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Dieser Podcast hat
347 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Frauke Holzmeier und Andreas LaukatExplizit
Nein
Erstellt am
2019/07/11
Neueste Episode
2026/05/06
Durchschnittsdauer
30 min.
Veröffentlichungsintervall
13 Tage
Beschreibung
Alle reden vom digitalen Rückstand Deutschlands. Wir schauen genauer hin. In „So techt Deutschland“ sprechen Frauke Holzmeier und Andreas Laukat mit Gründern, Investoren, Politikern und Unternehmern über Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und neue Technologien – faktenbasiert, kritisch und ohne Hype. Neben ausführlichen Gesprächen ordnen wir aktuelle Entwicklungen ein, liefern kurze News aus dem Tech-Bereich, praktische Einordnungen und konkrete Denkanstöße. Wie stark ist der Technologie-Standort Deutschland wirklich – und was können wir besser machen?
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Gordian Braun: "Vielleicht können wir Gedanken auslesen"
2026/05/06
KI-Stimmen klingen längst nicht mehr nur nach Roboter im Callcenter – sie synchronisieren Filme, erzeugen Musik und könnten bald unseren Kundenservice übernehmen. Gordian Braun Growth Lead Europe von ElevenLabs erklärt, warum Europa bei Audio-KI nicht nur mithalten kann, sondern vorne mitspielen will. Es geht um digitale Stimmen, faire Vergütung, die Zukunft der Synchronbranche - und die Frage, ob wir bald weniger tippen, mehr sprechen oder sogar mit den Gedanken steuern.
Täuschend echt: Warum wir jetzt über Avatare sprechen müssen
2026/04/08
Der aktuelle "Deepfake"-Fall rund um Collien Fernandes und Christian Ulmen zeigt, wie groß die Risiken von KI-generierten Inhalten inzwischen sind. Doch die Technologie kann weit mehr als nur Schaden anrichten. Gemeinsam mit Jan Schellenberger, Co-Gründer und CEO von Coava, geht es um die Chancen von KI-Avataren in Bildung, Unternehmen und Kommunikation. Wie funktionieren digitale Zwillinge echter Menschen, warum führen sie oft zu offeneren Gesprächen und wo liegen die ethischen Grenzen? Gleichzeitig wird deutlich, wie leicht zugänglich solche Tools inzwischen sind – und warum klare Regeln und Transparenz dringend nötig sind. Eine Folge über die Gratwanderung zwischen Innovation und Verantwortung – und die Frage, wie wir KI sinnvoll einsetzen.
Webseite: www.sotechtdeutschland.de
Mail an: [email protected]
Mut statt "German Angst" - warum KI in Deutschland vor allem Chefsache ist
2026/03/11
Philipp Depiereux lebt in Kalifornien zwischen republikanischer Nachbarschaft, Anti-Trump-Flaggen und Tesla-Alltag - und schaut mit einem ungewöhnlich klaren Blick auf Deutschland. Sein Befund: „jetzt mit dem Blick aus USA in Deutschland ist wirklich alles besser außer Mindset.“ Statt „KI Projekt“ fordert er Führung, Mut zum Ausprobieren und eine neue Erzählung über Chancen. Warum „Mensch ist immer wichtiger als Technologie“ der entscheidende Satz für Deutschlands KI-Zukunft sein könnte, hört ihr im ganzen Gespräch.
Der „Taiwan-Komplex“ und seine Folgen für die Chipindustrie
2026/02/25
Was passiert, wenn ein Hurrikan in North Carolina die weltweite Chipproduktion ins Wanken bringt? Und warum hängen KI, Nvidia & Co. am Ende an nur 21 Unternehmen weltweit? In dieser Folge sprechen Frauke Holzmeier und Andreas Laukert mit Harald Nitschinger, CEO und Mitgründer von Prewave, über die verborgenen Risiken globaler Lieferketten und darüber, wie Künstliche Intelligenz dabei hilft, sie frühzeitig sichtbar zu machen.Prewave hat in einer Analyse 21 Chokepoint-Unternehmen identifiziert, die die weltweite Chipversorgung maßgeblich prägen. Wir sprechen darüber, wie solche Abhängigkeiten entstehen, warum Technologie-Monopole schwer aufzubrechen sind und weshalb Unternehmen heute nicht mehr nur einen Krisenfall planen können, sondern mehrere Szenarien gleichzeitig.
