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Ist das gerecht?

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Dieser Podcast hat
54 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2025/05/16
Neueste Episode
2026/10/08
Durchschnittsdauer
-
Veröffentlichungsintervall
13 Tage

Beschreibung

Ein Interviewpodcast mit Ronen Steinke: Egal, ob es um die großen, aktuellen Krisen dieser Zeit geht, um jahrzehntelang geführte gesellschaftliche Debatten oder auch einfach nur um Konflikte im Alltag – in all diesen Bereich stellen wir uns immer wieder diese eine Frage: Was ist gerecht? Genau dieser Frage geht Ronen Steinke deshalb in diesem Podcast nach. Der gelernte Jurist und leitende Redakteur der SZ spricht mit prominenten Gästen und Experten und Expertinnen über juristische und politische Themen, von Schwangerschaftsabbruch über Wehrplicht bis Bildung und Wohnraum. Gerechtigkeit und Rechtsstaat – oft abstrakte Konzepte, die uns aber alle betreffen – werden dabei greifbar und verständlich. Jeden zweiten Freitag erscheint eine neue Folge. Die ersten beiden Folgen sind kostenlos, alle weiteren können Sie mit SZ Plus hier, in der weißen SZ-App, auf www.sz.de/gerecht und auf Spotify hören. Jeden zweiten Freitag erscheint eine neue Folge. Die erste Folge ist kostenlos, alle weiteren können Sie mit SZ Plus in der weißen SZ-App, auf www.sz.de/gerecht und auf Spotify hören.

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Eine Runde Mitleid für Friedrich Merz. Mit Sebastian Hotz
2026/10/08
Viele, vor allem auch jüngere Menschen sehnen sich gerade zurück in die Zeit, in der Angela Merkel Kanzlerin war, und verklären ausgerechnet das Jahr 2016 als vermeintlich bessere Zeit. Gleichzeitig verliert Friedrich Merz in den Umfragen weiter an Zustimmung, das Vertrauen in politische Kräfte bröckelt. Aber ist das wirklich ein Problem für die Demokratie? Oder zeigt sich darin auch ein erwachseneres Verhältnis der Bürgerinnen und Bürger zu Macht? Jeden zweiten Freitag erscheint eine Folge von „Ronen Steinke“. Alle Folgen jetzt mit SZ Plus hören auf SZ.de oder auf Spotify. _Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik._ Host: Ronen Steinke Redaktion: Annabell Burkhardt, Sophia von Schwanewede Produktion: Carlo Sarsky Lankheit
Die Linkspartei, Palästina und die Medien. Mit Özge İnan
2026/09/24
Nach ihrem historischen Wahlerfolg in Berlin steht die Linkspartei vor einer schwierigen Aufgabe: Sie muss zeigen, dass sie unterschiedliche Milieus erreichen kann, ohne problematische Positionen zu verharmlosen. Für Diskussionen sorgen dabei unter anderem der Umgang einzelner Parteivertreter mit palästinensischem Terrorismus und die Chatnachrichten des Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak an den Sohn des Clan-Chefs Issa Remmo. Ab wann wird die Nähe zu solchen Figuren zum Problem für die Linkspartei? Und wie sollten Medien über eine Partei berichten, die für viele Menschen glaubwürdig soziale und migrantische Interessen vertritt, zugleich aber immer wieder mit Antisemitismusvorwürfen konfrontiert ist? Die Autorin Özge İnan kritisiert im Gespräch mit Ronen Steinke, die „bürgerliche Presse“ habe sich von der Lebensrealität vieler Menschen entfernt. Steinke hält dagegen: Gerade weil die Linkspartei selbst Themen wie Palästina-Solidarität im Wahlkampf setze, müssten Medien auch problematische Aussagen und Verbindungen kritisch hinterfragen. _Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik._ Host: Ronen Steinke Redaktion: Annabell Burkhardt Produktion: Justin Patchett
Was man aus Diskussionen mit AfD-Wählern lernt. Mit Deniz Yücel
2026/09/17
