
Werben im Podcast: Valeria Heintges
Dieser Podcast hat
10 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Valeria HeintgesExplizit
Nein
Erstellt am
2020/12/07
Neueste Episode
2021/09/30
Durchschnittsdauer
6 min.
Veröffentlichungsintervall
30 Tage
Beschreibung
Es geht um Webdesign, Texte und Biographisches. Hier gibt es keine Univorträge, sondern Erklärungen, die man verstehen kann. Was gutes Webdesign ausmacht, warum das ohne Teamarbeit nicht möglich ist. Wie man nicht nur verständlich, sondern auch gut schreibt. Erklärt wird auch, warum ich den Weg von der Journalistin zur Webdesignerin nahm. Und ganz wichtig: Es darf auch mal gegrinst werden. Vielleicht sogar gelacht.
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Weg mit Passivsätzen
2021/09/30
Regeln für gute Texte: Wer das Passiv auflöst, schreibt lebendiger. Und kann die Handelnden beim Namen nennen.
Wer Sprache definitiv umbringen will, der muss alles im Passiv ausdrücken. Der Passiv heisst auf Deutsch Leideform. Eine ganz traurige Sache ist er also, weil da jemand etwas erleidet. Das will ja keiner. Leiden muss immer derjenige im Passiv, der von einem anderen, der hoch aktiv ist, behandelt wird. Der Handelnde wird entweder an den Satz angehängt mit einem «durch» oder mit einem «von». Oder er wird schlicht verschwiegen, denn der Satz funktioniert auch ohne ihn.
Der Passiv lässt jemanden leiden
Ein Beispiel: Der Stadtrat erlässt das Gesetz. Der Stadtrat handelt, ist aktiv. Als Passivkonstruktion lautet der Satz: Das Gesetz wurde durch den Stadtrat erlassen. Oder: Das Gesetz wurde vom Stadtrat erlassen. Jetzt leidet das Gesetz an der Erlassung des Stadtrats, sozusagen. Aber der Satz ist auch mit «Das Gesetz wurde erlassen» vollständig. Und schon weiss niemand mehr, wer hier eigentlich handelt und Gesetze erlässt.
Die Konstruktion wird deshalb meist dann genutzt, wenn der Handelnde nicht wichtig ist, das Ergebnis seines Handelns ist wichtiger. Etwa in «Die Wände wurden erst vor zwei Wochen gestrichen.» Da ist es nicht wichtig, wer der fleissige Handwerker war. Wichtig ist: Er ist erst vor kurzer Zeit aktiv geworden.
Im Passiv wird der Aktive verschleiert
In diesem Fall geht der Satz auch in Ordnung. Er geht aber nicht mehr in Ordnung, wenn verschleiert werden soll, wer aktiv gewesen ist. Das funktioniert zum Beispiel dann, wenn das Handeln nicht rechtens oder nicht gut war. Etwa im Satz «Das Licht wurde über Nacht schon wieder angelassen», zu sprechen mit deutlichem Groll in der Stimme. Dann will der Sprecher niemanden direkt anklagen, sondern diffus mehrere beschuldigen. Möglich auch, dass jedem klar ist, wer der Übeltäter oder die Übeltäterin war.
Kriminell wird die Sache in zwei Fällen: Wenn der Handelnde verschwiegen werden soll. Oder wenn jemand zu faul ist, gutes Deutsch zu schreiben.
Wer im Passiv schreibt, benennt den Schuldigen nicht
Im Satz «Der Beamte wurde bestochen» geht es wohl darum, den Handelnden zu verschweigen und alle Schuld auf den Beamten zu schieben. Plötzlich nämlich ist rein sprachlich gar nicht mehr wichtig, wer ihm das Geld gegeben hat. Dieser Fall ist oft eine Politiker- oder Journalistenkrankheit. Der eine will den Schuldigen nicht benennen, der andere ist entweder zu faul zu recherchieren. Oder er tappt in die Falle, die ihm der Politiker gestellt hat, oder wer immer da so geredet hat. Und der Journalist merkt nicht, dass die eigentliche Geschichte vielleicht woanders sitzt.
Die tot-passivierte Sprache
Mich interessiert hier mehr der Fall der totpassivierten Sprache. Die ist nämlich oft auch völlig unverständlich vor lauter Nebelpetarden und Schreiberlingenfaulheit. Ich gebe zu: Dieses Mal musste ich länger suchen. Aber tatsächlich steht im Sprachförderkonzept der Stadt Zürich – jawohl: im Sprach-Förderkonzept – folgendes:
«2009 trat das durch den Stadtrat am 9. Juli 2008 genehmigte erste Konzept für die städtische Mitfinanzierung von Deutschkursen für fremdsprachige Erwachsene in Kraft.»
Wer dieses Sprachmonster zerkleinern will, muss sich auf die Suche nach dem eigentlichen Akteur machen. Das ist der Stadtrat. Nimmt man ihn zum Subjekt und löst den Satz auf, heisst er so: Am 9. Juli 2008 genehmigte der Stadtrat das erste Konzept für die städtische Mitfinanzierung von Deutschkursen für fremdsprachige Erwachsene, 2009 trat das Konzept in Kraft. Das ist ein Satz,
Keine Angst vor der Technik
2021/09/02
Mit Content Management Systemen lassen sich Websites erstellen. Ich baue meine Designs mit Wordpress. Weil ich von dem Open-Source-System überzeugt bin.