Aufstand gegen Nvidia: Die Geburtsstunde der neuen Hardware-Giganten
2026/02/11
Taiwan und Spruce Pine entscheiden über unsere KI-Zukunft. Zwei Orte, von denen unsere Chips abhängen – und ein System ohne Plan B. In dieser Folge geht es um die unsichtbaren Nadelöhre der Chipindustrie, um Nvidias wachsende Macht – und um die Frage, wie verletzlich unsere Wirtschaft wirklich ist. Eine Analyse darüber, warum Effizienz uns abhängig gemacht hat und warum es für viele Risiken keinen Plan B gibt.
Große KI-Versprechen, knappe Netze - wo Deutschland wirklich steht
2026/01/27
Was haben Millionen Menschen am 9. Dezember gemacht? Sie haben ein Champions-League-Spiel gestreamt: FC Barcelona gegen Eintracht Frankfurt. Was kaum jemand weiß: Genau dieses Spiel hat weltweit den höchsten Datenverkehr des Jahres ausgelöst – gemessen an einem Internetknoten in Frankfurt.
Während Deutschland über Künstliche Intelligenz diskutiert, aber beim Einsatz oft zögert, zeigt dieser Datenrekord, wie stark digitale Nutzung bereits unseren Alltag prägt. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos war KI eines der dominierenden Themen - direkt nach Donald Trump und der Geopolitik. Doch zwischen politischen Debatten und Unternehmensankündigungen wird eine andere Frage immer wichtiger: Hält unsere digitale Infrastruktur da überhaupt noch mit?
In dieser Folge sprechen wir mit Rasmus Rothe, Gründer von Merantix und Vorsitzender des KI-Bundesverbands, über den Stand von KI in Deutschland, über zögerliche Industrie, fehlende Investitionen und die Frage digitaler Souveränität. Außerdem erklärt Thomas King, CTO des Internetknotenbetreibers DE-CIX, warum der Datenverkehr explodiert, welche Rolle Streaming und KI spielen – und warum Strompreise und Energieversorgung zunehmend zum Standortfaktor werden.
Sascha Pallenberg hat keine Lust mehr auf Hype: KI ist keine Sensation
2025/12/31
2025 war ein Ausnahmejahr. Die Welt taumelte zwischen technologischem Fortschritt und geopolitischer Unsicherheit, zwischen KI-Euphorie und wachsendem Zweifel. Während im Monatsrhythmus neue Large-Language-Modelle (LLM) vorgestellt wurden, verdichtete sich zugleich das Gefühl, dass wir als Gesellschaft kaum noch hinterherkommen. Weder mit Denken noch mit Regulieren.
Jetzt steht 2026 vor der Tür. Ein Jahr, das viele Antworten liefern muss: Wird KI zum Wirtschaftsmotor oder zur Luftnummer? Was passiert mit dem deutschen Industriemodell? Und kann Europa im globalen Tech-Wettbewerb überhaupt noch mitreden?
Sascha Pallenberg hat keine Lust mehr auf Hype. Der Tech-Experte, Ex-Daimler-Manager und langjährige Blogger lebt mittlerweile im südlich gelegenen Taichung in Taiwan "Etwas ländlicher, zwei Millionen Einwohner, größtes Kohlekraftwerk der Welt", wie er trocken bemerkt. Von dort aus beobachtet er, wie sich Deutschland und Europa durch ein Jahr voller technologischer Umbrüche, geopolitischer Spannungen und industriepolitischer Fehlentscheidungen manövriert haben.
Sein Fazit: Wir stehen vor einem fundamentalen Wandel, aber feiern noch immer die falschen Dinge.
"Zwei Wochen nach dem Release von ChatGPT 5.02 rief die Welt: Das ist jetzt das beste KI-Modell der Welt! Drei Wochen vorher rief sie das über Gemini 3 von Google. Und nächstes Jahr geht das wieder so los", sagt Pallenberg. Für ihn ist Künstliche Intelligenz längst keine disruptive Sensation mehr, sondern eine technologische Normalität mit massiven Nebenwirkungen. "Wir müssen uns das einfach mal abgewöhnen. Das ist nichts mehr weltbewegend Neues."
