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Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte. Der Podcast.

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Dieser Podcast hat
14 Episoden
Sprache
German
Erstellt am
2025/01/27
Neueste Episode
2026/10/27
Durchschnittsdauer
65 min.
Veröffentlichungsintervall
51 Tage

Beschreibung

Auf unserem Podcast gibt es nun ausgewählte Aufzeichnungen unserer Veranstaltungen, Gespräche mit Gästen und mehr. Das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte ist Deutschlands einziges internationales Geschichtsfestival, das einmal im Jahr und immer im Herbst nach Weimar einlädt. Auf zahlreichen Veranstaltungen und in verschiedenen Formaten laden wir zur Diskussion über historische Themen und ihre Bedeutung für heute ein. Immer im Sinne einer demokratischen, offenen Erinnerungskultur und der europäischen Idee... Hören Sie gern mal rein...

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Janin Pisarek und die Unglaublichkeit von Märchen und Sagen
2026/10/27
Die Welt der Märchen und Sagen ist voll von Zauberwesen undübernatürlichen Kräften. Einhörner, Hexen, Feen und Magier gehören zu den bekannteren. Doch was ist eigentlich ein Wechselbalg? Wem helfen die Moosweiblein? Und wen bestraft die Roggenmuhme? Das erfahrt Ihr in dieser Folge unseres Podcasts, in dem unser Programmleiter Andreas Braune die Thüringer Volkskundlerin und Erzählforscherin Janin Pisarek zu Gast hat. Vor allem aber: Wie lebten Menschen in früheren Zeiten mitdiesen Wesen und Geschichten zusammen? Welche Funktionen hatten diese Unglaublichkeiten? War es wirklich nur Aberglaube? Und warum ist die Faszination daran bis heute ungebrochen? Hört selbst.
Angela Schwarz: Fakt und Fake im History Game?
2026/10/22
Der Markt für History Games boomt. Da sind einerseits die großen Mainstream-Titel, bei denen Geschichte als spannende Kulisse für verschiedenste Genres dient, andererseits die sogenannten ‚Serious Games‘, bei denen Didaktik im Vordergrund steht. Doch wie authentisch können Geschichtsdarstellungen in Computerspielen sein? Was erleben wir beim Zocken: Geschichte oder eine moderne Vorstellung von Geschichte? Hierüber spricht Hendrik Erdmann, langjähriges Team-Mitglied unseres Festivals, mit Prof. Dr. Angela Schwarz von derUniversität Siegen. Sie beschäftigt sich schon seit 25 Jahren mit Geschichte in Computerspielen und hat maßgeblich dazu beigetragen, Computerspiele als Forschungsfeld für die Geschichtswissenschaften zu etablieren. Was sagt eine echte Forschungspionierin zu den aktuellen Trends der Branche, zur wachsenden Rolle des Medium Games und zu Fakt und Fiktion im Spieldesign? In der aktuellen Folge erfahrt Ihr mehr! Intro: Josephin Kalok Schnitt: Tobias Jakobi (Podcast Geschichte Europas)
Jörg Baberowski: Propaganda im 20. und 21. Jahrhundert
2026/10/15
Unser Programmleiter Andreas Braune im Gespräch mit dem Osteuropahistoriker und Autor Jörg Baberowski. Der Experte für die Geschichte des Stalinismus veröffentlichte Anfang 2026 das Buch "Am Volk vorbei. Zur Krise der liberalen Demokratie". Passend zum Jahresmotto unseres Festivals "Fakt oder Fake?" steht die Propaganda im Zentrum des Gesprächs: War das 20. Jahrhundert ein Jahrhundert der Propaganda? Wieso arbeitet sie in liberalen Demokratien anders als im Totalitarismus? Wo hat sie es leichter? Und leben wir heute in einem neuen Zeitalter der "Massenbeeinflussung"? Mehr dazu in dieser Podcastfolge... Intro: Josephin Kalok Schnitt: Tobias Jakobi (Podcast Geschichte Europas) Foto: Guido Werner