Die Autorenvereinigung PEN Berlin bringt Leute zusammen, die sonst nicht zusammenkommen würden. In einer Gesprächsreihe unter dem Titel „Ist das noch/schon mein Land?“ diskutieren Menschen zum Thema Heimat. Das Publikum ist bei diesen Veranstaltung als vierter Gast geladen und dazu ermuntert, den Abend mitzugestalten. Im Gespräch mit Ronen Steinke berichtet Deniz Yücel von lehrreichen Momenten der Gesprächsreihe in den unterschiedlichsten Bundesländern. Aus seiner Erfahrung sei der Austausch schwieriger geworden. So würden AfD-Wählerinnen und Wähler weniger zu den Veranstaltungen kommen und sich auch weniger zu Wort melden. In dieser Folge sprechen Deniz Yücel, Journalist und Sprecher der Autorenvereinigung PEN Berlin und Ronen Steinke darüber, wie ein politischer Dialog wieder gelingen kann. Host: Ronen Steinke Redaktion: Annabell Burkhardt Produktion: Carlo Sarsky Lankheit
Wie hilft uns jetzt das Grundgesetz? Mit Frauke Brosius-Gersdorf
2026/09/10
Wird es der AfD in Sachsen-Anhalt gelingen, über die Schwelle einer Mehrheit zu kommen, übernimmt sie das erste Mal in Deutschland eine exekutive Macht. Diese Wahlentscheidung der Bürgerinnen und Bürger müsse man akzeptieren, findet Frauke Brosius-Gersdorf, Professorin für Öffentliches Recht an der Universität Potsdam und SZ-Kolumnistin. Sie mahnt der Gleichberechtigung aller Parteien, solange sie erlaubt sind. In dieser Folge diskutiert Ronen Steinke mit Brosius-Gersdorf über die Gefahr, die jetzt bei Bildung, Justiz und Polizei für Sachsen-Anhalt lauert. _Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik._ Host: Ronen Steinke Redaktion: Annabell Burkhardt Produktion: Carolin Lenk
Die AfD und die Verantwortung der Medien. Mit Alexander Prinz
2026/09/03
In Wahlkämpfen geben immer häufiger die sozialen Medien den Takt vor. Insbesondere im Umfeld der AfD erreichen einige parteinahe Streamer mit ihren Videos schon ein Millionenpublikum. Welches Bedürfnis erfüllen sie, das klassische Medien nicht erfüllen? Alexander Prinz, im Netz bekannt als „Der Dunkle Parabelritter“, 1994 in Sachsen-Anhalt geboren, ist selbst Streamer mit großer Reichweite. Er streitet durch seine Videos seit Jahren mit der AfD, die in seiner Heimat den „Untergang der Demokratie“ bewirken könnte, wie er fürchtet. Im Gespräch mit Ronen Steinke spricht Prinz über eine Wahl, die für viele Menschen auch ein Schrei nach Aufmerksamkeit sei. Damit stellt sich auch die Frage nach der Verantwortung der – alten und neuen – Medien für den Aufstieg der Rechtspopulisten. _Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik._ Host: Ronen Steinke Redaktion: Annabell Burkhardt Produktion: Carolin Lenk
Die Krise linker Politik. Mit Hubert Wetzel
2026/08/27
Wo der soziale Abstieg droht, da wählen die Menschen nicht solidarischer, sondern egoistischer – und vor allem suchen sie nach Anführern, die ihnen etwas Verlorengegangenes zurückgeben: ein Gefühl von Stolz. So sehr die Progressiven, „Woken“ dann auch richtig liegen mit ihrer Analyse gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten, mit ihrem Kampf gegen die Benachteiligung von Frauen beispielsweise oder mit ihrem Einsatz für mehr Chancen für Menschen mit Migrationsgeschichte – bei Absteigern kommt stattdessen oft die Botschaft an: Wir nehmen euch noch mehr Besitzstände weg – und verteilen sie an die bisher Zukurzgekommenen. Wie könnte ein Ausweg aus dieser kommunikativen Sackgasse aussehen? In dieser Folge von „Ist das gerecht?