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Lachen und Weinen

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Dieser Podcast hat
63 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2020/03/23
Neueste Episode
2026/10/13
Durchschnittsdauer
79 min.
Veröffentlichungsintervall
62 Tage

Beschreibung

Philosophie, Anthropologie und Kulturkritik in dialogischen Essays, ideengeschichtlicher Comedy, historischen Hörspielen, literarischem Schweifen und seriösen Wahrheiten. Auch im Blog unter lachenundweinen.org

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42. Niemand ist entfremdet (Philosophisches Barometer No. 2)
2026/10/13
Live-Aufnahme der zweiten Ausgabe unserer neuen Veranstaltungsreihe bei Europolis in Köln. Da Bruno und Jakob sich im Philosophischen Barometer No. 1 zumindest einig waren, dass es um die Glücksbedingungen im Spätkapitalismus schlecht bestellt ist, machten sie sich im Philosophischen Barometer No. 2 gemeinsam mit dem Publikum Gedanken, warum eigentlich. Unter lauter Lohnabhängigen war die Atmosphäre angenehm, man war sich wohlgesonnen, und das sind beste Voraussetzungen für kontemplative Einsichten. Jakob trat einen Streifzug durch das Niemandsland der Entfremdung an und bot Erklärungen für den Rechtsruck, Bruno erkundete die Ursprünge des Entfremdungstheorems und aktualisierte es sogleich. Auch von der Entfremdung kann man noch entfremdet sein! Das Philosophische Barometer No. 3 „Das Gespenst in der Maschine. Über KI“ wird stattfinden am 30. Oktober, 19 Uhr, im Europolis.Haus in Köln! Sobald es Tickets gibt, sind diese über den Link auf unserer Biosite in Instagram buchbar. Inhalt: 00:00:00 Begrüßung 00:03:31 Bruno: Die Entfremdung der Schönen und Reichen 00:36:48 Intermezzo 00:40:37 Jakob: Im Niemandsland der Entfremdung 01:14:41 Publikumsgespräch Literatur: Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (1955). Arendt, Hannah: Vita activa oder Vom tätigen Leben (1960). Fromm, Erich: Die Furcht vor der Freiheit (1941). Heidegger, Martin: Sein und Zeit (1927). Horkheimer, Max / Adorno, Theodor W.: Dialektik der Aufklärung (1947). Houellebecq, Michel: Karte und Gebiet (2010). Marx, Karl: Ökonomisch-philosophische Manuskripte (1844). Marx, Karl: Das Kapital, Bd. 1 (1867). Montaigne, Michel de: Essais. Plessner, Helmuth: Die Stufen des Organischen und der Mensch (1928). Plessner, Helmuth: Zur Frage menschlicher Beziehungen in der modernen Kultur (1959). Schmitz, Hermann: Kurze Einführung in die Neue Phänomenologie (2009). Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
41.4 Ideology and so on and so on
2026/08/27
In der letzten Folge unserer Tetralogie widmen wir uns den beiden letzten großen Interpreten im Diskurs der Ideologie: Peter Sloterdijk und Slavoj Žižek. Trotz einer gewissen Nähe wollen sie sich voneinander absetzen und den Diskurs der Ideologie auf ihre Weise zu einem Abschluss bringen: entweder indem sie über die Unmöglichkeit seines Gelingens aufklären (Sloterdijk) oder aber ihn mit den Mitteln einer psychoanalytisch fundierten Theorie des Begehrens fortsetzen (Žižek). Während wir bei Sloterdijk über die verhohlenen idealistischen Annahmen der marxistischen Gesellschaftstheorie aufgeklärt werden, verschiebt Žižek das gesamte ideologische Unwesen in die Sphäre der Praxis, wo es immer schon am Werk ist, auch wenn wir davon wissen. Gerahmt ist unsere Folge von einem Kopienstreit (Hörspiel) und einer kuriosen Kriminalgeschichte, die Bruno aus dem Trottelverein überliefert. Inhalt: 00:00:00 Hörspiel 00:05:36 Wiederholung und Einleitung mit Adorno 00:11:52 Sloterdijks Auftritt im Ideologie-Diskurs mit „Die Kritik der zynischen Vernunft“ 00:42:19 Žižeks remarxisierende Antwort in „Das erhabene Objekt der Ideologie“ 01:17:24 Geschichten aus dem Trottelverein Literatur: Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft, Frankfurt am Main 1983.Žižek, Slavoj: The Sublime Object of Ideology, London 1989. Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
