
Werben im Podcast: Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne
Dieser Podcast hat
1834 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Günter Mahler- PODCAST EINSExplizit
Nein
Erstellt am
2019/07/26
Neueste Episode
2026/10/23
Durchschnittsdauer
4 min.
Veröffentlichungsintervall
1 Tage
Beschreibung
In einer komplizierten Welt wünschen sich viele einfache Antworten. Die gibt es aber nicht. Wenn man als Christ, die Welt besser machen will, muss man die richtigen Fragen stellen. Das tut Pfarrer, Moderator und Kolumnist Günter Mahler in seinem täglichen KolumnenPodcast! www.podcast-eins.de Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
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Philanthropie - ein Thema für Viele
2026/10/23
261023PC Philanthropie ist ein Thema für alle
Mensch Mahler am 23.10.2026
Meine Frau und ich haben 37 Jahre lang eine Stiftung betrieben. Eudim – für soziale Gerechtigkeit. Jetzt mussten wir sie leider aufgeben und abwickeln. Sind wir gescheitert? Ich glaube nicht. Wir haben mit Freundinnen und Freunden 350 Projekte in aller Welt angeschoben oder mitfinanziert. 2,2 Millionen Euro sind im Laufe der Jahre sozialen Einrichtungen zugutegekommen. Wir haben immer rein ehrenamtlich gearbeitet. Mein Schreibtisch war das Büro. Aber: alles hat seine Zeit. Wir sind nun endgültig jenseits der 70 und jüngere Stiftungsratsmitglieder, die meinen Schreibtisch hätten übernehmen können, waren nicht in Sicht. Lieber eine anständige Beerdigung als ein langes Siechtum.
Ein anderer Stifter ist mir in den Sinn gekommen. Tobias Merckle. Ja, der Merckle von Ratiopharm. Er wollte nicht in die Firma des Vaters einsteigen und hat das Seehaus gestartet. Das ist ein Bauernhof für straffällig gewordene Jugendliche zwischen Leonberg und Stuttgart. Halboffener Vollzug – Begleitung und Rehabilitation vom Feinsten. Ich habe Tobias Merkle auf dem Seehof besucht und war begeistert. Mit seiner Familie lebt er mit Knasties in einer Art Wohngemeinschaft. Im Rahmen der Hoffnungsträger-Stiftung gründete er Hoffnungshäuser. Die Stiftung verfolgt ein innovatives Konzept für integrativen bezahlbaren Wohnraum.
Tobias Merkle richtet sich nun mit einer neuen Initiative an die Öffentlichkeit. Es ist der philanthropisch ausgerichtete Sinngeber Family Office. Er wendet sich mit dem Sinngeber an vermögende Mitbürgerinnen und Mitbürger. Merkle sagt: Unsere Hauptzielgruppe sind Unternehmerfamilien. Aber Philanthropie ist ein Thema für alle. Es lohnt sich, auf die Homepage hoffnungstraeger zu schauen. Dort finden Sier auch Sinngeber Family Office.
Ein Kollege schrieb ein Buch über Heinz-Horst Deichmann. Den größten Schuhhändler der Welt. Das Buch endete so: Ist Heinz-Horst Deichmann reich? Ja, weil er reich ist an guten Werken. Frage an Tobias Merkle und auch an Cornelia und Günter Mahler: Macht Spenden glücklich? Antwort: Nicht automatisch. Aber, wenn ich sehe, was meine Spende bewirkt, macht das glücklich.
Philanthropen sind Menschen, die nicht aus weltanschaulichem oder religiösen Hintergrund versuchen, Gutes zu bewirken. Sondern dem Anthropos, dem Menschen, Philos, Freund sind. Da fühlen wir uns nach wie vor in guter Gesellschaft. Auch wenn es unsere Stiftung nach fast 4 Jahrzehnten jetzt nicht mehr gibt. Es gibt viele Wege, menschenfreundlich zu handeln.
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Weil ich Geburtstag hab
2026/10/22
261022PC Weil ich Geburtstag hab
Mensch Mahler am 22.10.2026
Jedes Jahr singe ich dieses Lied von Gerhard Schöne. An meinem Geburtstag. Als ich es zum ersten Mal hörte, waren die Beispiele alle aktuell. Gerhard Schöne ist in der DDR als Liedermacher berühmt geworden. Hier sind seine Geburtstagswünsche, die man ohne Probleme auf das Jahr 2026 aktualisieren kann.