“ ist SZ-Redakteur Hubert Wetzel bei Ronen Steinke zu Gast. Hubert Wetzel war in der ersten Amtszeit von Donald Trump als Korrespondent für die SZ in Washington. Er hat Reportagen über US-Staaten geschrieben, die stark vom Industrieabstieg betroffen sind. Heute ist er in Brüssel und berichtet von dort über die europäische Politik – und beobachtet sowohl die italienische rechtspopulistische Regierungschefin Giorgia Meloni als auch die Entwicklungen in Frankreich. Die beiden diskutieren darüber, was es für Alltagssituationen sind, die Menschen zu den Rechtspopulisten hintreiben und was Rechtspopulisten einer Gesellschaft anbieten, womit nicht auch die Sozialdemokraten aufwarten könnten. Und was dagegen helfen könnte. Host: Ronen Steinke Redaktion: Annabell Burkhardt Produktion: Carolin Lenk _Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik._
Auf manche Idee der AfD hätte auch die SPD kommen können
2026/08/12
Erstmals seit 1945 könnte eine rechtsextreme Partei eine Regierung in Deutschland übernehmen – ganz legal mit der Mehrheit der Wähler im Rücken. In Sachsen-Anhalt steht die AfD derzeit bei um die 40 Prozent. Um sie zu verhindern, müsste sich eine All-Parteien-Koalition gegen die AfD bilden, die eine tiefe Krise für die CDU zu Folge hätte. Die Kanzlerpartei müsste dafür schließlich mit der Linken und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zusammenarbeiten. Egal welches Szenario - es würde für die Demokratie nichts Gutes bedeuten. Was passiert da gerade in Deutschland? Darüber spricht Ronen Steinke im Podcast "Ist das gerecht?" mit Lukas Rietzschel, dessen Roman "Sanditz" gerade für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde. Moderation: Ronen Steinke Redaktion: Annabell Burkhardt Produktion: Carolin Lenk Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.
Juristendeutsch ist (teils) ein Problem für die Demokratie
2026/07/30
Menschen werden verurteilt, ins Gefängnis geschickt, als kriminell markiert im Bundeszentralregister – und verstehen dabei oft nicht mal, was das Gericht ihnen gerade sagt. Die Strafrichterin Lisa Jani, die seit vielen Jahren im Amtsgericht Berlin Tiergarten arbeitet, findet: Das ist kein Zufall, das ist ein Systemfehler. Auch deshalb engagiert sich Lisa Jani dafür, die juristischen Dinge für die breite Bevölkerung zu übersetzen. Im SZ-Podcast „Ist das gerecht?“ spricht Ronen Steinke mit ihr darüber, was die Verständlichkeit für einen Rechtsstaat bedeutet, der Gerechtigkeit für alle verspricht. Host: Ronen Steinke Redaktion: Annabell Burkhardt Produktion: Aylin Sancak
Trump und die AfD als „Faschisten“ zu bezeichnen, ist problematisch
2026/07/16
In Deutschland gilt der Begriff Faschismus schnell als zu scharf, als Keule, als Übertreibung. Es wird viel über den Faschismus gesprochen, aber kaum darüber, was er eigentlich bezeichnet. Die Philosophin Eva von Redecker hält das für einen Fehler. In ihrem neuen Buch „Der Drang nach Härte" argumentiert sie, dass wir heute zu oft auf die eindeutigen Symbole, das Hakenkreuz und das Hitlerbärtchen warten. Ist es also soweit, dass wir dieses harte Wort verwenden sollten, weil weniger harte Worte vor dieser neuen Realität versagen? Im Gespräch mit Ronen Steinke erklärt Eva von Redecker, was aus ihrer Sicht den neuen Faschismus ausmacht, warum wir ihn so schwer erkennen – und was eine Gesellschaft braucht, um standhaft zu bleiben. Host: Ronen Steinke Redaktion: Annabell Burkhardt Produktion: Carolin Lenk Bildrechte Cover: Sophie Brand /S. Fischer Verlag
„Das soll kein Mensch sehen“
2026/07/02
