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Quotenmeter

Werben im Podcast: Quotenmeter

Dieser Podcast hat
419 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Quotenmeter
Explizit
Nein
Erstellt am
2019/10/25
Neueste Episode
2026/10/16
Durchschnittsdauer
44 min.
Veröffentlichungsintervall
5 Tage

Beschreibung

Über aktuelle Themen aus Fernsehen, Kino und Radio informiert und unterhält Quotenmeter.FM. Egal ob es um eine neue Serie, eine abgesetzte Show, einen erfolgreichen Trend oder einen spannenden Film geht - das Quotenmeter-Team diskutiert in lockerer Atmosphäre immer am Wochenende über die wichtigsten Themen aus der TV-Branche. Mit TV-Tipps, spannenden Rubriken, Gästen und vielem mehr.

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Ausgabe 890: Wie das «Jenke. Experiment» Quotenmeter den Schlaf raubt (16.10.2026)
2026/10/16
Nach Informationen des Robert Koch-Instituts haben rund ein Drittel der Deutschen Ein- oder Durchschlafprobleme. Wie das „Deutsche Ärzteblatt“ berichtete, schlafen die Menschen im Schnitt schlechter als noch vor 15 Jahren. Die Autoren vermuten, dass beispielsweise die Smartphone-Nutzung sowie gesellschaftliche und militärische Krisen die Menschen wach halten. Für ProSieben hat sich Jenke von Wilmsdorff auf die Suche nach dem perfekten Schlaf gemacht. Das «Jenke. Experiment» wurde allerdings unter dem Titel „Schlaflos – Wie uns schlechter Schlaf krank macht“ angekündigt. Haben die Autoren des Films etwa Ein- und Durchschlafprobleme mit der Schlafqualität verwechselt? In dieser Pseudo-Reportage kommt beispielsweise Schlafcoach Günther Amann-Jennson aus Österreich zu Wort. Außerdem testet Jenke mit seinem Sohn Jánik krude Mittel aus dem Ausland. Die Dokumentation endet nicht etwa mit dem Hinweis, dass Betroffene doch bitte ihren Hausarzt aufsuchen sollten, sondern mit einem 19.000 Euro teuren Bett. Mitgründer des Unternehmens SAMINA, das Bett- und Schlafsysteme anbietet, ist im Übrigen Günther Amann-Jennson. Mario Thunert und Fabian Riedner haben sich nicht nur das «Jenke»-Experiment angeschaut, sondern auch die «MaiThink X»-Episode über Schlaf.
«Thunerts Thema»: Die Türkei vor der Zerreißprobe – Wechselstimmung im Würgegriff (14.10.2026)
2026/10/14
Die politische und öffentliche Stimmung in der Türkei spitzt sich zu: Immer mehr Oppositionspolitiker, Bürgermeister und regierungskritische Stimmen geraten ins Visier der Justiz. Besonders im Fokus stand Ekrem İmamoğlu, der populäre Istanbuler Bürgermeister und aussichtsreiche Herausforderer von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der seit Monaten in Haft sitzt. Auch Protestbewegungen auf den Straßen werden mit harten Bandagen angegangen. Darüber spricht Mario Thunert in einer neuen Ausgabe von «Thunerts Thema» mit Dr. Yaşar Aydın vom Centrum für angewandte Türkeistudien (CATS) der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Der Türkei-Experte analysiert die juristischen Verfahren gegen oppositionelle Politiker und erklärt, warum er kaum Chancen auf eine baldige Revision der Urteile sieht. Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit die Justiz politisch instrumentalisiert wird und welche Rolle Untersuchungshaft als Druckmittel spielt. Zugleich richtet sich der Blick auf die Kräfteverhältnisse vor den nächsten Präsidentschaftswahlen. Eine neue Oppositionspartei unter Führung von Özgür Özel könnte Erdoğan gefährlich werden – zumal die Opposition laut Aydın inzwischen auch Wählerinnen und Wähler aus konservativen und religiösen Milieus erreicht. Doch welche Chancen hat diese Bewegung, wenn ihre Führungspersonen juristisch unter Druck stehen und sich Teile der Opposition voneinander entfernen? Eine zentrale Rolle spielt außerdem die Medienlandschaft der Türkei. Wie unabhängig können Journalistinnen und Journalisten noch arbeiten? Welche Bedeutung haben regierungsnahe Medien, mutmaßliche Troll-Netzwerke und Desinformation in sozialen Netzwerken wie TikTok und X? Aydın beschreibt ein Mediensystem, in dem regierungskritische Stimmen zwar weiterhin existieren, ihre Arbeit aber unter erheblichem finanziellen und juristischen Druck steht. Damit stellt sich nicht zuletzt die Frage, ob freie Berichterstattung und faire Wahlbedingungen in der Türkei künftig noch gewährleistet sein werden.
