
Werben im Podcast: Land in Sicht. Neues aus dem Meer der Bücher
Dieser Podcast hat
13 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
NDR KulturExplizit
Nein
Erstellt am
2021/03/31
Neueste Episode
2024/02/25
Durchschnittsdauer
87 min.
Veröffentlichungsintervall
36 Tage
Beschreibung
Ein knappes Jahr lang haben wir uns podcastend bei Lisa Kreißler auf dem Hof in Pohle getummelt und dort "Land in Sicht" gerufen. Jetzt wechseln wir die Perspektive und gehen mit der niedersächsischen Schriftstellerin ins Studio: Mit noch mehr Zeit, noch mehr Tiefe und noch mehr Freude am Quatsch diskutieren wir über Bücher, die gerade wichtig sind oder es zu sein vorgeben - und halten am Ziel fest, uns im Meer der Neuerscheinungen, Klassiker und zu Unrecht vergessenen Titel zu orientieren. Mit Lisa Kreißler streiten und versöhnen sich abwechselnd Juliane Bergmann, Joachim Dicks und Alexander Solloch.
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Land in Sicht: Alle verrückt?
2024/02/25
Vor langer Zeit ließ sich ein angehender Schriftsteller in eine psychiatrische Klinik einweisen. Hat es was gebracht? "Eigentlich", sagt sein Therapeut heute, "hat er mehr die Klinik therapiert als die Klinik ihn." Was bedeutet es, "ver-rückt" zu sein, "irre" zu sein, die Dinge "verschoben" wahrzunehmen? Und wer ist hier eigentlich verrückt? Sind wir es nicht alle? In dieser "Land in Sicht"-Folge widmen wir uns einer oft verdrängten Wirklichkeit, der in der Psychiatrie. Wir diskutieren über Bücher, die eben dort spielen und in Köpfen, in denen sich irgendetwas nicht "richtig" anfühlt. Was sind das für Lebenswirklichkeiten, und wie lassen sie sich literarisieren?
Mit Lisa Kreißler und Juliane Bergmann.
Land in Sicht: Der Mensch als des Menschen schlimmster Feind
2024/01/28
Faschismus, Fundamentalismus, Totalitarismus: Menschenfeindliche Ideen führen zu menschenfeindlichen Taten. Dass es das alles schonmal gegeben hat, bedeutet nur eins: Es kann auch wieder geschehen. Die Literatur erinnert daran mit ihren Möglichkeiten. Ob sie was bewirkt? Wir hoffen, wir zweifeln – und wir diskutieren: über zwei gerade erschienene Texte und einen Klassiker der Erinnerungsliteratur. Sie erzählen von Menschen, die dem fanatisch – und zugleich fabrikartig – Bösen wehr- und hoffnungslos ausgesetzt sind. Wie viel der Mensch aushalten kann! Wie viel der Mensch seinesgleichen antun kann! Wie wichtig, diese Bücher zu lesen:
Cordelia Edvardson: Gebranntes Kind sucht das Feuer. Aus dem Schwedischen von Ursel Allenstein (Hanser-Verlag)
Georgi Demidow: Fone Kwas oder Der Idiot. Aus dem Russischen von Irina Rastorgueva und Thomas Martin (Galiani)
Primo Levi: Ist das ein Mensch? Aus dem Italienischen von Heinz Riedt (dtv)
Mit Lisa Kreißler und Alexander Solloch.
Land in Sicht: Sucht und Rausch
2023/12/17
Zum Ende des Jahres - kurz vor Weihnachten und dem Jahreswechsel - haben sich die Schriftstellerin und Literaturkritikerin Lisa Kreißler und NDR-Literaturredakteur Joachim Dicks ein Thema ausgesucht, bei dem es noch mal richtig zur Sache geht: "Sucht und Rausch". Es geht um "Absturz", den neuübersetzten Trinkerroman des dänischen Schriftstellers Tom Kristensen und um "Dry", den autobiographischen Bericht über eine Alkoholerkrankung von Christine Koschmieder. Damit nicht nur Promille-Grenzen erkundet werden, kommt ein drittes Buch hinzu. Es stammt aus der Feder von Paul-Philippe Hanske und Benedikt Sarreiter und heißt "Ekstasen der Gegenwart", eine fulminante Kulturgeschichte des Rausches.
