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Der Sozialkompass

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Dieser Podcast hat
43 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2023/04/25
Neueste Episode
2026/10/01
Durchschnittsdauer
34 min.
Veröffentlichungsintervall
31 Tage

Beschreibung

Der Podcast über gesellschaftliche Orientierung und Lösungswege Der Sozialkompass widmet sich aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und den Menschen, die dafür Orientierungsmöglichkeiten und Lösungswege bieten. Gemeinsam mit ihnen versucht er, mehr über die Voraussetzungen für ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander zu erfahren. Einmal im Monat treffen Markus Schlagnitweit und Henning Klingen Personen aus Theorie und Praxis, um mit ihnen herauszufinden: „In welche Richtung kann es weitergehen?“

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Gibt es ein Recht auf Erholung am See, Stephanie Drlik?
2026/10/01
"Ich würde mir von der österreichischen Politik wünschen, dass sie – nicht nur was die Seen, sondern auch, was unsere gesamte Landschaft betrifft – es besser schafft, Visionen herzustellen und Perspektiven zu geben. Und an den Seen sind wir momentan an einem Punkt, wo es uns ein bisschen an Visionen fehlt, denn es geht jetzt schon so lang schief, und jetzt ist irgendwie alles privatisiert, und man fragt sich schon manchmal, was machen wir jetzt? Die paar Flächen, die übrig sind, ja, da tun wir halt jetzt ein bisserl… Also das ist für mich keine Vision." Gemäß der Katholischen Soziallehre sind die Güter dieser Erde allen Menschen zur verantwortungsvollen Nutzung anvertraut. Gleichzeitig befindet sich ein Großteil der österreichischen Seeufer heute in Privatbesitz. Daraus ergeben sich Fragen nach Gerechtigkeit im Umgang mit den begrenzten Seezugängen. Über diese Fragen sprechen wir in der aktuellen Podcastfolge mit Stephanie Drlik. Die Landschaftsarchitektin und Geschäftsführerin der Österreichischen Gesellschaft für Landschaftsarchitektur (ÖGLA) ist Initiatorin der ersten Österreichischen Seenkonferenz, die unterschiedliche Stakeholder zur Zukunft der österreichischen Seenlandschaften zusammenbringen möchte. Drlik beschreibt Seeufer als komplexe Räume, in denen zahlreiche Interessen aufeinandertreffen: Gemeinden, Politik, Tourismus, Grundeigentümer:innen, Besucher:innen und nicht zuletzt die Natur selbst. Die meisten Ufergrundstücke befinden sich heute in privater Hand. Eine Enteignung hält sie weder für realistisch noch für zielführend. Stattdessen plädiert sie für Lösungen, die Zugänge und gemeinschaftliche Nutzung ermöglichen, ohne bestehende Eigentumsverhältnisse infrage zu stellen. Dabei verweist sie auf bestehende rechtliche Möglichkeiten und bislang wenig genutzte öffentliche Flächen entlang vieler Seen. Ein besonderes Anliegen ist ihr dabei die ökologische Perspektive. Uferverbauungen, aufgeschüttete Badeflächen und andere Eingriffe verändern sensible Lebensräume und wirken sich auf Biodiversität und Wasserökologie aus. Gleichzeitig verpflichten europäische und nationale Vorgaben Österreich dazu, den ökologischen Zustand seiner Gewässer langfristig zu erhalten oder wiederherzustellen. Für Drlik braucht es deshalb übergeordnete Planungsansätze, die verschiedene Interessen in Einklang bringen und langfristige Ziele formulieren. Sie versteht Landschaftsplanung als eine Form der Moderation zwischen Naturschutz, öffentlichen Bedürfnissen und privaten Ansprüchen. Soziale Gerechtigkeit sei dabei ebenso zentral wie ökologische Nachhaltigkeit. Darüber hinaus sprechen wir über die Auswirkungen von Klimawandel, Trockenheit und sinkenden Wasserständen auf die Seenlandschaften Österreichs, über die Bedeutung regionaler Zusammenarbeit sowie über die Frage, wie in komplexen gesellschaftlichen Konflikten wieder tragfähige Kompromisse gefunden werden können. Drlik plädiert für eine neue Kultur des Aushandelns und für eine Politik, die langfristige Perspektiven für die gemeinsame Nutzung und den Schutz unserer Landschaften entwickelt.
Wie gelingt Bildungsgerechtigkeit, Veronika Schippani-Stockinger?
