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BTS Podcast | Real Stories. Unfiltered.

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Bewertung
★★★★★
5
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1 Bewertungen
Dieser Podcast hat
114 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Speakeasy Studio
Explizit
Nein
Erstellt am
2025/04/03
Neueste Episode
2026/10/20
Durchschnittsdauer
49 min.
Veröffentlichungsintervall
6 Tage

Beschreibung

Ein Blick hinter die Kulissen der Menschen und Marken Max versteht es meisterhaft, tiefgründige Gespräche zu führen, die über die Oberfläche hinausgehen. Sein Ansatz ist geprägt von kritischen Fragen und ehrlicher Neugier. Ob es um Skalierung, Bootstrap oder kreative Markenstrategien geht – Max schafft es, komplexe Themen verständlich zu machen und dabei eine Verbindung zwischen Business und Menschlichkeit herzustellen.  Mit seiner Leidenschaft für authentische Geschichten beleuchtet er nicht nur die Erfolge, sondern auch die Herausforderungen und Rückschläge seiner Gäste. Dabei schafft er eine Atmosphäre des offenen Austauschs, in der sich seine Gesprächspartner wohlfühlen und ihre Erfahrungen teilen können. Marketing trifft auf Menschlichkeit Der neue Fokus von *Behind the Scenes* verbindet Marketing mit der persönlichen Ebene. Max zeigt auf, wie Personal Branding nicht nur Unternehmen voranbringen kann, sondern auch Menschen dabei hilft, ihre Einzigartigkeit sichtbar zu machen. Seine Expertise in der kreativen Markenbildung – kombiniert mit seiner Fähigkeit, Geschichten lebendig zu erzählen – macht den Podcast zu einer unverzichtbaren Ressource für alle, die sich für Marketing und Unternehmertum interessieren. Von München aus in die Welt Basierend in München, einem Zentrum für Innovation und Kreativität, bringt Max Ostermeier globale Perspektiven in seinen Podcast ein. Seine Gespräche sind nicht nur informativ, sondern inspirieren dazu, neue Wege zu gehen – sei es im Business oder im persönlichen Wachstum. Mit Behind the Scenes lädt Max dazu ein, die Geschichten hinter den Kulissen zu entdecken: von visionären Gründern über kreative Köpfe bis hin zu inspirierenden Persönlichkeiten aus Marketing und Branding. Es geht darum, den Menschen hinter dem Erfolg sichtbar zu machen – ehrlich, nahbar und voller Energie. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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Behind Althoff Gruppe mit CEO Frank Marrenbach
2026/10/20
Wie ein Junge mit der Liste der besten Hotels im Portemonnaie zum Chef von 18 Häusern wurde, warum man als Gastgeber nie sagen darf was man nicht meint und weshalb das Diktat des Mittelmaßes die eigentliche Gefahr ist. Frank Marrenbach ist geschäftsführender Gesellschafter der Althoff Hotels, ein Unternehmen mit drei Marken, 18 Hotels in vier Ländern und rund 2000 Mitstreiterinnen und Mitstreitern, deren Mission es ist, wunderbare Orte der Gastfreundschaft zu schaffen und Gäste zum Träumen zu bringen. Frank hat eine klassische Ausbildung zum Hotelkaufmann gemacht, später Bachelor und MBA, fühlt sich aber bis heute als Hotelier und nicht als CEO. Sein ganzes Leben galt Familienunternehmen, den Taittingers, der Familie Oetker und dem Brenners Park Hotel, das er lange führte. 2019 lud ihn Thomas Althoff ein, Partner zu werden. Ein Ritterschlag, der sich sofort als Auftrag anfühlte, denn er begann im März 2020, mitten in der Pandemie, dem denkbar härtesten Moment für die Branche. Es geht um den Ursprung. Mitte der Achtziger hatte Frank keine Ahnung, was er machen sollte, spielte viel Fußball, und sein Vater riet ihm zur Dienstleistung. Zwischen Hotel und Bank entschied er sich naiv und emotional für die Hotelhalle, weil sie ihm moderner schien als der Kassenbereich. Ihn faszinierten die Eleganz, die sozialen Orte, die Ästhetik. Früh war ihm klar, er will Hoteldirektor werden. Er schnitt sich die jährliche Liste der besten Hotels der Welt aus einer Finanzpublikation aus, faltete sie klein und trug sie im Portemonnaie mit sich, London, Paris, Baden-Baden, er hat gezielt danach gearbeitet. Sein Vater gab ihm die 4M-Formel mit, man muss Menschen mögen, man muss nicht rechnen können. Und die Erkenntnis, dass man Menschen annehmen muss, weil sie verschieden sind. Frank spricht über Führung als höchst belohnende Aufgabe, über das ständige Ringen mit dem eigenen Ego und darüber, dass er sich nie über seine hierarchische Position definieren möchte. Ein schöner Gedanke, den er mitbringt, ich bin mein Leben lang Berufsanfänger. Im Kern geht es um die Seele. Max erzählt von einem Erlebnis im Orania Berlin, wo ihn am nächsten Morgen eine fremde Person mit Namen ansprach, und Frank ordnet ein, warum Haltung allein nicht reicht, sondern auch ein System