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Regionalgeschichte auf die Ohren

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Kategorien
Land
United States
Dieser Podcast hat
38 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
LWL
Explizit
Nein
Erstellt am
2019/10/24
Neueste Episode
2026/10/02
Durchschnittsdauer
40 min.
Veröffentlichungsintervall
36 Tage

Beschreibung

Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte ist eine wissenschaftliche Einrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Es betreibt moderne Regionalgeschichtsforschung mit dem Schwerpunkt auf der Neueren Geschichte und Zeitgeschichte. In der Podcast-Reihe "Regionalgeschichte auf die Ohren" stellen die Historikerinnen und Historiker der Forschungseinrichtung ihre Projekte und Publikationen vor.

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#27: Die Wende vor der Haustür
2026/10/02
Die Wende wird häufig als Geschichte von Ost und Westerzählt: Hier der Umbruch, dort die Beobachtung; Befreiung auf der einen, Beharrung auf der anderen Seite. Doch war es in der Nahaufnahme häufig sehr viel komplexer als zunächst gedacht. In dieser Folge sprechen Claudia Kemper und Christoph Lorke über ihren Sammelband Die Wende dezentralisieren. Transformationsgeschichte(n) aus regionaler Perspektive. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Transformationszeit seit 1989/90 verändert darstellt, wenn man den Blick auf konkrete Regionen, lokale Akteur und unterschiedliche Konstellationen richtet. Die Beiträge des Bandes nehmen unter anderem Konversion, Bildungsinstitutionen, Umweltgeschichte, Tourismus und Rechtsextremismus in den Blick. Dabei zeigen sich Begegnungen, Konflikte und Kooperationen ebenso wie Beharrung, Irritationen und neue Aufbrüche. Auch westdeutsche Regionen geraten stärker in den Fokus: Nicht nur als statische Nachbarn der Veränderungen in Ostdeutschland, sondern als Räume, die selbst eigene Transformationsgeschichten entwickelten. Was bedeutet es also, die Wende zu „dezentralisieren“? Undwas wird sichtbar, wenn wir die vertraute Ost-West-Erzählung aufbrechen und stattdessen nach regionalen Verflechtungen, Machtverhältnissen und unterschiedlichen Erfahrungen fragen? Darüber sprechen Claudia Kemper und Christoph Lorke mitGreta Civis in der neuesten Folge von RadiO – Regionalgeschichte auf die Ohren.   Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Fürdie technische Bearbeitung der Aufnahme wurde ebenfalls KI verwendet. Dies hatte keine Auswirkung auf Inhalte oder Aussagen.
#26: Postkolonialismus vor der Haustür
2026/09/24
Koloniale, postkoloniale und neokoloniale Verflechtungen prägen Geschichte und Gegenwart weit über vermeintliche Kolonialmetropolen hinaus. Welche Spuren kolonialer Realität prägen Stadt- und Ortsbilder in Westfalen und Lippe (und darüber hinaus) bis heute – und welche Wege finden lokale Akteur:innen für einen zeitgemäßen Umgang? „Postkolonialismus in Westfalen-Lippe und darüber hinaus“, herausgegeben von Dr. Claudia Kemper und Dr. Christoph Lorke, macht anhand regionaler Beispiele sichtbar, wie Kolonialismus bis heute in Alltag, Erinnerungskultur, Bildung, Museen und gesellschaftlichen Debatten fortwirkt. In dieser Folge von RadiO sprechen die Herausgeber:innen mit Host Dr. Greta Civis über die Entstehung und Entwicklung des Schwerpunktthemas der Westfälischen Forschungen 2025/2026. Wie entwickelt sich ein solches Forschungsprojekt? Welche Veranstaltungen und Kooperationen begleiten es? Wie werden thematische Schwerpunkte gesetzt? Vor allem aber: Warum ist es wichtig, sich gerade heute mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen? Links und Hinweise: Das Buch „Postkolonialismus in Westfalen-Lippe und darüber hinaus“: Aschendorff Verlag Von Schülern entwickelte Biparcours-Schnitzeljagd in Münster: Gesamtschule Münster Dr. Claudia Kemper und Dr. Christoph Lorke im Gespräch mit Claudia Linzel: Podcast: Die Leichtigkeit der Kunst Podcast Westfalia: Spotify
#25: Kinderkuren in der Forschung: Zugänge, Quellen & Perspektiven
2026/08/27
