
Werben im Podcast: ZEIT Bühne
Dieser Podcast hat
55 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
DIE ZEITExplizit
Nein
Erstellt am
2019/03/22
Neueste Episode
2026/10/07
Durchschnittsdauer
84 min.
Veröffentlichungsintervall
88 Tage
Beschreibung
Bernie Sanders, Sheryl Sandberg, Paul Auster oder Frank-Walter Steinmeier: Sie alle waren schon auf den Bühnen der ZEIT zu Gast. Redakteurinnen und Redakteure sprechen regelmäßig vor Publikum mit Spitzenpolitikern und Wirtschaftsentscheidern, Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft, Sport und Gesellschaft. Die spannendsten Gespräche gibt es ab sofort als Podcast ZEIT BÜHNE. Durch die Folgen führt Roman Pletter, Leiter des Wirtschaftsressorts der ZEIT. Der Podcast wird produziert von Pool Artists. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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Kann die Linke AfD-Wähler für sich gewinnen, Frau Reichinnek?
2026/10/07
Auf TikTok und Instagram hat Heidi Reichinnek die Linke neu erfunden,
mit ihren Hochkant-Videos erreicht sie insbesondere viele junge
Menschen.
Reichinnek fordert einen Mietendeckel, eine Kindergrundsicherung und die
Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Sie ist gegen
Waffenlieferungen an die Ukraine und gegen die Wehrpflicht. Doch wie
will sie ihre Forderungen finanzieren? Wie will sie die Sicherheit
Europas gewährleisten, solange Russland ihm mit Atomangriffen droht und
es durch Cyberangriffe zu destabilisieren versucht? Und wie kann die
Linke Menschen zurückgewinnen, die überproportional AfD wählen?
Über diese und weitere Fragen diskutieren Tina Hildebrandt,
Chefkorrespondentin der ZEIT, und Roman Pletter, Leiter des
Wirtschaftsressorts der ZEIT, mit Heidi Reichinnek. Vor Ort hat auch das
Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.
Riccardo Simonetti: »Ich wollte dahin, wo es den Applaus dafür gibt, dass ich so bin, wie ich bin«
2026/06/16
Der Moderator, Autor und Aktivist Riccardo Simonetti erzählt von seinem
Aufwachsen im bayerischen Bad Reichenhall und der frühen Erfahrung, als
»anders« wahrgenommen zu werden. Sein Wunsch war damals, dorthin zu
gelangen, wo genau dieses Anderssein nicht als negativ wahrgenommen,
sondern gefeiert wird: »Ich wollte dahin, wo es den Applaus dafür gibt,
dass ich so bin, wie ich bin«, sagt er.
Simonetti spricht mit Anna Kemper, stellvertretende Chefredakteurin des
ZEITmagazins, außerdem über stereotype Vorstellungen von Männlichkeit,
über historische Missverständnisse rund um Make-up und hohe Schuhe und
über die Frage, warum so viele Menschen noch immer an
Geschlechterbildern festhalten, die sich längst als wandelbar erwiesen
haben.
Das Gespräch ist eine Bühnenadaption des Magazin-Formats »Was ich gern
früher gewusst hätte« und wurde im Rahmen der Langen Nacht der ZEIT am
6. Juni 2026 vor Publikum in Hamburg aufgezeichnet.
Karin Prien: »Wir sind unserem eigenen Anspruch noch nicht gerecht geworden«
2026/06/09
Bildungsministerin Karin Prien räumt Fehler der Bundesregierung in der
Kommunikation ihrer Reformpolitik ein. Man habe bei vielen Bürgerinnen
und Bürgern Erwartungen geweckt, denen die Regierung bisher nicht
gerecht geworden sei. Es gelinge zudem zu selten, überzeugend zu
erklären, warum Reformen notwendig sind – auch dann, wenn sie vielen
Menschen zunächst wehtäten. Zugleich kritisiert sie mit Blick auf die
Stimmung im Land die Art des Umgangs in der Regierung untereinander.
Diese mache »keine besondere Lust auf Politik«.
Im Gespräch mit Sibylle Anderl, Leiterin des ZEIT-Wissenschaftsressorts,
und Roman Pletter, Leiter des ZEIT-Wirtschaftsressorts, äußert sich
Prien auch zur wachsenden Zustimmung für die AfD. Es scheine eine »Lust
auf Disruption« zu geben, sagt sie. Angesichts der Tatsache, dass die
AfD in manchen Bundesländern als rechtsextremistisch eingestuft werde,
müsse ein Verbotsverfahren als Option offengehalten werden. Die mit
Abstand größte Gefahr für die Demokratie gehe ihrer Einschätzung nach
vom Vertrauensverlust der Mitte der Gesellschaft in die Politik aus.
Prien verteidigt zudem die von ihr geplante Umgestaltung des
Förderprogramms »Demokratie leben«. Prien will die Förderrichtlinien des
knapp 200 Millionen Euro umfassenden Programms anpassen, wodurch einige
Projekte ihre Förderung verlieren könnten. Kritiker befürchten, dass vor
allem linke Projekte aus der Förderung fallen könnten. Prien verteidigte
die geplante Umgestaltung und nannte die Debatte darum »etwas
hysterisch«. Es sei »absurd«, dass der Eindruck erweckt werde, dass
dadurch nun die Demokratie abgeschafft werde.
