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Grüne Wirtschaft für Morgen: Circular Economy

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Dieser Podcast hat
272 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2021/05/21
Neueste Episode
2026/02/17
Durchschnittsdauer
23 min.
Veröffentlichungsintervall
10 Tage

Beschreibung

Hier ist Eveline von Thinking Circular, dem Multiversum für grünen Fortschritt! Circular Economy ist unser zukunftsfähiger Lösungsansatz zur Gestaltung einer nachhaltigen Wirtschaft. Und darum geht es in diesem Podcast. Unser Verständnis von Circular Economy: Das mitteleuropäische kulturelle Gesellschaftsverständnis von Kreislaufwirtschaft wird oft auf die Abfallwirtschaft reduziert. Doch die Natur kennt keinen Abfall, wie wir ihn in unseren Gesellschaften definieren und ihn in unserer Gesellschaft praktizieren. Je bewusster Menschen in Wechselwirkung mit der Natur leben, desto weniger Abfall gibt es. Abfall als Produkt von Überfluss und ungerechter Verteilung ist ein Resultat der Fehlsteuerung unserer Wirtschaftssysteme. Solange wir nicht so produzieren und konsumieren, dass unsere Güter für Menschen und die Umwelt verträglich sind und uns nicht gefährden, werden wir die Mängel unseres Systems durch grüne Umwelttechnologien ausgleichen müssen. Luft-, Wasser- und Bodenreinigung oder -sanierung werden so lange notwendig sein, bis die Transformation gelungen ist. So lange gilt „Close the loop“ als Modell, Material und Produkte so in Kreisläufe zu bringen, dass eine möglichst vollständige Wiedernutzung möglich wird. Es gibt also noch sehr viel zu tun auf diesem Weg, und wir lernen mit jedem Schritt dazu.

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Making-of „Mit Sicherheit Ahrtal“
2026/02/17
In dieser besonderen Folge nehmen wir euch mit hinter die Kulissen von Evelines neuem Buch Mit Sicherheit Ahrtal, das pünktlich zum fünften Jahrestag der Ahrflut erscheinen wird. Während wir uns in den letzten Zügen der Redaktionsarbeit befinden, sprechen wir heute darüber, wie dieses Buch entstanden ist, welche Gedanken es trägt – und warum es gerade jetzt so wichtig ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, was Sicherheit in einer sich rasant verändernden Welt bedeutet. Was können wir tun, um uns wieder sicherer zu fühlen? Welche Perspektiven gibt es für von Krisen geprägte Regionen – und für uns alle ganz persönlich? Einen wichtigen Rahmen bildet dabei die Konferenz Fünf Jahre nach der Flut 2021 – Forschungsperspektiven im Wandel, die Anfang Juli am Campus Remagen stattfindet. Dort kommen internationale Fachleute aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um über Resilienz, Wiederaufbau und Klimaanpassung zu sprechen. Die Konferenz bietet damit den passenden Anlass, Mit Sicherheit Ahrtal erstmals öffentlich vorzustellen. Ein zentrales Fundament des Buches ist das Drawdown-Projekt, ein wissenschaftlich fundiertes Maßnahmenpaket zur Reduktion von CO2. Drawdown zeigt, dass es nicht die eine Lösung gibt, sondern viele wirksame Hebel: von erneuerbaren Energien und Gebäudesanierung über Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Landwirtschaft bis hin zu Bildung und sozialer Resilienz. Aber: Jede Region braucht ihren eigenen Mix. Landschaft, Infrastruktur, Wirtschaft und Kultur bestimmen, welche Maßnahmen wirklich wirken. Genau hier setzt Mit Sicherheit Ahrtal an: Das Buch stellt die Projekte vor, die im Ahrtal heute sinnvoll und wirksam sind – und zeigt, warum diese Region ganz eigene Antworten auf Klimaschutz, Resilienz und Zukunftsfähigkeit entwickelt. Von Energieprojekten über soziale Initiativen bis hin zu innovativen Ideen für Wiederaufbau und Unabhängigkeit wird deutlich, wie globale Erkenntnisse lokal umgesetzt werden können. Gleichzeitig ist Mit Sicherheit Ahrtal weit mehr als ein Sachbuch. Als emotionaler Bildband fängt es Eindrücke und Geschichten aus dem Ahrtal ein und verbindet sie mit einer Sammlung konkreter Maßnahmen und Ideen, die aufzeigen, wie Regionen widerstandsfähiger, unabhängiger und klimafreundlicher werden können. In den kommenden Wochen werden wir im Podcast tiefer in die Inhalte eintauchen, einzelne Kapitel vorstellen und Hintergründe beleuchten. Wer das Buch schon jetzt vorbestellen möchte, kann uns eine E-Mail an [email protected] schicken. Bleibt also unbedingt dran – denn der Weg zu Mit Sicherheit Ahrtal ist genauso spannend wie das Buch selbst. Viel Spaß beim Zuhören!