41.3 Frankfurt gegen den Rest der Welt
2026/06/22
Der dritte Streich folgt sogleich: Wir drehen uns noch eine Windung weiter auf der Denkschraube der Ideologiekritik und kommen zu den zentralen Vertretern der marxistischen Gesellschaftstheorie im 20. Jahrhundert: Wir nähern uns dem Flaggschiff der Ideologiekritik, auch „Adorno Alpha“ oder „Teddy Invictus“ genannt. Dafür vertiefen wir uns in einen Klassiker der Kulturphilosophie, dessen polemische Analyse damals so aktuell wie heute ist: Das Kapitel über die „Kulturindustrie“ aus der „Dialektik der Aufklärung“ von Adorno und Horkheimer. Diese philosophische Schelte oberflächlichen Vergnügens amerikanischer Massenkultur ist die größte Antispaßkampagne der Geistesgeschichte und ihre Autoren gehören zu den schlechtgelauntesten Philosophen, die je philosophiert haben. Wir lassen uns davon nicht die Laune verderben und entdecken die durchaus amüsanten Seiten dieser Satireschrift, lassen uns auf dem Fließband der Kulturindustrie durch die verzauberte Warenwelt vor allem des Films tragen und hangeln uns von dort zu Marcuse und den introjizierten Bedürfnissen der Konsumenten. Bruno scheitert zuvor mehrfach daran, sich am Wurststand zwischen der Kracauer und der Horkheimer-Wurst zu entscheiden, was ihm als Ladenbetreter, der er werden will, noch zum Verhängnis werden kann. Zum Abschluss vergeben wir traditionell den Martin-Kippenberger-Forscherpreis und wecken den ersten Zweifel am ewigen Ideologieverdacht der Kritischen Theorie. Inhalt: 00:00:00 Einstieg und Themenüberblick 00:05:50 Berufsbezeichnungen 00:13:00 Zwei Wegbereiter der Kritischen Theorie 00:28:20 Auf dem Fließband der Kulturindustrie 01:02:33 Geschichten aus dem Trottelverein 01:05:29 Marcuse, der „Posterboy der 68er-Revolution“ 01:17:03 Ein Seitenblick auf Althusser 01:19:54 Vergabe des Martin-Kippenberger-Forscherpreises und Schluss Literatur: Adorno, Theodor W. / Horkheimer, Max: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Amsterdam 1947. Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewusstsein. Studien über marxistische Dialektik, Berlin 1923. Marcuse, Herbert: Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft, Boston 1964. Marcuse, Herbert: Triebstruktur und Gesellschaft. Ein philosophischer Beitrag zu Sigmund Freud, Boston 1955. Althusser, Louis: Für Marx, Frankfurt am Main 1968. Kracauer, Siegfried: Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino, in: ders.: Das Ornament der Masse. Essays, Frankfurt am Main 1977. Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
41.2 Marxistische Klempereien
2026/03/29
Wir setzen die Suche nach der verlorenen Wahrheit im ideologischen Zeitalter fort und beginnen achronologisch mit Karl Mannheims „Ideologie und Utopie“, einem Klassiker der wissenssoziologischen Schule. In direkter Antithese wandern wir zurück zu der Quelle und dem Ursprung des modernen kritischen Ideologiebegriffs, wie ihn Marx und Engels in der „Deutsche(n) Ideologie“ ausgearbeitet haben. Wir sprechen über die kritischen Grundbegriffe der marxistischen Gesellschaftstheorie: den Warenfetisch, die Herrschaftsgedanken und natürlich die Ideologie. Auf seinem Karriereweg zum Profibürger ist Jakob Käufer geworden, weil er sich schon seit Schulzeiten für Einkäufe begeistert und einen echten Warenfetisch entwickelt hat, Bruno, der sich mittlerweile als Pränalhistoriker verdingt, macht ihm das Angebot, den pränatalen Abschnitt seiner einstigen Biografie zu verfassen (Berufsbezeichnungen). Wir springen von Marx ins 20. Jahrhundert und registrieren mit Klemperers Tagebuch „L(ingua)T(ertia)I(mperii)“ die