braucht. Sein Leitsatz zieht sich durch, als Gastgeber kannst du nicht immer sagen was du meinst, aber du darfst nie sagen was du nicht meinst, sonst höhlt es dich aus und du wirst zum freundlichen Phrasendrescher. Dazu die Wertschätzung des unsichtbaren Maschinenraums, des Stewardings, und der Gedanke, dass er selbst für den Gast der unwichtigste Teil des Unternehmens ist. Zum Schluss wird es persönlich. Frank spricht über die existenzielle Krise der Pandemiejahre als prägendste Zeit, über Selfcare und finanzielle Vorsorge, und über eine Evolution in seinem Umgang mit der Belastung anderer, nicht mehr relativieren, sondern sich an das eigene Gefühl erinnern und fragen, was man gemeinsam tun kann. Er verteidigt leidenschaftlich die Spitzengastronomie gegen das Gerede von ihrem Tod, warnt vor dem Diktat des Mittelmaßes und schließt mit seinem Ratschlag, die beste Zeit ist immer jetzt. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
BTS Highlights: Marcus Asam (CEO asambeauty)
2026/10/17
Die stärksten Momente der Folge in kompakter Form, von den eigenen Wirkstoffen aus der Traube über das Loslassen bis zur Kunst, echt zu sein. Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Marcus Asam, dem Gründer der Beauty-Marke M. Asam, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Marcus erzählt, warum er immer gestalten wollte und ein schlechter Arbeitnehmer ist, wie er 2002 mit einer Beauty-Marke startete und warum ihm Authentizität so wichtig ist, mit eigenen Wirkstoffen aus der Traube, mit OPC und Resveratrol, lange bevor Longevity ein Modewort war. Er spricht über das Loslassen und das Vertrauen in sein Team, über Produkte, von denen der Kunde erst gar nicht weiß, dass er sie braucht, und über die Höhen und Tiefen des Unternehmertums, das man wirklich wollen muss. Und es wird persönlich. Marcus erzählt, warum der Weg für ihn das Ziel ist, wie ihn ein Solo-Trip nach Bali wieder erdete und was sein härtestes Learning war, endlich Nein sagen zu lernen und echt zu sein, auch mit den eigenen Schwächen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
BTS Revival: Susan Schramm (CMO Motel One)
2026/10/15
Warum sie im durchschnittlichsten Dorf Deutschlands schon Marktforschung erlebte, wie sie erste Frau CMO bei McDonald's wurde und was es heißt, eine geliebte Marke behutsam weiterzuentwickeln. Zur Feier des Podcast-Revivals holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Susan Schramm ist seit anderthalb Jahren CMO von Motel One, und sie bleibt dabei angenehm bescheiden. Vieles, was die Marke groß gemacht hat, schreibt sie den Gründern Dieter Müller und Ursula Schelle-Müller zu. Ihre Aufgabe ist die vielleicht schönste und schwierigste zugleich, eine geliebte Marke zu bewahren und behutsam weiterzuentwickeln, ohne den Kern zu verlieren. Max blickt mit ihr zurück auf einen ungewöhnlichen Weg. Aufgewachsen ist sie in Haßloch in der Pfalz, dem durchschnittlichsten Dorf Deutschlands und jahrzehntelang berühmter GfK-Testmarkt, wo Marktforschung schon in ihrer Kinderstube lag. Sie ging für ein Jahr nach Frankreich, studierte dann BWL in Mannheim und landete bei einer Werbeagentur, die McDonald's betreute, den Erfindern von Ich liebe es. Dann kam der große Sprung. Über eine glückliche Fügung ging sie in die USA und durfte zwei Jahre lang die weltweite Allianz von McDonald's und Disney verantworten. Ihre Möbel waren gerade auf dem Weg über den Atlantik, als der 11. September geschah. Sie erzählt vom Finding-Nemo-Meeting bei Pixar, bei dem der Regisseur den Film zwei Stunden lang erzählte, und von der Premiere auf dem blauen Teppich in Hollywood. Zurück in Deutschland blieb sie fast zwei Jahrzehnte bei McDonald's und wurde dort die erste Frau in der Rolle der CMO. Sie erzählt vom Anruf mit Blick auf die Oper von Sydney, vom Imposter-Syndrom, von Kampagnen mit Oleg Popov und Heidi Klum und vom Ein-Euro-Cheeseburger, auf den Deutschland gewartet zu haben schien. Nach sechs Jahren als CMO ging sie bewusst und ohne Plan, genoss die Auszeit auf einer Parkbank mit Zeitung und Kaffee, bis Motel One ganz unerwartet auf sie zukam. Heute gestaltet sie zwei Marken, Motel One mit dem neuen Claim Designed for you und das jüngere, erlebnisgetriebene The Cloud One, mit dem die erste deutsche Hotelkette überhaupt in den USA eröffnet hat. Zum Schluss teilt Susan ihr wichtigstes Learning. Man muss mit Herzblut bei dem sein, was man tut, mit sich selbst im Reinen sein und nicht neidisch auf andere schauen, sondern die Dinge so gestalten, dass sie für einen selbst passen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Behind asambeauty mit CEO Marcus Asam
2026/10/13