2026/09/01
„Wir versuchen ganz bewusst einen Kontrapunkt zu setzen zu einer starken Leistungsgesellschaft, indem wir die Kooperation in den Mittelpunkt stellen, weil wir glauben, dass das das Vorbild ist, das wir aus dem Evangelium leben können… Die Idee, Kindern eine günstige, sinnvolle Ferienbeschäftigung anzubieten, indem sie auf Jungscharlager, auf ein Ministrant:innenlager fahren, ist eine großartige. Nur wenn wir niemanden mehr haben, der da als Begleitperson mitfahren kann, dann bleibt das alles graue Theorie.“ Die Katholische Jungschar ist einer der größten Anbieter von Kinderbildungsangeboten in Österreich. Rund 100.000 Kinder nehmen regelmäßig an Jungschargruppen teil – sie verbringen dort ihre Freizeit, engagieren sich, erleben Gemeinschaft, Wertebildung und Glauben. Veronika Schippani-Stockinger ist Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar und dort für den Bildungsbereich zuständig. In Bezug auf Bildungsgerechtigkeit stellt sie fest, dass Kinder und Jugendliche in Österreich formal zwar denselben Zugang zu Bildungsangeboten haben, es in der Praxis jedoch ganz starke Unterschiede, bedingt durch die Herkunftsfamilie, gibt. Für sie hat Bildungsgerechtigkeit vor allem mit Zugang und Inklusion zu tun. Das beginnt schon damit, Kinder als Kinder – und nicht als kleine perfekte Erwachsene – wahrzunehmen. Für sie ist klar: Kinder sollen laut sein und Fragen stellen dürfen; ein gerechtes Bildungssystem kommt dem entgegen, geht auf Augenhöhe mit den Kindern und versucht, die Welt aus ihrer Perspektive zu sehen. Bildung bedeutet in der Katholischen Jungschar, die in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit tätig ist, vor allem Herzensbildung und ganzheitliche Begleitung der Kinder in ihrer gesellschaftlichen und persönlichen Entfaltung. Damit diese Funktion erhalten bleibt, äußert sie auch eine klare Forderung an die Politik, dass Ehrenamt leistbar sein muss. Denn auch die Gruppenleiter:innen müssen es sich (finanziell) leisten können, ehrenamtlich tätig zu sein. Darüber hinaus sprechen wir mit Schippani-Stockinger auch über die hohen Ansprüche an Kinder in den Schulen, den sich immer stärker auswirkenden Leistungsdruck sowie über die Auswirkungen der Digitalisierung und Smartphones. ________________________________________ Veronika Schippani-Stockinger ist Bundesvorsitzende der Katholischen Jungschar und dort für den Bildungsbereich in der Jungschar zuständig. Darüber hinaus ist sie in ihrem Hauptberuf Pädagogin und Lehrerin. Zur ksoe-Website: https://www.ksoe.at/podcast Gefördert durch die Österreichische Gesellschaft für politische Bildung.
Was ist antifaschistische Wirtschaftspolitik, Sabine Nuss?
2026/08/01
„Kapitalismus ist per se krisenhaft. Das lässt sich schwer regulieren. Wir hören ständig, dass wir alle international wettbewerbsfähig sein müssen. Und für die internationale Wettbewerbsfähigkeit müssen wir den Gürtel enger schnallen. Alle. Was aber dazu führt, dass wir ein Herrschaftsverhältnis haben, das verschleiert wird. Ich kriege das ständig zu hören, wenn ich mich für Vergesellschaftung einsetze. Die will die DDR wiederhaben. Das ist alles Sozialismus und so, da müsste man ansetzen, dass man sagt, wir müssen die Betriebe wieder zu demokratischen Unternehmen machen und müsste die Wirtschaftssphäre durchgängig demokratisieren. Und da kann jeder was machen, in jedem Betrieb alle.“ Im Jahr 2024 sorgte ein Tweet von Isabella Weber für Aussehen, die konstatierte, dass ökonomische Krisensituationen den rechten Parteien zugutekommen – und festhielt, dass es Zeit sei, über antikapitalistische Wirtschaftspolitik zu sprechen. Zu deren Maßnahmen zählen u. a. Umverteilungsinstrumente wie die Vermögens- und Erbschaftssteuer, die Stärkung von Arbeitnehmer:innenrechten und staatliche Investitionen, um Arbeitsplätze zu schaffen und die grüne Reindustrialisierung einzuleiten – sowie staatlicher Katastrophenschutz in der Krise, wie etwa eine Deckelung der Gaspreise. Diese Maßnahmen gehen aus von der Idee des regulierbaren Kapitalismus. Für Sabine Nuss ist antifaschistische Wirtschaftspolitik zwar notwendig, aber nicht ausreichend: Sie bezweifelt, dass der Kapitalismus so stark reguliert werden kann, dass er dem Wohle aller dient und sieht ihn per se als krisenhaft, schwer regulierbar und von Herrschaftsverhältnissen durchdrungen. Zum anderen sei ökonomische Benachteiligung nicht der einzige Beweggrund, rechte Parteien zu wählen – wie sich anhand von Superreichen wie Elon Musk sehen lässt. Stattdessen zeigt sie auf, wie das dem Kapitalismus innewohnende Konkurrenzdenken ein solidarisches Miteinander verunmöglicht und ihn dadurch unter bestimmten Bedingungen anschlussfähig für rechtes Gedankengut macht – und was die bürgerliche Mitte damit zu tun hat. Zuletzt sprechen wir über einen Thomas-Bernhard-KI-Chatbot und die Probleme der Sozialdemokratie, die aktuellen Probleme an der Wurzel zu lösen.