Verwicklung der Ideologie in die Sprache als ihr eigentliches Ausdrucksmedium. Zuletzt machen wir einen Abstecher zu Bernays’ „Propaganda“, einer Bedienungsanleitung für moderne Ingenieure des Sozialen und der politischen Ordnung und sehen, welch eminente Rolle Ideologie als Bindemittel und Steuerungsmittel sozialer Ordnungsstrukturen hat. Inhalt: 00:00:00 Begrüßung und Themenüberblick 00:05:02 Berufsbezeichnungen 00:14:52 Karl Mannheim: „Ideologie und Utopie“ 00:27:02 Der Ideologiebegriff bei Marx 00:54:33 LTI, Victor Klemperer: Ideologie und Sprache 01:07:23 „Propaganda“ von Edward Bernays 01:12:46 Ideologische Tropen und Zusammenfassung Literatur: Mannheim, Karl: Ideologie und Utopie, Bonn 1929. Marx, Karl / Engels, Friedrich: Die deutsche Ideologie, in: Marx-Engels-Werke, Bd. 3, Berlin 1958. Klemperer, Victor: LTI. Notizbuch eines Philologen, Frankfurt am Main 2004. Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
41.1 Fallstricke der Alltagsideologie
2026/01/31
Bei Lachen und Weinen steht ein intellektuelles Großereignis bevor: In traditioneller Besetzung arbeiten wir uns voraussichtlich über eine Spanne von vier Folgen durch die Geschichte des Ideologiebegriffs von seinen Anfängen bei Bacon (nicht crispy Bacon!) und im Aufklärungszeitalter bis zu den Neomarxisten und Wissenssoziologen des 20. Jahrhunderts. Ideologie ist nicht bloß ein Mittel, mit dem sich wenige Ideologen über Massen erheben und sie steuern, sondern sie ist ein Subtext der gesamten Geistesgeschichte und findet sich noch in den abstraktesten Theoriegebäuden. Jakob präsentiert uns eine Detailaufnahme seines Alltags, die gerade an den unscheinbaren und vermeintlich „normalen“ Alltagshandlungen ideologische Spuren nachweist. Er erklärt uns, wie man ein echter Profibürger wird und welcher Würde man dabei verlustig geht. Bruno deutet neben dieser mikrosoziologischen Beschreibungsebene die Macht ideologischer Strukturen auf der Makroebene an. Ideologie ist überall und wo sie nicht ist, muss sie unseren Verdacht erregen. Jedenfalls folgen wir vorerst dieser „Hermeneutik des Verdachts“ (Ricœur), ohne sie selbst zu verdächtigen, und landen mit einer Reihe von begriffsgeschichtlichen Einordnungen am Eingang des 20. Jahrhunderts. Inhalt: 00:00:00 Begrüßung und Themenüberblick 00:07:18 Jakobs Rezension der letzten beiden Folgen 00:12:18 Politische „Fünf“ Minuten 00:24:22 „Profibürger“-Sein in (post-)ideologischen Zeiten 00:27:21 Die unsichtbaren Fallstricke der Alltagsideologie 00:38:59 Ideologie: Definitionen, Beispiele und Imperative 00:58:41 Ideologie: Etymologie und Begriffsgeschichte 01:12:40 Ausblick auf Teil II und Kurzauftritt Luhmanns Literatur: Herbert Schnädelbach: Was ist Ideologie? Versuch einer Begriffsklärung (in: Das Argument 50/1969) kritischebildung.de/afkg/Schnadelbach_Ideolog… Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
40. Von der Utopie zur totalen Gegenwart (mit Maximilian Kloppert)
2025/12/12
Mit Maximilian Kloppert unterhält sich Bruno über den Roman Allegro Pastellvon Leif Randt, der 2020 kurz vor der Pandemie erschienen ist und seitdem vom Feuilleton und der germanistischen Forschung als Generationenroman gefeiert wird. Im Frühjahr soll eine Verfilmung in die Kinos kommen und der neue Roman Let's Talk About Feelings von Leif Randt ist vor kurzem erschienen. Die soziologische Matrix des Romans bildet Reckwitz' Gesellschaft der Singularitäten: Wir befinden uns in einer positiven Affektkultur und nehmen alle an dem übergreifenden Wettbewerb der Authentizität teil. Wir kommunizieren um der Kommunikation willen, wählen aus unserem Gefühlsleben die Emotionen, die uns wie ein Reel oder eine Story auf Instagram besonders gut gefallen, und müssen uns ständig fragen, ob das, was wir tun und lassen, sozial sanktioniert wird. Die vollkommen