"Warum bauen die so verdammt gut Autos?"
Deutlich fällt seine Kritik an der deutschen Autoindustrie aus. Seiner Meinung nach hat sie die digitale Transformation verschlafen. Während man in Wolfsburg und Stuttgart die Modelle von gestern verteidigt, nehmen chinesische Hersteller wie BYD mit Tempo und Tech-Offensive Europa ins Visier. "Wir hätten uns schon damals fragen müssen: Warum bauen die so verdammt gute Autos?"
Dass BYD bis 2030 ein Händlernetz auf Audi-Niveau in Deutschland aufbauen will, sei kein Zufall, sagt Pallenberg. Es ist eine Kampfansage. Der frühere Daimler-Manager glaubt, dass es nicht nur um Technologie geht, sondern auch um Denkweisen: Während in Europa immer noch vom Lenkrad aus gedacht wird, verstehen chinesische Hersteller das Auto längst als Teil eines vernetzten Ökosystems. Das Smartphone auf Rädern ist dort Realität. Und Deutschland? "Hier reden wir immer noch über Radioempfang".
Auch in der geopolitischen Großwetterlage sieht er Europa an einem Scheideweg. Die EU dürfe sich nicht erpressbar machen, wenn es um ihre Digitalgesetze wie den DMA oder DSA geht. "Das Regelwerk der EU ist das stabilste, was wir weltweit haben. Das ist aus gutem Grund so".
Dass die USA Strafzölle als Druckmittel einsetzen, um Lockerungen zu erreichen, hält er für brandgefährlich. Sein Ausblick? Ernüchternd, aber klar: "2026 wird heftig für unsere Gesellschaften, für unsere Industrien und für unseren Arbeitsmarkt."
Und trotz aller Tech-Begeisterung bleibt ihm ein Wunsch für die nächsten Jahre: Er wolle keine KI, die sich seine Texte schnappt, sondern eine, "die meine Küche aufräumt".
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Verteidigung "Made in Europe": Bei Drohnen kann Deutschland mitreden - Lorenz Meier (Auterion)
2025/12/24
Lorenz Meier ist Tüftler und Entwickler - und einer der wichtigsten Köpfe der weltweiten Drohnenentwicklung. Der deutsche Gründer von Auterion hat gleich mehrere globale Standards geschaffen, die auch von Konzernen wie Intel oder Sony genutzt werden. "Unser Betriebssystem ist ein bisschen wie das Linux für Drohnen", erklärt er. Darauf aufbauend habe Auterion ein System geschaffen, das man sich wie Android für Drohnen vorstellen kann - inklusive App Store.
Eine Drohne mit dem eigenen Betriebssystem AuterionOS kann nicht nur fliegen, sondern auch lernen, kommunizieren und gemeinsam mit anderen Drohnen agieren. Je nachdem, welche Anwendungen installiert werden. "Wenn man die App installiert, dann ist die Drohne ab dort schwarmfähig."
Auterion ist längst Partner des US-Militärs und mischt auch bei europäischen Verteidigungsprojekten mit. Das sei keine rein strategische Entscheidung gewesen, sondern eine ethische: "Es war nicht die Frage, ob man das entwickelt, sondern ob man es zurückhält."
Meier wird nicht nur vom Sicherheitsgedanken angetrieben, sondern auch von großen Chancen im zivilen Bereich. Im Podcast nennt er autonome Logistik bis zur Einsatzunterstützung der Feuerwehr als Beispiele. Heute fliegen Drohnen routinemäßig Baustellen ab oder inspizieren Windräder. "Das sind immer noch niedrige Tausender Stückzahlen und nicht die Millionen, die sich die Drohnenhersteller wünschen würden", sagt der Entwickler.
Für Deutschland wünscht sich Meier mehr Mut. "Wir müssen daran arbeiten, kompetitiv sein zu wollen", sagt er. Und trotz Skepsis mancher US-Techkonzerne glaubt er weiter an den alten Kontinent: "Das Potenzial ist da. Es liegt an uns, es zu heben."