Wie aus einer Idee mit seiner Frau eine der größten Beauty-Marken Deutschlands wurde, warum Community die wichtigste Währung ist und was es heißt, endlich Nein sagen zu lernen. Marcus Asam ist 53 und seit Ende zwanzig Unternehmer. Aus einer Idee, die er 2002 gemeinsam mit seiner Frau startete, ist eine der bekanntesten Beauty-Marken Deutschlands geworden, mit fast 500 Mitarbeitenden und mehreren Produktionsstandorten im Land. Max blickt mit ihm hinter das Gründertum, hinter die Höhen und die Tiefen, die kaum jemand sieht. Am Anfang steht der Vater, der ein kleines Kosmetikunternehmen hatte, und seine Frau, die als Producerin bei einem Shoppingsender arbeitete. Weil beide dasselbe Initial tragen, ein M, wurde daraus M. Asam. Von der ersten Sendung an war das Produkt ausverkauft, schon vor der Vorschau. Es folgten die USA, England, Italien, Japan und Korea, im ersten Jahr Millionenumsätze. Alles made in Germany, mit eigenen Wirkstoffen aus der Traube, mit OPC und Resveratrol, lange bevor Longevity ein Modewort war. Nach Jahren im Teleshopping entschied sich Marcus bewusst für den nächsten Sprung, holte einen Investor an Bord und baute die Marke zu einer echten Marke im Handel aus, bei Müller, Rossmann und dm. Aus vierzig Millionen wurden rund zweihundert. Heute ist der eigene Online-Shop der größte Kanal. Er spricht offen über den Preis, den dieser Erfolg hatte. Über 16- bis 18-Stunden-Tage, über die Zerreißprobe eines Familienunternehmens und über eine Phase, in der er mental völlig durch war. Erst zehn Jahre später kam heraus, dass er Mitte dreißig einen Mini-Schlaganfall hatte. Ein Ayurveda-Aufenthalt in Indien wurde für ihn zum Reset, seither passt er besser auf sich auf. Dann geht es um das Heute, um ein Transformationsjahr mit einem neuen Team, um die Frage, warum starke Communities und echtes Vertrauen die wichtigste Währung geworden sind, und darum, wie sich das Marketing-Spiel durch künstliche Intelligenz gerade komplett neu schreibt. Zum Schluss wird es persönlich. Marcus erzählt vom Loslassen, von Freiheit und Unfreiheit als Unternehmer und von seinem härtesten Learning, endlich Nein sagen zu lernen. Sein bester Rat, glaub an dich selbst, hör auf deine innere Stimme, und wenn du ein Störgefühl im Bauch hast, dann lass dich zu nichts überreden. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
BTS Highlights: Thomas Schlereth (CEO Banzai Legacy Lab)
2026/10/10
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Thomas Schlereth, dem Architekten und Gründer des Banzai Legacy Lab am Starnberger See, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Thomas erzählt, wie ihn die Leidenschaft für Autos schon als Kind packte, warum es sich lohnt, früh zu erkennen, wofür ein Kind wirklich brennt, und wie er über Umwege zur Architektur kam. Er spricht offen über eine seiner härtesten Lektionen, mit dem Modulbau war er viel zu früh dran und musste ein Unternehmen wieder schließen. Ein Amerikaner sagte ihm damals, man sei erst ein wirklich guter Unternehmer, wenn man einmal pleitegegangen ist. Er nimmt uns mit ins Berlin der Neunziger, als eine Stadt zusammenwuchs, zu seiner ersten Hotel-Skizze im Modulbau von 1997, die er erst 2016 in Garching verwirklichte, und zu dem, was für ihn in einer immer lauteren Welt bleibt, die ruhigen, präsenten Momente statt des ständigen Events. Und natürlich geht es um Banzai, das teuerste Skateboard seiner Kindheit, sowie um sein Lebensmotto aus dem Taoismus, Wu Wei, das Handeln durch Nichthandeln und das Vertrauen darauf, dass die Dinge so kommen, wie sie kommen müssen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Behind Banzai Legacy Lab mit CEO Thomas Schlereth
2026/10/06
Warum ein Architekt ein Hotel in zwölf Monaten baut, wieso Dinge eine Seele haben und was Handeln durch Nichthandeln mit einem guten Leben zu tun hat. Thomas Schlereth ist Architekt, 64, und ein Mensch, der Beruf und Berufung verschmolzen hat. Heute steht er hinter dem Banzai Legacy Lab am Starnberger See, einem Zuhause für Klassiker, Sport- und Sammlerautos, das weit mehr sein will als eine Garage. Max blickt mit ihm hinter die Kulissen eines Ortes, an dem sich Autoliebe, Design und echte Begegnung treffen. Am Anfang steht die Leidenschaft für Autos, die ihn schon als Vierjährigen packte, mit Matchbox-Autos, obwohl seine Eltern gar nicht autoaffin waren. Er fuhr mit acht Traktor, mit neun Motorrad. Studiert hat er dann Architektur, in Innsbruck und München, mit Diplom im Mauerfalljahr 1989. Er erzählt, wie er in Berlin und Dresden in die Bauträgerei stolperte, obwohl er Baustellen bis heute hasst, und wie er mit dem Modulbau viel zu früh dran war und ein Unternehmen wieder schließen musste. Ein Amerikaner sagte ihm damals, man sei erst ein wirklich guter Unternehmer, wenn man einmal pleitegegangen ist. Seine Idee vom Hotel aus vorgefertigten