unkritische und neutrale Darstellung von kalkulierten Rauscherfahrungen, Work-Life-Balance-Gerede, verflachten, ausgehöhlten Gefühlswelten und unpathetischen Beziehungsdramen wirft die Frage auf, ob der Roman ideologische Sackgassen zeigt oder selbst eine ist. Wie affirmativ darf Pop sein oder hat die Moral hier überhaupt nicht reinzureden? Diese und viele weitere Fragen bilden eine umfassende Besprechung des von der Kritik hochgelobten „Generationenromans“. Inhalt: 00:00:00 Begrüßung und Vorstellung des Gastes 00:05:45 Hinführung zum Thema: Allegro Pastell 00:10:29 Werkverzeichnis und literaturgeschichtliche Einordnung 00:13:25 Inhaltsangabe des Romans 00:20:39 Analyse und erste soziologische Deutungen: Ein Roman der Singularitäten (Reckwitz) 00:30:05 „Poetik der Mittelbarkeiten“: Digitale Kommunikation, Drogen und Rauschprotokolle 00:39:22 Positive Affektkultur, emotionale Verflachung 00:42:37 Pop 3.0 00:45:55 Eine Schlüsselszene: Teezeremonie und „vorauseilende Wehmut“ 00:51:06 Verhältnis von politischer Realität und Fiktionalität 00:54:20 Die scheinfreie schöne neue Welt? 01:04:19 Kritik I: „Topischer Roman“, Postironie, Minimalsatire 01:09:11 Kritik II: „Sackgassenkunst“ oder affirmative Literatur? Literatur: Leif Randt: Allegro Pastell (2020) Maximilian Kloppert ist Mitarbeiter am Erich Auerbach Institute for Advanced Studies (Universität zu Köln). Parallel promoviert er zur Aufwertung der Materialität der Handschrift um 1800. auerbach-institut.phil-fak.uni-koeln.de/team/… Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
39. Blaue Heimreise (mit Matthias Diermeier)
2025/11/06
Aus gegebenem Anlass – NRW-Wahlen und landesweite „Stadtbild“-Diskussion – befassen wir uns ein weiteres Mal mit dem Rechtsruck in Deutschland und der AfD. Die Deutschen befinden sich laut Sloterdijk nach einem längeren „Urlaub von der Weltgeschichte mitten im Heimreiseverkehr“. Die in der Bundesrepublik totgesagte nationalistische, ja faschistische Vergangenheit lebt fort und wir finden uns wieder in einem Kulturkampf, von dem wir glaubten, ihn in die Geschichte verbannt zu haben. Bruno spricht mit dem promovierten Ökonomen und Sozialwissenschaftler Matthias Diermeier, der für das Institut der deutschen Wirtschaft in der politischen Beratung tätig ist und mit seiner Promotion den Schwerpunkt seiner empirisch geschulten Forschung auf die Analyse rechtsradikaler Bewegungen gelegt hat. Mit Matthias lassen sich Fragen, die sich heute einfach jeder fragt, wie die nach den Gründen für das Erstarken der AfD, stellen und differenziert beantworten. Warum sind AfD-Anhänger immun gegen rationale Argumentation und warum beten sie die Sicherheit des Landes, der Straßen, Bahnhöfe, Kitas und Vorgärten als den höchsten Gott an? Wir fragen nach den konkreten Inhalten ihres Parteiprogramms bzw. fragen, ob es sie überhaupt gibt oder inwiefern ihre Umsetzung der Wählerschaft selbst schadet. Statt Inhalten finden wir ein formales Charakteristikum: Allgemeines, undifferenziertes Dagegensein. In gemeinsamer Erörterung gelangen wir an die Leistungsgrenze der Erklärungskraft quantitativer Sozialforschung und fragen, wie man den AfD-Wähler darüber hinaus verstehen und erreichen kann. Dabei lassen wir uns beide aus Adornos nach wie vor aktuellem Vortrag „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ von 1967 das ein oder andere Stichwort einflüstern. Dr. Matthias Diermeier im Internet:iwkoeln.de/institut/personen/matthias-diermei… Sein zur Sprache gekommener Artikel:wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2024/heft/7/… Inhalt: 00:00:00 Begrüßung und Vorstellung des Gastes 00:03:00 Einstieg ins Thema: Kommentar zur „Stadtbild“-Debatte 00:10:51 Rechtsruck und die aktuelle Stellung der AfD 00:19:10 Der Ruf der faschistischen Vergangenheit 00:21:23 