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ZEIT Bühne

Werben im Podcast: ZEIT Bühne

Dieser Podcast hat
55 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
DIE ZEIT
Explizit
Nein
Erstellt am
2019/03/22
Neueste Episode
2026/10/07
Durchschnittsdauer
84 min.
Veröffentlichungsintervall
88 Tage

Beschreibung

Bernie Sanders, Sheryl Sandberg, Paul Auster oder Frank-Walter Steinmeier: Sie alle waren schon auf den Bühnen der ZEIT zu Gast. Redakteurinnen und Redakteure sprechen regelmäßig vor Publikum mit Spitzenpolitikern und Wirtschaftsentscheidern, Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Sport und Gesellschaft. Die spannendsten Gespräche gibt es ab sofort als Podcast ZEIT BÜHNE. Durch die Folgen führt Roman Pletter, Leiter des Wirtschaftsressorts der ZEIT. Der Podcast wird produziert von Pool Artists. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo

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Kann die Linke AfD-Wähler für sich gewinnen, Frau Reichinnek?
2026/10/07
Auf TikTok und Instagram hat Heidi Reichinnek die Linke neu erfunden, mit ihren Hochkant-Videos erreicht sie insbesondere viele junge Menschen. Reichinnek fordert einen Mietendeckel, eine Kindergrundsicherung und die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Sie ist gegen Waffenlieferungen an die Ukraine und gegen die Wehrpflicht. Doch wie will sie ihre Forderungen finanzieren? Wie will sie die Sicherheit Europas gewährleisten, solange Russland ihm mit Atomangriffen droht und es durch Cyberangriffe zu destabilisieren versucht? Und wie kann die Linke Menschen zurückgewinnen, die überproportional AfD wählen? Über diese und weitere Fragen diskutieren Tina Hildebrandt, Chefkorrespondentin der ZEIT, und Roman Pletter, Leiter des Wirtschaftsressorts der ZEIT, mit Heidi Reichinnek. Vor Ort hat auch das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Riccardo Simonetti: »Ich wollte dahin, wo es den Applaus dafür gibt, dass ich so bin, wie ich bin«
2026/06/16
Der Moderator, Autor und Aktivist Riccardo Simonetti erzählt von seinem Aufwachsen im bayerischen Bad Reichenhall und der frühen Erfahrung, als »anders« wahrgenommen zu werden. Sein Wunsch war damals, dorthin zu gelangen, wo genau dieses Anderssein nicht als negativ wahrgenommen, sondern gefeiert wird: »Ich wollte dahin, wo es den Applaus dafür gibt, dass ich so bin, wie ich bin«, sagt er. Simonetti spricht mit Anna Kemper, stellvertretende Chefredakteurin des ZEITmagazins, außerdem über stereotype Vorstellungen von Männlichkeit, über historische Missverständnisse rund um Make-up und hohe Schuhe und über die Frage, warum so viele Menschen noch immer an Geschlechterbildern festhalten, die sich längst als wandelbar erwiesen haben. Das Gespräch ist eine Bühnenadaption des Magazin-Formats »Was ich gern früher gewusst hätte« und wurde im Rahmen der Langen Nacht der ZEIT am 6. Juni 2026 vor Publikum in Hamburg aufgezeichnet.