Es gibt viele Systeme, mit denen man Websites erstellen kann. Sie heissen im Fachjargon Content Management Systeme, weil sie eben den Content managen. Das Ganze wird gerne mit CMS abgekürzt – wer das weiss, findet sich im Web besser zurecht.
Wordpress begann als kleines System zum Erstellen von Blogs. Aber es ist über die Jahre zum weitestverbreiteten System überhaupt gewachsen. Selbst grosse Konzerne vertrauen darauf, obwohl es lange hiess, man könne damit grosse Websites mit vielen, vielen Unterseiten schlecht verwalten. Aber sobald sich bei Wordpress eine Lücke auftut, weil eine bestimmte Fähigkeit nicht vorhanden ist, dann findet sich garantiert ein findiger Entwickler und baut dafür ein sogenanntes Plugin.
Wordpress-Plugins erleichtern das Leben
Es gibt längst viele Plugins, die das Organisieren grosser Seiten ermöglichen und erleichtern. Plugins sind sozusagen kleine Helferlein, die man nur anstellt, wenn man sie braucht. Manche Helferlein sind auch riesige Helferteams, weil sie viele Aufgaben bewältigen können. Ein Plugin zum Beispiel ist Woocommerce, mit dem man ganze Webshops erstellt. Manche Plugins sorgen für Sicherheit gegen Hacker, andere organisieren mehrsprachige Seiten, wieder andere optimieren Bilder, sichern regelmässig Backup-Dateien oder erstellen Formulare. Es gibt unzählige Plugins, ständig kommen neue dazu.
Deshalb ist es eine grosse Aufgabe für Wordpress-Webdesigner, zu entscheiden, welches Plugin sie nutzen und welches nicht. Denn jedes Zuviel, das man sich auf die Seite holt, kann die Schnelligkeit beeinträchtigen. Und spätestens seit Google das Tempo und die Qualität, mit der sich eine Website vor den Augen des Benutzenden aufbaut, immer stärker bei der Suchmaschinenoptimierung berücksichtigt, ist das Thema extrem wichtig geworden.
Wordpress-Websites können sehr schnell sein
Man muss fairerweise sagen (und schreiben), dass Wordpress-Gegner dem System gerne die mangelnde Schnelligkeit vorwerfen. Dazu kann man nur sagen: Wer sich nicht um das Tempo seiner Website schert, der wird wohl mit allen CMS ins HintCMSertreffen geraten. Wer aber um die Brisanz des Themas weiss und sich darum kümmert, der kann sehr wohl auch mit Wordpress gute und sehr gute Ergebnisse erzielen. Denn auch dafür, Sie ahnen es schon, gibt es wieder Plugins. Und auch um die toben Diskussionen im Netz, welche nun taugen und welche nicht. Welche zu viel machen und welche nicht. Und auch, natürlich: Welche wie viel kosten.
Plugins können Geld kosten. Es ist wie mit den Apps auf dem Smartphone. Viele sind kostenlos und verrichten brav ihren Dienst. Aber die, die wirklich gut sind und komplexe Aufgabe hervorragend lösen, die kosten. Und wer sich ein bisschen umschaut, merkt schnell: Viele der kostenpflichtigen Apps für Smartphones sind ihren Preis wert, sind preiswert. Dasselbe gilt auch für Wordpress-Plugins. Etwa, so meine Erfahrung, bei denen, die für das Tempo einer Website verantwortlich sind.
Vorteil Open-Source-Software
Wordpress hat aus meiner Sicht einen riesigen Vorteil: Es ist ein Open-Source-Programm. Niemand verdient sich eine goldene Nase damit, aber viele kümmern sich darum. Vor allem dann, wenn Lücken auftreten, auch Lücken, die Hacker nutzen könnten. Viele Augen und viele Entscheider sehen mehr als ein paar Konzernchefs. Viele Augen sorgen auch dafür, dass der Code dahinter übersichtlich bleibt. Das hat grosse Vorteile im Notfall.
Sicherlich, zu Beginn hatte auch ich grossen Bammel,
Welches Design ist gut?
2021/08/19
Welche Gestaltung für Webseiten gut ist, hängt natürlich stark vom Inhalt der Website ab. Aber wer sich im Vorfeld Gedanken über deren Aufgaben und über die Nutzerführung macht und Überflüssiges reduziert, wird dem Idealdesign sehr nahe kommen.
Wer für sich oder sein Unternehmen eine professionelle Website erstellen lassen möchte, steht vor der grossen Frage: Wie soll sie aussehen, diese Website? Welches Design soll sie haben, wie gestaltet sein? Die Frage ist legitim. Aber die Antwort so schwierig wie vielfältig. Sicher, ein klares, elegantes Design ist mir wichtig. Aber natürlich hängt die Gestaltung von dem ab, was die Website leisten soll, welche Aufgabe sie hat.
Möchte jemand Produkte verkaufen, die man in einen digitalen Warenkorb legen und dem Kunden zuschicken kann? Präsentieren die Webseiten ein Unternehmen, dessen Produkte zu gross oder zu komplex sind, um sie auf dem Postweg zu verschicken? Richtet sich die Website an andere Geschäftstreibende oder an Private, ist es B2B oder B2C (also Business to Business oder Business to Consumer)?
