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Dieser Podcast hat
67 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Nefeli Kavouras, Anselm NeftExplizit
Nein
Erstellt am
2020/09/17
Neueste Episode
2026/09/20
Durchschnittsdauer
74 min.
Veröffentlichungsintervall
35 Tage
Beschreibung
Nefeli Kavouras und Anselm Neft sprechen über das, was sie bewegt. Von Edgar Allan Poe bis Sally Rooney. Mal schlägt Nefeli ein Buch vor, mal Anselm. Und manchmal laden sie Gäste ein, die Bücher mitbringen, über die sie unbedingt sprechen wollen. Am Ende geht es immer um Themen, die uns alle betreffen: Was uns verbindet, was uns trennt, was uns lieben lässt, was uns daran hindert, was uns glauben und was uns zweifeln lässt. Und was das sein könnte: Gerechtigkeit.
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"Schlaglicht" von Rita Bullwinkel. Volltreffer oder Schlag ins Leere?
2026/09/20
Diesmal sprechen wir über den 2024 sowohl im englischsprachigen Original als auch in der deutschen Übersetzung erschienenen Debütroman von Rita Bullwinkel. In "Headshot", in der deutschen Übersetzung "Schlaglicht", geht es um acht Mädchen, die an einem U18-Amateurboxerinnen-Wettbewerb in Reno, Nevada, teilnehmen. Wir sprechen übers Boxen und seine Beschreibung in der Literatur, über mit sich und der Welt kämpfende Mädchen und kosmischen Realismus. Außerdem gehen wir der Frage nach, womit Sandsäcke gefüllt sind, und ob Form oft wichtiger ist als Inhalt.
"Karte und Gebiet" und "Herbst". Gelungene Künstlerromane?
2026/08/16
Diesmal sprechen Nefeli und ich über "Karte und Gebiet", einen 2010 publizierten Roman von Michel Houellebecq, der damit den Prix Goncourt gewann, und über "Herbst", den 2016 veröffentlichten ersten Teil der Jahreszeiten-Tetralogie von Ali Smith. In beiden spielen Künstler:innen eine wichtige Rolle. Wir reden über Vergänglichkeit und Gegenwartserfassung, Sinn und Unsinn der Kunst und auch über die Frage, wie gut sich Michel Houellebecq als Figur in seinem eigenen Roman macht. Außerdem sprechen wir über Brexit-England, Nihilismus und Kapitalismuskritik bei Houellebecq und Smith. Natürlich gehen wir auch der Frage nach, ob der französische Starautor in "Karte und Gebiet" sexistische und/oder reaktionäre Anwandlungen zeigt, und loben und kritisieren Smiths "Herbst" sehr.
Die weite Sargassosee. Wer ist hier wahnsinnig?
2026/06/21
In dieser Folge haben wir die Autorin Katharina Unteutsch zu Gast. Sie hat den Roman "Die weite Sargassosee" von Jean Rhys aus dem Jahr 1966 mitgebracht. Ein aufregendes Buch, geschrieben von einer Frau, deren Leben auch aufregend gewesen ist, oft allerdings im negativen Sinne. Und so ist "Die weite Sargassosee auch keine leichte Strandlektüre sondern ein dunkel glosender Monolith, der auf nur 220 Seiten ein abgründiges Identitätsdrama vor dem betörenden Hintergrund der Karibik entwickelt. Dabei ist der Roman zugleich ein mutiges und notwendiges Prequel zu "Jane Eyre" von Charlotte Brontë. Es geht um Natur und Zivilsation, Wildheit und Unterdrückung, Hautfarben, Geschlechter und die Flucht in den Wahnsinn. Wir sprechen auch über die Frage, ob der Roman feministisch und im engen Sinne postkolonial ist, und gehen auch ein wenig auf das Leben der Autorin ein.
Stille in Teheran oder Schweinerei in Paris?
2026/05/17
Diesmal sprechen wir über "Nachts ist es leise in Teheran" von Shida Bazyar aus dem Jahr 2016 und über den Millionenerfolg "Schweinerei" von Marie Darrieusseqc, der 1996 auf Französisch veröffentlicht wurde. Wir sprechen über den Versuch, eine iranische Fluchtgeschichte aus mehreren Perspektiven und in verschiedenen Zeiten zu erzählen und über Satire als manchmal ermüdendes Genre. Außerdem fragen wir uns, wie gut Bazyar die Rollenprosa in ihrem Romandebüt gelingt, und was uns Darrieusseqc mit ihrem Skandalbuch eigentlich sagen wollte. Es geht um migrantische und weibliche Identitäten, um Kommunismus und Kapitalismus und um Emapthie und Genervtheit.
Judith Herrmann und Tove Ditlevsen. Heißt Schreiben, sich selbst ausliefern?
