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Dieser Podcast hat
62 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Rainer Nigrelli & Jan Henrik PuschExplizit
Nein
Erstellt am
2020/12/27
Neueste Episode
2026/01/12
Durchschnittsdauer
69 min.
Veröffentlichungsintervall
32 Tage
Beschreibung
"Filmschnitt ist gar nicht so kompliziert!". In dieser Reihe beschäftigen wir uns mit diversen Schnittgenres. In Gesprächen mit Filmeditoren erfahren wir, was den Schnitt in ihrem Bereich ausmacht, wundern uns über Unterschiede und entdecken Gemeinsamkeiten. Egal ob es dabei um den Schnitt eines News-Stücks geht, um einen Youtube-Beitrag, einen Spielfilm oder ein Hochzeitsvideo. Lernt diese Schnittgenres gemeinsam mit uns kennen. Mehr Informationen zu den einzelnen Folgen unter www.credittotheedit.de Feedback gerne an [email protected] Abonniert uns! Das würde uns freuen.
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Yes or No Games - Wenn Schnitt entscheidet
2026/01/12
Was passiert, wenn eine einfache Ja-oder-Nein-Frage auf 128 Menschen, 30 Mikrofone und eine virtuelle Welt trifft? Und wie erzählt man daraus eine spannungsgeladene Show, die gleichzeitig Quiz und Reality ist?
In dieser Folge des "Credit to the Edit Podcast" geht es um genau diese Grenzfrage, erzählerisch wie montagetechnisch.
Im Mittelpunkt steht die neue Original-Show "Yes or No Games" (zu sehen ab dem 16. Januar 2026 bei Prime Video): ein Format, das klassische Quizmechaniken mit Reality-Elementen und Virtual Production verbindet. Gemeinsam mit den Gästen wird diskutiert, wie Spannung entsteht, wenn hunderte Erzählfäden gleichzeitig entstehen, und wie der Schnitt aus riesengroßen Menge an Material klare Dramaturgie formt. Es geht um Materialaneignung dutzender Tonspuren, um die Frage, wann O-Töne die Spannung erhöhen oder verhindern, und um das ständige Austarieren von Live-Gefühl und erzählerischem Flow.
Dabei wird schnell klar: Diese Show entsteht nicht erst im Schneideraum. Dramaturgische Entscheidungen werden bereits im Development getroffen: durch Musik, durch Set-Design, durch das immer wiederholte Durchgehen der Show in zahllosen Teammeetings, also eben durch die bewusste Reduktion von Möglichkeiten. Und der Schnitt wird dann zur archäologischen Arbeit: Dialoge freilegen, Figuren finden, Inseln bauen, ohne den Flow des Quiz zu brechen.
Daher sprechen wir mit zwei zentralen Stimmen der Produktion: der Senior Producerin Anna Eva Heymer und dem Head-Cutter Daniel Quack die zusammen Einblicke geben, wie eng Redaktion, Regie, Producing und Montage bei diesem Format verzahnt waren. Und warum man manchmal erst im Schnitt versteht, was man eigentlich gedreht hat.
Zu Gast
Anna Eva Heymer ist Senior Producerin bei ITV Studios Germany und verantwortet diverse Show- und Reality-Formate für Streamingplatformen und (klassisches) TV. Mit einem starken Fokus auf Dramaturgie und Formatentwicklung begleitet sie Projekte von der ersten Idee bis in die Postproduktion. Zu den Formaten, an denen sie maßgeblich beteiligt war, zählen Licht aus (2024, Prime Video), Song Clash (2023, VOX), Dance Dance Dance (2016/2017, RTL) und Let's Love – Eine Hütte voller Liebe (2021, RTL Zwei).
Daniel Quack arbeitet seit vielen Jahren als Filmeditor im Reality- und Showbereich. Seine besondere Expertise liegt in der Strukturierung extrem komplexer Produktionen. Zu den Formaten, die er geschnitten hat, zählen Licht aus (2024, Prime Video), Good Luck Guys (Staffel 1 & 2, 2023 / 2024, Joyn) und Let's Love - Eine Hütte voller Liebe (2021, RTL Zwei) sowie Der Promihof (2025, RTL/TV-Ausstrahlung).
Reinhören! Warum?
Weil diese Folge zeigt, wie moderne Unterhaltung erzählt wird, nämlich im Wechselspiel von Technik, Intuition und klaren Entscheidungen. Und weil sie eine seltene Innenansicht bietet, wie Schnitt bei großen, komplexen Showformaten wirklich entscheidend ist.
Timeline-Shortcuts
00:14 Anmoderation
03:18 Was ist „Yes or No Games"? Quiz trifft Reality
08:21 Development: Skripte schreiben für die Realität
15:15 Die Tonspur-Archäologie: Wenn man hört, aber nicht sieht
23:05 O-Töne vs. Live-Atmosphäre: Was den Fluss stört
33:04 Der Cube: Schnitt und Virtual Production
46:45 Der wichtigste Tipp: Sichten, sichten, sichten!
52:03 Kategorien: Das Schnitt-Quiz
64:18 Abmoderation
Weiterführende Links
Format Yes or No Games – Offizielle Seite bei ITV Studios Germany Gäste & Team Anna Eva Heymer – Senior Producerin, ITV Studios Germany Daniel Quack – Head-Cutter „Yes or No Games" Artikel & Pressemeldung Yes or No Games – Prime-Video-Pressemeldung: „Yes or No Games: Prime Videos erste Quizshow startet im Januar"
Montage lehren - Wenn Schnitt Schule macht
2025/12/01
Kann man Montage unterrichten? Kann man Intuition und Kreativität in einem Seminarraum weitergeben? Oder ist der Schneideraum ein mystischer Ort, dessen Gesetze man nur durch jahrelanges, einsames Schneiden erlernt? Diese Fragen sind so alt wie die Filmschulen selbst. Doch wenn jemand vom Schauspiel vor die Kamera stolpert, um dann dahinter seine wahre Berufung zu finden, lohnt es sich, genau zuzuhören.
Heute geht es im „Credit to the Edit Podcast" um genau diesen Spagat zwischen Theorie und Praxis. Wir sprechen darüber, wie man Studierenden die Angst vor dem leeren Timeline-Fenster nimmt und warum das Drehbuch manchmal nur eine höfliche Empfehlung ist.
Zu Gast ist der Filmeditor Kaya Inan, der nicht nur preisgekrönte Filme montiert, sondern sein Wissen auch u.a. an der Filmakademie Baden-Württemberg weitergibt. Dabei geht es weniger um den erhobenen Zeigefinger, als vielmehr um das „Hosen runterlassen": Kaya berichtet entwaffnend ehrlich, warum er seinen Studierenden auch mal seine misslungenen Rohschnitt-Fassungen zeigt und weshalb ein „Safe Space" im Schneideraum wichtiger ist als jedes Tastaturkürzel.
Kaya Inans Weg zur Montage war dabei alles andere als geradlinig. Ursprünglich wollte er Schauspieler werden und landete über ein Casting in einer Gratiszeitung sogar in einem Kinofilm. Doch am Set faszinierte ihn nicht das Rampenlicht, sondern das, was danach passierte. Der Besuch im Schneideraum wurde zur Initialzündung. Heute vermittelt er genau diese Faszination in Seminaren.