Karin Prien: »Wir sind unserem eigenen Anspruch noch nicht gerecht geworden«
2026/06/09
Bildungsministerin Karin Prien räumt Fehler der Bundesregierung in der Kommunikation ihrer Reformpolitik ein. Man habe bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Erwartungen geweckt, denen die Regierung bisher nicht gerecht geworden sei. Es gelinge zudem zu selten, überzeugend zu erklären, warum Reformen notwendig sind – auch dann, wenn sie vielen Menschen zunächst wehtäten. Zugleich kritisiert sie mit Blick auf die Stimmung im Land die Art des Umgangs in der Regierung untereinander. Diese mache »keine besondere Lust auf Politik«. Im Gespräch mit Sibylle Anderl, Leiterin des ZEIT-Wissenschaftsressorts, und Roman Pletter, Leiter des ZEIT-Wirtschaftsressorts, äußert sich Prien auch zur wachsenden Zustimmung für die AfD. Es scheine eine »Lust auf Disruption« zu geben, sagt sie. Angesichts der Tatsache, dass die AfD in manchen Bundesländern als rechtsextremistisch eingestuft werde, müsse ein Verbotsverfahren als Option offengehalten werden. Die mit Abstand größte Gefahr für die Demokratie gehe ihrer Einschätzung nach vom Vertrauensverlust der Mitte der Gesellschaft in die Politik aus.  Prien verteidigt zudem die von ihr geplante Umgestaltung des Förderprogramms »Demokratie leben«. Prien will die Förderrichtlinien des knapp 200 Millionen Euro umfassenden Programms anpassen, wodurch einige Projekte ihre Förderung verlieren könnten. Kritiker befürchten, dass vor allem linke Projekte aus der Förderung fallen könnten. Prien verteidigte die geplante Umgestaltung und nannte die Debatte darum »etwas hysterisch«. Es sei »absurd«, dass der Eindruck erweckt werde, dass dadurch nun die Demokratie abgeschafft werde. Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung aus der Reihe »Eine Stunde ZEIT mit …«, die am 6. Juni 2026 im Rahmen der Langen Nacht der ZEIT an der Universität Hamburg stattfand.
"Gut, dass wir beim Bürgergeld Entscheidungen getroffen haben"
2025/11/12
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die Reform des Bürgergelds verteidigt. Das Mitgliederbegehren seiner Partei dagegen sei "genau das falsche Signal", sagte der Vizekanzler und SPD-Chef im Gespräch mit Roman Pletter und Tina Hildebrandt in Hamburg. Klingbeil betonte, es gebe Fehlentwicklungen im Sozialstaat, die benannt werden müssten: "Das heißt nicht, dass ich den Sozialstaat kaputtschlagen will. Aber wenn ich die Debatte nicht führe, dann führen sie andere." Außerdem fordert Klingbeil mehr Gerechtigkeit beim Erben. Als er nach seiner Meinung zu einem Verbotsverfahren gegen die AfD gefragt wird, sagt Klingbeil, er erwarte von den demokratischen Institutionen, "alles zu tun und alles zu prüfen, um gegen Verfassungsfeinde vorzugehen". Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung aus der Reihe "Eine Stunde ZEIT mit …", die am 10. November auf Kampnagel in Hamburg stattfand. Das Gespräch ist hier als Videoaufzeichnung verfügbar.
Für welche Werte müssen wir jetzt streiten?
2025/07/09
Extremisten und Populisten gewinnen Wahlen, Demokratien stehen unter Druck, gesellschaftlicher Zusammenhalt bröckelt. Was ist unsere Antwort darauf? Gibt es in diesen so polarisierten wie bedrohlichen Zeiten Werte, auf die wir uns einigen können? Die für das eigene Leben Richtschnur sind – und die vielleicht auch dabei helfen könnten, das Land wieder zu versöhnen?  Darüber diskutierte ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit der Schriftstellerin Thea Dorn, der ZEIT-Autorin Nele Pollatschek und der Historikerin Hedwig Richter bei der Langen Nacht der ZEIT. Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Für welche Werte müssen wir jetzt streiten?", die am 28. Juni im Hauptgebäude der Universität Hamburg stattfand.
"Dann ist unser Platz im Zweifel an der Seite Israels“
2025/07/01
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) betont sein Verständnis für den israelischen Angriff auf den Iran Mitte Juni und verweist auf die besondere sicherheitspolitische Verantwortung Deutschlands gegenüber Israel: "Sie haben uns gesagt, dass das aus ihrer Sicht notwendig ist – und das müssen wir so akzeptieren“. Dem Staat Israel sei Deutschland aus Sicht des Außenministers "in besonderer Weise verpflichtet“.  Wadephul kritisiert im Gespräch mit Roman Pletter und Anna Sauerbrey zudem die Lage im Gazastreifen. Trotz der Verantwortung gegenüber den Jüdinnen und Juden weltweit und in Deutschland habe man das Recht, Politik zu kritisieren, die im Staat Israel von der jeweiligen Regierung gemacht werde.  Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung aus der Reihe "Eine Stunde ZEIT mit …", die am 28. Juni im Rahmen der Langen Nacht der ZEIT im Audimax der Universität Hamburg stattfand. Das Gespräch ist hier als Videoaufzeichnung verfügbar.
