
Werben im Podcast: MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß!
Dieser Podcast hat
30 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
MicrobeThingsMacroExplizit
Nein
Erstellt am
2025/09/07
Neueste Episode
2026/10/06
Durchschnittsdauer
14 min.
Veröffentlichungsintervall
14 Tage
Beschreibung
MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! ist ein Podcast, in dem wir in die Welt der Mikroben eintauchen und uns von ihr begeistern lassen wollen. Folge für Folge nehmen wir uns einen Mikroorganismus vor, der durch einen besonderen Namen, eine lustige Geschichte oder eine spannende Fähigkeit hervorsticht und schauen uns an, was ihn so faszinierend macht! Kommt mit auf eine Reise in eine Welt, die für das bloße Auge unsichtbar und doch omnipräsent ist.
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MTM 28 - Halobacterium salinarum - Wie Flamingos rosa wurden
2026/10/06
Warum sind Flamingos eigentlich rosa? Die Antwort auf diese Frage führt uns in extrem salzige Gewässer, zu einem roten Archaeon und von dort bis zu einem der wichtigsten Werkzeuge der modernen Neurobiologie. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! schauen wir uns an, wie Halobacterium salinarum in Wasser lebt, in dem kaum noch mehr Salz gelöst werden kann, wie das Archaeon mit Hilfe von Licht Energie gewinnen kann und was das alles mit dem diesjährigen Nobelpreis für Physiologie und Medizin zu tun hat.
Kapitel
00:00 – Intro
02:35 – Wie Hbt. salinarum sich an hohe Salzkonzentrationen anpasst
04:59 – Klippfisch und rote Kolonien: Die Entdeckung von Hbt. salinarum
06:20 – Warum ist Hbt. salinarum eigentlich rot?
07:47 – Bakteriorhodopsin und die Entstehung der Optogenetik
12:38 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
· Hbt. salinarum ist kein Bakterium, sondern ein Archaeon, das in extrem salzigen Gewässern mit bis zu 30 % Salz lebt und Salzseen und Salinen rot färbt. Das Archaeon ist sogar so salztolerant, dass es tausende von Jahren in Salzkristallen ausharren kann.
· Hbt. salinarum wurde erstmals auf gesalzenem und luftgetrocknetem Klippfisch entdeckt. Die rote Färbung erhält es durch das Pigment Bacterioruberin, dass den Zellen als UV-Schutz dienen kann.
· Bakteriorhodopsin war das erste bekannte mikrobielle Rhodopsin und bereitete den Boden für die Suche nach ähnlichen Proteinen, darunter das Channelrhodopsin aus einer einzelligen Alge, das zum Schlüsselwerkzeug der Optogenetik wurde. Für diese Entdeckungen erhalten Karl Deisseroth, Georg Nagel und Peter Hegemann den Nobelpreis für Physiologie und Medizin 2026.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Pressemitteilung der VAAM “Mikrobe des Jahres 2017“
Pressemitteilung Nobelpreis 2026
Allgemeines zu Hbt. salinarum
Grote, M. und O’Malley, M.A. (2011), FEMS Microbiology Reviews, 35(6), S. 1082–1099.
Pfeifer, F. (2017), Biologie in unserer Zeit, 47(6), S. 378–384.
Stan-Lotter, H. und Fendrihan, S. (2015), Life, 5(3), S. 1487–1496.
Entdeckung von Hbt. salinarum
Klebahn, H. (1919), Mitt Inst Allg Bot Hamb, 4, S. 11–69.
Harrison, F.C. und Kennedy, M.E. (1929). F. A. Acland, printer.
Mormile, M.R. u. a. (2003), Environmental Microbiology, 5(11), S. 1094–1102.
Bakteriorhodopsins
Oesterhelt, D. und Stoeckenius, W. (1971), Nature New Biology, 233(39), S. 149–152.
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Arcella gandalfi
2026/09/22
In einer Höhle im Boden, da lebte ein Hobbit… So beginnt der Der Herr der Ringe Epos von J. R. R. Tolkien. Der Hobbit, um den es geht, ist kein geringerer als Bilbo Beutlin – und an seinem 111. Geburtstag, der am 22. September war, verschwindet Bilbo plötzlich. Der Ring, den er seinem Neffen Frodo hinterlässt, birgt einige unentdeckte Geheimnisse und zwingt Frodo zu einer Reise, die den Lauf der Welt verändern wird. Eine weitere wichtige Figur im Der Herr der Ringe Epos ist der Zauberer Gandalf nach dessen ikonischem Spitzhut im Jahre 2016 eine Amöbenart benannt wurde. Arcella gandalfi, die Mikrobe, um die es in der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen soll, ist aber nicht nur Spitzhut-förmig, sondern hat noch einige andere interessante Eigenschaften zu bieten!
Kapitel
00:00 – Intro
03:14 – Amöben, Wechseltierchen der Mikrobenwelt
04:42 – Die Schalen der Amöben – schützender Panzer und kunstvolles Bauwerk
07:13 – Arcella gandalfi und der Hut eines mächtigen Zauberers
08:35 – Fazit und Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Arcella gandalfi gehört zu den Amöben, also einer Lebensform, die sich ständig in ihrer Gestalt wandeln kann. Um sich vor äußeren Einflüssen und Fressfeinden zu schützen, haben sich manche Amöben eine Schale zugelegt. Bei Arcella gandalfi ist diese Schale aus selbst produzierten hexagonalen Platten zusammengesetzt und erscheint in Form eines Spitzhutes. Bei ihrer ersten Beschreibung der Amöbe im Jahr 2016 fühlten sich Forschende an die Form des Hutes erinnert, den der Zauberer Gandalf in Der Herr der Ringe trägt. Kurzum benannten sie die neu entdeckte Spezies Arcella gandalfi.
