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Weltunordnung

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Dieser Podcast hat
48 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2023/04/20
Neueste Episode
2026/09/24
Durchschnittsdauer
62 min.
Veröffentlichungsintervall
17 Tage

Beschreibung

Weltunordnung – der Podcast zu internationaler Politik der Rosa-Luxemburg-Stiftung Seien es heiße Kriege, die die Regeln der internationalen Politik unterminieren, Handelskriege, die die Grundlagen der kapitalistischen Globalisierung infrage stellen, oder ökologische Krisen, die unsere menschliche Fortexistenz bedrohen – die Weltordnung, die noch vor wenigen Jahren als stabil galt, gerät zunehmend ins Wanken. Doch was folgt daraus? Kehren wir zurück zum Recht des Stärkeren – oder eröffnet sich ein Möglichkeitsfenster für eine gerechtere Welt? «Weltunordnung» nimmt diese Fragen ernst – und blickt aus sozialistischer Perspektive auf internationale Politik. Alle zwei Wochen sprechen die Hosts Pauline Jäckels und Felix Jaitner mit Expert*innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik über Themen, die mal prominent in den Schlagzeilen stehen, mal jenseits medialer Aufmerksamkeit liegen – aber immer politisch relevant sind. Statt Alarmismus und schneller Empörung bietet der Podcast vertiefte Analysen: historisch fundiert, polit-ökonomisch durchdrungen und empathisch gegenüber solidarischen Perspektiven von unten. Ob geopolitische Machtverschiebungen, soziale Bewegungen oder globale Krisen – wir fragen: Was sind die Ursachen und Konstellationen? Wer handelt, wer leidet – und wer profitiert? Welche linken Antworten braucht es – hier und weltweit? Pauline Jäckels ist seit April 2025 Meinungsredakteurin bei der taz. Davor arbeitete sie zwei Jahre lang als Redakteurin für parlamentarische Berichterstattung für nd. Sie studierte Wirtschafts- und Politikwissenschaften im Bachelor und Internationale Beziehungen mit Fokus auf die MENA-Region im Master. Zu ihren Kernthemen gehören die deutsche Israelpolitik und Public Diplomacy. Felix Jaitner ist Senior Researcher beim Institute for Global Reconstitution (IGrec), einem Think Tank in Berlin. Er arbeitet zu Fragen internationaler Politik, Konfliktforschung und ungleicher Entwicklung. Feedback, Lob und Kritik erreichen uns unter [email protected].

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Wozu braucht der Kapitalismus die Aufrüstung, Kai Koddenbrock?
2026/09/24
Deutschland und Europa rüsten auf. Von ganz rechts bis tief ins linksliberale Lager hinein scheint man sich einig zu sein, dass diese Aufrüstung notwendig ist. Die gängigste Begründung dafür lautet, dass Putin die NATO angreifen werde und wir dieser Bedrohung schutzlos ausgeliefert seien, wenn wir nicht aufrüsten. Es hat eine Weile gedauert. Doch inzwischen entwickelt sich neben einer erstarkenden Antimilitarisierungs- und Antiwehrpflichtbewegung auch eine laut werdende theoretische linke Kritik dieser vermeintlichen Aufrüstungsnotwendigkeit. In dieser Folge von „Weltunordnung” spricht die Journalistin Pauline Jäckels mit dem politischen Ökonomen Kai Koddenbrock über die zentralen Argumentationsstränge einer linken Aufrüstungskritik. Sie sprechen darüber, ob es hier wirklich um Landesverteidigung geht oder ob hinter der Militarisierung wirtschaftliche Gründe stehen – und wenn ja, welche genau. Und darüber, was man dieser neuen deutschen Aufrüstungsaußenpolitik von links entgegensetzen kann. Kai Koddenbrock ist Professor für Internationale Beziehungen und Politische Ökonomie an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld. Seine Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von Politischer Ökonomie, Internationalen Beziehungen und Postkolonialer Theorie. In letzter Zeit hat er sich insbesondere mit der Frage beschäftigt, wie die Aufrüstung in Deutschland und Europa mit geopolitischen bzw. ökonomischen Entwicklungen zusammenhängt. Schreibt uns an: [email protected] Intro-Musik: Charles Bradley – The World (is going up in Flames)
Regiert KI bald die Welt, Aline Blankertz?
