinterfragen. Im Verlauf des Podcasts werde ich tiefer in ihre Beziehungen eintauchen, insbesondere die innige, aber oft umstrittene Liebe zu Fritz Hartnagel, die eine zentrale Rolle in ihrem Leben spielt. Sophies Glaube an Gott sowie an die Freiheit prägten ihren Widerstand gegen das Unrecht, was sich in ihren Freundschaften und ihrer allgemeinen Neugier für Kunst, Literatur und Musik widerspiegelt. Diese Facetten ihres Charakters, ihre leider oft ungehobene Veranlagung zur Kunst, werden durch Zeichnungen, die im Buch abgedruckt sind, veranschaulicht und zeigen, wie vielschichtig Sophie Scholl tatsächlich war. Besonders bewegend sind die persönlichen Reflexionen, die ich beim Lesen des Buches hatte. Mir wurde schmerzlich bewusst, wie wichtig es ist, auch heute den Widerstand gegen Extremismus und Unterdrückung aufrechtzuerhalten. Dies regte mich an, über den Zustand der Demokratie in unserer Zeit nachzudenken und wie wichtig es ist, Kritikpunkte zu hinterfragen und Grundrechte zu verteidigen. Das Buch wird zu einer emotionalen Achterbahnfahrt und lässt mich oft nachdenklich zurück. Ich schließe die Episode mit der festen Überzeugung, dass die Geschichten von Menschen wie Sophie Scholl nicht nur historisch relevant sind, sondern auch als Quelle der Inspiration für künftige Generationen dienen sollten. Ihr Erbe lehrt uns, dass wir für unsere Überzeugungen einstehen müssen, und dass wir immer für Gerechtigkeit und Freiheit kämpfen sollten. "Einer muss doch anfangen" von Werner Milstein kann als Grundlage dafür dienen, die Gedanken über Demokratie und das Aufbegehren gegen Unrecht zu beleben.
[Buchrezension] Wie „Gießen zu Fuß“ meine Sicht auf die Heimatstadt verändert hat
2026/02/21
In dieser Episode besprechen wir das Buch "Gießen zu Fuß" von Norbert Schmidt und Marc Schäfer, welches einen neuen Blick auf die Stadt Gießen und ihre verborgenen Schätze vermittelt. Als Einheimischer teile ich meine Gedanken über die Lieblingsorte und Geschichten, die in diesem Werk vorgestellt werden, und wecke ein Bewusstsein für die sich ständig wandelnde Stadt, die sowohl von Universität als auch von Handel geprägt ist. Die Autoren, die in Gießen leben und die Stadt gut kennen, bieten mit ihrer Rezension eine Einladung, Gießen aus einer anderen Perspektive zu erleben. Statt einer negativen Stadtkritik, wie sie der berühmte Georg Büchner einst geäußert hat, schildern sie die lebendigen Stadtteile und ruhigen Wohngebiete, die man auf Spaziergängen entdecken kann. Diese Spaziergänge sind sowohl für neue Gäste als auch für alteingesessene Bürger gedacht, um verborgene Schönheiten zu entdecken, die möglicherweise übersehen wurden. Ich reflektiere meine persönlichen Erfahrungen und wie das Buch mich dazu gebracht hat, meine eigene Wahrnehmung von Gießen zu hinterfragen. Dabei beleuchte ich sowohl bekannte Orte wie die Bonifatius-Kirche und den Botanischen Garten, als auch weniger beachtete Orte wie ein modernes Wohnhaus mit integrierter Reithalle oder die faszinierende Streetart-Galerie. Trotz meiner jahrelangen Erkundungen der Stadt gab es viele Überraschungen und neue Einsichten, die mir durch die Lektüre des Buches eröffnet wurden. Im Gespräch geht es auch um die Bedeutung von Büchern wie "Gießen zu Fuß", die uns helfen, die Schönheit und Vielfalt unserer Umgebung besser wahrzunehmen. Denn jede Stadt hat ihre eigenen Perlen, die entdeckt werden wollen. Ich ermutige jeden, dieses Buch zu lesen und Gießen mit neuen Augen zu sehen, um die verborgenen Facetten und Geschichten der Stadt zu erleben. Mit der Vorstellung, dass selbst ich als ortsansässiger Gießener noch viel zu entdecken habe, wird deutlich, dass dieses Buch für Einheimische und Studierende gleichermaßen von Wert ist.