Harald Lesch im Gespräch: über Zweifel in und Zweifel an der Wissenschaft
2026/10/09
Vom 30.10. bis 1.11.2026 findet das 18. Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte statt, dieses Jahr unter dem Motto "Fakt oder Fake?" Zum Auftakt der Podcastreihe zum Motto spricht unser Programmleiter Andreas Braune mit Harald Lesch, Astrophysiker und Deutschlands bekanntester Wissenschaftserklärer. Wieso treiben Zweifel die Wissenschaft voran? Wieso sind Zweifel an der Wissenschaft ein Problem für die Demokratie? Und was hat das alles mit Geschichte zu tun? Im Podcast erfahrt Ihr mehr. Auch darüber, warum Harald Lesch fast Historiker geworden wäre.... Intro: Josephin Kalok Schnitt: Tobias Jakobi vom Podcast "Geschichte Europas" Foto: Andreas Braune
Revolution und Exil: Die 1848er in Deutschland und Amerika
2026/03/18
Eine war eine Matinee der besonderen Art: engagiert, literarisch, musikalisch, lehrreich, unterhaltsam. Wir hatten die Bestsellerautoren Tanja Kinkel und Jörg Bongzu Gast. Beide haben in ihren jüngsten Werken und Projekten die Revolution von 1848 und die vielen spannenden Geschichten, die sie erzählt, für sich entdeckt. Warum werden gründlich recherchierte historische Romane und (digitale)publizistische Projekte als Bausteine einer demokratischen Erinnerungskultur immer wichtiger? Darüber kamen wir ins Gespräch, und natürlich auch über »1848« selbst. Denn auch wenn sie scheiterten: Die Revolution von 1848/​49und die Nationalversammlung und Verfassung der Paulskirche waren der wichtigste Schritt hin zur Einheit in Freiheit für Deutschland im 19. Jahrhundert. Viele ihrer internationalen Bezüge sind heute aber wenig bekannt: etwa, dass vieleder demokratisch Engagierten nach dem Scheitern der Revolution Deutschland verließen. Skandinavien, die Schweiz und Frankreich waren naheliegende Ziele, das wichtigste aber waren die USA, wo viele der »48ers« eine zweite Karriere inPolitik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft machten.Demokratiegeschichte ist also sehr oft auch Migrationsgeschichte, und umgekehrt. Musik:Für musikalische Begleitung unserer revolutionär-literarischen Matinee sorgten Michael Zacchcial, Sänger der »Grenzgänger«, und der Akkordeon-Virtuose Felix Kroll. Gemeinsam gaben sie beeindruckende Revolutions- und Emigrantenlieder ausdem 19. Jahrhundert zum Besten – abgerundet durch eine ganz besondere Interpretation der Ode an die Freude. Unsere Gäste: Tanja Kinkel ist eine der erfolgreichsten Autorin historischer Romane in Deutschland. In ihrem jüngsten Buch »Im Wind der Freiheit« erweckt sie historische Figuren von 1848 wie Louise Otto, Amalie Struve oder Robert Blum zu literarischem Leben. Aus weiblicher Perspektive erzählt, liegt auch hier ein selten gewagter Blick auf die Revolution an, nämlich der der Frauen.Dr. Jörg Bong ist Publizist, Verleger, Herausgeber und Vielen vielleicht eher als »Jean-Luc Bannalec« und Autor der Bretagne-Krimis mit Kommissar Georges Dupin bekannt. Als Sachbuchautor machte er seinen echten Namen etwa mit dem Spiegel-Bestseller »Die Flamme der Freiheit. Die deutsche Revolution 1848/​1849« bekannt. Anfang 2025 ging sein online-Projekt demokratisches-deutschland.de als »Archiv der deutschen Demokratinnen und Demokraten« ans Netz.Moderation: Dr. Kai-Michael Sprenger ist Direktor der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, mit der wir die Veranstaltung gemeinsam organisiert haben.Foto: Jana Groß, instagram.com/tschanina22/
