Werben im Podcast: Politischer Pausen Podcast
Dieser Podcast hat
128 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
PD Dr. Julia SchwanholzExplizit
Nein
Erstellt am
2023/11/29
Neueste Episode
2026/07/30
Durchschnittsdauer
34 min.
Veröffentlichungsintervall
15 Tage
Beschreibung
Im Politische Pausen Podcast diskutiert Dr. Julia Schwanholz mit ihren Gästen über Themen aus Politik und Wissenschaft.
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Ist dauerhafter Frieden möglich? | mit Prof. Dr. Tobias Debiel
2026/07/30
In der letzten Folge der aktuellen Staffel begrüßt PD Dr. Julia Schwanholz Prof. Dr. Tobias Debiel, Professor für Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik an der Universität Duisburg-Essen und langjähriger Mitherausgeber des jährlich erscheinenden Friedensgutachtens. Das aktuelle Gutachten „Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen“ formuliert eine dramatische Zuspitzung gegenüber dem Vorjahr: Die internationale Weltordnung zerfällt nicht mehr nur, sondern wird aktiv durch eine neue, imperial geprägte Ordnung ersetzt. Mit 61 aktiven bewaffneten Konflikten weltweit ist ein historischer Rekord erreicht, der sogar die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg übertrifft.
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht das Konzept der sogenannten neuen Warlords. Wie lässt sich eine Handlungslogik beschreiben, in der Staaten Krieg als selbstverständliches Mittel der Politik betreiben, Eigeninteressen gewaltsam durchsetzen und das Völkerrecht nur noch selektiv gilt? Debiel erläutert, welche Rolle dabei Russland, die USA unter Trump und die Golfstaaten spielen und warum China eine Sonderstellung einnimmt. Auch die Vereinten Nationen kommen zur Sprache: Trumps geplanter „Board of Peace“ als Parallelinstitution zum Sicherheitsrat, drastische Mittelkürzungen und der drohende Bedeutungsverlust des Völkerrechts stellen die Organisation vor eine historische Existenzkrise.
Wider die Ohnmacht: Bürger stärkt die Demokratie! | mit Arne Semsrott
2026/07/16
In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts begrüßt PD Dr. Julia Schwanholz Arne Semsrott, Politikwissenschaftler, Journalist, Aktivist und Projektleiter des Recherche- und Transparenzportals FragDenStaat. Gemeinsam sprechen sie über sein im Juni erschienenes Buch „Gegenmacht – Die Zivilgesellschaft schlägt zurück", das er als konsequente Fortführung seines Vorgängerwerks „Machtübernahme" begreift: Was er dort noch als düsteres Szenario einer rechtsextremen Regierungsbeteiligung skizzierte, ist aus seiner Sicht bereits Realität geworden.
Im Gespräch geht es um die Frage, ob das sogenannte Cordon Sanitaire noch existiert, wenn etablierte Parteien die Positionen der AfD inhaltlich übernehmen.
Semsrott stellt seine Idee einer demokratischen Offensive vor: eine aktive Stärkung der Zivilgesellschaft durch bessere Vernetzung, strategische Rechtskämpfe und gezielte Medienkritik. Es wird auch hinterfragt, was direkte Demokratie auf Bundesebene bewirken würde. Schließlich rekapitulieren sie Semsrotts abgesagte Lesung in Magdeburg, ein Beispiel, das kaum besser zum Titel des Buches passen könnte und zeigt, dass zivilgesellschaftliche Gegenmacht tatsächlich wirken kann.
