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Zeig Mal! Kunst für alle.

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Dieser Podcast hat
39 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Niels ten Brink
Explizit
Nein
Erstellt am
2023/08/09
Neueste Episode
2026/09/13
Durchschnittsdauer
14 min.
Veröffentlichungsintervall
44 Tage

Beschreibung

Dieser Podcast widmet sich Epochen, Stilrichtungen, Künstler*innen der Kunstgeschichte. Immer wieder mal erkläre ich auch einige Grundbegriffe. Mit Bildern gibt's das Ganze auf meinem Youtube-Kanal...

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Käthe Kollwitz: "Drei Knaben beim Murmelspiel" (1909/1910)
2026/09/13
Zum Video auf YouTube Eine Kreideskizze aus dem Jahr 1909/1910, klein im Format und doch von ungeheurer Wucht: Käthe Kollwitz zeigt drei Jungen, die auf der Straße um Murmeln spielen -- und verweigert uns die idyllische Deutung eines harmlosen Kinderspiels. Die Berliner Künstlerin, 1867 in Königsberg geboren und durch ihren Mann, den Arzt Karl Kollwitz, mit dem Elend des proletarischen Wedding unmittelbar konfrontiert, hatte den Blick für die Lebenswirklichkeit der Kinder armer Familien früh geschärft. Schon vor dem Verlust ihres Sohnes Peter im Oktober 1914 war das Schicksal der Schwächsten ihr zentrales Motiv. In den proletarischen Hinterhöfen war das Murmelspiel nicht bloße Unterhaltung, sondern, wie der Kulturhistoriker Hans Ostwald 1909 festhielt, eine Schule des Überlebens. Kollwitz arbeitet die zunächst suchende Skizze in einer zweiten, geschlosseneren Fassung konsequent zu: alle Knaben sind nun barfuß, die Spannung im Blick des Werfers wird zur stillen Verzweiflung, das gemeinsame Spiel zur prekären Auseinandersetzung. So wird das scheinbar beiläufige Straßenspiel zur bildnerischen Anklage gegen eine Gesellschaft, die ihren Kindern kaum Raum für Unschuld lässt. Das Video ordnet die Skizze in Kollwitz' Werk ein, kontextualisiert sie mit den Zyklen Ein Weberaufstand (1897) und Der Bauernkrieg (1908--1913), vergleicht sie mit Heinrich Zilles Milieustudien und liest die Murmelspiel-Szene als Schlüsselmotiv einer Künstlerin, die zeitlebens den Schutzlosen eine Stimme gab - bis zu ihrem letzten Blatt, einer Lithografie nach Goethes Wort "Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden".
Jan Steen: "Das Dreikönigsfest" (1661) - Chaos und Moral in der Malerei des Goldenen Zeitalters
2026/07/28
Zum Video auf YouTube Europa hat gerade die verheerendste Katastrophe seit den Pestwellen des Mittelalters überstanden – der Dreißigjährige Krieg hat unter dem moralischen Deckmäntelchen eines Religionskrieges in unvergleichlicher Brutalität weite Teile Mitteleuropas entvölkert und die Überlebenden zutiefst traumatisiert zurückgelassen – als sich eine kleine, bis dahin eher wenig bedeutsame Küstennation von absolutistischer Fremdherrschaft befreit und als bürgerlich-republikanische Gesellschaft emanzipiert: Die Niederlande betreten die Weltbühne – und sie tun dies mit einem kulturellen Paukenschlag. Während sich das übrige Europa an der Prunksucht barocker Herrschaft