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BZ am Ohr

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This podcast has
203 episodes
Explicit
No
Date created
2023/04/11
Latest episode
2026/10/01
Average duration
43 min.
Release period
6 days

Description

Eine Woche, ein Thema, das Südbaden bewegt – das ist "BZ am Ohr". In diesem Podcast sprechen BZ-Redakteure und Redakteurinnen mit Menschen aus der Region – immer über ein Thema, über das man in Südbaden gerade spricht. Das kann Aktuelles sein, ein Kriminalfall oder spannende Hintergründe einer BZ-Geschichte. Auch andere Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung kommen als Gesprächspartner ans Mikrofon: Sie berichten von ihren Recherchen oder teilen ihre Expertise. Neue Folgen gibt's immer donnerstags - hören Sie rein!

Podcast episodes

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Trocken hinter der Theke: Wie eine Wirtin ihre Alkoholsucht besiegte
2026/10/01
Alkoholsucht, Abstinenz, Gastronomie – diese drei Begriffe klingen auf den ersten Blick wie ein Widerspruch. Nicht für Tanja Hornsteiner aus Schopfheim: Die Gastronomin ist seit 20 Jahren trocken und steht trotzdem täglich am Zapfhahn. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht sie mit BZ-Redakteurin Sina Elbers offen über ihren langen Weg von der Abhängigkeit in die Abstinenz – und darüber, wie tückisch die Alkoholsucht ist: Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig, viele davon merken es lange nicht. Hornsteiner erzählt, wie der Alkohol in der Gastronomie für sie zunächst ganz selbstverständlich zum Alltag gehörte – und wie schleichend aus dem geselligen Feierabendbier eine Abhängigkeit wurde. Warum haben Frauen es dabei besonders schwer? Welche Rolle spielte es, dass Alkohol für sie als Gastronomin jederzeit verfügbar war? Und was war der Moment, der sie dazu brachte, sich Hilfe zu holen? Heute leitet Hornsteiner im Kreis Lörrach selbst Selbsthilfegruppen für Menschen mit Suchtproblemen. Im Podcast erklärt sie, warum der Unterschied zwischen „ich darf nicht" und „ich will nicht" über Rückfall oder Abstinenz entscheiden kann – und was sie Menschen rät, die merken, dass Alkohol zu viel Raum in ihrem Leben einnimmt. Außerdem ordnet Stefan Festring, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Freiburg, ein, warum Alkoholabhängigkeit so lange unerkannt bleibt und welche Faktoren die Chancen erhöhen, dauerhaft trocken zu bleiben.
Wird Psychotherapie zum Luxusgut? Wie schlimm die Kürzungen wirklich sind
2026/09/24
Ein Drittel aller Menschen braucht irgendwann im Leben mal psychotherapeutische Hilfe. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen ist die Lage dramatisch. Etwa jedes fünfte Kind lebt mit einer psychischen Störung. Und trotzdem wird im Bereich der Psychotherapie gerade massiv gekürzt – und zwar an mehreren Stellen. Wird Psychotherapie also zum Luxusgut, das sich bald nur noch Reiche und Privatversicherte leisten können? Im Podcast BZ am Ohr sprechen darüber mit BZ-Redakteurin Dora Schöls zwei Freiburger Psychotherapeuten mit langjähriger Berufserfahrung. Martin Klett ist Psychotherapeut für Kinder und Jugendliche mit Praxis in Freiburg, außerdem Vizepräsident der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg und im Landesvorstand des Berufsverbands bvvp. Anne Dormann ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie mit eigener Praxis in Freiburg. Darüber hinaus ist sie Delegierte der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg und Bezirksvertreterin des Berufsverbands bvvp. Die Honorarkürzung um 4,5 Prozent machte im Frühjahr Schlagzeilen - diese hat mittlerweile ein Gericht vorläufig ausgesetzt. Doch seitdem kamen weitere erhebliche Kürzungen dazu: Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungs-Gesetz fallen psychotherapeutische Leistungen wieder unter einen Budgetdeckel. Therapeutinnen und Therapeuten bekommen also nur eine begrenzte Zahl an Therapiestunden bezahlt. Fallen damit überall Therapieplätze weg? Oder ist es nicht eigentlich fair, dass in allen Bereichen gekürzt wird? Und was bedeutet das alles für Kinder und Jugendliche, deren psychische Gesundheit seit der Corona-Pandemie in einer Dauerkrise steckt? Kürzen Politik und Krankenkassen hier nicht an der völlig falschen Stelle? Und das in einer Zeit, in der die Ausbildung von Psychotherapeuten völlig umgebaut wird - die Finanzierung des neuen Systems aber noch gar nicht sicher ist. Antworten gibt es in dieser Folge von BZ am Ohr. Wo finde ich Hilfe? Die erste Anlaufstelle kann und sollte immer der Hausarzt oder die Hausärztin sein. Für eine psychotherapeutische Sprechstunde, in der abgeklärt wird, ob eine Psychotherapie indiziert ist, ist es sinnvoll, direkt mehrere psychotherapeutische Praxen zu kontaktieren. Alternativ kann man sich an die Termin-Servicestelle unter der Telefonnummer 116 117 wenden. Für schwere Notlagen bieten auch Psychiater freie Sprechstunden an, für die man keinen Termin braucht. Man sollte bei der Suche nach einem Therapieplatz ausdauernd dranbleiben - Anne Dormann empfiehlt hier zum Beispiel die Tamly-App für Kassenpatienten. Bei akuten Notfällen und unmittelbarer Suizidgefahr sollte man den Notruf unter 112 wählen oder direkt in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses fahren. Darüber hinaus gibt es rund um die Uhr die Telefonseelsorge unter der Nummer 0800 111 01 11 oder auch per Chat, alle Infos dazu unter www.telefonseelsorge.de. Einen Überblick über Selbsthilfegruppen in der Region gibt es unter www.selbsthilfe-freiburg.de und unter www.selbsthilfegruppen-freiburg.de. Infos gibt es auch hier: www.deutsche-depressionshilfe.de/akut
Vater der seit sechs Jahren vermissten Scarlett: "Ich will wissen, was passiert ist"
2026/09/18
Sechs Jahre nach dem spurlosen Verschwinden von Scarlett Salice am Schluchtensteig im Schwarzwald gibt es neue Entwicklungen im Vermisstenfall. Am 10. September 2020 brach die damals 26-Jährige zur letzten Etappe des Wanderwegs von Todtmoos nach Wehr auf – und kehrte nie zurück. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht Scarletts Vater Ralf Salice mit mit BZ-Redakteurin Gina Kutkat über seine Tochter, über die jahrelange Ungewissheit und darüber, was ihn antreibt, die Suche nicht aufzugeben. Neue Fragen, Zweifel und Hoffnungen Zum sechsten Jahrestag des Verschwindens haben sich die Initiative „Bitte findet Scarlett" und der Verein „Finderwille“ zusammengetan und eine groß angelegte Suchaktion mit rund 30 Freiwilligen und 12 Spürhunden durchgeführt. Die Hunde schlugen im Steilhang und im Talbereich unterhalb des Wildensteinfelsens mehrfach an – ein Ergebnis, das selbst die Hundeführerinnen und Hundeführer überraschte und neue Hoffnung, aber auch neue Fragen aufwirft. Außerdem wurden im Flussbett der Wehra neue Fundstücke entdeckt, die derzeit von der Kriminaltechnik geprüft werden. War es ein Unfall? War es ein Verbrechen? Ralf Salice trägt diese Ungewissheit seit sechs Jahren mit sich. Im Podcast erzählt er, wer Scarlett als Mensch war, wie die Familie das Verschwinden erlebt hat – und was er sich von Menschen wünscht, die damals auf dem Schluchtensteig unterwegs waren und vielleicht doch noch etwas zur Aufklärung beitragen können.