Vom Altkleidercontainer zur Kreislaufjeans – Textilrecycling neu gedacht
2026/01/27
Das Textilrecycling steckt in Deutschland aktuell in der Krise. Zwar gilt seit Januar 2025 die Pflicht zur Getrenntsammlung von Textilien, doch die Realität sieht ernüchternd aus. Laut einer Studie des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) wird nur ein Bruchteil der gesammelten Kleidung tatsächlich stofflich verwertet. Der Großteil landet weiterhin in minderwertigen Verwertungswegen oder wird ins Ausland exportiert. Gründe dafür sind die fehlende Recycling-Infrastruktur, mangelnde Standards für die Sammelqualität und die Flut minderwertiger Fast-Fashion-Produkte, die sich kaum recyceln lassen. Damit bleibt Deutschland weit hinter den Zielen einer echten Kreislaufwirtschaft zurück. Die Circular Economy bietet einen Ausweg aus dieser Wegwerfspirale. Ihr Prinzip ist es, Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten – durch langlebiges Design, Reparatur, Second-Hand-Nutzung und transparente Lieferketten. Ein Unternehmen, das dieses Prinzip konsequent lebt, ist MUD Jeans aus den Niederlanden. Die Marke produziert Jeans aus recycelter Baumwolle und nimmt alte Hosen zurück, um daraus neue Produkte zu fertigen. Das Ziel besteht darin, eine Jeans aus 100 Prozent recycelter Baumwolle herzustellen – ein Meilenstein für die gesamte Branche. Jede eingesandte Jeans verhindert Abfall, spart Ressourcen und trägt dazu bei, dass Mode nicht länger Wegwerfware ist. Deutschland steht beim Textilrecycling jedoch vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig zeigen Unternehmen wie MUD Jeans, dass die Circular Economy keine ferne Vision ist, sondern bereits heute Realität sein kann. Doch auch wir können einen Beitrag leisten: durch bewussten Konsum, den Kauf langlebiger Kleidung, die Nutzung von Second-Hand-Angeboten und die Unterstützung von Marken, die Rücknahmeprogramme anbieten Viel Saß beim Zuhören! Weitere Links zum Thema: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit: FAQ "Getrennte Sammlung von Textilabfällen" (2025)NABU: Textilien hochwertig recyceln (2024)
Ahrtal – welche Fragen sind noch offen?
2026/01/20
Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 hat nicht nur sichtbare Schäden hinterlassen, sondern wirft auch viele Fragen im Umgang mit Katastrophenhilfe und Transparenz bei der Berichterstattung auf. Fragebögen zum Umgang mit Betroffenen blieben weitgehend unbeantwortet, Transparenz fehlte und die Berichterstattung war oft zu direkt und persönlich. Im Zuge dieser Betrachtung gehen wir auch auf die Untersuchung Spontanhilfe im Einsatz des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein. Diese zeigt, wie vielfältig und spontan Hilfeleistungen nach der Flut organisiert wurden. Die Untersuchung macht deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen offiziellen Stellen und freiwilligen Helfer:innen zwar eine große Wirkung entfalten konnte, aber auch strukturelle Probleme sichtbar wurden, beispielsweise fehlende Koordination, mangelnde Dokumentation und offene Fragen zur langfristigen Einbindung von Spontanhelfern. In unserem Podcast greifen wir diese Punkte auf und stellen die Frage: Welche Fragen sind bei euch bis heute unbeantwortet geblieben? Wo besteht weiterhin Klärungsbedarf? Schickt uns diese offenen Punkte gerne zu, wir sind gespannt! Viel Spaß beim Zuhören!