Bitte heute keine giftigen Nebel
Keinen Unfall im Atomkraftwerk
Keinen Schwefelschnee im Erzgebirge
Weil ich Geburtstag hab
Bitte heute keine Toten in Beirut
Und kein Blut heut in Afghanistan
Keinen Anschlag heute auf Nicaragua
Weil ich Geburtstag hab
Weil ich Geburtstag hab
Und mir was wünschen darf
Weil ich Geburtstag hab
Und mir was wünschen darf
Vielleicht 'ne Flasche Sekt aus der SU
'ne Tüte Gummibärchen dazu
Vielleicht im Bett ein Rendezvous
Weil ich Geburtstag hab
Doch bitte heut kein Attentat in Neu-Delhi
Bitte heute keinen Giftskandal
Bitte heute keine Flugzeugentführung
Weil ich Geburtstag hab
Bitte heute keine Ölpest an der Nordsee
Keine Folter heut in der Türkei
Keine Kinderarbeit heute in Taiwan
Weil ich Geburtstag hab
Weil ich Geburtstag hab
Und mir was wünschen darf
Weil ich Geburtstag hab
Und mir was wünschen darf
Keinen Polenwitz in Frankfurt an der Oder
Keinen Türkenwitz in Frankfurt am Main
Keinen Schlagstock auf die Kinder Sowetos
Weil ich Geburtstag hab
Bitte heute keine Rüstungserfolge
Kalten Kriegern heute keinen Trumpf
Kein Manöverspiel im Kinderzimmer
Weil ich Geburtstag hab
Weil ich Geburtstag hab
Und mir was wünschen darf
Weil ich Geburtstag hab
Und mir was wünschen darf
Vielleicht, dass mir ein Lied gelingt
Die Postfrau gute Briefe bringt
Vielleicht, dass uns der Mut nicht sinkt
Weil ich Geburtstag hab
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Leben in der Bubble
2026/10/21
261021PC Polarisierung – jeder ist nur noch in seiner Bubble unterwegs
Mensch Mahler am 21.10.2026
Ich habe gestern bei unserem Hauptamtlichen-Frühstück etwas begriffen, was weit über unsere kirchliche Landschaft hinausgeht. Hauptamtlichen-Frühstück: Pastorinnen und Pastoren, SozialarbeiterInnen und Gemeindereferenten unserer Freikirche treffen sich alle 6 Wochen zum Frühstück und sprechen über aktuelle Themen. #
Gestern war es das Thema Tradition und Moderne. Zunächst in der Kirche. Dann ging es aber darüber hinaus und wir haben ein gesamtgesellschaftliches Problem erkannt.
Jede und jeder lebt in seiner Bubble. Außerhalb der Bubble gibt es keine Wahrheit und auch keine Diskussionsbereitschaft mehr. So polarisiert sich Kirche, Gesellschaft, Familien und so weiter immer mehr. Keine Spur mehr von Streitkultur, kreativem Diskurs. Ich habe meine Wahrheit. Und selbst wenn diese Wahrheit wissenschaftlich widerlegt werden könnte – egal. Meine Wahrheit ist mir heilig und ich verteidige sie mit allen Mitteln.
Beispiel aus der Kirche: Wenn meine Wahrheit ist, dass Homosexualität in jeder Form Gott ein Gräuel ist, dann ist das so. Ich bin auch nicht bereit, mich mit anderen an einer Wahrheitsfindung zu beteiligen. Ich besitze sie ja schon und grenze Andersdenkende und Anderslebende aus.
Beispiel aus der Politik: Wenn meine Wahrheit ist, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt, können die Polkappen schmelzen, wie sie wollen. Die Meeresspiegel ansteigen, ganze Landstrich absaufen, die Dürre Leben in weiten Teilen dieses Globus verunmöglichen – ich bleibe mit meiner Wahrheit bequem auf dem Sofa sitzen und lebe so weiter wie bisher. Mit Verbrennern, fossilen Brennstoffen, CO2 Schleudern und überfischten, plastikverseuchten und viel zu warmen Weltmeeren.
Was wir so vornehm Individualisierung nennen, ist nichts anderes als das Ende der individuellen Verantwortung und der Demokratie. Kein fruchtbarer Diskurs mehr. Nur noch Rechthaben, in den sozialen Netzwerken rumpöbeln und Andersdenkende ausgrenzen. Ich bin in drei Vereinen: Bei den Grünen und beim VfB Stuttgart – da sind wir weitgehend einer Meinung. Und in der Kirche. Da möchte ich versöhnte Verschiedenheit, Streitkultur und Integration leben. Mit Schrecken sehe ich, dass diese Werte auch in der Kirche immer mehr den Bach runtergehen. Herr, erbarme Dich.
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Auge um Auge, Zahn um Zahn
2026/10/20
261020PC Auge um Auge, Zahn um Zahn
Mensch Mahler am 20.10.2026
US-Verteidigungsminister Pete Heghseth ist die feine Klinge fremd. Stattdessen schlägt der ultra-evangelikale Christ scharfe Töne an und zitiert dabei auch gerne mal die Bibel. Oder auch nicht. Im April 2026 trug der Hardliner bei einer Andacht zur Würdigung einer Rettungsmission im Iran einen vermeintlichen Bibelvers vor.Die Bibel war es allerdings nicht.
Es handelte sich stattdessen um den berühmten, von Samuel L. Jackson gesprochenen Monolog aus Pulp Fiction. Hesekiel 25:17 klingt in der Filmversion so: „Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe." Im Alten Testament der Bibel klingt das anders: Ich will bittere Rache an ihnen üben und sie mit Grimm strafen, dass sie erfahren sollen, dass ich der HERR bin, wenn ich Vergeltung an ihnen übe.
Dass Hegseth nicht zwischen einem Spielfilm und der Bibel unterscheiden konnte, hat ihm in den sozialen Netzwerken viel Häme eingebracht.