Die Gestaltung muss den Aufgaben der Website entsprechen
Präsentiert sich ein Künstler mit seiner Kunst, ein Schauspieler oder ein Designer mit seinem Portfolio? Eine Journalistin mit ihren Artikeln? Oder will ein Wissenschaftler seine Forschung zeigen, ein selbständiger Unternehmer sein Geschäftsfeld, eine Weiterbildungseinrichtung ihre Angebote? Oder zeigt ein Yogastudio seine Spezialrichtung und möchte, dass sich Yogis und Yoginis in einem Trainingsplan eintragen können?
Das sind sehr unterschiedliche Aufgaben, und doch nur ein kleines Spektrum dessen, was Websites leisten können. Möglich ist alles, von der kleinen, feinen Website bis zum Riesenmonstrum mit hunderten Unterseiten, für deren Fütterung Spezialisten arbeiten. Trotzdem gilt ein Aspekt für alle: Ein Webdesign ist gut, wenn die Besuchenden wissen, was sie tun müssen. Wenn sie sicher von einer Seite zur nächsten navigieren und finden, was sie suchen. Sei es ein Produkt, eine Information, eine Auskunft oder was-auch-immer. Je klarer und fokussierter die Website daherkommt, je eindeutiger die Navigation, umso besser.
Das Webdesign soll schnelle Orientierung ermöglichen
Wie sich Nutzer und Nutzerinnen am besten mit einer Anwendung zurechtfinden, ist eine Wissenschaft für sich. User Experience und User Interface, kurz: UX und UI, nennen sich diese Spezialgebiete. Sie untersuchen, wie Apparate oder Gegenstände gestaltet sein müssen, dass sie schnell und ohne dicke Gebrauchsanweisung genutzt werden können. Aber sie kümmern sich auch darum, wie Websites designt sein sollten, um den schnellen Überblick und das schnelle Navigieren zu ermöglichen. Oft muss man keinen Spezialisten oder eine Spezialistin hinzuzuziehen, aber je komplexer die Website, umso eher kann das nötig sein.
Weglassen und sich aufs Wesentliche konzentrieren
Für alle Fälle, ob kleine Website oder grosses Monstrum, gilt: Je mehr sich Auftraggeber und Webdesignerin anstrengen, je mehr Gedanken sie sich im Vorfeld machen, umso einfacher und übersichtlicher wird die Site. Wer weiss, welche Aufgaben der Webauftritt erfüllen soll und welche Schritte dafür nötig sind, kommt zu einem guten Ergebnis. Und wer sich überlegt, welche Schritte weggelassen, übersprungen oder ersetzt werden können, entschlackt seine Seiten und macht sie benutzerfreundlicher. Denn er kann sich auf das Wesentliche konzentrieren und Webseiten so aufsetzen, dass sie trotz all der Aufgaben, die sie erfüllen müssen, ganz klar, elegant und übersichtlich daherkommen.
Dafür sind Absprachen, klare Aufgabenteilungen und konstruktive Diskussionen zwischen Kunden und Designerin nötig. Und Erklärungen,
Hilfe auf dem Weg ins Netz
2021/06/26
Man könnte beim Stöbern in Netzartikeln zuweilen den Eindruck bekommen, ältere Menschen, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, hätten nicht zu kompensierende Nachteile im Leben. Das ist Blödsinn, finde ich. Für meine Arbeit als Webdesignerin ist es sogar von Vorteil, dass ich weiss, wo die Probleme liegen.
Nein, ich bin kein Digital Native. Ich kenne noch eine Zeit, in der im Bus oder in der Bahn kein Mensch auf kleine Bildschirme schaute. Und nein, ich werde mir jetzt deswegen nicht den nächsten geeigneten Baum aussuchen und mich dort an einem Strick aufhängen. Auch wenn man in einigen Diskussionen durchaus den Eindruck bekommen könnte, als Nicht-Digital-Native oder als Digital Immigrant hätten ältere Menschen einen nicht mehr einzuholenden Nachteil im Leben.
Hilfe bei der Digitalisierung
Das ist Blödsinn, finde ich. Nicht nur, weil Menschen noch viel kompliziertere Dinge lernen können. Mehr noch, für mich wie für viele andere ist es kein Nachteil, sondern sogar ein Vorteil. Als Digital Immigrant oder Digitale Einwandererin, in deren Kindheit Smartphones schlicht noch nicht existierten, und gleichzeitig als Webdesignerin und Texterin, die heute viele Stunden am Tag vor kleinen und grossen Bildschirmen sitzt, bin ich eine perfekte Übersetzerin, Dolmetscherin, Fährfrau ins Land der Digitalisierung und des Internets (Lesen Sie hier den Beitrag «Keine Angst vor der Technik»). Denn es lässt sich ja wirklich nur noch schwer ein Job finden, in dem man mit all dem nichts zu tun hat. Alle surfen im Netz, googlen und recherchieren, sind auf LinkedIn, Instagram oder auf Facebook, nutzen Smartphones und Apps und digitalisieren viele ihrer Arbeitsschritte. Aber vor allem die Digitalen Immigranten fühlen sich nicht in jedem Moment wohl dabei. Weil sie sich zuweilen schwer tun mit der schönen neuen digitalen Welt. Weil sie all dem mit einem gesunden Misstrauen begegnen.
