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Interventionistische Linke [iL*] Podcast

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Dieser Podcast hat
67 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2020/04/10
Neueste Episode
2026/02/03
Durchschnittsdauer
69 min.
Veröffentlichungsintervall
85 Tage

Beschreibung

Die Interventionistische Linke ist ein Zusammenschluss linksradikaler Gruppen und Einzelpersonen aus der undogmatischen und emanzipatorischen Linken im deutschsprachigen Raum. Wir sind u.a. in sozialen, antirassistischen, feministischen und Klimakämpfen aktiv und engagieren uns in den Bereichen Antifaschismus und Antikriegspolitik. Wir wollen eine Linke sein, die sich einmischt. Deshalb versuchen wir in all diese Auseinandersetzungen durch offene und breite Bündnispolitik unsere Positionen zu vermitteln und diese praktisch werden zu lassen. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Proletarian and academic leftist and activist, working at University, in Fabrics, public spaces, collectives or lonesome with laptop. Mostly precarious, mostly ... Between 16 and 70 years young and old, migrants, families, babies and kids, all gender*, all loves... United in the struggle, to intervene in social processes, to create spectacles and work continuously in local initiatives, fighting for a revolution. You find IL in 24 Austrian an German cities, within 600 activist.

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Zu Besuch bei den Zapatistas. Reisebericht / Veranstaltung in Berlin am 03.02.2026
2026/02/03
Vor über 30 Jahren erkämpften die Zapatistas ihre Unabhängigkeit vom mexikanischen Staat. Im August 2025 organisierten sie das „Treffen der Widerstände und Rebellionen – Einige Teile des Ganzen“ in Chiapas (Mexico), zu dem sie internationale Aktivist*innen eingeladen hatten. Wir als Interventionistische Linke durften auch dabei sein und berichten von den Widerstandserfahrungen, der Organisierung und Umstrukturierung der Zapatistas. Nach 30 Jahren Praxis ihrer Autonomie haben die Zapatistas viel Erfahrungen gesammelt, was gut läuft und was auch nicht so gut läuft. Dank stetiger Selbstreflexion und internationalem Austausch wird die zapatistische Organisierung immer wieder überprüft und angepasst. In sehr ehrlichen Darstellungen seitens der Zapatistas sahen wir, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert waren und wie dem nun begegnet wird. Zur Einordnung starten wir mit einem verkürzten (und damit natürlich unvollständigen) Überblick zur aktuellen sicherheitspolitischen Lage in Mexiko und aus welchen Richtungen Druck auf die zapatistische Selbsthauptung ausgeübt wird. Wir stellen die alte zivile Struktur der Organisierung vor und das, was sich nun verändert hat. Wir sind mit dem Auftrag der Zapatistas zurück gekommen, euch von diesen Veränderungen zu erzählen. Damit wir voneinander lernen und uns stets dahingehend überprüfen, ob das was wir tun auch wirklich zu unseren Zielen und Vorstellungen passt. Lasst uns schauen, was wir von den zapatistischen Erfahrungen auf unsere Kontexte anwenden können und was vielleicht auch nicht zu unseren lokalen Gegebenheiten passt. Wir sprechen über thematische Schwerpunkte, die für die Zapatistas in der aktuellen Phase wichtig sind: die Pyramide und Hierarchien innerhalb unserer Strukturen, sowie das Gemeinschaftliche (el común). Auch schneiden wir grundlegende Pfeiler der zapatistischen Philosophie an: Jugend, Kultur, Gesundheit, Bildung und die Rolle von FLINTA*s. Anschließend möchten wir euch mitnehmen, wie das Treffen gewesen ist, wer noch zu Gast war und was wir besonders mitgenommen haben. Da dies unsere ganz subjektiven Erfahrungen sind, erheben wir natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es waren viele unterschiedliche Gruppen da und je nach persönlichem Kontext und Organisierungsart ziehen wir alle ganz unterschiedliche Schlüsse und uns fallen unterschiedliche Dinge auf. Wir freuen uns immer über Feedback, Fragen, Anmerkungen und Kritik. Und wenn ihr diesen Vortrag in eurer Stadt nochmal live hören wollt, fragt uns gerne an! In diesem Sinne: viva la autonomía! Interventionistische Linke Disclaimer: Wenn ihr noch nicht so viel über die Zapatistas wisst, empfehlen wir euch, vor der Veranstaltung (oder zum Vertiefen danach) die drei Folgen des Ende-Gelände-Podcasts anzuhören. Link dazu: https://www.ende-gelaende.org/podcast/ und ihr findet die entsprechenden Folgen unter #47 bis #49: “30 Jahre Zapatistischer Aufstand” Teil 1 bis 3. (Da wir viel zu erzählen, aber nicht so viel Zeit haben, können wir keine grundlegende Einführung in die Geschichte der zapatistischen Bewegung geben.)