Jetzt machte der rechts-konservative Hetzer mit einem neuen radikalen Vorstoß auf sich aufmerksam: Die für 3. Dezember geplante Hinrichtung des früheren Armeepsychiater Nidal Hasan sollte öffentlich übertragen werden. Nidal hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen getötet. 32 weitere Menschen wurden verletzt. Der Attentäter erklärte danach, er habe Vergeltung für die Kriege der USA in der muslimischen Welt geübt.US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die Liveübertragung der für den 3. Dezember geplanten Exekution vergangene Woche angekündigt. "Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben". Und auch in diesem Fall zitierte Hegseth die Bibel. Der Attentäter solle durch die öffentliche Erschießung noch mehr bestraft werden, denn in 2. Mose 21 heißt es: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Hegseth hat sich allerdings nicht die Mühe gemacht herauszufinden, wie das in der jüdischen Rechtsprechung der Tora gemeint ist. In der Tora (und der gesamten jüdischen Tradition) wird die berühmte Formel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ nicht als körperliche Vergeltung - also Verstümmelung -, sondern als finanzielle Ersatzleistung – Schmerzensgeld – verstanden. Schon wieder danebengegriffen, Herr Hegseth.
Die Bibel – unabhängig davon, dass das 2. Testament durch die Ausführungen Jesu Christi das 1. Testament in weiten Teilen außer Kraft gesetzt hat – wird immer wieder gerne von Fundamentalisten falsch zitiert, wenn es denn ihren Zielen dient.
Die öffentliche Hinrichtung – die erste seit 1936 – wurde jetzt gestoppt von einem, dem man das nicht zugetraut hätte. Der Präsident Donald Trump höchtsselbst wies seinen evangelikalen Kriegstreiber-Minister in die Schranken – allerdings erst, nach massiven öffentlichen Protesten. Wenn es seinem Image nicht geschadet hätte, hätte er die Inszenierung der Erschießung via Medien garantiert durchgewunken.
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Wem gehört die Welt?
2026/10/19
261019PC Wem gehört die Welt?
Mensch Mahler am 19.10.2026
Die Machtübernahme geschah schleichend. Aber doch so, dass wir es hätten bemerken können, wenn wir nur gewollt hätten. Die neue Supermacht, die die Welt beherrscht, besteht aus genau 5 Personen. Nein, es sind nicht Donald Trump oder Vladimir Putin. Vier Amerikaner und ein Chinese sind die neuen Weltenherrscher. Sie heißen Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Sundar Pichai, Tim Cook, Sam Altmann und Jensen Huang. Lediglich die Namen Zuckerberg und Bezos mögen ihnen bekannt sein. Die anderen 4 erschießen sich, wenn ich die Konzerne nenne, die sie vertreten. Zuckerberg – Facebook. Bezos – Amazon. Pichai – Google. Cook – Apple. Altman Open AI und Huang Chipkonzern Nvidia.
Allesamt Tech-Konzerne. Allesamt haben mit KI – Künstlicher Intelligenz oder international ausgedrückt mit AI – Artifical Intelligance zu tun. Tech Konzerne aus den USA besetzen nach Belieben Geschäftsfelder, sie errichten Monopole und kaufen mit den Gewinnen neue Technologien und schaffen weitere Monopole. Alte Geschäftsmodelle und tradierte Kompetenzen werden an den Rand gedrängt, Politik und gesellschaftliche Gruppen haben nicht mehr viel zu melden.
Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat in der Werbung eine marktbeherrschende Stellung. Damit entwickelt Alphabet eine mächtige KI und zugleich die besten Robotaxis.
Zuckerbergs Meta-Imperium – Facebook – WhatsApp – Instagram ist im Begriff, mit einer Brille, den Smartglasses, die Welt zu verändern. Sie kann jeden Menschen jederzeit zum Streaming-Objekt machen. Die Bußgelder, die die EU gegen Zuckerberg verhängt, zählt der locker lächelnd aus der Portokasse.
Nur zwei Beispiele, die deutlich machen, dass die Macht über das Denken und Fühlen, die die Algorithmen von Tiktok (Elison), Insta und Facebook (Zuckerberg) Twitter/X (Musk) und You Tube (Pichai) steuern, für das Meinungsklima so bedeutend ist, wie es einst Fernsehen und Zeitung waren. Für die alten Medien gab es Regeln. Auf den neuen mischen sich Information und Desinformation, Werbung und Wahrheit, rund um die Welt.
Längst hat sich ein neuer Begriff geprägt. Wir sprechen vom Zeitalter des Muskismus. Wir mächtig Musk ist zeigt das Beispiel, dass er die Dienste seiner Starlink-Satelliten schon zweimal eingeschränkt hat, um die Ukraine in wichtigen Gegenoffensiven gegen Russland zu behindern.
Donald Trump ebnet als willfähriger Idiot den Tech-Weltenherrschern Tür und Tor. Eines Tages werden sie ihn fallen lassen. Musk selbst ist der erste Billionär der Menschheitsgeschichte. SpaceX wird an der Börse mit 1,8 Billionen bewertet.
Da drängt sich die Frage auf, ob die neuen Oligarchen gestoppt werden können? Ein bisschen Hoffnung keimt auf, wenn die Politik nach der Abwahl Trumps ihnen den Einfluss entzieht. Und wenn die Europäer eigene Technologien aufbauen, die sie unabhängig machen von genau 5 Nasen. Die Grünen haben in Baden-Württemberg einen Anfang gemacht: Die Software Palantir Gothem für Geheimdienste, Militär und Strafverfolgungsbehörden wird per Urabstimmung aus dem Ländle verbannt und bis 2030 durch eine europäische oder deutsche Software ersetzt.
