
Werben im Podcast: Sinneswandel
Bewertung
5von
Dieser Podcast hat
188 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Mit Marilena BerendsExplizit
Nein
Erstellt am
2017/09/26
Neueste Episode
2026/05/17
Durchschnittsdauer
24 min.
Veröffentlichungsintervall
22 Tage
Beschreibung
Sinneswandel ist ein Podcast zwischen Philosophie und Popkultur. Die Journalistin Marilena Berends spricht über Sinnsuche, Kreativität, Selbstzweifel, gesellschaftliche Brüche und das Leben im Dauerwandel. Sie denkt laut über Themen wie Nachhaltigkeit, Sinn, Zukunft der Arbeit oder gesellschaftliche Veränderungen nach. Dabei verbindet sie persönliche Beobachtungen mit philosophischen Gedanken. Menschen und Geschichten stehen im Mittelpunkt – sie zeigen, wie wir anders denken und handeln können, wenn wir wollen.
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Laut gedacht: Therapie oder Selbstoptimierung?
2026/05/17
Begriffe wie „Trigger“, „toxisch“, „Narzissmus“ oder „Trauma“ tauchen überall auf – auf Social Media, in Beziehungen, im Freundeskreis. Aber was passiert eigentlich, wenn wir anfangen, jedes Gefühl zu psychologisieren? Und hilft Therapie uns wirklich dabei, freier zu werden – oder manchmal auch nur dabei, in einer kranken Gesellschaft besser zu funktionieren?
In dieser „laut gedacht“-Folge spreche ich mit meiner Freundin Olivia Acar, die als Psychotherapeutin arbeitet, über genau diese Fragen. Ausgangspunkt sind persönliche Erfahrungen und Beobachtungen aus ihrem Arbeitsalltag: Menschen mit Burnout, Depressionen oder Angststörungen, die das Gefühl haben, mit ihnen stimme etwas nicht – obwohl ihr Leiden oft eng mit gesellschaftlichen Bedingungen zusammenhängt.
Wir sprechen darüber, weshalb viele Menschen Scham empfinden, wenn sie nicht mehr „funktionieren“, und was Erich Fromm mit der „Pathologie der Normalität“ meinte. Außerdem geht es um “Therapy Talk” und die Frage, ob therapeutische Sprache uns manchmal eher dabei hilft, Gefühle zu verwalten statt sie wirklich zu erleben.
Laut gedacht: Was ist eigentlich “normal”?
2026/03/23
Ständig werden wir gestört – im Alltag, in Gesprächen, im Beruf. Und oft sind es kleine Momente, in denen etwas nicht so läuft wie geplant, die hängen bleiben.
In dieser „laut gedacht“-Folge spreche ich mit Hannes – einem guten Freund von mir und Künstler – darüber, was wir eigentlich als Störung wahrnehmen und warum uns manche Dinge aus der Bahn werfen, während andere fast unbemerkt bleiben. Ausgangspunkt sind ganz konkrete Situationen: ein Geräusch, das plötzlich alles verändert, ein Moment, der irritiert – und dann doch etwas Neues in Gang setzt.
Wir versuchen zu verstehen, was hinter diesem Gefühl steckt: Wie stark unsere Wahrnehmung von Erwartungen geprägt ist, warum wir Kontrolle so schwer loslassen und wann eine Störung nicht nur nervt, sondern produktiv werden kann. Dabei geht es auch um größere Fragen: Wer entscheidet eigentlich, was „normal“ ist? Und was passiert, wenn man eine Störung nicht sofort beheben will – sondern sie einfach stehen lässt?
Astro-Hype: Sinnsuche oder Selbsttäuschung?
2026/02/25
Astrologie erlebt ein Comeback. Horoskope, Sternzeichen und Astro-Apps sind allgegenwärtig, besonders bei jüngeren Generationen. In dieser Folge gehe ich dem aktuellen Hype rund um das „Jahr des Feuerpferdes“ nach und frage, warum Astrologie gerade jetzt so präsent ist. Warum fühlen sich astrologische Deutungen oft so zutreffend an? Was suchen wir darin und was sagt das über die Gegenwart aus?
Gleichzeitig lohnt sich ein kritischer Blick: Die Comiczeichnerin Liv Strömquist und der Philosoph Theodor W. Adorno zeigen auf, wie Astrologie zur Ware werden kann. Und schließlich stellt sich die Frage, wo kulturelles Interesse endet und Aneignung beginnt, wenn Traditionen wie das Lunar New Year zum Social-Media-Trend werden.