ergötzt, befreit sich die niederländische Malerei von ihren Fesseln. Die junge Republik, getragen von einer konfessionell toleranten, bürgerlich-kalvinistischen Gesellschaft, entwickelt sich zu einer weltweit führenden Handels-, Wirtschafts- und Seemacht und leitet so das sogenannte „Gouden Eeuw“, das „Goldene Zeitalter“ ein, in dem sich in der Malerei von Sittenbildern der moralische Kompass eines aufstrebenden Bürgertums mit unvergleichlichem Witz und sezierender analytischer Schärfe manifestiert. Einer der wesentlichen Protagonisten dieser Entwicklung ist der Maler Jan Steen, dessen Bilder noch heute in den Niederlanden sprichwörtlich sind: "een huishouden van Jan Steen", also ein „Haushalt nach Jan Steen“, steht sinnhaft für einen Zustand chaotischer Unordnung und ausgelassener Sittenlosigkeit. Das ist doch einen genaueren Blick wert, oder?-----Unterstützt vom "Bund Deutscher Kunsterzieher e.V. (BDK) - Landesverband Niedersachsen". Heute noch Mitglied werden über: https://bdk-online.info/-----#zeigmal! #kunst #tutorial #kunstgeschichte #bildung #abitur #schule #bdk #bildanalyse #epochenüberblick #kunstunterricht #kunstunterricht #kunstlehrer #kunstlehrer #gymnasium #bildung #goudeneeuw #gildedage #niederlande #malerei #jansteen #vermeer #sittenbild #genre #genramalerei #moral #vanitas #landschaftsmalerei
Louise Nevelson: "Royal Tide IV" und seine Geschwister" - Sakrales aus dem Trümmerhaufen (1959-1963)
2026/04/04
Hier geht's zum Video... New York City sei, so konstatierte es Louise Nevelson einst, die größte Collage der Welt. Für die Künstlerin offenbarte sich die Metropole nicht als bloßes Raster aus Stahl und Beton, sondern als ein unerschöpflicher Fundus aus Fragmenten und ausrangierten Relikten der menschlichen Zivilisation – ein gewaltiges Archiv des Vergessenen, das auf seine Überführung in eine neue Ordnung harrt. Aus diesen hölzernen Überresten, bestehend aus Setzkästen, Tischbeinen und urbanen Trümmern, formte Nevelson Werke, denen trotz ihrer materiellen Herkunft kein Geruch von Abfall anhaftet. Vielmehr wohnt ihnen der Geist der Architektur, der Geschichte und einer beinahe sakralen (religiös-feierlichen) Anmutung inne. Im Zentrum dieser Betrachtung steht das Werk „Royal Tide IV“ (Königliche Gezeiten IV) aus den Jahren 1959/60, heute ein Schlüsselwerk der Sammlung des Museum Ludwig in Köln. Nevelson transformiert hier das Prinzip der Assemblage (einem gestalterischen Verfahren, bei dem verschiedene Objekte zu einem Ganzen zusammengefügt werden) in eine monolithische (wie aus einem Guss wirkende), golden strahlende Wand. Es entsteht ein begehbares Ereignis, in dem das Prinzip des „e pluribus unum“ (aus vielen eines) eine Brücke zum Göttlichen schlägt. Die zwischen 1959 und 1963 entstandene, fünfteilige „Royal Tide“-Serie markiert dabei einen entscheidenden Wendepunkt im Schaffen der Künstlerin: Es ist der Moment, in dem Nevelson das Licht selbst zum werkgestaltenden Material erhebt und sich konsequent der Farbe Gold zuwendet. Während die einzelnen „Geschwisterwerke“ heute über internationale Spitzenmuseen wie das Whitney Museum in New York oder das Louisiana Museum bei Kopenhagen verteilt sind, bietet die raumgreifende Wand in Köln eine einzigartige Gelegenheit, die Spannung zwischen urbaner Fragmentierung und herrscherlicher Ordnung zu ergründen. Wie gelingt es der Künstlerin, durch die Nivellierung (Ebnung/Vereinheitlichung) materieller Unterschiede eine derart physische und zugleich transzendente (die Erfahrungswelt überschreitende) Raumwirkung zu erzeugen?