Und jetzt sind wir gefragt: Ein Leben ohne Google und Facebook, Twitter, Insta X und youtube scheint derzeit unmöglich. Aber wir müssen Alternativen schaffen, um die Weltherrschaft der amerikanischen Tech-Diktatoren zu stoppen. Wenn es noch nicht zu spät ist. Ich denke, Musk und seine Spießgesellen haben die Weltherrschaft längst an sich gerissen und führen nicht nur Trump und Xi, sondern die ganze Welt am Nasenring durch die Manege.
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Rettet Berlin!
2026/10/18
261018PC Weder rechtes noch linkes Chaos
Mensch Mahler am 18.10.2026
Ich bin als Alt-Achtundsechziger immer linkslastig gewesen. Und mein Wahl-O-Mat-Ergebnis ist immer dunkelrot. Dennoch wähle ich die Linke genauso wenig wie die Rechten. Radikalität ist mir fremd. Weil die Radikalen, wie der Name sagt, alles mit der Wurzel ausreißen. Über die AfD brauchen wir nicht weiter sprechen, das verbietet schon der Intellekt, den man nicht über die Maßen beleidigen sollte. Jetzt hat es auch die Linke bei mir geschafft. Die Berliner schnuppern an der Macht – und zeigen ihr wahres Gesicht. Ganz abgesehen davon, dass sich Linke nicht organisieren können hauen sie jetzt dermaßen drauf, dass einem Angst und bange werden kann. Realitätsfremd mit Positionen unterwegs, die jedem Demokraten schlaflose Nächte bereiten müssen.
Warum hat der Wahl-O-Mat bei mir immer links ausgeschlagen? Weil ich ein Gerechtigkeitsfanatiker bin und das vor allem auch, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht. Was aber hat bitte Enteignung ohne Plan und Finanzierungsgrundlage mit Gerechtigkeit zu tun? Seifenblasen im Wahlkampf. Undurchführbar, weil die Grundlagen dafür fehlen. Kommt aber bei den von Wohnungsnot gebeutelten Berlinerinnen gut an. Vor allem Frauen haben in der Hauptstadt links gewählt. Ihr Schlagwort: sozialer und ökonomischer Feminismus. Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist laut der Partei untrennbar mit dem Kapitalismus verbunden. Gefordert wird die Überwindung patriarchaler und kapitalistischer Ausbeutung.
Also: die Stimme für Elif Eralp, die sich im Siegesrausch schon als Regierende im Roten Rathaus sieht. Aber bei dem Gepäck, das sie in Form ihrer tief zerstrittenen Basis mit sich herumschleppt, kommt sie die Rathaustreppe garantiert nicht hoch.
Neben der Enteignung der Wohnungskonzerne ist da noch die von Teilen der Partei ausgesprochene Ablehnung des Existenzrechts des Staates Israel. Und die Nähe zu radikal-islamischen Palästinensern. Und da ist die Nähe zu den Clans, die nicht nur Neukölln fest im Würgegriff haben.
Fazit: Man kann den Teufel – den Kapitalismus – nicht mit dem Beelzebub – Enteignung – austreiben. Bei der Linken ist Restvernunft noch nicht einmal im Ansatz erkennbar. Da müssen sich die Mitte-Parteien wohl oder übel zusammenraufen, so schwer es auch fällt. Die Mehrheit von 82 Sitzen gegenüber 76 von Linken und AfD ist knapp, aber sie ist da.
Also: Rettet Berlin, Ihr sozi-grün-christlichen Demokraten. Die Stadt ist wahrlich platt genug. Da müssen jetzt wahrlich keine radikalen Putin-Freunde mit der Abrissbirne zu Werke gehen.
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Ich mach mein Ding
2026/10/17
261017PC Ich liebe Individualisten
Mensch Mahler am 17.10.2026
Ich liebe Menschen, die sich nicht darum scheren, was andere von Ihnen denken. Die sich aus der Masse herausheben und denen gesellschaftliche Konventionen an irgendeinem peripheren Körperteil vorbeigehen. Der Kopf ist es nicht. Zwei Beispiele:
Zum einen ist da Harald Glööckler. Der Modeschöpfer, Möbeldesigner, Maler und noch so vieles andere ist ein Star. Macht sehr viel Geld. Sieht aus – na ja, da scheiden sich die Geister. Angemalter Bart, schrille Klamotten, macht aus seinem Schwul-Sein keinen Hehl, sondern einen Kult. Ich habe ihn vor Jahren in seinem Berliner Stadtschloss unter den Linden interviewt. Es war bewegend. Eine unglaublich sensible, verletzliche Persönlichkeit, der ohne sein Management, dass seine Kunst vermarktet, keinen Cent verdienen würden. In Japan, einer uniformierten Gesellschaft, verkauft er irre viel. Weil die Menschen dort einen Nonkonformisten, der einfach macht, was er will und sich nicht um die öffentliche Meinung schert, bewundern. Mutig, offen und einfach er selbst. So habe ich Harald Glööckler kennen, lieben und schätzen gelernt.