Ausgabe 889: «Promi Big Brother»: Was kann die Show noch im Jahr 2026? (09.10.2026)
2026/10/09
Am Montag, 5. Oktober 2026, startete Sat.1 die 14. Staffel von «Promi Big Brother». Bereits zum 13. Mal führt Jochen Schropp durch die Show, Marlene Lufen ist seit dem Sommer 2018 an Bord. Im vergangenen Jahr gewann Jimi Blue Ochsenknecht die Show, nachdem er aufgrund eines Strafverfahrens in die Boulevardschlagzeilen geraten war. In diesem Jahr casteten EndemolShine Germany und Rainer Laux Productions unter anderem Nadja Benaissa, die mit der Girlgroup No Angels ihre Erfolge feierte. Über ihre Tiefpunkte im Leben schweigt sich die Reality-Show allerdings aus. Das frühere «Kommissar Rex»-Herrchen Gedeon Burkhard schwärmt unterdessen von seiner Beziehung mit zwei Frauen gleichzeitig. Neben Gastronom René Dost sind auch zahlreiche Reality-Darsteller wie Tessa Bergmeier, Maurice Dziwak, Godfrey Egbon, Nikola Glumac, Kim Virginia Hartung, Anouschka Renzi und Erotikdarstellerin Francesca Morgese dabei. Das Bild wird von Podcasterin Gia Georgina (Ex-Freundin von Sido seit Dezember 2024), dem ehemaligen Fußballer Christian Lell und Axel Schulz abgerundet. In dieser Woche bewerten Mario Thunert und Fabian Riedner die diesjährige Auflage von «Promi Big Brother». Es werden die Darsteller unter die Lupe genommen, das Set bewertet und schließlich auch die Erzählung untersucht. Außerdem gehen die beiden der Frage nach, warum Melissa Khalaj nicht mehr bei «Promi Big Brother – Die Late Night Show» dabei ist. In diesem Jahr führt Jochen Bendel alleine die Gespräche mit Gästen wie Julian F. M. Stöckel, Daniela Büchner, Matthias Mangiapane, Kate Merlan oder Tanja Tischewitsch.
Ausgabe 888: «Inside CDU» zum Tag der Deutschen Einheit (02.10.2026)
2026/10/02
Während die Bundesrepublik am Samstag den Tag der Deutschen Einheit feiert, spricht der Quotenmeter-Podcast über die Demokratie. Das Land der Dichter und Denker erlebt derzeit eine deutliche Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse. Die Alternative für Deutschland (AfD) konnte bei mehreren Landtagswahlen stark zulegen, während Die Linke insbesondere in Berlin deutlich hinzugewann. Themen wie Migration, steigende Lebenshaltungskosten und die Wohnungsnot prägen gleichzeitig die politischen Debatten. Fest steht, dass viele gesellschaftliche Konflikte inzwischen mit großer Härte ausgetragen werden. In deutschen Großstädten fehlen zehntausende Wohnungen, vielerorts sind die Mieten in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Teilweise werden selbst sanierungsbedürftige Immobilien in Berlin, Hamburg oder München zu hohen Preisen angeboten. Solche sozialen Fragen gehören zu den Themen, mit denen sich auch die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz auseinandersetzen muss. Die zweite Staffel von «Inside CDU» zeigt in vier Folgen, mit welchen Problemen die Partei derzeit zu kämpfen hat. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rutschte die CDU um 19,9 Prozentpunkte auf 17,2 Prozent ab. Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wurde mit 43,8 Prozent deutlich stärkste Kraft. In Mecklenburg-Vorpommern ging die AfD ebenfalls als stärkste Partei aus der Wahl hervor, während die CDU mit 4,9 Prozent den Einzug in den Landtag verpasste. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus holte Die Linke 25,7 Prozent der Zweitstimmen und lag damit vor der CDU mit 18,8 Prozent und der AfD mit 16,3 Prozent. AfD und Linke konnten damit bei wichtigen Wahlen in diesem Herbst deutlich hinzugewinnen. Was sagt das über die politische Mitte aus? Warum verliert die CDU so stark an Zustimmung und wem nutzt die zunehmende Verschiebung des Parteiensystems? Darüber sprechen Fabian Riedner und Mario Thunert in der neuen Ausgabe von Quotenmeter.FM.