-----Unterstützt vom "Bund Deutscher Kunsterzieher e.V. (BDK) - Landesverband Niedersachsen". Heute noch Mitglied werden über: https://bdk-online.info/-----#zeigmal! #kunst #tutorial #kunstgeschichte #bildung #abitur #schule #bdk #bildanalyse #epochenüberblick #kunstunterricht #kunstunterricht #kunstlehrer #kunstlehrer #gymnasium #bildung #LouiseNevelson #RoyalTide #KöniglicheGezeiten #MuseumLudwigKöln #Assemblage #Bildhauerei #ModerneKunst #Objektkunst #newyorkart #FraueninderKunst
Joseph Beuys - Künstler, Schamane, Reizfigur: "Kreuzigung" (1962/63)
2026/04/04
Hier geht's zum Video... „Jeder Mensch ist ein Künstler“ – mit diesem radikalen Diktum seiner Anthropologischen Kunsttheorie forderte Joseph Beuys das traditionelle Kunstverständnis der Nachkriegszeit heraus wie kaum ein anderer. In Anglerweste und Filzhut stilisierte er sich zur charismatischen Identifikationsfigur, die zwischen den Rollen des visionären Schamanen und des provokanten Scharlatans oszillierte. Während seine Materialsemantik aus Fett und Filz auf einem historisch widerlegten, jedoch künstlerisch konstitutiven Gründungsmythos einer Rettung durch Tataren fußt, offenbart sein Werk bei tieferer Analyse eine komplexe spirituelle Dimension. Die vorliegende Untersuchung widmet sich der Frage, wie Beuys die christliche Heilslehre transformiert, um die schöpferische Freiheit des Individuums als Heilmittel für eine materialistisch erstarrte Gesellschaft zu positionieren.Zentral für das Verständnis seines Schaffens ist der „erweiterte Kunstbegriff“, der die „Soziale Plastik“ als visionäres Ziel formuliert: Die Gestaltung der gesellschaftlichen Umwelt durch die Kreativität jedes Einzelnen. Dieser Gedanke manifestiert sich nicht nur in seinen politisch-ökologischen Großprojekten wie den „7000 Eichen“ zur documenta 7, sondern bereits früh in seinen kleinteiligen, spröden Assemblagen. Das 1962/63 entstandene Werk „Kreuzigung“, das sich heute in der Staatsgalerie Stuttgart befindet, entzieht sich durch seine Materialität aus Bauholz, Glasflaschen, Elektrokabeln und Zeitungsausschnitten jeder herkömmlichen Erwartung an sakrale Kunst. In einer detaillierten Analyse wird deutlich, wie Beuys die ikonografischen Topoi der Kreuzigungsgruppe – Maria, Johannes und die Schächer – in ein energetisches System übersetzt, in dem das Kreuz als Transformator spiritueller Kräfte fungiert.Dabei zeigt die Betrachtung, dass die vermeintlich banalen Alltagsmaterialien in ihrer Dualität und Fragilität eine tiefe existenzielle Bedeutung transportieren. Die Verwendung des griechischen Kreuzes, das Assoziationen zum Roten Kreuz weckt, verweist auf den Prozess der Heilung und der „Durchwärmung“ des Menschen. Beuys löst das Symbol von seiner rein konfessionellen Einbindung und macht es zum Zeichen einer notwendigen Metamorphose: Das Sterben des alten, rationalistischen Ichs als Voraussetzung für die Auferstehung in einer neuen, kreativen Existenzform. So erweist sich die „Kreuzigung“ als Schlüsselwerk, welches die Brücke schlägt zwischen dem schamanischen Ritus der Heilung und dem gesellschaftspolitischen Aufbruch der Postmoderne. #zeigmal! #kunst #tutorial #kunstgeschichte #bildung #abitur #schule #bdk #bildanalyse #epochenüberblick #kunstunterricht #kunstunterricht #kunstlehrer #kunstlehrer #gymnasium #bildung #JosephBeuys #SozialePlastik #AbiturKunst #StaatsgalerieStuttgart #Beuys #Kreuzigung
Picasso und die Geburt der Objektkunst: "Violine" (1915)
2026/02/13
HIER GEHT'S ZUM VIDEO Inmitten der Erschütterungen des Ersten Weltkriegs schuf Pablo Picasso mit seiner „Violine“ (1915) ein Werk, das die traditionelle Bildhauerei grundlegend infrage stellte. Diese Analyse beleuchtet, wie Picasso das Prinzip der Collage in die dritte Dimension übertrug und aus einfachem Weißblech und Draht ein Instrument formte, das nicht mehr klingen will, sondern die visuelle Sprache der Moderne neu definiert. Wir untersuchen die Materialsemantik des industriellen Blechs, die Dekonstruktion der Form im synthetischen Kubismus und den historischen Kontext eines fragmentierten Europas. Das Video bietet eine detaillierte kunstwissenschaftliche Einordnung dieser Assemblage, die den Weg von der klassischen Skulptur hin zur Objektkunst des 20. Jahrhunderts ebnete.Keywords:Pablo Picasso, Violine 1915, Synthetischer Kubismus, Assemblage, Objektkunst, Bildanalyse, Kunstgeschichte, Avantgarde, Dreidimensionalität, Materialästhetik, Erster Weltkrieg Kunst.-----Unterstützt vom "Bund Deutscher Kunsterzieher e.V. (BDK) - Landesverband Niedersachsen". Heute noch Mitglied werden! -----Quellen:- Anfam, David. Abstract Expressionism. London: Thames & Hudson, 1990.- Daix, Pierre. Picasso: Die kubistischen Jahre 1907–1916. München: Hirmer, 1979.- Deutschlandfunk. „Der klassische Kubist.“ Zuletzt aktualisiert 2011. Zugriff am 28. Januar 2026. https://www.deutschlandfunk.de/der-klassische-kubist-100.html.- Golding, John. Cubism: A History and an Analysis, 1907–1914. London: Faber & Faber, 1959.- Musée national Picasso-Paris. „Violon, 1915 – Pablo Picasso.“ Zugriff am 28. Januar 2026. https://www.museepicassoparis.fr/fr/violon.- Rubin, William. Picasso and Braque: Pioneering Cubism. New York: The Museum of Modern Art, 1989.- Rubin, William. Picasso and Sculpture. New York: The Museum of Modern Art, 1967.- Spies, Werner. Picasso: Das plastische Werk. Stuttgart: Hatje Cantz, 2005.- Walther, Ingo F., Hrsg. Picasso. Köln: Taschen, 2000.-----#zeigmal! #kunst #tutorial #bildung #abitur #schule #bdk #kunstunterricht #kunstunterricht #kunstlehrer #kunstlehrer #gymnasium #bildung #Kunstgeschichte #Picasso #Kubismus #Bildanalyse #Assemblage #ModerneKunst #ZeigMal #Kunstunterricht #Plastik #Skulptur #Kunstwissen
Die Skandal-Frauen des Willem de Kooning: Die Serie "Woman I-VI" (1952-53)