Helfen mit Herz und Verstand
2026/01/14
Wie sieht echte Hilfe zur Selbsthilfe aus und warum wird sie oft noch als Almosen missverstanden? In dieser Episode sprechen wir über die Fluthilfe im Ahrtal und die Arbeit der Caritas Rhein-Mosel-Ahr. Wir beleuchten, warum psychosoziale Angebote ebenso wichtig sind wie materielle Unterstützung, was sich hinter dem Begriff „Klimakatastrophen-Trauer” verbirgt und mit welchen besonderen Herausforderungen ältere Menschen, Familien und Alleinerziehende konfrontiert sind. Anhand konkreter Beispiele – von Kleiderspenden bis zu Waschcontainern – zeigen wir, wie aus spontaner Nothilfe langfristige soziale Angebote entstehen können. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Forderung nach einer neuen Anerkennung der Katastrophen-Sozialarbeit und auf die Frage, wie die ökologische Gerechtigkeitslücke geschlossen werden kann. Eine Episode über Missverständnisse, Mut und die Kraft, aus Krisen nachhaltige Hilfsstrukturen zu entwickeln. Viel Spaß beim Zuhören! Weiterführende Links: Magdalena Mai: Soziale Arbeit als ökologisch-soziale Katastrophenhilfe (2023)Pablo Servinge, Raphaël Stevens: Wie alles zusammenbrechen kann, Mandelbaum Verlag kritik & utopie (2022), ISBN: 978385476-920-0
Das Ahrtal im Boom?
2026/01/06
Wie steht es heute, gut viereinhalb Jahre nach der Flut, wirklich um das Ahrtal? Wir werfen einen Blick auf eine Region, die sich neu erfindet und dabei Entwicklungen zeigt, die viele überraschen dürften. Dazu betrachten wir beeindruckende wirtschaftliche Zahlen: Die Zahl der Betriebe steigt seit Jahren kontinuierlich, die Arbeitslosenquote liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt und die Ausbildungszahlen erreichen einen Höchststand seit zehn Jahren. Gleichzeitig gibt es einen Mangel an Fachkräften. Allein im Landkreis Ahrweiler sind über 900 Stellen unbesetzt , weshalb ein neues Fachkräftezentrum Unternehmen aktiv unterstützt. Auch der Tourismus meldet sich kraftvoll zurück: 85 % der Betriebe sind wiederaufgebaut, die Übernachtungszahlen steigen deutlich und mit 6.200 verfügbaren Betten nähert sich das Tal wieder dem Vorkrisenniveau. Besonders gefragt sind Baustellentouren, die Besucherinnen und Besuchern einen authentischen Blick auf den Wiederaufbau ermöglichen. Doch das Ahrtal zieht nicht nur Urlauber an. Internationale Expertinnen und Experten reisen vermehrt in die Region – nicht zuletzt wegen der Nähe zu Bonn, einem globalen Zentrum für Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Bei Fachveranstaltungen, Konferenzen und Workshops stehen Themen wie Energie, Wasser, Kreislaufwirtschaft und Beteiligungsprozesse im Fokus. Mit dem geplanten International Resilience Research Center@ Ahr-Valley soll zudem ein Ort entstehen, an dem Forschung, Lehre und ein Besucherzentrum zusammenkommen – ein Zukunftsprojekt, das die Region langfristig stärken könnte. Dennoch bleiben Traditionen wie Weinwanderungen, Nachtwächterführungen oder Weihnachtsmärkte feste Bestandteile des Ahrtals. Hier verbinden sich Wissen, Tourismus und regionale Identität auf besondere Weise. Viel Spaß beim Zuhören!
FREI DAY: Lernen, die Welt zu verändern!
2025/12/16
Wenn unsere Kinder die Zukunft sind, warum lernen sie dann nicht in der Schule, wie sie diese gestalten können? Wie sieht Schule aus, wenn Kinder nicht nur für Prüfungen, sondern für die Zukunft lernen? Wir sprechen über den FREI DAY, ein innovatives Lernformat der Initiative „Schule im Aufbruch“, das Bildung neu denkt. Anstelle von Frontalunterricht gibt es Raum für selbstbestimmtes Lernen, Zukunftsfragen und die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Der FREI DAY bedeutet, dass Schüler:innen mindestens vier Stunden pro Woche eigene Projekte zu Zukunftsthemen entwickeln – ohne Notendruck, dafür mit Feedback und Reflexion. Das Ziel? Kompetenzen wie Teamarbeit, Eigeninitiative und Selbstwirksamkeit zu fördern. Wir werfen einen Blick auf das Buch FREI DAY – Die Welt verändern lernen! Für eine Schule im Aufbruch (ISBN: 978-3-96238-294-0) von Margret Rasfeld, Bildungsinnovatorin und Gründerin von „Schule im Aufbruch”. Sie fordert ein Update für unser Schulsystem: mehr Freiräume für Projekte, die Schüler:innen selbst wählen und gestalten können. Praxisbeispiele aus Schulen zeigen, wie das funktioniert: Beispiele sind Nachhaltigkeitskalender, Bücherwagen, Spendenaktionen oder eigene Podcasts. Das Ergebnis? Eine neue Lernkultur, die Kinder mit der Gesellschaft vernetzt und sie befähigt, ihre Zukunft aktiv zu gestalten. Stell dir vor, du könntest den FREI DAY mitgestalten – was würdest du verändern, um die Welt ein Stück besser zu machen? Viel Spaß beim Zuhören!