Zum zweiten meine Cousine. Schon ganz früh ist sie aus Konventionen ausgebrochen. Sie hat Musik studiert und ist losgezogen in die weite Welt. In einem Bauwagen mit Traktor war sie unterwegs, hat Jonglierbälle genäht, jongliert und ihre Bälle verkauft. Sie hat in der Landwirtschaft gearbeitet und dem Bauern Klavierunterricht gegeben, wenn sie mit Käse machen fertig war. Schließlich hat ist sie mit ihrem Bauwagen in der Toskana gelandet. Dort hat sie ihr Glück gefunden und lange Zeit mit ihrer Frau zusammengelebt. Manchmal ist sie auf eine Alm in Südtirol gegangen und hat dort mitgearbeitet. Aber in der Toskana ist sie hängengeblieben. Jetzt hat sie sich ein 5.000 qm großes Grundstück gekauft. Die Hütte darauf ist 25 Quadratmeter groß. Sie lebt dort in der Hütte, ihren Bauwagen hat sie auch auf dem Gelände. In diesen Wochen erntet sie ihre Oliven. Ihre Ehe ist zu Ende gegangen, sie lebt allein, allerdings mit einem großen Freundeskreis, mit dem sie feiert, musiziert, singt, das Leben genießt. An Wochenenden wäscht sie Teller in einem Restaurant. Für 10 Euro die Stunde, essen geht aufs Haus. Sie kommt aus einem gutbürgerlichen Haushalt. Sie hätte ganz anders leben können, wollte sie aber nicht. Mit Udo Lindenberg sagt sie ich mach mein Ding. Ganz egal was die anderen labern. Ich habe das Gefühl, sie ist glücklich. In ihrem Leben angekommen. Bescheiden, mit wenigem zufrieden. Eigentlich beneide ich sie. Wie auch Harald Glööckler. Glücklich die Menschen, die den Mut und die Kraft haben, einfach ihr Leben zu leben.
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Zucker, Sprit und Tabak
2026/10/16
261016PC Zucker, Tabak und Alkohol – gesundheitsschädlicher Luxus wird teuer
Mensch Mahler am 16.10.2026
Wir waren im September in Norwegen. Ein kleines Glas Wein oder Bier kostet dort 16 Euro. Der Grund: rund 50% des Verkaufspreises gehen an den Staat. Verkauft wird Alkohol nur in Läden, auf die der Staat das Verkaufsmonopol hat.
Wer in den Vereinigten Arabischen Emiraten Limo trinken will, der braucht eine dicke Geldbörse. 100% Steuer auf Energydrinks und 50% auf kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke.
Raucherinnen haben in Australien die schlechtesten Karten. 15 Euro 51 werden für eine Schachtel Marlboro fällig.
Begründet wird dies zum einen mit dem Gesundheitsrisiko und zum anderen mit dringend benötigten Einnahmen für die Staatshaushalte.
In Deutschland ist jedes 4. Kind bereits von Übergewicht oder Adipositas betroffen. Jetzt wird endlich über die Einführung einer Zuckersteuer diskutiert. Die ist allerdings wachsweich, gestaffelt und mittlere Getränkehersteller werden ausgenommen. Ein ganz schwaches Gesetz, dass mit dem Unfug, vor allem Kindern zuckerhaltige Getränke zur Verfügung zu stellen, keinesfalls aufräumen wird. Und es geht nun mal nur über den Geldbeutel.
Die Tabaksteuern werden kräftig angehoben. Bis 2030 werden Zigarettenpackungen – also 20 Glimmstengel – noch mal 4 Euro teurer. Markenzigaretten sind dann bei 14 Euro – wir nähern uns australischen Verhältnissen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Rauchen beläuft sich auf 30,3 Milliarden Euro pro Jahr für medizinische Behandlungen, 66,9 Milliarden entstehen durch Produktivausfälle Arbeitsunfähigkeit und frühzeitigen Tod. Dem gegenüber stehen Einnahmen aus der Tabaksteuer von 15,6 Milliarden Euro – also gerade einmal 15%.
Ähnlich verhält es sich mit dem Alkohol. Durch Missbrauch entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden von 57 Milliarden Euro pro Jahr. Die Besteuerung von Alkohol bring 2,1 Milliarden. Hier sind wir schlappen 12%.
Ich finde es bedauerlich, dass man Menschen via Geldbeutel zu ihrem Glück zwingen muss. Vernunft bringt nichts. Und die Erhöhung der Steuern wird dazu beitragen, dass der Schwarzmarkt kräftiger brummen wird denn je.
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Recht haben und Recht bekommen
2026/10/15
261015PC Recht haben und Recht bekommen
Mensch Mahler am 15.10.2026
Im Moment kommt es dick. Ich hasse Rechtsstreitigkeiten. Und im Moment bin ich in nicht weniger als dreien drin. Ein ehemaliger Partner im Rundfunkgeschäft hat mich betrogen. Eine Wohnung, in guter Absicht an einen angeblichen syrischen Flüchtling vermietet, wird weder richtig bezahlt noch geräumt. Und dann noch ein Streit, der mir sehr nahe geht, über den ich aber öffentlich nicht sprechen mag. Mein Anwalt arbeitet auf Hochtouren. Nochmal: Ich hasse das. Ich möchte mich immer gerne außergerichtlich und gütlich einigen. Auch wenn ich dabei draufzahle. Aber. Recht haben und Recht bekommen sind eben zwei Paar Stiefel.