2026/01/27
HIER geht's zum Video! Diese kunsthistorische Analyse untersucht die zwischen 1950 und 1953 entstandene „Woman“-Reihe als einen zentralen Werkkomplex der amerikanischen Nachkriegskunst. Die Untersuchung thematisiert de Koonings bewusste Abkehr von der reinen Abstraktion und die damit verbundene Rückkehr zur Figuration. Das Video kontextualisiert die Serie innerhalb der kunsttheoretischen Debatten der 1950er-Jahre, insbesondere im Hinblick auf die Positionen von Clement Greenberg. Es erfolgt eine detaillierte formale Analyse von „Woman I“ unter Berücksichtigung von Farbauftrag, Duktus und Materialsemantik. Abschließend wird die kunsthistorische Rezeption sowie der Einfluss auf die nachfolgende „New Figuration“ beleuchtet.#WillemDeKooning #Kunstgeschichte #AbstrakterExpressionismus #Bildanalyse #ActionPainting #ModerneKunst #Malerei #zeigmal! #kunst #tutorial #kunstgeschichte #bildung #abitur #schule #bdk #kunstunterricht #kunstunterricht #kunstlehrer #kunstlehrer #gymnasium #bildung
James Abbott McNeill Whistler: „Nocturne in Black and Gold – The Falling Rocket“ (1875)
2026/01/03
Zum Video auf Youtube Diesmal geht es um James McNeill Whistlers Meisterwerk „Nocturne in Black and Gold – The Falling Rocket“ und den historischen Prozess gegen John Ruskin. Untersucht wird, wie dieses Werk die Autonomie der Kunst definierte, den Tonalismus prägte und den Weg für die Moderne ebnete. Die Darstellung beleuchtet die radikale Maltechnik sowie das Prinzip „Art for Art’s Sake“ in einem der kontroversesten Momente der Kunstgeschichte.-----Unterstützt vom "Bund Deutscher Kunsterzieher e.V. (BDK) - Landesverband Niedersachsen". Heute noch Mitglied werden über: https://bdk-online.info/-----#zeigmal! #kunst #tutorial #kunstgeschichte #bildung #abitur #schule #bdk #kunstunterricht #kunstunterricht #kunstlehrer #kunstlehrer #gymnasium #bildung #Whistler #Abstraktion #Tonalism #ArtHistory #ZeigMal #johnruskin #ruskin #art #arthistory #malerei #gemälde
KO Götz: Jonction I bis III – Wie man die deutsche Wiedervereinigung zeigt, ohne sie zu zeigen.
2025/10/26
Zum Video auf YouTube Karl Otto Götz zählt zu den wichtigsten Vertretern derabstrakten Malerei und des deutschen Informel und prägte mit seinem gestisch-expressiven Stil die Nachkriegskunst entscheidend mit. Seine Werke sind Ausdruck einer Malerei, die nicht Abbild, sondern Ereignis sein will – Bewegung, Rhythmus und Energie werden zu zentralen Bildthemen. Besonders deutlich zeigt sich dies in seiner Werkgruppe „Jonction“ aus den Jahren 1990 und 1991, in der Götz die deutsche Wiedervereinigung bildnerisch reflektiert. In diesen großformatigen Diptychen übersetzt er das politische und emotionale Spannungsfeld der Zeit in eine dynamische Bildsprache, die zugleich Aufbruch, Reibung und Verbindung der beiden Landesteile sichtbar machen will. #bdk_kunstpaedagogik #bdk_niedersachsen #bdk_niedersachsen_bremen #informel #kunst #abstraktekunst #abstraktemalerei #deutscheinheit #wiedervereinigung #malerei #gemälde #gerhardrichter #karlottogötz #kogötz #jonction #diptychon
Was ist… Plastik – Skulptur – Objekt?