Ausgabe 887: Das Aus vom «ZDF Magazin Royale» (25.09.2026)
2026/09/25
Recht überraschend veröffentlichte das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) Mitte September die Mitteilung, dass das «ZDF Magazin Royale» zum Jahresende eingestellt wird. ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke bekräftigte zwar die weitere Zusammenarbeit, konnte aber kein konkretes Projekt vorweisen. Das heißt vermutlich auch, dass im Zuge des einjährigen Vertrages auch «Böhmi brutzelt» und «ZDF Magazin Royale vor Ort» beendet werden. In den vergangenen Tagen haben überregionale Tageszeitungen wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ oder die „Süddeutsche Zeitung“ über das Ende der Fernsehshow berichtet. Ursprünglich startete Böhmermann im Herbst 2013 mit dem «Neo Magazin» beim Fernsehsender ZDFneo. Dort bekam er zunächst eine halbstündige Satireshow, die nach zwei Jahren auch im ZDF ausgestrahlt wurde. Zunächst wurde er von Sänger Dendemann begleitet, ehe das Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld auf der Bühne stand. Genau die Zusammenarbeit mit dem Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld wirft Fragen auf. Schließlich wurde die Live-Tour, die für Januar 2027 geplant war, kurzfristig ebenfalls abgesagt. Das könnte darauf hindeuten, dass es hinter den Kulissen doch zu Unstimmigkeiten kam. Mario Thunert und Fabian Riedner haben sich ausführlich mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt und fühlen dem Thema auf den Zahn.
Marios Mikro-Monolog: Folge 1: KI-Gemetzel bei «Ulrich Wetzel» (23.09.2026)
2026/09/23
Mit «Marios Mikro-Monolog» startet eine neue, lose Podcast-Reihe abseits von „Thunerts Thema“. Im Mittelpunkt stehen kleine, oftmals übersehene Details medialer Inhalte, die bei genauer Betrachtung erstaunlich viel über eine Sendung und ihre Machart verraten können. Dafür nimmt Mario Thunert einzelne Ausschnitte ganz genau unter die Lupe – oder besser gesagt: vor das Fernglas. Zum Auftakt geht es um den umstrittenen Einsatz künstlicher Intelligenz in der RTL-Gerichtsshow «Ulrich Wetzel». Dabei werden zunächst die Hintergründe aufgearbeitet und auch Missverständnisse sowie Widersprüchlichkeiten angesprochen, die rund um die Diskussion entstanden sind – unter anderem bei Quotenmeter.fm. Anschließend beginnt der Rewatch: Konkrete Sequenzen werden detailliert analysiert und mit Zeitangaben nachvollziehbar gemacht. Was lässt sich aus einzelnen KI-generierten Szenen tatsächlich ablesen? Und warum können gerade Fehlinterpretationen und vermeintliche Kleinigkeiten auf grundsätzliche Probleme beim Einsatz von KI hinweisen? „Marios Mikro-Monolog“ versteht sich als Experiment und lädt dazu ein, die analysierten Ausschnitte selbst in der Mediathek anzusehen und die eigenen Eindrücke mit denen des Podcasts abzugleichen.