Modulen skizzierte er schon 1997, umgesetzt hat er sie erst 2016 mit dem Soulmade in Garching, in Holzmodulbauweise, 140 Zimmer in nur zwölf Monaten statt der üblichen zwei Jahre. Nicht in der Masse mitzuschwimmen, sondern anders und innovativ zu sein, ist sein Lebenskredo. In einer immer digitaleren Welt setzt er auf das, was bleibt, die echte Begegnung, das Handwerk und die Aufmerksamkeit, die für ihn das größte Gut ist. Dann geht es um Banzai. Als Kind bewunderte Thomas das teuerste Skateboard seiner Zeit, ein Aluminiumbrett für 299 Mark, das der Vater ihm nicht kaufte. Jahrzehnte später sicherte er sich die Markenrechte, legte das Board neu auf und verband die kultige Marke aus Kalifornien mit seiner zweiten großen Liebe, den Autos. Sport, Liebe und Design auf vier Rädern. Das Banzai Legacy Lab ist am Ende ein Hospitality-Konzept für Autos und ihre Menschen, mit bis zu 250 Stellplätzen, Werkstatt, Detailing und einem eigenen Foto- und Filmstudio. Für Thomas geht es dabei nie um den Preis, sondern um Geschichten. Er erzählt vom Film über eine Cobra, deren Rennfahrer-Witwe an ihrem alten Auto noch ihre Fingerabdrücke fand, und von der Frage, die den Kern ausmacht, können Dinge eine Seele haben. Zum Schluss teilt Thomas seine Lebensweisheiten. Das Leben lebt man vorwärts und versteht es rückwärts. Höre nur auf Menschen, die ein Leben führen, das du dir selbst wünschst. Und sein Motto aus dem Taoismus, Wu Wei, das Handeln durch Nichthandeln, das Vertrauen darauf, dass die Dinge so kommen, wie sie kommen müssen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
BTS Highlights: Alexia Genta (Gérald Genta Heritage)
2026/10/03
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Alexia Genta, der Tochter des legendären Uhrendesigners Gérald Genta, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Die Folge ist auf Englisch. Alexia erzählt, wie sie einige Jahre nach dem Tod ihres Vaters ihre Mission fand, sein Erbe am Leben zu halten und ihn auch als Maler anerkennen zu lassen, seinen größten Traum. Der Wendepunkt kam während Corona, als alle nur über Royal Oak und Nautilus sprachen und ihr klar wurde, wie wenig die Welt über den Rest seines Werks weiß. Ihre nüchterne Erkenntnis, wenn sie es nicht tut, ist sie die letzte Generation, die es kann. Sie spricht über die starken Frauen der Familie, allen voran ihre Mutter Evelyne, die 1981 ein Unternehmen am Rande der Pleite übernahm und Stück für Stück gesund machte, damit ihr Mann frei schaffen konnte. Und über ihren Vater, der ihr riet, keine Hausaufgaben zu machen, ihr das Uhrendesign nicht beibringen konnte, weil Genies nicht lehren, ihr dafür aber das Wichtigste zeigte, das Beobachten. Zum Schluss geht es um die Wiederbelebung der Marke Gérald Genta und um die Frage, warum ihr Vater als Designer und bei den Komplikationen seiner Zeit immer voraus war. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
BTS Revival: Nicolas Lindner (CEO Annemarie Börlind)
2026/10/01
Zur Feier des Podcast-Revivals holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Nicolas Lindner führt Annemarie Börlind in dritter Generation, gemeinsam mit seiner Schwester Alicia. Die Naturkosmetikmarke aus Calw im Schwarzwald gibt es seit 66 Jahren, gegründet nur vierzehn Jahre nach dem Krieg, als Naturkosmetik alles andere als hip war. Heute beschäftigt das Familienunternehmen rund 260 Menschen und ist komplett eigenfinanziert. Am Anfang steht seine Großmutter, die eigentlich Buchbinderin war und wegen eigener Hautprobleme begann, sich aus einem Kräuterbuch eigene Rezepturen zu mischen. Ihr Credo, was ich nicht essen kann, gebe ich nicht auf meine Haut. Lange wurde sie als Kräuterhexe belächelt, am Ende war sie die Grande Dame der Naturkosmetik. Nicolas hat sie, die mit 95 Jahren starb, noch selbst erlebt und mit ihr gearbeitet. Er erzählt, wie er über eine Ausbildung in der Kosmetik, ein Studium in München, eine Station im Private Equity und ein eigenes Startup mit bunten Plastikuhren am Ende doch den Weg zurück ins Familienunternehmen fand. 2013 stieg er ein, wurde ins kalte Wasser geworfen und übernahm schon 2015 die Marketingleitung, obwohl es gar nicht sein Fach war. Sein großes Projekt, der Relaunch der Marke, bei dem jede Verpackung, jede Schrift und jedes Bild neu gedacht wurde, modern, aber ohne die starke Historie über Bord zu werfen. Dann kam der Nachhaltigkeitstrend, und plötzlich wollten alle grün sein. Nicolas spricht offen darüber, wie aus der geschützten kleinen Naturkosmetik-Welt ein Haifischbecken wurde, warum ein Konzern nicht über Nacht Naturkosmetik werden kann und wie das Unternehmen mit seiner Mission 2025 selbst nachlegte. Er erzählt vom Wegbruch des China-Geschäfts während Corona, vom Aufbau eigener Niederlassungen