Zu Gast
Kaya Inan, 1983 im schweizerischen Muri als Sohn türkischer Gastarbeiter geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter Filmeditor, der zwischen Schweiz und Deutschland arbeitet. Über ein Streetcasting landete er als Neunzehnjähriger zunächst als Schauspieler in der Schweizer Komödie „Achtung, fertig, Charlie!", entdeckte dort aber seine Leidenschaft für den Schnitt und studierte von 2006 bis 2011 Montage an der Filmakademie Baden-Württemberg, inklusive eines Auslandsjahres an der Ryerson University in Toronto. Heute montiert Kaya Spiel- und Dokumentarfilme wie „Above and Below", „Cahier Africain", „In den Gängen", „Wanda, mein Wunder", „Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes" oder die Serie „Hausen" und wurde u. a. zweimal mit dem Schweizer Filmpreis für die beste Montage sowie dem Bild-Kunst Schnitt Preis ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Schweizer, der Deutschen und der Europäischen Filmakademie und gibt seine Erfahrung als Lehrender an Filmhochschulen wie der Filmakademie Baden-Württemberg und der Zürcher Hochschule der Künste weiter, wo er mit Seminaren zu szenischer und musikalischer Montage die nächste Generation von Filmeditor:innen begleitet.
Hört rein, wenn ihr wissen wollt, warum man Filme manchmal am besten lernt, wenn man sie komplett neu erfindet – und warum selbst erfahrene Editoren manchmal nicht weiterwissen (und das völlig okay ist).
Timeline-Shortcuts
00:00 Anmoderation
03:20 Kann man Montage lehren?
05:55 Vom Schauspieler zum Editor: Kayas Werdegang
15:34 „Entschleunigung": Die Kunst des Sichtens
18:40 Dozent oder Editor? Über Ehrlichkeit im Unterricht
28:00 In die Figur hineinversetzen: Empathie als Schnittwerkzeug
38:30 Musikalische Montage & „Above and Below"
43:10 Seminar „Reinventing the Scene": Das Drehbuch als Option
52:56 Kategorien feat. Liv, Jolle, Revan und Viola ❤️
01:05:41 Abmoderation
Weiterführende Links
Kaya Inan – Wikipedia Filmakademie Baden-Württemberg
Manhunt – Cut to the Chase
2025/11/01
Wer hat als Kind "Räuber und Gendarm" gespielt? Wahrscheinlich alle, aber nicht mit einem 96-stündigen Zeitlimit, quer durch riesige Großstädte, dokumentiert von einer Armada an Kameras. Und das alles mit dem Ziel, über 1000 Stunden Material für den Schnitt zu sammeln. In der neuesten Folge des Credit to the Edit Podcasts geht es tief hinein in die Welt des erfolgreichen YouTube-Formats "Manhunt". Und darum, wie aus einem logistischen und kreativen Albtraum eine fesselnde Action-Reality-Serie entsteht.
Bei diesen Materialmengen muss ein fünfköpfiges Editor:innen-Team nicht nur die Handlung strukturieren, sondern auch ein striktes chronologisches Diktat einhalten. Die präzise Zeiteinhaltung ist entscheidend für die Glaubwürdigkeit des Formats, aber hilft gleichzeitig, der Materialflut Herr zu werden. Dabei muss das Team den typischen YouTube-Rhythmus beibehalten, Figuren aus den chaotischen Aufnahmen formen und dabei die Balance zwischen spannenden Verfolgungsjagden und emotionalen Momenten finden. Eine Karte dient dabei als eine Art Drehbuch-Ersatz, um in der Timeline die Begegnungspunkte von Jägern und Gejagten zu identifizieren.
Über die Arbeit berichten Peter Rautek, Regisseur und Produzent von "Manhunt". Er entwickelte die ursprüngliche Idee. Unterstützt wird er von Karol Choma, der als technischer Experte und erfahrener Editor die Umsetzung übernahm und die erste Staffel im Alleingang schnitt. Julia Böhmn, die jüngste Verstärkung des Teams, bringt Erfahrung aus dem traditionellen Reality-TV ein und musste sich zunächst an den schnelleren, sprunghafteren Schnittstil anpassen.
Julia Böhm
Julia Böhm arbeitet als selbstständige Editorin in Wien. Nach Bachelor und Master in Digitalen Medientechnologien an der FH St. Pölten war sie zunächst in einer Fernsehproduktionsfirma tätig, 2018 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit, seit 2022 ausschließlich frei. Sie schneidet vor allem Langformate für das Fernsehen, darunter Dokumentationen und Reportagen; Manhunt ist ihr erstes Projekt im YouTube-Bereich.
Peter Rautek
Peter Rautek ist Regisseur, Autor und Produzent. Mit seinem Unternehmen RTX Film realisierte er zahlreiche Reportagen und Dokumentationen für Sender in Österreich, Deutschland und der Schweiz und arbeitet daneben an Kurz- und Spielfilmen. Als Mitentwickler und Spielleiter von Manhunt verantwortet er gemeinsam mit Karol Choma das Format und führt die Manhunt Media GmbH.
Karol Choma
Karol Choma ist Editor und Regisseur mit Medientechnik-Ausbildung und beruflichem Einstieg über den Tonbereich in die Postproduktion. Nach mehreren Jahren Festanstellung arbeitet er seit 2017 freiberuflich an Fernsehinhalten und Formatentwicklungen, häufig in Zusammenarbeit mit Peter Rautek. Er ist Mitentwickler von Manhunt und arbeitete an der ersten Staffel als Editor.
Ob beim Weglassen bestimmter Storylines oder bei der konsequenten Anwendung des Mottos „Kill your darlings", die Gäste machen deutlich: Die gesamte Dramaturgie der Serie entsteht im Schneideraum. Wie das Team auf Community-Kritik reagierte und daraufhin die Regeln für die dritte Staffel anpasste, welche Shortcuts bei der Organisation des Materials helfen und warum eine Staffel nicht zu viele Folgen haben darf, all das wird in dieser Folge besprochen.
Jetzt reinhören in den Credit to the Edit Podcast und einen Einblick bekommen in die aufwändige Montage eines der spannendsten Reality-Formate auf YouTube.
Timeline-Shortcuts
00:06 - Anmoderation
03:12- Gesprächsstart / Was ist MANHUNT?
12:32 - Material & Rollen: Wie schneidet man 1000 Stunden?
20:50 - Chronologie, Minimap & Spannung im Schnitt
50:19 - Kategorien
66:01 - Abmoderation
Links
Manhunt – YouTube-Kanal Manhunt (Website) Manhunt S3: „0 | MANHUNT New York | Es beginnt" Manhunt S2: Folge 1 „Die Flucht in die Zonen" Manhunt S2: Folge 10 „In der Falle" The Race – offizieller Kanal The Race – Staffel 1 Playlist 7 vs. Wild – YouTube 7 vs. Wild – Wikipedia „Das Millionenspiel" – Wikipedia
Amrum – Berührend montiert
2025/10/08
Willkommen zu einer neuen Episode des Credit to the Edit Podcasts! In dieser Sonderausgabe präsentieren wir erneut ein Crossover mit dem Podcast „Hinter der Kamera" und tauchen ein in die Welt des Filmschnitts, fokussiert auf den Film "Amrum" von Fatih Akinn ach einem Drehbuch von Hark Bohm, der am 9. Oktober in Deutschland in die Kinos kommt. Rainer Nigrelli und Timo Landsiedel begrüßen dazu Filmeditor Andrew Bird und parallel beleuchtet die Episode des Podcasts „Hinter der Kamera" die Bildgestaltung von "Amrum" mit dem DoP Karl Walter Lindenlaub.
Es gibt Geschichten, die schneiden sich selbst, und solche, die man Schicht für Schicht freilegen muss. "Amrum" gehört zur zweiten Sorte. In der neuen Folge des Credit to the Edit Podcasts tauchen wir gemeinsam mit Editor Andrew Bird tief in den kreativen Prozess hinter diesem Film ein: ein Werk über eine deutsche Kindheit während des Zweiten Weltkriegs und die Suche nach Zugehörigkeit.