Gleichberechtigung als Kraftakt: lassen sich Karriere und Familie in Deutschland vereinbaren? | mit Lisa Frerichs
2026/07/02
In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts begrüßt PD Dr. Julia Schwanholz Lisa Frerichs, stellvertretende Sprecherin des Berliner Senats und Sprecherin der Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Gemeinsam sprechen sie über das Spannungsfeld von Beruf und Familie und damit über die Frage, wie sich Karriere und Familienplanung in Deutschland heute tatsächlich vereinbaren lassen. Vor dem Hintergrund aktueller Zahlen, gibt Lisa Frerichs persönliche Einblicke in ihren Alltag als vollzeitarbeitende Mutter eines Kleinkindes und erklärt, warum sie und ihr Mann damit einer absoluten Minderheit angehören. Im Gespräch geht es um die sogenannte Retraditionalisierungsfalle nach der Geburt des ersten Kindes und um die kontrovers diskutierte „Teilzeitfalle". Beide sprechen außerdem darüber, welche Rolle das Ehegattensplitting und steuerliche Fehlanreize dabei spielen, dass Frauen trotz besserer Bildungsabschlüsse häufiger in Teilzeit arbeiten, wie eigentlich Männer auf das klassische Alleinverdienermodell blicken und was sich ändern könnte, wenn Elterngeld und Kita-Infrastruktur politisch anders gestaltet würden. Eine Folge über Mental Load, Gerechtigkeitssensibilität und die Frage, welche politischen Rahmenbedingungen es jungen Familien tatsächlich leichter machen würden, sich für Kinder und Karriere gleichermaßen zu entscheiden.
Demokratie gerichtlich schützen? | mit Prof. Dr. Susanne Baer
2026/06/18
In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts begrüßt PD Dr. Julia Schwanholz Prof. Dr. Susanne Baer, ehemalige Richterin des Bundesverfassungsgerichts. Gemeinsam sprechen sie über Baers Buch „Rote Linien: Wie das Bundesverfassungsgericht die Demokratie schützt“ und damit die Frage, wie politische Institutionen Freiheit, Pluralität und Rechtsstaatlichkeit sichern können.
Ausgehend von ihrer Zeit in Karlsruhe gibt Prof. Dr. Baer Einblicke in die Arbeitsweise des Gerichts und erklärt, warum das Bundesverfassungsgericht weder politische Entscheidungen ersetzt noch selbst Politik macht, sondern die verfassungsrechtlichen Spielregeln der Demokratie sichert.
Zugleich richtet sich der Blick auf das Konzept der streitbaren Demokratie. Das Gespräch thematisiert die verfassungsrechtlichen Instrumente zum Schutz der freiheitlich demokratischen Grundordnung und vor diesem Hintergrund die Debatte um ein AfD Verbotsverfahren.
Darüber hinaus geht es darum, wie das Grundgesetz zu großen gesellschaftlichen Veränderungen und technologischem Wandel steht. Welche Rolle spielen europäische und internationale Rechtsordnungen für die Auslegung der Verfassung? Und wie gelingt es dem Bundesverfassungsgericht, neue Fragen von künstlicher Intelligenz bis zum Datenschutz mit einem Text zu beantworten, der vor mehr als 75 Jahren entstanden ist?
Eine Folge über die Frage, wann berechtigte oder gar notwendige Konflikte in der Demokratie eskalieren und wie die Arbeit des Bundesverfassungsgerichts genau dort beginnt.
Generation Zweifel, Demokratie mit Zukunft? Ein Blick auf NRW | mit Prof. Dr. Susanne Pickel & Prof. Dr. Andreas Blätte
2026/06/04
Wie demokratiefest ist die gesellschaftliche Mitte? In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit Prof. Dr. Susanne Pickel und Prof. Dr. Andreas Blätte über zentrale Befunde des dritten Demokratieberichts Nordrhein Westfalen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, warum die Zufriedenheit mit der Demokratie besonders unter jüngeren Menschen deutlich zurückgeht und weshalb demokratische Überzeugungen zunehmend mit autoritären Vorstellungen vermischt werden. Das Gespräch beleuchtet die Unterscheidung zwischen überzeugten, fragilen und antidemokratischen Demokratieorientierungen und diskutiert, welche Risiken daraus für die demokratische Stabilität entstehen.
Ein weiterer Fokus liegt auf den Ursachen dieser Entwicklungen. Diskutiert wird die Bedeutung subjektiver Lebenslagen, von Zukunftssorgen, wahrgenommener Ungerechtigkeit und gesellschaftlicher Unsicherheit für das Demokratievertrauen. Dabei wird deutlich, dass politische Einstellungen nicht allein durch objektive Lebensbedingungen geprägt werden, sondern wesentlich von individuellen Wahrnehmungen und Krisenerfahrungen abhängen.