Kriegstüchtig werden? Autoritarismus und Kriegsregime
2025/07/16
Zwar herrscht nicht überall auf der Welt Krieg, und doch scheint die ganze Welt in seinem Nebel gefangen zu sein. Während Tod und Leid an manchen Orten zur Normalität geworden sind, wird im Sinne der „Zeitenwende“ an anderen Orten aufgerüstet und eine allgemeine „Kriegsertüchtigung“ gefordert. Der Krieg wird weltweit zum bestimmenden Modus, der das Soziale und die Politik, sowie ganze Volkswirtschaften umstrukturiert. So haben die Herrschenden einmal mehr eine neue Strategie gefunden, ihre Interessen gegeneinander durchzusetzen, im Inneren sowie Äußeren für ihre Ordnung zu sorgen und den Kapitalismus erneut absichern zu können. Unter dem globalen Kriegsregime werden die vielen Krisen autoritär und mit militärischen Mitteln bearbeitet – und so stellt diese neue Herrschaftsform auch einen Angriff auf unsere Kämpfe dar. Und auch Deutschland soll "kriegstüchtig" werden. Einerseits werden Milliarden in Aufrüstung investiert und die Gewinne der Rüstungsindustrie sprudeln. Andererseits fehlt das Geld an anderer Stelle, unter Merz wird der Sozialstaat weiter zusammengeschrumpft, die Polizei aufgerüstet und Feindbilder aufgebaut. Was bedeutet es, wenn sich nicht nur die Wirtschaft, sondern eine ganze Gesellschaft auf Krieg vorbereitet? Wie hängen Autoritarismus und Kriegsertüchtigung zusammen? Wie ist diese Herrschaftsform zu verstehen und wo zeigen sich darin Brüche, die es zu erweitern gilt? Diese und weitere Fragen haben wir mit unserem Genossen Raul aus Frankfurt a. M. diskutiert.
Folge 4: Zwischen langem Atem und Spontanität | Gegenmacht Aufbauen, Gelegenheiten Ergreifen
2024/12/30
Ja, wie klappt‘s denn jetzt mit der Gegenmacht, den Gelegenheiten und der Revolution? Diese Frage können wir in diesem Podcast sicher nicht ein für allemal beantworten. Aber ihr hört in dieser Folge unsere strategischen Überlegungen für eine radikale Linke, die im gesellschaftlichen Handgemenge sichtbar und aktiv sein möchte. Hier könnt ihr das Zweite Zwischenstandspapier auf deutsch und englisch lesen: https://interventionistische-linke.org/zwischenstandspapier-2 IL vor Ort, in vielen Städten: https://interventionistische-linke.org/il/il-vor-ort Twitter: https://twitter.com/inter_linke Instagram: https://www.instagram.com/interventionistischelinke/
Folge 3: „Genosse kommt von Genießen?!“ | Gegenmacht Aufbauen, Gelegenheiten Ergreifen
2024/12/25
In dieser Folge werfen wir einen Blick auf die Umgangs- und Beziehungsweisen innerhalb politischer Organisierung — denn auch die sind politisch. Neben Mara, Paul und Tim hört ihr dazu Stimmen von vielen weiteren iL- und nicht iL-Genoss*innen. Ist Allyship ein wirksames Mittel um Rassismus zu bekämpfen? Wie geht die IL mit sexueller Gewalt um? Auch diesen Fragen widmen wir uns in dieser Folge. Hier könnt ihr das Zweite Zwischenstandspapier auf deutsch und englisch lesen: https://interventionistische-linke.org/zwischenstandspapier-2 IL vor Ort, in vielen Städten: https://interventionistische-linke.org/il/il-vor-ort Twitter: https://twitter.com/inter_linke, Instagram: https://www.instagram.com/interventionistischelinke/