Land in Sicht: Kunst und Geld
2023/11/26
Wer Kunst macht, glaubt an das Schöne, das Gute, das Edle im Leben, glaubt, dass die Seele des Menschen sich höher hinaufschwingen kann. Wer Kunst macht, will diese aber zugleich auch verkaufen. Und da fängt ja der Widerspruch an, aus dem sich so herrlich Literatur erzeugen lässt: Wie kommen sich das Streben nach Tiefe und das Streben nach Geld in die Quere? Lisa Kreißler und Alexander Solloch diskutieren u.a. über "Der gute König", den neuen Roman von Leonhard Hieronymi über die Wucherungen des kapitalistischen Kunstmarkts, und "Auster und Klinge" von Lilian Loke – die Geschichte eines hingebungsvollen Künstlers, der als Anteilseigner eines Schlachtereibetriebs reich ist an schmutzigem Geld…
Mit Lisa Kreißler und Alexander Solloch
Land in Sicht: On und Off. Der digitale Mensch
2023/10/29
Wir stecken mitten in einer der größten Umwälzungen der Geschichte: der digitalen Revolution. Natürlich beeinflusst sie auch die Literatur – bald vielleicht schon dadurch, dass wir darüber rätseln müssen, ob ein Text von einer KI oder doch noch von einem Menschen verfasst worden ist. Bis dahin aber wollen wir uns anschauen, wie sich die Digitalisierung in den literarischen Inhalten spiegelt. Unsere Kritikerinnen diskutieren über den Essay "Homo digitalis", in dem Ralf Hanselle unsere Obdachlosigkeit im Cyberspace beschreibt, den Science Fiction-Klassiker "Neuromancer" von William Gibson und über "Zeiten der Langeweile", das Debüt der in Hildesheim ausgebildeten Autorin Jenifer Becker.
Um diese Bücher geht es in der Sendung:
William Gibson: Neuromancer (Klett-Cotta)
Jenifer Becker: Zeiten der Langeweile (Hanser)
Ralf Hanselle: Homo digitalis. Obdachlos im Cyberspace (zu Klampen)
Mit Lisa Kreißler und Juliane Bergmann.
Land in Sicht: Tier und Mensch
2023/09/24
Der Mensch solle sich die Erde untertan machen und über Tiere herrschen – so heißt es im Alten Testament. Und so verhält sich der Mensch auch. Aber das könnte ein Irrtum sein! Wir diskutieren in dieser Sendung über Bücher, die einen Perspektivwechsel wagen. Rachel Yoder erzählt in ihrem Debütroman "Nightbitch", wie ihre Protagonistin sich in einen Hund verwandelt. Marica Bodrožić findet in "Mystische Fauna" durch die Liebe der Tiere einen friedvollen Blick auf das Leben. Und die Wissenschaftstheoretikerin Donna J. Haraway fordert uns in ihrem Buch "Unruhig bleiben" dazu auf, die "Idee eines gemeinsamen Lebens und Sterbens auf einer beschädigten Erde" nicht aufzugeben. Und dann wäre da ja noch Kafka…
Um diese Bücher geht es in der Sendung:
Donna J. Haraway: Unruhig bleiben - Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän (Campus-Verlag)
Rachel Yoda: Nightbitch (Klett-Cotta)
Franz Kafka: Ein Bericht für eine Akademie (S. Fischer Verlag)
Marica Bodrožić: Mystische Fauna - Von der Liebe der Tiere (Matthes & Seitz)
Mit Lisa Kreißler und Joachim Dicks
Land in Sicht: Eleganz und Glanz
2023/06/25
Immer müssen wir funktionieren. Immer betrachten wir uns und unser Handeln im Hinblick darauf, ob es uns irgendwie weiterbringt, ob es vernünftig ist, ob es der heiligen Effizienz dient. Dabei bleibt doch aber das Leben auf der Strecke! Weil das so nicht weitergehen kann, feiern wir in dieser "Land in Sicht"-Ausgabe eine besondere Lebenshaltung: die Eleganz. Es geht dabei, wie die Kulturhistorikerin Barbara Vinken in ihrem neuen Buch "Eleganz. Über eine Haltung, die unser Miteinander bereichert" ausführt, um ein Ideal, das das Leben spielerisch verschönert – beispielhaft dargestellt finden wir es in Oscar Wildes "Ernst sein ist wichtig". Darüber und über andere elegante Literatur diskutieren wir.