Atlas der Zerstörung: Macht, Ressourcen und die Frage nach Verantwortung
2025/12/09
Was hat die griechische Mythologie mit unserer heutigen Energiepolitik zu tun? Mehr, als man denkt. In dieser Folge werfen wir einen Blick in die Welt der Titanen und Götter: Wer war Atlas und warum trägt er die Welt auf seinen Schultern? Wir klären die Herkunft des Begriffs „Atlas” und schlagen die Brücke zu einem aktuellen Bericht der Deutschen Umwelthilfe: dem „„Atlas der Zerstörung“. Warum dieser Titel? Weil es um Macht geht – damals wie heute. Die Konflikte der griechischen Mythologie spiegeln sich in den heutigen Kämpfen um Öl, Gas und andere Ressourcen wider. Wir diskutieren, welche globalen Kräfte über Rohstoffvorkommen bestimmen, welche Rolle Deutschland im europäischen Gasnetz spielt und wie sich die Energieversorgung der Zukunft absichern lässt. Dabei werfen wir auch einen kritischen Blick auf Methan, LNG und die ökologischen Folgen von Förderung und Transport. Grafiken, Fakten und Umweltklagen der letzten Jahre zeigen: Der „Atlas der Zerstörung“ ist mehr als ein Bericht – er ist ein Spiegel unserer Abhängigkeiten und ein Weckruf für eine nachhaltige Energiepolitik. Viel Spaß beim Zuhören!
Power Shift: Wer kontrolliert die Zukunft?
2025/12/02
In dieser Episode sprechen wir über Machtverschiebungen, die nicht nur die Politik betreffen, sondern auch den Zugang zu Ressourcen. Ein aktuelles Beispiel für Power Shift ist der Rücktritt des ukrainischen Präsidialamtschefs Andrij Jermak, der wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten ist. Solche Ereignisse zeigen, wie fragil Machtstrukturen sein können. Doch was bedeutet „Power Shift“ eigentlich genau? Der Begriff beschreibt die Verschiebung von Machtverhältnissen in der internationalen Politik und Wirtschaft, die durch den Zugang zu und die Kontrolle über strategische Ressourcen wie Öl, Gas oder seltene Erden ausgelöst wird. Staaten oder Akteure, die über diese Rohstoffe verfügen oder neue Technologien dominieren, gewinnen geopolitischen Einfluss. Diese Machtverschiebung wird durch Faktoren wie Ressourcenknappheit, die Energiewende oder Handels- und Investitionspolitik zusätzlich verstärkt. Ein Blick in den Amazonas verdeutlicht die Tragweite: Der Bergbau im Amazonas bedroht dort nicht nur einzigartige Ökosysteme, sondern auch die Lebensgrundlagen indigener Gemeinschaften. Die Organisation PowerShift e. V., die sich dieses Beispiel im Detail angeschaut hat, setzt sich dafür ein, dass Klimaschutz und Rohstoffpolitik zusammen gedacht werden, denn die Energiewende darf nicht auf Kosten von Menschenrechten und Natur gehen. Power Shift bedeutet also die Verlagerung geopolitischer Macht durch Ressourcenverfügbarkeit und Energiepolitik. Wer kontrolliert die Rohstoffe der Zukunft und wer kontrolliert damit vielleicht auch die Spielregeln der globalen Politik? Viel Spaß beim Zuhören!
Omnibus 1: Was ändert sich bei CSRD und CSDDD?