Dass seine Software bald auf über 100.000 Drohnen laufen wird, zeigt: Die Zukunft fliegt. Vielleicht bald auch wieder mit deutscher Technik an Bord.
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"Wir haben keine Regierung, wir haben eine Blockierung" - Carsten Maschmeyer
2025/12/17
Die Daten zeigen es seit Jahren: Der Zustand der deutschen Wirtschaft ist alles andere als gut. Erst vor wenigen Tagen haben mit dem Ifo-Institut und dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) zwei führende Institutionen ihre Wachstumsprognose für Deutschland nach unten korrigiert. Zahlen, die Carsten Maschmeyer wenig überraschen. Sein Blick auf die aktuelle Bundesregierung und deren Versuche, neue Impulse zu setzen, ist kritisch: "Ich mache mir wie viele Investoren und Unternehmer Sorgen um unser Land", sagt er im Podcast. "Wir haben politisch, was die Staatsführung angeht, sehr schlechte Karten."
Warum? Die schwarz-rote Koalition macht nur wenig besser als die gescheiterte Ampel. "Jetzt haben wir Koalitionskämpfe. Und eigentlich blockiert die SPD die Dinge, die für die Wirtschaft notwendig wären." Das Urteil fällt vernichtend aus: "Wir haben keine Regierung, wir haben eine Blockierung."
Trotz aller Kritik sieht Maschmeyer gerade in jungen Unternehmerinnen und Unternehmern enormes Potenzial. "Die jungen Menschen, die mit Willenskraft, mit Ideenreichtum, mit revolutionärem Denken 24/7 arbeiten, die machen mich optimistisch", sagt er. Er glaubt, dass Deutschland in der Zukunft mit spezialisierten Tech-Lösungen punkten wird: "Wir werden Nischensieger produzieren können. Das sind die neuen Hidden Champions, wie früher im Mittelstand."
Besonders prägt ihn dabei die Überzeugung, dass der Mensch entscheidend ist, nicht das Konzept: "Wir kaufen uns eigentlich in Gründer ein und nicht Geschäftsmodelle. Gute Gründer machen große Innovationen."
In welchen Bereichen für Maschmeyer der Zug abgefahren ist und wie lange er sich noch als Investor bei "Die Höhle der Löwen" sieht, erzählt Carsten Maschmeyer in der neuen Folge von "So techt Deutschland".
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So wird die Steuererklärung vollautomatisch - Moritz Buhl (Buhl Data Service)
2025/12/10
Jedes Jahr geben Millionen Menschen in Deutschland eine Steuererklärung ab. Aber geschätzte 30 Prozent lassen viel Geld liegen, weil sie sich nicht mit dem Finanzamt beschäftigen. Dabei liegt die Erstattung häufig im vierstelligen Bereich. Für Moritz Buhl, Geschäftsführer der Buhl Data Service ist das ein klarer Beleg dafür, wie groß das Potenzial digitaler Unterstützung ist. Seit 1986 entwickelt und vertreibt die Firma in Neunkirchen Software für Steuererklärung und Finanzverwaltung.
Moritz Buhl ist mit dem Familienunternehmen groß geworden, das früher noch Software auf CDs produziert hat. "Wir haben die physischen Produkte und Produktboxen hergestellt, inklusive der CDs. Wir hatten eine richtige Maschinenhalle und damit auch LKW", erzählt Buhl im ntv-Podcast "So techt Deutschland". Mit dem Wandel hin zu Web- und App-Lösungen hat sich das Geschäft radikal verändert - und laut Buhl steht der nächste technologische Sprung unmittelbar bevor.
Viele Nutzer erledigen ihre Steuererklärung bereits heute online. "Du schmeißt die Belege rein und dann siehst du live, wie deine Steuererstattung steigt", sagt Buhl. Durch automatische Kategorisierung, vorausgefüllte Daten vom Finanzamt und intelligente Hinweise werde der Prozess bereits enorm vereinfacht. Buhl will jedoch einen Schritt weiter gehen: "Unser Ziel ist die vollautomatische Steuererklärung." KI sei dabei "das größte Werkzeug", weil sie ähnliche Kompetenz abbilden könne wie ein menschlicher Steuerberater - inklusive Rückfragen und Optimierungsvorschlägen.
