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This podcast has
122 episodes
Explicit
No
Date created
2023/03/08
Latest episode
2026/10/01
Average duration
26 min.
Release period
9 days
Description
Der Podcast von BackstageClassical.com – Der Musikjournalist Axel Brüggemann trifft in unregelmäßigen Abständen die Player der klassischen Musik und redet, kurz oder lang, über Themen, die die Welt der Musik bewegen: Oper, Konzert und Bühne.
Podcast episodes
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REPORT: Das Empathietheater
2026/10/01
Unsere Zeit ist brutal. Und an unseren Bühnen wird die Sehnsucht nach Sanftheit immer lauter. Ein neues Theater entsteht: Es will nicht mehr belehren und entlarven, sondern zuhören, berühren und Menschen verbinden. Über Empathie als neue Ästhetik – und die Schönheit als soziales Prinzip.
KRITIK: Rosenkavalier Köln
2026/09/27
14 Jahre hat Köln auf seine Oper gewartet. Zur Wiedereröffnung gibt es einen »Rosenkavalier«, dem Marie-Ève Signeyrole den Eros austreibt und Andrés Orozco-Estrada die Transzendenz. Ein Abend zwischen Filmset, Fleisch und Fortissimo. Das neue Haus ist wunderschön. Diese Premiere ein Debakel.
Guten Morgen Julien Chavaz!
2026/09/24
Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt warnt der Magdeburger Generalintendant Julien Chavaz vor politischem Druck auf Theater. Zugleich kündigte er an, den Spielplan weder vorsorglich anzupassen noch ein demonstratives »Widerstandstheater« auszurufen.
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REPORT: Das Geschäft mit der Hoffnung
2026/09/20
Eine Recherche des Klassikportals BackstageClassical über kostenpflichtige Karriereangebote für junge Opernsänger hat Konsequenzen. Mindestens zwei angekündigte Teilnehmer des Vienna Opera Lab haben ihre Mitwirkung nach Anfragen des Portals zurückgezogen. Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob Vertreter öffentlich finanzierter Opernhäuser bei einer Veranstaltung auftreten sollten, für die junge Sängerinnen und Sänger 1.099 Euro Teilnahmegebühr bezahlen.
Das Vienna Opera Lab wirbt damit, Nachwuchssänger mit Casting-Verantwortlichen, Agenturen und Vertretern renommierter Opernhäuser zusammenzubringen. Für die Bewerbung werden zunächst 39 Euro fällig, die bei einer Aufnahme auf die Teilnahmegebühr angerechnet werden. Veranstalterin Samantha Farber, Gründerin der Künstleragentur Sono Artists, weist gegenüber BackstageClassical den Eindruck zurück, sich persönlich an dem Angebot zu bereichern. Die Einnahmen würden für Organisation, Räume und Durchführung benötigt. »I don’t earn money«, sagte Farber.
BackstageClassical hatte mehrere angekündigte Teilnehmer aus Opernhäusern nach ihrer Rolle bei der Veranstaltung gefragt. Dabei erklärten unter anderem Evamaria Wieser von den Salzburger Festspielen, Boris Ignatov von der Staatsoper Stuttgart und Dominik Licht von den Osterfestspielen Salzburg, dass ihnen die Höhe der Teilnahmegebühr bei ihrer Zusage nicht bekannt gewesen sei.
Nach den Anfragen zog Peter Heilker, designierter Intendant der Oper Leipzig, seine geplante Teilnahme zurück. Er sollte beim Opera Lab eine Keynote halten. Sein Büro teilte mit, Heilker habe sich mit Blick auf seine künftige Intendantentätigkeit entschieden, die Rede nicht zu halten und seine externen Verpflichtungen entsprechend zu fokussieren.
Auch Malte Puls, Operndirektor der Volksoper Wien, sagte seine Teilnahme an einem Diskussionspanel ab. Die Teilnahmegebühr sei ihm zuvor nicht bekannt gewesen, erklärte Puls gegenüber BackstageClassical. Er wolle deutlich machen, »dass weder ich noch die Volksoper irgendeine Art von Zugang zu Engagements oder Möglichkeiten zu Vorsingen über externe oder gewerbliche Kanäle gewähren oder den Anschein dazu erwecken wollen«.
