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Projektionen Kinogespräche

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Dieser Podcast hat
142 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2019/10/06
Neueste Episode
2026/09/14
Durchschnittsdauer
74 min.
Veröffentlichungsintervall
32 Tage

Beschreibung

Welche Rolle spielen Räume bei David Lynch? Haben die Filme von Lars von Trier einen problematischen Umgang mit Frauenfiguren? Was ist intensives Kino? Und wie verändert sich das Kino in Zeiten von Streaming und Internet? Die Projektionen, das sind Benjamin Johann (Kulturtheoretiker und Autor) und Marcus Stiglegger (Filmwissenschaftler). Ein Podcast an der Schnittstelle von Kunst, Kritik und Filmwissenschaft. Viel Spaß beim Entdecken und Hören. Das Impressum findet sich unter: http://www.sebastianseidler.com

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Lone Wolf Poetry
2026/09/14
Black Metal und Film sind sich näher als man zunächst denkt. Filme wie Metalhead, Lords of Chaos oder A Spell to ward off the Darkness haben in den letzten zehn Jahren auch ein mit dem Genre des Extreme Metals sonst weniger vertrautes Publikum mit dieser Subkultur vertraut gemacht. Und längst ist klar, dass es hier nicht nur um satanistisches Posing geht, sondern durchaus politische und philosophische Aspekte eine Rolle spielen. Der Schweizer Debütfilm Wolves erzählt nun einen Coming-of-Age-Prozess im Kontext der Black-Metal-Szene, vom Proberaum über die Konzerthallen bis zur Sonnenwendfeier in verschneiter Landschaft. Marcus hat Dr. Bernd Aschenbrenner (a.k.a. The Real Ash) zu Gast, der seit seiner Jugend mit dieser Szene vertraut ist und gemeinsam diskutieren sie verschiedene Aspekte dieses Films. - Das Titellied stammt von der Band Serpentz (https://www.instagram.com/serpentz_music/).
Männerbilder
2026/08/18
Männlichkeit befindet sich in einer Krise. Diese Erzählung ist so alt wie hartnäckig. Während im Netz aktuell ein Kult der Hyper-Maskulinität sein Unwesen treibt, verhandelt das Kino vielfach Fragen, die patriarchale Gewalt, emotionale Manipulation und dysfunktionale Beziehungen betreffen. Während weibliche oder queere Emanzipation über eine relativ klare Erzählform verfügt, scheint es dem Kino allerdings schwerer zu fallen, eine populäre Entsprechung für die Emanzipation männlicher Figuren zu entwerfen. Ob nun toxisch/böse oder gesund/gut - wieso klammern sich Filme so sehr an das Klischee des außergewöhnlichen Mannes? Wie die digitale Männlichkeits-Propaganda sich in ihrer Ästhetik auf das Kino bezieht und warum es Männer nicht gewohnt sind jenseits von Härte, Unnahbarkeit und Abgründigkeit angeblickt, gezeigt und wahrgenommen zu werden - darüber diskutieren Marcus und Benni. Bennis Artikel zum Thema im Filmdienst: https://www.filmdienst.de/artikel/81070/neue-bilder-von-mannlichkeit
Sie sind hier! Spielberg und die Außerirdischen
2026/07/17
Mit DISCLOSURE DAY widmet sich Steven Spielberg erneut einem seiner Lieblingsthemen: die Menschheit in Kontakt mit außerirdischem Leben. Dabei binden Filme wie UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART (1977), E.T. (1982), KRIEG DER WELTEN (2005) oder auch der vierte Teil der INDIANA JONES-Reihe dieses Thema nicht nur in unterschiedliche Geschichten ein. Vielmehr registrieren sie jeweils historische Weisen, das radikal Fremde zu erfahren. Wie in beinahe allen seinen Filmen spielen dabei Kernmotive wie Familie, Außenseitertum und eine ambivalente Sinnsuche zwischen Sehnsucht und Nostalgie eine Rolle. Spielberg, Aliens, und ein Blockbuster-Kino mit Autorencharakter. Gemeinsam mit Marc Trappendreher begeben sich Benni und Marcus auf die Spur.
Villeneuve - Antagonismen und Ambivalenzen
2026/06/29
Ende des Jahre steht der dritte DUNE-Film an. Der Bonner Filmwissenschaftler Lucas Curstädt hat nun ein Buch über Denis Villeneuve geschrieben, das mit den Mitteln der politischen Theorie und der Suture-Theorie die Spielfilme des kanadischen Regisseurs analysiert. Marcus diskutiert in dieser Folge diese Thesen und bringt ein Kino der Ambivalenz ins Spiel, das auch die großen Blockbuster des Regisseurs greifbar macht.