Denn das gesunde Misstrauen ist eben genau das: gesund. Es hilft, sich nicht mit Haut und Haaren den Internetkonzernen auszuliefern ohne jeden Blick auf Datenschutz und Privatsphäre. Man darf, mehr noch: man sollte sich sehr genau überlegen, was man wo und wem im Netz von sich und von seinen Liebsten preisgibt. Wobei ich ausdrücklich erwähnen will, dass es zum Glück auch Digital Natives gibt, die ein gesundes Misstrauen hegen.
Wer beides kennt, hat auch Vorteile
Andererseits kann ich denjenigen helfen, die manches in dieser Welt aus Apps und Social-Media nicht verstehen. Ich kann ihnen Tipps geben, wie sie leicht und sicher durch den Dschungel kommen. Und denjenigen, die die Vorteile einer persönlichen Website nutzen wollen, aber nicht wissen, was dabei zu bedenken ist, kann ich erklären, wo die Nachteile und wo die Vorteile liegen. Als Journalistin habe ich das Erklären im Blut, und als Digital Immigrant weiss ich, wo die Hindernisse liegen, die einem den Zugang zuweilen erschweren.
Ich denke bei diesem Thema gerne an eine Kundin. Sie ist eine der Besten ihres Fachs, surft selbstverständlich im Netz und nützt die Such- und vor allem Findemöglichkeiten, die es ihr bietet. Sie arbeitet auf zwei Bildschirmen gleichzeitig, weil sie so viel und so grundsätzlich im Digitalen unterwegs ist. Aber ihre Lieblingswelt ist die des Buches, weil sie darin aufgewachsen ist. Sie wusste längst, dass ihr eine Website helfen würde, ihr Geschäftsfeld um neue Absatzmöglichkeiten zu erweitern. Aber das Geschnatter auf Facebook, das Gezwitschere auf Twitter und auch das wichtigtuende Geraune auf LinkedIn widerstrebt ihr sehr.
Vorteile des Internet nutzen und Nachteile kennen
Und so versuchte sie immer wieder, beinahe unterbewusst,
Weg mit den Schachteln
2021/05/24
Ein guter Text ist leicht verständlich. Er hat auch Rhythmus; es macht Spass ihn zu lesen. Verständlichkeit schafft man, indem man komplizierte Nebensätze auflöst. Rhythmus schafft man, indem man dann doch wieder ein paar Nebensätze drinlässt.
Ein guter Text ist verständlich und man liest ihn gerne. Weil er klar und durchdacht formuliert ist. Weil sich die Sätze in Hauptsätzen klar vorwärts bewegen und nicht in verschachtelten Nebensätzen verlieren. Und weil sein Schreiber auf den Rhythmus geachtet hat.
Der Rhythmus ist wichtiger als man denken könnte
Der Rhythmus ist wichtiger als man denken könnte. Er hängt allerdings eng zusammen mit dem Tipp, nicht zu komplizierte Sätze zu formulieren, weil das der Verständlichkeit schadet. Man sollte natürlich nicht noch einen Nebensatz und noch einen und noch einen in den armen Satz packen. Wenn es doch nötig ist, und das ist es oft und darf es auch sein, dann sollten sich die Nebensätze hintereinander aufreihen, dann versteht man sie leichter.
Wer seine Nebensätze aber ineinanderverschachtelt, macht den Lesenden die Lektüre schwer. Wer einen Nebensatz beginnt, dann den nächsten und dann noch einen, der muss sie alle auch wieder beenden. Und er fordert vom Lesenden, sich alle Anfänge zu merken, bis endlich, endlich das erlösende Ende kommt. Diese Langmut beweisen die wenigsten Leser. Vielmehr fangen sie an zu springen, erst mit den Gedanken, dann mit den Augen. Und dann sie schon weg. Denn jeder hat besseres zu tun als schlechte Texte zu lesen.
Die Devise lautet: Abwechslung tut gut
Wer daraus aber nun folgert, er sollte nur in Hauptsätzen schreiben, der wird einen langweiligen, eintönigen Rythmus ernten. Hier lautet die Devise, wie so oft im Leben: Abwechslung tut gut. Was also tun?
An Beispielen lernen ist am einfachsten. Zunächst zum Thema: Nebensätze auflösen. Daher war ich mal wieder auf der Internetseite der Stadt Zürich unterwegs. Ich musste ein bisschen in die Tiefe der Site steigen, aber im Gesundheits- und Umweltdepartement wurde ich fündig. Unter dem Stichwort «Public Health» steht da Folgendes:
«Gesundheit wird von vielen Einflussfaktoren bestimmt.» Ein wunderbar klarer Satz. Aber so geht der Text weiter: «Dazu gehören, nebst den individuellen biologischen Voraussetzungen und Verhaltensweisen, insbesondere die Leistungen der Gesundheitsversorgung, der Prävention und Gesundheitsförderung sowie deren Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen.»
Nebensätze stehen immer zwischen Kommas
Puh. Es geht um unsere Gesundheit. Aber darüber hinaus verstehen wir – nichts. Hauptgrund: Ein Hauptsatz wird von einem Nebensatz unterbrochen. «Dazu gehören insbesondere die Leistungen der Gesundheitsversorgung, der Prävention und Gesundheitsförderung sowie deren Zugänglichkeit für alle Bevölkerungsgruppen.» Das ist der Hauptsatz. Und dazwischengeschoben wird: «nebst den individuellen biologischen Voraussetzungen und Verhaltensweisen». Übrigens, kleiner Tipp zum Thema Rechtschreibung: Nebensätze stehen immer zwischen Kommas. Auch wenn nicht alles ein Nebensatz ist, was zwischen Kommas steht. Aber vieles.