2026/09/10
Künstliche Intelligenz boomt. Laut einem Bericht der „New York Times” beruht das Wirtschaftswachstum in den USA zu fast zwei Dritteln auf Investitionen in diese Branche. Tech-Firmen kündigen in immer kürzeren Abständen gewaltige Investitionsvorhaben an. Doch viele dieser Unternehmen sind nicht einmal profitabel. Zwar treibt der KI-Boom die Aktienkurse dieser Unternehmen in ungeahnte Höhen, er verschlingt aber auch immer mehr Ressourcen und verschärft damit den Klimawandel. Auch in der internationalen Politik wird KI immer mehr zum Machtfaktor. Die USA und China konkurrieren im KI-Wettrennen auch um die Kontrolle technologischer Standards und schaffen damit neue Abhängigkeiten. Deutschland und die EU fallen dagegen zurück. In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Aline Blankertz über linke Perspektiven auf künstliche Intelligenz. Aline ist angewandte Ökonomin und Teil des digitalpolitischen Kollektivs Structural Integrity. Sie arbeitet seit vielen Jahren zu digitalen Märkten und hat zusammen mit Malte Engeler das kürzlich im Karl Dietz Verlag erschienene Buch „Digitale Solidarität“ veröffentlicht.
Welche fatale Rolle spielt der Westen in Afghanistan, Emran Feroz?
2026/07/30
Menschen, die sich an startende Flugzeuge klammern und in den Tod stürzen – diese Bilder aus Kabul haben sich ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Vor fünf Jahren zogen die USA und ihre Verbündeten aus Afghanistan ab. Und die Taliban, die endgültig zu besiegen das erklärte Ziel von 20 Jahren NATO-Krieg gewesen war, kehrten an die Macht zurück. Wie konnte ein Krieg, offiziell im Namen der Menschenrechte geführt, ausgerechnet die Kräfte stärken, gegen die er sich richtete? Darüber hat taz-Redakteurin Pauline Jäckels mit dem Journalisten und Afghanistan-Experten Emran Feroz gesprochen: über einen Westen, der lieber mit korrupten Warlords kooperierte, als eine tragfähige Ordnung aufzubauen – und über einen Abzug, der in eine humanitäre Katastrophe mündete. Auch Deutschlands Rolle kommt zur Sprache: von den chaotischen Evakuierungen bis zu den Abschiebungen nach Afghanistan, die heute wieder debattiert werden. Warum waren die USA und Deutschland überhaupt zwei Jahrzehnte im Land? Und was hält die Taliban bis heute an der Macht? Emran Feroz, 1991 in Innsbruck geboren, ist ein international tätiger Journalist, Kriegsreporter und Buchautor. In den vergangenen zehn Jahren lag sein Arbeitsschwerpunkt auf dem „War on Terror" der USA in Afghanistan und im Nahen Osten. 2023 erschien sein Buch „Vom Westen nichts Neues – Ein muslimisches Leben zwischen Alpen und Hindukusch" im Verlag C. H. Beck. Zuletzt veröffentlichte er „Wir wollen leben! Von Afghanistan bis Gaza – Ein Aufschrei gegen Entmenschlichung und Krieg" im Westend Verlag. Schreibt uns an [email protected] Intro-Musik: Charles Bradley – The World (is going up in Flames)
Hat die deutsche Medienaufsicht bei Nahost versagt, Stefan Mey?
2026/07/16
In einer Demokratie sollen Medien das politische Geschehen unabhängig und machtkritisch begleiten – so zumindest das Ideal. Seit dem Hamas-Massaker im Süden Israels vom 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden genozidalen Krieg Israels gegen die Palästinenser*innen im Gazastreifen ist dieses Ideal für viele zerbrochen. Große deutsche Medienhäuser legitimierten israelische Kriegsverbrechen, übernahmen Verlautbarungen der israelischen Regierung oft unkritisch als Fakten und thematisierten palästinensisches Leid nur vereinzelt, meist ohne dessen Ursachen politisch einzuordnen. Die Berichterstattung schien im Einklang mit einem politischen Dogma zu stehen: der Staatsräson. Was passiert jedoch, wenn Medien ihrer Verantwortung nicht gerecht werden? Wer kontrolliert sie – und funktioniert diese Kontrolle in Deutschland? Darüber spricht taz-Redakteurin und freie Journalistin Pauline Jäckels mit Stefan Mey, freier Medien- und IT-Journalist in Berlin und Mitglied des Netzwerks Kritischer Journalismus. In einer neuen Studie für die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat er untersucht, ob die deutschen Medienkontrollinstanzen – etwa Presse- und Rundfunkrat – bei der Nahost-Berichterstattung ihrer Aufgabe gerecht geworden sind. Schreibt uns an [email protected] Intro-Musik: Charles Bradley – The World (is going up in Flames)
Steht Albanien zum Verkauf, Inva Halili?