Virtual Backrooms
2026/06/19
Der Film Backrooms greift die Ästhetik liminaler Räume auf – etwa leere Büroflure, endlose Korridore oder verlassene Übergangszonen. Diese wirken vertraut und fremd zugleich, da sie ihren ursprünglichen sozialen Kontext verloren haben. In den Backrooms wird diese Erfahrung radikalisiert: Die Räume erscheinen als Simulationen von Alltagsarchitektur, die zwar die Form realer Orte nachahmen, jedoch keinen funktionalen Bezug zur Realität mehr besitzen. Damit erinnern sie an Baudrillards Idee des Simulakrums, in dem Zeichen und Abbilder nicht länger auf ein reales Original verweisen, sondern eine eigenständige Hyperrealität erzeugen. Zugleich lässt sich das unheimliche Gefühl der Backrooms durch Fishers Hauntology erklären: Die Räume wirken wie Geister einer verlorenen Moderne, bevölkert von den Spuren einer Vergangenheit oder Zukunft, die nie vollständig gegenwärtig werden konnte. In diese Episode diskutiert Marcus mit dem Filmkritiker Ipke Cornils, warum Backrooms vermutlich der richtige Film zur Zeit ist.
Michael Mann: Der Unzeitgemäße
2026/05/01
Michael Mann gilt oft als kalter Stilist, dessen Kino auf männliche Professionals fokussiert ist: vom Gangster mit Ehrenkodex zum sturen Rennsportprofi. Doch seinen Einzelgängern und Außenseitern haftet immer eine gewisse Tragik an. Nie passen sie in diese Welt, stets stoßen sie an Grenzen, wenn es um die Mechanismen der Gesellschaft geht. Im Privaten sind sie oft hilflos, in ihrem Job Perfektionisten. Ihr Ehrenkodex macht sie zu 'Unzeitgemäßen', die quer zum System stehen, sei es in der Unterwelt wie in HEAT oder THIEF oder im Profisport wie in ALI oder FERRARI. Mann selbst eignet sich diesen Gestus an - finden Marcus und Marc Trappendreher in ihrem Gespräch heraus. Titelmusik: https://santasangremagazine.bandcamp.com/track/vortex-the-keep-suturii-mix Vortex - The Keep (Suturii Mix) | Santa Sangre Magazine. Literaturhinweis: Thoret, Jean-Baptiste: Michael Mann. A Contemporary Retrospective. (London, White Lion Publishing 2024).
Kubrick, Epstein, Verschwörung
2026/04/17
Dieser Film ist eine Warnung an die Welt! Eine skandalöse Enthüllung! EYES WIDE SHUT, Stanley Kubricks letzter Film, prophezeite bereits kurz vor der Jahrtausendwende das, was im Zuge der Skandale um Jeffrey Epstein und die Abgründe einer abgeschotteten Parallelwelt an die Öffentlichkeit geriet - so behaupten das jüngst unzählige Verschwörungserzählungen. Benjamin und Marcus sprechen darüber, wie in EYES WIDE SHUT Fakt und Fiktion aufeinandertreffen, wieso sich ausgerechnet das Kino Kubricks als ideale Grundlage für die gegenwärtige Meme-Kultur erweist, was dieser radikale Film über das Verhältnis von Begehren, Sexualität und Macht erzählt und was das mit David Lynch, Pier Paolo Pasolini und Roman Polanski zu tun haben könnte.
Wer ist ALPHA?
2026/04/10
Mit RAW und TITANE etablierte sich Julia Ducournau vor einigen Jahren als prägnante Filmemacherin zwischen Queer Cinema und Körperhorror. Heute hört sie diese Kategorien nicht mehr so gerne, denn mit ALPHA kehrt sie zu ihrem Coming-of-Age-Kurzfilm JUNIOR zurück: In dem neuen Filmen geht es um Kindheitsängste, um Teenage Trouble, eine globale Seuche und Familienbande. ALPHA ist buchstäblich quer zum Mainstream, und gerade deshalb ein Fall für PROJEKTIONEN. Marcus und der Filmkritiker Ipke Cornils übernehmen. - Die Musik der Episode stammt von dem Album "Acéphale" von Vortex (Cyclic Law 2025).
BDSM im Film
2026/03/25
Spätestens seit 50 SHADES OF GREY hat sich BDSM als sexueller Kink im Kino etabliert. Dabei ist die Verbindung von Schmerz und Lust ein Motiv, das sich von je her in Literatur und im Film finden lässt. Doch was hat die ästhetisierte Schmerzlust, die Erotisierung von Machtverhältnissen im Film mit der Realität zu tun? Mit dem Medien- und Theaterwissenschaftler Ipke Cornils diskutiert Marcus diese Frage von den Quellen bis ins heutige Kino (BABY GIRL; PILLION). Ipke hat in der aktuellen epd Film zum Thema geschrieben, Marcus bereitet ein Buch im Pulse Verlag zum Thema vor.
Was ist Filmgenretheorie?
2025/11/25