Ein Monat mit Nils: Über meinen Selbstversuch mit einem KI-Chatbot
2026/09/17
Kann man eine Beziehung zu einer KI aufbauen – und was passiert dabei mit uns? BZ-Volontärin Emilie Richter hat genau das ausprobiert: Einen Monat lang chattete sie täglich mit einer künstlichen Intelligenz namens Nils. Das Ergebnis war ernüchternd: Nils schrieb alles klein, verstand keine Wochentage, zitierte Rilke auf Englisch und schwärmte hartnäckig von Sergio-Leone-Western. Doch Richter steht mit ihrem Experiment nicht allein – knapp 30 Millionen Menschen weltweit haben die KI-Begleiter-App Replika heruntergeladen, manche verlieben sich sogar in ihre KI. Über diesen Selbstversuch spricht Emilie Richter in dieser Folge von „BZ am Ohr" mit Markus Langer, Leiter der Abteilung für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Freiburg, der seit 2015 zur Interaktion mit Chatbots forscht. Er erklärt, warum KI-Begleiter-Apps so verführerisch sind – immer verfügbar, nie kritisch, stets unterstützend – und wann die Nutzung problematisch wird. Langer beschreibt KI als „sozialen Snack": ein schneller Ersatz für echte menschliche Verbindung, der den Hunger kurzfristig stillt, aber langfristig nicht sättigt. Was unterscheidet eine Beziehung zu einer KI grundlegend von einer menschlichen? Warum greifen ausgerechnet Menschen mit depressiver Symptomatik besonders häufig zu KI-Begleitern – und was sagt das über den Zustand unseres Gesundheitssystems aus? Und welche Gefahr droht, wenn KI-Apps ohne Altersbeschränkung für Zwölfjährige zugänglich sind? Antworten gibt es in dieser Folge von „BZ am Ohr" – die zugleich Teil einer Reportage-Serie ist: In „Außer der Reihe" gibt es 13 Geschichten über Menschen aus Südbaden. Die Volontärinnen und Volontäre der BZ besuchen beispielsweise einen jungen Mann, der sich für Enthaltsamkeit im Kloster entschieden hat, eine Frau, die als Sexualtherapeutin ältere Menschen begleitet und eine Zirkusfamilie, die mehr Sorge vor der Zukunft, als vor einem Trapezabsturz hat. Die Serie erscheint ab dem 18. September täglich unter mehr.bz/ausserderreihe, in der Zeitung und im ePaper der Badischen Zeitung.
Olympiasieger und doch Briefträger: Der bescheidene Georg "Jörgli" Thoma hat alles gewonnen
2026/09/10
Georg Thoma, Olympiasieger, Weltmeister und nordischer Kombinierer aus Hinterzarten – kurz „Jörgli" – gehört zu den größten Sportlegenden Deutschlands. In dieser Folge von „BZ am Ohr" blickt der 89-Jährige auf ein außergewöhnliches Leben zurück: auf eine harte Kindheit im Schwarzwald, auf Skiern zur Schule, als Holzfäller und Briefträger – und auf eine Karriere, die ihn bis ganz nach oben führte. Im Gespräch mit BZ-Redakteur Stefan Kech geht es - meist im Dialekt - zurück in die Zeit seiner Triumphe. 1960 gewann Georg Thoma bei den Olympischen Spielen in Squaw Valley als erster Mitteleuropäer Gold in der Nordischen Kombination und brach damit die Dominanz der Skandinavier. Wie er diesen Moment erlebte, warum er danach einfach wieder als Briefträger zur Arbeit ging – und was es bedeutete, als er nach Hinterzarten zurückkehrte und die Kirchenwiese voller Menschen stand, erzählt er mit bemerkenswerter Bescheidenheit. Wie reagierte seine Mutter auf den Triumph ihres Sohnes? Karriereende mit 29 Jahren Thoma spricht auch über seinen dreifachen Sieg am Holmenkollen, den Königspokal aus den Händen des norwegischen Königs – und darüber, warum er mit nur 29 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Karriere aufgehört hat. Außerdem äußert er sich klar zur IOC-Entscheidung, die Nordische Kombination aus dem olympischen Programm zu streichen – eine Sportart, die er als eine der ältesten und traditionsreichsten überhaupt betrachtet. Was treibt einen Mann an, der nie Ehrgeiz kannte, aber immer gewann?