Eigentlich besteht der Satz aus simplen Aufzählungen. Es gibt diese Einflussfaktoren und diese. Manche sind etwas wichtiger als andere, deswegen werden die nicht so wichtigen in einem Nebensatz untergebracht. Der Schreiber hat damit eine andere wichtige Regel immerhin befolgt. Die lautet: Hauptsachen gehören in Hauptsätze, Nebensachen in Nebensätze. Weil Nebensätze dem Hauptsatz untergeordnet, also ohne ihn nicht verständlich sind, sollten sie auch keine wichtigen Fakten beinhalten.
Weg mit Substantivierungen: Teil 2: Die komplizierten Verstecke
2021/04/16
Regeln für gute Texte. Wer substantivierte Verben auf -ung zertrümmert, macht schon etwas Wichtiges richtig. Wer die Verben dann auch noch in ihren komplizierteren Verstecken aufstöbert und zum Vorschein holt, der hat noch viel mehr gewonnen.
Lesen Sie hier Teil 1: Weg mit Substantivierungen: Die einfachen Verstecke
In meinem letzten Blogbeitrag habe ich über Verben auf ung geschrieben, die es zu zertrümmern gilt. Aber wer gerne Fakten hinter Wolken verstecken will, der hat noch mehr Mittel zur Verfügung. Und wir wissen jetzt schon: Schöner wäre der Satz, würde er heissen: Der verfügt noch über andere Mittel. Und weg ist die «Verfügung».
Aber eben: die Sache kann komplizierter sein. Verben können so aufgepustet werden, dass man nur noch mit ein wenig Nachdenken den harten Kern dahinter aufdecken kann.
Wer schlechte Beispiele sucht, wird überall fündig
Nehmen wir ein Beispiel, denn wer Substantivierungen sucht, wird überall fündig. Gerne und oft auch bei Texten von offiziellen Stellen. Sie können es jetzt nicht merken, aber ich war gerade wirklich nur sehr kurz im Netz unterwegs, um einen schönen Beispielsatz zu suchen. Auf der Seite der Stadt Zürich wurde ich fündig, schon unter B (es gibt kein A) wie Bewilligungsstelle. Dort fand ich den Satz: «Sie haben zudem die Möglichkeit, die Parkkarten und Bewilligungen online zu beziehen sowie auch Zahlungen auszuführen.»
In diesem Satz gibt es gleich mehrere substantivierte Verben, die ihn nicht nur sperrig, sondern auch schwer verständlich machen. Die erste ist gleich: «Sie haben die Möglichkeit». Warum nicht: «Sie können?». Das ist absolut dasselbe, aber es ist viel kürzer. Und viel leichter verständlich. Wenn man den Satz damit weiterführt, merkt man sofort eine zweite Folge dieser Substantivierungen: Sie führen zu unnötigen Nebensätzen. Mit meinem «Sie können» steht da nur noch: «Sie können die Parkkarten und Bewilligungen online beziehen sowie auch Zahlungen ausführen.» Weg ist der Nebensatz.
Kürzer, schneller, verständlicher
Aber es geht noch weiter: Da sind noch die «auszuführenden Zahlungen». Die könnten doch auch einfach gezahlt werden. Dann lautet der Satz: «Sie können die Parkkarten und Bewilligungen online beziehen sowie auch zahlen.» Das versteht jeder sofort. Kein zweites Lesen nötig.
Gut, ich mag auch das Verb «beziehen» nicht, ich würde also noch versuchen, die Parkkarten bewilligen zu lassen, dann wäre gleich das ung-Wort weg. Oder ich würde wenigstens die Bewilligungen beantragen lassen, weil ich beantragen besser finde als beziehen. Ich würde auch das etwas steife «sowie» weglassen und einfach sagen «Sie können die Parkkarten ... beziehen und bezahlen.» Aber das sind andere Themen. Auch die «krieche mer später», um wieder das Zitat aus dem Film «Die Feuerzangenbowle» anzubringen.»
Das Beispiel taugt auch wunderbar, um zu zeigen, wie schnell so ein Blähdeutsch-Monster zum kleinen Satz zusammenschrumpft. Und man merkt jetzt: Der Tatbestand hinter dem Monster ist total simpel. Keine Hexerei. Und der Service der Stadt Zürich ist wirklich gut, weil er den Leuten den Gang zum Amt abnimmt.
Aufgeblähte Sprach-Monster werden zertrümmert
Aufgeblähte Ausdrücke wie «Sie haben die Möglichkeit» gibt es wie Sand am Meer. Abhilfe schaffen statt helfen, in Vorschlag bringen statt vorschlagen. Stimmenthaltung üben statt sich enthalten. Auf der Seite der Stadt Zürich findet sich etwa der Ausdruck, die Stimmbürger und Stimmbürgerinnen seien «massgeblich an der Gestaltung der Politik der Stadt Zürich beteiligt». Warum gestalten sie sie nicht massgeblich mit? Auch heisst es: «Geleitet wird die Verwaltung durch den vom Volk gewählt...
Weg mit Substantivierungen. Teil 1: Die einfachen Verstecke
2021/03/26
Regeln für gute Texte. Wer gute Texte schreiben will, muss einige Regeln beachten. Eine der wichtigsten davon: Weg mit den Substantivierungen, her mit den Verben. Weg mit Beschränkungen, Zerschlagungen und gerne auch mit Zahlungen.