Zwischen 1945 und 1990 wurden in der Bundesrepublik schätzungsweise bis zu 13 Millionen Kinder und Jugendliche zu Kinderkuren verschickt - oft wochen- oder monatelang, fern von ihren Familien. Was als gesundheitliche Vorsorge und Erholungsmaßnahme gedacht war, ist für viele Betroffene bis heute mit Erfahrungen von Heimweh, strengen Regimen, Medikamentengabe und Gewalt verbunden. In dieser Folge von „Regionalgeschichte auf die Ohren“ (RadiO) sprechen Dr. Jens Gründler, wissenschaftlicher Referent für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, und Katharina Tiemann , Referatsleiterin des Archiv LWL mit Host Dr. Greta Civis über die Geschichte der Kinderkuren aus geschichts- und archivwissenschaftlicher Perspektive: Welche Quellen sind überliefert? Wo können Betroffene und Forschende nach Unterlagen suchen? Welche rechtlichen und praktischen Schwierigkeiten bestehen beim Zugang zu den Beständen? Im Gespräch geht es zudem um den bisherigen Forschungsstand zur Geschichte der Kinderkuren, die Entwicklung des Kinderkurwesens seit dem 19. Jahrhundert, den Zusammenhang von Gesundheitsfürsorge, Körper und „Leistungsfähigkeit“, autiritäre Erziehung, Zwang und Gewalt in den Kurheimen. Dabei wird deutlich: Die historische Forschung zu Kinderkuren steht noch am Anfang. Viele Quellen sind nicht überliefert oder nur zufällig erhalten. Einzelaktendokumentieren häufig weniger die individuellen Erfahrungen der Kinder als vielmehr Verwaltungsabläufe und den vermeintlichen „Erfolg“ einer Kur. Umso wichtiger ist die Verbindung von Archivarbeit, Zeitzeug:innenberichten und historischer Forschung. 🎧 Jetzt anhören – überall, wo es Podcasts gibt. Weiterführende Literatur:Jens Gründler/Katharina Tiemann (Hg.): Kinderkuren in Deutschland 1945 bis 1990. Perspektiven aus archivarischer und historischer Sicht. Forschungen zur Regionalgeschichte, Band 93 Der Sammelband ist außerdem im Open Access kostenlos als PDF verfügbar. Der Link findet sich in den Folgeninfos sowie auf der Website des LWL-Instituts unter „Publikationen“. Die Veröffentlichung wurde durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. „Regionalgeschichte auf die Ohren“ (RadiO) ist der Podcast des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte. In der Reihe stellen Historiker:innen ihre aktuellen Forschungsprojekte und Publikationen vor – von der NS-Geschichte über die Nachkriegszeit bis zur digitalen Transformation.
#24 zbG07: 3 Jahre Geschichtserforschung Gütersloh: was bleibt?
2026/07/16
Rund ein Jahr nach der Publikation des Sammelbandes „Gütersloh - Geschichte einer Stadt (1945–2025)“ blicken wir zurück auf drei Jahre Stadtgeschichtsforschung. In der siebten und letzten Folge der Reihe „Zum Beispiel Gütersloh“ sprechen Projektleiter PD Dr. Christoph Lorke und Host Dr. Greta Civis darüber, was partizipative Stadtgeschichtsforschung ermöglicht und wie die Einbindung der Bevölkerung einen Forschungsprozess prägen kann. Begleitet wird die Folge von O-Tönen und Einblicken in zentrale Stationen des Projekts – ein Rückblick auf Forschung, Austausch und neue Perspektiven auf Stadtgeschichte. Links und Hinweise: Audiowalk „Zeit:Punkte“: Stadtarchiv Gütersloh Instagram: Stadtgeschichten GT Begleitprojekt: Erzählcafés Buch zur Reihe: Gütersloh – Geschichte einer Stadt (1945–2025), herausgegeben von Christoph Lorke, Verlag für Regionalgeschichte, 2025, 603 Seiten, ISBN 978-3-7395-1527-4
#23: Frauen im geteilten Deutschland.
2026/03/08
Frauen im geteilten Deutschland – zwischen Alpenveilchen,Abtreibungsrecht und Alltagskämpfen                   Zum 8. März widmet sich die neue Folge einem Thema, das bewegt – und bis heute nachwirkt: Frauen im geteilten Deutschland. Wie unterschieden sich Frauenbewegungen in Ost und West? Was bedeutete Gleichberechtigung im Alltag? Und welche Rolle spielten Care-Arbeit, Familienbilder, Körper und Rechte?                 In dieser Folge diskutieren Dr. Julia Paulus, Prof. Dr. Ute Gerhard und Prof. Dr. Hildegard Nickel über feministische Perspektiven auf die deutsche Nachkriegsgeschichte, über politische Kämpfe und private Lebensrealitäten, über Fortschritte, Spannungen und bleibende Fragen.