Im Frühjahr 2024 sind die Tierrechtsaktivisten Anna Schubert und Hendrik Hassel in einen Schlachthof in Niedersachsen eingedrungen. Sie haben dort Kameras installiert und heimlich gefilmt, wie Schweine mit CO2 betäubt werden. Die Videos zeigen wie Schweine quieken, sie drücken sich mit aller Kraft gegen Gitterstäbe - bis sie betäubt in einen Schacht fallen. Das ist eine legale und gängige, wenn auch umstrittene Schlachtmethode. Auch im Tierschutzbericht der Bundesregierung wurde sie vor Jahren kritisch beleuchtet. Die Aktivisten hatten die Aufnahmen online gestellt. Daraufhin reichte der Geschäftsführer des Schlachthofs Klage ein. Er argumentiert, dass die Aufnahmen den Ruf seines Hofes beschädigt hätten. Für die Verbreitung der Aufnahmen wurden sie vom Oberlandesgericht Oldenburg verurteilt. Zweifel, dass die Videos echt sind, hatte das Gericht nicht. Die öffentliche Diskussion über Massentierhaltung und Schlachtmethoden sei zulässig und wichtig. Da die Methode des Schlachthofs nicht gegen geltende Rechte verstoße, müsse dies grundsätzlich hingenommen werden - so die Argumentation. Die Tierschützer sollen einen noch nicht bezifferten Schadensersatz bezahlen. Parallel läuft ein Verfahren wegen Hausfriedensbruchs. In dieser Folge von „Ist das gerecht“ spricht Ronen Steinke mit Anna Schubert, die hauptberuflich für die Organisation „Animal Rights Watch“ tätig ist. Sie erzählt, wie die Aktivisten bei solchen Aktionen vorgehen und wie sie auf das Gerichtsverfahren blickt. Und sie erklärt, wieso es aus ihrer Sicht keine „milde“ Methode gibt, um Tiere zu töten. Es geht auch um die Fragen: Haben wir ein Recht darauf, die Augen davor zu verschließen, wie Tiere in diesem Land geschlachtet werden? Ist es nicht begrüßenswert, wenn Tierschützer öffentliche Transparenz herstellen und Videos verbreiten, die der Schlachthof selbst nicht veröffentlichen würde? Jeden zweiten Freitag erscheint eine Folge von „Ist das gerecht?“. Alle Folgen jetzt mit SZ Plus hören [auf SZ.de](https://www.sueddeutsche.de/thema/Ist_das_gerecht%3F) oder auf Spotify. Moderation, Redaktion: Ronen Steinke Redaktionelle Betreuung: Annabell Burkhardt, Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Bildrechte Cover: Ludwig Nikulski _Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik._
„Wir sollten mehr aushalten als Max Mustermann“
2026/06/18
Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang hat sich dafür ausgesprochen, den Paragrafen zur Politikerbeleidigung abzuschaffen. Die „Ferne von Politik und Bürgern“ sei ein wachsendes Problem. Politiker wie sie selbst, so Lang, sollten nicht alles aushalten müssen, insbesondere keine Gewalt. „Aber wir sollten mehr aushalten als Max Mustermann, und vor allem sollten wir nicht mehr geschützt sein, als es normale Bürgerinnen und Bürger sind“. Die Entscheidung des Bundestags im Jahr 2021, die Beleidigung von „Personen des politischen Lebens“ nach dem Paragrafen 188 des Strafgesetzbuchs schärfer zu ahnden als die Beleidigung gewöhnlicher Personen, sei rückblickend „ein Fehler gewesen“, sagt die ehemalige Grünen-Vorsitzende im Podcast „Ist das gerecht?“ der Süddeutschen Zeitung. Ricarda Lang ist damit die erste bedeutende Stimme aus der linken Hälfte des Parteienspektrums, die sich dieser politischen Forderung anschließt. Bislang war die Forderung hauptsächlich vonseiten der Union, der FDP und der AfD erhoben worden. Jeden zweiten Freitag erscheint eine Folge von „Ist das gerecht?“. Alle Folgen jetzt mit SZ Plus hören https://www.sueddeutsche.de/thema/Ist_das_gerecht%3F oder auf Spotify. Moderation, Redaktion: Ronen Steinke Redaktionelle Betreuung: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Bildrechte Cover: Friedrich Bungert _Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik._
„Problematische Vorstellung von Sexualität“
2026/06/04