in Shanghai und Philadelphia und davon, wie sein Vater ausgerechnet drei Monate vor dem Lockdown in Rente ging. Ein Höhepunkt ist die Geschichte hinter dem Testimonial Matthias Schweighöfer, der die Marke aus eigenem Antrieb feierte, per Direktnachricht gewonnen wurde und bei einem Rundgang im Schwarzwald so kreativ wurde, dass er den Werbespot gleich selbst vorspielte. Herausgekommen sind schwarze Augenpads, die zum Super Bowl in den USA starten sollen. Zum Schluss teilt Nicolas seine Motivation und seine Learnings. Verantwortungsvolles Unternehmertum statt reiner Gewinnmaximierung, das Unternehmen als Lehen, das man besser an die nächste Generation weitergibt, und die Erkenntnis aus den Krisen, dass man es nicht allein stemmen kann, sondern ein starkes Team braucht. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Behind Gérald Genta Heritage mit Alexia Genta
2026/09/29
Alexia Genta trägt einen der größten Namen der Uhrenwelt, den ihres Vaters Gérald Genta, des Designers hinter Royal Oak und Nautilus. Diese Folge ist auf Englisch. Lange wollte Alexia genau das nicht sein, nur die Tochter. Sie baute sich eine eigene Karriere fernab der Uhren auf, unter anderem bei Unilever und beim Luxushaus Valextra, aus Angst, als Nepo Baby zu gelten. Dann kam die Erkenntnis, dass Unabhängigkeit nicht heißt, sich vom Werk der Eltern zu lösen. Der Wendepunkt kam während Corona. Plötzlich sprach die ganze Welt über Royal Oak und Nautilus, die Preise explodierten, und Alexia wurde bewusst, wie wenig die Menschen über den Rest seines Werks wissen, den Ingenieur, den Polerouter, die Arbeiten für Cartier und Van Cleef und seine eigene Marke. Die beiden berühmten Uhren kratzen nur an der Oberfläche. Sie ließ alles stehen, begann zu forschen, öffnet bis heute Kisten, liest Korrespondenz mit Marken und Vorständen und sucht in Archiven nach unbekannten Entwürfen. Aus dem Erklären der Vielseitigkeit wurde das Erklären des Menschen, und das wurde ihr Warum. Ihre nüchterne Erkenntnis, wenn sie es nicht tut, ist sie die letzte Generation, die es kann, weil nur sie ihn noch persönlich kannte. Sie spricht über die starken Frauen in dieser Geschichte, allen voran ihre Mutter Evelyne, die 1981 mit dreißig in eine Fabrik am Rande der Pleite kam, sich alles selbst beibrachte und das Unternehmen Stück für Stück gesund machte, damit ihr Mann frei schaffen konnte. Und sie spricht über ihre eigene Rolle heute, die Geschichte wahrhaftig zu halten in einer Zeit, in der sich mit Geld und PR fast jede Erzählung biegen lässt. Ihr Kompass, ruhig bleiben, immer weiter recherchieren, das Laute ausblenden und mit den Menschen sprechen, denen es wirklich um die Sache geht. Ihr Antrieb ist am Ende ganz einfach und ehrlich. Sie will ihren Eltern etwas zurückgeben. Von manchen als wenig ehrgeizig empfunden, für sie aber der stärkste Motor überhaupt. Der beste Rat, den ihr Vater ihr mitgab, blende alles um dich herum aus und vertraue dem, was du tust, und geh nie einen Kompromiss bei der Qualität ein. Eine Folge über Vermächtnis, über die Kraft, an sich selbst zu glauben, und über eine Tochter, die dem Genie ihres Vaters die Anerkennung gibt, die ihm zu Lebzeiten oft verwehrt blieb. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
BTS Highlights: Oliver Heilmer (VP Design BMW)
2026/09/26
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Oliver Heilmer, dem BMW-Chefdesigner, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Heilmer erzählt, warum er nach acht Jahren als Mini-Chefdesigner zurück zu BMW und zur neuen Klasse ging, ohne eine Sekunde zu zögern, und wie sich für ihn der Kreis schloss, als er plötzlich wieder an Produkten arbeitete, die er selbst in der frühen Phase begonnen hatte. Er spricht über Timing und Bauchgefühl, über die Frage, ob unser Leben geskriptet ist oder Zufall, und über seine Überzeugung, dass man wagen muss, weil der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben. Er nimmt uns mit zurück in die Kindheit, zu den Landmaschinen, an denen er nicht die Geschwindigkeit liebte, sondern die Details, das von der Erde polierte Metall und den Übergang zum alten Lack, und wie daraus die Faszination fürs Zeichnen wurde. Und er erklärt, warum ein Designer nicht am Zeichenbrett am stolzesten ist, sondern wenn er sein fertiges Auto endlich in der realen Welt fahren sieht. Zum Schluss geht es um künstliche Intelligenz, um Präzision, um die Frage, wem die Daten gehören, und darum, wie KI das Erzählen ganzer Lebenswelten verändert. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Behind BMW mit VP Design Oliver Heilmer
2026/09/22