Die Schalen mancher Amöben können lange Zeiten überdauern. Es gibt Funde im Grand Canyon, bei denen es sich möglicherweise um die Schalen von Arcellinida handeln könnten und auf ein Alter von etwa 740 Millionen Jahren geschätzt werden.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Arcella
„Arcella gandalfi – Microworld“
News, L.G.I. (2017) Newfound Amoeba Looks Just Like Gandalf the Wizard’s Hat, Live Science.
Féres, J.C. u. a. (2016), Acta Protozoologica, 55(4), S. 221–229.
Mitchell, E.A.D., Charman, D.J. und Warner, B.G. (2008), Biodiversity and Conservation, 17(9), S. 2115–2137.
Tingle, K.E. u. a. (2023), Geobiology, 21(3), S. 290–309.
Tolkien, J.R.R. (2010) Das Silmarillion. 30., Aufl. 2018. Herausgegeben von C. Tolkien. Übersetzt von W. Krege. Stuttgart: Klett-Cotta.
Tolkien, J.R.R. (2024) Der Herr der Ringe. Gesamtausgabe im Schuber, neunte Auflage dieser Ausgabe, 2025. Übersetzt von M. Carroux. Stuttgart: Klett-Cotta (Der Herr der Ringe, 3. Teil).
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1 Jahr MTM!
2026/09/08
MicrobeThingsMacro - Mikroben ganz groß! wird ein Jahr alt! Um das zu feiern, möchte ich in dieser kurzen Sonderfolge einen Blick zurück in das vergangene Jahr werfen und darauf schauen, was vielleicht noch auf uns zukommt. Danke an alle treuen Hörerinnen und Hörer, ihr habt es möglich gemacht, dass es dieses Projekt auch heute noch gibt!
Hier findet ihr das Interview im Wirkstoffradio:
https://wirkstoffradio.de/2026/08/09/wsr097-elektrometabolische-signaluebertragung-in-bacillus-subtilis-biofilmen-interview-mit-celina-thiel/
Weitere genannte Folgen:
Folge 01 - Streptomyces coelicolor
https://www.podcast.de/episode/693810660/mtm-01-streptomyces-coelicolor
Folge 20 - Caballeronia insecticola
https://www.podcast.de/episode/703961384/mtm-20-caballeronia-insecticola
Folge 17 - Magnetospirillum gryphiswaldense
https://www.podcast.de/episode/703106624/mtm-17-magnetospirillum-gryphiswaldense
Folge 19 - Escherichia coli
https://www.podcast.de/episode/703696476/mtm-19-escherichia-coli
Kapitel
00:00 - Intro und Begrüßung
01:20 - Rückblick
03:40 - Die meistgehörten Folgen
07:41- Wie eine Folge entsteht
08:52 - Wisspod und mein Interview im Wirkstoffradio
10:26 - Ausblick
11:28 - Verabschiedung
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Myxococcus xanthus
2026/09/01
Wenn wir an Bakterien denken, geht es oft um Einzeller, die als Einzelgänger in der Gegend herumschwimmen. Viele Bakterien sind aber viel mehr als das und entwickeln in der Gemeinschaft beeindruckende Fähigkeiten. So ist es auch bei Myxococcus xanthus, dem Bakterium, um das es in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! gehen soll. Als bakterielles Wolfsrudel machen tausende von Zellen gemeinsam Jagd auf andere Bakterien und zersetzen sie durch einen Cocktail antimikrobieller Substanzen. Und auch wenn die Nahrung knapp wird setzt, Myxococcus auf Kooperation statt Einzelgängertum – und dass ganz ohne, dass es einen Anführer gibt, sondern nur durch Stigmergie.
Kapitel
00:00 – Intro
02:20 – Das bakterielle Wolfsrudel auf Mikrobenjagd
05:55 – Zusammenarbeit ohne Anführer – Stigmergie
07:31 – A- und S-Motilität, abenteuerliche und soziale Arten der Fortbewegung
09:55 – Fruchtkörperbildung bei Nahrungsmangel
12:18 – Fazit und Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
M. xanthus ernährt sich von anderen Bakterien. Dafür gehen tausende von Zellen gemeinsam auf die Jagd. Sie können ihre Beute sogar bespitzeln und dann gezielt mit antimikrobiellen Substanzen töten und auflösen.
Stigmergie beschreibt ein Konzept, bei dem die Umwelt durch einzelne Mikroben so verändert wird, dass die anderen Mikroben dadurch eine Handlungsanweisung bekommen. Schwimmt eine Mikrobe in eine Richtung, hinterlässt sie eine Spur, der andere folgen können. Schwimmt eine Zelle los, folgt die benachbarte in die selbe Richtung. So entsteht ein dezentral organisierter Schwarm.
Bei Nahrungsmangel bildet M. xanthus Fruchtkörper aus. Dafür werden einige Zellen zu Sporen, die besonders resistent sind und in den Fruchtkörpern geschützt ausharren, bis es wieder mehr Nahrung gibt. Andere bleiben aktiv auf Nahrungssuche, während die meisten absterben und selbst zur Nahrung werden.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Pressemitteilung Mikrobe des Jahres 2020
Beebe, J.M. (1941) , Journal of Bacteriology, 42(2), S. 193–223.