Andrew, der seit fast dreißig Jahren mit Fatih Akin zusammenarbeitet, öffnet den Schneideraum und erzählt, wie sich aus einem 240-seitigen Drehbuch ein konzentrierter, emotional präziser Film entwickelte. Dabei wird deutlich: Schnitt ist hier kein nachträglicher Eingriff, sondern Teil des Erzählens selbst. Schon in der Drehbuchphase liest Andrew Fassungen, gibt Feedback, diskutiert Strukturen und hilft mit, das Tempo und die Perspektive des Films zu formen. „Manchmal entdeckt man erst im Schnitt, worum es wirklich geht", sagt Bird. Und spricht damit nicht nur über Amrum, sondern über die Essenz der Arbeit von Filmeditor:innen.
Zwischen Lesungen im Büro, täglichen Telefonaten während des Drehs und Testscreenings entstand eine intime Zusammenarbeit, die weit über technische Montage hinausgeht. Andrew beschreibt, wie er und Akin in stiller Verständigung Entscheidungen treffen, Szenen kürzen, Strukturen verschieben. Und wie das Vertrauen aus jahrzehntelanger Arbeit ihnen erlaubt, filmisches Neuland zu betreten.
Andrew Bird ist ein in London geborener Filmeditor, der überwiegend im deutschen bzw. europäischen Arthouse-Kino arbeitet. Er schnitt unter anderem Gegen die Wand, Auf der anderen Seite und Soul Kitchen und gewann 2008 den Deutschen Filmpreis („Lola") für Auf der anderen Seite. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen Absolute Giganten, Gut gegen Nordwind, A Symphony of Noise sowie Mohammad Rasoulofs Oscar®-nominierter Film Die Saat des heiligen Feigenbaums (2024), der ihm erneut eine Lola-Nominierung einbrachte sowie eine Nominierung für den Besten Schnitt beim Montagefestival "Edimotion". Andrew lebt in Hamburg, Bird ist Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie sowie der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.
In dieser Folge geht es um Vertrauen, um das richtige Tempo und um die Kunst, einen Film durch Weglassen größer zu machen.
Timeline-Shortcuts
00:06 Anmoderation
01:22 Gesprächsstart / Wie Andrew zum Projekt Amrum kam
06:51 Drehbuchprozess und frühe Zusammenarbeit
16:40 Die besondere Arbeitsbeziehung zu Fatih Akin
25:20 Erste Schnittfassungen und was gestrichen wurde
36:00 Kinderperformance schneiden & Herausforderungen im Detail
46:10 Testscreenings und die Rolle der Frauenfiguren
60:55 Kategorien
69:00 Abmoderation
Weiterführender Link
Podcast-Crossover mit Hinter der Kamera: Timo Landsiedel und Rainer Nigrelli im Gespräch mit DoP Karl Walter Lindenlaub Links
Amrum – Wikipedia Amrum – Festival de Cannes (Press Kit & Credits) Amrum – Beta Cinema (Produzentenseite) Amrum – Variety Review (Cannes-Premiere) Amrum – ScreenDaily Review Artikel über Dreharbeiten & Projektankündigung Andrew Bird (Filmeditor) – Wikipedia Andrew Bird – IMDb Head-On – Wikipedia Soul Kitchen – Wikipedia
Der Schuh und das Kanu des Manitu – Slapstick, Story, Schnitt!
2025/08/31
Wer über „Der Schuh des Manitu" spricht, sagt meist auch Michael „Bully" Herbig, Rick Kavanian und Christian Tramitz. Man denkt an über 11 Millionen Kinozuschauer, einen der größten deutschen Kinoerfolge. Aber kaum jemand nennt Alexander Dittner, den Editor, der „Schuh" geschnitten hat (und überhaupt alle Projekte von Bully begleitet). Diese Folge ändert das.
Aus Anlass des Kinostarts der Fortsetzung „Das Kanu des Manitu" geht es im Credit to the Edit Podcast um Alexanders Arbeit am Klassiker, wie auch um das neue Kapitel. Vor allem um den schmalen Grat, Humor präzise zu schneiden und dennoch Raum für den Flow der Story zu lassen. Und darum, wie man eine erfolgreiche Marke für heutige Sehgewohnheiten aktualisiert, ohne die eigene filmische DNA zu verlieren.
Alexander Dittner erzählt, wie aus einem episch gedachten Einstieg beim „Schuh" eine dynamische Flashback-Eröffnung wurde, warum Produzent Bernd Eichinger zusätzliche Action forderte, und wie man Continuity-Unmöglichkeiten mit Karten auf dem Tisch und handwerklicher Eleganz überlistet. Es geht um Mikro-Timing in Gags, Makro-Bögen in der Dramaturgie und die Frage, wann Slapstick trägt, und wann er ohne Emotion zur reinen Benny-Hill-Nummer verpufft.
Zu Gast:
Alexander Dittner, Jahrgang 1967, ist ein deutscher Filmeditor, der seit den späten 1990ern arbeitet und mit Michael „Bully" Herbig nahezu alle großen Kinoarbeiten realisierte. Von „Erkan & Stefan" über „Der Schuh des Manitu" bis „Ballon" und „Tausend Zeilen". Für „Elser – Er hätte die Welt verändert" war er für den Deutschen Filmpreis nominiert.
Ein Plädoyer für den „Safe Space" im Schneideraum, in dem jede Idee erlaubt ist, solange sie dem Film dient. Und für alle, die wissen wollen, wie Nostalgie und Neuerfindung im Schnitt zusammenfinden: jetzt einfach Play drücken.
Timeline-Shortcuts
00:00 Anmoderation
03:10 Gesprächsstart
05:03 Vita
12:16 Bullyparade: „Learning by doing"
16:17 „Der Schuh des Manitu"
19:34 Nachdrehs mit Bernd Eichinger: Lorenfahrt & Zug-Crash – Slapstick als Kino-Motor
25:31 „Das Kanu des Manitu"
43:13 Kategorien
61:43 Safe Space Schneideraum
66:15 Abmoderation
Links
Das Kanu des Manitu – Offizielle Filmseite (Constantin Film) Der Schuh des Manitu – Offizielle Filmseite (Constantin Film) Alexander Dittner – Profil beim BFS Michael „Bully" Herbig – Offizielle Website Bullyparade – Hintergründe (Wikipedia, EN) Ralf Wengenmayr – Offizielle Seite „Mumien, Monstren, Mutationen" (NDR-Reihe) – Überblick
Schnittgenres – Wild rumgefragt
2025/08/01
Wer sagt eigentlich, dass ein Podcast planbar sein muss?
In dieser Folge von Credit to the Edit stürzen wir uns kopfüber in ein Experiment: Eine Liste voller Telefonnummern, ein Countdown pro Gespräch und der Versuch, die Montage durch die Stimmen von Filmeditor:innen aus allen Genres erlebbar zu machen. Von Dokumentarfilm bis Reality, von Spielfilm bis Trailer, von Werbung bis Animation… wir haben sie alle angerufen. Manche gingen sofort ran, andere erst nach dem dritten Versuch. Herausgekommen ist ein wilder Ritt durch die Welt der Montage, bei dem jede Stimme ein kleines Legoteil im großen Schnittmosaik ist.
In den Gesprächen wird klar: Montage ist mehr als nur der technische Akt des Schneidens. Es ist Geschichtenerzählen, Verdichtung, Timing und oft auch ein Spiel mit Materialgrenzen oder deren völliger Auflösung. Ob es um die Essenz eines Dokumentarfilms geht, das Zusammensetzen einer Reality-Storyline aus Stunden von Rohmaterial, oder die Freiheit im Animationsschnitt: Alle bringen einen eigenen Blick auf diesen Beruf mit.
Wer also schon immer mal hören wollte, wie es klingt, wenn die Montage selbst zur Dramaturgie eines Podcasts wird, dann diese Folge ist euer "Final Cut".