Allgemein gilt: Die Steuererklärung in Deutschland ist vergleichsweise komplex. Wer Werbungskosten, Vermietung, Kapitaleinkünfte oder Sonderausgaben geltend macht, muss oft zahlreiche Dokumente vorhalten. Künstliche Intelligenz könne diese Hürden deutlich senken. Buhl kündigt an: "Wenn du deine Steuererklärung 2025 machst, wirst du davon schon mehr sehen. Wir sind noch nicht komplett da, aber wir sind auf dem Weg."
Welchen Blick Moritz Buhl auf den Standort Deutschland hat und wie abhängig sein Unternehmen von der Politik ist, erzählt er in der neuen Folge von "So techt Deutschland".
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"'Made in Germany' kann wieder richtig geiler Scheiss werden" - Udo Schloemer (Investor)
2025/12/03
Udo Schloemer setzt auf KI, Gründergeist und Geschwindigkeit, um ein Ziel zu erreichen: Er will Deutschland zur Tech-Supermacht machen. Seine Zuversicht ist groß, denn Schloemer sieht in der neuen Generation "hungrige Leute, die mit der Matratze ins Büro ziehen". Allerdings bleiben ihm zufolge nur drei Jahre Zeit.
Der Gründer der Factory Berlin hat in den 90er-Jahren mit Immobilien sein Geld gemacht, bei Lehman Brothers erlebt, wie schnell ein Milliardenimperium zusammenbricht und Berlin zu einer wichtigen Startup-Hauptstadt Europas aufgebaut. Als Nächstes möchte er Deutschland technologisch wieder nach vorn bringen. Der Schlüssel liegt ihm zufolge in der Kombination aus mutigen Gründerinnen und Gründern, guten Tech-Ideen, kreativer KI und deutscher Ingenieurskunst. "Was wir vorhaben, ist wahnsinnig", sagt er im Podcast. "Aber was haben wir denn zu verlieren?"
In den nächsten zwei Jahren möchte Schloemer mit der Factory Berlin 800 Unternehmen im Bereich Künstliche Intelligenz gründen. Etablierte Wirtschaftsnamen aus dem Mittelstand können dabei eine wichtige Rolle spielen, müssen sie aber nicht: "Ein Startup braucht keine Pläne. Der Plan passt auf einen Bierdeckel", sagt er. Schloemer warnt vor einer zu frühen Einflussnahme anderer Firmen. "Eine Zusammenarbeit, bei der der Mittelstand vorgibt, was er erwartet, tötet jede Innovation, bevor sie überhaupt geboren wird."
Entscheidend für den Erfolg eines neuen Unternehmens sind Schloemer zufolge eine Idee und eine Vision. Und jede Menge harte Arbeit. Bei jungen Menschen stellt der Investor einen Wandel fest. Sie ziehen durch, anstatt über Work-Life-Balance zu diskutieren: "Wenn ich mit denen über KI spreche, ziehen die mit der Matratze ins Büro."
Dabei redet sich Schloemer in Rage. Mit Charme, klarer Kante und einer Prise Selbstironie: "Ich bin 55 - und wenn ich sehe, wie meine Tochter eine Präsentation baut, mache ich das nur noch, wenn sie nicht zuguckt."
Gleichzeitig ist seine Botschaft unmissverständlich: Wer jetzt nicht mutig ist, wird technologisch abgehängt. "Wenn wir in drei Jahren nicht liefern, brauchen wir es gar nicht mehr zu probieren."
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Das spricht für Deutschlands technologisches Comeback - Thomas Knüwer (Tech-Blogger)
2025/11/26
Die deutsche Wirtschaft tritt auf der Stelle. Viele Unternehmen klagen über hohe Kosten, Fachkräftemangel und lähmende Bürokratie. Der Internationale Währungsfonds rechnet nur mit minimalem Wachstum, der Ifo-Geschäftsklimaindex bleibt schwach. Kurz: Die Stimmung ist mies. Viele erwarten den deutschen Abstieg.