Wann immer Fälle von sexueller Belästigung oder sexualisierter Gewalt öffentlich werden, wird in der öffentlichen Debatte der Wunsch nach strengeren Verboten laut. Es gibt genug Beispiele, die zeigen, dass die Politik diesem Ruf häufig nachkommt: Vergewaltigung und sexuelle Belästigung wurden vor einigen Jahren als Tatbestand verschärft. Es gibt neue Regeln dafür, wann man anderen Menschen Nacktfotos von sich selbst schicken darf oder dafür, was passiert, wenn man Nacktfotos zugeschickt bekommt und sie abspeichert. Dieser gesetzliche Trend hat einen Grund: Das Recht hängt dem gesellschaftlichen Bewusstsein häufig hinterher. Wie groß die Verletzungen sind, die sexuelle Belästigung verursachen kann, kommt in der juristischen Welt erst nach und nach an. In dieser Folge von „Ist das gerecht“ spricht Ronen Steinke, SZ-Redakteur und Jurist, deshalb mit Leonie Steinl, die als Jura-Professorin gerade frisch von der Universität Münster nach Leipzig gewechselt ist. Im Podcast erklärt sie, wo das deutsche Sexualstrafrecht angemessen auf sexualisierte Gewalt reagiert – und wo es noch Lücken gibt. Und sie spricht darüber, warum sie eine Verschärfung des Gesetzes nicht immer für hilfreich hält. Jeden zweiten Freitag erscheint eine Folge von „Ist das gerecht?“. Alle Folgen jetzt mit SZ Plus hören auf SZ.de oder auf Spotify. Moderation, Redaktion: Ronen Steinke Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt Produktion: Julia Ongyerth Bildrechte Cover: Kalle Kröger Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.
Wiederholung: „Das ist der feuchte Traum der autoritären Populisten“
2026/05/21
Vor allem die Justiz ist anfällig, warnt der Jurist Maximilian Steinbeis. Ein Gespräch über die Einfallstore für autoritäre Populisten. Die AfD in Sachsen-Anhalt ist nach Ansicht des Verfassungsschutzes gesichert rechtsextrem. Vier Monate vor der Landtagswahl kommt die Partei dort laut Infratest dimap derzeit auf 41 Prozent. Das wäre eine Verdoppelung ihres Wahlergebnisses von 2021. Dass die AfD im Herbst alleine Sachsen-Anhalt regiert, ist also nicht mehr unwahrscheinlich, zumal sie dafür nicht 50 Prozent der Stimmen gewinnen muss, sondern eine absolute Mandatsmehrheit. Die CDU liegt in Sachsen-Anhalt laut aktueller Sonntagsfrage bei 26 Prozent. Sollte es für die AfD nicht zu einer Alleinregierung reichen – und sich kein Koalitionspartner finden –, bliebe für die CDU Hoffnung, die rechtsextreme Partei mit einem linksgerichteten Bündnis doch noch in die Opposition zu verdrängen. Und trotzdem. Auch dieses Szenario eröffnet Feinden der Demokratie Spielraum, um parlamentarische Prozesse zu schwächen. Welche das sind, darüber spricht der Jurist Maximilian Steinbeis in dieser Wiederholung des Podcasts „Ist das gerecht?“ mit SZ-Redakteur Ronen Steinke. Steinbeis leitet die digitale Plattform „Verfassungsblog“, die sich mit verfassungsrechtlichen und rechtspolitischen Themen auseinandersetzt. Eine Ende 2025 veröffentlichte Analyse des Verfassungsblogs beschäftigt sich mit der Verwundbarkeit der rechtsprechenden Gewalt in Deutschland. Welche Strategien autoritär-populistische Kräfte nicht nur hierzulande, sondern weltweit nutzen, um Demokratien zu schwächen, erklärt Maximilian Steinbeis im Podcast. Hinweis: Bei dieser Folge handelt es sich um die Wiederholung einer bereits im Januar veröffentlichten Episode. Dafür hat sich die Redaktion aufgrund eines Krankheitsfalls entschieden. Die ersten zwei Wochen nach der Veröffentlichung ist diese Folge kostenlos hörbar. Jeden zweiten Freitag erscheint eine Folge von „Ist das gerecht?“. Alle Folgen jetzt mit SZ Plus hören auf SZ.de oder auf Spotify. Moderation, Redaktion: Ronen Steinke Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt, Justin Patchett Produktion: Carlo Sarsky, Justin Patchett Bildrechte Cover: Friedrich Bungert Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.