2025/07/24
Zum Video auf YouTube Dreidimensionale Kunstwerke werden in der Regel in drei Kategorien unterschieden – Plastik, Skulptur und Objekt.Zwar sind diese nicht immer vollkommen eindeutig voneinander zu trennen, insbesondere Plastik und Skulptur werden im Alltag oft synonym gebraucht, doch geben die Begriffe Aufschluss über das Werkverfahren, mit dem die Werke hergestellt wurden. Eine Skulptur entsteht, der Wortursprung legt es nahe, inder Regel subtraktiv. Sie wird hergestellt, indem von einem Ausgangsmaterial Material weggenommen oder abgetragen wird, beispielsweise durch Meißeln oder Schnitzen aus einem Holz- oder Steinblock. Eine Plastik hingegen entsteht im engeren Sinn durch Auftragen und Formen von weichem Material oder durch Gussverfahren. Plastiken werden additiv, quasi aus dem Nichts aufbauend hergestellt. Aus formbaren Werkstoffen wie Ton, Wachs oder Gips wird modellierend das Werk geformt, indem Material hinzugefügt und anschließend bearbeitet wird. Mit dem 20. Jahrhundert erweiterten sich die bildhauerischen Möglichkeiten stark, sodass viele Werke sich weder klar als klassische Skulptur noch als Plastik einordnen lassen – ein Hilfskonstrukt ist deshalb der heute verwendeteBegriff „Objekt“.  Auch hier sind die Grenzen jedoch fließend und nicht immer eindeutig bestimmbar. Als Ursprung und Vorläufer werden gemeinhin die Materialcollagen der Kubisten und Dada-Künstler wie Kurt Schwitters betrachtet, in denen dem Relief nicht unähnlich plastische Gegenstände auf einer Grundplatte montiert werden.  #kunst #kunstwerk #künstler #bildhauer #ton #bronze #gips #kunsterziehung #bildung #museum #erklärung #kunstunterricht #schule #asmr #lernen
Peter Paul Rubens: Der Decius-Mus-Zyklus und „Der Tod des Decius Mus in der Schlacht“ (1617/1618)
2025/05/04
„Der Tod des Decius Mus in der Schlacht“ ist der grausame Höhepunkt eines zwischen 1617 und 1618 von Peter Paul Rubens angelegten Bilderzyklus bestehend aus insgesamt acht Werken. Die Reihe thematisiert den selbstgewählten Opfertod des römischen Konsuls Publius Decius Mus in der Schlacht gegen den eigentlich überlegenen latinischen Feind der Samniten. In der Folge der von Titus Livius überlieferten Ereignisse steht der schließlich der Sieg der römischen Armee.-----Unterstützt vom "Bund Deutscher Kunsterzieher e.V. (BDK) - Landesverband Niedersachsen". Heute noch Mitglied werden über: https://bdk-online.info/-----#zeigmal! #kunst #tutorial #kunstgeschichte #bildung #abitur #schule #bdk #kunstunterricht #kunstunterricht #kunstlehrer #kunstlehrer #gymnasium #bildung #Rubens #PeterPaulRubens #Barock #Livius #LeonardodaVinci #Krieg #Schlacht #Wien #Abitur2027 #Antwerpen
Mark Bradford: "Scorched Earth" (2006)
2025/04/21
Hier geht's zum Video auf YouTube. Mark Bradford ist bekannt für seine vielschichtigen und sozial engagierten Bilder. Sein Werk umfasst nicht nur Malerei und Skulpturen, im Laufe seiner künstlerischen Arbeit erweiterten sich seine Ausdrucksformen neben seinem anhaltenden Interesse an Druckgrafik und Collagen um Videos, Installationen und Fotografien. Der gesellschaftspolitische Hintergrund seiner Kunst macht ihn zu einer zentralen Figur in der zeitgenössischen Kunstszene. Mark Bradfords inhaltlicher Fokus liegt also auf den komplexen Zusammenhängen moderner Lebenserfahrungen und den gesellschaftspolitischen Fragen der Lebensrealitäten der People of Colour seiner Heimat. Ausganspunkt sind dabei seine persönlichen, von institutionellem und strukturellem Rassismus geprägten Erfahrungen des Aufwachsens in Los Angeles – beispielsweise die der Rodney King Riots von 1992, deren künstlerische Aufarbeitung 2006 in eines von Bradfords bemerkenswertesten Werken mündete: "Scorched Earth". Das Werk ist eine Einladung zum Nachdenken über die sozialen und ökonomischen Kräfte, die Spuren der Zeit und die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten und Positionen, die unsere Umgebung, unser Denken, Handeln und Leben prägen.-----Unterstützt vom "Bund Deutscher Kunsterzieher e.V. (BDK) - Landesverband Niedersachsen". Heute noch Mitglied werden über: https://bdk-online.info/-----#zeigmal! #kunst #tutorial #kunstgeschichte #bildung #abitur #schule #bdk #kunstunterricht #kunstunterricht #kunstlehrer #kunstlehrer #gymnasium #bildung #markbradford #blacklivesmatter #losangeles #artist #art