Schließlich richtet sich der Blick auf mögliche Handlungsperspektiven. Das Gespräch thematisiert die Rolle politischer Bildung, digitaler Öffentlichkeiten und demokratischer Erfahrungsräume und fragt, wie demokratische Resilienz unter den Bedingungen multipler Krisen gestärkt werden kann.
Zu neuem Leben erweckt: Was Politikergedenkstiftungen leisten | mit Dr. Jacqueline Boysen
2026/05/21
Welche Rolle spielen Politikergedenkstiftungen für politische Bildung, Erinnerungskultur und demokratische Verständigung? In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit Dr. Jacqueline Boysen, der hauptamtlichen Geschäftsführerin der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung, über Auftrag, Selbstverständnis und gesellschaftliche Bedeutung dieser besonderen Institutionen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Demokratiegeschichte über politische Persönlichkeiten erzählt werden kann, ohne in Personenkult oder unkritische Heldenverehrung zu verfallen. Das Gespräch beleuchtet, warum biografische Zugänge in der politischen Bildungsarbeit weiterhin wirksam sind und wie sich historische Entwicklungen, politische Entscheidungsprozesse und demokratische Verantwortung über einzelne Personen vermitteln lassen.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Rolle von Politikergedenkstiftungen im Umgang mit gesellschaftlicher Polarisierung und wachsendem Misstrauen gegenüber Politik. Diskutiert wird, wie historische Persönlichkeiten als Ausgangspunkt dienen können, um demokratische Institutionen, politische Führung und Kommunikationsstil verständlich zu machen und warum gerade niedrigschwellige, inklusive Zugänge dabei zentral sind.
Zugleich geht es um die Herausforderungen demokratischer Erinnerungskultur. Das Gespräch thematisiert den Umgang mit Ambivalenzen und Kontroversen, etwa rund um die CDU Spendenaffäre, sowie die Frage, wie staatlich organisierte Erinnerung zwischen Würdigung, historischer Einordnung und kritischer Aufarbeitung vermittelt. Ergänzend zeigt sich die überparteiliche Ausrichtung der Politikergedenkstiftungen auch in gemeinsamen Projekten, etwa im Berliner Schülerwettbewerb zur politischen Bildung der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus und der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung.
Ein Gespräch über politische Bildung, historische Narrative und die Frage, wie Demokratiegeschichte im öffentlichen Raum sichtbar und erfahrbar gemacht werden kann.
Was Menschen bewegt: Politische Dialoge in der S-Bahn | mit Kristina Krömer
2026/05/07
Wie lässt sich demokratischer Austausch jenseits klassischer Beteiligungsformate neu denken? In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit Kristina Krömer über das Demokratieprojekt metro_polis, das den öffentlichen Nahverkehr als Ort für gesellschaftliche Begegnung und politischen Dialog nutzt.
Im Mittelpunkt steht die Idee, Demokratie als gelebte Praxis im Alltag zu verstehen. Statt formeller Beteiligungsverfahren setzt das Projekt auf spontane Gespräche in der Straßenbahn und knüpft an die Lebensrealitäten der Menschen an. Das Gespräch zeigt, warum gerade diese niedrigschwelligen Formate auch jene erreichen, die sich sonst selten politisch einbringen, und wie unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven miteinander in Austausch kommen.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie aus individuellen Erfahrungen kollektive Erkenntnisse entstehen. Die Beiträge der Teilnehmenden werden systematisch erfasst, ausgewertet und so aufbereitet, dass sie als Stimmungs- und Erfahrungsbild in Politik und Verwaltung zurückgespielt werden können. Dabei geht es nicht um einzelne Meinungen, sondern um zugrunde liegende Bedürfnisse und Problemlagen, die in klassischen Beteiligungsformaten oft unsichtbar bleiben.
Zugleich wird deutlich, welches Potenzial solche Ansätze für demokratische Verständigung haben. Das Gespräch beleuchtet, wie Dialogfähigkeit im Alltag gestärkt werden kann und wie Verwaltung und Politik von diesen unmittelbaren Einblicken in gesellschaftliche Erfahrungen profitieren können.