untold 12: Hohensyburg neu gedacht
2026/02/04
Die Hohensyburg kennen viele in NRW vor allem als Casino – doch der Syberg über der Ruhr war lange vorher Schauplatz großer Gefühle: Macht und Verteidigung, Erinnerung und Erholung, Status und Inszenierung. Festung und Ruine, Denkmal und Aussichtspunkt, Wallfahrtsziel und Sonntagsausflug – die Hohensyburg ist ein historisch gewachsener Ort des Binnentourismus und eines der prägenden Ausflugsziele der Region. In dieser Folge fragen wir: Wer entscheidet, welche Geschichten über diesen Ort erzählt werden – und warum sie sich verändern? Greta Civis spricht mit David Bendfeld, Friedel Helga Roolfs und Matthias Frese über Namen und Macht, über die militärische Vergangenheit, über die Hohensyburg als westfälische Denkmallandschaft – und darüber, warum der Berg heute zwar kein touristischer Hotspot mehr ist, aber weiterhin großes Potenzial in seinen vielen Geschichten birgt. Da dies die finale Folge der Podcastreihe "Untold Stories" ist, sagen wir danke für eure Unterstützung – und freuen uns, wenn ihr euch kurz Zeit für unsere Umfrage nehmt, um uns beim Verbessern zu helfen. (Umfrage hier.) Zur weiteren Recherche empfehlen wir diesmal: Henriette Brink-Kloke/Elke Schneider, Ein Sonntagsspaziergang auf der Hohensyburg. Bausteine und Fundstücke, Dortmunder Denkmalhefte 12, Dortmund 2020. Abrufbar hier. Philipp R. Hömberg, Die Hohensyburg. Kreisfreie Stadt Dortmund, in: Frühe Burgen in Westfalen, hg. von der Altertumskommission für Westfalen, Heft 15, Münster 2000. Abrufbar hier. Lu Seegers/Matthias Frese/Malte Thießen (Hg.), Kurorte in der Region. Gesellschaftliche Praxis, kulturelle Repräsentationen und Gesundheitskonzepte vom 18. bis 21. Jahrhundert, Göttingen 2024. Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und Porta Westfalica ist Thema der zweiten Folge der Reihe RadiO: Regionalgeschichte auf die Ohren: Mit Malte Thießen und Kathrin Nolte
untold 11: Die KZ-Gedenkstätte Witten-Annen. Wie Schüler:innen einen Gedenkort schufen
2025/12/11
1984 stößt eine Schülergruppe aus Witten-Annen bei einer Klassenfahrt nach Bayern in der KZ-Gedenkstätte Dachau auf Spuren ihrer eigenen Heimatstadt. Ein KZ? In Witten? Ja. Die Recherche eröffnet eine verdrängte lokale NS-Geschichte: Über 700 Zwangsarbeiter wurden 1944/45 im Annener Gussstahlwerk ausgebeutet, mindestens 30 Männer kamen ums Leben. Wieder zurück, stoßen die Schüler:innen einen beispielhaften Prozess an, in dem nicht nur das Außenlager einen dauerhaften Platz im Wittener Gedenken findet, sondern auch eine frühe Erforschung eines Zwangsarbeitslagers und eine der ersten archäologischen Ausgrabung eines Ortes der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft stehen. Zwei ehemalige Schüler:innen des Jahrgangs 1984, Sabine Kline-Rehbein und Jörg Marciniak, berichten in dieser Folge von ihren Erlebnissen.  Im Interview spricht der Archäologe Manuel Zeiler über die Entwicklung der Erforschung von NS-Zwangsarbeitslagern, seine eigenen Erfahrungen und die Herausforderungen moderner Archäologie im Umgang mit jüngerer Geschichte, einschließlich rechtlicher Fragen und wissenschaftlicher Besonderheiten. Thomas Urban, Leiter des Stadtarchivs Witten, diskutiert, wie gesellschaftliche Impulse, etwa die Initiative der Schüler damals, Forschung und Gedenken nachhaltig beeinflussen, sodass Sachquellen noch heute zur Erinnerungskultur beitragen. Mit Spracheinspielungen von Florian Bender. Zur weiteren Recherche: Cornelia Kneppe/Thomas Poggel, Hinter jeder Nummer ein Einzelschicksal ..., in: LWL-Archäologie für Westfalen (Hg.), 100 Jahre/100 Funde, Darmstadt 2020. Claudia Theune, Spuren von Krieg und Terror. Archäologische Forschungen an Tatorten des 20. Jahrhunderts, Wien 2020. Manfred Grieger/Klaus Rudolf Völkel, Klaus Rudolf, Das Außenlager „Annener Gußstahlwerk“ (AGW) des Konzentrationslagers Buchenwald. September 1944 – April 1945, Essen 1997, abrufbar hier. Ralph Klein, Das KZ-Außenlager in Witten-Annen : Geschichte, städtebauliche Nutzung und geschichtspolitischer Umgang seit 1945. Berlin/Münster 2015.  Thomas Poggel, Die Ausgrabungen 1990/1991 in Witten-Annen, Ennepe-Ruhr-Kreis. Archäologische Untersuchung eines Außenlagers des KZ Buchenwald, in: Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe 15 (2020/2021), abrufbar hier. Thomas Poggel, Wieder entdeckt… KZ-Außenlager Witten, in: LWL-Archäologie für Westfalen (Blogbeitrag vom 11. Mai 2017), abrufbar hier. LWL-Podcast „Regionalgeschichte auf die Ohren“. Folge 1: „Die Vergangenheit ragt in die Gegenwart“, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, abrufbar hier.