Berleman, J.E. und Kirby, J.R. (2009), FEMS microbiology reviews, 33(5), S. 942–957.
Contreras-Moreno, F.J. u. a. (2024), Frontiers in microbiology, 15, S. 1339696.
Kearns, D.B. und Shimkets, L.J. (2001), Trends in Microbiology, 9(3), S. 126–129.
Lloyd, D.G. und Whitworth, D.E. (2017), Frontiers in Microbiology, 8.
Müller, S. u. a. (2015), Applied and Environmental Microbiology, 81(1), S. 203–210.
Thiery, S. und Kaimer, C. (2020), Frontiers in Microbiology, 11, S. 2.
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Desulforudis audaxviator
2026/08/18
Von Deutschland nach Island, in den Krater des Vulkans Snaefellsjökull, durch tiefe Höhlen und unterirdische Meere, durch einen Lavastrom auf Stromboli – diesen Weg legen die Protagonisten in Jules Vernes „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ zurück. Die Mikrobe um die es in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! hat es zwar nicht ganz zum Mittelpunkt der Erde geschafft, harrt aber in 1.5 bis 3 km Tiefe unter der Erdkruste in vollkommener Dunkelheit und Abwesenheit von Sauerstoff aus. Die Rede ist von Desulforudis audaxviator, benannt nach dem „wagemutigen Reisenden“ aus einer Inschrift aus Jules Vernes Roman, einer Mikrobe, die ein außergewöhnliches Ökosystem auf nur einem Genom vereint.
Kapitel
00:00 – Intro
00:37 – Die Reise zum Mittelpunkt der Erde
02:33 – Desulforudis audaxviator – Erstbeschreibung und Benennung
05:33 – Leben in der Dunkelheit – Wie sich D. audaxviator an seine Nische angepasst hat
09:03 – Ein ganzes Ökosystem auf einem Genom
10:18 – D. audaxviator als lebendes Mikrofossil
12:10 – Fazit und Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
„Descende, audax viator, et terrestre centrum attinges“ lautet eine Inschrift in Jules Vernes „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Nach dem audax viator, dem wagemutigen Reisenden ist auch eine Mikrobe genannt. Desulforudis audaxviator lebt in 1.5 bis 3 km Tiefe unter der Erdoberfläche in kompletter Abwesenheit von Licht, Sauerstoff und organischen Materialien.
Auf dem Genom von D. audaxviator sind alle Proteine codiert, die es braucht, um Energie zu gewinnen, gezielt zu Nährestoffen zu navigieren, Kohlenstoff und Stickstoff aus der nährstoffarmen Umgebung zu ziehen. Für Forschende ein spannendes Beispiel für ein Ökosystem, in dem sich nur eine lebendige Komponente befindet, die ganz alleine überlebensfähig ist.
In den vergangenen 165 Millionen Jahren hat sich am Genom dieses Mikroorganismus wenig geändert, auch wenn Populationen sich teilweise fast auf gegenüberliegenden Seiten der Erde befinden – ein echtes Erfolgsrezept also.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Chivian, D. u. a. (2008), Science, 322(5899), S. 275–278.
Karnachuk, O.V. u. a. (2019), The ISME Journal, 13(8), S. 1947–1959.
Lindsay, M.R. u. a. (2024), Proceedings of the National Academy of Sciences, 121(15), S. e2309636121.
Becraft, E.D. u. a. (2021), The ISME Journal, 15(10), S. 2830–2842.
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Mycoplasma laboratorium
2026/08/04
Mikroben sind ja bekanntlich klein – sehr klein sogar. Aber was ist eigentlich die kleinste Mikrobe der Welt? Diese Frage kann ich in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! nicht beantworten. Ihr könnt mich aber zumindest bei der Recherche begleiten und von den spannenden Geschichten hören, über die ich bei der Suche nach der kleinsten Mikrobe gestolpert bin. Beispielsweise, die Geschichte, wie aus einer Mikrobe mit einem winzigen Genom, Mycoplasma genitalium, ein synthetischer Mikroorganismus wurde, der neben JCVI-syn1.0 oder Mycoplasma laboratorium eben auch den Namen Synthia trägt.
Kapitel
00:00 – Intro
01:24 – Die Jagd nach der kleinsten Mikrobe
04:21 – Leben am Minimum
05:33 – M. genitalium – Minimikrobe mit Minigenom
08:44 – Der Weg zum Minimalgenom
10:24 – Die Geburtstunde von Synthia
14:03 – Fazit und Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Die Frage nach der kleinsten Mikrobe der Welt ist unglaublich schwer zu beantworten. Bei so kleinen Größenordnungen stoßen wir schnell an die Grenzen dessen, was noch als Lebewesen zählt
Das kleinste bislang bekannte und anerkannte Bakterium ist Mycoplasma genitalium. Mit nur 300 nm Durchmesser ist es etwa 10-fach kleiner als E. coli und hat ein winziges Genom von nur knapp 600.000 Basenpaaren.
Forschende um J. Craig Venter erzeugten auf Basis von M. genitalium den synthetischen Organismus JCVI-syn1.0 oder M. laboratorium Synthia. Sie ermittelten, welche Gene das Bakterium zum Überleben braucht, und konstruierten nur aus diesen ein Genom. Damit gelang es ihnen, einen überlebensfähigen synthetischen Organismus zu schaffen.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Übersichtsartikel zu kleinen Mikroorganismen
Velimirov, B. (2001), Microbes and Environments, 16(2), S. 67–77.
