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Kaffeemacher Podcast

Werben im Podcast: Kaffeemacher Podcast

Dieser Podcast hat
90 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2017/12/23
Neueste Episode
2026/09/18
Durchschnittsdauer
42 min.
Veröffentlichungsintervall
25 Tage

Beschreibung

Philipp Schallberger schaut mit Gästen auf die Zukünfte des Kaffees. Wie werden wir in Zukunft Kaffee trinken? Wo kommt Kaffee her? Wie wird er angebaut? Wie denken wir darüber? Und wie schmeckt er? In Gesprächen und Einzelbeiträgen durchleuchtet Philipp Schallberger die ganze Kaffeekette von der Pflanze bis zur Tasse. ***** Schallberger ist Co-Geschäftsführer der Kaffeemacher GmbH. Er spricht vor dem Mikrofon, vor Publikum und leitet Workshops. Er führt die Rösterei und ist verantwortlich für den Rohkaffee-Einkauf und die Projekte im Kaffee-Ursprung.

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Wer pflückt eigentlich Kaffee, Mark Bolliger?
2026/09/18
Kaffeekirschen müssen geerntet werden. Nur fehlt es vielen Farmen an Arbeitskräften, und das immer mehr.
Gibt es bald keinen Bio-Kaffee mehr?
2026/09/08
Die neue Bio-Verordnung ist eine krasse Herausforderung für kleine Kaffeeproduzenten. Und sie sind aber die Mehrheit. Der Gesetzestext liegt seit 2018 auf dem Tisch. Ich habe am Rand mitbekommen, dass da etwas kommt, und mich nie richtig reingefuchst. Gemerkt habe ich es erst, als unsere Partnerproduzenten anfingen davon zu erzählen. Seit 2025 gilt die neue EU-Bio-Verordnung auch für Drittländer, und zwar eins zu eins. Wer mehr als fünf Hektar bewirtschaftet oder über 25.000 Euro Jahresumsatz kommt, fliegt aus der Gruppenzertifizierung. Taucht irgendwo in der Kette ein nicht bewilligter Pestizid- oder Düngemittelrückstand auf, wird nicht mehr der einzelne Betrieb gesperrt, sondern die ganze Gruppe. Kollektive Haftung also, bei umgekehrter Beweislast. Was heisst das für Kleinstproduzenten? Die durchschnittliche Kaffeefarm in Peru misst 2,3 Hektar. Die neue Grenze trifft also nicht die Großen. Sie trifft genau die, denen vor zwanzig Jahren gesagt wurde, sie sollen sich entwickeln. Zu groß für die Gruppe, zu klein für die eigene Zertifizierung. Fairerweise: Die Verordnung ist nicht aus Bosheit entstanden. Es gab Betrugsfälle, es gab Bananen, die von überall herkamen und als Bio verkauft wurden, und Tobias Fischer sagt, 70 bis 80 Prozent der lateinamerikanischen Kooperativen hätten die Umstellung geschafft. Er kontrolliert seit über zwanzig Jahren Biobetriebe für die Ökokontrollstelle Kiwa BCS und war neun Jahre beim europäischen Dachverband der Kontrollstellen. Er kennt beide Seiten des Tischs. Und trotzdem erzählt Lukas Harbig, der mit Cumpa Rohkaffee in Peru kauft, dass selbst Kooperativen aussteigen wollen, die alle Auflagen erfüllen könnten. Weil das Risiko nicht mehr beherrschbar ist. Jimmy, sein bester Freund in Peru, kam von der Kaffeemesse in Chicago zurück mit der Nachricht, dass dort niemand mehr über Europa spricht. Wir schreiben also Gesetze für eine Landwirtschaft, die es in den Anbauländern nicht gibt, und wundern uns, dass sie woanders hingehen. Warum eigentlich stoßen wir uns an einem Label im Regal viel mehr als daran, wer künftig überhaupt noch liefern darf?