Timeline-Shortcuts
00:00 Anmoderation
02:40 Erste Anrufversuche & Startschwierigkeiten
05:07 Anikas Perspektive: Dokumentarfilm & die Montage
08:43 Antons Sicht: Fiktion & die Begrenzung des Materials
12:56 Ilkas Welt: Musikvideo & die Kürze
17:50 Nicos Fokus: Dokumentation & das Thema Werbung
21:38 Fabians Einblick: Werbung & der Reiz längerer Formate
26:13 Andreas Erfahrung: Spielfilm & das Erzählen von Geschichten
30:32 Genresprünge & der erste Anruf bei Hannes (Reality)
36:27 Katjas Bereich: Fiktionale Serien & Figurenspiel
40:47 Bernadettes Spezialität: Trailer & die Verdichtung
45:35 Julians Blick: Daily Soap & schnelles Arbeiten
50:02 Kevins Rolle: Schnitt-Assistenz & die Organisation
54:49 Jeannines Sicht: Serien & die Vielfalt'
59:04 Revans Expertise: Animation & das Erfinden von Material
63:12 Abmoderation
Falling into Place - Montierte Emotion
2025/07/01
Winter auf der schottischen Insel Skye. Die Blicke von Kira (Aylin Tezel) und Ian (Chris Fulton) treffen sich. Sie lächeln. Sie wissen nichts voneinander, nur dass sie beide auf der Flucht sind. Nicht unbedingt vor etwas Konkretem, sondern vor allem vor sich selbst. Diese flüchtige Begegnung auf Skye wird sie tief verbinden, bevor sie ebenso plötzlich wieder auseinandergerissen werden und, ohne es zu wissen, in London parallel zueinander weiterleben.
Heute geht es bei "Credit to the Edit Podcast" um "Falling into Place", einen Liebesfilm, der die Regeln des Genres neu setzt. Das Langfilmdebüt von Aylin Tezel, die nicht nur Regie führte und das Drehbuch schrieb, sondern auch eine der beiden Hauptrollen spielt, besticht durch seine poetische Erzählweise und eine Montage, die nicht nur Szenen verbindet, sondern vor allem die inneren Welten der Protagonisten erfahrbar macht.
Aylin Tezel
Aylin Tezel ist einem breiten Publikum vor allem als Schauspielerin bekannt, unter anderem aus Produktionen wie "Am Himmel der Tag", "7500" oder "Unbroken". Mit "Falling into Place" gibt sie ihr Langfilm-Regiedebüt. Aylin wurde bereits vielfach ausgezeichnet und ist Mitglied der European Film Academy. Sie lebt in Berlin und pendelt häufig nach London.
David J. Achilles
David J. Achilles zählt zu den profiliertesten Editoren des Landes. Seit 2003 arbeitet er als freiberuflicher Filmeditor in Berlin, seine Montage wurde u. a. in Hof ausgezeichnet und mit Nominierungen für den Deutschen Filmpreis und bei Edimotion bedacht. Zu seinen Arbeiten zählen Kino- und Fernsehproduktionen wie „CLEO", „Am Himmel der Tag" (ja, genau, der Film mit Aylin Tezel) und „Falling into Place". 2014 erschien sein Buch „Die Kunst der Auslassung – Montage im szenischen Film".
In dieser Folge wird klar: Filmschnitt ist mehr als das Aneinanderfügen von Szenen. Er ist emotionales Feintuning, rhythmische Komposition, ein Spiel mit Nähe und Distanz. "Falling into Place" ist der Beweis, dass Montage ein tragendes Erzählmittel sein kann, das sowohl Herz als auch Verstand berührt.
Noch bis zum 12. Juli könnt ihr den Film in der arte-Mediathek sehen. (Und danach in diese Folge hören.)
Timeline-Shortcuts
00:06 Anmoderation
01:33 Gesprächsstart – Wie die Idee zu Falling into Place entstand
16:00 Vom Skript zum Schnitt: Teamfindung & First Assembly
30:00 Rhythmus & Musik: Poetische Montage und 18 Songs
63:00 Kategorien
72:50 Abmoderation
Links Film Falling into Place – IMDb Falling into Place @ Arte Mediathek (bis 12.07.) Gäste & Buch Aylin Tezel – IMDb David J. Achilles – Crew United Die Kunst der Auslassung (Buch) – Halem Verlag Aylin Tezel: Was tut sich im deutschen Film? Lola-Nominierung David J. Achilles Referenzfilme Before Sunrise (1995) – Wikipedia Blue Valentine (2010) – Artikel zur 16 mm-Ästhetik The Broken Circle Breakdown (2012) Musik Jon Hopkins – Offizielle Website Ben Lukas Boysen – Original Score Cutting Crew – „(I Just) Died in Your Arms"
Mainstream-Kinofilm – Popcorn-Schnitt
2025/06/01
Einblicke in das Editing großer deutscher Kinofilme mit Ana de Mier y Ortuño
Das Lachen sitzt perfekt, die Spannung fesselt, die Emotionen treffen ins Herz. Großes Kino lebt von Timing und Gefühl. Doch wie entsteht dieser magische Fluss, der Zuschauer:innen begeistert? Gerade im deutschen Mainstream-Kino, das ein breites Publikum erreichen will, gibt es dafür eigene Regeln, Techniken und Herausforderungen. Der Schnitt spielt hier eine Schlüsselrolle:
In der neuesten Folge von "Credit to the Edit Podcast" geht es tief hinein in die Werkstatt des populären deutschen Films. Was macht das Editing dieser oft auf kommerziellen Erfolg ausgerichteten Produktionen aus? Es ist ein Tanz mit Sehgewohnheiten, ein Spiel mit hohem Tempo und präzisem Rhythmus, besonders wenn es um das Timing von Pointen in Komödien geht. Dabei spielen nicht nur schnelle Schnitte, sondern auch der gezielte Einsatz von Musik und dynamische Montagesequenzen eine entscheidende Rolle.
Doch Mainstream-Editing ist weit mehr als nur technisches Handwerk. Es erfordert ein feines Gespür für die Erwartungen des Publikums und oft auch die Fähigkeit, aus umfangreichem Drehmaterial die perfekte Performance herauszukitzeln. Eine besondere Herausforderung liegt dabei im Balanceakt zwischen den kreativen Visionen der Regie und den kommerziellen Interessen von Produktion und Verleih.
Um diese Facetten zu beleuchten, ist diesmal eine Editorin zu Gast, die diesen Spagat nachweislich beherrscht und einige der erfolgreichsten deutschen Kinofilme der letzten Jahre entscheidend mitgeprägt hat:
zu Gast
Ana de Mier y Ortuño hat Filme wie "100 Dinge", "Sonnenplätze" und "Das schönste Mädchen der Welt" als Filmeditorin gestaltet. Für ihre Arbeit an "Das schönste Mädchen der Welt" wurde sie 2019 für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Schnitt nominiert. Ihr Weg in den Schneideraum war unkonventionell: Nach einem Architekturstudium begann sie 2007 als Praktikantin bei Filmeditor Alexander Berner für "Der Baader Meinhof Komplex" und assistierte anschließend weiteren renommierten Editor:innen. Ihre Tätigkeit als DJane und ihre Liebe zur Musik prägen bis heute ihr Gespür für Timing und Atmosphäre im Film.
Im Gespräch gibt Ana de Mier y Ortuño faszinierende Einblicke: Wie viel Diplomatie braucht es wirklich im Schneideraum großer Produktionen? Wie geht sie mit kreativen Blockaden um und welche Techniken helfen ihr dabei? Sie spricht offen über die Herausforderung, in eine Genre-Schublade gesteckt zu werden, obwohl ihr Herz auch für andere Filmformen schlägt, und verrät, warum manchmal der kuriose Rat "Schneid doch mal die Szene so schnell du kannst!" fällt. Unbedingt reinhören!