2026/07/02
Das Land gilt als Sinnbild für einen gescheiterten Staat, der zentrale Funktionen wie die Gesundheitsversorgung oder das staatliche Gewaltmonopol nur noch eingeschränkt gewährleisten kann. Doch seit Mai 2026 protestieren Hunderttausende unter dem Motto „Albanien ist nicht zu kaufen“ gegen ein geplantes Luxus-Tourismusprojekt auf der Insel Sazan. Dahinter steht die Trump-Familie. Ministerpräsident Edi Rama möchte Albanien zu einem Tourismusstandort ausbauen. Was macht es da schon, dass das geplante Luxushotel mitten in einem Naturschutzgebiet gebaut werden soll? In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Inva Halili über die sogenannte Flamingo-Revolution in Albanien. Inva wurde in Albanien geboren, ist Gewerkschafterin und begleitet die Entstehung und Etablierung der Linken in Albanien seit Jahren solidarisch. Sie war bei den Protesten vor Ort und hat viele Gespräche mit Aktivist:innen und Teilnehmenden geführt. Welche Folgen hatten die neoliberale Transformation und der Zusammenbruch staatlicher Strukturen in den 1990er Jahren? Welche Rolle spielt die EU in Albanien – und wäre ein Beitritt aus linker Perspektive überhaupt wünschenswert? Und wie verändert die Kooperation in der Flüchtlingspolitik, Stichwort „Albanien-Modell", das Land?" Schreibt uns an: [email protected] Intro-Musik: Charles Bradley – The World (is going up in Flames)
Ist China die neue Weltmacht, Merle Groneweg?
2026/06/18
Wir können uns die Welt nicht mehr ohne China vorstellen. Das „Reich der Mitte“ ist die größte Exportnation und die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Es ist auch für knapp 30 Prozent des globalen CO₂-Ausstoßes verantwortlich und hat nach den USA den zweitgrößten Militäretat der Welt. Die großen Herausforderungen der Menschheit – die Abwendung der Klimakatastrophe, der Kampf gegen Armut oder Abrüstung – können nur gemeinsam mit China gelöst werden. Doch wie sieht China die globalen Umbrüche? Welche Rolle beansprucht China in der Welt? Und welche inneren Widersprüche prägen Politik und Gesellschaft? In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Merle Groneweg über Chinas Außenpolitik. Merle ist Mitarbeiterin am Seminar für Ostasienstudien der HU Berlin. Sie hat Chinesisch, globale politische Ökonomie sowie chinesische Wirtschafts- und Außenpolitik in Berlin, Kassel und London studiert und dabei ein Auslandssemester in Peking absolviert. Schreibt uns an: [email protected] Intro-Musik: Charles Bradley – The World (is going up in Flames)
Ist die Fußball-WM nur Propaganda, Alina Schwermer?
2026/06/04
Am 11. Juni 2026 beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in den USA, Mexiko und Kanada – und wieder werden wohl über eine Milliarde Menschen die Spiele verfolgen, schlicht weil sie Fußball lieben. Doch wie jedes sportliche Großereignis hat auch diese WM eine politische und wirtschaftliche Dimension: Staaten nutzen die internationale Bühne zur Selbstdarstellung, Konzerne nutzen sie zur Gewinnmaximierung. In dieser Folge spricht Pauline Jäckels mit der Sportjournalistin Alina Schwermer über Sportswashing – und über die politischen Hintergründe der diesjährigen WM. Gemeinsam fragen sie: Welche Interessen bestimmen die Sportwelt? Wie instrumentalisieren Staaten Großereignisse für ihre eigene Propaganda? Und warum trifft der Vorwurf des Sportswashing eigentlich immer nur bestimmte Länder? Außerdem: Bringt ein persönlicher WM-Boykott überhaupt etwas – und wie sehen linke und sozialistische Perspektiven auf Sportpolitik aus? Alina Schwermer hat Journalismus und Geschichte in Dortmund, Bochum und Sankt Petersburg studiert. Seit 2015 schreibt sie über die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen des Sports. Zuletzt erschien von ihr „Futopia – Ideen für eine bessere Fußballwelt" (2022), das auf der Shortlist zum Fußballbuch des Jahres stand. Schreibt uns an [email protected] Intro-Musik: Charles Bradley – The World (is going up in Flames)
Ist Kuba am Ende, Raúl Zelik?