Martel, J. und Young, J.D.-E. (2008), PNAS, 105(14), S. 5549–5554.
Glass, J.I. u. a. (2017), Cold Spring Harbor Perspectives in Biology, 9(12), S. a023861.
Mycoplasma, Carsonella und Nanoarcheum
Waites, K.B. und Bébéar, C. (2023), ClinMicroNow. John Wiley & Sons, Ltd, S. 1–23.
Nakabachi, A. u. a. (2006), Science, 314(5797), S. 267–267.
Huber, H. u. a. (2002), Nature, 417(6884), S. 63–67.
Zum Genom von Mycoplasma und der Konstruktion von Synthia
Fraser, C.M. u. a. (1995), Science, 270(5235), S. 397–404.
Glass, J.I. u. a. (2006), PNAS, 103(2), S. 425–430.
Gibson, D.G. u. a. (2010), Science, 329(5987), S. 52–56.
Hutchison, C.A. u. a. (2016), Science, 351(6280), S. aad6253.
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Saccharomyces carlsbergensis
2026/07/21
Ohne sie gäbe es kein Pils, kein Helles und kein Märzen: Saccharomyces pastorianus – auch bekannt unter ihrem historischen Namen Saccharomyces carlsbergensis – ist die wohl bedeutendste Bierhefe der Welt. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! geht es um die Geschichte ihrer Entdeckung und die Entstehung des Lagerbiers. Und wer sich schon immer mal gefragt hat, was eigentlich obergärige und untergärige Biere sind, wie alkoholfreie Biere hergestellt werden oder was der Unterschied zwischen alkoholfrei und 0,0% auf dem Etikett bedeutet, findet hier die Antwort!
Kapitel
00:00 – Intro
02:54 – Eine kurze Geschichte der Braukultur
07:15 – Obergärige vs. untergärige Biere
09:45 – S. carlsbergensis – ein ungewöhnliches Hybrid
11:16 – Carlsberg Original 1883 Rebrew
12:22 – Herstellung alkoholfreier Biere
17:06 – Zusammenfassung und Fazit
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
S. carlsbergensis ist eine der bedeutendsten Bierhefen der modernen Braukultur. Als Hybrid aus S. cerevisiae und der in Patagonien gefunden S. eubayanus, ist diese Hefeart für die Fermentation untergäriger Biere verantwortlich.
Erstmals isoliert wurde die Hefe 1883 durch Emil Christian Hansen im Labor der Carlsberg Brauerei in Kopenhagen. Er nannte die Mikrobe 1908 S. carlsbergensis, eigentlich trug sie aber bereits den Namen S. pastorianus, der heute noch die offiziell anerkannte Bezeichnung ist.
Obergärige Hefen bleiben in Sprossverbänden zusammen und erhalten durch die Kohlensäure Auftrieb, schwimmen im Brauansatz also oben, während untergärige Hefen eher zur Sedimentation neigen. Durch unterschiedliche Fermentationstemperaturen unterscheiden sich die Geschmacksprofile teils deutlich.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Historischer Rückblick
Barnett, J.A. und Barnett, L. (2011) Yeast research: a historical overview. ASM press.
Allgemeines zu Brauhefen
Boulton, C. und Quain, D. (2013) Brewing Yeast and Fermentation. John Wiley & Sons.
Gibson, B.R. a. (2013), Yeast, 30(7), S. 255–266.
Entwicklung und Genetik von S. carlsbergensis
Gallone, B. a. (2018), Current Opinion in Biotechnology, 49, S. 148–155.
Hutzler, M. a. (2023), FEMS Yeast Research, 23, S. foad023.
Libkind, D. a. (2011), Proceedings of the National Academy of Sciences, 108(35), S. 14539–14544.
Nakao, Y. a. (2009), DNA Research, 16(2), S. 115–129.
Historisches Re-Brew-Projekt
Newsroom » Carlsberg Research Lab Rebrews the Father of Quality Beers « Carlsberg Group
Alkoholarme und alkoholfreie Biere
Brányik, T. a. (2012), Journal of Food Engineering, 108(4), S. 493–506.
Noctiluca scintillans
2026/07/07
Sommerzeit ist Ferienzeit! Und nach ein paar warmen Tagen am Meer, kann es durchaus sein, dass man in das Vergnügen kommt, Meeresleuchten beobachten zu können. Wie dieses besondere Phänomen entsteht und welche Geheimnisse eine der verantwortlichen Mikroben, Noctiluca scintillans, noch so birgt – das erfahrt ihr in dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß!
Kapitel
00:00 – Intro
02:02 – Noctiluca scintillans – ein ungewöhnlicher Dinoflagellat
03:09 – Die Entstehung des Leuchtens und wie es vor Fressfeinden schützt
06:31 – N. scintillans, die Planktonangel und grüne Endosymbionten
09:51 – Red Tides, Gefahr durch N. scintillans
10:33 – Fazit und Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Noctiluca scintillans ist mitverantwortlich für die Entstehung des Meeresleuchtens. Zur Verteidigung gegen Fressfeinde besitzt der Dinoflagellat Scintillons, Organellen, in denen Luciferin oxidiert wird. Dabei wird Licht frei, dass Fressfeinde abschrecken, deren Fressfeinde anlocken oder eben durch Menschen als Meeresleuchten wahrgenommen werden kann.