Ausgabe 886: «Beauty in Black»: Was taugt Tyler Perrys Serie? (18.09.2026)
2026/09/18
Der 57-jährige Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Tyler Perry ist seit Jahren erfolgreich unterwegs. Mit seinem Unternehmen produziert Perry in einem Studiokomplex in Atlanta verschiedene Serien und Filme für die Paramount-Tochter BET sowie die Streamingdienste Prime Video und Netflix. Zu seinen bekanntesten Werken gehört der Film «The Six Triple Eight», der bei Netflix über 52 Millionen Abrufe generierte. Im August 2026 veröffentlichte Netflix zudem die dritte Staffel der Serie «Beauty in Black», in der Taylor Polidore Williams die junge Prostituierte Kimmie Bellarie spielt. Gemeinsam mit Rain (Amber Reign Smith) wird sie von den Zuhältern und Zuhälterinnen in der Branche ausgenutzt. Bei einer Schönheitsoperation in ihrem Motelzimmer gerät Rain in schwere körperliche Schwierigkeiten, während Kimmie auf die Chefs des Bordells trifft. Doch die Serie ist nicht ambivalent, sondern geradezu schablonenartig gezeichnet, und die Figuren werden allesamt mit dem Holzhammer charakterisiert. Außerdem werfen Mario Thunert und Fabian Riedner einen Blick auf die neue VOX-Serie «Club der roten Bänder – Die neue Generation», die seit Anfang September bei VOX ausgestrahlt wird. Im Mittelpunkt stehen die fünf Jugendlichen Elias, Charlie, Philipp, Nora und Yannik, die sich in einem Krankenhaus kennenlernen und ihre Diagnosen über sich ergehen lassen müssen. Bantry Bay Productions verpflichtete die früheren Autoren Felix Binder und Aki Wegner sowie den neuen Headautor Adrian Spring und Kirsten Loose.
Ausgabe 885: KI-Folgen von «Ulrich Wetzel» - Muss das sein? (11.09.2026)
2026/09/11
Constantin Entertainment und RTL versuchen mit künstlicher Intelligenz noch einmal die Kosten vom Nachmittagsprogramm zu senken. In der Woche vom 7. Bis 11. September 2026 laufen fünf Ausgaben von «Ulrich Wetzel - Das Strafgericht», die aus alten Geschichten bestehen. Inga Leschek, Chief Content Officer, und Otto Steiner, Geschäftsführer von Constantin Entertainment, machten sich in einer eigenes publizierten Pressemitteilung für dieses Unterfangen stark. Das Ergebnis ist schlechtes Fernsehen, wie Mario Thunert und Fabian Riedner finden. Die veränderten Episoden sind zum Teil kaum erkennbar, wenn man wie Thunert und Riedner nur Gelegenheitszuschauer ist. Dennoch kann diese Praxis dazu führen, dass der Ausverkauf des Fernsehens weiter geht. Damit wollen die Verantwortlichen langfristig die Produktionskosten weiter senken. Für die Stammzuschauer des RTL-Nachmittags ist dies auch noch ein Schlag ins Gesicht, wenn Episoden wild umhergeschnitten werden. Ein weiteres Thema ist die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises, weil nicht etwa Markus Lanz als bester Moderator einen Preis gewann. Es war nämlich vielmehr so, dass seine Talkshow «Markus Lanz» als beste Informationssendung des gesamten Landes innerhalb eines Jahres gewann. Das ist schon eine Überraschung, schließlich produziert Das Erste und das ZDF insgesamt sieben Politikmagazine. KORREKTUR: Beim beschriebenen Arzt (Dr. Hornig) mit scheinbar 'weicheren' Gesichtszügen, 'höheren' Haaren und lila Hemd handelt es sich nicht (wie zunächst vermutet) um ein generatives KI-Abbild des Schauspielers, angelehnt an die Folge "Zahnarzt wird Edel-Dating-App zum Verhängnis" vom 10.10.2022, sondern um den wirklichen Schauspieler, der in Folge 80 "Du hast meine Frau geschwängert" (10.03. 2023) erneut mitspielte - diese Folge bildete die Grundlage der neu geschnittenen KI-Folge. Zwar wurde sein körperliches Erscheinungsbild entgegen der fälschlichen Interpretation im Podcast also nicht bearbeitet, aber es wurden ihm einige Satzfragmente per KI-Verfahren in den Mund gelegt, die er in der ursprünglichen Version nicht gesagt hatte. In der skizzierten KI-Folge bestand die größte Veränderung vor allem aus dem Einfügen eines neuen Angeklagten (Ben Mirwald, grauer Zopf), dessen Darsteller ursprünglich in einer anderen Folge auftrat. In der KI-Folge löste jenes Replacement eine jüngere Figur ab, die im damaligen Original ein oranges Oberteil trug.