2026/04/19
Diesmal sprechen wir über das aktuelle autofiktionale Werk "Ich möchte zurückgehen in der Zeit" von Judith Herrmann und über Tove Ditlevsens autofiktionalen Klassiker "Kindheit" aus dem Jahr 1967. Wir sprechen über Leerstellen in familiären Erzählungen, die Frage, wer sich heute noch für den Holocaust interessiert, und über unser eigenes Interesse an den Biografien unserer Eltern und Großeltern. Außerdem beschäftigen wir uns mit Kindheit im Allgemeinen und der von Tove Ditlevsen im Besonderen und gehen der Frage nach, ob das Lesen und Schreiben von Literatur alleingelassene Menschen eher rettet oder beschädigt. Eine lange und teils persönliche Folge, die auch um die Frage kreist, wieviel Verdrängung nötig ist, um lebensfähig zu bleiben.
"Liefern" und "Die Wand". Lesenswerte Existenzkämpfe?
2026/03/15
Diesmal sprechen wir über den gerade erschienenen, episodisch gestalteten Roman "Liefern" von Tomer Gardi und Marlen Haushofers Klassiker "Die Wand" aus dem Jahr 1963. Im Gespräch über die beiden Romane kommen wir auf Themen wie "Lieferdienste", "Liebe zu Tieren" und "Differenzfeminismus". Wir sprechen über Individualismus als Privileg, Fürsorge, Resilienz, Freiheit in der Zivilisation und in der Natur und außerdem über Nefelis Vorsatz, freundlich zu sein,
"Giovannis Zimmer" von James Baldwin. Zeitlos tragisch?
2026/02/28
Diesmal haben wir den Autor Daniel Mellem zu Gast, dessen neuer Roman "Einstein im Bade" gerade bei Kein & Aber erschienen ist. Er hat den Zweitling des US-amerikanischen Autors James Baldwin mitgebracht, den 1956 erschienenen Roman "Giovannis Zimmer". Wir sprechen über homosexuellen Selbsthass, "American Innocence" und True-Crime-Stories der 1950er, in denen Schwule Opfer und Täter sind. Außerdem geht es um die Körperfeindlichkeit des "weißen" Amerika, um Hassliebe, Frauen- und Männerrollen und die Zusammenhänge zwischen individuellem Begehren und gesellschaftlichen Leitbildern. Und natürlich geht es auch um die Frage, wie wir uns den Ich-Erzähler des Romans vorstellen und was uns an ihm fasziniert.
"Unverdiente Ungleichheit" von Martyna Linartas. Das Sachbuch der Stunde?
2026/01/25
Unsere 60. Folge ist etwas anders, denn diesmal ist Nefeli nicht dabei. Während sie an der Amalfiküste neue Ideen sammelt und den Vesuv besteigt, spricht Anselm mit Piero Masztalerz, der sonst hinter den Kulissen für die Technik verantwortlich ist. Piero, der als Cartoonist und Comedian durch den deutschsprachigen Raum reist, hat einmal keinen literarischen Text sondern ein Sachbuch mitgebracht: In "Unverdiente Ungleichheit. Wege aus der Erbengesellschaft" erläutert die Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas eindrücklich, warum die große Verrmögensungleichheit in Deutschland und weltweit nicht nur ungerecht ist, sondern auch sozial und ökonomisch schädlich und eine große Bedrohung für Demokratie und Klima. Sie skizziert aber nicht nur den bedenklichen Ist-Zustand, sondern bietet auch einen überraschenden und lehrreichen historischen Blick auf die Ausgestaltung der Erbschaftssteuer in Deutschland, aktuelle Perspektiven aus der deutschen Wirtschaftselite und schließlich auch konstruktive Lösungsvorschläge. Piero und Anselm reden über sogenannte Superreiche, ökonomisches Desinteresse heutiger Linker und die immer gleichen Mythen beim Thema (Erbschafts-)Steuern.
"Gym" von Verena Kessler. Bärenstark?
2025/12/21
Diesmal haben wir die Autorin und Übersetzerin Isabel Bogdan zu Gast und sprechen mit ihr über "Gym", den dritten Roman von Verena Keßler. Unser Gespräch dreht sich um Ehrgeiz, Karriere und Körperkult, um unser Interesse an der Ich-Erzählerin, und um die Sprache, in der Keßler ihren schlanken Roman geschrieben hat. Auch reden wir über "Fitnessstudios" als literarische Orte und unsere eigenen Erfahrungen mit Gyms.
"Adlergestell" und "Bär". Starke Frauen?
2025/11/26
In dieser Folge sprechen wir über den recht aktuellen Roman "Adlergestell" von Laura Laabs, in dem wir vor allem drei Grundschülerinnen in einem Ost-Berliner Vorort kurz nach dem Fall der Mauer erleben. Und wir sprechen über "Bär", einen Roman, den die kanadische Schriftstellerin Marian Engel 1976 veröffentlicht hat. In "Bär" sichtet eine Bibliothekarin auf einer kleinen, einsamen Insel den Buchbestand eines Siedlers und beginnt ein intimes Verhältnis mit einem auf der Insel lebenden Bären.