DIE KRITIK: Macbeth in Hamburg
2026/09/13
Die Hamburgische Staatsoper verspricht mit Tobias Kratzers neuem »Macbeth« einen finsteren Machtkrimi. Auf der Bühne wird daraus eine royale Telenovela im Teppichboden-Wohnzimmer. Und im Graben? Verdi mit Friesennerz und einer Portion hanseatischer »Italjanitah«.
Guten Morgen Max Emanuel Cenčić
2026/08/30
Am 4. September beginnt Bayreuth Barock. Intendant und Sänger Max Emanuel Cenčić über Händel, Sex, Macht und das Glück des Leidens.
Kaum ist Wagner in Bayreuth verklungen, geht es weiter: Am 4. September beginnt Bayreuth Baroque – und der Intendant will zeigen, dass Barockoper sehr viel mehr mit unserer Gegenwart zu tun hat, als mancher glaubt.
Guten Morgen, Bayreuth!
2026/08/01
Die 150. Bayreuther Festspiele sind mit einer spannungsreichen ersten Woche gestartet, die gleichermaßen durch technologische Experimente und die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte geprägt war. Peter Huth, ehemaliger Chefredakteur der Welt am Sonntag und Kommunikationschef von Axel Springer besprechen die erste Festspielwoche im Podcast von BackstageClassical. Auch Nathalie Stutzmann, Michel Friedman oder Katharina Wagner kommen zu Wort.
Guten Morgen, Wolfgang Rathert!
2026/07/28
In der anhaltenden Diskussion um das Erbe und die NS-Vergangenheit des Dirigenten Herbert von Karajan plädiert der Musikwissenschaftler Wolfgang Rathert im Podcast von BackstageClassical für eine radikale Entmythologisierung.
In seinem neuen Buch „Macht, Ohnmacht, Vermächtnis“ unternimmt Rathert den Versuch, die oft hochemotional geführte Debatte auf eine sachliche, quellenbasierte Ebene zurückzuführen. Karajan habe, so die zentrale These, einen „mephistophelischen Pakt“ mit der politischen Macht geschlossen, um seine Karriere mit rücksichtsloser Konsequenz voranzutreiben.
Guten Morgen, Katharina Wagner!
2026/07/16
Kurz vor der Eröffnung der Jubiläumsspielzeit zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele hat Intendantin Katharina Wagner die Bedeutung einer kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Hauses betont. Das Jubiläum sei nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Moment des aktiven Gedenkens und Reflektierens, sagt sie im Podcast des Klassik-Magazins BackstageClassical. Gleichzeitig blickt die Festspielleitung mit Sorge auf die wirtschaftliche Lage, da steigende Kosten und eine schwierige Sponsorenakquise den Grünen Hügel unter Druck setzen.
Good morning, Benjamin Bernheim!
2026/07/05
Tenor Benjamin Bernheim takes aim at the classical music industry: too many blind dates when it comes to new productions, too much power in the hands of directors, and too much panic about losing relevance. In a conversation with BackstageClassical, he calls for new ways of working, greater honesty, and the courage to accept opera for what it is: a valuable niche art form.
Why less can also mean better — and why, in the end, only quality and authenticity matter.
»Mehr Ernsthaftigkeit wagen«
2026/06/25
Die Sommerlichen Musiktage Hitzacker setzen auf radikale Ehrlichkeit statt auf Klischees. Intendant Oliver Wille kritisiert oberflächliches Jugendmarketing und fordert mehr Sensibilität im Umgang mit Machtmissbrauch.
Mit dem Motto »Von wegen Papa Haydn« rücken die 81. Sommerlichen Musiktage Hitzacker (25. Juli bis 2. August) Joseph Haydn als revolutionären Erfinder in das Zentrum ihres Programms. Intendant Oliver Wille will das Festival nutzen, um die »unmittelbare Kraft« und den intelligenten Humor des Komponisten neu zu beleuchten.
In der Debatte um ein jüngeres Publikum warnt Wille im BackstageCLassical-Podcast vor einer bloßen Anbiederung durch Lifestyle-Themen, während er im Fall des Dirigenten John Eliot Gardiner zu einer neuen Sensibilität mahnt, aber vor pauschalen Vorverurteilungen warnt.
Guten Morgen, Yoel Gamzou!
2026/06/18
Klare Worte und große Ambitionen: Yoel Gamzou tritt sein Amt als Generalmusikdirektor der Polnischen Nationaloper an. Gemeinsam mit Intendant Boris Kudlička will er das Haus grundlegend erneuern – mit mehr Gegenwartsbezug und künstlerischem Risiko.