Wie emotional darf Politik sein, Anna Durnová?
2026/07/01
„Es geht gar nicht darum, ob wir eine Emotionalisierung in der Politik zulassen, sondern wie wir sie betreiben. Wir müssen mit den Emotionen arbeiten im Sinne davon, dass wir sie reflektieren müssen. Wir können nicht automatisch sagen, das ist eine Emotion, und deshalb ist es authentisch und richtig. Wir müssen uns zutrauen, über Emotionen zu sprechen, auch Emotionen ablehnen zu können, auch Emotionen sortieren zu können.“ Die Politik ist nicht vor Emotionalität gefeit, wie auch Schreiduelle im Hohen Haus immer wieder zeigen. Sind diese ein Ausdruck davon, dass es den Beteiligten um etwas geht, oder schaden solche Emotionen der politischen Debatte? Mit Anna Durnová sprechen wir über die Rolle von Emotionen in demokratischen Gesellschaften und wie diese helfen können, Gerechtigkeit herzustellen. Für Anna Durnová, Professorin für politische Soziologie an der Universität Wien, sind politische Emotionen stark eingebettet in unsere Sozialisierung – durch Herkunft, Gender und soziale Strukturen. Als solche prägen sie unsere Wahrnehmung von Politik. Doch die Rolle von Emotionen in der Politik hat sich stark verändert, zum einen durch die zunehmende Individualisierung, zum anderen durch die Emotionalisierung der Öffentlichkeit. Das sorgt dafür, dass oftmals individuelle Gefühle mit Argumenten gleichgesetzt werden. Emotionen traten laut Durnová in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in die politischen Debatten ein und wurden etwa durch Bürger:innenkonferenzen, Referenden, Diskussionen in Dörfern rund um den Bau von Kraftwerken sichtbar. Neben dem Aktivismus nutzt jedoch auch der Populismus Emotionen der Bürger:innen – vielfach jedoch, um diese zu manipulieren. Durnová plädiert dafür, sich zu trauen, über Emotionen zu sprechen. Wichtig für sie ist, dass Politiker:innen auf die Emotionen der Bürger:innen hören; diese gilt es jedoch einzuordnen – und sie dürfen auch abgelehnt werden. Anna Durnová ist Professorin für Politische Soziologie am Institut für Soziologie der Universität Wien und Faculty Fellow am Center for Cultural Sociology der Yale University. Zudem ist sie Mitglied der Redaktionsbeiräte der Zeitschriften „Policy & Politics“ und „Critical Policy Studies“. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Rolle von Emotionen in demokratischen Gesellschaften. Derzeit ist sie Konsortialleiterin des CIDAPE-Projekts (Climate, Inequality and Democratic Action: The Force of Political Emotions; Horizon Europe 2024–2027) und ist Hauptforscherin des ERC Advanced Grant LONERS (2026–2031). Im Jahr 2024 erhielt sie den Preis der Mattei-Dogan-Stiftung für europäische politische Soziologie. Portraitfoto: © Eguenie Sophie Gefördert durch die Österreichische Gesellschaft für politische Bildung
Was hat Klimapolitik mit Gerechtigkeit zu tun, Thomas Schinko?