Noctiluca scintillans gehört zu den Dinoflagellaten und schwimmt als Plankton relativ passiv im Meer herum. Seine Nahrung, ebenfalls Plankton, fischt es mithilfe klebriger Mucusfäden aus dem Wasser. Einige Zellen von Noctiluca scintillans gehen auch eine Symbiose mit photosynthesefähige Pedinomonas noctiluca ein. Dann werden die eigentlich rot pigmentierten Zellen grün.
Grüne und rote Noctiluca scintillans unterscheiden sich in ihrer globalen Verteilung. In hohen Konzentrationen lösen sie nicht nur Meeresleuchten auch, sondern auch „rote Tiden“, die durch erhöhte Ammonium- und niedrige Sauerstoffkonzentrationen zu Fisch- und Korallensterben führen.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Taxonomie, Morphologie und Verbreitung
Harrison, P.J. et al. (2011), Chinese Journal of Oceanology and Limnology, 29(4), pp. 807–831.
Ollevier, A. et al. (2021), Frontiers in Marine Science, 8.
Ernährung und Endosymbiose
Kiϕrboe, T. and Titelman, J. (1998), Journal of Plankton Research, 20(8), pp. 1615–1636.
Saito, H., Furuya, K. and Lirdwitayaprasit, T. (2006), Plankton and Benthos Research, 1(2), pp. 97–101.
Biolumineszenz
Valiadi, M. and Iglesias-Rodriguez, D. (2013), Microorganisms, 1(1), pp. 3–25.
Ökologische Bedeutung
Fonda Umani, S. et al. (2004), Journal of Plankton Research, 26(5), pp. 545–561.
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Nostoc commune
2026/06/23
Es sieht aus, als hätte ein Regenschauer grüne Gallerte vom Himmel fallen lassen. Kein Wunder also, dass Nostoc commune über Jahrhunderte Namen wie „Sternenrotz“ oder „Hexenspei“ erhielt. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! erkunden wir die Facetten dieses außergewöhnlichen Cyanobakteriums, von seinen spezialisierten Zelltypen, seinen Fähigkeiten zur interzellulären Kommunikation und seiner Zusammenarbeit mit Pflanzen bis hin zu seiner Rolle in der Evolution des Lebens und modernen biotechnologischen Anwendungen.
Kapitel
00:00 – Intro
01:02 – Nostoc commune – der rätselhafte Sternenrotz
04:17 – Exkurs: Cyanobakterien und ihre Bedeutung in der Erdgeschichte
08:36 – Arbeitsteilung bei Nostoc commune
13:19 – Nostoc als Symbiont für Pflanzen
15:02 – Die Teichpflaume und Nostoc als Delikatesse
16:58 – Nostoc in Forschung und Biotechnologie
18:18 – Zusammenfassung und Fazit
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Nostoc commune wirkt wie ein geheimnisvoller Schleimklumpen, ist aber tatsächlich ein Cyanobakterium, das bereits vor dem Regen auf dem Boden lebt. Erst wenn seine wasserbindende Schleimschicht aufquillt, wird die Kolonie als gallertartige Masse sichtbar.
Nostoc commune zeigt komplexe Formen der Zusammenarbeit. Innerhalb langer Zellketten übernehmen verschiedene Zelltypen unterschiedliche Aufgaben wie Photosynthese, Stickstofffixierung oder das Überdauern extremer Umweltbedingungen.
Cyanobakterien gehören zu den wichtigsten Organismen der Erdgeschichte. Sie trugen zur Anreicherung von Sauerstoff in der Atmosphäre bei, stehen vermutlich am Ursprung der Chloroplasten in Pflanzen und sind bis heute wichtige Akteure in vielen Ökosystemen.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Allgemeines und Pressemitteilung der VAAM
Mikrobe des Jahres 2014 / VAAM - Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie e.V.
Dersch, P. et al. (2022) Allgemeine Mikrobiologie. 11., vollständig überarbeitete Auflage. Edited by G. Fuchs, M. Bramkamp, and H.G. Schlegel. Stuttgart New York: Georg Thieme Verlag (Thieme eRef).
Engelhardt, H. (2014), BIOspektrum, 20(2), pp. 234–235.
Potts, M. (1997) , International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology, 47(2), pp. 584–584.
Ausdifferenzierung verschiedener Zelltypen
Flores, E. and Herrero, A. (2010), Nature Reviews Microbiology, 8(1), pp. 39–50.
Symbiose mit Pflanzen
Álvarez, C. et al. (2023), Journal of Experimental Botany, 74(19), pp. 6145–6157.
Biotechnologie und Zukunftsaussichten
Onyeaka, H. et al. (2025), Sustainable Microbiology, 2(4), p. qvaf025.
Kimura, Y. et al. (2016), Eco-Engineering, 28(2), pp. 43–51.
Caballeronia insecticola
2026/06/09
Eine Mikrobe, die Käfer befällt und ihnen dadurch nicht schadet, sondern sie stärker, größer und ausdernder macht? Was nach Katastrophenfilm klingt, ist tatsächlich Wirklichkeit. Caballeronia insecticola lebt ihm Darm des Bohnenkäfers Riptortus pedestris und hilft diesem bei der Vermehrung und Ausbreitung. Um das zu bewerkstelligen, wendet das Bakterium eine ungewöhnliche Fortbewegungsmethode an. Die Flagellen eng um den Leib geschlungen, dreht sich das Bakterium wie ein kleiner Bohrkopf durch enge Passagen im Darm des Käfers. Wie genau das funktioniert und was die Beziehung zwischen Bakterium und Käfer noch so bereithält, erfahrt ihr in der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß!