Ein Gespräch über neue Formen politischer Begegnung, datenbasierte Beteiligung und die Frage, wie Demokratie im Alltag und im institutionellen Kontext zusammenwirken kann.
Wählermärkte im Wandel: Wie stabil ist die politische Mitte? | mit Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte
2026/04/23
Wie verändert sich der politische Wettbewerb in einer Zeit wachsender Unsicherheit und steigender Zustimmung für rechtsextreme Parteien? In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte über aktuelle Entwicklungen im Wählermarkt und zentrale Thesen seines Buches.
Im Mittelpunkt stehen die von Korte beschriebenen vier Ms: Markt, Mitte, Mehrheit und Moderation. Das Gespräch beleuchtet, wie politische Kommunikation und fehlende Gesprächsräume zur Entfremdung zwischen Politik und Gesellschaft beitragen und warum analoge Begegnungen für demokratische Verständigung weiterhin zentral sind.
Ein weiterer Fokus liegt auf der Rolle der politischen Mitte. Diskutiert wird, warum sie trotz zugespitzter Konflikte stabil bleibt, gleichzeitig aber zu wenig adressiert wird und stärker über Zukunftsangebote mobilisiert werden müsste. Dabei geht es auch um die Frage, wie Parteien auf Unzufriedenheit reagieren und welche Erwartungen Wählerinnen und Wähler an Problemlösungen im Alltag haben.
Ebenfalls richtet sich der Blick auf politische Entscheidungsfähigkeit unter Bedingungen wachsender Komplexität. Das Gespräch zeigt, warum Mehrheiten aktiv hergestellt werden müssen, welche Rolle Verlässlichkeit für demokratisches Vertrauen spielt und wie politische Führung zwischen Zumutung und Sicherheit vermitteln kann.
Ein Gespräch über die Logik moderner Wählermärkte und die Frage, wie Demokratie unter Druck handlungsfähig bleibt.
Koalitionen am Limit? Flexible Mehrheiten in der Demokratie | mit Prof. Dr. Christian Stecker
2026/04/09
Starre Koalitionen prägen die parlamentarische Demokratie in Deutschland seit Jahrzehnten. Doch passt dieses Modell noch zu einem zunehmend fragmentierten und pluralisierten Parteiensystem? In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit Prof. Dr. Christian Stecker über sein neues Buch und die Idee flexibler Mehrheiten.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie politische Entscheidungen jenseits fester Koalitionslogiken organisiert werden können. Statt vorab festgelegter Mehrheiten plädiert Stecker für themenbezogene Kooperationen im Parlament, die sich an konkreten politischen Streitfragen orientieren. Das Gespräch beleuchtet, warum der klassische Koalitionszwang zunehmend unter Druck gerät und welche Folgen dies für Parteien, Programme und politische Kompromisse hat.
Ein weiterer Fokus liegt auf den demokratietheoretischen Implikationen. Diskutiert wird, inwiefern flexible Mehrheiten zu einer stärkeren Repräsentation gesellschaftlicher Vielfalt beitragen können, aber auch, welche Herausforderungen sie für politische Verantwortung, Verständlichkeit und Stabilität mit sich bringen. Dabei geht es auch um den Umgang mit Parteien an den politischen Rändern und die Frage, welche Rolle Brandmauern in einem solchen System spielen.
Ein Gespräch über neue Formen des Regierens, veränderte Konfliktlinien und die Zukunft parlamentarischer Demokratie.
Belastung oder Entlastung: Was bringt der digitale Sozialstaat? | mit Prof. Dr. Tanja Klenk
2026/03/26
Digitalisierung und Bürokratieabbau zählen zu den regelmäßigen politischen Versprechen. Doch was ist damit eigentlich konkret gemeint und wie wirkt es auf sozialstaatliche Leistungserfüllung? In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit der Verwaltungswissenschaftlerin Prof. Dr. Tanja Klenk über Ambivalenzen eines sogenannten Magic Concepts.