2026/05/21
Überschattet vom Krieg gegen den Iran durchlebt Kuba die schwerste Krise seit Jahrzehnten. Immer wieder fällt stundenlang der Strom aus, es mangelt an Treibstoff, Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. Der Grund für diese Krise ist das Embargo der USA. Obwohl die UN-Generalversammlung die Blockade immer wieder verurteilt hat, erhöhen die USA seit der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus den Druck. Folgt auf die Intervention in Venezuela ein weiterer US-Angriff? Wie groß ist der Rückhalt der Bevölkerung für die kubanische Regierung? Und wie reformfähig ist der kubanische Sozialismus? In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Raúl Zelik über die Entwicklungen in Kuba. Raúl ist Politikwissenschaftler, freier Autor und Übersetzer. Er arbeitet seit den 1980er Jahren in Lateinamerika, war Professor für internationale und vergleichende Politik an der Nationaluniversität Kolumbiens und schreibt heute für die genossenschaftliche Berliner Tageszeitung ND. Schreibt uns an: [email protected]
Wer profitiert vom Iran-Krieg, Diba Mirzaei?
2026/05/07
Im Februar starteten die USA und Israel einen Angriff auf den Iran, der von vielen als Verstoß gegen das Völkerrecht gewertet wird. Zwar gilt mittlerweile eine Art Waffenstillstand und die USA und der Iran verhandeln in Pakistan. Gleichzeitig bleibt aktuell die Straße von Hormus weiterhin blockiert, das Mullah-Regime wirkt zumindest nach außen hin gestärkt – und Israel setzt seine Invasion im Libanon ungehindert fort. In dieser Folge spricht Pauline Jäckels mit der Politikwissenschaftlerin und Iran-Expertin Diba Mirzaei. Sie diskutieren, warum Donald Trump einen Krieg begonnen hat, aus dem er sich nun nur schwer wieder befreien kann, welche Rolle und Interessen die Golfstaaten in diesem Konflikt verfolgen und was der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC für die Region bedeutet. Und wie steht es heute um das iranische Regime: Wo hat der Krieg es gestärkt – und wo tatsächlich geschwächt? Mirzaei glaubt nicht daran, dass das Regime kurzfristig zu Fall gebracht werden kann. Unter bestimmten Umständen aber, so ihre Einschätzung, könnte es von innen heraus gelingen. Diba Mirzaei ist eine iranisch-deutsche Politikwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten iranische Außenpolitik und die Beziehungen zwischen dem Iran und den Golfstaaten. Sie forscht am German Institute for Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg. Erst seit Kurzem ist sie mit ihren Analysen öffentlich präsent – und bringt neue, kritische Perspektiven in den deutschen Diskurs über den Iran. Schreibt uns an [email protected]
Wird Ungarn jetzt demokratisch, Lili Vankó?
2026/04/23
Nach 16 Jahren ist die Ära Viktor Orbán beendet. Der Wahlsieger heißt Péter Magyar von der rechtskonservativen TISZA-Partei. Sein Wahlversprechen, die Demokratie wieder einzuführen, brachte ihm die absolute Mehrheit der Stimmen ein. Doch Magyar ist auch ein ehemaliger Parteigenosse Orbáns, der in verschiedenen Regierungen hohe Posten bekleidete. Steht Ungarn wirklich vor einem demokratischen Neuanfang? Und wie wird sich das Land künftig in entscheidenden außenpolitischen Fragen wie dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine oder dem Verhältnis zu den USA positionieren? In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Lili Vankó über die Wahlen in Ungarn, die Ära Orbán und die künftige Regierung unter Peter Magyar. Vankó ist Doktorandin am Institut für Soziologie und Sozialanthropologie der Central European University in Wien. Sie ist Mitglied der links-ökologischen Bewegung Szikra. Schreibt uns an: [email protected]
Ist das Völkerrecht gescheitert, Wolfgang Kaleck?