​ LWL-Podcast „Regionalgeschichte auf die Ohren“. Folge 6: „Ohne Zwangsarbeit wäre die deutsche Kriegswirtschaft wahrscheinlich zerborchen“, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte, abrufbar hier. Zur Folgenseite Hintergrund: Untold Stories - Westfalens verborgene Geschichte[n] erzählen Zum Themenjahr „1.250 Jahre Westfalen“ erzählt die Podcast-Serie Untold Stories in zwölf Folgen unbekannte Kapitel der Geschichte Westfalen-Lippes. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und das LWL-Medienzentrum für Westfalen nehmen mit auf eine Reise durch die Zeit. Dabei blicken wir nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart. Von unbekannten Helden bis hin zu vergessenen Ereignissen – „Untold Stories“ inspiriert und eröffnet neue Perspektiven – auf Westfalen, auf Lippe, auf Geschichte. Die Reihe wird veröffentlicht im Podcastkanal „Regionalgeschichte auf die Ohren (RadiO)“ und hier. Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr 2025 "1250 Jahre Westfalen“ gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
untold 10: Sieg der Sichtbarkeit: Queere Aufklärung in der Münsteraner Fußgängerzone 1975
2025/11/06
Juni 1975: Ein vermeintlich harmloser Verwaltungsakt wird zum Auslöser eines Aufstands. Als die Stadt Münster den Antrag auf einen Infotisch ablehnt, ahnt niemand, dass diese Entscheidung Geschichte schreiben wird. Denn die Antragstellerinnen – lesbische Frauen, die aufklären, sichtbar sein und Gleichgesinnte finden wollten – lassen sich nicht mundtot machen. Ihr Widerstand führt bis vor Gericht und verändert die Wahrnehmung queeren Lebens – in Münster und weit darüber hinaus. In dieser Folge von Untold Stories spricht Greta Civis mit der Historikerin Julia Paulus vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte über homosexuelle Frauen in Münster und deren Mut, Sichtbarkeit einzufordern – zu einer Zeit, als schon das Wort „Lesbe“ in der Zeitung verboten war. Gemeinsam beleuchten sie das Klima der 1970er-Jahre: von der Diskriminierung im Alltag, den drohenden Urteilen aufgrund moralischer Vorstellungen bis hin zu juristischen Erkämpfungen, die den Weg für queere Rechte ebneten. Paulus führt durch die Archive, in denen sich Geschichten von Solidarität und gesellschaftlichem Wandel finden – von Flugblattaktionen bis zum öffentlichen Auftritt auf der Straße. Zur weiteren Recherche empfehlen wir diesmal: Queer Münster. Eine andere Geschichte der Stadt. Ausstellungsprojekt des Seminars „Queere Geschichte(n) – Historiographie von Queerness“ im Sommersemester 2022 an der WWU Münster, abrufbar hier. Rosa Geschichten. Schwul-lesbisches Archiv Münster im Stadtarchiv Münster, abrufbar hier. Zur Folgenseite Hintergrund: Untold Stories - Westfalens verborgene Geschichte[n] erzählen Zum Themenjahr „1.250 Jahre Westfalen“ erzählt die Podcast-Serie Untold Stories in zwölf Folgen unbekannte Kapitel der Geschichte Westfalen-Lippes. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und das LWL-Medienzentrum für Westfalen nehmen mit auf eine Reise durch die Zeit. Dabei blicken wir nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart. Von unbekannten Helden bis hin zu vergessenen Ereignissen – „Untold Stories“ inspiriert und eröffnet neue Perspektiven – auf Westfalen, auf Lippe, auf Geschichte. Die Reihe wird veröffentlicht im Podcastkanal „Regionalgeschichte auf die Ohren (RadiO)“ und hier. Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr 2025 "1250 Jahre Westfalen“ gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
untold 9: Westfalen im Sack: Wie eine Heimatstube Popkultur wurde
2025/10/16