Im Mittelpunkt steht die Frage, warum so viele Menschen sozialstaatliche Leistungen erst gar nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie ihnen zustehen. Das Phänomen des Non-Take-Up verweist auf strukturelle Hürden, die auch durch digitale Zugänge nicht automatisch verschwinden, sondern oft sogar gegenteiliges bewirken.
Das Gespräch beleuchtet, wie Administrative Burdens den Zugang zu Leistungen prägen und wie Informationsdefizite, Verfahrenskomplexität und persönliche Frustration zur Nicht-Inanspruchnahme beitragen. Dabei wird deutlich, dass Digitalisierung kein Allheilmittel ist, sondern neue Ungleichheiten schafft.
Ein Gespräch über politische Versprechen, soziale Teilhabe und die Frage, wie Verwaltungserfahrungen das Vertrauen in Staat und Demokratie prägen.
Breaking oder Briefing: Quo vadis Politikjournalismus? | mit Michael Bröcker
2026/03/12
Wie verändert der digitale Medienwandel die politische Berichterstattung und mediale Öffentlichkeit? Was kann politischer Journalismus im Zeitalter der Jederzeit- und Überallmedien noch beitragen?
In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit dem Journalisten Michael Bröcker über strukturellen Medienwandel. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich politische Information verändert hat, klassische Printformate an Reichweite verlieren und neue Formate wie Newsletter, Briefings und digitale Abonnements hinzugekommen sind.
Gemeinsam diskutieren sie, warum gerade kompakte Hintergrundformate für politische Entscheiderinnen und Entscheider immer wichtiger werden, wie journalistische Einordnung im digitalen Informationsüberfluss funktionieren kann und welche neuen Geschäftsmodelle im politischen Journalismus entstehen. Dabei geht es auch um die veränderten Arbeitsweisen von Redaktionen, den Einfluss sozialer Medien auf politische Kommunikation und die Frage, inwieweit sich politische Öffentlichkeit fragmentiert hat.
Ein Gespräch über journalistische Verantwortung und Orientierung in einer immer komplexeren Informationswelt.
Nachwuchs der Macht: die Jugendorganisationen politischer Parteien | mit Dr. Anna-Sophie Heinze
2026/02/19
Jugendorganisationen sind keine Anhängsel ihrer Mutterparteien, sondern zentrale Orte politischer Sozialisation, Rekrutierung und strategischer Positionierung. In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit der Politikwissenschaftlerin Dr. Anna-Sophie Heinze von der Universität Trier über die Funktionen, Dynamiken und politischen Wirkungen parteinaher Jugendorganisationen.
Im Mittelpunkt stehen sie als Rekrutierungs- und Revitalisierungsorte für das politische Spitzenpersonal und Parteien in Zeiten sinkender Mitgliedszahlen. Inwiefern setzen sie eigenständige Akzente und treten ideologisch radikaler auf als ihre Mutterparteien? Was sind die professionellen Karriereanreize, soziale Motivationen und politische Überzeugungen junger Mitglieder?
Ein besonderer Fokus im Gespräch liegt auf rechtsextremen Jugendorganisationen und der Jungen Alternative bzw. neu gegründeten Generation Deutschland.
Dazu wird der Blick auf Geschlechterverhältnisse, Professionalisierung und internationale Vergleichsfälle gerichtet. Ein Gespräch über politische Sozialisation, demokratische Nachwuchsförderung und die Bedeutung junger Parteiorganisationen für die Zukunft des Parteiensystems.
Kirche und Macht: wie politisch ist die Religion? | mit Nora Bossong
2026/02/05
Religion ist immer auch politisch. Sie prägt Fragen von Autorität, Legitimität und Gesellschaftsordnung. In dieser Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit der preisgekrönten Schriftstellerin und Essayistin Nora Bossong über den politischen Einfluss religiöser Deutungen in Vergangenheit und Gegenwart.
Ausgehend von Bossongs theologischer Ausbildung und ihrer literarischen Arbeit diskutieren die beiden, warum religiöse Narrative im politischen Raum wieder an Bedeutung gewinnen und wie Kirche als Institution historisch wie heute in politische Strukturen eingebunden ist. Im Zentrum stehen dabei auch innerkirchliche Hierarchien und geschlechtsspezifische Ausschlüsse, die bis heute fortwirken.