Ich hatte es ja schon in einem früheren Blogbeitrag angedroht, dass ich auf das Thema «Gutes Schreiben» noch einmal zurückkommen würde. Mit meinem ersten, sehr konzentrierten Text überfordere ich wohl Menschen ein wenig, die gerade erst anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Das ist mir schon klar.
Aber weil Einsicht der erste Schritt zur Besserung ist, habe ich mir vorgenommen, jede Regel noch einmal etwas genauer zu beleuchten. Dann, so hoffe ich, sollte doch jeder mitkommen. Und dann prägen sich die Regeln auch besser ein. Also los geht’s. Fangen wir mit der ersten Regel an. Die hiess damals: «Nicht so viele Substantivierungen.» Die Regel ist wichtig, so wichtig, dass ich sie in zwei Beiträge aufteilen möchte. Also: Fortsetzung wird folgen.
Substantivierungen auflösen
Zunächst einmal gilt allgemein: Wer von einem Thema nicht ganz so viel Ahnung hat, tendiert dazu, die Fakten hinter Wortkaskaden und Blähwörtern zu verstecken. Denn die machen einen Text unkonkret und wolkig. Andersherum liegt der Verdacht nahe, dass sich hinter Texten voller Substantivierungen ein eher nebulöser Sinn verbirgt und der Autor oder die Autorin nicht weiss, wovon er oder sie schreibt. Das muss nicht so sein, aber es wirkt so. In der Praxis zeigt sich tatsächlich oft, dass man beim Auflösen von Substantivierungen plötzlich vor sehr konkreten Fragen steht, wie denn nun der Satz gemeint ist und was der Autor oder die Autorin eigentlich sagen wollte. Denn jetzt erlaubt der Satz keine Ausflüchte mehr.
Unnötige Substantivierungen verbergen sich gerne hinter Wörtern auf heit, keit oder ung. Adjektive nutzen heit oder keit, um ein Substantiv zu bilden; Verben nutzen ung. Bei Adjektiven ist die Sache komplizierter; eine Schönheit darf gerne auch eine Schönheit bleiben. Aber Wörter mit ung sollte man in jedem Fall streng unter die Lupe nehmen und im Zweifelsfall immer zertrümmern. Manche Verben finden auch noch bessere Verstecke, aber das «krieche mer später», wie es im Film «Die Feuerzangenbowle» so schön heisst. Eben: Fortsetzung folgt.
Vom starken Verb bleibt nur ein Schatten
Grammatisch ist die Sache klar: Verben können sich problemlos selbst substantivieren. Also: Das Gehen, das Sagen, das Zersetzen, das Einrichten. Das sind Substantive, die deshalb übrigens grossgeschrieben werden müssen. Die ung-Monster gehen noch weiter. Sie machen aus dem Einrichten die Einrichtung, aus dem Zersetzen die Zersetzung, aus dem Gestalten die Gestaltung, aus dem Erholen die Erholung. Allen Verwandlungen gemeinsam ist, dass die ursprünglichen Verben ihre Kraft verlieren und unter dem Mantel des Substantivs grösser und wolkiger wirken als sie sind.
Vom bildstarken Verb zerschlagen bleibt in der Zerschlagung nur noch ein Schatten. Und sie kann passiv daherkommen, ohne dass gesagt werden muss, wer hier wen zerschlägt. Das eben macht die Sache wolkig. Und genau deshalb werden die Substantive oft genutzt, wenn man verschleiern will, was wirklich geschieht. Das ist Taktik, aber keine gute Sprache.
Praxisbeispiel: So zertrümmere ich ung-Monster
Genug der Theorie, hinein in die Praxis. Wer Substantivierungen sucht, wird überall fündig. Zum Beispiel mit dieser Überschrift auf der Seite des Newsportals nau.ch: «Das Europaparlament hat den Weg für eine zügige Einführung eines europäischen Impfzertifikats geebnet.
Websites sind sehr flexibel
2021/02/26
Websites müssen sich entwickeln und dürfen das auch. Es ist sogar gut, wenn sie oft aktualisiert werden, denn weder Menschen noch Unternehmen sind statische Gebilde. Diese Veränderungen kann eine Website sehr gut spiegeln.
Als meine Journalisten-Webseite valeriaheintges.com online ging und ich das der Welt mitteilte, merkte ich schnell: Webseiten sind kein Buch, das – einmal gedruckt – erst wieder in ein paar Jahren mit einer nächsten Auflage aktualisiert werden kann. Webseiten sind etwas Flexibles, Veränderliches, Lebendiges. Es ist gut, dass sie das sind und wenn sie das sind. Als Journalistin, die regelmässig Texte veröffentlicht, habe ich keine Probleme, meine Journalisten-Webseite mit neuen Artikeln zu aktualisieren.
Rubrik «Aktuell» kann für Aktualität sorgen
Auf anderen Webseiten ist das schwieriger. Man kann eine Rubrik «Aktuell» einfügen – die man natürlich auch anders, vielleicht auch ausgefallener benennen kann. Diese Rubrik kann alles fassen, was derzeit so ansteht. Neue Produkte eines Unternehmens, Sonderangebote, Auftritte einer Künstlerin, neue Kursangebote, aktuelle Marktzahlen oder was-immer.