Angela Merkel: Die AfD bei 20 Prozent? "Das ist echt nicht mehr meine Verantwortung"
2025/02/07
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneuert ihre Kritik an den Anträgen zur Migrationspolitik von Friedrich Merz. Auch unter schwierigen Bedingungen sollte es nicht dazu kommen, dass Mehrheiten mit der AfD gebildet werden. Sie empfinde es nicht als richtig, "in einer solchen Situation einfach zu schweigen" – und habe deswegen ihre Meinung gesagt. Vorher informiert habe sie Merz darüber nicht. Merkel spricht von einer Frage grundsätzlicher Bedeutung. Ansonsten mische sie sich nicht in die Tagespolitik ein. Von Kritik an ihrer Migrationspolitik fühle sie sich angesprochen, sagt Merkel. "Von einer Bundeskanzlerin erwartet man, dass die irreguläre Migration reduziert wird." Sie halte die Asyl- und Einwanderungspolitik der vergangenen zehn Jahre – anders als Friedrich Merz – nicht für "verfehlt" und verweist auf Grenzkontrollen zu Österreich und das EU-Türkei-Abkommen. Man sei aber "noch nicht am Ende der Arbeit". Sie frage sich auch, warum es so schwer sei, Ausreisepflichtige "zur Ausreise zu bewegen" und warum zwei Drittel der Ausländerämter immer noch nicht digitalisiert seien. Den Aufstieg der AfD erklärt sich Merkel nach eigenen Angaben auch durch den Streit zwischen CDU und CSU in der Migrationspolitik während ihrer Kanzlerschaft. "Es ist nicht richtig gewesen, dass wir so viel gestritten haben", sagt Merkel. Sie sagt aber auch: Als sie aus dem Amt ausgeschieden sei, habe die AfD bei elf Prozent gelegen. Dass sie nun bei mehr als 20 Prozent liege, sei "nicht mehr meine Verantwortung". Am 26. November 2024 veröffentlichte Angela Merkel ihre Autobiografie mit dem Titel "Freiheit", Verlag Kiepenheuer & Witsch, die sie zusammen mit ihrer ehemaligen Büroleiterin Beate Baumann geschrieben hat. Zu Kritik an ihrem Buch sagt sie: "Ich war halt langweilig." Das habe man schon während ihrer Kanzlerschaft über sie gesagt. Dass sie ein Enthüllungsbuch schreibe, in dem sie endlich mal "die Katze aus dem Sack lasse", hätten vielleicht manche erwartet. Ihr sei es aber ein Anliegen gewesen, zu beschreiben, wie Politik funktioniere, sagt Merkel.  Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung aus der Reihe "Eine Stunde ZEIT mit …", die am 5. Februar im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg stattfand. Das Gespräch ist auch als Videoaufzeichnung verfügbar, und man kann es als Wortlaut-Interview auf ZEIT ONLINE lesen.
„Diese Demokratie muss jeden Tag erkämpft, bestätigt und verteidigt werden“
2024/09/20
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) rechtfertigt die deutschen Waffenlieferungen in die Ukraine. „Ich bin auch kriegsmüde“ sagt er. Es sei hässlich, mit Waffen umzugehen, „aber es ist notwendig, um unsere Freiheit und unsere Sicherheit zu schützen“. Pistorius spricht auch über den Zustand der Bundeswehr. Sein Ziel sei es, Personal in der Bundeswehr zu halten und neues anzuwerben. Vor einigen Wochen hatte er gefordert, einen verpflichtenden Fragebogen für junge Männer einzuführen, der die Bereitschaft und Fähigkeit zum Dienst in der Bundeswehr erfassen soll. „Ja ich brauche mehr Geld“, sagt er auf Nachfrage. Ein Grund sei unter anderem, dass die Herstellung von Panzern und U-Booten Jahre dauere und die Industrie daher finanzielle Planungssicherheit brauche. Solch schwere Waffen würden „nicht irgendwo im Regal stehen und auf Knopfdruck bestellt werden können“. Auf die Frage, wer anstelle von Olaf Scholz als Kanzlerkandidat infrage käme, sagt Pistorius: „Der Glaube, nur durch das Austauschen einer einzigen Person in der gleichen Konstellation" würde ein großer Wechsel kommen, sei falsch. So einer Erwartungshaltung könne niemand allein gerecht werden, Politik sei eine Frage des Teamplay. Er hoffe, dass die leisen Stimmen, die in der Mehrheit seien, den lauten, demokratiefeindlichen Stimmen etwas entgegensetzen würden. Pistorius sagte: "Unsere Demokratie muss jeden Tag erkämpft, bestätigt und verteidigt werden.“ Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Online-Live-Veranstaltung aus der Reihe "Eine Stunde ZEIT", die am 19. September 2024 vor Publikum in Hamburg stattfand und auch als Videoaufzeichnung verfügbar ist.