Ausgabe 884: Kreativer Urlaub für Florida TV? (04.09.2026)
2026/09/04
Als ProSieben im Juli 2012 die erste Folge von «Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt» ausstrahlte, saßen 1,80 Millionen Fernsehzuschauer vor den deutschen Bildschirmen. Die Spielshow mit Joachim Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf fesselte 1,36 Millionen Werberelevante, es wurden sagenhafte 15,5 Prozent Marktanteil eingefahren. Trotz toller Bilder und wahnsinniger Aktionen sank das Interesse über die Jahre. Schließlich wurde das Duo Joko & Klaas auch älter, weshalb ab Ende 2018 Prominente die Reisen antreten mussten. Am 14. Dezember 2025 endete das Format mit 0,65 Millionen Fernsehzuschauern. Die neue Show «Joko & Klaas machen Urlaub» ist eine Weiterentwicklung der ehemaligen Action-Spielshow, in der Heufer-Umlauf und Winterscheidt nun gemeinsam auf Reisen gehen. Allerdings fehlt der Sendung die Action, die man aus früheren Zeiten kennt. Für Mario Thunert und Fabian Riedner ist «Joko & Klaas machen Urlaub» kein schlechtes Fernsehen, aber eben auch kein Pflichtprogramm. Hätte man «Joko gegen Klaas – Das Duell um die Welt» nie gesehen, wäre die neue Show tatsächlich eine Einschaltempfehlung. Doch bei der neuen Reiseshow glaubt man eher, dass die Berliner Produktionsfirma Florida TV selbst eine kreative Auszeit genommen hat – denn selbst wenn man das Rad nicht neu erfinden wollte, hätte man doch zumindest mehr Unterschiede in Erzählart und Bildsprache auf den Weg bringen können.
«Thunerts Thema»: Fanstimmung im Weltfußball - Viele Kurven, verzweigte Wege und die Suche nach der breiten Bewegung
2026/09/02
Der geplatzte Investoren-Deal rund um FIFA-Präsident Gianni Infantino sorgt auch unter Fußballfans für Diskussionen über den Einfluss von Geld, Verbänden und Funktionären auf den Sport. Doch wie groß ist der Unmut tatsächlich – und lässt sich daraus eine gemeinsame Bewegung der Fans ableiten? Mario Thunert spricht darüber mit Jost Peter, Fan-Experte und Vorstandsvorsitzender von Unsere Kurve e.V. Bei «Thunerts Thema» ordnet Peter die Stimmungen in den Fanlagern ein und erklärt, warum die FIFA als Veranstalter zunehmend auf Distanz zu vielen Fans gerät, während die Weltmeisterschaft als sportliches Ereignis weiterhin eine enorme Bedeutung besitzt. Dabei zeigt sich jedoch schnell: Die Fans gibt es nicht. Die deutsche Fanlandschaft ist vielfältig organisiert – von Fanabteilungen, Dachverbänden und Supporters Clubs über „Unsere Kurve“ bis hin zu den Fanszenen und Ultras. Peter erläutert, wie diese unterschiedlichen Strukturen zusammenarbeiten, wo ihre jeweiligen Stärken liegen und warum gemeinsame Aktionen zwar möglich sind, eine einheitliche Massenbewegung aber nur schwer entsteht. Gerade bei der Auseinandersetzung um Investoren im deutschen Fußball