Greenwashing bei Kaffee: Was ab dem 27. September verboten ist
2026/08/21
Ab dem 27. September gilt in der EU die EmpCo-Richtlinie. Allgemeine Umweltaussagen wie «umweltfreundlich», «naturschonend» oder «klimaneutral» sind ohne Nachweis nicht mehr erlaubt, selbstgebastelte Nachhaltigkeitssiegel ebenfalls nicht. Abmahnen können Mitbewerber, Verbände und Konsumenten. Ich erzähle, warum ein Jurist kurz vor dem Druck einen Satz von der neuen Kaffeeverpackung gestrichen hat, obwohl er stimmt. Er zeigt die Lücke im Gesetz: Direct Trade, Relationship Coffee und Ethical Sourcing fallen nicht darunter, solange sie im Fliesstext stehen. Dazu die Einwände: Erzeugt Regulierung Greenhushing? Ist ein Audit einmal jährlich und angekündigt überhaupt ein Beweis? Und was passiert, wenn Produzenten den europäischen Markt zu mühsam finden und sich andere suchen?
Zertifizierungsmüde. Finca Puerto Rico steigt aus (ENG)
2026/08/07
Diese Folge läuft auf Englisch. O-Ton heisst hier: keine Fragen und kein Gegenschnitt. Eine Person erzählt ungekürzt ihre Geschichte.. 1998 kauft Ilianas Vater eine verlassene Plantage in der Sierra Nevada de Santa Marta. Kein Zufahrtsweg, alte Bäume, eine Gegend, die niemand für Kaffee auf dem Schirm hat. Sein Weg in den Markt heisst Zertifizierung: vier Jahre Umstellung, 2004 der erste Verkauf von Bio-Kaffee in die USA. Danach Kanada, Japan, Südkorea, Australien, dazu Rainforest Alliance, UTZ, Bird Friendly. Eine Zeit lang ist die Farm die einzige in ganz Kolumbien, die jeden verfügbaren Standard erfüllt. Zwanzig Jahre später zieht seine Tochter Iliana Bilanz und kommt zu einem unbequemen Ergebnis: Der Aufwand bleibt zwar, aber die Prämie nicht. Den Leuten auf der Farm geht es dadurch nicht besser. Und Kunden, mit denen sie seit fünfzehn Jahren arbeitet, misstrauen ihr ohne Siegel. Seit 2023 zahlt die Finca Puerto Rico keiner Zertifizierungsstelle mehr etwas. Sie verkauft trotzdem, unter anderem an uns. Eine Folge über die Frage, wer bei Nachhaltigkeitsstandards eigentlich wem was beweist, und wer dafür bezahlt.
Wir trinken Koffein, ohne es zu verstehen
2026/07/31
Koffein ist die meistkonsumierte psychoaktive Substanz der Welt, aber die am wenigsten hinterfragte. Carolin Reichert forscht am Zentrum für Chronobiologie in Basel seit fast zwanzig Jahren zu Schlaf und der inneren Uhr, ihre Doktorarbeit hat sie über das Adenosin-System geschrieben, genau den Mechanismus, den Koffein blockiert. Im Gespräch geht es um Entzug ohne Abhängigkeit, den Cortisol-Mythos rund um den perfekten Kaffee-Zeitpunkt und die grosse Koffein-Wissenslücke bei Kindern und Jugendlichen.
Wem hilft Direct Trade wirklich?
2026/07/10
Direct Trade ist der meistgebrauchte und am wenigsten definierte Begriff der Specialty-Coffee-Welt. In dieser Folge gehe ich der Frage nach, was davon Substanz hat und was Marketing ist, wie viele Röstereien eigentliche Trittbettfahrer sind und "Direct Washing" betreiben und diesen aufgeladenen Begriff ohne Regelwerk für sich ohne Kontrolle nutzen. Mit dabei: Lennart Clerx von This Side Up, Pingo von Quijote Coffee und Kaffeeproduzent Cesar Marín aus Peru
César Marin (Peru) über Europa als Kaffeemarkt & die EUDR
2026/07/03
César baut seit über zwanzig Jahren Kaffee an, in der peruanischen Amazonasregion, seit fünfzehn Jahren biodynamisch. In der ersten Folge unseres neuen Formats O-Ton spricht er ohne Unterbrechung über die EU-Entwaldungsverordnung: Polygonvermessung auf fünfzig Hektar, fehlender Landbesitz bei den meisten Produzenten in Peru, Rückstandsproblematik bei Glyphosat und die Frage, ob Europa als Markt noch attraktiv bleibt.