Die neuen Rechten – erste Bestimmungen 00:27:38 Nativismus, Autoritarismus, Populismus („Dünne Ideologie“) 00:32:18 Marxistische Theorie des Nationalismus und ihre Aktualität (Adorno) 00:36:00 Entstehungsgeschichte der AfD und wirtschaftspolitische Hintergründe 00:41:10 Bestimmung des Herkunftsmilieus der AfD-Anhängerschaft („Prekarisierung“) 00:47:21 Vermeintliche Ungerechtigkeiten in der Umverteilung 00:51:00 Das „AfD-Paradox“ 00:53:44 Von der quantitativen zur qualitativen Sozialforschung 01:00:28 Mittel zur Bekämpfung: Abschreckung, Realitätscheck, Demokratisierung 01:04:36 Sicherheit: der Hausgott der AfD? 01:07:54 Mögliche Lösungen: Selbsthilfe (individuell) und Repräsentanz (allgemein) Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
38. Wir Flüchtlinge
2025/04/11
Hannah Arendts Essay „Wir Flüchtlinge“ aus dem Kriegsjahr 1943 entdecken wir als einen normativen Leitfaden für die äußerst aktuelle Frage nach dem Status von und dem Umgang mit Geflüchteten neu. Wir empfinden die innere, geistige Erfahrung des Flüchtlings anhand von Arendts einfühlsamen Beschreibungen Vertriebener und Geächteter nach, und fragen im Rahmen klassischer Staatstheorien nach Genese und Sinn der Nationalstaaten im 20. Jahrhundert. Auch das weltweit zu beobachtende Phänomen einer Rekonsolidierung nationalistischer Kollektivierungsprogramme lassen wir nicht unkommentiert. Der Flüchtling erweist sich bei alldem als Universalfigur für den im Ringen der Staaten zwangsläufig marginalisierten und potenziell entrechteten Menschen. Die Absurdität der bis heute gültigen Tatsache, dass nur ein Staat substanziell das Recht gewährt, Rechte haben zu dürfen – und das obwohl es den Staat in gewissem Sinne nicht gibt – kommt auch im Hörspiel zum Tragen. Ebenso das auch in Diskursen hierzulande wieder erstarkende Faktum, dass der Staat trotz seiner unterstellten Fiktionalität über seine Bürger einiges an sehr realer Verfügungsgewalt innehat. Während Jakob Arendts wertvolle Analysen in der Erfassung und Kritik der gegenwärtigen politischen Lage zur Anwendung bringt, wirft Bruno neueste Anekdoten aus seinem selbstgegründeten Trottelverein ein. Zuletzt vergeben wir ab sofort den Martin-Kippenberger-Forscherpreis für paranormale und außenakademische Forschungsleistungen. Literatur: Hannah Arendt: Wir Flüchtlinge (1943/1986) dazu deutschlandfunk.de/hannah-arendt-ueber-fluech… Benedict Anderson: Imagined Communities: Reflections on the Origin and Spread of Nationalism (1983) Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus (1967/2019) Tipp: brandstaetterverlag.com/buch/wir-und-die-flue… Inhalt: 00:00:00 Einführung ins Thema 00:05:24 Hörspiel 00:13:47 „Imagined Communities“ von Benedict Anderson 00:18:55 Humes historische Kritik an der normativen Vertragstheorie 00:24:17 Problemstellung: Der Flüchtling 00:26:29 Berufsbezeichnungen 00:33:29 „Wir Flüchtlinge“ von Hannah Arendt und der Flüchtling in der deutschen Politik 00:38:17 Nationalismus revisited mit Adorno 00:43:35 Die erfahrene Innenperspektive des Flüchtlings nach Arendt 00:46:55 Arendts rechtstheoretische Grundformel „Das Recht, Rechte zu haben“ 00:51:04 Minimaldefinition des Flüchtlings 00:59:07 Arendts Plädoyer für den „Paria“ 01:01:37 Die rechtliche „Nacktheit“ des Flüchtlings 01:08:17 Die „Avantgarde der Völker“ 01:14:17 Der Martin-Kippenberger-Forscherpreis Danke an folgende Soundcrafter: rifle, 30-06 bolt action rifle, single shot by JoseIgnacioTriay -- freesound.org/s/515203 -- License: Attribution NonCommercial 4.0 Wiese – Vögel, Tag, Insekten, Wind, unter Sträuchern 2.wav by BockelSound -- freesound.org/s/487753 -- License: Attribution 4.0 Running .wav by Jellytots_Julie -- freesound.org/s/654584 -- License: Attribution NonCommercial 4.0 Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