"Fremde (und) Heimat" - Eine Annäherung mit Susanne Scharnowski, Ségolène Plyer und Patrice Poutrus
2025/12/16
Deutschland ist eine Migrationsgesellschaft. Was man zurzeit oft hört, ist keine Neuigkeit. Denn die Migrationsgeschichte zeigt: das war schon immer so. Auswandern und Einwandern, Binnenmigration, Flucht und Vertreibung, Gast- und Vertragsarbeiter: Es gibt das moderne Deutschland nicht ohne Migration. Das gilt auch für die Zeit des geteilten Deutschland, als man in der DDR nicht nur besang, wie schön die Heimat sich gemacht habe, sondern auch Millionen deutsche Vertriebene integrierte und zahlreiche Gast- und Vertragsarbeiter aus ‚sozialistischen Bruderländern› aufnahm. In Ost- und Westdeutschland haben all diese und noch mehr Migrationsgeschichten ihre Spuren hinterlassen. Wie überall in Europa wurde auch in Deutschland seit mindestens 200 Jahren daher immer wieder neu verhandelt, was »Heimat« ist, wer »dazu« gehört und wer »fremd« ist. Wieso weckt der Begriff der Heimat bei so Vielen positive Gefühle der Geborgenheit, während für andere bei dem Wort auch Ausgrenzung, Abschottung, ja vielleicht sogar Abwehr des »Fremden« mitschwingt? Und: ist der Umgang mit »Heimat« (und »Fremde«) wirklich so typisch deutsch? Was sagen unsere europäischen Nachbarn dazu und wie gehen sie selbst mit ihren Migrationsgeschichten um? Gäste: Dr. Susanne Scharnowski ist Literaturwissenschaftlerin an der Freien Universität Berlin und forscht unter anderem zu Natur, Nostalgie und Identitäten. 2019 erschien ihr viel beachtetes Buch »Heimat: Geschichte eines Missverständnisses«.Dr. Patrice Poutrus ist Historiker an der Universität Osnabrück und beschäftigt sich unter anderem mit der jüngeren Migrationsgeschichte in deutsch-deutscher Perspektive. Seine Forschungen zu »Fremde und Fremdsein in der DDR« spiegeln dabei auch seinen eigenen Lebensweg als afrodeutscher Jugendlicher und junger Erwachsener in der DDR wider.Dr. Ségolène Plyer ist Historikerin an der Universität Straßburg und forscht unter anderem zur Migrationsgeschichte des Elsass, Flucht und Vertreibung im und nach dem Zweiten Weltkrieg und zur Bildung transnationaler Wirtschaftsregionen in Zentraleuropa, besonders in Böhmen – oder anders gesagt: zu Fremde und Heimat in europäischer Perspektive.Moderation: Dr. Justus H. Ulbricht ist Germanist und Historiker und ist seit Jahrzehnten als Moderator, Referent und Gesprächspartner in der historischen und kulturellen Bildung tätig, vor allem in seinen beiden neuen Heimaten Thüringen und Sachsen.Graphic Recording: Salea Rackwitz ist Mediengestalterin, freie Illustratorin und Dozentin an der Weimarer Mal- und Zeichenschule. Mit ihren live-Illustrationen gibt sie Veranstaltungen und Diskussionsrunden einen besonderen Touch und sorgt für witzig-charmante-nachdenkliche »Protokolle«. Das Ergebnis seht Ihr im Video.Alle Fotos: Jana Groß Graphic Recording: Salea Rackwitz
Michel Friedman fragt Bodo Ramelow: Wie findet man Heimat?