2026/06/01
„Bitte überlegen Sie, welche Probleme in der Klimakrise Ihnen wirklich Sorgen bereiten, und was eigentlich Ihr Einflussbereich ist. Die kollektive Wirksamkeit, wenn man gemeinschaftlich aktiv wird – das ist das Wichtige. Über solche Coalitions of the Willing könnten wir das Thema etwas in eine andere Richtung lenken, vielleicht viel effektiver aufstellen und es auch am Köcheln halten.“ In dieser Folge von Der Sozialkompass sprechen Henning Klingen und Markus Schlagnitweit mit dem Wirtschaftsforscher Thomas Schinko über die Frage, was der Klimawandel mit Gerechtigkeit zu tun hat – und warum Klimapolitik ohne Gerechtigkeitsfragen kaum funktionieren kann. Zum Zeitpunkt der Aufnahme gab es schon im Mai Temperaturen von über 30 Grad. Vor diesem aktuellen Hintergrund gehen wir den Fragen nach: Wer trägt Verantwortung für die Klimakrise? Wer leidet am stärksten unter ihren Folgen? Und wie kann Klimagerechtigkeit gelingen? Thomas Schinko erklärt, warum Klimagerechtigkeit weit mehr ist als die Verteilung von Emissionsrechten oder finanziellen Lasten. Unterschiedliche gesellschaftliche Vorstellungen von Gerechtigkeit prägen internationale Klimakonflikte ebenso wie die Beziehungen zwischen globalem Norden und Süden. Besonders Länder des globalen Südens empfinden viele klimapolitische Prozesse als ungerecht oder neokolonial geprägt. Ein weiterer Schwerpunkt der Episode ist die Rolle sozialer Bewegungen wie Fridays for Future. Schinko analysiert, warum die Klimadebatte derzeit an öffentlicher Aufmerksamkeit verloren hat und welche Chancen dennoch in neuen „Coalitions of the Willing“ liegen – also Bündnissen von Staaten und Akteur:innen, die beim Klimaschutz vorangehen wollen. Zum Abschluss geht es um die Handlungsmöglichkeiten jedes Einzelnen: Wie kann man angesichts der Größe der Klimakrise handlungsfähig bleiben? Schinko plädiert für einen realistischen Blick auf den eigenen Einflussbereich und betont die Bedeutung kollektiver Wirksamkeit – gemeinsames Handeln statt individueller Überforderung.
Wie viel Solidarität braucht eine gerechte Gesellschaft, Barbara Prainsack?
2026/05/01
„Gerechtigkeitskonzeptionen ohne Solidarität hätten keine Hände, und Solidarität ohne Gerechtigkeit hätte kein Gehirn.“ Im Zentrum dieser Podcastfolge steht das Spannungsfeld zwischen Solidarität und Gerechtigkeit – zwei Begriffe, die oft zusammen genannt, aber selten klar unterschieden werden. Wir fragen, wie sie in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft zusammenwirken und was sie für sozialen Zusammenhalt und demokratische Stabilität bedeuten. Für Barbara Prainsack, Professorin an der Universität Wien, ist klar: Solidarität und Gerechtigkeit sind keine Gegensätze, sondern bedingen einander. Gerechtigkeit schafft Regeln und faire Verteilung, Solidarität zeigt sich im konkreten Handeln. Erst zusammen tragen sie eine funktionierende Gesellschaft. Ein zentraler Streitpunkt ist das Nullsummendenken: die Vorstellung, dass Gewinne der einen Verluste der anderen sind. Preinsack hält dagegen: Investitionen in Bildung, Gesundheit oder Armutsbekämpfung stärken langfristig alle – und machen Gesellschaften stabiler. Dabei spielt auch institutionalisierte Solidarität eine Schlüsselrolle: Sozialstaat, Steuern und öffentliche Infrastruktur schaffen Vertrauen und bilden die Grundlage für gelebte Solidarität im Alltag. Und schließlich geht es um die digitale Zukunft: Mit dem Konzept der „Datensolidarität“ plädiert Prainsack dafür, Nutzen und Risiken von Daten fairer zu verteilen.
Wie gerecht ist Österreich, Markus Marterbauer?