„Wie kann die Politik wichtiger sein als das Überleben meines Kindes?“
2026/05/07
SZ-Korrespondentin Lea Sahay lebt seit mehr als zehn Jahren in China. Im Podcast „Ist das gerecht?“ berichtet sie über ihr persönliches Ende des chinesischen Traums. Um zu verstehen, was da passiert ist, musste Lea Sahay es aufschreiben. Die Korrespondentin der SZ lebt seit mehr als zehn Jahren in China. In einem Land, das sie sehr liebt – und dessen Politik unter Machthaber Xi Jinping den schlimmsten Moment ihres Lebens herbeigeführt hat. In ihrem Buch „Das Ende des Chinesischen Traums: Leben in Xi Jinpings neuem China“ erzählt Sahay von der Krankheit ihres damals acht Monate alten Sohnes – im Herbst 2022, mitten in der Corona-Pandemie. „Es war eine fürchterliche Zeit“, sagt Sahay im Gespräch mit dem SZ-Redakteur und Podcast-Host Ronen Steinke. China setzte auf eine Zero-Covid-Strategie: Ein einziger Fall, bei dem sich ein Mensch in China mit dem Virus infizierte, war einer zu viel. Viertel und ganze Städte wurden monatelang abgeriegelt, um die Zahl der Fälle so gering wie möglich zu halten. Damit hatte das Land Erfolg – bis die Omikron-Variante kam. „Das war im Prinzip, als würde man versuchen, den Wind einzufangen“, sagt Sahay. Chinas harte Corona-Politik funktionierte nicht mehr. Besonders deutlich habe sich das in Shanghai gezeigt, wo sich das Virus schnell ausbreitete und die medizinische Versorgung beinahe zusammenbrach. Infizierte, die in Quarantänezentren gesteckt wurden, und Seuchenwächter, die in Wohnungen einbrachen – das sei für Chinesen „ein unfassbarer Schock“ gewesen. Die Kommunistische Partei habe in den Augen vieler im Land Wohlstand gebracht und China zu einer Weltmacht aufsteigen lassen. Nun hielt sie trotz rasant steigender Fälle an ihrer Null-Covid-Strategie fest. Was laut Sahay vor allem daran lag, dass Xi Jinping das Gesicht der harten Corona-Politik gewesen sei. China habe zeigen wollen, dass der Rest der Welt mit der Pandemie überfordert sei, dass es das bessere politische System habe. In genau dieser Zeit erkrankte Sahays Sohn schwer. Sie ging mit ihm in eine Notaufnahme in Peking und die Ärzte verhielten sich so, wie es die Partei von ihnen verlangte: „Sie sagten: ‚Ohne einen Corona-Test können wir ihn nicht unmittelbar behandeln.‘“ Ein Corona-Test, erinnert sich Sahay, dauerte damals um die zwei Stunden. Krankenschwestern hätten Ärzte angefleht, eine Ausnahme zu machen. „Mir war eigentlich sofort klar, dass es keinen Weg gibt, diese Regel zu umgehen. Man kann sich außerhalb von China wahrscheinlich schwer vorstellen, was für ein Druck innerhalb so eines Systems herrscht“, sagt Sahay. Fälle wie diese hätten sich in China tausendfach abgespielt. Lea Sahay habe damals „ein neues China“ kennengelernt, erzählt die Korrespondentin im Podcast „Ist das gerecht?“. Ein China, wo es so viel Schwieriges, aber auch Gutes gebe. „Die Ärzte haben mit aller Kraft um das Leben meines Sohns gekämpft.“ Ihr Sohn sei trotz der langen Wartezeit in der Notaufnahme wieder gesund geworden, er lebe heute in einem „tollen Umfeld“. Wo die Menschen unheimlich freundlich zu Kindern seien und viel kreativer, als man es in Deutschland vermuten würde. Warum diese Kreativität ein Grund für den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas ist und warum das chinesische Modell trotzdem nicht zum Vorbild für die deutsche Wirtschaft taugt, erfahren Sie im Podcast. Jeden zweiten Freitag erscheint eine neue Folge von „Ist das gerecht?“. Die neue Folge ist jeweils die ersten beiden Wochen kostenlos. Alle Folgen jetzt mit SZ Plus hören auf SZ.de oder auf Spotify. Moderation: Ronen Steinke Redaktion, Text und Produktion: Justin Patchett Bildrechte Cover: Stefanie Preuin / Bearbeitung SZ Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.