20 Jahre Nachhaltigkeitsversprechen der Kaffeebranche und noch nirgends
2026/06/12
20 Jahre Coffee Barometer. 20 Jahre Berichte, Zertifizierungen, Versprechen von Röstereien und Händlern, aber der durchschnittliche Kaffeebauer verdient immer noch nicht genug zum Leben. Melanie Rutten Sülz von Solidaridad Deutschland war dabei, als der Barometer am 11. Juni 2026 veröffentlicht wurde — hier ist das Gespräch. Ernüchternd. Dringend. Notwendig.
LAP Coffee wird beschmiert. Cotti Coffee nicht. Warum?
2026/06/06
LAP Coffee wurde mit Farbe beworfen. Cotti Coffee (größer, günstiger, globaler) nicht. Warum eigentlich?
80 Folgen KM-Podcast. Und jetzt: ein neues Format
2026/06/05
Ab sofort eine neue Regelmässigkeit: 3 x pro Monat 1 x mit Gast, deep dive 1 x STANDPUNKT, ein Thema, das mich bewegt 1 x Produzenten-Stimme, ungeschnitten
Handschlag oder Instagram: Was Kaffeereisen wirklich bringen
2026/04/02
Kaffeereisen gehören zum Handwerk. Aber sie können das Wertvollste oder das Überflüssigste sein, was man tut — je nachdem, warum und wie man reist. In dieser Episode sprechen Philipp und Nadja offen über ihre Erfahrungen: Indien zum ersten Mal, Nicaragua 2017, Honduras zu oft. Sie gehen durch, was schiefgeht (falsche Gruppe, kein Plan, Haupternte, zu lange bleiben) und was trägt (klarer Auftrag, die richtige Reisezeit, Verletzlichkeit im selben Raum). Und warum man im Cupping-Raum auf einer Farm nie vergessen darf, wer man in diesem Moment ist.
"Ihr müsst das Charity nennen." Haben sie nicht.
2026/03/14
Martin Elwert hat Coffee Circle 2010 gegründet, mit einem Euro pro verkauftem Kilo Kaffee für soziale Projekte in Ursprungsländern und der Überzeugung, dass beides zusammengeht: guter Kaffee und echte Wirkung in der Lieferkette. Fünfzehn Jahre später betreiben sie acht Coffee Shops in Berlin, einen globalen Vision Fund mit über 150 Bewerbungen, und haben in Äthiopien 80 Kilometer Wasserrohre verlegt. Wir reden über Naivität als Gründungskapital, den Wechsel von E-Commerce zu physischen Läden, und darüber, wie man Nachhaltigkeit ins Zentrum einer Firma stellt, ohne damit dauernd vor der Tür zu stehen.
Kaffee-Jahresrückblick 2025 mit Raphael Studer von algrano
2025/12/22
Einmal im Jahr treffe ich mich mit Raphael Studer von Algrano, einem alten Bekannten und Freund, um das Kaffeejahr gebührend durchzusprechen. Wir analysieren die grossen Achsen, formulieren kecke und steile Thesen und schauen in die grosse Kristallkugel, wie sich die Kaffeewelt entwickeln wird. Heute ist die Volatilität massiv hoch und bedroht viele Unternehmen. Darüber reden wir, ebenso wie über Konsumentenmärkte. Während wir uns in Europa mit selbst geschaffenen Problemchen herumschlagen, lädt China mal eben über 100 Handelshäuser ein und sagt: Bringt allen Kaffee hierher, wenn ihr die EUDR nicht möchtet. Wir manövrieren uns auf zwei Commodity Markets zu: einen EUDR-konformen und einen nicht-konformen, dem die EU-Regeln so ziemlich egal sind. Wir sehen heute Produzenten, die Qualitäten produzieren können wie noch nie. Die über Ausbildungen und Tools verfügen und jetzt gleichberechtigte Akteure im Markt sind. Ein Punkt, den wir immer wollten, sagt Raphael. Genau deswegen müssen wir den Blick öffnen – z. B. in die Local Markets, wie es so oft heisst, also die Konsumationsmärkte in den Ländern, wo Kaffee produziert wird. Oft hiess es, dass man in Kaffeeländern den schlechtesten Kaffee trinken würde. Das war einmal. Brasilien wird in Kürze das grösste Konsumationsland werden, und da boomt Spezialitätenkaffee. Genauso wie in Mexiko und anderen Ländern, wo die Mittelschicht schnell wächst. Wir brauchen heute mehr Makro und keine Nabelschau. Raphael ist wieder mal auf Zack und in einer Stunde haben wir das Jahr 2025 abgehakt.