Timeline-Shortcuts
00:06 Anmoderation
02:23 Gesprächsstart
03:19 Der Weg in den Schneideraum: Von Architektur zu Film
08:14 Was ist Mainstream-Schnitt? Tempo & Sehgewohnheiten
11:40 Handwerk: Coverage, Musik & Montage nutzen
18:42 Zwischen Kunst & Kommerz: Diplomatie im Schnitt
29:54 Die Mainstream-Schublade: Wunsch & Wirklichkeit
38:51 Vertrauen & Karrierewege: Der Wert der Assistenz
41:35 Kategorien
55:37 Abmoderation
Weiterführende Links Filme von Ana de Mier y Ortuño 100 Dinge – Regie: Florian David Fitz Benjamin Blümchen – Regie: Tim Trachte Das schönste Mädchen der Welt – Regie: Aron Lehmann Jagdsaison – Regie: Aron Lehmann Erwähnte Filmemacher:innen und deren Werke Florian David Fitz (Regisseur & Schauspieler) Hüseyin Tabak (Regisseur) Tim Trachte (Regisseur) Aron Lehmann (Regisseur) Uli Edel (Regisseur) Alexander Berner (Filmeditor) Filmempfehlungen The Favourite (2018) – Regie: Yorgos Lanthimos Ghostbusters (1984) – Regie: Ivan Reitman Werke von Luis Buñuel Werke von Alfred Hitchcock Werke von Federico Fellini
Fanfilm – Darth Maul: Apprentice & Halo – A Hero's Journey - Editing vor dem Dreh
2025/05/01
Fanfilm – Darth Maul: Apprentice & Halo – A Hero's Journey – Editing vor dem Dreh
Stell dir vor: Eine weit, weit entfernte Galaxie, Lichtschwert-Duelle und epische Raumschlachten. Viele träumen davon, doch manche greifen zur Kamera und erschaffen einfach selbst neue Abenteuer in ihren Lieblingsuniversen. Fanfilme sind mehr als nur Hommagen: Sie sind oft beeindruckende Zeugnisse von Leidenschaft, Kreativität und erstaunlichem handwerklichen Können. Doch wie entstehen diese Werke, die teils Millionen Klicks generieren und sogar die Original-Schöpfer begeistern?
In dieser Folge von „Credit to the Edit" tauchen wir tief ein in die Welt des ambitionierten Fanfilms. Im Mittelpunkt steht Shawn Bu, dessen „Star Wars"-Fanfilm „Darth Maul: Apprentice" viral ging und der mittlerweile auch Auftragsarbeiten, wie einen „Halo"-Kurzfilm für Microsoft, realisiert hat. Gemeinsam mit Postproduktions-Profi Martin Sundara beleuchtet das Gespräch die einzigartigen Produktionsprozesse hinter solchen Projekten. Es geht um das Arbeiten im eingespielten Freundeskreis und um unkonventionelle Workflows.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Thema Previsualisierung („Previs"). Wie detaillierte Planung, nicht nur für Action, sondern auch für Dialogszenen und Kameraführung, schon vor dem Dreh den fertigen Film formt und paradoxerweise mehr kreative Freiheit am Set ermöglicht.
Die spannenden Einblicke in diese kreative Nische kommen von zwei Gästen, die das Thema aus erster Hand kennen und sowohl die Perspektive des unabhängigen Machers als auch die des etablierten Branchen-Kenners einbringen:
Shawn Bu
Geboren am 25. August 1986 in Aachen, ist ein deutscher Regisseur, Kameramann, Filmeditor, Podcaster und Webvideoproduzent. Bekannt wurde er durch seinen Fan-Kurzfilm „Darth Maul: Apprentice" (2016), der millionenfach auf YouTube angesehen wurde. Zusammen mit seinem Bruder Julien Bam gründete er 2017 die Produktionsfirma Raw Mind Pictures GmbH. Unter seiner Regie entstand 2021 die Netflix-Miniserie „Life's a Glitch with Julien Bam", und er arbeitete an der Webserie „Der Mann im Mond" (2023–2025). Shawn übernimmt oft Regie und Schnitt in seinen Projekten.
Martin Sundara
Martin Sundara ist seit 2002 in der deutschen Film- und Fernsehproduktion tätig. Nach seinem Einstieg bei ActionConcept, wo er vom Log-Praktikanten über den Cutterassistenten bis zum stellvertretenden Leiter der Postproduktion aufstieg, wechselte er 2005 zu HeadQuarter (heute ActHQ) und verantwortet dort als Techniker und DI-Operator Bildprozesse wie Backup, Ingest, Data-Wrangling, Conforming, Titelbearbeitung und Mastering. Seit 2019 arbeitet er zusätzlich als Kameraoperator für Dokumentationen, Fernsehformate und Imagefilme und ist seit 2021 lizensierter Drohnenpilot. Parallel unterstützt er Projekte von Shawn Bu und Julien Bam in wechselnden Funktionen, darunter Set-Runner, Regie- und Kameraassistenz, Requisitenbau und VFX-Koordination.
Was braucht es wirklich, um eine Actionszene zum Leben zu erwecken? Wie hilft akribische Vorbereitung dabei, am Set flexibel zu bleiben? Und wie fühlt es sich an, plötzlich Regieanweisungen an Mark Hamill zu geben? Diese Folge von „Credit to the Edit" liefert nicht nur Antworten, sondern auch inspirierende Geschichten und handfeste Tipps für alle, die sich für neue Arten Filmschnitt zu nutzen und natürlich für die Macht der Fan-Leidenschaft interessieren. Reinhören lohnt sich!
Timeline-Shortcuts
00:00:14 Anmoderation
00:02:52 Gesprächsstart / Julians YouTube-Universum & Der Mann im Mond
00:09:38 Fanfilm-Familie & Guerilla-Workflow
00:17:13 Die Macht der Previsualisierung (Previs)
00:28:07 Case Studies: Darth Maul & Halo
00:39:21 Geheimnisse des Action-Schnitts
00:57:34 Schnitt, Flexibilität & Zukunft
01:00:21 Kategorien
01:28:13 Abmoderation
Links Projekte & Filme Darth Maul: Apprentice – Fanfilm von Shawn Bu Der letzte Song aus der Bohne – Akt 1 Der letzte Song aus der Bohne – Akt 2 Der letzte Song aus der Bohne – Akt 3 Der Mann im Mond – Spielfilm-Finale A Hero's Journey – Halo Fanfilm Personen & Teams Shawn Bu Julien Bam – YouTube Martin Sundara – IMDb Vincent Lee – Instagram Ben Schamma aka Maul Cosplay – Instagram Vi-Dan Tran – Instagram Weitere Inhalte Star Wars – Episode I: Die dunkle Bedrohung – IMDb Halloween (2007) – IMDb The Devil's Rejects (2005) – IMDb Predator (1987) – IMDb
Fanfilm – Mad Max: Hope and Glory – Staub, Schweiß & Schnitt
2025/04/01
Wie ein Mad Max - Fanfilm im Schneideraum zum Leben erwacht
Was passiert, wenn die epische Weite der Mad Max-Wüste auf die Realitäten eines leidenschaftlichen Fanfilm-Projekts trifft? Wenn aus Begeisterung, Improvisation und jahrelanger Arbeit ein Film entstehen soll, der dem Original alle Ehre macht, aber eine eigene Stimme findet? Im Schneideraum entscheidet sich oft, ob diese Vision trägt. Doch wie erlebt der Hauptdarsteller diesen Prozess, dessen Performance hier neu geformt wird?
In der neuesten Folge des "Credit to the Edit Podcast" geht es genau um dieses spannende Zusammenspiel. Wir tauchen ein in die Entstehung von "Hope & Glory: A Mad Max Fan Film". Zu Gast sind diesmal nicht nur der Editor Wolfgang Wolman, sondern auch der Hauptdarsteller Daniel Grave. Gemeinsam geben sie Einblicke in die Entstehungsgeschichte: von der ersten Idee und dem Vertrauensvorschuss in ein ambitioniertes Projekt über die Herausforderungen mehrjähriger Dreharbeiten in Drehblöcken bis hin zur entscheidenden Phase der Postproduktion.