2025/11/25
Im November 2025 hat das EU-Parlament im Rahmen des Omnibus 1-Verfahrens zentrale Nachhaltigkeitsrichtlinien überarbeitet und dabei die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) sowie die CSDDD (Corporate Sustainability Due Diligence Directive) deutlich abgeschwächt. Die Änderungen betreffen vor allem den Anwendungsbereich, die Schwellenwerte für Unternehmen und die Komplexität der Berichterstattung. Was genau hat sich geändert? Im Rahmen der CSRD wurden die Berichtspflichten für viele Unternehmen zeitlich nach hinten verschoben. Die Standards wurden vereinfacht, indem die Anzahl der geforderten Datenpunkte reduziert wurde. Für kleine und mittlere Unternehmen bleibt die Berichterstattung freiwillig mit der Option eines vereinfachten Standards.Für die CSDDD gelten die Sorgfaltspflichten künftig nur für sehr große Unternehmen mit hohen Schwellenwerten bei Umsatz und Mitarbeitenden. Der Fokus liegt auf direkten Geschäftspartnern, während indirekte Partner nur bei bekannten Risiken berücksichtigt werden müssen. Das Ziel dieser Änderungen ist der Bürokratieabbau und die Entlastung der Unternehmen, ohne die Nachhaltigkeitsziele der EU grundsätzlich infrage zu stellen. Die Debatte ist jedoch kontrovers: Während Mittelstandsverbände die Änderungen begrüßen, warnen Umweltorganisationen vor einer „Entkernung“ wichtiger Instrumente. Wie geht es nun weiter? Eine aktuelle Studie Mehr als Reporting: Wie Nachhaltigkeitsberichterstattung Wert für Unternehmen schafft der Bertelsmann Stiftung zeigt: Der eigentliche Mehrwert der Nachhaltigkeitsberichterstattung liegt nicht im Bericht selbst, sondern in den organisationalen Veränderungen, die dadurch angestoßen werden, sowie in der gezielten Nutzung der Daten innerhalb und außerhalb des Unternehmens. In unserem Podcast sprechen wir darüber, was diese Änderungen konkret bedeuten, welche Chancen und Risiken sie mit sich bringen und warum es sich lohnt, am Thema Nachhaltigkeit dranzubleiben – trotz aller Anpassungen. Viel Spaß beim Zuhören! Weiterführende Links: Europäisches Parlament: Parlament unterstützt Vereinfachung der Berichts- und Sorgfaltspflichten für Unternehmen (13. November 2025)Bertelsmann Stiftung: Mehr als Reporting: Wie Nachhaltigkeitsberichterstattung Wert für Unternehmen schafft (20. November 2025)
Katastrophenschutz-Leuchttürme: Orientierung in der Krise
2025/11/18
Was passiert, wenn der Strom tagelang ausfällt? Keine Heizung, kein Licht, kein Internet und keine Möglichkeit, Hilfe zu rufen. Genau für solche Szenarien gibt es ein Konzept: Katastrophenschutz-Leuchttürme. Sie sind zentrale Anlaufstellen für die Bevölkerung in Krisensituationen, insbesondere bei großflächigen Ausfällen kritischer Infrastrukturen wie Strom oder Telekommunikation, aber auch in Extremsituationen, beispielsweise nach einem Hochwasser. Ihre Aufgaben reichen von der Weitergabe von Warnungen und Lageinformationen bis hin zur Bereitstellung von Notstrom, Wärme, Trinkwasser und einfacher Verpflegung sowie der Möglichkeit, Notrufe abzusetzen. Sie koordinieren Hilfeersuchen und Hilfsangebote und schaffen so Orientierung und Sicherheit. Warum sind diese Leuchttürme so wichtig? Bei einem flächendeckenden Stromausfall beispielsweise fallen Kommunikationskanäle aus und kritische Infrastrukturen geraten ins Wanken. Menschen können keine Notrufe absetzen und erhalten keine offiziellen Informationen mehr. Leuchttürme bringen den Katastrophenschutz näher an die Bürgerinnen und Bürger und stärken die Resilienz lokaler Gemeinschaften. Das Konzept stammt ursprünglich aus einem Berliner Forschungsprojekt und wird inzwischen in vielen Bundesländern umgesetzt – allerdings