Kapitel
00:00 – Intro
02:06 – R. pedestris, der Bohnenkäfer und die Auswirkungen von C. insecticola
05:29 – Wie C. insecticola seinen Wirt besiedelt
08:07 – C. insecticola und seine ungewöhnliche Fortbewegung
10:47 – Zusammenfassung und Fazit
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
· Caballeronia insecticola lebt in einer symbiontischen Beziehung mit dem Bohnenkäfer Riptortus pedestris. Die Käfer profitieren durch eine bessere Ausbreitung und Vermehrung.
· C. insecticola besidelt den Darm des Käfers. Um in die spezialiserten Darmkrypten vordingen zu können, muss die Mikrobe eine enge Passage überwinden. Dafür wickelt sich das Bakterium die Flagellen um den Leib und dreht sich wie ein Bohrkopf durch den engen Durchgang.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Erstbeschreibung und Reklassifizierung
Takeshita, K. et al. (2018), Int. J. Syst. Evol. Microbiol., 68(7), pp. 2370–2374.
Dobritsa, A.P. and Samadpour, M. (2019), Int. J. Syst. Evol. Microbiol., 69(7), pp. 2057–2063.
Auswirkungen von C. insecticola auf R. pedestris
Jung, M. and Lee, D.-H. (2023), J. Asia-Pac. Entomol., 26(2), p. 102085.
Kho, J.-W., Jung, M. and Lee, D.-H. (2024), J. Insect Sci., 24(5), p. 5.
Entwicklung der Darmkrypten
Kikuchi, Y. et al. (2020), The ISME J., 14(7), pp. 1627–1638.
Flagellare Umwicklung zur Fortbewegung
Yoshioka, A. et al. (2026), Nat. Commun., 17(1), p. 713.
Escherichia coli
2026/05/26
Es ist wohl einer der bekanntesten und wichtigsten Mikroorganismen der Wissenschaftsgeschichte: Escherichia coli. Millionen dieser Bakterien leben in unserem Darm und spielen dort eine wichtige Rolle für das mikrobielle Gleichgewicht. Gleichzeitig ist E. coli ein absolutes Arbeitspferd der modernen Molekularbiologie und prägt bis heute Forschung, Gentechnik und Biotechnologie. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! sprechen wir über die Entdeckung des Bakteriums, seinen Weg zum Modellorganismus und seine vielfältige Anwendung.
Kapitel
00:00 – Intro
01:19 – Erstbeschreibung von Escherichia coli
03:32 – E. coli und Homo sapiens – eine lebenslange Beziehung
04:41 – E. coli als Krankheitserreger
08:11 – Der Weg E. colis zum Star der Molekularbiologie
15:18 – Zusammenfassung und Fazit
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
E. coli ist eines der bedeutendsten Bakterien in der Forschungslandschaft. Seine Verfügbarkeit, leichte Kultivierbarkeit und Fähigkeit Fremd-DNA aufzunehmen und zu nutzen, machten das Bakterium in den vergangenen 100 Jahren zu einem wahren Arbeitspferd der Molekularbiologie und Biotechnologie.
Insgesamt gibt es mehrere hundert verschiedene Stämme, die in der Spezies E. coli zusammengefasst sind. Als Darmbakterium ist E. coli ein bedeutender Bestandteil der Darmflora, hilft vermutlich bei der Erstkolonisierung von Neugeborenen und beeinflusst unseren Alltag. Gelangt es auf Nahrungsmittel oder Gewässer, kann das Bakterium schwere Erkrankungen auslösen.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Erstbeschreibung und Benennung
Escherich, T. (1886). Enke.
Castellani, A., & Chalmers, A. J. (1920). W. Wood.
Migula, W. (1895). W. Engelmann.
Bielaszewska, M. et al. (2011), The Lancet Infectious Diseases, 11(9), pp. 671–676.
Mikrobiologischer Überblick und historischer Rückblick
Eitinger, T. (2014) Allgemeine Mikrobiologie. 9. Edited by G. Fuchs and H.G. Schlegel. Georg Thieme Verlag.
Blount, Z.D. (2015), eLife, 4, p. e05826.
Ruiz, N. and Silhavy, T.J. (2022), Journal of Bacteriology, 204(9), pp. e00230-22.
Genomsequenzierung
Blattner, F.R. et al. (1997), Science, 277(5331), pp. 1453–1462.
Rolle als Darmbakterium
Eckburg, P.B. et al. (2005), Science, 308(5728), pp. 1635–1638.
Foster-Nyarko, E. and Pallen, M.J. (2022), FEMS Microbiology Reviews, 46(3).
E. coli auf Münzgeld
Angelakis, E. et al. (2014), Future Microbiology, 9(2), pp. 249–261.
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Methanocaldococcus jannaschii
2026/05/12
Welches ist das schnellste Lebewesen der Welt? Der Gepard, der mit bis zu 120 km/h sprinten kann? Der Wanderfalke, der im Sturzflug bis zu 350 km/h erreicht? Oder liegt die Antwort vielleicht doch in der Welt der Mikroben? In der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! lernen wir Methanocaldococcus jannaschii kennen, eine Archaee, die alle Geschwindigkeitsrekorde knackt. Mit bis zu 500 Körperlängen pro Sekunde schießt sie durch die Welt der hydrothermalen Quellen am Meeresgrund. Wie das geht und warum die Archaee das braucht? Hört rein und findet es heraus!