Der Blick richtet sich zudem auf internationale Entwicklungen, etwa den wachsenden Einfluss religiöser Akteure in der US-amerikanischen Politik, sowie auf die Frage, wie Religion als identitätsstiftende Ressource politisch mobilisiert wird. In Bezug auf Bossongs Roman Reichskanzlerplatz sprechen Schwanholz und Bossong außerdem über die Rolle der Kirche im Nationalsozialismus und über ihre Verantwortung in der Gegenwart. Vor dem Hintergrund des Erstarkens rechtsextremer Kräfte diskutieren sie, welche Lehren aus der Geschichte zu ziehen sind und welche Verantwortung religiöse Akteure heute tragen.
Ein Gespräch über Religion als politische Ressource, historische Kontinuitäten und die Frage, wie demokratische Gesellschaften mit Glauben, Macht und Erinnerung umgehen.
Alles neu denken? Demokratie zwischen Avenir oder Futur | mit Prof. Dr. Andrea Römmele
2026/01/22
Zukunft ist nicht gleich Zukunft. In der neuen Folge des Politischen Pausen Podcasts spricht PD Dr. Julia Schwanholz mit Prof. Dr. Andrea Römmele, Professorin für Kommunikation in Politik und Zivilgesellschaft an der Hertie School of Governance, über die Zukunft der Demokratie in einer Zeit multipler Krisen. Ausgangspunkt des Gesprächs ist Römmeles Buch „Demokratie neu denken. Szenarien unserer Welt von morgen“, in dem sie zentrale gesellschaftliche Megatrends identifiziert und deren Bedeutung für demokratische Handlungsfähigkeit durchdenkt.
Im Fokus stehen Fragen nach Führung, politischer Kommunikation und der Fähigkeit demokratischer Systeme, mit Digitalisierung, Klimawandel, Migration, Urbanisierung und demografischem Wandel umzugehen. Römmele macht deutlich, warum die Institutionen der Demokratie robuster sind, als oft angenommen, wo hingegen Anpassungen nötig sind und weshalb es nicht an Wissen, sondern konsequenter Umsetzung fehlt.
Dabei geht es auch um positive Zukunftsnarrative, um politische Verantwortung jenseits reiner Mehrheitslogik und um die Frage, wie Demokratie gesellschaftliches Vertrauen in Politik zurückgewinnen kann. Ein Gespräch über Zukunftsideen, demokratische Gestaltungskraft und die Gesellschaft in turbulenten Zeiten.
Verantwortung! | mit Dr. Volker Wissing
2026/01/08
Zum Auftakt des neuen Jahres spricht PD Dr. Julia Schwanholz im Politischen Pausen Podcast mit Dr. Volker Wissing über politische Führung und den Zustand der demokratischen Debattenkultur. Ausgangspunkt des Gesprächs ist Wissings neues Buch „Verantwortung“, in dem er seine Zeit in der Ampelkoalition reflektiert und grundsätzliche Fragen an das politische System Deutschlands stellt.
Im Zentrum steht die gescheiterte Ampel(bundes)regierung im Kontrast zur Ampel in Rheinland Pfalz. Wissing beschreibt öffentlichen Streit, fehlende Loyalität und mangelnde Verbindlichkeit in gemeinsam getroffenen Entscheidungen. Er erachtet parteipolitische Taktik als zentrale Ursache des Vertrauensverlusts. Darüber hinaus diskutieren Schwanholz und Wissing, was politische Führung in Zeiten multipler Krisen leisten muss und warum Verantwortung mehr bedeutet als strategische Profilierung.
Die Folge widmet sich außerdem der Frage, wie politische Lagerbildung, soziale Medien und eine eskalierende Aufmerksamkeitsökonomie demokratische Aushandlungsprozesse verändern. Wissing plädiert für einen Freiheitsbegriff, der individuelle Rechte und gesellschaftliche Verantwortung zusammendenkt.
Ein nachdenkliches Gespräch über Verantwortung im Amt, die Grenzen parteipolitischer Überzeugung und die Frage, wie demokratische Zusammenarbeit unter schwierigen Bedingungen gelingen kann.
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