Folge 2: Habeck versus Höcke? Zwei Hegemonie-Projekte | Gegenmacht Aufbauen, Gelegenheiten Ergreifen
2024/12/21
Zwei kapitalistische Hegemonieprojekte werden im zweiten Zwischenstandspapier analysiert. Was „Hegemonie“ eigentlich bedeutet, und warum E-Autos nicht das Klima retten werden, erfahrt ihr in dieser Folge. Außerdem sprechen wir darüber, ob es in Teilen Ostdeutschland bereits eine Rechte Hegemonie gibt. Hier könnt ihr das Zweite Zwischenstandspapier auf deutsch und englisch lesen: https://interventionistische-linke.org/zwischenstandspapier-2 IL vor Ort, in vielen Städten: https://interventionistische-linke.org/il/il-vor-ort Twitter: https://twitter.com/inter_linke Instagram: https://www.instagram.com/interventionistischelinke/
Folge 1: Linke Bewegung im Umbruch | Gegenmacht Aufbauen, Gelegenheiten Ergreifen
2024/12/17
In der ersten Folge unserer Podcast-Reihe zum Zwischenstandspapier #2 geben wir einen kurzen Überblick darüber, was die Interventionistische Linke ist und beleuchten den Entstehungsprozess unseres neuen Strategiepapiers. Denn dem fertigen Papier ging ein jahrelanger, teils kontroverser Diskussionsprozess von hunderten linksradikalen Aktivist*innen voraus… Hier könnt ihr das Zweite Zwischenstandspapier auf deutsch und englisch lesen: https://interventionistische-linke.org/zwischenstandspapier-2 IL vor Ort, in vielen Städten: https://interventionistische-linke.org/il/il-vor-ort Twitter: https://twitter.com/inter_linke Instagram: https://www.instagram.com/interventionistischelinke/
Europa macht dicht - Der Festungskapitalismus und die autoritäre Mitte
2024/06/17
Krieg, Hunger, Klimakollaps – die globale Vielfachkrise des Kapitalismus ist in vollem Gange und die Herrschenden im globalen Norden finden darauf keine Antworten mehr. Stattdessen: zunehmende militärische Abschottung und Auslagerung von Migrationsbekämpfung. Das Fortschrittsversprechen der neoliberalen Ära ist einem Sicherheitsversprechen im Zeitalter der Katastrophen gewichen. Den Preis für das Fortbestehen des Kapitalismus sollen die Geflüchteten an Europas Außengrenzen mit ihrem Leben bezahlen. Und so ist auch das politische Projekt des Festungskapitalismus längst nicht mehr nur das der europäischen Rechten, sondern die neoliberale Mitte ist vorne mit dabei. Wie dehnt sich die Grenze dabei aus - über Europa hinaus und gleichzeitig in die europäischen, liberalen Demokratien hinein? Und folgt auf die Rechtsverschiebung seit 2015 nun eine militarisierte Autoritarisierung der bürgerlichen Mitte? Darüber haben wir mit Raul von der Interventionistischen Linken Frankfurt gesprochen. Der Vortrag wurde am 16.06.2024 im Rahmen des Café Arranca der IL-Rhein-Neckar aufgezeichnet.
Nichts zu verlieren? Degrowth und Klasse - Panel mit Nina Treu, Tanja Abou und Sam
2024/05/28
Wir haben NICHTS ZU VERLIEREN, aber Grund zum Feiern: denn die 57. Ausgabe der arranca! – Zeitschrift für eine Interventionistische Linke ist da, goldglänzend und randvoll mit spannenden Beiträgen! Anlässlich der Veröffentlichung hat die arranca!-Redaktion am 28. Mai 2024 in der B-Lage Neukölln mit einigen der Autor:innen über Degrowth und Klasse diskutiert. Das Gespräch mit Nina Treu, Tanja Abou und Sam gibt es jetzt zum Nachhören im IL-Podcast.