2026/04/01
"Es gibt kein sachliches Argument gegen Erbschaftssteuern" Wenn Vermögen sich extrem konzentriert, gerät Demokratie in Gefahr. Das ist die zentrale These des österreichischen Finanzministers Markus Marterbauer. Im Gespräch erklärt er, warum Österreich in der Einkommenswelt vergleichsweise fair ist, in der Vermögenswelt aber nicht: Das reichste Prozent der Haushalte besitzt mehr als 40 Prozent des gesamten Vermögens. Wer so viel besitzt, formt auch Medien, Politik und Regeln. Aus Demokratie wird dann schleichend eine Oligarchie. Marterbauer liefert dazu einen ungewöhnlich klaren Befund: Die einzige Logik gegen Erbschaftssteuern ist Statusverteidigung. Und er zeigt, warum der Wohlfahrtsstaat die eigentliche "Gerechtigkeitsmaschine" ist: Nicht Steuerdebatten, sondern Bildung, Gesundheit und Pflege entscheiden, wie gerecht eine Gesellschaft wirklich ist. Coverbild: Grafik: ksoe / Pressefoto Markus Marterbauer © Parlamentsdirektion BKA/Andy Wenzel
Wird Recht den Menschen gerecht, Barbara Helige?
2026/03/01
„Wir haben die Sorge, dass an dieser ganz tiefen Basis, die existentiell ist für einen demokratischen Rechtsstaat, genagt wird.“ Im Kern der neuen Podcast-Staffel steht die Frage nach Gerechtigkeit(en). Wir möchten der Frage nachgehen, was Gerechtigkeit(en) in einer pluralistischen Gesellschaft bedeuten kann und welche Rolle sie für den sozialen Frieden spielt. Für Barbara Helige haben Gerichte eine zentrale Funktion für den sozialen Frieden, da sie vermitteln, was Recht und Unrecht ist. Die Richterin und Präsidentin der Österreichischen Liga für Menschenrechte zählt zu den führenden Stimmen in Fragen richterlicher Ethik und Unabhängigkeit und hat sich wie kaum eine andere mit den ethischen Grundlagen der Rechtsprechung sowie der Verantwortung der Justiz auseinandergesetzt. Mit ihr sprechen wir über die Rechtsnormen, unter denen sich eine Gesellschaft wohlfühlt und die Bedeutung der Akzeptanz von Recht und Rechtsprechung – auch im Spannungsfeld von Social Media. Außerdem diskutieren wir die Gefahren autoritärer Tendenzen und die Rolle der Europäischen Menschenrechtskonvention sowie die Notwendigkeit, deren Grundlagen zu schützen.
Ist der soziale Friede noch zu retten?
2026/02/01
Der frühere EU-Politiker Othmar Karas, die Sozialethikerin Linda Kreuzer, die Juristin Leokadia Grolmus, der Filmemacher Sebastian Bobik und der Journalist Christian Rathner diskutierten beim "ksœ-Forum" über den Zusammenhang von sozialem Frieden und Verständigung.
Galoppiert die Politik an den Menschen vorbei, Lothar Lockl?
2026/01/01
Lothar Lockl, ehemaliger Wahlkampfleiter von Van der Bellen, über politische Kommunikation, fehlende Visionen und warum Wertschätzung erfolgreicher ist als politischer Boxkampf.
Wie transportiert man konfliktfrei zwei Millionen Menschen am Tag, Anna Maria Reich-Kellnhofer?
2025/12/01
"Wenn in einem U-Bahnzug, wo 900 Menschen reinpassen, plötzlich so ein vereintes Lächeln ist: das sind meine Magic Moments bei den Wiener Linien." Rund 2,4 Millionen Menschen fahren täglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Wiener Linien; manche davon wahrscheinlich grantig, mit Sorgen oder im Stress. Trotzdem verläuft die tägliche Öffi-Reise in den meisten Fällen harmonisch. Wir fragen uns: Wie bringt man Menschen auf engem Raum zusammen, ohne dass Konflikte entstehen? Kann eine originelle Durchsage nicht nur erheitern, sondern auch deeskalieren? Und welche Überlegungen stecken dahinter? Wir sprechen mit Anna Maria Reich-Kellnhofer über die Kommunikation der Wiener Linien, deren Ziele und darüber, was funktionierender und konfliktarmer öffentlicher Verkehr mit sozialem Frieden zu tun hat.
Wie kann Europa (wieder) zusammenwachsen, Othmar Karas?