Es entfaltet sich ein Gespräch über die Kunst des Weglassens – gerade bei Fanprojekten, wo jedes Detail mit Herzblut erkämpft wurde –, über den Umgang mit Rohschnitten, die Wirkung von Temp-Musik und die spezifischen Hürden beim Schnitt von Actionsequenzen und VFX-lastigen Szenen mit begrenzten Mitteln. Besonders spannend wird es, wenn die Perspektiven von Schnitt und Schauspiel aufeinandertreffen: Wie fühlt es sich an, die eigene Leistung im Rohschnitt zu sehen? Welchen Einfluss hat der Schnitt auf die finale Figurengestaltung, und wie unterscheidet sich die Wahrnehmung des Materials zwischen dem, der es gespielt, und dem, der es montiert hat?
Diese einzigartige Dynamik beleuchten unsere beiden Gäste:
Wolfgang Wolmann
Wolfgang Wolmann ist ein deutscher Filmeditor. Als ausgebildeter Mediengestalter Bild und Ton ist er seit 2017 als Videoeditor tätig, spezialisiert auf dramaturgische Ausarbeitung, und arbeitet seit 2019 zudem als projektbasierter Schnittassistent für Film und Fernsehen. Er schnitt den Fanfilm "Hope & Glory: A Mad Max Fan Film". Wolfgang engagiert sich als Green Production Activist bei Filmmakers for Future.
Daniel Grave
Daniel Grave ist ein in Berlin lebender Schauspieler, der seine Ausbildung an der American Academy of Dramatic Arts in Los Angeles absolvierte. Er verfügt über breite Erfahrung durch seine Mitwirkung in zahlreichen Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen. Bekanntheit erlangte er unter anderem durch die Hauptrolle des Max Rockatansky in "Hope & Glory: A Mad Max Fan Film" sowie durch Auftritte in Filmen wie "Das Licht" und "Retribution". Seine schauspielerische Bandbreite zeigt sich in verschiedenen Rollen über diverse Genres hinweg.
Wer verstehen möchte, wie aus begrenzten Ressourcen und großer Leidenschaft ein visuell beeindruckender Film entsteht, und wer die oft getrennten Welten von Schauspiel und Filmschnitt einmal im direkten Dialog erleben will, sollte diese Folge nicht verpassen. Es warten ehrliche Einblicke, überraschende Anekdoten vom Set (inklusive Beinahe-Unfällen und kreativer Problemlösungen) und eine faszinierende Diskussion über die Macht und Verantwortung der Filmmontage. Also: Kopfhörer auf und reinhören in den "Credit to the Edit Podcast"!
Timeline-Shortcuts
00:00 Anmoderation
01:52 Gesprächsstart / Wie kamt ihr zum Projekt?
06:53 Wird das was? Vertrauen & Projektentwicklung
11:13 Einstieg in den Schnitt & Rohschnitt-Erfahrungen
16:23 Editing-Handwerk: Von leeren Momenten zu VFX
23:21 Musik, Kürzungen und Figurenentwicklung im Schnitt
31:00 Kategorien (Fanfilm-Liebling & Anekdoten)
38:22 Perspektiven: Schauspieler trifft Editor
44:53 Abmoderation
Links
Hope and Glory – A Mad Max Fan Film (2024) Daniel Grave – Schauspieler Hope and Glory (2024) – IMDb Brightstone Pictures – Produktionsfirma Wolfgang Wolmann - Filmeditor
Fanfilm – Star Wars: E-11 - Schnitt mit Laserschwert
2025/03/01
In einer Welt, in der Stormtrooper lieber Gadgets auspacken als zu kämpfen, entstand ein ungewöhnliches Projekt: Der Star-Wars-Fanfilm "E:11" verbindet das epische Universum von George Lucas mit der absurd-komischen Welt der YouTube-Unboxing-Videos. Wie aus einer verrückten Idee ein viraler Kurzfilm wurde, verraten der Macher Robert Hranitzky und Editor Michael Münch in dieser Podcastfolge von "Credit to the Edit".
Die Folge taucht ein in die Herausforderungen des Fanfilm-Schnitts: Wie bleibt man dem Star-Wars-Universum treu, ohne die Ironie des YouTube-Genres zu verlieren? Warum scheiterten erste Versuche an der „hölzernen" Mimik des maskierten Stormtroopers? Und wie landete der Film schließlich sogar in der Timeline von Luke Skywalkers deutscher Synchronstimme?
Ob als Star-Wars-Nerd, YouTube-Junkie oder Filmschaffender: Diese Folge zeigt, wie Leidenschaft, Humor und eine Portion Mut aus einer Fan-Idee mehr machen können als bloße Nachäffen eines Franchises. Und wer weiß? Vielleicht inspiriert sie ja zum nächsten verrückten Projekt. Möge der Schnitt mit euch sein!
Robert Hranitzky
Robert Hranitzky, Designer, Regisseur und Speaker, verwirklichte mit Star Wars – E:11 ein Herzensprojekt an der Schnittstelle von Fandom und Kreativität. Robert, der sich selbst einen Stormtrooper-Anzug samt Blaster bastelte, kombiniert seit Jahren handwerkliches Know-how mit Kreativität und auch gerne Humor: ob in Werbung, 3D-Animation oder ungewöhnlichen Fanprojekten.
Michael Münch
Michael Münch, erfahrener Editor und Roberts langjähriger Freund, bringt strukturierende Präzision in kreative Prozesse. Sonst vor allem narrativen Formaten zugetan entdeckte er für Star Wars - E:11 die Absurdität des YouTube-Genres und wurde zum unverzichtbaren Sparringspartner zwischen Rohschnitt und Feinschliff.
Timeline-Shortcuts
00:14 Anmoderation
03:11 Gesprächsbeginn
09:47 Die Idee
16:00 Genre-Mix
17:14 Die Ebenen des Films
22:28 Die Werbeeinblendung
24:04 Star Wars, Unboxing, Comedy
31:00 Warum?
34:29 Kategorien
45:34 Ende
48:18 Abmoderation
Links
Star Wars - E:11 Robert Hranitzky Michael Münch "Seagulls! (Stop it Now)" -- A Bad Lip Reading of The Empire Strikes Back
Ab die Post! - Willkommen in der Postproduktion
2025/02/01
Diesmal wird's besonders, denn wir tauschen unsere gewohnten Schneideräume gegen einen aufregenden Ausflug in die Welt der Postproduktion. Stellt euch vor, ihr seid Kinogänger und bleibt immer bis zum Ende des Abspanns sitzen, fasziniert von all den Namen, die dort über die Leinwand flimmern. In dieser Folgen beleuchten wir einiger der Berufe, die dort unter Postproduktion zu lesen sind.
Wir schleichen uns nämlich bei "ActHQ" in Köln ein (Geschäftsführung: Andreas "Happy" Fröhlich und Robert Groß), einem der großen Player, wenn es um die Endfertigung von Filmen/TV-Shots/Serien/Dokumentationen geht. In dieser Folge nehmen wir euch mit auf eine Entdeckungsreise durch vier Etagen voller kreativer Köpfe, Talent und kölscher Gelassenheit. Von Editor:innen über Ton-Menschen bis hin zu den Producer:innen, die den Überblick behalten müssen: Wir sprechen mit allen! Erfahrt, wie aus dem Rohmaterial, Schritt für Schritt (und Schnitt für Schnitt) ein fertiges Werk wird.
Wie Zahnräder müssen die einzelnen Abteilungen ineinandergreifen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Da wird getratscht, gescherzt, über Schnittpausen und Rhythmus philosophiert und natürlich auch konzentriert gearbeitet. Denn am Ende zählt nur eins: Das perfekte Zusammenspiel aller Elemente, um die Vision der Regie/der Redaktion/des Senders zu realisieren.