Warum die höchste Auszeichnung für einen Designer nicht das Zeichenbrett ist und wie ein Dreier auf dem Bauernhof alles auslöste. Oliver Heilmer ist seit Dezember 2024 in einer neuen Rolle bei BMW und gestaltet die Designzukunft der Marke mit. Für ihn war es ein Homecoming, nach acht Jahren als Chefdesigner von Mini, davor Designworks in Los Angeles und sechzehn Jahren BMW. Design ist für ihn Berufung, und Fahrzeuge faszinieren ihn, seit er denken kann. Am Anfang steht ein Bild, das sich bei ihm eingebrannt hat. Der Bauernhof seiner Großeltern in der Nähe von München, in dessen Hof irgendwann der Dreier seines Onkels stand. Er war vielleicht acht. Stundenlang saß er in diesem Auto, das er nicht fahren durfte, drückte jeden Knopf, bewegte die Scheibenwischer. Fahren durfte er dagegen die Landmaschinen, die er wie Monster fand, und schon damals achtete er auf die Details, auf das von der Erde polierte Metall, auf den Übergang zum alten Lack. Aus dieser Faszination fürs Bewegen und Beobachten wurde die Faszination fürs Zeichnen. Erst Landmaschinen, dann Dragster, irgendwann sein eigenes Auto mit Logo, Silhouette und Package. Der Weg zu BMW begann mit einem Professor in Pforzheim, Gerd Friedrich, und seinen verdammt coolen Autos. Über ein Praktikum kam Heilmer hinein und fühlte sich schnell zu Hause, schon als Praktikant durfte er an Serienprojekten mitarbeiten. Seine Diplomarbeit widmete sich sogar Booten, weil BMW früher einmal Boote baute. Was ihn bis heute hält, ist die Vielfalt, die Design innerhalb einer einzigen Marke haben kann, von der Serie bis zu Themen, die erst in sieben Jahren auf die Straße kommen. Ehrlich spricht er über Timing und Bauchgefühl. Bei allen drei großen Wechseln, zu Designworks, zu Mini und zurück zu BMW, hat er keine Sekunde überlegt. Er ist ein Kopfmensch, der die meiste Zeit in der Zukunft denkt, aber am Ende immer aus dem Bauch entscheidet. Sein Leitgedanke, man muss wagen, denn der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben. Das vielleicht überraschendste Geständnis der Folge, Heilmer zeichnet kein einziges Auto mehr, seit rund zehn Jahren nicht mehr richtig. Er vergleicht es mit dem Spitzensport, irgendwann trifft man mit den eigenen Werkzeugen nicht mehr den Zeitgeist, und die jungen Talente im Team faszinieren ihn. Seine Rolle heute ist für ihn nicht Politik, sondern Sinnstiftung, oft über bewusst naive Fragen. Und die höchste Auszeichnung ist für ihn ohnehin nicht das inszenierte Zeichenbrett, sondern ein fertiges Auto, das sich in der realen Welt bewegt. Dann geht es um gutes Design, über eine simple Reisekaffeemaschine, über Uhren mit Handaufzug und das Ritual dahinter, über Knöpfe gegen Touchscreen und über künstliche Intelligenz, Präzision und die Frage, wem eigentlich die Daten gehören. Sein bester Rat kam einst von einem Designer, der im Praktikum hinter ihm saß, just do what you feel. Und sein Antrieb ist so stark, dass er für dieses Gespräch sogar direkt aus dem Krankenhaus kam. Das, sagt er, ist sein Motor. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
BTS Highlights: Franziska Gregor (Co-Founderin Serviceplan Culture)
2026/09/19
Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Franziska Gregor von Serviceplan Culture, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode. Franziska verrät, woran ihr Team erkennt, was wirklich ein Trend ist und was nur ein Hype, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus. Sie erklärt, warum Snapchat für eine jüngere Zielgruppe wieder an Relevanz gewinnt und warum künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt. Ihr Kernsatz, Vertrauen ist die große Währung der Zukunft, und die entsteht durch Community und Culture. Dann geht es um die Gamescom und um echte Community-Arbeit statt gekaufter Aufmerksamkeit. Die entscheidende Frage lautet immer, was kann eine Marke der Community bringen, bevor sie überhaupt einen Stand mietet. Franziska erzählt von ihrem eigenen Highlight, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Berliner Manga-Schule komplett neu erdacht hat, von einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture, bei der Zuhören wichtiger war als Senden, und von Marken wie Essence, die den offiziellen Cosplay-Wettbewerb unterstützt haben. Und sie erzählt, warum die Gamescom-Community so besonders ist, tolerant, wertschätzend, barrierefrei und wunderbar divers. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
BTS Revival: Nic Lecloux (CMO True Fruits)
2026/09/17