2025/11/01
Wir leben in Zeiten von „Bubbles“, dem Rückzug in Echokammern und dem Erstarken radikaler Strömungen. Dies schlägt sich auch europapolitisch nieder und Parteien wandern weiter an die Ränder bzw. ziehen sich in Nationalismus zurück – eine Gefahr für den sozialen Frieden. Doch wie kann der der gesellschaftliche Dialog und das Finden von gemeinsamen Nennern wieder gelingen, gerade über Nationalgrenzen hinweg? Wie entsteht Gemeinschaft zwischen Menschen, die weit voneinander entfernt leben? Wir sprechen mit Othmar Karas über seinen Blick auf Europa, die gesellschaftliche Mitte, „konstruktiven und konfrontativen Dialog“ und was ihm sozialer Friede politisch wie persönlich bedeutet.
Was ist Synodalität, Josef Marketz?
2025/10/01
„Mir geht es bei Synodalität gar nicht so sehr darum, wer ‚vorne‘ oder ‚hinten‘ geht, sondern vielmehr um die Straße, den Weg, auf dem wir uns befinden. Unter Papst Franziskus war es wieder möglich, über Themen wie Geschlechterrollen, Frauenweihe oder Homosexualität zu sprechen, etwas, das früher mehr oder weniger tabuisiert war. Ich denke, es würde generell etwas zur Entkrampfung so mancher Kommunikation in unserer Gesellschaft führen, wenn wir das Prinzip der Synodalität öfter anwenden würden.“ Wir sprechen mit Bischof Josef Marketz über das Prinzip der Synodalität. Er erklärt den synodalen Weg als dialogische Entscheidungsfindungsmöglichkeit zwischen allen Beteiligten, unabhängig von ihrer Position in der kirchlichen Hierarchie. Außerdem thematisiert er, wie Synodalität auch außerhalb der Kirche angewandt werden kann und was ihm der synodale Weg persönlich bedeutet.
Wie erklärt man KI in der Schule, Alicia Bankhofer?
2025/09/01
„Eltern sollten sich mit den Dingen beschäftigen, die ihre Kinder am Handy machen. Sie sollten vielleicht mitspielen oder auch sagen: ‚Zeig mir was du magst, erzähl mir wie das geht‘ und im Prinzip ein Stück weit mitmachen. Ein zweiter Tipp, den ich sehr gut finde, ist, dass man gemeinsam mit dem Kind Bildschirmzeiten beschließt. Und als drittes: viele, viele Gespräche und Beziehungsarbeit. Wenn wir diese drei Dinge schaffen, dann sind wir glaube ich ein bisschen besser drauf als andere.“ KI Bilder generieren, Fake News erkennen oder sogar selbst programmieren lernen – digitale Bildung ist in Schulen zentraler Bestandteil des Lehrplans. Doch wie sieht sie in der Praxis aus? Wir sprechen mit der Lehrerin Alicia Bankhofer über praktische und pädagogische Herausforderungen, aber auch die Chancen, die digitale Bildung für junge Menschen bieten kann. Außerdem fragen wir sie, was sie sich für die Zukunft digitaler Bildungsformate wünscht und was digitale Kompetenzen in der Schule mit sozialem Frieden in der Gesellschaft zu tun haben.
Können öffentliche Medien zum sozialen Frieden beitragen, Alexander Filipovic?
2025/08/01
„Meines Erachtens gehören TikTok und andere Dinge viel stärker reguliert – wenn man beispielsweise den Like-Button abschaffen würde, dann hätten wir sofort eine weniger polarisierte und wahrscheinlich auch interessantere öffentliche Diskussion. ... Ich meine, dass ein starkes öffentlich-rechtliches Rundfunksystem zusammen mit privatwirtschaftlich organisierten journalistischen Medien die beste Art und Weise ist, Qualität zu sichern.“ Zeitungssterben, Social Media Shitstorms und polarisierte Meinungen – gelingende öffentliche Kommunikation scheint so schwierig wie kaum zuvor. Gleichzeitig ist das Aushandeln gesellschaftlicher Werte gerade in krisenhaften Zeiten essentiell. Wir sprechen deshalb mit dem Sozialethiker Alexander Filipović über Ethik in der öffentlichen Kommunikation und fragen ihn: Wie können Medien „gut“ kommunizieren? Wie spricht man über gesellschaftliche Herausforderungen, Krisen und Skandale verständlich und differenziert? Und wie kann es gelingen, polarisierende Themen im Sinne des „sozialen Friedens“ aufzubereiten? Ein Podcast der [ksœ - katholische Sozialakademie Österreichs](https://www.ksoe.at/home).

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