Guten Morgen Hein Mulders!
2026/06/11
Nach einer 15-jährigen Sanierungsodyssee und Kosten von rund 1,5 Milliarden Euro bereitet sich die Kölner Oper auf ihre Rückkehr zum Offenbachplatz vor: Die Sanierungen sind abgeschlossen, die neue Saison findet im frisch renovierten Haus statt. Doch hinter dem Glanz der neuen Spielstätten verbirgt sich ein existenzieller Konflikt: Intendant Hein Mulders erklärt im Podcast von Backstage Classical , warum sich eine Stadtgesellschaft Kultur leisten sollte – und warum massive Einsparungen im Laufenden Betrieb gefährlich wären.
Dieser Podcast wird unterstütz von: www.future-demand.com/backstage
Die Orchester der Zukunft
2026/06/05
Mehr Vielfalt in den Programmen, gezielter KI-Einsatz im Marketing und neue Ausbildungsmodelle: Beim Podcast „Takt und taktlos“ haben Branchenvertreter am Rande des Deutschen Orchestertages zentrale Zukunftsfragen des Musikbetriebs diskutiert.
Marlene Brüggen, Leiterin der künstlerischen Planung beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (DSO), zog eine positive Bilanz der Initiative „Kein Konzert ohne Komponistin“. Trotz teils heftiger Kritik in sozialen Netzwerken habe das Orchester die höchste Auslastung seiner Geschichte erreicht. Repräsentation sei jedoch nur ein erster Schritt, betonte Brüggen. Projekte wie „Composing While Black“ und die kommende Saison unter dem Motto „Ach Mensch“ zielten auf eine stärkere intersektionale Vielfalt und gesellschaftliche Reflexion.
Anselm Rose, Geschäftsführer der Rundfunk-Orchester und -Chöre Berlin (ROC), sieht in der Digitalisierung eine strategische Notwendigkeit. Derzeit entwickle man ein KI-gestütztes System zur gezielteren Ticketvermarktung. Mithilfe von „Taste Clustern“ sollen neue Publikumsschichten erschlossen werden, die über klassische Abonnements kaum erreichbar sind. Die künstlerische Entscheidungshoheit bleibe jedoch ausdrücklich beim Menschen.
Andrea Tober, Rektorin der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, verwies auf einen Wandel in den Berufsvorstellungen junger Musiker. Starre Orchesterstellen verlören an Attraktivität, während flexible „Patchwork“-Karrieren an Bedeutung gewännen. Ausbildungsinstitutionen müssten darauf reagieren und Exzellenz neu definieren – über technische Perfektion hinaus.
Einigkeit bestand darin, dass programmatische Öffnung, datenbasiertes Marketing und flexiblere Strukturen entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Musikbetriebs sind.
Guten Morgen, Hans Werner Henze!
2026/05/28
Mit einer Badehose fing alles an: Axel Brüggemann erinnert sich in einer Sonderausgabe des BackstageClassical-Podcasts an eine ungewöhnliche Begegnung mit dem Komponisten Hans Werner Henze. Anlass ist der 100. Geburtstag des Musikers am 1. Juli.
Das Treffen fand auf Henzes Anwesen im italienischen Marino bei Rom statt, gegenüber der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo. Brüggemann, damals noch am Beginn seiner journalistischen Laufbahn, wurde am Morgen seines Interviewtermins von einem Anruf geweckt. »Henze hier! Herr Brüggemann, haben Sie eine Badehose mit?«, habe der Komponist gefragt. Als Brüggemann verneinte, erklärte Henze ihm, dass man auch ohne Badebekleidung bei ihm schwimmen könne. Wenig später ließ er den Journalisten von einem Chauffeur abholen. Während des eintägigen Gesprächs hat Henze mit Sommerhut am Pool gesessen, während ihm sein Freund Fausto die Füße massierte.
Das Feature basiert auf Originalaufnahmen dieser Begegnung und zeichnet ein vielschichtiges Porträt des Komponisten. Henze spricht darin über seine bewusst unkonventionelle Position in der Musikwelt. Den strengen Dogmen der Darmstädter Schule oder den ästhetischen Vorgaben in Donaueschingen habe er sich stets entzogen. Stattdessen betonte er seine »lebendige und permanente Beziehung zu der Kunst der vergangenen Jahrhunderte« und bekannte sich offen zu Vorbildern wie Mozart und Bach.