Heinrich Jacob Fried: "Die Blaue Grotte von Capri" (1835)
2025/03/25
HIER geht's zum Video auf YouTube! „Die Blaue Grotte von Capri“ ist wahrscheinlich das bekannteste Werk des spätromantischen Malers Heinrich Jakob Fried. Zu finden ist es heute in der Kunsthalle in Bremen. Während einer Reise nach Neapel und Capri im April 1835 besucht Fried eine erst kurz zuvor von den Malern August Kopisch und Ernst Fries wiederentdeckte, nur vom Meer aus über eine enge Felsöffnung zugängliche Felsenhöhle. Wohl noch auf der Insel fertigt Heinrich Jacob Fried eine Ölstudie des Gesehenen an, die zwar bereits wesentliche Gestaltungsentscheidungen beinhaltet, aber noch zahlreiche Änderungen erfahren wird. Das Gemälde selbst entsteht nur wenig später nach seiner Rückkehr nach Rom.-----Unterstützt vom "Bund Deutscher Kunsterzieher e.V. (BDK) - Landesverband Niedersachsen". Heute noch Mitglied werden über: https://bdk-online.info/-----#zeigmal! #kunst #tutorial #kunstgeschichte #bildung #abitur #schule #bdk #kunstunterricht #kunstunterricht #kunstlehrer #kunstlehrer #gymnasium #bildung #bremen #capri #italien
Picasso - Die Minotauromachie (1935)
2025/03/11
HIER geht's zum Video auf YouTube! Pablo Picasso ist, so viel ist sicher unstrittig, einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit Georges Braque gilt er als Wegbereiter des Kubismus. Er erfindet die Collage undleistet mit seinen Werken zentrale Beiträge zur Entwicklung des Symbolismus und Surrealismus, ist an jeder Entwicklung der Kunst seiner Zeit maßgeblich und prägend beteiligt. Zwar versteht sich Picasso zeitlebens in erster Linie als Maler, aber auch sein plastisches oder keramisches Werk ist vielseitig und umfangreich. Immer wieder kehrt der Künstler zudem in die grafische Arbeit zurück, zeichnend und druckend, motivisch und technisch experimentierend. Mit über 50.000 Werken in unzähligen Materialien, Stilen und Techniken hinterlässt Picasso so ein in Umfang und Formenvielfalt unvergleichliches, in seiner Gesamtheit, seiner Wirkung und Relevanz kaum mehr zu erfassendes Erbe. Die „Minotauromachie“, wörtlich: ‚Minotaurus-Kampf‘,entsteht als Reihe von sieben Radierungen zwischen dem 23. März und Mai 1935 und gilt als das bedeutendste grafische Werk des Künstlers. Der Titel ist dabei sicherlich ein bewusstes Spiel mit der „Tauromaquia“ von Goya, einer Aquatinta-Reihe aus dem Jahr 1819, die die Gräuel desStierkampfes thematisieren. Die Radierungen entstehen zu einer Zeit, in der Picasso die fortgesetzten Auseinandersetzungen mit seiner damaligen Frau Olga Koklowa und ihrer – natürlich begründeten – Eifersucht auf seine junge Geliebte Marie-Thérèse Walter derart einnehmen, dass seine künstlerische Tätigkeit beinahe zum Erliegen kommt. Hin- und hergerissen zwischen seinerscheiternden Ehe mit Olga und der Beziehung zu Marie-Therese hört Picasso Anfang 1935 vollständig auf zu malen, um sich beinahe ausschließlich der Herstellung von Grafiken und dem Schreiben von Gedichten zu widmen. Der Künstler selbst wird diese Zeit, in der die auch in seinem Werk erkennbare innere Zerrissenheit der letzten Jahre ihren Höhepunkt erreicht, später selbst als „die schlimmste Zeit in meinem Leben“ bezeichnen – sie endet erst im Juni 1935, also kurz nach der Fertigstellung der Minotauromachie, mit Olgas Entdeckung der Schwangerschaft Marie-Thereses.