Kapitel
00:00 – Intro
00:36 – Das schnellste Lebewesen der Welt – eine Mikrobe?
04:33 – Hydrothermale Quellen als Lebensraum
06:34 – Wie und warum Methanocaldococcus jannaschii so schnell ist
09:16 – Hydrothermale Quellen als Ursprung des Lebens
11:17 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Das schnellste Lebewesen der Welt ist die Archaee M. jannaschii. Mit 500 Körperlängen pro Sekunde erreicht es Rekordgeschwindigkeiten, zumindest wenn man die Geschwindigkeit auf die Größe des Lebewesens skaliert.
Methanocaldococcus lebt in hydrothermalen Quellen. Seine Geißeln können die Archaee in den Mineraltürmen verankern, aber auch helfen, sollte die Mikrobe ins umgebende Meer gespült werden. Dann kann sie schnell wieder zu einem Ort mit heißerem Wasser zurückschwimmen.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Pressemeldung der Uni Regensburg ‘Die schnellsten Lebewesen der Welt’
Erste Beschreibung und Genom von M. jannaschii
Jones, W.J. et al. (1983), Archives of Microbiology, 136(4), pp. 254–261.
Thennarasu, S. et al. (2013), Genome Announc, 1(4), pp. e00481-13.
Schwimmverhalten von M. jannaschii
Herzog, B. and Wirth, R. (2012), Appl. Environ. Microbiol., 78(6), pp. 1670–1674.
M. jannaschii am Ursprung des Lebens
Helmbrecht, V. et al. (2025), Nat Ecol Evol, 9(5), pp. 769–778.
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Magnetospirillum gryphiswaldense
2026/04/27
Bakterien, die sich am Erdmagnetfeld orientieren? Ja, die gibt es wirklich. In der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro beschäftigen wir uns mit Magnetospirillum gryphiswaldense. Hört gerne rein und lernt, wie das Bakterium entdeckt wurde, warum es magnetisch ist und was das alles mit Leben auf dem Mars und der Medizintechnologie der Zukunft zu tun hat.
Dieser Beitrag nimmt am Wettbewerb Fast Forward Science 2026 teil. #AudioAward #BestesDebutAudio
Kapitel
00:00 – Intro
01:27 – Erste Beschreibungen von Magnetospirillum
03:56 – Die Entdeckung von M. gryphiswaldense
05:00 – Magnetosomen – Wie der Magnetsinn in Bakterien funktioniert
08:07 – Magnetosomen als Zeichen von Leben im All?
09:26 – Magnetospirillum in der aktuellen Forschung
11:02 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
M. gryphiswaldense ist ein Bakterium, dass sich entlang des Erdmagnetfelds ausrichtet. Die korkenzieherförmige Mikrobe nutzt dafür eisenhaltige Magnetitkristalle, die in sogenannten Magnetosomen zu Stabmagneten werden.
Entlang der Feldlinien kann sich Magnetospirillum in Gewässern in weniger sauerstoffhaltige Schichten bewegen. Hier findet es ideale Wachstumsbedingungen.
Magnetosomen finden vielseitige Anwendung in der medizinischen Forschung - ob als Kontrastmittel, zur Steuerung von Mikrorobotern, oder in der Tumortherapie. Sogar im Gestein eines Marsmeteoriten wurden schon Magnetosomen-ähnliche Strukturen gefunden.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Mikrobe des Jahres 2019 / VAAM - Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie e.V.
Video von Magnetospirillen unter dem Mikroskop
Entdeckung und Erstbeschreibung von Magnetospirillum
Bellini, S. (2009), Chinese J. Oceanol. Limnol., 27(1), pp. 3–5.
Blakemore, R. (1975), Science, 190(4212), pp. 377–379.
Maratea, D. and Blakemore, R.P. (1981), Int. J. Syst. Evol. Microbiol., 31(4), pp. 452–455.
Schleifer, K.H. et al. (1991), Syst. Appl. Microbiol., 14(4), pp. 379–385.
Bildung und Funktionsweise der Magnetosomen
Schüler, D. (1999), J. Mol. Microb. Biotech., 1(1), pp. 79–86.
Blakemore, R.P. and Frankel, R.B. (1981), Sci. Am., 245(6), pp. 58–65.
Magnetosomen in Marsgestein
Friedmann, E.I. et al. (2001), Proc. Natl. Acad. Sci. U. S. A., 98(5), pp. 2176–2181.
Magnetospirillum in der Bioremediation
Krawczyk-Bärsch, E. et al. (2022), J. Hazard. Mater., 437, p. 129376.
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Halomonas titanicae
2026/04/14
Am 14. April 1912 um 23.40 Uhr kollidiert die RMS Titanic mit einem Eisberg. Wenige Stunden später wird das als unsinkbar geltende Schiff untergehen. Fast 75 Jahre liegt das Wrack am Grunde des Meeres und verwittert. In Folge seiner Entdeckung wird deutlich: eisenfressende Mikroben setzten dem Wrack stark zu. Halomonas titanicae könnte dafür verantwortlich sein, dass von der sagenumwobenen RMS Titanic bald nichts mehr übrig ist. In dieser Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! tauchen wir in die Geschichte der Titanic ein und erkunden, wie H. titanicae auch die robustesten Stahlstrukturen dem Meeresgrund gleichmacht.