uneinheitlich. So nutzen manche Kommunen Feuerwehrhäuser, andere Rathäuser oder Dorfgemeinschaftshäuser. Es fehlen einheitliche Standards, und die Ausstattung variiert von Basisfunktionen wie Notruf und Information bis hin zu einer umfassenden Versorgung mit Wärme, Wasser und Lebensmitteln. Um mehr über Good Practices und Hindernisse bei der Umsetzung dieses Konzepts zu erfahren, dient die BBK-Studie Katastrophenschutz-Leuchttürme (Ausgabe 1, Januar 2025). Die Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 hat gezeigt, wie dringend solche Strukturen benötigt werden. Informationsketten brachen zusammen und Warnungen kamen zu spät oder gar nicht an. Seitdem fordern Experten Leuchttürme in jeder Gemeinde, um im Ernstfall lebensrettende Kommunikation und Hilfe sicherzustellen. Ein solcher Leuchtturm ist mit einem Notstromaggregat für mindestens 72 Stunden, Digitalfunk oder Satellitentelefon, Erste-Hilfe-Material, Trinkwasser, Wärmemöglichkeiten, Lademöglichkeiten für Mobilgeräte sowie einer klaren Beschilderung und einem barrierefreien Zugang ausgestattet. Der Kreis Ahrweiler hat dazu die Broschüre Was tun im NOTFALL? Informationen für den Kreis Ahrweiler veröffentlicht. Heute sprechen wir darüber, wie Katastrophenschutz-Leuchttürme funktionieren, welche Erfahrungen es bisher gibt und wie Kommunen und Bürger gemeinsam die Krisenvorsorge verbessern können. Wir werfen einen Blick auf die aktuelle BBK-Studie, die aufzeigt, wo es hakt, welche Lösungen sich bewährt haben und warum die Einbindung der Bevölkerung entscheidend ist.  Viel Spaß beim Zuhören!
Klima, Kollaps, Kommunikation – Perspektiven auf das Climate Endgame
2025/11/11
Wie sprechen wir über eine Welt, die zerfällt? Mit dieser Frage setzt sich der Sammelband Klima, Kollaps, Kommunikation auseinander, der in unserer aktuellen Podcastfolge vorgestellt wird. Das Buch versammelt wissenschaftliche und persönliche Perspektiven auf das sogenannte „Climate Endgame“, also die Szenarien eines möglichen gesellschaftlichen Zusammenbruchs infolge der Klimakrise.  Die globale Erwärmung schreitet ungebremst voran: 2024 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen und Europa erwärmt sich dabei schneller als jeder andere Kontinent. Die zehn wärmsten Jahre liegen alle in der jüngsten Dekade. Diese Fakten, zusammengetragen im aktuellen Klimafaktenpapier, zeigen: Die Zeit für kosmetische Lösungen ist vorbei. Benötigt wird ein real-radikaler Ansatz, der nicht nur technische Antworten liefert, sondern auch gesellschaftliche Transformationen ermöglicht.  Das Buch plädiert für neue Erzählungen, für Utopien jenseits des Wachstumsparadigmas und für eine ehrliche Beschreibung der Zukunft: Was kommt auf uns zu – und wie können wir uns vorbereiten? Zentrale Elemente dieser Zukunftsarbeit sind Reallabore, Bürgerbeteiligung und Erfahrungsaustausch. Auch die Frage nach Hoffnung wird neu gestellt: Reicht es, Hoffnung zu haben, oder braucht es mehr? Die Podcastfolge lädt ein, sich mit diesen Perspektiven und der Frage „Wie wollen wir leben, wenn das Paradies nicht im Überfluss liegt, sondern im klugen Umgang mit Ressourcen, Gemeinschaft und Verantwortung?” auseinanderzusetzen. Viel Spaß beim Zuhören! Weiterführende Links: Prof. Dr. Sebastian Seiffert (Chemiker, Professor für Physikalische Chemie der Polymere an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz): https://sebastian-seiffert.netSummer Gray: Rethinking disaster utopia: the limits of conspicuous resilience for community-based recovery and adaptation, Disasters, Volume 47, Issue 3 (July 2023), https://doi.org/10.1111/disa.12567
Rohstoffbilanz im Faktencheck: Wer fährt die bessere Bilanz?