Manche dieser aktuellen Neuigkeiten bekommen zur Markteinführung ihre eigene Seite, die auch wieder die Veränderungen eines lebendigen Gebildes zeigen.
Man kann sich aber auch die Aktualitäten selbst schaffen. Etwa mit einem Blog. Die sind so gebaut, dass automatisch die neusten Beiträge oben stehen, die älteren chronologisch absteigend weiter unten. In einem Blog kann man berichten, was im Unternehmen passiert. Oder was immer einem auf dem Herzen liegt oder unter den Nägeln brennt. Es gibt reihenweise Reiseblogs, in denen Abenteurer von ihren Ausflügen um den Erdball berichten. Aber auch unendlich viele zu Spezialthemen, mit denen sich Experten einen Namen machen und so immer neu Besucher auf ihre Website leiten.
Suchmaschinen mögen Websites, die ständig aktualisiert werden
In grösseren Unternehmen passiert meist genug, da lassen sich leicht Themen finden. In kleineren kann es schwierig sein, ständig aktuelle Anlässe aufzustöbern. Aber man sollte den ein oder anderen Gedanken darauf verschwenden – denn Suchmaschinen mögen Websites, auf denen etwas los ist. Und vor allem sollte man in Blogs sein Wissen nicht unter den Scheffel stellen. Denn mit manchem, das man mit links erledigt, tun sich andere unendlich schwer. Und sind um Hilfe sehr dankbar.
Es ist aber auch gut, wenn sich eine Website organisch weiterentwickelt. Bei grösseren Designänderungen sollte man vorsichtig sein, denn Relaunchs haben es in sich. Aber wenn sich ein Unternehmen erweitert oder irgendetwas passiert, das eine neue Unterseite nötig und möglich macht, dann wird die eben eingefügt. Das wird nur dann zu einem Problem, wenn sich die neue Unterseite nicht in das Gesamtkonzept einpasst, sondern quer zu den anderen Seiten steht. Oder wenn sie sich sogar inhaltlich mit anderen Seiten doppelt. Das mögen Nutzerinnen und Nutzer nicht. Und Suchmaschinen auch nicht. Aber solange das Neue zum Rest der Seite passt, wenn der Nutzer es gut finden kann, Links und Verweise darauf führen – dann sind neue Seiten allseits willkommen. Und natürlich sind sie gleich wieder eine wunderbare Gelegenheit, in der «Aktuell»-Rubrik auf sie hinzuweisen.
Alles neu macht der Relaunch
2021/01/27
Wenn Websites in die Jahre gekommen sind oder die Struktur dem Inhalt nicht mehr gerecht wird, dann ist Zeit für einen Relaunch. Den allerdings sollte man gut planen. Ein Werkstattbericht.
Websites verändern sich. Das muss sogar so sein, denn sonst wären sie tot und für wiederkehrende Besucher unspannend. Viele Websites werden mit den Jahren immer grösser und umfangreicher. Da gilt sicherlich wie für so viele Dinge im Leben: Wachstum ist gut, Wuchern ist schlecht. Und ein gescheites Zurückstutzen von Zeit zu Zeit ist sicherlich wichtig und sinnvoll. Das Zurückstutzen kann eine veränderte Struktur und ein verändertes Design mit sich bringen. Tut es das, wäre es ein Relaunch. Bleiben Struktur und Design gleich – eben nur ein sinnvolles Zurückstutzen.
Ein gängiger Grund für einen Relaunch ist sicherlich, dass dem Betreiber einer Website das Design nicht mehr gefällt. Dass es nach einiger Zeit aus der Mode gekommen ist oder einfach ein wenig langweilig geworden.
Inhalt wächst über die Struktur hinaus
Ich allerdings habe meine Website, die kaum ein Jahr alt ist, aus einem anderen Grund ganz behutsam überarbeitet. Das Design war natürlich noch nicht aus der Mode gekommen, das wäre ja auch schrecklich. Aber die Struktur bot mir keinen Platz mehr, um den Inhalt organisch zu erweitern. Das will ich ein bisschen erklären.
Als meine Website online ging, fand ich sie ganz wunderbar. Sie repräsentierte mich, meine Arbeit, meine Ansichten und meinen Anspruch an ein klares, elegantes Design. Aber von Beginn an hatte ich die Absicht, sie eines Tages zu erweitern.
Die Site war ein sogenannter One-Pager, ein Einseiter, sozusagen. Wenn auch – hoffentlich – nicht einseitig. Aber die Punkte im Menü führten nicht auf andere Seiten, sondern auf verschiedene Absätze der einen, langen Seite. Der «Angebots»-Punkt sprang auf den Absatz, in dem es um mein Angebot ging, der «Portfolio»-Punkt sprang zum Absatz über mein Portfolio. Und so weiter.
Inhalte aus dem Blog für die Website genutzt
Das war für den Moment auch ganz in Ordnung so, denn ein junges Business hat noch nicht so viel zu erzählen. Aber mittlerweile war mir das alte Gewand zu eng geworden, weil sich die Website entwickelt hatte und gewachsen war. Zunächst kam der Blog dazu, in dem ich – Beitrag für Beitrag – mein Geschäft detaillierter erläutere. In dem ich Interessentinnen und Interessenten erkläre, was sie von mir als Webdesignerin erwarten dürfen. Und in dem ich beschreibe, warum ich als Journalistin überhaupt auf die Idee gekommen war, Websites zu erstellen. Im Blog versammeln sich somit neue Inhalte, die die eigentliche Website ergänzen und die ich gut für meinen Relaunch nutzen konnte.