Diese Folge ist ein Muss für alle, die schon immer wissen wollten, wie es hinter den Kulissen einer Postproduktion aussieht. Also, Kopfhörer aufgesetzt, zurücklehnen und eintauchen in unsere erste Reportagefolge. (Gerne Feedback da lassen, ob euch diese Folge gefallen hat.)
Timeline-Shortcuts
00:16: Anmoderation
01:56 - Arne van Lessen: Projektmanager
03:58 - Karen Fröhlich Dos Santos: Assistenz der Geschäftsleitung
04:00 - Malte Kandil: Manager, Prokurist
07:20 - Frederik Dröge: Inhouse-Producer
08:48 - Laura Maretzky: Inhouse-Producerin
08:48 - Rei Kokici: Kaufmännischer Azubi audiovisuelle Medien, macht Buchungen für Trailer
12:28 - Christina Röder: Editorin
12:28 - Wilm Huygen: freier Regisseur
13:30 - Andreas Lambert: Editor
15:05 - Hendrik Bleier: Mischtonmeister
19:12 - Emil Bredereck: Ehemals Schnittassistenz bei "Führer und Verführer", jetzt Editor
21:15 - Antonia-Marleen Klein: freie Editorin
22:07 - Martin Mayntz: freier Editor (schneidet "parallel" zu Antonia)
26:40 - Jonas Thoma: Schnittassistenz
28:42 - Robin Müller-Paulus: Workflow, Conforming, Mastering, Technik, Qualitätskontrolle, macht Kaffee
32:46 - Leon Decker-Hoffmann: Workflow bzw. Technik, macht Backups und Daten-Einspielung ("Ingest")
35:26 - Zoltan Geller: Colorist
37:20 - Marlon Wenzel: Mastering und Conforming ("Workflow")
39:29 - Martin Sundara: Mastering und Workflow
45:05 - Nico Cronau: VFX & Grafik
45:33 - Helen Kingate: Grafikerin
50:24 - Leticia Fernandes da Silva: Auszubildende Mediengestalterin Bild/Ton
52:53 - Matteo Bohé: Sound-Designer
55:34 - Erik Reck: Mischtonmeister und Geräuschemacher ("Foley")
58:51 - Sonja Brügmann: Desk ("Empfang")
1:00:14 - Aaron Roos: "Head of Editing"
1:07:19 - Abmoderation
Links Webseite der Postproduktion ActHQ
September 5 - Aus Fragmenten ein Ganzes montieren
2025/01/09
"Credit to the Edit" trifft "Hinter der Kamera": Ein Deep Dive in die Montage von "September 5"
Willkommen zu einer neuen Episode des "Credit to the Edit"-Podcasts! In dieser Sonderausgabe präsentieren wir ein Crossover mit dem Podcast „Hinter der Kamera" und tauchen ein in die Welt des Filmschnitts, fokussiert auf den Film "September 5". Rainer Nigrelli und Timo Landsiedel begrüßen dazu Regisseur Tim Fehlbaum und den renommierten Editor Hansjörg Weißbrich, die uns Einblicke in den Entstehungsprozess dieses Werks gewähren.
Parallel beleuchtet die Episode des Podcasts „Hinter der Kamera" die Kameraarbeit von "September 5" in einem Gespräch mit dem Bildgestalter Markus Förderer und Regisseur Tim Fehlbaum.
"September 5", der am 9. Januar 2025 in die Kinos kommt, thematisiert die Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972 in München. Tim wählt dabei einen ungewöhnlichen Ansatz: Die Ereignisse werden aus der Perspektive der ABC-Sportjournalisten geschildert, die das Geschehen vor Ort verfolgten. Diese Herangehensweise wirft Fragen auf: Wie lässt sich eine solch komplexe und vielschichtige Geschichte aus nur einer Perspektive vermitteln? Und wie gelingt es, Spannung und Dramatik über die gesamte Spieldauer von 90 Minuten aufrechtzuerhalten?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Gesprächs. Tim und Hansjörg erläutern die Herausforderungen, die mit der Montage von September 5 verbunden waren. Etwa die Entwicklung der dichten, atmosphärischen Erzählweise. Oder wie die durch den dokumentarischen Ansatz entstandene Materialfülle überhaupt im Montageprozess bewältigt werden konnte. Oder wie Schnitt und Musik ineinandergreifen, um die Tonalität des Films setzen.
Ein auditiver Blick hinter die Kulissen von "September 5" – für alle, die sich für Film und Filmmontage interessieren.
Hansjörg Weißbrich
Hansjörg Weißbrich ist ein renommierter deutscher Filmeditor, der seit 1995 an über 60 Filmen mitgewirkt hat. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "23", "Crazy", "Lichter", "Requiem", "Sturm", "Wer wenn nicht wir", "Zwei Leben", "Nachtzug nach Lissabon", "Colonia Dignidad", "Unorthodox" und "She Said" . Für seine herausragenden Leistungen wurde Weißbrich mehrfach ausgezeichnet, darunter für den Deutschen Filmpreis, den deutschen Fernsehpreis sowie Filmplus/Edimotion. Er ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und wurde 2018 in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen.
Tim Fehlbaum
Tim Fehlbaum ist ein Schweizer Filmregisseur und Drehbuchautor, der für seine visuell bestechenden Weltvisionen bekannt ist. Nach seinem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München gab er sein Spielfilmdebüt 2011 mit dem postapokalyptischen Thriller "Hell" (Montage: Andreas Menn). 2021 feierte sein Science-Fiction-Thriller "Tides" (Montage: Andreas Menn) Premiere auf der Berlinale. Sein jüngster Film, "September 5 – The Day Terror Went Live" (Montage: Hansjörg Weißbrich) wurde für einen Golden Globe Award nominiert. Fehlbaums Filme zeichnen sich durch ihre technische Präzision, künstlerische Tiefe und den Mut zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen aus. Er gilt als einer der vielversprechendsten Regisseure seiner Generation.
Hinter der Kamera
"Hinter der Kamera" ist ein monatlicher erscheinender Podcast, der sich mit Filmschaffenden wie Kameraleuten und Editor:innen auseinandersetzt. Moderator Timo Landsiedel konzentriert sich in ausführlichen Gesprächen auf die Motivation und Inspiration hinter den Bildern, wobei jede Folge ein aktuelles Projekt des Gastes beleuchtet. Zu den Gästen zählen erfahrene Bildgestalter wie Roger Deakins, Nikolaus Summerer oder Monika Plura.
Timo Landsiedel
Timo Landsiedel ist Fachjournalist und Buchautor mit Schwerpunkt Film und Medien. Er war Chefredakteur der Fachzeitschrift "Film & TV Kamera" und produziert neben "Hinter der Kamera" weitere Podcasts.
Timeline-Shortcuts
00:16 - Anmoderation
03:42 - Gesprächsstart: Tim Fehlbaum - Entstehung & Idee von "September 5"
12:40 - Im Schneideraum: "Weekly Assemblies", Musik-Diskussion & Feedback-Schleifen
20:35 - Gesprächsstart: Hansjörg Weißbrich - Die größte Herausforderung
33:28 - Intuition, Technik & die "Line-by-Line"-Methode
43:27 - Die Tonalität finden
53:29 - Perspektivwechsel, "Austarieren" & Archivmaterial
66:40 - Berufsethos: Umgang mit schwierigen Themen, Editor's Block
70:07 - Kategorien
83:00 - Abmoderation
Weiterhören
Podcast-Crossover mit Hinter der Kamera: Timo Landsiedel und Rainer Nigrelli im Gespräch mit DoP Markus Förderer Links
Hansjörg Weißbrich Tim Fehlbaum September 5
Teamediting - Zusammen! Schneiden!