2025/11/07
Es war kontrovers und unterhaltsam, aber auch nachdenklichund aufrüttelnd: Zur Eröffnung unseres diesjährigen Festivals hatten wir das Deutsche Exilarchiv 1933-1945 mit seiner Reihe „Die Gegenwart des Exils: Friedman fragt…“ zu Gast. Passend zu unserem Jahres-Motto „Fremde (und) Heimat“ fragte Prof. Dr. Dr. Michel Friedman den ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten und Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Bodo Ramelow: Wie findet man Heimat? Beide kamen schnell ins Gespräch: Was bedeutet ‚Heimat‘ für zwei Menschen, die schon vor Langem nach Deutschland oder Thüringen ‚zugezogen‘ sind? Bald entwickelte sich die Frage angesichts des Zustands unserer Demokratie jedoch weiter: Wann ist das nicht mehr Deine Heimat? Den geschichtlichen Hintergrund der Frage „Wie findet man Heimat?“ lieferte Dr. Sylvia Asmus, Direktorin des Exilarchivs: Sie stellte zu Beginn dar, wie Thomas Mann es nach 1945 begründete, nicht aus dem Exil nach Deutschlandzurückzukehren. Alle Fotos: Jana Groß, instagram.com/tschanina22/
Von Vietnam in die DDR - und ins wiedervereinigte Deutschland. Huong Trute im Gespräch
2025/10/22
Etwa 100.000 Menschen kamen aus Vietnam in die DDR, und etwa 60.000 waren 1989/90 im Land. Eine von ihnen: Huong Trute. Schon Ende der 1970er kam sie mit 18 Jahren zum ersten Mal zur Ausbildung und zum Studium in die DDR, 1987 zum zweiten Mal, diesmal als Dolmetscherin für Vertragsarbeiter.Auch nach der Wiedervereinigung blieb sie. Heute betreibt die studierte Ingenieurs-Pädagogin das Restaurant “Orchidea Huong” in Wernigerode und wurde vielfach für ihr Engagement in der deutsch-vietnamesischen Community ausgezeichnet.Eine sehr persönliche Migrations- und eine sehr bewegte und bewegende Lebensgeschichte…
Wir schafften das! Dr. Gundula Bavendamm im Gespräch über die Vertriebenen in Ost und West
2025/10/17
In den hitzigen Debatten über Migration und Integration unserer Tage wird schnell vergessen, wie gewaltig die Herausforderungen im Umgang mit den Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg waren. Über 12 Millionen Menschen kamen aus Mittel- und Osteuropa in die westlichen und diesowjetische Besatzungszone, in denen die Städte zerstört waren und die Wirtschaft am Boden lag. Wie gelang trotz dieser Schwierigkeiten ihre Integration? Worin unterschied sich der Umgang in Ost und West? Und wie gehen wir heute mit diesem Teil der deutschen Migrationsgeschichte um? Darüber sprachen wir mit Dr. Gundula Bavendamm, derDirektorin des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung.   Foto: Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Zweite Heimat Weimar und migrantische Interessen in Ostdeutschland: Ayman Qasarwa im Gespräch
2025/10/07
Im letzten Jahr der DDR kam Ayman Qasarwa zum Studium nach Thüringen – und blieb. Heute ist er Vorstand von Migranetz Thüringen e.V. und Geschäftsführer DaMOst e.V., dem Dachverband migrantischer Organisationen in Ostdeutschland – und damit eine der wichtigsten Stimmen für migrantische Communities in Ostdeutschland. Wir sprechen mit ihm über sein Ankommen in Thüringen in denwilden, auch von starkem Rassismus geprägten Jahren der Wiedervereinigung, über seine zweite Heimat Weimar und darüber, wie wichtig es ist, dass sich migrantische Interessen organisieren. Ihnen eine Stimme geben, Sichtbarkeitschaffen: Was sind die Freuden, Tücken und Herausforderungen dieser wichtigen Aufgabe? Und was ist das Besondere daran, wenn man das in Ostdeutschland tut? Ein sehr persönlicher Blick auf seinen Lebensweg mit einemHerzen zwischen zwei Heimaten. Und ein wichtiges Gespräch für mehr Verständnis in der Migrationsgesellschaft… Hört selbst.
Heimat und Haltung in der Theaterwelt: Hasko Weber im Gespräch
2025/09/17
Hasko Weber, bis vor kurzem Generalintendant am Deutschen Nationaltheater, spricht mit uns über seine 12 Jahre in Weimar, seinen Aufbruch ans Staatstheater Cottbus und darüber, ob man in der Theaterwelt überhaupt eine „Heimat“ finden kann. Und immer wieder: Wie kann Theater in den Turbulenzen unserer Zeit Haltung zeigen? Ein sehr persönlicher Rück- und ein kleiner Ausblick. Foto: DNT Weimar, Andreas Schlager
Aslyrecht für Deutsche. Gespräch mit Dr. Michael Mayer (Tutzing)
2025/06/26