Warum Gründen das letzte legale Abenteuer ist und wie aus einem Saftladen eine Kultmarke wurde. Zur Feier von fast zwanzig Jahren True Fruits und dem Revival des Podcasts holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören. Nic Lecloux ist einer der drei Gründer und der Marketing-Chef von True Fruits, der Marke mit den frechsten Sprüchen Deutschlands. 2006 hat er das Unternehmen mit Inga und Marco gegründet, heute ist der kleine Saftladen mit rund vierzig Leuten Marktführer bei Smoothies. Die beiden anderen, sagt Nic augenzwinkernd, hätten in den ersten Jahren seinen intellektuellen Rollstuhl geschoben. Er erzählt, wie alles begann. Marco und Inga entdeckten die Smoothies in einem Auslandssemester im schottischen Aberdeen, wo Innocent längst ein Riesengeschäft war, und kamen mit dem Größenwahn zurück, das auch in Deutschland zu wagen. Nic, gebürtiger Troisdorfer, kam über ein Praxisprojekt an der kleinen Fachhochschule bei Bonn dazu. Gründen war damals alles andere als sexy, Ingas Mutter fragte nur, warum sie dafür studiert habe. Die Anfänge waren ein einziges Sich-Durchfragen. Ein Chemiker im Team konnte eine Kläranlage bauen, aber keinen Fruchtsaft abfüllen. Also googelten sie nach einem Fruchtsaftguru und landeten bei einem Professor in Trier, der erst lachte und dann half. Der erste Prototyp war viel zu dickflüssig, die erste Abfüllung eine Katastrophe, und ein Professor prophezeite, ihr Preis von zweifünfzig für 250 Milliliter werde nie funktionieren. Doch sie wollten kein billiges Saftgetränk sein, sondern eine Marke. Dazu gehörte eine eigene Flasche, und der Hersteller machte sie nur unter einer Bedingung, einer Tagesproduktion von bis zu über einer Million Stück. Als mittellose Studenten zogen sie es trotzdem durch, finanziert über einen Businessplan-Wettbewerb, Gründerkredite und zwei Investoren aus Bonn. Sein erstes Gehalt verdiente Nic nebenbei als Doormanager bei der Telekom. Weil die Flasche erst im November kam und plötzlich eine Million Flaschen im Lager standen, mussten sie den klassischen Weg über die Gastronomie fallen lassen und direkt in den Handel gehen. Der Durchbruch kam ausgerechnet über die Tankstelle, über eine Listung bei Lekkerland und Aral, inspiriert vom Vorbild Red Bull. Zum Schluss teilt Nic seine wichtigsten Learnings. Immer fragen, wenn man keine Ahnung hat, aber der eigenen Vision treu bleiben. Sich auf die Lösung konzentrieren statt auf das Problem. Sich auf das Schlimmste vorbereiten und auf das Beste hoffen. Und einer seiner schönsten Sätze, gründen ist das letzte legale Abenteuer. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Behind Serviceplan Culture mit Co-Founderin Franziska Gregor
2026/09/15
Franziska Gregor ist zum zweiten Mal zu Gast, diesmal aus der Ferne. Sie hat sich, wie sie selbst sagt, zu einem kulturellen Schweizer Taschenmesser entwickelt. Angefangen hat sie klassisch in der Werbung als Beraterin, das ist über zwanzig Jahre her. Sie kommt aus einer hart arbeitenden Familie, war die Erste, die studiert hat, und hätte am liebsten Kunst studiert, was damals nicht möglich war. Also wurde es Medienmanagement, viele Agenturen, Zeit in den USA und in Südkorea, dann TikTok, wo sie das Creative-Partnerships-Team leitete, und schließlich Serviceplan, wo sie mit Nico und Sven Serviceplan Culture gründete. Heute, nach fast tausend Tagen, dreht sich alles um Innovation, Partnerships und die neuesten Plattformen und Trends. Im Kern geht es um Culture, das ehrliche Erzählen von Geschichten aus kulturellen Communities, ohne sie zu kommerzialisieren oder zu verwässern. Franziska beschreibt ihre Rolle wie einen Selector an der Clubtür. Eine Marke kann sich mit noch so viel Geld nicht einfach in eine Community einkaufen, es braucht jemanden, der den echten Fit herstellt. Woran man erkennt, was wirklich relevant ist und was nur ein Trend, macht sie an drei Dingen fest, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus. Sie nimmt Max mit durch die spannendsten Märkte, Japan mit seiner Präzision, Südkorea, die Ukraine als Impulsgeber für Mode, China mit echter Designkompetenz. Alles erneuert sich etwa alle drei Jahre, beschleunigt durch Social Media, wo On- und Offline längst verschmelzen. Ihr Lieblingsbeispiel ist BookTok, das gedruckte Buch im Regal, die Community im Netz. Ein großes Thema ist die Verschiebung der Plattformen. Weil jüngere Menschen die klassischen Kanäle verlassen und künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt, ziehen sich viele in kleinere Kreise zurück. Genau deshalb, sagt Franziska, wird Vertrauen zur eigentlichen Währung der Zukunft, geprägt durch Community und Culture. Sie glaubt an Snapchat als unterschätzte Plattform und daran, dass Marken auf YouTube noch längst nicht am Limit sind. Dann geht es um die Gamescom, die größte Gaming-Messe der Welt mit fast 370.000 Menschen, und um die Frage, warum Gaming alles andere als Nische ist. Gaming ist ein ganzes Ökosystem, von Collectibles über Cosplay bis zu Twitch. Franziska erzählt, wie Marken wie eBay, Essence oder L'Oréal dort wirklich in die Community investiert haben, statt nur ein Logo aufzukleben. Und warum