2026/04/02
„Das Völkerrecht ist tot, jetzt gilt wieder das Recht des Stärkeren.“ So lautet die Meinung der einen, die auf die Völkerrechtsbrüche der vergangenen Jahre verweisen: in Gaza, in Venezuela, in der Ukraine, im Sudan und aktuell im Iran. Andere wiederum weisen darauf hin, dass das Völkerrecht nie wirklich galt. Schon immer hätten sich die Stärkeren das Recht herausgenommen, das Völkerrecht zu missachten, und sie verweisen auf die letzten Jahrzehnte, die von unzähligen völkerrechtswidrigen Angriffskriegen, etwa durch die USA und ihre Alliierten, geprägt waren. Sie fragen: Was bringt das Völkerrecht, wenn es kaum umgesetzt wird und Staaten nur dann darauf pochen, wenn es in ihrem Interesse ist? Unser Gast Wolfgang Kaleck argumentiert: Das Völkerrecht war nie perfekt. Schon immer war seine Umsetzung von Doppelstandards durchzogen. Und trotzdem war es immer schon ein wichtiges Mittel im Kampf der Unterdrückten für Gerechtigkeit. Eines von vielen. Und daran sollten sich Linke und progressive Kräfte erinnern. In dieser Folge von „Weltunordnung“ spricht die Journalistin Pauline Jäckels mit Wolfgang Kaleck. Er ist einer der profiliertesten Menschenrechtsanwälte Deutschlands. Als Gründer und Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) setzt er sich seit Jahren weltweit für die juristische Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen ein. Als Anwalt vertritt Kaleck unter anderem den Whistleblower Edward Snowden und die Familie von Patrice Lumumba. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter „Die konkrete Utopie der Menschenrechte” (2021). Jüngst ist im Kunstmann-Verlag sein neues Buch „Die Stärke des Rechts vs. Das Recht des Stärkeren” erschienen. Pauline Jäckels diskutiert mit Wolfgang Kaleck, warum so viele Menschen plötzlich glauben, dass sich das Völkerrecht in einer beispiellosen Krise befindet. Sie sprechen darüber, wie und unter welchen Umständen das Völkerrecht entstanden ist und inwiefern es Mittel der Mächtigen und Mittel der Unterdrückten ist. Und schließlich darüber, ob eine Durchsetzung des Völkerrechts überhaupt möglich ist, ohne dass sich die globalen Machtverhältnisse ändern, die Völkerrechtsbrüche ermöglichen und bedingen. Schreibt uns an [email protected]
Wird Trumps Rechnung aufgehen, Loren Balhorn?
2026/03/12
Die US-Regierung entfesselt eine Welle der Gewalt. Auf die Intervention in Venezuela und die Entführung von Staatspräsident Nicolás Maduro Anfang Januar folgte kaum einen Monat später der Beginn der Angriffe auf den Iran gemeinsam mit Israel. Mit Hilfe der Polizei- und Zollbehörde des Ministeriums für Innere Sicherheit (ICE) und der Nationalgarde treibt US-Präsident Donald Trump parallel die Militarisierung der Innenpolitik voran. Bei der Jagd auf vermeintlich illegale Migrant*innen wurden zwei Zivilist*innen durch ICE-Beamte getötet. Welche Absicht verfolgt die US-Regierung mit ihrer Politik? Warum begrüßt die Bundesregierung die völkerrechtswidrigen Interventionen, obwohl sie doch an anderer Stelle das Ende der regelbasierten Ordnung beklagt? Und können progressive Kräfte wie der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani eine Alternative bieten? In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Loren Balhorn über die Politik der USA seit der Wiederwahl Donald Trumps. Balhorn ist ehemaliger Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung und außerdem Mitbegründer und Chefredakteur der deutschsprachigen Ausgabe von Jacobin. Schreibt uns an: [email protected]
Wem gehört die Arktis, Ebbe Volquardsen?
2026/02/26
Die USA greifen nach Grönland, Großbritannien entsendet einen Flugzeugträger in den Nordatlantik und China erweitert seine Eisbrecherflotte. Wird die Arktis zum nächsten Schauplatz im Kampf der Großmächte um Einfluss und Rohstoffe? Die Arktis ist eine der Regionen, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Doch statt auf Kooperation und Umweltpolitik zu setzen, treiben die Anrainerstaaten die Militarisierung der Region weiter voran. Auch die Europäische Union und Deutschland mischen kräftig mit. In der Arktis-Strategie von 2022 wird die Region als „in Bezug auf den Klimawandel, Rohstoffe und geostrategische Fragen für die Europäische Union von großer strategischer Bedeutung“ eingestuft. Die Bundesregierung unterstützt den Ausbau der militärischen Präsenz der NATO durch die Bundeswehr aktiv. Welche Folgen hat die Militarisierung der Arktis? Welche Interessen verfolgt die USA in Grönland? Und wie reagieren Russland und China auf diese Entwicklungen? In dieser Folge spricht Felix Jaitner mit Ebbe Volquardsen über die Geopolitisierung der Arktis. Ebbe Volquardsen ist Skandinavist, Politik- und Kulturwissenschaftler und arbeitet als Professor für Kulturgeschichte in Nuuk (Grönland). Schreibt uns an: [email protected]
Hat Rojava unter Ahmad al-Scharaa eine Zukunft, Rosa Burç?