War on Gaza - Peace perspectives from the region
2024/05/21
War on Gaza - Peace perspectives from the region With Samah Salaime (Palestinian feminist peace activist) Riad Othman (medico international) and Dror Sadot (former B'Tselem) an event by IL Berlin Dies ist die aufgenommene Online-Veranstaltung vom 4. Juni 2024. Sie markiert einen ersten Versuch der IL Berlin, den Krieg in Gaza und die Frage nach einem gerechten Frieden aus einer linken Perspektive und gemeinsam mit Menschen aus der Region zu diskutieren. Dabei ist für uns klar: auf einem 2-stündigen Panel wird es nicht möglich sein, alles zu kontextualisieren, alle Komplexitäten, historischen Verstrickungen und Perspektiven um diesen Konflikt abzudecken. Die Analysen, die sichtbar werden, sind natürlich ein Ausschnitt und machen eine bestimmte Perspektive stark - es sind linke Stimmen, Anti-Kriegs-Stimmen, Stimmen, die gegen ethnisierte Segregation einstehen und dem vorherrschenden Regierungsdiskurs kritisch gegenüber stehen. Statt den Fokus auf die deutschen Aushandlungen zu legen, zeigen sie Aspekte aus der Debatte auf, die derzeit eine Linke vor Ort prägt. Wir setzen diesen Fokus, weil wir diese friedenspolitischen Stimmen zu oft im hegemonialen Diskurs marginalisiert sehen. Wir hoffen auf produktive Interaktion mit euch Zuschauenden, auf Diskussion und viele weiterführende Veranstaltungen, die aufgekommene Gedanken aufgreifen können. Noch ein Hinweis: Die Veranstaltung war als Präsenzveranstaltung im SO36 geplant und wurde sehr kurzfristig abgesagt, weshalb wir spontan zum Online-Format übergegangen sind. Mehr Infos: https://www.medico.de/blog/riad-othman https://www.btselem.org/ https://www.972mag.com/writer/samah/ https://interventionistische-linke.org/beitrag/zweites-statement-der-il-berlin-zum-krieg-israelpalaestina
Klimabewegung for Farmers?! - Podiumsdiskussion vom 21.01.2024
2024/02/22
Am 21.02.2024 hat die Interventionistische Linke Berlin eine Podiumsdiskussion mit Tadzio Müller und Janne Redlich von der jungen ABL veranstaltet. Ihr hört den Audiomitschnitt.
"Autoritäre Wende? Eine Aktualisierung des Blicks auf den Rechtsruck" mit Karin von der iL Frankfurt
2024/02/13
Erleben wir grade die Autoritäre Wende? Zusammen mit unserer Genossin Karin von der interventionistischen Linken Frankfurt wagen wir uns an eine Aktualisierung unseres Blicks auf den Rechtsruck. Wir sprechen über die gesellschaftlichen Bedingungen des Aufstiegs der (gar nicht so) neuen Rechten in den letzten Jahren, welche Strategien es von Links braucht um dem etwas entgegenzusetzen und blicken auf die derzeitigen Großmobilisierung gegen die AfD. Das Podiumsgespräch fand am 6. Februar 2024 im Darmstädter Zucker statt. Es markierte den Beginn unserer Veranstaltungsreihe: "Auf der Kippe? Strategien gegen den Rechtsruck, autoritäre Ignoranz und andere Katastrophen".
Was kommt nach den Mullahs? Linke Perspektiven auf die feministische Revolution im Iran
2022/11/16
Was kommt nach den Mullahs? Linke Perspektiven auf die feministische Revolution im Iran Veranstaltung im SO36 (Oranienstraße 190) Freitag 11.11.2022 um 18 Uhr Eine Veranstaltung der IL Berlin Weltweit schauen Menschen in den letzten Wochen auf den feministischen Aufstand im Iran. Nachdem die iranische „Moralpolizei“ am 13. September die 22 Jährige Kurdin Mahsa Jina Amini in Teheran wegen eines vermeintlich ungenügend den Kopf bedeckenden Hijabs verhaftet und dann totgeschlagen hat, begann ein breiter Aufstand gegen das Mullah-Regime. Allen voran erobern sich Frauen und Queers dort jeden Tag etwas mehr Macht zurück, trotz unglaublich gewalttätiger Gegenschläge durch das islamische Regime. Mit unglaublichem Mut und Durchhaltevermögen, dauern die Proteste nun schon über mehrere Wochen an. Wir wollen einen Blick auf die aktuelle Situation im Iran werfen und unterschiedliche Perspektiven dazu hören, welche Bedingungen und Akteur*innen das Kräfteverhältnis vor Ort beeinflussen: Wer sind die Frauen und Queers, die sich die Straßen zurückerobern? Welche Rolle spielen die Kurd*innen und die Gewerkschafter*innen innerhalb der Protestbewegung? Und wo könnten Risse im Regime entstehen oder sind vielleicht sogar schon entstanden? Die Bilder aus dem Iran verbreiten Hoffnung, dass das Mullahregime gestürzt werden kann. Das eine feministische Revolution in Sichtweite