habe sich gezeigt, welches Gewicht Vernetzung und abgestimmtes Handeln entwickeln können. Im Gespräch geht es deshalb auch um die Frage, wie viel Einfluss Fans auf die großen Entscheidungen des internationalen Fußballs überhaupt gewinnen können. Während auf Vereins- und Verbandsebene direkte Einflussmöglichkeiten bestünden, ist die FIFA für organisierte Fans deutlich weiter entfernt, meint Peter. In diesem Kontext spricht er über die Rolle von Fan Supporters Europe, die Zusammenarbeit mit UEFA und die Grenzen öffentlichen Drucks. Über „Unsere Kurve“: Eingetragener Verein, in dem sich Fanorganisationen von Bundesliga bis Regionalliga zusammengeschlossen haben. 24 Fanorganisationen und sechsstellige Anzahl von aktiven Fans sind unter dem Dach vereinigt. Die Zusammensetzung reicht von lokalen Fan- und Förderabteilungen über Fanclub-Dachverbände hin zu Supporter Clubs und Interessengemeinschaften. Weitere Infos: https://www.unserekurve.de/blog/ueber-uns/ Hinweis: Der Podcast wurde aufgezeichnet am 12. August 2026
Ausgabe 883: «Sarah Tacke»: Zu viel Zurückhaltung für einen politischen Talk? (28.08.2026)
2026/08/28
Im Juli und August 2026 machte Maybrit Illner nicht nur Urlaub, sondern das ZDF schickte Sarah Tacke mit einer gleichnamigen politischen Talkshow ins Rennen. Die fünf Episoden behandelten die großen Fragen der Gesellschaft, weshalb man sich die Justiz- und Rechtsexpertin Tacke verpflichtete. Für die ZDF-Zuschauer ist die Moderatorin keine Unbekannte, schließlich fiel sie unter anderem bereits mit eigenen «Am Puls»-Dokumentationen auf. Mario Thunert und Fabian Riedner haben in den vergangenen Wochen in die verschiedenen Ausgaben hineingeschaut und werfen zum Beispiel einen Blick auf die Islamismus-Episode, die kurz nach dem Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) aufgezeichnet wurde. Neben dem etwas wortkargen NRW-Innenminister Herbert Reul und der Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal fiel vor allem Extremismusforscher Ahmad Mansour auf, der tatsächliche Kritikpunkte am deutschen System äußerte. Im Gegensatz zu Markus Lanz hält sich Tacke sehr zurück, findet Riedner. Bei der Renten-Debatte mit Wirtschaftswissenschaftlerin Veronika Grimm und Pascal Redding, der in der Rentenkommission saß und der CDU angehört, fiel vor allem Ines Schwerdtner von „Die Linke“ auf, die Sachargumente ignorierte und ihre parteipolitischen Ansichten herunterbetete. Ein Eingreifen von Tacke blieb leider aus. Einen kurzen Blick gibt es auch auf das Sat.1-Sommerinterview mit SPD-Parteivorsitzendem Lars Klingbeil, das vor allem von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ gerügt wurde. Heiko Paluschka lässt den Vizekanzler seine inhaltsleeren Antworten herunterpredigen und nimmt der Sendung damit ihre Daseinsberechtigung.