Menschen anderen beim Spielen zuschauen, erklärt sie mit einem schönen Vergleich, den sie von Felix Schütz mitgebracht hat, so wie man Fußball schaut, ohne selbst zu spielen. Besonders am Herzen liegt ihr die Vielfalt dieser Welt. Die Gamescom erlebt sie als tolerant, wertschätzend und divers, auch wenn der Gegenwind gegen Streamerinnen und Gamerinnen zuletzt größer geworden ist. Sie erzählt von ihren eigenen Highlights, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Manga-Schule komplett neu erdacht hat, und einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture in Deutschland und Frankreich. Am Ende teilt sie ihr größtes Learning. Unsere Branche braucht mehr Vielfalt, auch der Lebenswege, und mehr unbequeme Menschen mit Persönlichkeit. Nicht jeder kann alles, und das ist gut so. Wie bei einem guten Gericht braucht es unterschiedliche Zutaten. Oder, wie Max es mit einem Satz von Ana Roš zusammenfasst, what grows together, goes together. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Behind Rolls Royce mit Director of Design Domagoj Dukec
2026/07/28
Wie aus dem Jungen, der Chefdesigner bei BMW ins Poesiealbum schrieb, der Director of Design von Rolls-Royce wurde, warum man sich jeden Titel erarbeiten muss und warum Menschlichkeit der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz ist. Domagoj Dukec ist zum dritten Mal zu Gast, eine Ehre, die Max sonst nur Tim Raue und Jan Hartwig zuteilwerden ließ. Heute in einer neuen Rolle. Dukec ist Director of Design bei Rolls-Royce, und das Besondere daran ist, dass der Chefdesigner hier Teil des Vorstands ist, mit einer Siebtelstimme an jedem Dienstag. Design bekommt ein Gewicht, das es in der Industrie sonst selten hat. Rolls-Royce baut rund sechstausend Autos im Jahr, BMW verkauft zweieinhalb Millionen. Dukec versteht die Marke deshalb gar nicht als Autohersteller, sondern als House of Luxury, näher an Patek Philippe als an einem Fließband. Und genau diese Nähe zu ganz wenigen Kunden ist es, die ihn heute reizt. Dann geht es zurück an den Anfang. Schon mit dreizehn wusste er, dass er Autodesigner werden will. In sein Poesiealbum schrieb er Chefdesigner bei BMW, so wie andere Astronaut schreiben. Ein frühes Angebot von BMW lehnte er ab, aus Angst, sich den Traum zu früh zu verbrennen. Stattdessen ging er nach Spanien und dann zehn Jahre nach Paris, zu Citroën, wo er Exterieurchef wurde. Beworben hat er sich nie, weder dort noch bei BMW. Sichtbarkeit und ein Netzwerk aus Designers Nights führten ihn irgendwann zu Adrian van Hooydonk, mit dem er sich fand. Als er endlich zu BMW kam, war es erst einmal ein Kulturschock, vom Designstudio am Meer in das nüchterne Forschungszentrum. BMW, sagt er, ist wie eine sehr anständige Familie, bodenständig, ordentlich, wo man sich jeden Titel erst erarbeiten muss. Das war für ihn kein Makel, sondern Sicherheit, gerade als frischgebackener Familienvater. Er wurde, was er sich als Kind vorgenommen hatte, Chefdesigner von BMW, und führte mit der Neuen Klasse den größten Umbruch der Marke an. Kein reines Designthema, sondern ein Haltungsthema, bei dem Milliarden bewegt werden, ohne dass sich irgendetwas empirisch beweisen lässt, nur mit Überzeugung. Mit der Neuen Klasse war für ihn das Kapitel abgeschlossen. Und dann kommt der ehrlichste Teil. Mit fünfzig, nach fünfundzwanzig Jahren im Design, hatte er sein Lebensziel erreicht und stellte fest, dass am Ziel keine Glückseligkeit wartet, sondern eher Erschöpfung. Wo ist noch Wachstum, wo die Herausforderung, wo die Schmetterlinge im Bauch. Er dachte sogar darüber nach, die Autobranche ganz zu verlassen und ein Restaurant zu eröffnen. Am Ende wurde es Rolls-Royce, die Marke, die er insgeheim immer am liebsten gemacht hätte. Dazwischen erzählt er von den großen Nieren, für die er bekannt ist und die er gar nicht als sein Verdienst versteht, vom Missverständnis, er wolle polarisieren, obwohl er das Klare und Zeitlose liebt, und von der Frage, was gutes Design überhaupt ausmacht. Seine Antwort, der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Design ist nicht mathematisch, sondern immer Kontext, Marke und Zeitgeist. Und er ist nicht Chefdesigner, weil er den besten Geschmack hätte, sondern weil er den richtigen Menschen zuhört und die richtigen Zutaten zusammenbringt. Am Ende landen die beiden bei dem, was Rolls-Royce für Dukec ausmacht und was ihn mit Max verbindet. Menschlichkeit. Die Handwerkskunst, die man spürt, die Wärme, die Hände hinterlassen haben. Vielleicht ist genau das der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz. Ein vierter Teil, dann nur über Rolls-Royce, ist schon versprochen. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

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