In dieser Folge von „Untold Stories – Westfalens verborgene Geschichte[n]“ dreht sich alles um ein Museum, das so kurios wie charmant ist: das Sackmuseum in Nieheim. Moderatorin Greta Civis begibt sich gemeinsam mit Hauke Kutscher vom LWL-Museumsamt sowie Michael Rasche und Rainer Tomm vom Heimatverein Nieheim auf eine Spurensuche durch ein Haus, das sich ganz den Säcken, Beuteln und Tüten verschrieben hat. Was zunächst nach einem skurrilen Konzept klingt, entpuppt sich als lebendige Auseinandersetzung mit Geschichte, Engagement und Gemeinschaft. Die Folge zeigt, wie aus einem ehemaligen Kornhaus ein Museum mit außergewöhnlichem Profil wurde – und wie es der Ort geschafft hat, aus der Idee eines Sackmuseums ein bundesweit bekanntes Beispiel selbstironischer Regionalkultur zu machen. Dabei geht es auch um die Menschen hinter den Kulissen: um das ehrenamtliche Engagement des Heimatvereins, um die Frage, warum Heimatmuseen gerade in ländlichen Regionen eine kulturelle und soziale Klammer sind, und wie vergessene Berufe wie Sackmaler und Sackflicker wieder lebendig werden. Zur Folgenseite Hintergrund: Untold Stories - Westfalens verborgene Geschichte[n] erzählen Zum Themenjahr „1.250 Jahre Westfalen“ erzählt die Podcast-Serie Untold Stories in zwölf Folgen unbekannte Kapitel der Geschichte Westfalen-Lippes. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und das LWL-Medienzentrum für Westfalen nehmen mit auf eine Reise durch die Zeit. Dabei blicken wir nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart. Von unbekannten Helden bis hin zu vergessenen Ereignissen – „Untold Stories“ inspiriert und eröffnet neue Perspektiven – auf Westfalen, auf Lippe, auf Geschichte. Die Reihe wird veröffentlicht im Podcastkanal „Regionalgeschichte auf die Ohren (RadiO)“ und hier. Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr 2025 "1250 Jahre Westfalen“ gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
untold 8: Kalter Krieg vor der Haustür: Westfalen und Lippe zwischen Ost und West
2025/10/01
Geheimnisvolle Bunker, streng bewachte Waffenlager und Bedrohung als Alltagsgefühl:  Der Kalte Krieg hat Westfalen und Lippe tief geprägt, obwohl die Region weit von der innerdeutschen Grenze entfernt lag. Wie hat sich das  internationale Kräftemessen zwischen Ost und West auf das Leben der  Menschen, auf Alltag und Politik ausgewirkt? Welche Spuren sind bis heute sichtbar – und wie wurde aus Angst auch Engagement, als  Hunderttausende auf die Straßen gingen, um gegen das Wettrüsten zu protestieren?Dr. Claudia Kemper vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte erörtert die materielle und emotionale Seite des Kalten Krieges in Westfalen. Welche Parallelen gibt es zur aktuellen Situation? Welchen Umgang finden und fanden Mensch mit Krisen und Kriegsgefahr?Eine Folge über bedrohliche Zeiten, die Kraft der Friedensbewegung und wie manchmal auch etwas glimpflich ausgeht. Weiterlesen: Thomas Küster, Mauerfall und Friedensdividende. Westfalen nach 1989, Münster 2024. Claudia Kemper, Der „Osten“ ganz nah? Geflüchtete, Vertriebene und die deutsche  Teilung im Stadtgedächtnis, in: Christoph Lorke (Hg.), Gütersloh –  Geschichte einer Stadt 1945-2025, Münster 2025, S. 249-271. Claudia Kemper, Prekärer Balanceakt. Die komplexe Konfliktkultur des Kalten Krieges, in: Markus Thurau (Hg.), Konfliktkulturen in Geschichte und Gegenwart, Göttingen 2024, S. 43-58. Claudia Kemper/Christoph Lorke, Ungleichheiten ohne Region. Beobachtungen zum Wandel der Debatte über  gleichwertige Lebensverhältnisse seit 1990, in: Jahrbuch Deutsche Einheit 2023, Berlin 2024, S. 85-114. Claudia Kemper, Bomben vor Ort. Globale Kritik und regionaler Protest während des Kalten Krieges, in: Matthias Frese/Thomas Küster/Malte Thießen (Hg.),  Varianten des Wandels. Die Region in der jüngsten Zeitgeschichte 1970-2020, Paderborn 2023, S. 31-61. Christian Schaaf/Michael Zametzer (Autoren)/Eva Kötting/Heike Simon (Red.), Claudia Kemper (im Interview), WIE WAR DAS DAMALS? – Als wir schon einmal Angst vor dem Atomkrieg hatten [Audio-Podcast], abrufbar hier. Hintergrund: Untold Stories - Westfalens verborgene Geschichte[n] erzählen Zum Themenjahr „1.250 Jahre Westfalen“ erzählt die Podcast-Serie Untold Stories in zwölf Folgen unbekannte Kapitel der Geschichte Westfalen-Lippes. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und das LWL-Medienzentrum für Westfalen nehmen mit auf eine Reise durch die Zeit. Dabei blicken wir nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart. Von unbekannten Helden bis hin zu vergessenen Ereignissen – „Untold Stories“ inspiriert und eröffnet neue Perspektiven – auf Westfalen, auf Lippe, auf Geschichte. Die Reihe wird veröffentlicht im Podcastkanal „Regionalgeschichte auf die Ohren (RadiO)“ und hier. Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr 2025 "1250 Jahre Westfalen“ gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