Wir sprechen über frühreife Kinder in der DDR, starke Frauenfiguren, über Fairy Ultra, Machtverhältnisse und radikale Gesellschaftskritik mit sanfter Haltung. Außerdem diskutieren wir die Frage, ob Kinder gute Protagonisten für literarische Werke sind und erörtern, warum Sex mit Tieren eklig sein könnte und wie man so darüber schreibt, dass es nicht peinlich ist.
"Haus zur Sonne" und "Das automatische Reich". Nichts wie weg?
2025/10/21
Diesmal reden wir über "Haus zur Sonne" von Thomas Melle. Das autofiktionale Werk, dass an die "Die Welt im Rücken" anschließt, aber die depressive Phase der Bipolar 1 Störung im Zentrum hat, stand gerade auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Der Icherzähler beschließt darin, seinem Leben ein Ende zu setzen. Dazu sucht er eine fiktive Einrichtung auf. Im "Haus zur Sonne" kann man sich ein paar Wochen per Simulation alle Wünsche erfüllen lassen, bevor man auf eigenen Wunsch getötet wird. Nur, was soll man sich wünschen, wenn man wunschlos unglücklich ist? Außerdem reden wir über den SF-Roman "Das automatische Reich". Ralph Hammerthaler zeichnet darin einen zukünftigen totalitären Staat auf den Trümmern der EU. Trotz ausgeklügelter Überwachung und eines Spitzelsystems gibt es Menschen, die in Kommunen ein andere, nachhaltige Lebensweise praktizieren. Wir sprechen über Depression und Sexismus, über Humor und Lebensüberdruss, über Science Fiction und eine gut gekühlte Cola Zero.
"Der Gott des Waldes" von Liz Moore. Ein literarischer Thriller?
2025/09/21
Diesmal sprechen wir mit dem Autor und Übersetzer Cornelius Hartz. Er stellt "Der Gott des Waldes" von Liz Moore zur Diskussion, einen Roman, den er selbst aus dem amerikanischen Englisch ins Deutsche übersetzt hat. "Der Gott des Waldes" war in den USA ein riesiger Erfolg und hat auch in Deutschland schon mehr als 100.000 Exemplare verkauft. Ist das Buch wirklich so gut? Was macht seinen Reiz aus? Und wie läuft eigentlich so eine Übersetzung ab? Wir sprechen über Klassenunterschiede und Sexismus, Gesellschaftspanoramen und Figurenpsychologie, starke Frauenfiguren und die Faszination von Sommer-Camps. Und natürlich über die Herausforderung, einen Text aus der einen Sprache in die andere zu übertragen.
"Der Tod in Venedig" und "Ahmadjan und der Wiedehopf". Zuckersüß?
2025/07/24
Diesmal sprechen wir über die 1913 veröffentlichte Novelle "Der Tod in Venedig" von Thomas Mann und über den 2024 publizierten Comic "Ahmadjan und der Wiedehopf" von Maren und Ahmadjan Amini. Wir reden über künstlerischen Narzissmus, den Niedergang des Großbürgertums, Sufi-Mystik und die Liebe, die durch schlichte Comiczeichnungen übertragen werden kann. Außerdem erzählen wir uns, was wir von Manns Sprache und Attitüde in seiner "Tragödie einer Entwürdigung" halten und erklärem, warum AfD-Wählerinnen, den Comic von Maren und Ahmadajan Amini lesen sollten.
Wohnt der Kaiser der Freude im Tokyo Sympathy Tower?
2025/06/15
Diesmal sprechen wir über zwei aktuell auf Deutsch erschienene Romane: "Der Kaiser der Freude" von Ocean Vuong und "Tokyo Sympathy Tower" von Rie Qudan. In dem Podcast geht es um die Frage, wann große Gefühle kitschig sind, wieviele Themen in einem Roman verhandelt werden sollten und ob "Künstliche Intelligenz" die Literatur bereichert oder beschädigt. Wir sprechen über das Arbeiten in der Gastronomie und die Opioid-Krise, die Auswirkungen politisch korrekter Sprache, den gesellschaftlich besten Umgang mit Verbrechern und die Strahlkraft der Architektur. Dabei wissen wir manchmal selbst nicht mehr, wo hinten und vorne ist, und aus wessen Perspektive hier eigentlich gerade erzählt wird.
"Blutsschwestern" von Ana Wetherall-Grujić.Gewalt als Utopie?
2025/05/18
Dieses Mal redet Nefeli mit dem Hamburger Autor Till Raether über den Debütroman „Blutsschwestern" von Ana Wetherall-Grujić, während sich Anselm in einem Residenzstipendium aufhält. In dieser Folge gehen wir der Frage nach, inwiefern sich Literatur anders lesen lässt, wenn sie eine Genre-Klammer erhält. Dabei versuchen wir zu klären, ob Ana Wetherall-Grujićs Debütroman ein Krimi ist, und welche anderen Genres sich vielleicht in ihm finden lassen. Wir sprechen über Geschwisterdynamiken, über die Darstellung physischer und psychischer Gewalt in Romanen und was für oder gegen Triggerwarnungen spricht.
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