37. Keep cool?
2025/02/23
Frohen Wahltag alle miteinander. Überbrückt die Stunden bis zu den vorläufigen Ergebnissen mit uns und kommt ein bisschen runter. Wahrt eure Fassung, kühlt euer Gemüt – es hilft ja nichts! Wir sprechen über die Coolness und ihre Rückseite. Eidetisch variierend nähern wir uns der Coolness als Phänomen und einigen uns: Die Coolness ist ein Habitus. Wir sprechen darüber, was das noch gleich war bzw. lassen es uns von einem berühmten Franzosen mit Abstammung aus der Arbeiterklasse, der außerdem ein fettleibiges Buch zum Thema geschrieben hat, erklären. Die Coolness hält eigentlich von der aktiven Einmischung ab und zwingt den Coolen zur Distanzierung – wir hinterfragen aber, ob es heute wirklich noch uneingeschränkt cool sein kann, sich herauszuhalten. Wir drehen und wenden unseren Gegenstand von der Stoa bis zu den ca. 5 coolsten Politikern unserer Zeit – sie zögern, sie zittern und sie hassen nicht. Inhalt: 00:00:00 Begrüßung 00:04:32 Hörspiel: Cicero und Cato 00:13:37 Statue, Maske, Spiel, Entfremdung, Anerkennung 00:30:10 Habitus (und Klasse) 00:42:20 Stoizismus und Kühle 01:07:40 Berufsbezeichnungen 01:12:42 Coolness in der Neuzeit bis heute 01:32:59 Versuch eines Fazits 01:35:25 Ranking der coolsten 3 Politiker 01:38:42 Abschied Literatur: Pierre Bourdieu: Die feinen Unterschiede (1979) Epiktet: Handbüchlein der Moral (frühes 2. Jahrhundert n. Chr.) philomag.de/artikel/bourdieu-und-der-habitus en.wikipedia.org/wiki/Itutu Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
36. Die enge Stirn des Ressentiments
2025/01/27
Die Bundestagswahl steht an und wiedervereint sprechen Jakob und Bruno über ein kompliziertes, relativ junges und hochphilosophisches Gefühl – das Ressentiment. Im Deutschen ein Lehnwort aus dem Französischen, für das es keine wirklich adäquate Übersetzung gibt – im Französischen ein vom König des Essais, Michel de Montaigne, eigens geschöpftes Wort, bezeichnet es eine sehr genau benennbare Zusammensetzung einiger eher unangenehmer Gefühle. In der richtigen Konstellation ergibt sich als Ressentiment dann eine hochpathologische und politisch gefährliche Dynamik, die sich auch an der Wahlurne entladen kann. Damit es am 23. Februar nicht zu einer allzu destruktiv anklingenden Emotionensymphonie kommt, wollen wir euch auf die anstehende Bundestagswahl gebührend vorbereiten – soweit das philosophisch möglich ist. Wie immer gilt: Bekämpfung der Ernsthaftigkeit, auch parteipolitisch. Und das angesichts der Situation, in der wir uns BE-fin-den.Außerdem: Jakob bewirbt sich als Sonderbeauftragter für die kommende Bundesregierung, Bruno arbeitet auf dem Friedhof. Im Hörspiel – wer hätte das gedacht – leidet ein Patient, trifft zu seinem Glück auf einen hochkreativen Therapeuten. Niemand ist gefeit, ein Ressentiment zu entwickeln, am allerwenigsten schützt Geld davor. Inhalt: 00:00:00 Anmoderation und Themenbestimmung 00:05:10 Hörspiel: Der Patient geht ins Offene 00:17:31 Definitionsansätze des Ressentiments 00:21:01 Ressentiment nach Montaigne 00:25:41 Definition nach Max Scheler 00:29:01 Nietzsches Theorie des Ressentiments 00:39:21 Wie erkennen wir das Ressentiment? 00:42:36 Verschwörungstheorien und Kollektivierung des Ressentiments 00:46:37 Schelers Stufenmodell des Ressentiments 00:52:21 Ressentiment und Demokratie 00:54:26 Leon Wurmser 00:59:59 Aussicht auf die Bundestagswahlen 01:08:26 Berufsbezeichnungen 01:11:15 Internet und Social Media 01:17:31 Schlusswort zu Ressentiment und Politik Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
35. Magic Mountain Calling (mit Michael Kerkmann)
2024/12/23