untold 7: Göttin im Gewerbegebiet. Der Sri Kamadchi Ampal Tempel in Hamm
2025/09/11
2002 wurde Europas größter hinduistischer Tempel südindischen Stils eingeweiht. Seitdem reisen jährlich zehntausende Hindus aus Europa nach Hamm in Westfalen – genauer, in ein Gewerbegebiet am Rande der Stadt, in Hamm-Uentrop – denn dort steht der Sri Kamadchi Ampal Tempel. Wie es dazu kam und wie es sich überhaupt verhält mit neuen Religionen und religiösen Orten in Westfalen und darüber hinaus, das bespricht Dr. Greta Civis vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte mit Gästen in der neuen Folge von "Untold Stories". Dank an: Prof. Martin Baumann, Ulrich Kroker, Dr. Beate Löffler, Dr. Sandhya Marla-Küsters, Priester Siva Sri Arumugam Paskarakurukkal und Sohn, Dr. Julia Paulus für Statements, Interviews und Hintergrundgespräche.  Weiterlesen: Martin Baumann, Migration, Religion, Integration. Buddhistische Vietnamesen und hinduische Tamilen in Deutschland. Würzburg 2000. Beate Löffler /Dunja Sharbat Dar (Hrsg.), Sakralität im Wandel. Religiöse Bauten im Stadtraum des 21. Jahrhunderts in Deutschland. Berlin 2022. Sandhya Marla-Küsters, Diaspora-Religiosität im Generationenverlauf. Die zweite Generation tamilischer Hindus in Nordrhein-Westfalen. Würzburg 2015. Matthias Frese / Julia Paulus (Hrsg.), Willkommenskulturen? Re-Aktionen auf Flucht und Vertreibung in der Aufnahmegesellschaft der Bundesrepublik. Paderborn 2020. Zur Folgenseite Hintergrund: Untold Stories - Westfalens verborgene Geschichte[n] erzählen Zum Themenjahr „1.250 Jahre Westfalen“ erzählt die Podcast-Serie Untold Stories in zwölf Folgen unbekannte Kapitel der Geschichte Westfalen-Lippes. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und das LWL-Medienzentrum für Westfalen nehmen mit auf eine Reise durch die Zeit. Dabei blicken wir nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart. Von unbekannten Helden bis hin zu vergessenen Ereignissen – „Untold Stories“ inspiriert und eröffnet neue Perspektiven – auf Westfalen, auf Lippe, auf Geschichte. Die Reihe wird veröffentlicht im Podcastkanal „Regionalgeschichte auf die Ohren (RadiO)“ und hier. Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr 2025 "1250 Jahre Westfalen“ gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Reformorientierung nach der Katastrophe? Ambivalenzen, Kontinuitäten und Brüche an westfälischen ‚Blinden- und Taubstummenanstalten‘ zwischen 1933 und 1965
2025/07/17
Die Gruppe der Blinden und Gehörlosen ist eine der Opfergruppen des Nationalsozialismus: Am 1. Januar 1934 trat das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“, kurz „GzVeN“, in Kraft. Es diente dazu, so genannte Erbkranke durch Zwangssterilisierung von der Fortpflanzung auszuschließen. ‚Erbliche Blindheit‘ und ‚erbliche Taubheit‘ wurden von den Nationalsozialisten dazu gezählt. Die Opfer hatten bis in die 1980er Jahre weder Anspruch auf Rente noch auf Entschädigungszahlungen, da diese Zwangssterilisierungen in der Bundesrepublik nicht als genuin nationalsozialistisches Verbrechen galten. „Die Geschichte gehörloser und auch blinder Menschen hat in der Bundesrepublik und besonders in Westfalen bisher viel, viel zu wenig Aufmerksamkeit erfahren“, sagt Dr. Jens Gründler. In dieser Folge spricht der wissenschaftliche Referent für Wirtschafts- und Sozialgeschichte des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte mit Susanne Kneer über seine Forschungen zur Geschichte von „Blinden- und Taubstummenanstalten“, wie Einrichtungen für blinde und gehörlose Kinder bis in die NS-Zeit genannt wurden. Die Forschungen wurden durch das LWL-Dezernat Jugend und Schule in Kooperation mit der LWL-Kulturabteilung beauftragt. Archivierte Personalakten von Direktoren und Lehrkräften aus der NS-Zeit und den Jahren danach geben tiefe Einblicke, inwieweit sie in die Parteiarbeit eingebunden waren, welche Funktionen und Aufgaben sie wahrnahmen und wie durch sie das „GzVeN“ auch innerhalb ihrer Schüler:innenschaft nwendung fand. Auch Nachkriegsbiografien und -karrieren lassen sich so z.T. sehr genau nachzeichnen. Anhand zeitgenössischer Heiratsannoncen aus den 1960er und 1970er Jahren wird deutlich, wie tief und nachhaltig die Eugenik und das „GzVeN“ der Nationalsozialisten selbst in Communities blinder und gehörloser Menschen Einzug zu halten vermocht hatten.