“Wehret den Anfängen? Ich bitte dich!”
2026/04/23
Michel Friedman blickt auf seine Jugend zurück und kritisiert: Die Kategorisierung von Menschen werde hierzulande wieder salonfähig. Als Teenager hatte der in Frankfurt lebende Michel Friedman einen amerikanischen Traum: „Meine Sehnsucht war es, nach dem Abitur nach New York zu gehen und an der Columbia zu studieren.“ Um später einmal Chefredakteur der New York Times und Lehrstuhlinhaber für Philosophie zu werden. Friedman bekam ein Stipendium und ein Visum für die USA, er war seinem Traum näher gekommen. Seinen Eltern, Überlebenden des Holocausts, erzählte er mit Stolz von seinen Plänen. „Ich dachte, es gibt einen Freudenschrei. Stattdessen gab es ein Schweigen und nach einer kurzen Zeit sagte meine Mutter: ‚Du willst gehen? Willst du uns umbringen?‘“ Im Gespräch mit SZ-Redakteur und Jurist Ronen Steinke sagt Michel Friedman, das sei einer von zwei, vielleicht drei Momenten in seinem Leben gewesen, in denen ihm klar gewesen sei: „Diese Entscheidung wird dein Leben determinieren. Ich habe mich entschieden zu bleiben – und habe das Visum zerrissen.“ „Ich habe mich entschieden zu bleiben.“ Es war der Moment, in dem er sich dazu entschieden habe, in Deutschland zu leben. In dem Land, durch das sein Vater „alle Menschen um sich herum verloren“ hatte. Wo er, der Sohn, in den Siebzigerjahren von Tätern umgeben war, die nun als Lehrer, Richter, Polizisten – also überall arbeiteten. „Und gleichzeitig gab es Zukunft, gleichzeitig wuchs eine neue Generation auf“, sagt Friedman im SZ-Podcast. „Meine Eltern haben zum Beispiel nie gehasst. Ich habe nie gehört, ‚wir hassen die Deutschen‘.“ Das habe Friedmans Aufwachsen in Deutschland sehr erleichtert. „Ich kenne den Hass nicht. Aber Angst hatte man.“ Was das Deutschsein für ihn bedeutet, darüber spricht der Publizist, Jurist, Philosoph und früherer Politiker der CDU in der neuen Folge des Podcasts „Ist das gerecht?“. Nach der USA-Episode habe er sich einbürgern lassen, denn: „Wenn ich schon hier lebe, dann mische ich mich ein.“ Ein Pass, vor allem der deutsche, sei eine Selbstermächtigung. „In unserer Welt macht der Pass dich zum Menschen.“ Auch warum Michel Friedman „großen Respekt vor der Bundesrepublik Deutschland“ hat, aber niemals zur Bundeswehr gehen würde, erzählt er im Podcast – und wie oft sein Jüdischsein eine Rolle spielt: „Ich wäre gerne selbstverständlich. Ich wäre gerne Michel Friedman, ohne dass ich ein jüdischer Friedman bin.“ Seine Religion sei zuletzt wieder häufiger genannt worden. Jeden zweiten Freitag erscheint eine neue Folge von „Ist das gerecht?“. Die neue Folge ist jeweils die ersten beiden Wochen kostenlos. Alle Folgen jetzt mit SZ Plus hören auf SZ.de oder auf Spotify. Moderation: Ronen Steinke Redaktion und Produktion: Justin Patchett Bildrechte Cover: Nicci Kuhn / Bearbeitung SZ Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter [email protected] – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.

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