Es ist jetzt mehr als 20 Jahre her. Ich war mit meinem Auto auf Dienstreise. In Franken auf einer leeren Autobahn habe ich bin ich auf einen Golf getroffen, der mutterseelenallein auf der linken Spur unterwegs war. OK – irgendwann habe ich die Lichthupe eingesetzt und links geblinkt. Vier junge Burschen drehten sich um und lachten mich an. Deuteten auf die rechte Spur – nach dem Motto: du kannst uns ruhig rechts überholen.
Irgendwann – ich schätze, es waren 5 Minuten - wechselten sie auf die leere rechte Spur. Ich zog vorbei, Lichthupe aus einem Weihnachtsbaum aus mehreren Halogenscheinwerfern leuchteten mir im Wortsinn heim. Ich tippte kurz die Bremse an – bestimmt schon 200 Meter entfernt, sollte heißen: Ich hab‘s gesehen, ihr könnt gerne wieder abblenden.
Wieder zu Hause eine Vorladung der örtlichen Polizei. Ich solle mich zu einer Anzeige äußern. Ich juristisches Greenhorn habe das bereitwillig getan. Erster Stockfehler. Mein Anwalt sagte mir, ich hätte noch nicht einmal zugeben müssen, dass ich zu dieser Zeit dort unterwegs war. Meine Kollegin hätte ich auch nicht in Nürnberg auf den Zug entlassen, sie war neben mir und könne meine Version bezeugen.
Zu spät: 4 identische Aussagen. Sie hätten eine LKW-Kolonne überholt. Da kam von hinten ein Audi mit geschätzt 250 angeschossen und hat sie mit dichtem Auffahren, wildem Hupen und Lichthupe massiv genötigt. Als sie ihren Überholvorgang beendet hatten, hätte ich mich vor sie gesetzt und eine Vollbremsung vollzogen. Sie seien alle in die Gurte geflogen, der Wagen sei ins Schlingern gekommen und sie wären nur knapp einem schweren Unfall entgangen.
Ich hatte keine Chance. Eine Aussage gegen vier. Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr in Tateinheit mit Nötigung. 3 Monate Führerscheinentzug, 3000 D-Mark in die bayrische Staatskasse. Meinem Wunsch, das Geld wenigstens dem Roten Kreuz geben zu wollen, wurde nicht stattgegeben.
Ich habe meine Lektion gelernt. Erst mal Klappe halten. Ohne meinen Anwalt sage ich nichts. Und jetzt hänge ich wieder in Rechtsstreitigkeiten. Wie gesagt: Ich hasse das. Aber ich will mich auch nicht veräppeln lassen. Aber ich bin ja noch dankbar, dass wir in einem Rechtsstaat leben, der funktioniert – zumindest weitestgehend.
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Was lehrt uns die Causa Bärbel Bas
2026/10/14
261014PC Was lehren uns Bärbel Bas und Jens Spahn?
Mensch Mahler am 14.10.2026
Einige Jahre habe ich in Berlin Spitzenpolitiker interviewt. Warum ist mir das, der ich einen privaten Rundfunksender vertreten habe, gelungen? Weil es sich herumgesprochen hat, dass ich am Menschen interessiert war und nicht in erster Linie am Politiker, an der Politikerin.Aber: gelingt eine Trennung von Mensch und Mandatsträgerin? Wir hatten in der jüngsten Vergangenheit zwei Beispiele, die gezeigt haben, wie kompliziert das ist. Zum einen Jens Spahn, der mit seiner Leihmutterschaftsaffäre und den Fehlzeiten wegen der Betreuung seines Sohnes Georg in politische Schwierigkeiten geraten ist. Und jetzt Bärbel Bas. Anstatt sich eine Auszeit zu nehmen, um sich von der verstorben Stieftochter würdig zu verabschieden, trat sie als Arbeitsministerin und Vize-Vorsitzende der SPD zurück. Nicht ohne durch Vorwürfe die Regierungskoalition schwer zu beschädigen.
Der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft in der CDU, Dennis Radtke, zeigte sich bei ZDF Spezial überrascht vom Bas-Rücktritt. Und: "Es gibt kein gutes Bild ab, wenn man über einen so persönlichen Trauerfall jetzt eine öffentliche Schlammschlacht aufführt. Ich denke, man muss auch ein bisschen differenzieren, was die Kritik angeht."
Es müsse aber auch möglich sein, politisch einzufordern, dass "das was verabredet worden ist, auch geliefert wird", sagte Radtke mit Blick auf die geplante Rentenreform. Er wisse nichts von Anwürfen gegen Bas hinter vorgehaltener Hand aus den Reihen der CDU, so Radtke. "Sollte sich das irgendwo zugetragen haben, das wäre ein Vorgang, der unserem Anspruch ganz sicherlich nicht gerecht wird."
"Die Leute wollen regiert werden, die Leute wollen, dass bestimmte Themen adressiert werden", sagte Radtke. "Und die Leute haben keine Lust, der Regierung zuzusehen, dass man eher den Eindruck hat, hier kommen Beiträge aus einer Daily Soap, einer Selbsthilfegruppe." Anstelle von Selbstbeschäftigung und Klausuren müssten Probleme gelöst werden mit dem Personal, das da sei.