Thomas Knüwer widerspricht. "Wir sehen Deutschland nicht so pessimistisch wie die allermeisten Leute", sagt der Techjournalist, Blogger und Digitalberater. Knüwer glaubt an ein technologisches Comeback, hauptsächlich durch die starke industrielle Basis: "Dass zum Beispiel die 500 Milliarden Sondervermögen, die jetzt in das Thema Rüstung fließen sollen, ganz stark an deutsche Unternehmen gehen - das ist der Hammer", sagt er im Podcast.
Auch beim autonomen Fahren sieht Knüwer Deutschland vorn: "Es gibt zwei Autos, die in Europa mit der höchsten Autonomiestufe zugelassen sind. Das ist der Mercedes EQS und das ist der 7er-BMW."
Gemeinsam mit Richard Gutjahr und Frank Horn hat Knüwer das Buch "2035 - Warum vieles besser wird, als Sie glauben" geschrieben. Es basiert auf 180 Trendbeobachtungen aus 15 Jahren - mit einer beachtlichen Trefferquote von 70 Prozent.
Knüwer beobachtet, dass Fortschritt in Deutschland häufig unterschätzt wird. Während über Rückstand und Verzagtheit diskutiert werde, verändert sich der Alltag vieler Menschen längst. "Digitales Bezahlen ist im Restaurant oder im Laden inzwischen normal", sagt er. Auch das Umbauen von Parkhäusern, in denen kein Ticket mehr gezogen werden muss, sei ein Zeichen dafür, dass sich Digitalisierung in spürbaren Schritten durchsetzt.
Trends erkennt Knüwer nicht am lautesten Hype, sondern an breiten Mustern: "Church Essence". Ob beim Fußball, bei Taylor-Swift-Konzerten oder in Online-Communitys: Menschen suchen ihm zufolge nach gemeinschaftlichen Erlebnissen. "Dieses Gefühl des gemeinsamen Rituals ist der eigentliche Grund, ins Stadion zu gehen", sagt Knüwer.
Auch beim Lieblingsfeind vieler Unternehmer - der Bürokratie - wirbt Knüwer für Differenzierung. "Wir können uns aufregen über die deutsche Bürokratie, aber sie sorgt auch dafür, dass man ein hohes Maß an Sicherheit hat." Lebensmittel seien hierzulande sicher, Zulassungen gründlich, Standards verlässlich. Das dauere länger, schaffe aber Vertrauen - und damit langfristig wirtschaftliche Stabilität.
Skeptisch ist Knüwer dagegen, wenn er an humanoide Roboter denkt. Während weltweit Milliarden in die Entwicklung solcher Maschinen fließen, sieht er die Branche weit von echter Autonomie entfernt. "Derzeit weiß keiner, wie man einen vollautonomen Roboter bauen sollte", sagt er. Das Problem liege weniger in der Mechanik als in der Software: "Eine KI braucht einen räumlichen Kontext und das fehlt bisher." Erst wenn Maschinen ihre Umgebung verstehen könnten, werde Autonomie Realität.
Knüwers Analyse ist ein Plädoyer für einen realistischeren Blick. Deutschland habe Schwächen, aber auch Stärken: eine starke industrielle Basis, technologische Kompetenz und eine Kultur der Gründlichkeit. Wer diese Faktoren erkenne, müsse nicht pessimistisch in die Zukunft blicken, sagt Knüwer. "Insgesamt ist Deutschland besser aufgestellt, als die Stimmung vermuten lässt."
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"Wir können noch nicht mal das Internet richtig bedienen" - Jens Polomski (snipKI)
2025/11/19
Jens Polomski ist so etwas wie der KI-Erklärer Deutschlands. Er hat es geschafft, aus dem Hype-Thema Künstliche Intelligenz ein Geschäftsmodell zu machen. Dabei verlief seine Karriere alles andere als geplant. "Ich hatte nie das Ziel, mit KI Geld zu verdienen", sagt er.
Als gelernter Mediendesigner stieg Polomski vor über einem Jahrzehnt ins Online-Marketing ein und probierte einfach aus, was ihn neugierig machte. Irgendwann fing er an, seine Gedanken zu Künstlicher Intelligenz auf LinkedIn zu teilen - und plötzlich meldeten sich Firmen: "Sie haben gesagt: Ich gebe dir Geld, wenn du uns das beibringst. Und ich dachte: Geil!"