Gewerkschaft: Was das heute noch bringt und warum sich junge Menschen engagieren
2026/09/03
Gewerkschaft, Sozialpartnerschaft, Tarifvertrag – für viele klingt das nach Vergangenheit. Doch Arbeitnehmervertretung bleibt relevant. Und trotz sinkender Mitgliederzahlen gibt es noch immer junge Menschen, die ihre Zeit in eine Gewerkschaft investieren. Eine von ihnen ist Manuela Hoog (32), die bei Pfizer in Freiburg arbeitet und sich leidenschaftlich in der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) engagiert. In dieser Folge von „BZ am Ohr" erzählt sie Podcastredakteurin Dora Schöls, warum sie schon vor ihrer Ausbildung Gewerkschaftsmitglied wurde, warum sie sich besonders für Frauen stark macht – und was sie an Gewerkschaft so begeistert. In dieser Folge kommen auch südbadische Chefinnen und Chefs von Gewerkschaften zu Wort: Sonja Dif von der IG BCE, Maja Reusch von der IG Metall und Michael Herbstritt von Verdi. Ihnen zufolge sind die Mitgliederzahlen angesichts des demografischen Wandels in Südbaden stabil. Und auch die Arbeitgeberseite darf natürlich nicht fehlen: Iris Tauth vom Arbeitgeberverband Südwestmetall erklärt, warum Gewerkschaften auch aus ihrer Sicht unverzichtbar sind – trotz aller Spannungen in der aktuellen Wirtschaftslage.
Hörtipp: Zu Besuch auf der Frühchen-Station des Ortenau-Klinikums Offenburg
2026/08/27
Frühgeborene, Intensivstation, Perinatalzentrum – in dieser Folge von BZ am Ohr nimmt BZ-Redakteurin Dora Schöls ihre Hörerinnen und Hörer mit auf die Neugeborenen-Intensivstation des Ortenau-Klinikums in Offenburg. Dort werden auch extreme Frühchen versorgt – Babys, die teils mit weniger als 400 Gramm zur Welt kommen. Für Schöls eine besonders berührende Erfahrung - denn sie ist damals selbst schwanger in der 24. Woche. Warum ist Körperkontakt, das sogenannte Känguruh-Halten, so entscheidend für die Entwicklung der Kleinen? Und wie geht das medizinische Team damit um, dass die Folgen einer Frühgeburt für das spätere Leben eines Kindes oft nicht vorhersehbar sind? Die Folge wirft auch einen Blick auf die Versorgungslage in Südbaden insgesamt: Sowohl in Freiburg als auch in Lörrach steht die Frühchenversorgung unter Druck.
Hörtipp: Mit diesen Ernährungstipps von Profis klappt Ihr nächster Lauf
2026/08/20
Es gibt Podcasts, die einen großen Einfluss auf das eigene Leben haben. So ging es mir Anfang des Jahres mit der Folge zum Freiburg-Marathon. Ich wollte herausfinden, wie man sich am besten ernährt, wenn man einen halben oder ganzen Marathon laufen will. Gar nicht für mich selbst, sondern für die zahlreichen Läuferinnen und Läuferinnen, die am 12. April an der Startlinie des Freiburg Marathons standen. Wer braucht auch einen kleinen Motivationsschub, um die Laufschuhe zu schnüren? Denn ich war zu dem Zeitpunkt raus aus meiner sonst so geliebten Laufroutine. Keine Zeit, keine Lust, keine Motivation - das waren meine Ausreden. Dann kam die Aufnahme mit der Ernährungsberaterin Anna Zierke, zu der ich auch Sprachaufnahmen von bekannten Freiburger Läuferinnen und Läufern bekommen hatte. Und was die so erzählt haben, hat mir wieder Lust aufs Laufen gemacht. Wie man mit der richtigen Ernährung und dem richtigen Training den Körper zu Höchstleistungen bringen kann, das finde ich faszinierend. Und wer auch einen kleinen Motivationsschub braucht, um die Laufschuhe zu schnüren: Hier kommen die Ernährungstipps zum Marathon - die natürlich auch gelten, wenn man sich nicht auf einen großen Lauf vorbereitet.