ist. Die Protestierenden lassen sich nicht mehr von Klerikern oder systemtreuen selbsternannten Reformern zurückdrängen und erheben ihre Stimme für eine grundsätzlcihe Alternative von Staats- und Lebensform. Wir wollen daher auch die Frage aufwerfen, wohin diese revolutionären Proteste führen (können), wer dafür wo die Weichen stellen kann und wie wir uns als internationalistische und feministische Linke solidarisieren können. All diese Fragen diskutieren wir mit: * woman*.life.freedom collective * Mina Khani (Publizistin & linke Feministin) * Hamid Mohseni (freier Autor und Aktivist) * Elif Sarican (Kurdische Schriftstellerin und Aktivistin)
"Von Rostock nach Hanau?" mit Kien Nghi Ha, Peer Stolle und Berena Yogarajah
2022/11/10
Kontinuitäten rassistischer Gewalt und (post-)migrantische, antifaschistische Organisierung Vor 30 Jahren im August 1992 eskalierte die rassistische Gewalt in Rostock: Im Stadtteil Lichtenhagen wurden Geflüchtete und ehemalige Vertragsarbeiter*innen aus Vietnam von einem rechten Mob aus Nazis und Anwohner*innen über drei Tage lang angegriffen und ihr Haus unter den Augen der zuschauenden Polizei in Brand gesetzt. Die rassistischen Angriffe infolge des Mauerfalls waren das Resultat eines gesellschaftlichen Klimas der rechten Hetze und des erstarkten Nationalismus, das in der Abschaffung des Grundrechts auf Asyl mündete. Das Pogrom von Rostock steht für den Beginn zahlreicher rassistischen Anschlägen und über 200 Todesopfern von rechter Gewalt. Viele Antifaschist*innen - ob ostdeutsch oder westdeutsch, migrantisch oder weiß - erlebten die damalige Zeit als eine tiefgreifende Zäsur, die ihren politischen Aktivismus bis heute prägt und neue Formen des antifaschistischen und antirassistischen Widerstands hervorbrachte. So fallen migrantische Selbstschutz und die Ansätze eines militanten Antifaschismus in diese Zeit. 30 Jahre nach dem rassistischen Pogrom werfen wir einen Blick auf die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen und fragen nach ihren Folgen für antifaschistische Politik und antirassistische Organisierungen. Die Bedrohung durch rechte Anschläge ist bis heute präsent, das hat nicht nur, aber vor allem Hanau gezeigt. Davon ausgehend diskutieren wir mit unseren Gästen über die Kontinuitäten der rassistischen Gewalt im vereinigten Deutschland, Erfahrungen aus (post-)migrantischen und antifaschistischen Allianzen und ihre Konsequenzen für die gegenwärtigen Kämpfe gegen Nazis und Rassismus. Die Veranstaltung fand im August 2022 anlässlich der bundesweiten Großdemonstration zum Gedenken an das rassistische Pogrom in Rostock-Lichtenhagen vor 30 Jahren statt. Auf dem Podium saßen: Kien Nghi Ha, Kultur- und Politikwissenschaftler Peer Stolle, Zeitzeuge aus Rostock Berena Yogarajah, IL Köln und Tatort Porz Moderation: Anna Stiede, Politische Bildnerin, Kommunikationstrainerin und Performerin
"Wie zusammen kämpfen vereint in Unterschiedlichkeiten?" mit Berena Yogarajah
2022/11/09
Wir wollen unterschiedliche Betroffenheiten anerkennen ohne sie zu reproduzieren und das Gemeinsame suchen ohne Unterschiedlichkeiten zu verstecken. Blinde oder auch weiße Flecken überwinden, bedeutet Reflexion und Praxis. Aber wie können wir wirklich gemeinsam gegen Rassismus kämpfen? Welche Möglichkeiten und Grenzen bieten uns die identitätspolitischen Ansätze? Und was lernen wir aus der langjährigen Debatte? Um Antworten auf diese Fragen zu suchen, haben wir im September 2022 Berena Yogarajah für einen Vortrag nach Darmstadt geholt.
"ENDE GELÄNDE für den Normalwahnsinn?!" mit Tadzio Müller
2022/11/09
Vergesellschaften oder in die Luft sprengen? Wie verrückt müssen wir werden, um den Normalwahnsinn hinter uns zu lassen, der unseren Planeten und uns zu Grunde richtet? Und wie normal müssen wir bleiben, damit die Vielen uns noch verstehen und mit uns gehen? Kurz vor den Ende-Gelände-Aktionen des massenhaften zivilen Ungehorsams, die vom 9. bis 15. August 2022 in und um Hamburg stattfanden, haben wir mit Tadzio Müller unter anderem diese Fragen diskutiert: Wie unversöhnlich muss die Klimagerechtigkeitsbewegung sein, um die Veränderungen durchzusetzen, die diese Welt vorm Klimakollaps bewahrt? Welche Wege führen aus der Verdrängungsgesellschaft? Und welche wollen wir gehen?

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