Zuggegeben: es ist schwer, politisches Mandat und Privatleben auseinanderzuhalten. Aber – mit Verlaub – das gehört zum Geschäft und zur Professionalität. Auszeiten aus persönlichen Gründen müssen erlaubt sein. Den Rücktritt dann aber mit einem Rundumschlag zu vollziehen, schadet in jeder Beziehung. Der Person, der Partei, der Regierungskoalition und dem politischen Klima insgesamt.
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Mehr Demokratie wagen!
2026/10/13
261013PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 5 Demokratie feiern
Mensch Mahler am 13.10.2026
„Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.
Zu guter Letzt: man kann Demokratie auch mal feiern
Sich mit Menschen, die ganz anders denken, wirklich auseinanderzusetzen, kann zäh sein. Diskussionen im Betriebsrat oder der Elternbeiratssitzung sind kleinteilig und mühsam. Bis das Thema einer Bürgerinitiative oder einer Petition auf die politische Ebene durchdringt, ist meist langer Atem nötig. Ganz klar: Demokratie ist oft anstrengend. Deswegen sagen wir, last but not least: Lasst uns Demokratie zwischendurch auch mal feiern! In größerem Rahmen geht das bei Demokratiefestivals, die es in Deutschland in mehreren Regionen gibt. Oder beim Bürgerfest, das der Bundespräsident in Deutschland jedes Jahr rund um den Tag der Demokratie am 15. September veranstaltet, unter anderem mit einem Tag des offenen Schlosses in Bellevue.
In Ihrem unmittelbaren Umfeld könnten Sie Demokratie mit einem Nachbarschaftsfest feiern – schließlich geht es bei Demokratie immer auch darum, Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund in den Austausch zu bringen. Und für den Alltag: Machen Sie sich auch die kleinen Schritte und Erfolgsgeschichten bewusst. Am Ende einer zähen Diskussion steht ja mitunter auch eine Annäherung und am Ende der Elternbeiratssitzung oft ein Ergebnis.
Wir als Grüne können das ganz gut. In unserem Reutlinger Parteibüro steht immer eine Kiste Bier kalt, und was meinen sie, was los war, als es Cem Özdemir hauchzart geschafft hat, den Ministerpräsidenten für Baden-Württemberg zu stellen? Man muss dabei gewesen sein, um es zu glauben.
Also: Demokratie macht nicht nur Arbeit, sondern auch eine Menge Spaß. Ich hoffe, Sie haben Blut geleckt. Würde mich sehr freuen.
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Mehr Demokratie wagen!
2026/10/12
261012PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 4 Sich in einer Partei engagieren
Mensch Mahler am 12.10.2026
„Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.
Warum immer „die Anderen“ machen lassen? Jede und jeder kann sich für ein politisches Amt bewerben. Es muss ja nicht gleich das Bundestagsmandat sein. Engagierte Volksvertreterinnen sind auf jeder Ebene gefragt, zum Beispiel im Gemeinderat. Dort kann man das eigene Lebensumfeld unmittelbar mitgestalten. Auch Ortsvereine politischer Parteien greifen die wichtigen Themen in einer Kommune auf und bieten eine Möglichkeit, mitzumachen und Politik selbst in die Hand zu nehmen. Schon mal mit einem solchen Engagement geliebäugelt? Dann wäre jetzt doch eine gute Gelegenheit, aktiv zu werden!
Ich muss zugeben, dass ich über weite Strecken meines Lebens nicht parteipolitisch engagiert war. Im Nachhinein halte ich das für einen Fehler. Aber es ist nie zu spät, Fehler zu korrigieren.
Ich war einige Jahre Genosse in der SPD. Damals war es auf Landesebene noch eng in Baden-Württemberg. Ich habe Niels Schmidt unterstützt, der 2016 bei den Landtagswahlen Spitzenkandidat der Sozialdemokraten war.
Und meine derzeitige Mitgliedschaft hat auch mit Landtagswahlen zu tun. Um zu verhindern, dass Grün-Schwarz in Baden-Württemberg zu Schwarz-Grün unter dem Greenhorn Manuel Hagel, CDU wird, bin ich mit Cem Özdemir in den Wahlkampf gezogen. Es hat dann knapp gereicht, und seitdem bin ich – Bad Uracher wie Özdemir auch – im Kreisverband Reutlingen aktiv. Das kommt mir auch aus dem Grund zugute, dass wir hier eine starke Lobby-Gruppe für Radfahrer haben. Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC.
In den letzten Wochen haben wir sehr viel dafür getan, um als Grüne die absolute Mehrheit der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu verhindern und auch in Berlin weiter mitreden zu können.
Fazit: Es macht Spaß, in einer Partei an gemeinsamen Zielen wie soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zu arbeiten. Ich lerne interessante Leute kennen und erweitere meinen Horizont. Dabei versuche ich, nicht parteipolitisch engstirnig zu denken, sondern das Wohl aller Menschen und auch die Bewahrung der Mitwelt als erstes politisches Ziel zu behalten.
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Wir wollen mehr Demokratie wagen!