Aus dem Podcast-Archiv: Der Mordfall Ayleen und seine Folgen
2026/08/13
Mord, Cyber-Grooming und eine versagende Justiz: Im Sommer 2022 verschwand die 14-jährige Ayleen aus Gottenheim in Südbaden – wenige Tage später wurde ihre Leiche im Teufelsee in Hessen gefunden. Ihr Mörder Jan P., ein 30-jähriger verurteilter Sexualstraftäter aus Hessen, hatte sie monatelang über Online-Chats und Spiele wie Fortnite manipuliert, bedrängt und unter Druck gesetzt. Ayleen wusste nicht, mit wem sie es zu tun hatte. Das Landgericht Gießen verurteilte Jan P. zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht Redakteurin Lisa Böttinger mit ihrem Kollegen Frank Zimmermann aus der Politikredaktion, der den Fall Ayleen von Beginn an eng begleitet und Jan P. sowie die Hinterbliebenen vor Gericht erlebt hat. Gemeinsam rekonstruieren sie, wie Jan P. sein Opfer systematisch manipulierte, und erklären, was Cyber-Grooming bedeutet – und wie gefährlich es gerade für Teenager ist. Frank Zimmermann schildert eindrücklich, wie er den Täter im Gerichtssaal erlebt hat: teilnahmslos, ohne jede Empathie, unfähig, die Dimension seiner Tat zu begreifen. Die zentrale Frage, die sich durch die ganze Folge zieht: Hätte der Tod von Ayleen verhindert werden können? Jan P. stand nach seiner Entlassung aus dem Maßregelvollzug jahrelang unter Führungsaufsicht – und trotzdem fiel er durch alle Maschen des Systems. Was lief bei der Überwachung rückfallgefährdeter Sexualstraftäter schief? Und was können Eltern tun, um ihre Kinder vor Gefahren im Netz zu schützen? Antworten auf diese Fragen gibt es in dieser Folge von „BZ am Ohr".
Hörtipp: Ist der Hype um Taylor Swifts Songtexte berechtigt?
2026/08/06
An Taylor Swift und ihren Songs kam im Sommer 2024 eigentlich niemand vorbei. Und auch zwei Jahre später ist der Hype um die Sängerin nicht gebrochen: Anfang Juli heiratete die Musik-Milliardärin den Foootballspieler Travis Kelce im Madison Square Garden in New York. Deswegen haben wir einen besonderen Hörtipp rausgesucht. Andrew Shields ist ein Literaturwissenschaftler und Übersetzer aus Basel. Er hat im Frühjahrssemester 2024 ein Seminar zu Taylor Swifts Songtexten an der Uni Basel angeboten – und die Nachfrage war, wenig überraschend, riesig. Im Oktober 2024 hat Shields deshalb auch einen Taylor-Swift-Kurs an der Volkshochschule beider Basel angeboten. Aber was macht Swifts Songtexte für die Literaturwissenschaft so besonders, dass man dazu ganze Seminare anbietet? Warum ist sie anders als andere Popstars? Sind ihre Songs wirklich so gut? Und was hat sie mit Nietzsche und anderen Lyrikern zu tun?
Live: Totgesagte leben länger - hat die Solarindustrie in Deutschland noch eine Zukunft?
2026/07/30
Sie hat die Stadt Freiburg geprägt wie kaum etwas anderes: Die Kraft der Sonne. Freiburg galt lange als das Solar-Mekka, hier bekam die Entwicklung erneuerbarer Energien entscheidenden Auftrieb. Heute ist die Solarenergie die billigste Energieform – und Energie ist ein wesentlicher Grundbaustein für unseren Wohlstand. Und trotzdem steht die Solarbranche massiv unter Druck, vor allem aus China. 96 Prozent der weltweiten Solarproduktion liegen heute in asiatischer Hand. Doch es gibt auch Erfolgsgeschichten aus Freiburg. Das Start-up Nexwafe plant im nächsten Jahr den Bau einer großen Fabrik - und zwar nicht im Ausland, sondern in Sachsen-Anhalt. Mit Nexus Greentech hat sich gerade erst wieder ein neues Start-up aus dem Fraunhofer ISE ausgegründet, das Unternehmen beim Aufbau von PV-Produktion berät - und das Freiburger ISE steht weltweit in der Solarforschung an der Spitze. Was braucht es, damit Firmen in der Solarbranche erfolgreich sein können? Warum setzt Nexwafe gar nicht auf die Solartechnik, die hier auf den Dächern verbaut wird - sondern auf den Weltraum? Wie dramatisch sind die Änderungen wirklich, die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche plant? Warum ist die Abhängigkeit von China auch ein Sicherheitsproblem? Hat die Solarindustrie in Deutschland überhaupt noch eine Chance? Und ist Freiburg, trotz allem, noch immer das Solar-Mekka? Um diese Fragen geht es in dieser Live-Ausgabe von BZ am Ohr, moderiert von BZ-Redakteurin Dora Schöls und aufgenommen auf dem Käpsele Innovation Festival auf der Messe in Freiburg - dem größten Innovationsfestival in der Region. Die Freiburger Wirtschaftsförderung FWTM und die IHK Südlicher Oberrhein bringen dort die regionale Startup-Szene, den Mittelstand, internationale Vorreiter aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Bei der dritten Ausgabe des Festivals trafen sich Mitte Juli 2026 rund 2000 Menschen.