Wer die Kaffeepreise macht.
2025/12/03
In dieser Episode tauchen wir tief ein in die Mechanik der Kaffeespekulation und stellen eine einfache, aber entscheidende Frage: Wer macht eigentlich die Preise? Zwischen Börsen-Charts, Terminmärkten und realen Kaffeebauern entsteht ein Spannungsfeld, in dem Erwartungen, Risiken und Marktmacht über Existenzen entscheiden. Ich spreche mit Expert:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und beleuchte, warum Preisbildung im Kaffee so viel mehr ist als Angebot und Nachfrage. Zu Gast in dieser Episode: Heinz Zimmermann, Finanzmarktprofessor, Universität Basel César Marin, Kaffeeproduzent, Peru Judy Ganes, Analystin & Gründerin von JG Consulting Miguel Romero, Ensambles Café, Mexiko Florian Schaffner, algrano Silvie Lang, Public Eye Rohkaffee-Einkäufer, grosse CH-Rösterei (anonym) Einkäufer LEH, grosser EU-Supermarkt (anonym) Themen, über die wir sprechen: > Wie Erwartungen an Märkten reale Preise formen > Warum Spekulation für Produzierende Fluch und Segen zugleich ist > Weshalb “der Markt” oft nur aus sehr wenigen Playern besteht > Wie Net Hedging Pressure funktioniert und was er über das Kräfteverhältnis zwischen Hedgern und Spekulanten verrät > Was passiert, wenn Exporthändler ihre Tore geschlossen halten und Bauern keine Abnehmer finden > Warum der Satz “Der Kaffee wartet nicht” für ganze Ernten über Überleben und Verlust entscheidet Warum sich diese Folge lohnt: Weil sie zeigt, wie fragil das globale Kaffeesystem ist, und wie wenig wir darüber sprechen, wer am Ende tatsächlich von Preissprüngen profitiert und wer sie bezahlt.
NKG-CEO David Neumann über Kaffeehandel heute, Politik und Verantwortung.
2025/10/04
Ich mache diesen Podcast seit 2017, und das ist inzwischen Folge 77. Bisher habe ich meine Gäste immer selbst eingeladen. Doch dann meldete sich der Geschäftsführer des größten Rohkaffeehändlers der Welt der letzten Jahre: David Neumann von der Neumann Kaffee Gruppe. Er schrieb mir auf LinkedIn: „Da fehlen doch die Stimmen der Großen.“ – „Tja“, antwortete ich, „dann kommen Sie doch mit mir vors Mikrofon.“ – „Gut, ich bin dabei“, schrieb er zurück. Und voilà, so ist diese Folge entstanden: ein Gespräch mit David Neumann über das wohl herausforderndste Kaffeejahr seit Langem. Wir sprechen darüber, ob Größe dabei ein Vorteil oder ein Nachteil ist. Darüber, wie Nachhaltigkeit weltweit geopfert wird. Darüber, wie viel Verantwortung die Händler in der Kaffeekette tragen, wie die Gruppe Wachstum definiert – und wo sie in fünf Jahren steht. Wer groß ist, sieht die Welt aus einer anderen Perspektive. Gut hinhören – auch zwischen den Zeilen –, wenn David Neumann den Status quo der Kaffeewelt analysiert.

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