2026/10/11
261011PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 3 Politische Teilhabe
Mensch Mahler am 11.10.2026
„Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.
Heute auch eine äußerst wichtige Geschichte: Zivilgesellschaftliches Engagement
Demonstrieren ist ein bisschen in Verruf gekommen. Für manche ist es Freizeitbeschäftigung. Da ist was los, es ist laut und kämpferisch. Fragen sich zwei Jugendliche -selbst erlebt: wogegen demonstrieren wir heute? Antwort: Keine Ahnung. War das jetzt für den Frieden oder gegen die Amis? Egal. Morgen ist auch wieder eine Demo. Ich bin dabei – das macht richtig Bock. Trotz dem Missbrauch von Großveranstaltungen macht man durch die Teilnahme an Kundgebungen und Demonstrationen eigene Überzeugungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar.
Und jetzt wird’s auch ein bisschen arbeitsintensiv: In Vereinen oder Initiativen mitwirken. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich in Gewerkschaften, Kirchen, NGOs oder lokalen Bürgerinitiativen zu engagieren, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Wir wissen es längst: Alles beginnt mit der Bildung. Es ist schlicht die Grundlage: Demokratische Bildung muss gefördert werden. Und das beginnt bei mit: Mich informieren, Wissen über politische Abläufe weitergeben und Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung nutzen.
Wichtig ist dabei, nicht nur seine eigene Meinung bestätigen lassen, sondern sich auf Pro und Contra Argumente einlassen, um eine gut fundierte Meinung und Haltung zu den vielfältigen Themen zu gewinnen. Keiner kann mich daran hindern, jeden Tag ein wenig klüger zu werden.
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Wir wollen mehr Demokratie wagen!
2026/10/10
261010PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 2 Haltung zeigen
Mensch Mahler am 10.10.2026
„Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.
Heute auch eine äußerst wichtige Geschichte: Haltung im Alltag zeigen und gegen Desinformation mit guten Argumenten vorgehen.
Haltung beginnt mit Widersprechen. Gegen Hass, Hetze und menschenfeindliche Äußerungen im Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz oder im Internet klar Stellung beziehen. Das ist oft unbequem, man muss damit rechnen, ausgelacht, bekämpft und angefeindet zu werden, wenn man sich gegen eine Mehrheitsmeinung – wie „alle Migranten sind Sozialschmarotzer“ aussprecht. Am besten ist es, wenn man Beispiele parat hat, dass es auch ganz anders gelagerte Biografien gibt. Das garantiert nicht, dass man seine Haltung durchsetzen kann. Aber man hat nicht geschwiegen – und vielleicht die eine oder den anderen ein wenig zum Nachdenken gebracht.
Wir leben in einer Zeit der Fake News. Falschinformationen korrigieren ist das Gebot der Stunde. Kritisch mit Nachrichten in sozialen Medien umgehen, Quellen prüfen und Falschmeldungen sachlich richtigstellen. Wichtig: immer gut und sauber recherchiert aus mehreren zuverlässigen Quellen. Bitte nie die Recherche allein KI überlassen.
Und dann: Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe diskutieren: Den Austausch mit Andersdenkenden suchen, ohne demokratische Grundwerte aufzugeben. Nie die Waffen derer benutzen, die mit Vorurteilen, Hass und Häme unterwegs sind. Ich lebe schon lange mit einem Zitat von Erich Kästner: „So tief dürft ihr nicht sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“ Das heißt: niemals auf Stammtischniveau sinken – aber bitte ohne Überheblichkeit.
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Wir wollen mehr Demokratie wagen
2026/10/09
261009PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 1 Politische Teilhabe
Mensch Mahler am 09.10.2026
„Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.
Zunächst etwas Selbstverständliches – sollte man meinen. Politische Teilhabe und Wahlen.
Klar und an erster Stelle: Wählen gehen und dankbar sein, dass wir in einer freiheitlichen Demokratie leben. Die Stimmabgabe bei Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen ist der direkteste Weg, demokratische Prozesse zu unterstützen. Das Argument: Ich finde die alle blöd hilft nur den Radikalen. Also: es geht immer nur darum, das kleinste Übel zu wählen. Die ideale Partei wird es nicht geben – die müsste ich selbst gründen. Und spätestens, wenn ich eintrete, ist sie nicht mehr perfekt. Ich persönlich bevorzuge schon immer links-grün mit wechselnden Präferenzen. Mini-Parteien, die mit Sicherheit nicht über die 5% Hürde kommen, lasse ich außen vor. Eine verschenkte Stimme für eine Partei, die nicht aktiv in die Politik eingreifen kann. Außerparlamentarische Kräfte unterstütze ich in NGOs, Vereinen oder in unserer Stiftung.
Ein weiterer Schritt: man kann Wahlhelfer werden. Durch die aktive Mithilfe bei der Durchführung von Wahlen sichert man einen reibungslosen und transparenten Ablauf vor Ort.
Und schließlich: alle Formen der Mitbestimmung nutzen: Sich an Instrumenten wie Bürgerbegehren, Bürgerräten oder Petitionen beteiligen.
Damit sind wichtige, aktive Schritte getan. Demokratie lebt von der Beteiligung. Also raus aus der Komfortzone, runter von der Couch, Arsch hu un Zeng usenander.
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