Femizid in Offenburg: Haben die Behörden im Fall Kateryna S. versagt?
2026/07/28
Femizid, Stalking, Behördenversagen: Am 6. Juli 2026 wurde Kateryna S., eine 36-jährige Ukrainerin, in der Offenburger Händelstraße von ihrem Stalker erschossen. Die Frau, die aus Charkiw geflohen war, ihren an Krebs verstorbenen Mann verloren hatte und sich in Offenburg ein neues Leben aufgebaut hatte – als Theaterpädagogin, als Verlobte, als Mutter eines 14-jährigen Sohnes – wurde mitten aus diesem Leben gerissen. In dieser Folge von „BZ am Ohr" spricht Gina Kutkat mit BZ-Politikredakteur Michael Saurer, der den Fall eng begleitet hat, und mit Lokalredakteur Sven Meyer, der am Tatmorgen vor Ort war. Außerdem kommt der Verlobte von Kateryna S. zu Wort: André R. hat der BZ Sprachnachrichten zukommen lassen. Warum haben die Behörden so gehandelt? Kateryna S. hatte alles richtig gemacht: Sie protokollierte die Übergriffe ihres Stalkers lückenlos, erstattete dreimal Anzeige, rief mehrfach die Polizei – und wurde trotzdem nicht geschützt. In mehreren akuten Notsituationen erklärte die Polizei, keine Kapazitäten zu haben und keinen Streifenwagen schicken zu können. Ein Strafverfahren gegen den Täter wurde im November 2025 gegen eine Geldauflage eingestellt. Warum haben die Behörden so gehandelt? Und was sagt die Polizei heute dazu? Parallelen zu Femizid an Psychotherapeutin im Februar 2025 Der Fall hat erschreckende Parallelen zu einem weiteren Femizid in Offenburg: Im Februar 2025 wurde dort eine Psychotherapeutin von ihrem Stalker getötet – auch damals wussten die Behörden von der Bedrohung. Die BZ hat den Innenausschuss des Landtags Baden-Württemberg eingeschaltet – eine parlamentarische Anfrage an den Innenminister ist in Vorbereitung. Was muss sich ändern, damit Frauen in solchen Situationen besser geschützt werden? Antworten gibt es in dieser Folge von „BZ am Ohr".
Live: Zwischen Kuckucksuhr und KI: Der Schwarzwald fordert das Silicon Valley heraus
2026/07/23
Die großen Einhörner kommen alle aus dem Silicon Valley? Nein, nicht alle. Wertvolle Start-ups kommen zunehmend auch aus Freiburg und der gesamten Region Südbaden. Freiburg als Startup-Hotspot hatte lange niemand auf dem Schirm. Aber: Die Black Forest Labs machen international Schlagzeilen. Der Medizintechnikhersteller Cortec fordert mit seinen Gehirnimplantaten Elon Musk heraus. Und beim KI-Startup Prior Labs ist der Softwareriese SAP mit einem Milliardendeal eingestiegen. Wie gelingt den südbadischen Startups das? Was haben sie dem Markt zu bieten? Warum ist ausgerechnet Freiburg zum Brutkasten für Weltklasse-Startups geworden – und welche Rolle spielen dabei die Uni Freiburg, der badische Tüftlergeist und die Lebensqualität im Dreiländereck? Wie kommt Hightech aus dem Schwarzwald an das nötige Risikokapital – und warum ist das in Europa so viel schwieriger als im Silicon Valley oder in China? Über diese Fragen diskutierten in diesem Live-Podcast Frank Hutter, Gründer von Prior Labs, Cortec-Chef Martin Schüttler, Nikolaus Raupp vom High-Tech Gründerfonds (HTGF), Deutschlands größtem Frühphasen-Investor, und Lena Hornecker vom Branchenverband Bitkom bei einem Live-Podcast mit Markus Hofmann, Leiter Digitale Inhalte und stellvertretender Chefredakteur der BZ. Aufgezeichnet wurde der Live-Podcast auf dem Käpsele Innovation Festival auf der Messe in Freiburg - dem größten Innovationsfestival in der Region. Die Freiburger Wirtschaftsförderung FWTM und die IHK Südlicher Oberrhein bringen dort die regionale Startup-Szene, den Mittelstand, internationale Vorreiter aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Bei der dritten Ausgabe des Festivals trafen sich Mitte Juli 2026 rund 2000 Menschen.