"Die Vorstellung, uns nicht verteidigen zu müssen, hat Putin zerbombt"
2024/07/30
Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) rief Deutschland und die EU auf, mehr in die Sicherheit zu investieren. "Die Vorstellung, dass wir uns selbst nicht verteidigen müssen, hat Putin zerbombt", meint Baerbock. Deutschland benötige einen Sicherheitshaushalt, der das entsprechend widerspiegele. Dafür brauche es mehr Soldatinnen und Soldaten, für eine Wiedereinführung einer Wehrpflicht sprach sie sich aber nicht aus, sondern befürworte eine Freiwilligkeit. Baerbock betonte zudem, dass es wichtig sei, der Ukraine weiterhin zu helfen – auch für die deutsche Sicherheit. "Wenn wir die Ukraine nicht weiter unterstützen, nicht nur sich selbst zu verteidigen, sondern die russischen Truppen bei ihrem Vormarsch zu stoppen, dann ist unsere eigene Sicherheit maximal gefährdet", sagte sie im Gespräch mit Tina Hildebrandt und Roman Pletter, DIE ZEIT. Zur Debatte um die Strafbarkeit von Schwangerschaftsabbrüchen plädierte Baerbock für eine parteiübergreifende Bundestagsentscheidung ohne Fraktionszwang.  Dies sei "keine Frage für koalitions- oder parteipolitische Scharmützel", vielmehr gehe es um "so eine wichtige gesellschaftlich-politische Frage, dass man gruppenübergreifende Anträge macht". Es gehe um die Frage der Selbstbestimmung des eigenen Körpers. Die geltende Regelung, dass eine Abtreibung grundsätzlich strafbar sei, sei "vollkommen aus der Zeit gefallen". Zu ihrem Verzicht auf eine erneute Kanzlerinnenkandidatur sagte Baerbock, sie wolle sich voll und ganz auf das Thema Außenpolitik konzentrieren. Auf die Frage, warum sie dies über den US-amerikanischen Nachrichtensender CNN verkündete, sagte sie: "Es ist mir einfach richtig vorgekommen in dem Moment." Ob ihr Parteikollege Robert Habeck aus ihrer Sicht als Kandidat antreten sollte, ließ die Ministerin offen.  Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung Eine Stunde ZEIT mit …, die am 26. Juli 2024 in Hamburg vor Publikum stattfand und auch als Videoaufzeichnung verfügbar ist.
"Das sind die Regeln – like it or leave it"
2024/06/14
Cem Özdemir (Grüne), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, hat sich mit Blick auf die gehäuften Angriffe auf Politiker und den gewaltsamen Tod eines Polizisten in Mannheim für eine Stärkung der Justiz ausgesprochen. Auf Radikalisierungen in der Gesellschaft und Gewalt müsse mit Strafen und mit dem Ordnungsrecht reagiert werden, sagte er bei der Langen Nacht der ZEIT in Hamburg. Die Höhe der Strafe sei dabei "gar nicht so entscheidend, sondern dass die Strafe schnell folgt", sagte der Minister. "Damit man merkt, dieser Rechtsstaat ist wehrhaft und der meint es ernst."  Mit Blick auf die kurzfristig beschlossene Kürzung der Subventionen für Agrardiesel, die wenig später wieder zurückgenommen wurde, räumte der Bundeslandwirtschaftsminister Fehler ein. Dort seien "mehrere Dinge falsch gemacht" worden, sagte Özdemir. Der zweite Fehler sei gewesen, dass über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden worden sei. "Du musst mit den Leuten reden", sagte Özdemir. Wenn das nicht geschehe, sei das "unverzeihlich in der Politik". Nun sei der Graben zwischen Stadt und Land weiter vertieft worden, Biodiversität und Klimaschutz stünden weiter gewaltig unter Druck. Das habe auch ihm selbst "das Leben nicht leichter gemacht", sagte der Landwirtschaftsminister.  Für eine Rückkehr Boris Palmers zu den Grünen zeigt sich Özdemir offen – "wenn er sagen würde: 'Ich lasse mir helfen'". Palmer sei ein hervorragender Oberbürgermeister, das soll er machen und das andere weglassen. Dann hätte er natürlich seinen Platz. "Menschen für immer abschreiben, das sollte man ganz selten machen", sagte der Bundesagrarminister.  Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Eine Stunde ZEIT mit …", die am 8. Juni bei der Langen Nacht der ZEIT in Hamburg vor Publikum stattfand und auch als Video-Aufzeichnung verfügbar ist.