Wem gehört meine Zeit?
2026/02/10
In dieser Folge des Sinneswandel-Podcasts gehe ich der Debatte um sogenannte „Lifestyle-Teilzeit“ nach. Ausgelöst wurde sie durch politische Forderungen, wonach Teilzeit nur aus „legitimen Gründen“ wie Care-Arbeit oder Weiterbildung erlaubt sein solle. Freizeit wird dabei moralisiert – und persönliche Lebensgestaltung zur gesellschaftlichen Bedrohung erklärt.
Ich spreche über Arbeit, Erschöpfung und Produktivität: darüber, warum immer mehr Menschen ihre Arbeitszeit reduzieren wollen, warum vor allem Frauen in Teilzeit arbeiten und weshalb Burnout längst kein individuelles Problem mehr ist. Anhand von Stimmen aus Journalismus, Ökonomie und Pädagogik frage ich, ob mehr Arbeit wirklich mehr Wohlstand bedeutet – oder ob freie Zeit nicht ein zentraler Bestandteil einer funktionierenden Demokratie ist.
Es geht um Ungleichheit, Erbschaften, Care-Arbeit und um die Frage, warum Erschöpfung privatisiert wird, während Produktivität öffentlich verhandelt wird. Und darum, ob eine wohlhabende Gesellschaft nicht weniger fragen sollte, wie sie Menschen zu mehr Arbeit bringt – sondern warum freie Zeit überhaupt als Problem gilt.
Laut gedacht: Sind Utopien delulu?
2026/02/01
Utopien sind gerade nicht besonders populär. In Zeiten von Krisen, Klimawandel und politischer Unsicherheit wirken Ideen von einer besseren Zukunft oft unrealistisch oder überholt.
In dieser Folge spreche ich mit Thomas über Utopien, Delulu, Solulu und das Konzept der Präfiguration – Begriffe, die auf unterschiedliche Weise beschreiben, wie Menschen über Zukunft nachdenken und sie sich vorstellen. Wir erkunden, wie Utopien heute funktionieren können, wie Anti-Dystopien als Gegenentwurf zur alltäglichen Krisenerfahrung wirken und warum der Weg in eine wünschenswerte Zukunft oft im Hier und Jetzt beginnt.
Ein Gespräch über Zeitgeist, Vorstellungskraft, gesellschaftliche Perspektiven und das Spannungsfeld zwischen Idealvorstellung und Realität
Neues Jahr, neues Ich?
2026/01/04
Zum Jahresanfang sind sie überall: Neujahrsvorsätze. Und gleichzeitig wirken sie auf viele von uns abgenutzt, moralisch aufgeladen oder wie ein weiterer Akt der Selbstoptimierung.
In dieser Folge frage ich mich, warum wir ausgerechnet am 1. Januar neu anfangen wollen – und woher dieses Ritual eigentlich kommt. Ich spreche über den psychologischen Fresh-Start-Effekt, über die Geschichte der Neujahrsvorsätze und darüber, warum so viele von ihnen scheitern.
Gleichzeitig geht es um philosophische und feministische Kritik an Vorsätzen: Um Selbstoptimierung, Care und die Frage, können Vorsätze auch solidarischer und weniger leistungsorientiert sein?
Alles wird anders – und jetzt?
2025/12/22
Es ist die letzte Folge des Jahres, und ich spüre diese diffuse Erschöpfung, die viele von uns gerade kennen. In dieser Episode reflektiere ich über Wandel als kollektive Erfahrung: die Beschleunigung unseres Alltags, die Unsicherheit in Politik, Klima, Wirtschaft und Technologie, und das Gefühl, dass sich in den letzten Jahren alles verdichtet hat.
Ich spreche darüber, wie wir mit Wandel [besser] umgehen können - Gleichzeitig hinterfrage ich die Idee, dass wir einfach nur resilienter werden müssen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Soziologe Zygmunt Bauman und seine Idee der „flüssigen Moderne“. Und die Frage, ob Wandel nicht nur etwas ist, das wir “aushalten” müssen – sondern etwas, das wir auch gemeinsam gestalten können.
Laut gedacht: Bin ich jetzt alt?
2025/12/08
Was bedeutet es eigentlich erwachsen zu sein? Diese Frage treibt mich – wie viele Millennials – schon eine ganze Weile um. Ich bin Anfang/Mitte 30, aber oft fühlt sich mein Leben eher nach einem ewigen „Dazwischen“ an.