2025/11/04
Verbrenner oder Elektroauto – was ist wirklich nachhaltiger? In dieser Folge nehmen wir die Herstellung beider Fahrzeugtypen unter die Lupe und stützen uns dabei auf die aktuelle Studie Global hidden material flows triggered by China’s vehicle supply chain far exceed eventual material use (Nature Communications volume 16, Article number: 9217 (2025). Diese analysiert die globalen Materialflüsse entlang der chinesischen Fahrzeugproduktion. Das Ergebnis ist eindeutig – und überraschend deutlich. Ein Elektroauto benötigt in der Herstellung nur etwa ein Drittel der Ressourcen, die für einen Verbrenner aufgewendet werden müssen. Zwar werden E-Autos oft für ihre Batterieproduktion kritisiert, doch die Studie zeigt: Der Gesamtrohstoffverbrauch ist deutlich geringer und die Umweltbelastung durch sogenannte „hidden flows“ ist beim Verbrenner um ein Vielfaches höher. Was die Studie außerdem offenlegt: Die sogenannten „Hidden Flows“ – also Abbau, Abfälle und Rückstände bei der Rohstoffgewinnung – sind bei der Produktion von Fahrzeugen enorm.Für ein Elektroauto entstehen zwar mehr versteckte Materialflüsse als für einen Verbrenner, aber der Anteil der tatsächlich genutzten Materialien ist deutlich höher.Nur etwa 3 % der insgesamt geförderten Rohstoffe landen am Ende tatsächlich im Fahrzeug. Bei E-Autos wird dieser Anteil jedoch effizienter genutzt. Die Studie zeigt, dass fast die Hälfte der Umweltbelastungen durch die Fahrzeugproduktion außerhalb des Herstellungslandes entsteht. Das verdeutlicht, wie stark die globale Lieferkette mitverantwortlich ist – und wie wichtig internationale Standards und nachhaltige Rohstoffstrategien sind. Die Wahl des Antriebs ist längst nicht mehr nur eine Frage des CO₂-Ausstoßes im Betrieb. Sie entscheidet auch darüber, wie viele Ressourcen wir dem Planeten entziehen und wie viel Umweltzerstörung wir in Kauf nehmen. Elektroautos sind hier klar im Vorteil. Viel Spaß beim Zuhören! Verweis zur Studie: Wang, B., Liu, Q., Ouyang, X. et al. Global hidden material flows triggered by China’s vehicle supply chain far exceed eventual material use. Nat Commun 16, 9217 (2025). https://doi.org/10.1038/s41467-025-64090-x Alternativ über ResearchGate: Global hidden material flows triggered by China’s vehicle supply chain far exceed eventual material use (October 2025 16(1))
Zirkulär ist Zukunft – das neue Aktionsprogramm zur Kreislaufwirtschaft
2025/10/28
Mit dem neuen Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) hat die Bundesregierung einen ambitionierten Fahrplan vorgelegt, um den Ressourcenverbrauch in Deutschland deutlich zu senken und Stoffkreisläufe zu schließen. Wir sprechen darüber, was das Programm konkret beinhaltet, warum es gerade jetzt kommt und was es für Wirtschaft, Kommunen und Verbraucher:innen bedeutet. Die Kreislaufwirtschaft gilt als Schlüssel für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Das Aktionsprogramm zur NKWS setzt die im Jahr 2024 verabschiedete Strategie in konkrete Maßnahmen um, die bis Ende 2027 greifen sollen. Der Fokus liegt dabei auf Digitalisierung, Investitionsförderung und zirkulärer öffentlicher Beschaffung. Das Programm umfasst eine breite Palette an Initiativen und ist eng verzahnt mit EU-Initiativen wie dem Clean Industrial Deal und dem geplanten Circular Economy Act. Deutschland will sich für einheitliche Recyclingstandards und weniger Bürokratie einsetzen und gleichzeitig seine technologische Führungsrolle ausbauen. Das Aktionsprogramm zur NKWS ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer zirkulären Zukunft, aber kein Selbstläufer. Die Richtung stimmt, doch nun kommt es auf die Umsetzung an. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Kreislaufwirtschaft zur neuen Normalität wird. Viel Spaß beim Zuhören! Weiterführende Links: BMUKN: Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) - Rahmenbedingungen für eine zirkuläre Wirtschaft, https://www.bundesumweltministerium.de/themen/kreislaufwirtschaft/kreislaufwirtschaftsstrategieKreislaufwirtschaftsstrategie Deutschland: 1. Jahreskonferenz zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaftsstrategie, am 05.12.2025, https://www.kreislaufwirtschaft-deutschland.de/aktuelles/veranstaltungen/1-jahreskonferenz-zur-umsetzung-der-kreislaufwirtschaftsstrategieEKO-PUNKT: Entwurf Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie – NKWS: Reaktionen aus der Branche https://www.eko-punkt.de/news/details/entwurf-nationale-kreislaufwirtschaftsstrategie-nkws-reaktionen-aus-der-branche/ (07.08.2024)EUWID: Bundesumweltministerium stellt „Aktionsprogramm Kreislaufwirtschaft“ vor (14. Oktober 2025)RecyclingPortal: Aktionsprogramm Kreislaufwirtschaft: Chance für Standort und Resilienz, aber Umsetzung entscheidet (14. Oktober 2025)
Ernährung am Limit – Was der neue EAT-Lancet-Report zeigt
2025/10/21
Unsere Ernährung steht am Scheideweg – und damit auch die Zukunft unseres Planeten. Der neue EAT-Lancet-Report, der sechs Jahre nach der ersten Ausgabe veröffentlicht wurde, zeigt eindrücklich: Die Art und Weise, wie wir Lebensmittel produzieren, konsumieren und verschwenden, überschreitet gleich mehrere planetare Grenzen: Klima, Biodiversität, Stickstoff- und Phosphorkreisläufe sowie Landnutzung sind massiv belastet. Doch der Report ist nicht nur ein Weckruf, sondern er bietet auch Hoffnung und konkrete Handlungsempfehlungen. In unserem Podcast sprechen wir über die wichtigsten Erkenntnisse des Reports, die Rolle der „Planetary Health Diet“ und darüber, wie eine gerechte und nachhaltige Ernährung weltweit möglich werden kann. Besonders eindrücklich ist, dass bis zu 15 Millionen vorzeitige Todesfälle jährlich verhindert werden könnten, wenn sich die globale Bevölkerung an die Empfehlungen der Planetary Health Diet hält. Diese setzt auf pflanzenbasierte Lebensmittel, regionale Vielfalt und weniger tierische Produkte – und ist dabei flexibel genug, um kulturelle Unterschiede zu berücksichtigen. Auch die Politik und die Lebensmittelindustrie stehen in der Verantwortung. Der Report fordert eine systemische Transformation, die die Bereiche Landwirtschaft, Handel, Bildung und Gesundheit gleichermaßen umfasst. Städte und Kommunen können dabei als Vorreiter agieren, beispielsweise durch nachhaltige Kantinen, urbane Landwirtschaft und Bildungsinitiativen. Viel Spaß beim Zuhören! Mehr zu den wissenschaftlichen Hintergründen und Pressestimmen findest du hier: The Lancet Commissions: The EAT–Lancet Commission on healthy, sustainable, and just food systemsPIK: EAT-Lancet-Report: Ernährungssysteme überschreiten planetare Grenzen – Transformation kann Gesundheit und Gerechtigkeit fördern (03.10.2025)Deutschlandfunk: Ernährungsweise trägt weiterhin stark zur Klimakrise bei (04.10.2025)Tagesschau: Gesundes Essen, gesunder Planet (03.10.2025)
Insolvenzen in Deutschland
2025/10/14
Wie sieht die aktuelle Lage der Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen in Deutschland aus? Die Zahlen des ersten Halbjahres 2025 zeigen einen deutlichen Anstieg: Laut dem Statistischen Bundesamt wurden insgesamt 12.009 Unternehmensinsolvenzen gemeldet, was einem Anstieg von 12,2 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Auch im Bereich der Verbraucherinsolvenzen ist ein Anstieg von 7,5 % zu verzeichnen. Wir sprechen darüber, welche Branchen besonders betroffen sind, wie sich die Insolvenzen verteilen und welche strukturellen Ursachen hinter dieser Entwicklung stehen. Dabei beziehen wir uns auf die neuesten Daten zu Gründungen und Unternehmensschließungen des IfM Bonn sowie auf die Pressemitteilung Nr. 332 des Statistischen Bundesamtes vom 11. September 2025. Die Entwicklung wirft Fragen auf: Handelt es sich um einen kurzfristigen Ausschlag oder ist er Ausdruck einer tiefergehenden wirtschaftlichen Verschiebung? Wie wirken sich makroökonomische Faktoren wie Inflation, Finanzierungskosten und Konsumverhalten auf die Unternehmenslandschaft aus? Und was bedeutet das für die Zukunft kleiner und mittlerer Unternehmen?  Mit diesen Themen werden wir uns auch in der zweiten Jahreshälfte beschäftigen – hör jetzt schon rein, um die Hintergründe dieser Entwicklung besser zu verstehen! Viel Spaß beim Zuhören!

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