Alice Hasters: "Das Ich im Wir und das Wir im Ich"
2023/10/25
Identitätskrise, das neue Sachbuch von Alice Hasters, handelt, wie der Titel nahelegt, von Identität. Diese setze "das Ich und die Gesellschaft in ein Verhältnis", sagte die Autorin am Freitagabend im Schauspiel Frankfurt, wo Sascha Chaimowicz, Chefredakteur des ZEITmagazins, sie im Rahmen der Buchmesse befragt hat. Dieses Insverhältnissetzen suche "das Ich im Wir und das Wir im Ich", sagte Hasters. In ihrem Buch nun konstatiert Hasters eine Identitätskrise der Gesellschaft – was ist dieses "Wir"? Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Alice Hasters: Identitätskrise" des Literaturhauses Frankfurt und des ZEITmagazins, die am 20. Oktober im Schauspiel Frankfurt vor Publikum stattfand und auch als Videomitschnitt auf ZEIT ONLINE verfügbar ist. Identitätskrise von Alice Hasters ist am 23. Oktober 2023 bei hanserblau erschienen.
Ricarda Lang: "Was man liebt, das spaltet man nicht"
2023/10/07
Bayern steht kurz vor der Landtagswahl und Ricarda Lang empfindet den Wahlkampf bisher als "wahnsinnig aufgeheizt". Die Grünenvorsitzende wirft dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder vor, im Wahlkampf Feindbilder zu evozieren und auf diese Weise den Freistaat zu spalten. "Was man liebt, spaltet man eigentlich nicht", so Lang. Eine Koalition mit der CSU würde sie trotzdem befürworten: "Ich würde mich hier nicht vor der Verantwortung wegducken." Es sei ihr Wunsch, dass die Grünen in Bayern Verantwortung übernähmen. Ricarda Lang kritisiert Söder im Gespräch mit ZEIT-Politikredakteurin Mariam Lau und Roman Pletter, ZEIT-Wirtschaftsressortleiter, zudem für dessen Kulturkampf-Debatten: "Wenn Sie jetzt jede Debatte zur Kulturkampf-Debatte machen, über Klimaschutz, über Artenschutz, über Landwirtschaft, wie wollen Sie eigentlich in Zukunft noch Lösungen finden?" Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Eine Stunde ZEIT mit …", die am 4. Oktober in München vor Publikum stattfand und per Livestream übertragen wurde.
T. C. Boyle: "You can write mails with Rock 'n' Roll, but not fiction"
2023/06/23
Immer wieder behandelt T. C. Boyle die großen gesellschaftlichen Krisen in seinen Romanen, in seinem neuen Buch nimmt er sich die Klimakatastrophe vor. "Blue Skies" ist eine Familiengeschichte, die zwischen Kalifornien und Florida spielt. Der Autor T. C. Boyle beschreibt in dem Buch die katastrophalen Folgen der menschlichen Naturzerstörung und des Klimawandels, von den Dürren im Westen und Überschwemmungen im Südosten der USA bis zum Insektensterben. T. C. Boyle stellte am 19. Juni 2023 seinen neuen Roman vor mehr als 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern vor. In der Universität Hamburg hat er mit ZEIT-Feuilletonchef Volker Weidermann über das gestörte Verhältnis vom Menschen zu seiner Umwelt gesprochen. Bei der Veranstaltung erzählte Boyle von einer Tausende Kilometer weiten Autofahrt durch die USA mit seinem Verleger, bei der am Ende nur ein einziger Käfer an der Windschutzscheibe klebte – “and of course we buried him”. Ein Schlüsselerlebnis für den Roman und Sinnbild für die Naturzerstörung durch den Menschen. T. C. Boyle berichtet fasziniert davon, was invasive Arten anrichten können: Als Haustiere gehaltene und ausgerissene Tigerpythons, die im Roman eine tragende Rolle spielen, würden in den Everglades ganze Landstriche leerfressen. Auf die Frage, wie er es schaffe, bei all dem Schrecken ein optimistischer Mensch zu bleiben, antwortet Boyle: “Inside I’m as black as coal” und lächelt dabei. Es sei kein Wunder, dass alle Schriftsteller Alkoholiker oder Drogensüchtige seien. Doch am Ende des Romans gibt er uns einen zarten Hoffnungsschimmer. Der Autor selbst fasst zusammen: “'Blue Skies' may make you laugh, and maybe depress you a little bit."