Kapitel
00:00 – Intro
01:38 – Die RMS Titanic
04:40 – Die Entdeckung des Wracks
06:25 – Der Wrackfresser H. titanicae
07:51 – Wie H. titanicae das Wrack der Titanic verschwinden lässt
09:37 – Was wir von H. titanicae lernen können
11:02 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Am 14. April 1912 stieß die RMS Titanic im Nordatlantik mit einem Eisberg zusammen, was zu ihrem Untergang in den frühen Morgenstunden des 15. April 1912 führte. Fast 75 Jahre lang lag das Wrack dann unentdeckt am Meeresgrund.
An den Rostbärten der Titanic wurde das Bakterium Halomonas titanicae gefunden. Es nutzt das Eisen aus dem Stahl der Titanic zur Energiegewinnung und sorgt somit dafür, dass der Stahlkoloss Stück für Stück verschwindet.
Durch seine Fähigkeit, solide Stahlstrukturen abzubauen, könnte Halomonas titanicae auch genutzt werden, um den Rückbau mariner Altlasten zu beschleunigen. Erkenntnisse über den Prozess der Biokorrosion helfen, Materialien der Zukunft widerstandsfähiger zu machen.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Allgemeines zur Titanic
Datenblatt Titanic, Deutscher Titanic-Verein von 1997 e.V. (Aufgerufen: 13 April 2026).
‘History of RMS Titanic - Woods Hole Oceanographic Institution’ (Aufgerufen: 13 April 2026).
Ballard, R.D. and Archbold, R. (1988) The discovery of the Titanic.
Entdeckung von H. titanicae
Sánchez-Porro, C. et al. (2010), Int. J. Syst. Evol. Microbiol., 60(12), pp. 2768–2774.
Salazar, M. and Little, B. (2017), J. Marit. Archaeol., 12(1), pp. 25–32.
Biokorrosion der Titanic
Johnston, R.C.& L. (2003) ‘Biodeterioration of the RMS Titanic’, Encyclopedia Titanica (Aufgerufen: 13 April 2026).
Lu, S. et al. (2025), J. Mater. Sci. Technol., 224, pp. 257–266.
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Haloquadratum walsbyi
2026/03/30
Was seht ihr vor eurem inneren Auge, wenn ihr an Mikroben denkt? Wahrscheinlich etwas kugeliges, rundes oder bohnenförmiges. Umso überraschter waren Forschende im Jahre 1980, als sie in einer Wasserprobe aus einem Salzwasserbecken auf ein kleines, lebendiges Quadrat trafen. 25 Jahre sollte es dauern bis Walsby’s square bacterium im Labor kultiviert werden konnte. In der heutigen Folge von MicrobeThingsMacro – Mikroben ganz groß! finden wir heraus, warum Haloquadratum walsbyi eigentlich gar kein Bakterium ist, wie es sich vor Austrocknung in extrem salzhaltigen Wasserbecken schützt und wie ihm seine quadratische Form und winzige Gasbläschen bei der Energiegewinnung helfen.
Kapitel
00:00 – Intro
01:17 – Die Entdeckung von Hqr. walsbyi
03:17 – Kultivierungserfolg nach 25 Jahren
04:02 – Die Domänen des Lebens
05:12 – Wie Hqr. walsbyi hohen Salzkonzentrationen widersteht
06:48 – Warum das Quadrat praktisch und gut ist
09:20 – Fazit & Verabschiedung
Was ihr in dieser Folge lernen konntet…
Mit seiner ungewöhnlichen quadratischen Form überraschte Haloquadratum walsbyi Forschende in den 1980er. Dieser Mikrobe lebt in sehr salzhaltigen Gewässern und gehört zur Domäne der Archaeen, die erst in den 1990er Jahren neben den Eukaryoten (zu denen auch Menschen gehören) und den Bakterien anerkannt wurde.
Über 25 Jahre vergingen zwischen der ersten Beschreibung und der erfolgreichen Isolation und Kultivierung der kleinen Quadrate. Heute wissen wir, wie sie es schaffen, die salzigen Bedingungen zu überleben und wie ihnen dabei auch ihre quadratische Form hilft.
Halomucin, ein archaeles Protein schützt vor Austrocknung und Phagen. Die flache Form mit großer Oberfläche erlaubt eine effiziente Nährstoffaufnahme und Lichtabsorption. Gleichzeitig helfen gasgefüllte Vakuolen den Zellen bei der idealen Positionierung im Wasser.
Die Folge zum Nachlesen findet ihr hier.
Links & weitere Infos
Übersichtsseite zu Haloquadratum walsbyi inkl. Bildern
Erstbeschreibung von Hqr. walsbyi
Walsby, A.E. (1980), Nature, 283(5742), pp. 69–71.
Erste Erfolgreiche Kultivierung von Hqr. walsbyi
Bolhuis, H., Poele, E.M.T. and Rodriguez-Valera, F. (2004), Environmental Microbiology, 6(12), pp. 1287–1291.
Genomanalyse, formale Beschreibung und Details zur Lebensweise
Bolhuis, H. et al. (2006), BMC Genomics, 7, p. 169
Burns, D.G. et al. (2007), Int J Syst Evol Microbiol, 57(2), pp. 387–392.
Funktionsweise von Halomucin
Zenke, R. et al. (2015), Front Microbiol, 6, p. 249.
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