Ausgabe 882: Die «Big Bang Theory»-Spin-offs im Audio-Check (21.08.2026)
2026/08/21
Obwohl «The Big Bang Theory» bereits seit dem Frühjahr 2019 abgedreht ist, spielt die Serie im US-amerikanischen Sitcom-Genre noch immer eine große Rolle. Zunächst bekam das Format mit «Young Sheldon» im September 2017 einen Ableger, der vor knapp zweieinhalb Jahren endete. Doch der Fernsehsender CBS wollte an dem Stoff festhalten, weshalb eine weitere Serie entwickelt wurde. Bei «Georgie & Mandy's First Marriage» stehen Sheldons Bruder Georgie und seine deutlich ältere Freundin Mandy im Mittelpunkt, die nach dem Tod von George bei den McAllisters einziehen. Dort muss sich das junge Paar mit Audrey und Jim herumschlagen, die die Ehe zum Teil kritisch sehen. Als eine Art Sheldon-Ersatz wurde Mandys Bruder Connor kreiert. Der arbeitslose Musiker soll die Zuschauer mit seiner schrägen Art unterhalten. Im September startet in den Vereinigten Staaten von Amerika die dritte Staffel, der TV-Sender CBS ist mit der Serie zufrieden. In Deutschland konnte das Format zuletzt allerdings nicht punkten. Bei der HBO-Max-Serie «Stuart Fails to Save the Universe» verursachen Sheldon Cooper, Leonard Hofstadter und Howard Wolowitz mithilfe einer Maschine einen Riss im Universum. Die Serie fungiert, so meint Fabian Riedner im Gespräch mit Mario Thunert, als große Werkschau von Warner Bros. Außerdem werden zahlreiche Gaststars wie Kunal Nayyar, Kaley Cuoco, Melissa Rauch, Wil Wheaton und Mayim Bialik aus der ursprünglichen Serie verpflichtet. Die Führung von HBO hat bereits eine zweite Staffel bestellt, weshalb Stuart Bloom (Kevin Sussman) gemeinsam mit Denise, Bert Kibbler und Barry Kripke das Universum vermutlich erst einmal nicht retten wird.
«Thunerts Thema»: Die Hitze dreht auf – doch wann kippt die Stimmung? Mit Sven Plöger (18.08.2026)
2026/08/18
Der Sommer 2026 hat Deutschland mit lang anhaltenden Hitzewellen, Temperaturen von bis zu 40 Grad und extremer Trockenheit getroffen. Im Gespräch mit dem bekannten TV-Meteorologen Sven Plöger geht Mario Thunert der Frage nach, wie außergewöhnlich diese Entwicklung tatsächlich ist und welche Rolle die Erderwärmung dabei spielt. Plöger erklärt anschaulich, warum Hitzewellen länger und intensiver werden und weshalb Hitze trotz ihrer hohen Opferzahlen häufig unterschätzt wird. Im Mittelpunkt stehen außerdem die physikalischen Zusammenhänge hinter den aktuellen Wetterextremen: Jetstream, Hoch- und Tiefdruckgebiete, Golfstrom, Meerestemperaturen und die zunehmende Erwärmung der Ozeane. Plöger ordnet dabei auch verbreitete Einwände ein – etwa den Einfluss der Sonne oder frühere natürliche Klimaschwankungen – und erklärt, warum die heutige Erwärmung vor allem durch ihre Geschwindigkeit und ihren globalen Charakter heraussticht. Zum Schluss geht es um die Frage, ob die zunehmende Betroffenheit durch Hitze und Dürre zu einem gesellschaftlichen Umdenken und einer veränderten öffentlichen Stimmung führt. Plöger beobachtet derzeit eher eine Mischung aus Sorge und Apathie, sieht aber weiterhin Handlungsmöglichkeiten. Auch die Medien stehen in der Verantwortung: Statt Alarmismus und Dystopien brauche es verständliche Wissenschaft, gute Geschichten und eine Kommunikation, die nicht vorschreibt, sondern Wissen vermittelt, Neugier weckt und Mut zur Veränderung macht. Sven Plöger ist am Montag, 14. September, um 20.15 Uhr in seiner neuen Dokumentation «Wie extrem wird das Wetter, Sven Plöger? – Klima-Hotspot Mittelmeer» zu sehen. Ausgestrahlt wird sie im Ersten Deutschen Fernsehen und ist am selbigen Tag auch in der ARD-Mediathek verfügbar. Dort kann bereits jetzt die Ausgabe zur Arktis-Schmelze aufgerufen werden. Auch zu lesen gibt es Sven Plögers Analysen in seinem Buch: „Zieht euch warm an, es wird noch heißer! Können wir den Klimawandel noch beherrschen?“.