Um diese Bücher geht es in der Sendung:
Barbara Vinken: Eleganz (Brandstätter-Verlag)
Brigitte Kronauer: Die Tricks der Diva. Die Kleider der Frauen (Reclam)
Fran Lebowitz: New York und der Rest der Welt. Übersetzt von Sabine Hedinger und Willi Winkler (Rowohlt Berlin)
Oscar Wilde: Bunbury oder Ernst sein ist wichtig. Übersetzt von Rainer Kohlmayer (Reclam)
Mit Lisa Kreißler und Alexander Solloch
Land in Sicht: Wir hören Stimmen!
2023/05/29
Nichts gibt es, womit der Mensch so unmittelbar wirken könnte wie mit seiner Stimme: sie liebkost, sie erschreckt, sie umschmeichelt, sie bedroht. Kein Wunder, dass sie auch in der Literatur von enormer Bedeutung ist: Lisa Kreißler und Juliane Bergmann, beide Inhaberinnen unverwechselbar schöner Stimmen, diskutieren über Bücher, die die tausend Möglichkeiten der menschlichen Stimme erkunden: In "Kanus", der neuen Geschichtensammlung der gefeierten französischen Autorin Maylis de Kerangal, steht die Stimme immer für eine Irritation – etwa, wenn zwei Liebende nach Jahren der Fernbeziehung kaum zueinanderfinden, weil ihre Stimmen am Telefon so anders klangen als in der "Realität"…
Land in Sicht. Es war einmal in Hollywood ...
2023/04/30
Seit über 100 Jahren entstehen in Hollywood Träume und Alpträume, die uns in die Kinos locken oder vor die Fernsehgeräte locken. Davor war die Literatur die Traumfabrik. Jetzt liefert sie eher die Stoffe. Oder sie seziert die Machtmechanismen von Hollywood und über Hollywood hinaus. Davon erzählt – mindestens im Hintergrund – der neue, viel diskutierte Roman von Benjamin von Stuckrad-Barre. Während der Weinstein-Skandal in Hollywood publik wird und die Parole "MeToo" hervorruft, tritt ein deutscher Sexskandal ins Leben des Ich-Erzählers, der sich doch eigentlich in Hollywood von Deutschland ausruhen wollte. Große Literatur – oder nur großer Hype?
Land in Sicht: Die Außerirdischen kommen
2023/03/26
Seltsame Flugobjekte über den USA – was hatte das zu bedeuten? Fast sah es so aus, als würden die Außerirdischen jetzt endlich kommen. Und warum auch nicht? Die Idee jedenfalls, wir im Universalmaßstab so unbedeutenden Kreaturen verkörperten in allen Galaxien das einzige intelligente Leben, scheint absurd; nur: das Gegenteil ist eben auch so unvorstellbar! Wer also hilft unserer Phantasie auf die Sprünge? Die Literatur natürlich! Wir diskutieren vielfältigste Geschichten aus dem unermesslichen Science-Fiction-Kosmos, u.a. vom weithin vergessenen Paul Gurk und von James Tiptree Jr. alias Alice B. Sheldon, von der Denis Scheck sagt, wir würden sie eines Tages lesen wie heute Kafka…
Mit Lisa Kreißler und Alexander Solloch
Land in Sicht: Bücher übers Partyfeiern
2023/02/26
Wir feiern Party: Kann es etwas Literarischeres geben? Lisa Kreißler und Juliane Bergmann sprechen über Party-Bücher.
Land in Sicht: Sibirien
2023/01/29
Sibirien – ein mythischer Ort: Kälte, Einsamkeit, Verlassenheit. Soweit die Klischees – was aber sagen die Bücher? "Sibir" heißt der neue Roman von Sabrina Janesch, in dem Geschichten aus russischer Kriegsgefangenschaft mit dem gegenwärtigen Leben in einer niedersächsischen Kleinstadt verknüpft werden. Sibirien steht dabei auch für das mitunter harte Leben in der Natur. Davon handelt auch "An das Wilde glauben", das autofiktionale Buch der französischen Anthropologin Nastassja Martin. Sie berichtet darin, wie sie auf Kamtschatka von einem Bären angefallen und schwer verletzt worden ist. Und was erfahren wir aus Dostojewskijs Klassiker "Verbrechen und Strafe" (im deutschen Sprachraum berühmt geworden als „Schuld und Sühne“) über die sibirische Kälte?
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