Marcus hat vor einigen Jahren das Handbuch Filmgenre herausgegeben. Prof. Dr. Andreas Rauscher ist seit seiner Habilitation über Genres in Computergames ebenfalls als Experte in Genrefragen zu sehen. Gemeinsam diskutieren sie, warum Genretheorie bei weitem kein überholtes Konzept der Filmwissenschaft ist, sondern gerade in der aktuellen Film- und Serienlandschaft spannende Analyseergebnisse hervorbringen kann. Diskutiert werden u.a. THE SUBSTANCE, SINNERS und NOSFERATU.
SITGES Filmfestival 2025 - ein Rückblick
2025/10/27
Das weltweit bedeutendste Filmfestival für den fantastischen Film und Genrekino findet alljährlich im Oktober im katalanischen Küstenort Sitges statt. Dieses Jahr war Marcus Teil der Jury in der Sektion "Méliès d'Argent". Was es Spannendes zu sehen gab, welche Entwicklungen sich im gegenwärtigen fantastischen Film erkennen lassen, und welche Aspekte des Zeitgeists sich im affektaffinen Genrekino niederschlagen - all das besprechen wir in der aktuellen Folge der PROJEKTIONEN. Viel Spaß!
Wer sind die WOLFEN?
2025/10/06
1982 startete auch in den deutschen Kinos der zweite Film des WOODSTOCK-Regisseurs Michael Wadleigh, WOLFEN, nach einem Roman von Whitley Strieber. Damals ein verheerender Flop, erwies sich der Film über die Jahre als globaler Kultfilm, der nicht nur die Karriere von James Horner, Gregory Hines und Diane Venora startete, sondern auch noch heute aktuelle Aussagen über die ökologische Krise und den Verfall des urbanen Lebensraums zu bieten hat. Anlässlich der neuen Bluray-Veröffentlichung von Plaion diskutieren Marcus Stiglegger und der Luxemburger Filmkritiker Marc Trappendreher den Film. - Die Musik der Episode stammt vom Album Vortex - "Moloch" (Cyclic Law).
Furcht, Scham und Trauma - APRIL von Dea Kulumbegashvili
2025/08/08
Auch mit ihrem zweiten Spielfilm kehrt die georgische Filmemacherin Dea Kulumbegashvili in die ländliche Region ihrer Heimat zurück. APRIL handelt von der Gynäkologin und Geburtshelferin Nina, die in der christlich-orthodox geprägten Provinz heimlich Schwangerschaftsabbrüche durchführt und sich damit nicht nur strafbar macht, sondern gegen ein patriarchale und frauenfeindliche Ordnung auflehnt. Doch was nach simplem Sozialrealismus klingt, geht weit darüber hinaus. Der mit surrealen Elementen versetzte Film wird zu einer rätselhaften Meditation über Weiblichkeit und Mutterschaft, deren mythologische Verklärungen er präzise dekonstruiert. Ein außergewöhnlich eigenständiger Film einer der aufregendsten Filmemacherinnen ihrer Generation.
Der Ausdruck des Ausdruckslosen - Chantal Akermans JEANNE DIELMAN
2025/07/07
Das Jahr 1975: Spielberg erfindet mit DER WEISSE HAI das Hollywoodkino neu, Laura Mulveys bis heute einflussreicher Essay "Visual Pleasure and Narrative Cinema" wird veröffentlicht - und ein radikal unkonventioneller Film einer gerade mal 25jährigen Belgierin stellt die Frage, was fortan überhaupt noch als Filmisch gilt. Chantal Akermans JEANNE DIELMAN, 23, QUAI DU COMMERCE, 1080 BRUXELLES stürzt sich in die Alltagsroutine einer Hausfrau und bricht thematisch wie ästhetisch mit den Konventionen des klassischen Erzählkinos. Ein Paradebeispiel für ein feministisches Kino? Eine Projektionsfläche für reduktionistische Interpretationen? Ein Vorreiter des Slow Cinema? Eine Alternative gegen, oder für das Erzählkino? Zusammen mit Dr. Bernd Aschenbrenner werden Benni und Marcus diesen Fragen nachspüren.
Unterweltreisen - Postmoderne Märchenfilme von del Toro bis Oz Perkins
2025/06/24
Gerade pünktlich zum Start der Aschenputtel-Variation THE UGLY STEPSISTER hat sich Marcus mit Volkskundlerin Janin Pisarek (Die Folkloristin) über postmoderne Märchenfilme unterhalten. Bereits in den 1980er Jahren hatte Neil Jordan THE COMPNAY OF WOLVES nach den psychosexuellen Märchen von Angela Carter gedreht. 2006 mischte Guillermo del Toro die Karten neu, als er den realen Horror der Geschichte (Francos Spanien) mit der Unterweltreise eines junge Mädchens zusammenführte (PAN'S LABYRINTH). An den aktuellen Beispielen ERRIMENTARI und GRETEL AND HANSEL werden die Zusammenhänge zwischen Folklore, dem Unbewussten, dem Grauen und Meta-Narrativen diskutiert.

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