Ausgabe 881: «Gladiators»: Neue Spielshow im RTL-Mantel (14.08.2026)
2026/08/14
In den 90er Jahren strahlte das DSF am Nachmittag die erfolgreiche US-Show «American Gladiators» aus. Die von John Ferraro kreierte Show kam auf sieben Staffeln und insgesamt 208 Episoden. Doch schließlich wurde die Produktion Anfang 1996 für die Beteiligten zu teuer, weshalb man das Format aus dem Programm nahm. Zwischenzeitlich produzierte auch der britische Fernsehsender ITV für die Insel eine eigene Version der Show. Nach einem verkorksten Comeback sowohl in den Vereinigten Staaten von Amerika als auch im Vereinigten Königreich erfolgte mit Hilfe von Hungry Bear Media und MGM Alternative UK ein erfolgreicher Neustart bei BBC One. Über sechs Millionen Menschen verfolgten am Samstagabend die Show, das führte bei RTL zu Begehrlichkeiten. Man wollte diese Reichweiten ebenfalls haben, allerdings traute man sich die Lizenzierung allein offenbar nicht zu. Aus diesem Grund schnappte sich RTL den Deutschlandarm von Amazon als Partner. Herausgekommen ist «Gladiators» im Stil einer typischen RTL-Version. Die Show ist mit Laura Wontorra und Jan Köppen besetzt, Frank Buschmann kommentiert die Geschehnisse aus der Halle. Das sieht schon ein wenig nach «Ninja Warrior Germany» aus, setzt aber auch eigene Akzente. Die Sendung ist seit Anfang August bei Prime Video Deutschland abrufbar, doch fasziniert diese Show auch die Zuschauer bei RTL? Fünf dreistündige Ausgaben hat der Kölner Sender für das Abendprogramm eingeplant.
Thunerts Thema: Rote Karte für Gianni Infantino? - Mit Tobias Nordmann (11.08.2026)
2026/08/11
Aus aktuellem Anlass beschäftigt sich «Thunerts Thema» erneut mit Gianni Infantino. Nach seinem kürzlich gescheiterten Investoren-Deal wankt der FIFA-Präsident so stark wie noch nie. Doch ob er auch wirklich stürzt, ist keinesfalls gesichert. Der Schweizer hatte den Plan forciert, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen – in der FIFA Forward Enterprise sollten die kommerziellen Rechte der Veranstaltungen gebündelt werden, um genau das zu ermöglichen. Dabei wollte Infantino rund 20 Prozent einer solchen Gesellschaft an private Investoren verkaufen. Die FIFA bewertete das Konglomerat mit 20 Milliarden US-Dollar, etwa 4,2 Milliarden Dollar sollten Investoren beisteuern. Zu ihnen gehörte eine Firma von Joshua Kushner, dem Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Nicht nur der mediale Aufschrei war riesig, nachdem die Pläne bekannt wurden. Vor allem auch die UEFA mit sämtlichen europäischen Verbänden positionierte sich in ungewohnter Schärfe und ungewohnter Geschlossenheit gegen den FIFA-Boss. Inzwischen Boykottieren die Europäer den Weltverband – Norwegen fordert Infantino sogar zum Rücktritt auf. Ein weiterer Aspekt ist die öffentliche Stimmung, beziehungsweise die Haltung der Fußball-Verfolger. Das Funktionieren des Kreislaufs ist von der Autoritätszuschreibung der Zuschauergemeinden abhängig, die die WM und ihren Pokal als etwas Großes, sportlich vielleicht als das Größte idealisieren. Dieser Bezug bröckelte schon in den letzten Jahren und gipfelte im Affront um die rote Karte von Balogun bei der diesjährigen WM. Ein Ausverkauf des Sports an Investoren hätte die angeschlagene Unabhängigkeit nun weiter erschüttert, die autarke Souveränität existenziell gefährdet – sollte man meinen. Denn: Das die Reaktion auf Infantinos Machenschaften weder in Kontinentalverbänden, noch in Zuschauerkreisen einheitlich konsequent ausfällt – auch das hat sich in der Vergangenheit herausgestellt. Zu unterschiedlich sind die Interessenlagen, zu unterschiedlich sind die kulturellen Bezüge im internationalen Vergleich.

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