untold 6: Gütersloh Untold - was erzählt historische Forschung /nicht/
2025/06/26
In der neuen Episode von „Untold Stories“ des LWL-Instituts für westfälische Regionalgeschichte nehmen wir das frisch erschienene Werk „Gütersloh: Geschichte einer Stadt (1945–2025)“ zum Anlass, um über das Erzählen – und das Nicht-Erzählen – von Geschichte zu sprechen. Doch was schafft es in einen 600-seitigen Sammelband – und was bleibt draußen? Welche Geschichten werden erzählt, welche Themen ausgeklammert, und warum?  Zusammen mit Christoph Lorke (Herausgeber des Sammelbandes, Projektleiter), Julia Kuklik (Archivarin im Stadtarchiv Gütersloh) und Philipp Erdmann (Historiker und Archivar, Beitrag zur Erinnerungskultur) beleuchtet die Folge die Auswahlprozesse historischer Forschung, die Rolle der Quellenlage und die Herausforderungen, Geschichte einer Mittelstadt wie Gütersloh zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schreiben. Wir besprechen, wie Stadtgeschichte komplex und dynamisch geschrieben wird, wie Quellenlage, gesellschaftliche Erwartungen und historische Forschung zusammenwirken und wie eine Stadtgeschichte nicht nur Vergangenheit dokumentiert, sondern auch aktuelle Debatten und Erinnerungen lebendig hält.   Im Podcast erwähnte Literatur: Christoph Lorke (Hg.), Gütersloh. Geschichte einer Stadt (1945–2025), Gütersloh/Münster 2025Zum „Pennäler“: Thomas Küster, Das Erlernen des Dialogs. Veränderungen des gesellschaftlichen Klimas nach 1968 am Beispiel eines Gütersloher Gymnasiums, in: Matthias Frese/Julia Paulus/Karl Teppe (Hg.), Demokratisierung und gesellschaftlicher Aufbruch. Die sechziger Jahre als Wendezeit der Bundesrepublik, Paderborn 2003, S. 683–705.Zur Folgenseite Hintergrund:Untold Stories - Westfalens verborgene Geschichte[n] erzählen Zum Themenjahr „1.250 Jahre Westfalen“ erzählt die Podcast-Serie Untold Stories in zwölf Folgen unbekannte Kapitel der Geschichte Westfalen-Lippes. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und das LWL-Medienzentrum für Westfalen nehmen mit auf eine Reise durch die Zeit. Dabei blicken wir nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart. Von unbekannten Helden bis hin zu vergessenen Ereignissen – „Untold Stories“ inspiriert und eröffnet neue Perspektiven – auf Westfalen, auf Lippe, auf Geschichte.   Die Reihe wird veröffentlicht im Podcastkanal „Regionalgeschichte auf die Ohren (RadiO)“ und hier   Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr 2025 "1250 Jahre Westfalen“ gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
untold 5: Der Friedensreiter. Westfälische (Film)Geschichte in drei Akten
2025/06/05
Im November 1918, während Deutschland im Umbruch ist und die Novemberrevolution das Ende des Kaiserreichs einläutet, entsteht im Münsterland ein außergewöhnlicher Film: „Der Friedensreiter“. Dieser erste westfälische Spielfilm, lange Zeit verschollen, erzählt vor dem Hintergrund der Friedensverhandlungen von Münster und Osnabrück 1648 eine dramatische Geschichte um Krieg, Frieden, Intrigen und Liebe. Im Mittelpunkt stehen der fiktive Rittmeister Wolf von Dülken, die mutige Elsbeth und die geheimnisvolle Victorine de Brion – Figuren, die in ein Netz aus Spionage und Verrat verwickelt sind, während mythisch der Friedensreiter über das Geschehen wacht.   In dieser Folge von „Untold Stories“ besprechen Prof. Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Medienzentrums, und Dr. Bernd Thier, Historiker am Stadtmuseum Münster drei Zeitschichten des wiederentdeckten Films: von einer historischen Einordnung der Filmhandlung und der Bedeutung des Friedensreiters als Symbolfigur über die Entstehungsgeschichte zwischen Krieg und Revolution, der zeitgenössischen Rezeption des innovativen Historienfilms bis zur Geschichte der Wiederauffindung.   