2026/02/12
Im Januar hat die syrische Regierung unter Ahmad al-Scharaa die kurdische Selbstverwaltung Rojava in Nordostsyrien angegriffen. Der syrische Präsident will die Kontrolle über das gesamte Land erlangen, während die kurdische Führung zwar zu einer Integration bereit ist, aber ihre Autonomie teilweise bewahren will. Da man in monatelangen Verhandlungen zu keiner Einigung kam, wollte al-Scharaa offenbar seine Verhandlungsposition militärisch verbessern und die kurdische Seite in die Ecke drängen. Und genau das scheint gelungen zu sein. In nur wenigen Tagen nahmen die syrischen Regierungstruppen große Teile der kurdisch kontrollierten Gebiete ein. Circa 150.000 Menschen mussten in einer ohnehin prekären humanitären Situation fliehen. Die kurdische Führung lenkte ein, es kam zu einem Waffenstillstand und schließlich zu einem Abkommen zwischen der Selbstverwaltung und der syrischen Regierung. In dieser Folge spricht Pauline Jäckels mit der Soziologin und Kurdistan-Expertin Rosa Burç. Darüber, warum viele Kurd*innen in Syrien zwar den Sturz des Assad-Regimes bejubelten, aber von Beginn an skeptisch gegenüber Ahmad al-Scharaas neuer Übergangsregierung waren. Über al-Scharaas Militäroffensive und was der Wandel der geopolitischen Interessenlagen in Syrien damit zu tun hat. Und darüber, was das neue Abkommen für die Zukunft der Selbstverwaltung bedeutet. Rosa Burç arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM). Sie hat am Center on Social Movement Studies an der Scuola Normale Superiore in Florenz promoviert. In ihrer Arbeit untersucht sie, wie Narrative und Repertoires des Widerstands über Zeit und Raum hinweg überliefert werden, insbesondere unter Kurd*innen und anderen staatenlosen und marginalisierten Gesellschaften. Schreibt uns an: [email protected]
Was hält das Mullah-Regime im Iran an der Macht, Tareq Sydiq?
2026/01/29
...und warum unterstützen so viele Exil-Iraner*innen Reza Pahlavi und seine Monarchistenbewegung? Ende Dezember 2025 ist im Iran erneut eine Welle von Massenprotesten ausgebrochen. Das inzwischen nach außen gelangte Bildmaterial und die Augenzeugenberichte deuten darauf hin, dass Zehntausende Menschen während der Proteste durch Regimekräfte getötet und eine noch größere Zahl verletzt und verhaftet wurde. Momentan sieht es so aus, als sei es dem Regime gelungen, die Proteste niederzuschlagen. Der Wunsch nach einem Ende der Herrschaft der Mullahs bleibt bestehen. Was danach kommen soll – darüber herrscht im Iran und insbesondere unter Iraner*innen im Exil jedoch Uneinigkeit. Viele Iraner*innen wünschen sich ein demokratisches System: weder Mullah noch Schah. Gleichzeitig präsentiert sich der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, mit seiner Monarchistenbewegung vor allem im Ausland medienwirksam als einzige Alternative zum Mullah-Regime. Warum kann sich das herrschende Regime trotz des großen Drucks von innen und außen an der Macht halten, und was müsste passieren, damit es stürzt? Wer ist Reza Pahlavi, und welche Vision hat er für den Iran? Warum wird er von so vielen Exiliraner*innen, aber auch von Staaten wie Israel und den USA, unterstützt? Und wie groß und organisiert ist die Bewegung, die sowohl eine Rückkehr der Pahlavi-Dynastie als auch das Mullah-Regime ablehnt? In dieser Folge von Weltunordnung spricht Pauline Jäckels mit dem Protestforscher und Iranexperten Tareq Sydiq. Sydiq forscht am Zentrum für Konfliktforschung der Universität Marburg und hat zur iranischen Innenpolitik promoviert. Er beschäftigt sich weltweit mit Protestbewegungen, unter anderem im Iran, in Japan, Pakistan und England. Sein Buch „Die neue Protestkultur“ ist 2024 im Hanser Verlag erschienen. Schreibt uns an: [email protected]

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