In dieser „Laut gedacht“-Folge spreche ich mit meiner Freundin Denise darüber, wie es ist, als Millennial groß geworden zu sein: mit MTV, Myspace, Röhrenjeans und Klapphandys – und gleichzeitig in einer Arbeitswelt zu landen, die von Unsicherheit, Prekarität und dauerndem Wandel geprägt ist. Wir sprechen über das Erwachsenwerden, Quarterlife-Crisis, Generation Y vs. Generation Z, über Nostalgie, Selbstzweifel und darüber, warum so viele von uns sich nicht wirklich „angekommen“ fühlen.
Und wir fragen uns: Muss Erwachsensein überhaupt bedeuten, einen klaren Lebensplan zu haben? Oder geht es eher darum, mit Veränderung leben zu lernen?
Labubus, Matcha Latte – Wieso wird etwas zum Hype?
2025/11/19
Labubus, Matcha, Dubai-Schokolade – gefühlt entsteht jede Woche ein neuer Hype. Dinge, die plötzlich überall sind und genauso schnell wieder verschwinden. Ich frage mich: Was macht etwas überhaupt zum Hype? Und was sagt diese kollektive Begeisterung über unsere Gegenwart aus?
Laut Gedacht: Softness als Widerstand?
2025/11/09
In einer Welt, die auf Leistung, Härte und Resilienz setzt, scheint „soft sein“ fast ein Widerspruch. Aber was, wenn darin gerade eine Form von Widerstand liegt? Mit meinem guten Freund Daniele spreche ich über Verletzlichkeit, Fürsorge und die politische Kraft von Sanftheit.
I’m cringe, but free – Ist peinlich das neue Cool?
2025/10/26
Peinlich war lange das Schlimmste, was man sein konnte. Coolness bedeutet Kontrolle, Distanz, bloß keine Gefühle zeigen. Jetzt scheint sich das zu drehen: auf Tiktok und in der Popkultur wird das „Cringe-sein“ gefeiert – als neue Form von Ehrlichkeit. Aber steckt darin wirklich Freiheit? Oder ist selbst das “Unperfekte” längst wieder Performance?
Sinn-Flation: Warum Un-Sinn sinnvoll ist
2025/09/30
Gefühlt muss heute alles Sinn machen: Yoga für die Selfcare, Reisen für die Horizonterweiterung, sogar Schlaf wird zum Biohacking. Aber manchmal nervt genau dieser permanente Sinn-Overload. In dieser Folge frage ich mich, ob wir nicht mehr Unsinn brauchen. Vom TikTok-Trend “German Brainrot” über dadaistische Lautgedichte bis hin zu Albert Camus: Kann das Sinnlose nicht manchmal das Sinnvollste sein?
Laut gedacht: Was wäre gewesen, wenn…?
2025/09/02
Gleichzeitigkeit – ein Konzept, das zunächst abstrakt wirkt, im Alltag aber ständig präsent ist. Wir erleben Dinge parallel, denken an Vergangenes, während wir in der Gegenwart handeln, und nehmen Welten wahr, die scheinbar im Widerspruch zueinanderstehen. Mit meinem Freund David spreche ich darüber, wie diese Gleichzeitigkeit unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflusst – und warum es manchmal befreiend sein kann, Widersprüche einfach nebeneinander existieren zu lassen.
Generation AirPod: Können wir Stille nicht mehr aushalten?
2025/08/06
Die kleinen, weißen Stöpsel im Ohr sind omnipräsent. Auch ich greife oft reflexhaft zu meinen AirPods, sobald ich aus dem Haus gehe. Wir hören Musik, Podcasts, telefonieren – überall. Hauptsache, es ist nie ganz still. Aber warum eigentlich? Was macht dieses permanente Grundrauschen mit uns – mit unserer Wahrnehmung und dem Miteinander?
Ist Smalltalk unterschätzt?
2025/07/21
Ein kurzer Blick, ein flüchtiges Lächeln – und trotzdem bleibt etwas hängen. In dieser Folge geht es um all die Mikrobegegnungen im Alltag: der Plausch mit der alten Dame im Zug, der Kioskverkäufer der einem nett zulächelt oder der Nachbar mit Hund im Park, der einen immer grüßt. Warum berühren uns ausgerechnet solche Momente manchmal mehr als lange Gespräche mit Freund*innen? Und was passiert, wenn solche losen Bekanntschaften seltener werden?
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