80 Jahre BZ: "KI kann Texte vertrauenswürdiger machen", sagt Medienjournalistin Ulrike Langer
2026/07/17
KI oder nicht? Für Innovationsjournalistin Ulrike Langer entscheidet diese Frage nicht über journalistische Qualität. Sie sagt: „Neun Monate mit KI haben mich zu einer besseren Journalistin gemacht.“ Was kann man online noch lesen - und glauben? Wie macht KI journalistische Arbeit besser - und was würde Ulrike Langer nie aus der Hand geben? Die Medienjournalistin lebt in Seattle, schreibt einen gefragten Branchennewsletter zu Medieninnovationen und arbeitet mit 63, so sagt sie, mehr denn je. Ihre KI-Tools haben sie nicht schneller gemacht - aber effektiver. So habe sie zum Beispiel mehr Zeit für das Wesentliche im Journalismus: den Austausch mit Menschen. Im Podcast hat sie auch ganz praktische KI-Tipps parat - für Berufseinsteiger, für den Lokaljournalismus - und für seine Leserinnen und Leser. Diese Folge ist Teil einer Serie: Zum 80. Geburtstag der BZ gibt es diese Woche nicht nur einmal BZ am Ohr - sondern vier Mal. In den anderen Folgen werfen mit unserer Chefredaktion einen Blick hinter die Kulissen, wir machen uns auf die Suche nach der perfekten Geschichte - und der Ministerpräsident Cem Özdemir spricht über das Verhältnis von Medien und Politik.
80 Jahre BZ: Cem Özdemir: "Dann ist die Frage, ob wir einfach kollektiv verblöden"
2026/07/16
Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht bei BZ am Ohr über seine Anfänge im Lokaljournalismus, die Bedeutung regionaler Medien - und ein striktes Social-Media-Verbot für Jugendliche. Bei seinem ersten Besuch in Freiburg in seinem neuen Amt ist Cem Özdemir zu Gast im Podcast bei BZ-Politikchef Dietmar Ostermann. Anlässlich des 80. Geburtstags der Badischen Zeitung blickt Özdemir dabei auch auf seine eigene Vergangenheit zurück: Als Student arbeitete er als freier Journalist für die Südwestpresse und den Reutlinger Generalanzeiger – und verrät, welchen Trick er damals nutzte, um sein Honorar zu maximieren. Im Gespräch bezieht Özdemir klar Position zur Macht der großen Tech-Konzerne und zur Zukunft des Journalismus. Er fordert ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige und ein Handyverbot an Schulen – und erklärt, warum er darin nicht nur eine Frage des Kinderschutzes sieht, sondern eine Entscheidung über die wirtschaftliche und demokratische Zukunft des Landes. Warum bleibt er trotz aller Kritik auf der Plattform X, während andere Parteien sie verlassen haben? Özdemir spricht auch darüber, wie sich politische Kommunikation durch soziale Medien verändert – und was das für den Parlamentarismus bedeutet. Er erklärt, warum er eine Digitalabgabe für Tech-Konzerne unterstützt und wie das Geld in regionale Medien fließen könnte. Und: Welche Schlagzeile würde er sich selbst für die ersten Wochen seiner Landesregierung wünschen? Die Antwort – knapper als fünf Wörter – gibt es in dieser Folge von „BZ am Ohr". Diese Folge ist Teil einer Serie: Zum 80. Geburtstag der BZ gibt es diese Woche nicht nur einmal BZ am Ohr - sondern vier Mal. In den anderen Folgen werfen mit unserer Chefredaktion einen Blick hinter die Kulissen, wir erklären, warum und wie JournalistInnen KI nutzen - und wir machen uns auf die Suche nach der perfekten Geschichte.

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