[Interview] Vom Kinderzimmer in den eigenen Verlag: Wie Sohn Simon zum kreativen Kopf von „Hase Hollywood“ wurde
2026/02/11
In diesem Interview, das von Markus Eggert geführt wurde, stehen Stefan Rasch und Anja Abicht im Mittelpunkt, die über die Entstehung ihres Kinderbuchs "Hase Hollywood und das Geheimnis des Drachenlandes" und die damit verbundenen Herausforderungen sprechen. Das Gespräch beginnt mit der Diskussion über die Zusammenarbeit mit dem eigenen Kind, Simon Rasch, das eine entscheidende Rolle in der kreativen Entwicklung des Buches spielte. Stefan betont, dass Simon nicht nur die Zielgruppe, sondern auch ein kreativer Mitgestalter des Projekts war. Es wird deutlich, dass die Geschichte sowie die Illustrationen ständig von Simons Feedback beeinflusst wurden, was die Bedeutung der kindlichen Perspektive herausstellt. Stefan reflektiert über seine eigenen Kindheitserinnerungen und die Freude am Vorlesen, die ihn dazu motivierte, selbst die Rolle des Vorlesers für Simon zu übernehmen. Er erzählt, dass Simon jedoch oft kein Interesse an herkömmlichen Kinderbüchern hatte, was die Idee inspiriert hat, ein eigenes Buch zu schreiben, das die Herzen von Kindern wie ihm erreichen könnte. Gemeinsam mit Anja entwickelten sie die Figuren und die Handlung in einem spielerischen Ansatz, bei dem Simon oft aktiv mitwirkte. Die Beiden diskutieren darüber, wie wichtig es war, Figuren zu schaffen, die Kindern ansprechend und zugänglich sind, und das dies oft bedeutete, dass sie humorvolle oder leicht verrückte Eigenschaften an den Charakteren entwickelten, um das Interesse von Simon zu wecken. Im weiteren Verlauf des Gesprächs thematisieren sie den Illustrationsstil des Buches. Anja erläutert, warum sie sich für Aquarelltechniken entschieden hat, die im Vergleich zu digitalen Illustrationen eine gewisse Unvollkommenheit und Wärme vermitteln. Sie räumen ein, dass die Herstellung der Bilder ein langwieriger Prozess war, bei dem sie verschiedene Ansätze ausprobierten, um den richtigen Stil zu finden. Die Imperfektion der Illustrationen wird als Vorteil angesehen, da sie einen charmanten Kontrast zu den glatten AI-generierten Inhalten bietet, die heutzutage populär sind. Stefan und Anja sprechen auch über die Entscheidung, einen eigenen Verlag zu gründen, was ursprünglich aus einer Mischung aus Neugier und einer gewissen Naivität geschah. Sie betonen, dass sie nicht nur daran interessiert sind, ihre eigenen Bücher zu veröffentlichen, sondern auch anderen Autoren eine Plattform bieten möchten, um ihre Geschichten zu erzählen. Es wird klar, dass sie mit viel Hingabe und Perfektionismus arbeiten, jedoch auch die Herausforderungen des Verlagswesens und die Belastungen, die damit einhergehen, anerkennen. Das Interview bringt auch die Freude und den direkten Kontakt zu den jungen Lesern zur Sprache, die durch Lesungen und Fanbriefe verstärkt wird. Stefan und Anja sind überrascht von der positiven Resonanz der Kinder auf ihr Buch. Kinderbuchautorenschaft wird als eine verantwortungsvolle, aber auch sehr lohnende Aufgabe dargestellt, wobei die beiden Notwendigkeit verstehen, authentische und liebevoll gestaltete Geschichten zu kreieren. Abschließend diskutieren sie über die Themen des Buches und wie wichtig es ist, dass die Geschichten auch für die nächste Generation von Bedeutung sind. Markiert durch die Erlebnisse der Kindheit und den unmittelbaren Kontakt mit jungen Lesern, betonen sie die Leidenschaft, die in den kreativen Prozess eingeflossen ist, und die Hoffnung, dass das Buch bleibende Erinnerungen schafft, die zukünftigen Generationen vermittelt werden.