Aus der Neugier wurde ein Beruf, aus Vorträgen wurden 150 Workshops im Jahr - sowohl in Konzernzentralen als auch auf Festivals. Gemeinsam mit einem Freund gründete er snipKI, eine KI-Lernplattform mit inzwischen über 300 Videotrainings - nicht mit dem Ziel, möglichst viel Buzzword-Wissen zu verteilen, sondern echten Nutzen zu vermitteln.
Denn Polomski sieht, wo es in deutschen Unternehmen hakt - besonders beim Marketing. "Wir reden über KI, aber wir haben oft nicht die Hausaufgaben gemacht", sagt er. Automatisierung, Datenverständnis, systemisches Denken: Fehlanzeige. "Teilweise können wir das Internet noch nicht mal richtig bedienen." Viele Unternehmen seien technologisch noch gar nicht bereit für KI. Was Polomski ärgert, sind überzogene Versprechen in sozialen Medien: "Ich finde diese Clickbait-Prompts total nervig".
Wie viel Technik wirklich leisten kann, erlebt Polomski im Alltag: Er automatisiert seine Workflows so, dass er morgens ein Video startet, Kaffee trinken geht - und zurückkommt, wenn der fertige Content wartet. "Das ist für mich zauberhaft - aber nicht, weil es Magie ist, sondern weil ich die Prozesse verstanden habe."
Warum technologische Möglichkeiten nicht alles rechtfertigen - und wieso gesunder Menschenverstand heute wichtiger denn je ist, erzählt der KI-Experte in der neuen Folge von So techt Deutschland.
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Warum Deutschland Straßen aufreißt und andere nicht - Timotheus Hofmeister (Tracto)
2025/11/12
Timotheus Hofmeister sitzt im Sauerland, spricht aber mit globalem Blick. Als CEO der Maschinenbaufirma Tracto-Technik hat er eine Mission: Schluss mit dem deutschen Reflex, bei jeder Baustelle die gesamte Straße aufzureißen. Sein Unternehmen entwickelt Maschinen für den grabenlosen Leitungsbau. Damit können Rohre und Kabel unterirdisch verlegt werden, ohne dass die Oberfläche zerstört wird. "Unser Ziel ist, dass jede Baumaßnahme auf dieser Welt zuerst grabenlos angedacht wird", sagt Hofmeister.
Wer ihn reden hört, versteht, warum er von diesem Ansatz überzeugt ist. Denn was Hofmeister wirklich ärgert, ist das deutsche Beharrungsvermögen. "Der Deutsche an sich ist nicht ganz so mutig für neue Wege", sagt er. Statt sich offen mit Alternativen auseinanderzusetzen, setzen viele Kommunen beim Glasfaserausbau auf altbekannte Methoden: Bagger, Flex, Dreck.
Hofmeister hat es selbst erlebt, direkt vor seiner Firmeneinfahrt. Eine nagelneue, versiegelte Straße sollte kurzerhand wieder aufgerissen werden. "Ich bin sofort mit meinem Auto stehen geblieben, sodass der gar nicht weiter flexen konnte". Dass man die Bauarbeiter erst überzeugen musste, nicht mit der Flex durch den Asphalt zu gehen, sagt für ihn alles über die fehlende Sensibilität im Umgang mit moderner Infrastrukturtechnik.
Dabei liegen die Vorteile der grabenlosen Bauweise auf der Hand: weniger Eingriffe in die Umwelt, geringere Kosten über den Lebenszyklus, kürzere Bauzeiten. In Ländern wie Schweden oder Norwegen ist das längst Standard. Dort werden offene Gräben in vielen Städten schlicht verboten. In Deutschland hingegen herrscht oft Planungswirrwarr. Bauämter, Straßenlastträger, private Investoren reden mit, haben aber selten eine gemeinsame Linie. "Es gibt kaum jemanden, der die besten Lösungen objektiv prüft."