Juli Zeh: "Ein falsch formulierter Satz kann zum Problem werden"
2023/06/13
Juli Zeh teilt gerne ihre Meinung mit anderen. Während der Corona-Pandemie polarisierte sie mit ihren Äußerungen gegen die Impfpflicht. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine unterzeichnete sie mit anderen Künstlerinnen und Intellektuellen einen offenen Brief gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Sie bekommt aber nicht nur für ihre politischen Ansichten Aufmerksamkeit. Die Bestsellerautorin und promovierte Juristin schreibt Romane, Essays und Theaterstücke. Zuletzt feierte sie Erfolge mit ihren Romanen "Unter Leuten" und "Zwischen Welten". Im Gespräch mit ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo thematisiert Juli Zeh ihre Angst vor Auftritten auf der Bühne, denn "ein falsch formulierter Satz kann zum Problem werden". Das Gespräch ist die Aufzeichnung einer Veranstaltung im Rahmen der "Langen Nacht der ZEIT 2023", die am 3. Juni in der Universität Hamburg stattfand.
Olaf Scholz: "Nicht ankleben, sondern anpacken"
2023/06/05
Olaf Scholz sieht sich als Klimakanzler. Aber mit welchen Mitteln will er den Klimaschutz weiter vorantreiben und wie kann er seine Koalition wieder zusammenführen? "Der Stillstand ist überwunden", sagt Scholz im Gespräch mit ZEIT-Politikredakteurin Mariam Lau und Wirtschaftsressortleiter Roman Pletter und ergänzt, man habe beim Klimaschutz ein riesiges Tempo vorgelegt. Die Forderungen der Letzten Generation kritisiert der Bundeskanzler als unzureichend und zu wenig inhaltlich: "Nicht ankleben, sondern anpacken." Man könne mit ihm beispielsweise darüber streiten, ob man noch mehr Offshore-Windparks bauen solle. Die Aktivistinnen und Aktivisten wollten aber nur hören, dass bald "alles vorbei" sei und man das nun anerkennen müsse – das sei "angesichts der Tatsache, dass die Welt ein konkreter Ort ist, nicht konkret genug". Der Frage, wie ein perfektes Heizungsgesetz für ihn aussehe, weicht Scholz im Gespräch aus. Das werde er dann sagen, wenn das Gesetz fertig verhandelt sei. Weitere Verzögerungen beim Klimaschutz dürfe es nicht geben: In Vorgängerregierungen seien immer wieder langfristige Klimaschutzziele ausgegeben, aber kurzfristig nichts getan worden. Das habe sich nun geändert. "Es quietscht ab und zu, aber wir haben die Kurve noch gekriegt", so Scholz. Auf die Frage, wie er sich den jüngsten Umfrageerfolg der AfD erkläre, sagte Scholz, wir lebten in einer Zeit der Umbrüche, in der sich viele Menschen ihrer Zukunft nicht sicher seien. Das schaffe Raum für Parteien, die "schlecht gelaunt das Vergangene loben". Dagegen müsse man eine Zukunft setzen, an die man glauben könne, so Scholz. Auf die Frage, was der politisch schwerste Moment seines Lebens war, antwortet der Kanzler: "Das ist schwer zu sagen, aber ganz sicherlich die G20-Krawalle in Hamburg." Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Lange Nacht der ZEIT 2023", die am 3. Juni in Hamburg vor Publikum stattfand und per Livestream übertragen wurde.

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