Zur weiteren Recherche empfehlen wir diesmal:   Einen Besuch in Münster – im Stadtmuseum und auch in der Stadt.  Zur Folgeseite Hintergrund: Untold Stories. Westfalens verborgene Geschichte[n] erzählen   Zum Themenjahr „1.250 Jahre Westfalen“ erzählt die Podcast-Serie Untold Stories in zwölf Folgen unbekannte Kapitel der Geschichte Westfalen-Lippes. Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und das LWL-Medienzentrum für Westfalen nehmen mit auf eine Reise durch die Zeit. Dabei blicken wir nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart. Von unbekannten Helden bis hin zu vergessenen Ereignissen – „Untold Stories“ inspiriert und eröffnet neue Perspektiven – auf Westfalen, auf Lippe, auf Geschichte.   Die Reihe wird veröffentlicht im Podcastkanal „Regionalgeschichte auf die Ohren (RadiO)“und hier: https://www.lwl-regionalgeschichte.de/de/vermittlung/untold/ Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr 2025 "1250 Jahre Westfalen“ gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
untold 4: über 300 mal "Alle Rädern stehen still": Gastarbeiter:innen streiken spontan 1973
2025/05/22
In der vierten Folge von Untold Stories geht es in das Jahr 1973, als in Westdeutschland über 300 spontane Streiks die Republik erschütterten. Im Mittelpunkt stehen die Gastarbeiter:innen, die für bessere Arbeitsbedingungen, gerechte Bezahlung und Gleichbehandlung kämpften – und damit nicht nur die Betriebe, sondern auch die Gesellschaft herausforderten. Zu Gast sind Irina Vavitsa, Zeitzeugin und Mitstreiterin beim Streik im Hella-Werk in Lippstadt, sowie Historiker Tim Zumloh vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte. Gemeinsam blicken sie auf die Ursachen der Streikwelle: Lohndiskriminierung, fehlende Mitsprache und die Erfahrung, trotz harter Arbeit als „Fremde“ behandelt zu werden. Wir besprechen, wie aus alltäglicher Ungleichbehandlung und Unmut eine Bewegung entstand – und wie die Streikenden, oft ohne Unterstützung von Gewerkschaft oder Betriebsrat, für ihre Rechte eintraten. Irina Vavitsa berichtet von der Atmosphäre im Betrieb, der Rolle der Dolmetscher, der Kraft des Zusammenhalts und der Solidarität, die die Streikenden – trotz medialer Anfeindungen – aus der Region erfuhren. Auch die unterschiedlichen Reaktionen von Gewerkschaften und Öffentlichkeit werden thematisiert: von moralischer Unterstützung bis zu offener Ablehnung und Hetze. Eine Folge, die ein bislang wenig beachtetes Kapitel der westfälischen und deutschen Geschichte aufschlägt, das bis heute nachwirkt. Eine Folge über Mut und die Kraft, Geschichte zu verändern – erzählt aus der Perspektive derjenigen, die sie geschrieben haben.   Im Podcast erwähnte Literatur: Thordis Kokot, Mehr als „Gastarbeiter“. Ein biografisches Fallbeispiel aus Lippstadt zur Vielschichtigkeit der Arbeitsmigration in den 1960er und 1970er Jahren, in: Westfalen/Lippe – historisch. Blog der Historischen Kommission für Westfalen, 17. Januar 2025, abrufbar hier.​ Das Zitat von Orhan Çalışır stammt aus dem Text:Orhan Çalışır, Ein heisser Sommer in Bielefeld-Brackwede, in: Nicola Cafaro/Birgit Hüttner/Ceren Tekin (Hg.), Gelingende und misslingende Solidarisierungen. Spontane Streiks in Westdeutschland um 1973, Berlin 2023, S. 83–87, abrufbar ⁠hier⁠.Eingelesen wurde es von Florian Bender.Zur Folgenseite Die Reihe wird veröffentlicht im Podcastkanal „Regionalgeschichte auf die Ohren (RadiO)“und auf der LWL - Website. Mehr Informationen auf der LWL Website ⁠hier⁠ Das Projekt wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr 2025 "1250 Jahre Westfalen“ gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

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