In Begleitung eines weiteren Gastes begibt sich Bruno auf eine literarische Exkursion, während Jakob in Elternzeit ist. Gemeinsam erkundet er mit einem Pfadfinder geistiger Hochebenen das mysteriöse Terrain des Zauberbergs, des Jahrhundertromans von Thomas Mann, der just in diesen Tagen sein 100-jähriges Jubiläum feiert. Die Geschichte eines durchschnittlich begabten angehenden Schiffbauingenieurs, der seinen lungenkranken Vetter im Sanatorium „Berghof“ für wenige Wochen besuchen will, um schließlich ganze sieben Jahre „dort oben“ zu verweilen, ist vieles in einem: ein geistiges Epochenpanorama der klassischen Moderne, ein letzter Blick auf die bürgerliche Welt vor ihrem Untergang, die Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs und der intellektuelle wie libidinöse Reifungsprozess eines jungen Mannes. Hans Castorp, so der Name des Protagonisten, ist Verführungen aller Art am Zauberberg ausgesetzt: geistiger, politischer, ästhetischer und schließlich erotischer. Er ist das bürgerliche Individuum unter den Bedingungen der Moderne: ohne Bindung an Tradition und Familie befindet er sich im freien Fall. Die Vernunft und die Ideale und Errungenschaften vermögen ihn nicht mehr zu erden, nachdem er seine Disposition zur Krankheit entdeckt hat. Sie öffnet ihm den Weg der Selbsterkenntnis, auf dem er nicht geradlinig wie aus Platons Höhle herausklettert, sondern auf dem er mehrfach anhält, an Abbiegungen zögert, sich umdreht, nach hinten schaut, kehrtmacht und im Kreis läuft, um schließlich einen Schritt vorwärts zu machen. Inhalt: 00:00:00 Anmoderation und Begrüßung des Gastes 00:04:10 Ist Thomas Mann dem Realismus zuzurechnen? 00:05:02 Einführung in das Thema 00:09:41 Der Protagonist des Romans 00:12:51 Handlungsaufbau des Romans 00:22:58 Die Hermetik des Zauberbergs 00:24:35 Der geistige Antagonismus im Werk Thomas Manns 00:28:56 Hermeneutischer Zirkel und verschiedene Weisen des Verstehens 00:34:22 Die Person Thomas Mann 00:36:30 Verführung und Verwirrung auf dem Zauberberg 00:46:55 Der „Scheitelpunkt“ der Romanhandlung 00:57:30 Der Gegensatz von Künstler und Bürger damals und heute 01:01:35 Gegenwartskunst ohne Antagonismus 01:07:23 Das Ende des Zauberbergs im Ersten Weltkrieg 01:11:20 Wie klassisch ist der Zauberberg und was bleibt von ihm? Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
34. Ausweitung der Flanierzone (mit Maxim Klusch)
2024/11/07
Mit einem altbekannten neuen Gast widmen wir uns der kulturarchäologischen Untersuchung eines Leitfossils der klassischen Moderne: dem Flaneur (sein andersgeschlechtliches Pendant, die Passante, ist eine eigene Folge wert). Seit der Entstehung urbaner Lebensräume in der Mitte des 19. Jahrhunderts schlendert er ziellos durch die Gassen und Straßen, die Kaufhäuser und Alleen, die Parks und Armenviertel und saugt die ästhetischen und sozialen Wahrnehmungseindrücke seiner Umwelt wie ein Schwamm Wasser auf. Wir stellen seinen lustwandlerischen Lebensstil vor ein moralisches Gericht: Bereichert und berauscht sich sein Auge bloß an den Dingen oder hat sein Blick auch als erinnernder eine ethische Note? Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
XIV. Kitsch
2024/09/24
Erstmals in voller Länge online! Wir beschäftigen uns mit Grundfragen der Ästhetik anhand des notorisch gering geschätzten Kitsches. Was ist guter Geschmack, was ist schlechter Geschmack? Wir klären diese jahrtausendealte Streitfrage ein für alle Mal. Der Kitsch jedenfalls wird vom Heidelberger Philosophen Ludwig Giesz zwar auch als kulturelles Phänomen aufgefasst, vor allem aber als Phänomen im Sinne der Phänomenologie! Die ästhetischen Zustände, die er am Subjekt analysiert, stellen sich den ästhetischen Gegenständen der Vertreter einer jeden objektiven Ästhetik (z. B. Adorno) entgegen. Ein eher konservativer Einschlag lässt Giesz abseits der Methodik dennoch kitschige Kulturerzeugnisse in scharfen Gegensatz zur (wahren) Kunst setzen. Dagegen geht Susan Sontag zur beinahe gleichen Zeit auf der