Nach dem Relaunch hat jeder Teil meines Menüs auf der Webdesign-Seite valeriaheintges.net eine eigene Seite bekommen. Eine für das Angebot, eine fürs Portfolio, eine für die FAQ und eine für den Punkt «Über mich». Jede Seite kann jetzt für sich wachsen und für sich verändern. Vorher wäre die eine Seite immer nur länger und länger geworden. Diese Änderung in der Struktur hat zu kleinen Verschiebungen im Design geführt. Die Farben sind noch dieselben, aber das vorher nur punktuell als Signalfarbe eingesetzte Rot wurde prägnanter. Ich habe neue Elemente kreiert, um die einzelnen Teile meines Angebots genauer erklären zu können. Und damit Sie als User leichter von einer Seite zur anderen navigieren können.
Änderungen hier haben Auswirkungen dort
Aus welchen Gründen so ein Relaunch auch stattfindet: Er hat es in sich. Denn wenn man an einer Stelle etwas ändert, kann wie in einer Maschine der Motor schnell an einer ganz anderen Stelle aus dem Tritt geraten und stottern.
Alles ist vernetzt
2021/01/08
Eine Website ist kein Buch. Und überhaupt nicht von der analogen Welt. Das ist aber kein Grund sich zu grämen. Denn das hat auch einen tollen Vorteil.
Menschen, die aus der analogen Welt kommen und eine Website wünschen, sind zuweilen nur verhalten optimistisch, dass das Vorhaben gut werden könnte. Der Hauptgrund: Sie finden eigentlich, dass die Vorteile der analogen Welt eben leider, leider nicht in die digitale Welt hinübergerettet werden können. Dazu muss und sollte man dreierlei sagen: Erstens: Ja, das stimmt, manche Vorteile der analogen Welt gibt es in der digitalen nicht. Zweitens: Es gilt auch andersherum: Manche Vorteile der digitalen Welt, gibt es in der analogen nicht. Und das gleicht sich aus. Das ist also drittens kein Grund, traurig zu sein.
Vernetzung ist der grösste Vorteil der digitalen Welt
Der grösste Vorteil der digitalen Welt: Sie ist vernetzt. Und man kann weiter vernetzen, soviel man will. Man kann zum Beispiel auch auf einer Website hin- und hervernetzen. Von einer Seite zu einer anderen. Denn die ist jeweils nur einen Mausklick oder einen Fingertipp entfernt. Wer zum Beispiel in einem Buch auf eine andere Stelle seines Textes verweisen will, der muss das in Klammern dazuschreiben: Etwa «siehe Seite 105, mittlerer Absatz». Oder er muss eine Fussnote setzen, die er unten auf der Seite aufschlüsselt – praktisch, aber nicht schön – oder sogar erst hinten im Anhang aufschlüsselt – nicht praktisch, aber schön. So oder so muss der Leser dann noch mühsam die «Seite 105, mittlerer Absatz» suchen. Ganz anders im Netz: Das genügt ein kleiner Link – und schwupps ist man sozusagen auf Seite 105, mittlerer Absatz.
Das ist toll. Das hat aber auch Folgen. Denn manche Leser und Leserinnen hüpfen dann an die andere Stelle, lesen sich dort fest – und kommen nicht zurück! Da kann man sich jetzt grämen und die Haare raufen. Man kann aber auch einfach finden: Klasse, das entspricht doch eigentlich unserer Welt. Denn auch da ist doch alles mit allem vernetzt und verknüpft. Das wissen die Schmetterlinge aus der Chaos-Theorie, das weiss aber auch jeder, der etwa in der Natur an einer kleinen Stellschraube dreht – und sich dann über die Folgen davon an einer ganz anderen Stelle wundert. Solche Zusammenhänge kann man vernetzt wunderbar darstellen.
Nicht besser, nicht schlechter als die analoge Welt
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich liebe Bücher, gerne auch in Papierform. Da kann ich mich wunderbar festlesen und die Welt um mich herum vergessen – nicht umsonst arbeite ich immer noch als Literaturkritikerin. Aber eben: Die digitale Welt, speziell jetzt das Internet, funktioniert ein bisschen anders. Nicht besser, nicht schlechter. Einfach anders.
Das sollte man aber berücksichtigen, wenn man eine Website plant. Denn sonst hat man nur eine langweilige Seite, die eben leider kein Buch ist. Und das wäre schade. Denn schliesslich kann man ja auch zeigen, wie sehr das Thema einer Website mit sich selbst verknüpft ist. Sei das eine persönliche Website, die eines kleinen Unternehmens oder die einer riesigen Institution. Welche Site auch immer man konzipiert: Man muss sich überlegen, wie hängt was womit zusammen? Wie kann ich dem Lesenden helfen, sich zurechtzufinden? Wie kann ich ein Thema an einer Stelle anschneiden und an einer anderen vertiefen? Was erzähle ich kurz an zwei Stellen doppelt, was führe ich nur an einer Stelle weiter?
Das sind schwierige Fragen, und natürlich gibt es spezielle Berufszweige, die sich nur damit beschäftigen, Nutzerinnen einer Website gescheit durch jede einzelne Seite zu führen. Man kann das also studieren oder eine Lehre beginnen oder sich in Webinaren weiterbilden.
Spielen macht Spass
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