Erste Folge zu unserem Motto 2025: "Fremde (und) Heimat" Wir starten in die Podcasts zu unserem Jahresmotto 2025 mit einem Gespräch mit Dr. Michael Mayer von der Akademie für politische Bildung Tutzing. Es geht um das Grundrecht auf Asyl und die Frage, wie Art. 16a eigentlich vor über 75 Jahren ins Grundgesetz kam. Es warten einige spannende Einsichten und Neuigkeiten. Denn es waren weniger die heute oft ins Feld geführten "Lehren aus der Geschichte", sondern viel pragmatischere Gründe. Doch hört selbst... Titelbild: "Bewohnerinnen und Bewohner des Durchgangslagers für Flüchtlinge aus der Sowjetzone in Wentorf bei Hamburg während des Besuches von Bundeskanzler Konrad Adenauer", Fotograf(in): W. Bodde, 1953, Bundesarchiv, B 145 Bild-P006930
Metropolen ohne Strom und Internet: Großstädte des Altertums und der Antike
2025/02/17
Städtische Siedlungen entstanden ab einem bestimmten Niveau des Wohlstands und der kulturellen Entwicklung entweder durch Zusammenschluss dörflicher Siedlungen zu größeren Einheiten oder sie wurden in einem zeremoniellen Gründungsakt im Zusammenhang mit Kolonisation oder militärischer Eroberung neu angelegt. Einige dieser Städte entwickelten sich zu politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentren größerer Reiche und wuchsen auch in ihrer Bevölkerungszahl und Ausdehnung erheblich an. Reste dieser eindrucksvollen Metropolen kann man auch heute noch bei einem Ausflug nach Rom oder Athen bestaunen. Doch wie »funktionierten« diese Metropolen eigentlich? Wie groß waren sie überhaupt? Wo kamen Nahrung und Wasser für so viele Menschen her? Wer regelte den Verkehr und wer räumte den Müll weg? Wir schauen auf die Großstädte der Antike besonders aus diesem sozial- und alltagsgeschichtlichen Blickwinkel. Deutlich wird bei allen Unterschieden, dass diese Städte unseren heutigen (und deutlich größeren) Städten in vielem ähnlicher waren, als man denkt. Selbst ohne Strom und Internet… zu Gast: Prof. Dr. Stefan Pfeiffer ist seit 2013 Professor für Alte Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und forscht unter anderem zu Ägypten in der griechisch-römischen Zeit. Prof. Dr. Charlotte Schubert war von 1993 – 2021 Professorin für Alte Geschichte an der Universität Leipzig. Neben Forschungen zum antiken Athen beschäftigte sie sich auch mit antiker Landverteilung, Medizingeschichte und den Digital Humanities. Moderation: Dr. Michaela Rücker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Alte Geschichte der Universität Leipzig und forscht u.a. zu antiker Medizin und Magie, Nomadenbildern und Fremdheitsvorstellungen in der Antike.
Einmal Kollektivierung und zurück: Der vielfache Wandel des ländlichen Raums und seine Folgen
2025/01/14
Landwirtschaftliche Flächen zu bewirtschaften, darin steckt pure Gegenwart: Es handelt von Besitzverhältnissen, von Höfen, Landmaschinen und Großgeräten, von Produktionsweisen, vom Säen und Ernten, vom Streiten und Träumen und Hoffen. Der ländliche Raum und die Menschen, die ihn zu einem solchen machen, versprühen Gegenwart, in der verschiedene Vergangenheiten nachhallen: Reichsnährstand, großbäuerliche Agrarindustrie, Kollektivierungen, Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften und deren Auflösungen, Bodenverseuchung durch Überdüngung und EU-Umwelt- und Arbeitsvorschriften. Wir sprechen über Widerstandsfähigkeit, Eigensinn und sozialen Wandel sowie über die Schichten der Vergangenheit, die »im Dorf« oft beschwiegen werden, aber dennoch die Verhältnisse »auf dem Acker« und »zwischen den Leuten« weiterhin bestimmen. Zu Gast: Johanna Hohaus, M.A. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Universität Halle und führt in ihrem Promotionsvorhaben zahlreiche Interviews mit DorfbewohnerInnen, Bauern und Bäuerinnen aus Sachsen-Anhalt. Claudia Gerster betreibt mit ihrem Ehemann das Sonnengut Gerster in Dietrichsroda und ist vielfach gesellschaftlich und politisch engagiert, etwa im Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. Dr. Peter Wurschi ist Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur des Landes Thüringen und fordert auch eine Aufarbeitung der Transformationsphase im ländlichen Raum. Moderation: PD Dr. Heiner Stahl ist Historiker an der Universität Erfurt und ist fasziniert von der Gegenwart der Geschichte in unserer Gesellschaft. (Bild: Bundesarchiv: Bild 183–1990–0120–014)

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