anderen Seite des Atlantiks vor. Ihr Camp ist moralfrei und meint Kitsch, der als lebendiges, antielitäres Kulturprodukt Läuterung erfahren kann. Alles kann Kitsch sein, alles Camp – sodass wir uns am Ende vor allem fragen, was die ganze Aufregung eigentlich soll und ob wir nicht deutschen Bierernst gegen Heiterkeit eintauschen sollten, auch in Fragen der Ästhetik. Einen wahren Gegner bedeutungsvoller ästhetischer Lebensgestaltung und -erschließung gibt es dabei womöglich doch. Es ist der Lifestyle, der bloß noch ästhetische Erzeugnisse sich wünscht, die er sich leisten kann, ohne zur Frage herausgefordert zu werden: „Muss ich mein Leben ändern?“ Die Ästhetisierung der Lebenswelt droht dann, Deko zu werden und damit der Kunst die Bedingung ihrer Möglichkeit zu entziehen. Überdies werden meist Leben dekoriert, deren latenter Sinnmangel sinnlich kompensiert werden soll. Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
33. Die (un)erträgliche Zufälligkeit des Seins
2024/08/17
Glück ist das, was einfach so passiert und das man gut findet. Pech hingegen ist etwas, das ebenso kontingent eintritt, das wir aber doof (bis sehr beschissen) finden. Zwei wichtige Pole in jedem menschlichen Leben also: Glück und Pech. Die Summe beider Arten von zufälligen Ereignissen können wir – versucht mal, uns davon abzuhalten! – Schicksal nennen. Am Schicksal kann man nun aber auch verzweifeln. Was tun (Lenins Frage!), damit das nicht passiert? An der Lebenskunst führt kein Weg vorbei. Wir betrachten sie einmal von einer anderen Warte aus und kommen erst gegen Ende unvermeidlicherweise doch auch zum Glück als Zustand, zum Glück als qualitativem Begriff – zum Glück im Sinne der Eudaimonia. Aber was tun? Eine offensichtliche Antwort: Lotto spielen. Mit anderen Worten: Das Glück aktiv herausfordern, egal wie schlecht die Chancen stehen. Schlussendlich lieber Hanswurst, als …? Denn als Trottel darf man sich auch heiter durchs Leben bewegen. Inhalt: 00:00:00 Lotto als Jaach op das Jlöck 00:07:22 Begrüßung und Berufe 00:18:11 Glück (und Verzweiflung?) 00:41:20 Amor fati, Epikur und die Stoiker 01:02:20 Abschied und Ankündigung Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!
XVI. Fortschritt
2024/05/31
Einen Fuß vor den anderen setzen, lineares Schreiten in eine Richtung – das ist selten messbar und keineswegs alternativlos. Vielmehr ist es (gemeint ist: der Fortschritt) ein neuzeitliches Phänomen und zudem eines der europäisch-westlichen Kulturen. Ob als Geschichtsphilosophie, politischer „Progressivismus“, Wissenschaftsparadigma oder Wirtschaftsaxiom (Wachstum) – der Fortschritt ist kein neutraler Begriff, stets ethisch aufgeladen und das meist zu Unrecht positiv. Er befördert einen fragmentarischen Blick auf die Welt und plädiert für das Waltenlassen der Eigenlogik bestimmter gesellschaftlicher Sphären, egal wie viele Probleme sie an anderer Stelle hervorrufen. Wir erläutern außerdem Alternativen zum Fortschrittsparadigma; denn gerade mit Blick auf den Menschen selbst lässt sich eine radikale Fortschrittslosigkeit beobachten. Das Gleichbleiben nicht als Abwesenheit von Veränderung oder Entwicklung, sondern als Absage an eine auf alles oktroyierte Fortschrittsfähigkeit sollte uns zu denken geben. Mit weniger Fortschritten hätten wir weniger Probleme produziert. Diese Spirale zu durchbrechen erfordert kulturellen Wandel. Folgt Lachen und Weinen auf Instagram und lest mehr im Blog auf lachenundweinen.org. Zukünftige Bonusfolgen hört ihr in unseren „II. Folgen“: Mit einer Steady-Mitgliedschaft bekommt ihr sie und unterstützt uns zugleich. Einmalig geht das auch per PayPal oder Überweisung. Und es hilft uns sehr, wenn ihr uns weiterempfehlt oder auf Spotify und Apple Podcasts bewertet. Vielen Dank!

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