Die Geschichte des Stilllebens
2025/01/30
Zum Video auf YouTube Der Begriff des „Stilllebens“ hat seinen Ursprung im Niederländischen „Still leve“. Still leben. Ein seltsamer, in sich doch etwas widersprüchlicher Begriff. Etwas mehr Aufschluss über die bildmotivischen Inhalte dieser neben Genre- und #Historienbild sowie Portrait und #Landschaft letzten großen Gattung der #Malerei bieten uns vielleicht aber die italienische Bezeichnung „natura morta“ und seine französische Entsprechung, „nature morte“. Es sind eben die ihrer Natur, ihrem Wesen nach toten, unbelebten Gegenständen, die hier im darstellerischen Fokus stehen. „Stillleben“ zeigen also ein Arrangement von unbewegten, von stillen Dingen – sie sind dadurch in ihrer Natur kontemplativ, eine Ablenkung durch direkte, unmittelbare und die Ruhe störende menschliche Aktivität findet sich nicht. #Stillleben #stilllife #Kunst #Kunstgeschichte #Malerei #BDK
Karl Friedrich Schinkel: "Gotischer Dom am Wasser" (1813) – Architekturvision der Romantik
2025/01/05
Das VIDEO zur Folge gibt's HIER auf YouTube! „Die Kunst ist das Werkzeug der Ewigkeit der Ideen“ schreibt Karl Friedrich Schinkel, der mit seinen klassizistischen Bauten die Architektur in #Preußen maßgeblich prägende Baumeister. Schinkel ist als Hofarchitekt König Friedrich Wilhelms III. überall im Land tätig, entwirft und baut die Kirchen, Theater, Denkmäler des aufstrebenden Staates. Neben seiner Arbeit als #Architekt oder sogar Bühnenbildner ist Karl Friedrich Schinkel aber auch einer der bedeutendsten Maler der deutschen #Romantik. Seine Gemälde zeigen oft romantische, märchenhafte #Landschaften mit #Burgen und gotischen #Kathedralen, die aus ihrer Umgebung herauszuwachsen scheinen, integraler Bestandteil der Landschaft sind: „Die Architektur ist die Fortsetzung der Natur in ihrer konstruktiven Tätigkeit“ bemerkt Schinkel an anderer Stelle, ein Gedanke, der der pantheistischen Sicht der Romantiker von einer Einheit von #Gott und #Natur, von #Schöpfung nahesteht. Schinkel selbst schafft in seinen Gemälden Visionen einer idealisierten, insbesondere die deutsche Vergangenheit in ein idyllisches Licht rückenden Welt, in der immer wieder Fantasiegebäude wie gotische Kathedralen zentraler Blickpunkt sind. Karl Friedrich Schinkels „Gotischer Dom am Wasser“ ist ein Gemälde mit für die Romantik typischer Botschaft der oft als „Todessehnsucht“ gedeuteten Ahnung der Endlichkeit des irdischen Daseins und daran geknüpfter christlicher Heils- und Erlösungserwartung. ==== Weitere Videos des Kanals werden vom "Bund Deutscher Kunsterzieher (BDK)" gefördert. Für Mitglieder bietet insbesondere der Landesverband #Niedersachsen lohnenswerte Inhalte. Hier also Mitglied werden: https://niedersachsen-bdk.de/ ==== Aufgenommen mit: - RØDE PodMic - https://amzn.to/3UGFEyB - Focusrite Scarlett Solo Studio 3. Gen - https://amzn.to/3WfjQv6 #zeigmal! #kunst #tutorial #kunstgeschichte #bildung #abitur #schule #kunstunterricht

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