2024/12/01
Was haben die deutschen Serien "Dark", "Der Pass", "Barbaren", "Das Boot" oder "Wild Republic" gemeinsam? Sie alle wurden nicht nur mit sehr viel Geld produziert, und sind deshalb bekannt als "High-End-Serie", sondern wurden auch von ganzen Teams ins Leben gerufen. Was für den Film ohnehin gilt, ist für die Serie sogar noch wichtiger: Serie ist Teamarbeit! Der Writer's Room (bestehend aus zahlreichen Autor:innen) entwickelt die Story, Regie-Gruppen (mit dazugehörigen Kreativgespannen bestehend aus Bildgestaltung, Szenenbild, Maske etc.) erwecken das geschriebene Wort mit den Schauspieler:innen zum Leben – und ganze Montageteams sichten, schneiden und bearbeiten das Material.
Jede Produktion bedeutet für die Kreativen dann erneut, sich die eine Frage zu stellen: Wie arbeiten wir eigentlich diesmal zusammen? Editing-Teams können sich beispielsweise so strukturieren, dass die Editor:innen jeweils eine Folge von Anfang bis zum Ende montieren. Es gibt aber auch Teams, in denen Lead-/Head-Editor:innen die Fäden zusammen halten, und dabei das Ergebnis organisatorisch oder sogar kreativ zusammen führen. Oder es gibt Konstruktionen, wo Kollaboration ganz groß geschrieben wird: Hier montieren alle zusammen. An allen Episoden. Wahrgewordenes Team-Editing sozusagen.
Aber ginge es denn eigentlich ohne Teamarbeit? Ja, das wäre auch möglich, aber dann würde sich die Montagezeit wesentlich verlängern, und aus einem halben Jahr Schnittzeit könnten auf einmal eineinhalb Jahre werden. Auch würde man dabei auf kreative Vorteile verzichten. Gerade bei der Teamarbeit erarbeitet man die künstlerische Vision zusammen, zeigt sich Fassungen und kritisiert diese konstruktiv. Dazu ist von Vorteil, Teamtalente gezielt einzusetzen. Vielleicht kommuniziert eine Person im Team sehr gut und sollte deswegen organisatorische Aufgaben erfüllen. Oder den Regieschnitt betreuen und und und…
Es ist also viel möglich, wenn man im Team mit Editor:innen und Assistenzen schneidet. Und wie schön, erfüllend und vielseitig das ist, davon berichten Caro Biesenbach und Lucas Seeberger in der aktuellen Ausgabe von "Credit to the Edit Podcast".
Caro Biesenbach
Caro Biesenbach ist eine deutsche Film-Editorin, die seit 2002 in der Film- und Fernsehbranche tätig ist. Nach ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin Bild/Ton und dem Studium von 2002 bis 2008 an der Filmakademie Baden-Württemberg war sie an zahlreichen Produktionen beteiligt, darunter die weltweit bekannten Netflix-Serien "Dark" (Staffel 3) und "Barbaren" (Staffel 2) sowie "Wild Republic" (MagentaTV) und "Die Drei !!!" (Disney+). Seit 2006 unterrichtet sie an der Filmakademie Baden-Württemberg, wo sie 2021 die Leitung des Studiengangs Schnitt/Montage übernahm. Zur Zeit arbeitet Caro an der Netflix-Serie "Bone Palace" – im Team versteht sich.
Lucas Seeberger
Lucas Seeberger ist ein seit 2012 tätiger freiberuflicher Filmeditor. Nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild/Ton studierte er Filmmontage an der ifs internationale filmschule in Köln. Lucas hat an renommierten Produktionen wie „Barbaren", „Der Pass", „Der Greif" und „Das Boot" mitgewirkt. Für seine Arbeit wurde er 2022 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert in der Kategorie "Bester Schnitt Fiktion" für die Serie „Der Pass". Ebenso war er 2022 für den Schnitt der gefeierten Serie erneut nominiert für "Deutscher Kamerapreis". Seine letzte Teamarbeit war die Serie "Hagen", die in Kürze auf RTL+ Premiere feiern wird.
(Ein großer Dank geht an Maike Nissen/Vegasfilms, die uns dankenswerterweise ein Quiz zusammen gestellt, das natürlich in "Teams" gespielt wird.)
Timeline-Shortcuts
00:15 - Anmoderation
02:23 - Warum Teamediting?
04:35 - Teamdynamik
09:06 - Vertrauen und Vision
19:33 - Herausforderungen und Konflikte
34:06 - Rainer und Jan arbeiten gemeinsam an einer Serie
41:16 - Kategorien
49:03 - Quiz
58:39 - Für immer im Team schneiden?
62:47 - Abmoderation
Links
Caro Biesenbach Lucas Seeberger
Schnittgedanken - Montage ist mehr als nur Schnitt!
2024/11/01
In dieser Episode von "Credit to the Edit Podcast" sprechen wir mit Professor Hans Beller, dem renommierten Autor des Standardwerks "Handbuch der Filmmontage". Hans nimmt uns auf eine faszinierende Reise durch die Welt der Filmmontage und erläutert die geheimen Mechanismen, die den Film zum Leben erwecken:
Vom unsichtbaren Schnitt bis hin zum Coverage-System, das entscheidend dazu beiträgt, Szenen optimal aufzubauen. Wir diskutieren, warum manche Schnitte überzeugen, andere hingegen wirkungslos bleiben, und wie Editing das Publikum geschickt beeinflussen kann. Hans erklärt die feinen Unterschiede zwischen „Schneiden" und „Montage" und zeigt, wie beide Techniken die emotionale Wirkung und Tiefe eines Films bestimmen.
Anhand von Klassikern wie "Casablanca", "Das Schweigen der Lämmer", "Das Fenster zum Hof" und "Psycho" veranschaulicht er, wie Schnittentscheidungen die Atmosphäre eines Films formen und die Emotionen der Zuschauer gezielt lenken können.
Ein weiteres Highlight des Gesprächs ist der Einfluss der sowjetischen Montagetheoretiker wie Sergej Eisenstein und Lew Kuleschow sowie die Frage, wie sich die Digitalisierung auf das Handwerk des Schnitts auswirkt. Hans, als Professor und Filmemacher bekannt für seine fundierte Expertise und klare Sprache, lässt dabei keine Frage offen.
Zu Gast
Prof. Hans Beller, geboren am 25. Dezember 1947 in Stuttgart, ist ein renommierter deutscher Autor, Filmregisseur und Dozent. Nach seinem Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München und einem anschließenden Psychologiestudium, das er mit einer Diplomarbeit über Filmwahrnehmung abschloss, begann er seine Karriere im Bereich des Dokumentarfilms.
Seit über 50 Jahren produziert Beller Dokumentarfilme und hat in den letzten 40 Jahren an verschiedenen Hochschulen Filmwissenschaften unterrichtet. Er war Professor für Film- und Kulturgeschichte, Ästhetik und Semiotik an der Fachhochschule Rosenheim, sowie Professor für Film an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, an der Kunsthochschule für Medien Köln und an der Filmakademie Ludwigsburg.
Er hat zahlreiche Bücher und Aufsätze zur Filmwahrnehmung und Filmmontage veröffentlicht, darunter das „Handbuch der Filmmontage – Praxis und Prinzipien des Filmschnitts". Seine Arbeiten und Lehren haben maßgeblich zur Ausbildung und Entwicklung vieler Filmschaffender beigetragen.
Diese Folge ist ein Muss für Filmfans und alle, die die oft verborgene Kunst des Filmschnitts besser verstehen wollen.
Timeline-Shortcuts
00:00:16 - Anmoderation
00:01:36 - Gesprächsstart - Unsichtbarer Schnitt
00:09:11 - Coverage System und Konventionen
00:26:50 - Schnitt bewerten
00:35:30 - Hans spricht mit uns über unsere Filme
00:39:55 - Geschichte des Filmschnitts
00:52:25 - Kategorien
00:57:10 - Das digitale Zeitalter
01:03:57 - Abmoderation
Links
Das Handbuch der Filmmontage
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