Besonders scharf kritisiert Hofmeister das deutsche Förderwesen. Lange Zeit wurde der Glasfaserausbau massiv subventioniert. Unternehmen wie Tracto fuhren Produktionskapazitäten hoch und stellten Mitarbeiter ein. "Dann wurden die Fördermaßnahmen einfach gestoppt. Jetzt stockt der Ausbau, viele Unternehmen stehen mit vollen Lagern da".
Auch ausländische Firmen, die in Erwartung eines Booms nach Deutschland kamen, ziehen sich wieder zurück. Eine Entwicklung, für die Hofmeister nur ein Wort einfällt: Horror.
Warum der deutsche Mittelstand trotzdem Zukunft hat, erklärt Timotheus Hofmeister in der neuen Folge von "So techt Deutschland".
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"Früher war mehr Schwarzgeld" - Lorenz Strasser über die Digitalisierung der Gastronomie
2025/11/05
Lorenz Strasser ist ein Unternehmer, wie man ihn selten trifft: Informatik-Studium abgebrochen, Kneipenträume aus einem De-Niro-Film, Aufbau einer Systemgastronomie-Kette mit 500 Mitarbeitenden - und heute Gründer eines Software-Startups. "Ich konnte mir einfach keinen Lebensentwurf vorstellen, der am Rechner stattfand", sagt er über seine Studienzeit. Stattdessen gründete er mit seinem Bruder "Joe Peña's" - inspiriert von der schmissigen Barästhetik eines Mafiafilms.
Dass Gastronomie nicht nur Leidenschaft, sondern auch Struktur braucht, war ihm früh klar. "Mathematik hat sehr viel mit Struktur zu tun. Und Systemgastronomie folgt Gesetzen der Logik", erklärt er. Schon in den 1990ern digitalisierte er seine Betriebe weitgehend - mit einem Kühlschrank-großen Server, für den Strasser das Fenster offenhalten musste, weil dieser so heiß wurde.
Heute baut Strasser mit Pentacode eine cloudbasierte Software für Personalmanagement - mit Fokus auf die Gastronomie und andere Branchen mit komplexen Schichtsystemen. "Das ist ein sehr eigenes Umfeld. Wer in der Gastronomie arbeitet, gestaltet die Freizeit anderer", sagt er. Transparenz und Verlässlichkeit seien heute entscheidend - auch für Saisonkräfte oder Aushilfen. "Mitarbeiter wollen wissen: Wie viele Stunden habe ich gearbeitet? Was werde ich verdienen?"
Schwarzarbeit? Für Strasser ein Relikt vergangener Tage: "Natürlich haben wir Schwarzgeld gemacht - so wie viele", sagt er offen über seine frühere Gastrozeit. "Aber wer sowas heute noch macht, der ist mit dem Klammerbeutel gepudert worden." Mit modernen Algorithmen, etwa Benford-Tests, lasse sich Steuerbetrug längst datenbasiert aufdecken - und die Gefahr, erwischt zu werden, steige stetig.
Auch zur Rolle von KI ist Strasser pragmatisch. Vieles, was als künstliche Intelligenz verkauft werde, sei schlicht gute Logik. Dennoch arbeitet Pentacode bereits an automatisierten Dienstplänen: "Das ist eine sehr komplexe Anwendung - von Qualifikationen bis zu gesetzlichen Vorgaben, aber wir sind dran."
Und was Deutschland betrifft? Strasser glaubt nicht an technische Rückständigkeit, sondern an ein Mindset-Problem. "Ich würde mir oft wünschen, dass hier eine größere Bereitschaft vorhanden wäre, einfach mal etwas Neues auszuprobieren. Weil das Neue im Regelfall besser ist als das Alte."
Wer das ganze Gespräch hören will - inklusive Schwarzgeld-Beichten, Digitalisierungshistorie und warum Excel für Strasser das Erste ist, was ihm bei "Digitalisierung" einfällt - kann es jetzt überall streamen.
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Markus Herrmann, Nilz Bokelberg, Maria Lorenz-Bokelberg

4.52291
Amerika, wir müssen reden!
NDR Info

4.616520
FUSSBALL MML
Micky Beisenherz, Maik Nöcker, Lucas Vogelsang