[Buchrezension] Geheimnisse unter dem Walnussbaum – Theresa Hannigs „König und Meister“
2026/02/03
In dieser Episode werfen wir einen tiefen Blick auf das Buch "König und Meister" von Theresa Hannig, das uns in eine fesselnde Welt voller Geheimnisse und unerwarteter Wendungen entführt. Die Geschichte folgt Ada König, die nach einem verheerenden Autounfall auf der Suche nach der Wahrheit über die vergangenen Ereignisse ist. Ihr Vater, der bei diesem Unfall schwer verletzt wurde, wollte ihr kurz vor dem Chaos etwas Wichtiges mitteilen, das Ada nun unbedingt herausfinden möchte. Diese Suche nach der Wahrheit wird durch mysteriöse Erscheinen eines verbrannten Mannes begleitet, der Ada nicht nur verfolgt, sondern ihr auch Aufgaben überträgt. Das Buch entfaltet sich in einem atmosphärischen Rahmen, in dem die Protagonistin in das Haus ihres Vaters zurückkehrt, um sich mit den Schatten ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Der eindrucksvoll gewachsene Walnussbaum, der den Garten ihrer Kindheit dominiert, wird schnell zu einem Symbol für die Geheimnisse, die sich um die Familie ranken. Ada muss sich nicht nur mit ihren eigenen Ängsten und Fragen auseinandersetzen, sondern auch mit der düsteren Vergangenheit ihres Vaters, die sich in Formen von Erinnerungen und Träumen offenbart. Besonders interessant wird die Dynamik zwischen Ada und dem mysteriösen Bettler Elvis, der sich als Soziologiestudent entpuppt und mit dem Ada eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. Die Figur der alten Frau Else fügt dem narrativen Gefüge eine weitere Schicht hinzu, ihre skurrilen Gedanken bieten sowohl humorvolle als auch nachdenkliche Einsichten, während Ada zunehmend in die verworrene Geschichte ihrer Familie eintaucht. Die Autorin Theresa Hannig versteht es, vielschichtige Charaktere zu kreieren, die eine faszinierende Erzählung bilden. Der Leser wird mit der Frage konfrontiert, wie gut wir wirklich unsere Liebsten kennen und welche Geheimnisse in jeder Familie schlummern. Hannig schafft es, das Genre mit Elementen des Mystery und Thrillers kreativ zu verknüpfen, auch wenn die Handlung nicht immer die gewünschten Spannungshöhen erreicht. Trotz einer soliden Erzählstruktur hätte ich mir in einigen Passagen etwas mehr Tiefe gewünscht, besonders im Hinblick auf die Rolle des verbrannten Mannes und die Geheimnisse des Meisters. Dennoch bleibt "König und Meister" ein fesselndes Werk, das dem Leser die Möglichkeit gibt, über die dunklen Seiten des menschlichen Lebens nachzudenken. Ich bin schon gespannt auf Theresa Hannigs nächste literarische Entdeckung und hoffe, dass wir beim nächsten Mal noch tiefer in die Geheimnisse eintauchen dürfen, die sie zu erzählen hat. Der Roman ist 2021 in der Edition Roter Drache erschienen und kann für 15 Euro erworben werden.

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