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung aus der Reihe »Eine
Stunde ZEIT mit …«, die am 6. Juni 2026 im Rahmen der Langen Nacht der
ZEIT an der Universität Hamburg stattfand.
"Gut, dass wir beim Bürgergeld Entscheidungen getroffen haben"
2025/11/12
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die Reform des Bürgergelds
verteidigt. Das Mitgliederbegehren seiner Partei dagegen sei "genau das
falsche Signal", sagte der Vizekanzler und SPD-Chef im Gespräch
mit Roman Pletter und Tina Hildebrandt in Hamburg. Klingbeil betonte, es
gebe Fehlentwicklungen im Sozialstaat, die benannt werden müssten: "Das
heißt nicht, dass ich den Sozialstaat kaputtschlagen will. Aber wenn ich
die Debatte nicht führe, dann führen sie andere."
Außerdem fordert Klingbeil mehr Gerechtigkeit beim Erben. Als er nach
seiner Meinung zu einem Verbotsverfahren gegen die AfD gefragt wird,
sagt Klingbeil, er erwarte von den demokratischen Institutionen, "alles
zu tun und alles zu prüfen, um gegen Verfassungsfeinde vorzugehen".
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung aus der Reihe "Eine
Stunde ZEIT mit …", die am 10. November auf Kampnagel in Hamburg
stattfand. Das Gespräch ist hier als Videoaufzeichnung verfügbar.
Für welche Werte müssen wir jetzt streiten?
2025/07/09
Extremisten und Populisten gewinnen Wahlen, Demokratien stehen unter
Druck, gesellschaftlicher Zusammenhalt bröckelt. Was ist unsere Antwort
darauf? Gibt es in diesen so polarisierten wie bedrohlichen Zeiten
Werte, auf die wir uns einigen können? Die für das eigene Leben
Richtschnur sind – und die vielleicht auch dabei helfen könnten, das
Land wieder zu versöhnen?
Darüber diskutierte ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo mit der
Schriftstellerin Thea Dorn, der ZEIT-Autorin Nele Pollatschek und der
Historikerin Hedwig Richter bei der Langen Nacht der ZEIT. Das Gespräch
ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Für welche Werte müssen wir
jetzt streiten?", die am 28. Juni im Hauptgebäude der Universität
Hamburg stattfand.
"Dann ist unser Platz im Zweifel an der Seite Israels“
2025/07/01
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) betont sein Verständnis für
den israelischen Angriff auf den Iran Mitte Juni und verweist auf die
besondere sicherheitspolitische Verantwortung Deutschlands gegenüber
Israel: "Sie haben uns gesagt, dass das aus ihrer Sicht notwendig ist –
und das müssen wir so akzeptieren“. Dem Staat Israel sei Deutschland aus
Sicht des Außenministers "in besonderer Weise verpflichtet“.
Wadephul kritisiert im Gespräch mit Roman Pletter und Anna Sauerbrey
zudem die Lage im Gazastreifen. Trotz der Verantwortung gegenüber den
Jüdinnen und Juden weltweit und in Deutschland habe man das Recht,
Politik zu kritisieren, die im Staat Israel von der jeweiligen Regierung
gemacht werde.
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung aus der Reihe "Eine
Stunde ZEIT mit …", die am 28. Juni im Rahmen der Langen Nacht der ZEIT
im Audimax der Universität Hamburg stattfand. Das Gespräch ist hier als
Videoaufzeichnung verfügbar.
Angela Merkel: Die AfD bei 20 Prozent? "Das ist echt nicht mehr meine Verantwortung"
2025/02/07
Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erneuert ihre Kritik an
den Anträgen zur Migrationspolitik von Friedrich Merz. Auch unter
schwierigen Bedingungen sollte es nicht dazu kommen, dass Mehrheiten mit
der AfD gebildet werden. Sie empfinde es nicht als richtig, "in einer
solchen Situation einfach zu schweigen" – und habe deswegen ihre Meinung
gesagt. Vorher informiert habe sie Merz darüber nicht. Merkel spricht
von einer Frage grundsätzlicher Bedeutung. Ansonsten mische sie sich
nicht in die Tagespolitik ein.
Von Kritik an ihrer Migrationspolitik fühle sie sich angesprochen, sagt
Merkel. "Von einer Bundeskanzlerin erwartet man, dass die irreguläre
Migration reduziert wird." Sie halte die Asyl- und Einwanderungspolitik
der vergangenen zehn Jahre – anders als Friedrich Merz – nicht für
"verfehlt" und verweist auf Grenzkontrollen zu Österreich und das
EU-Türkei-Abkommen. Man sei aber "noch nicht am Ende der Arbeit". Sie
frage sich auch, warum es so schwer sei, Ausreisepflichtige "zur
Ausreise zu bewegen" und warum zwei Drittel der Ausländerämter immer
noch nicht digitalisiert seien.
Den Aufstieg der AfD erklärt sich Merkel nach eigenen Angaben auch durch
den Streit zwischen CDU und CSU in der Migrationspolitik während ihrer
Kanzlerschaft. "Es ist nicht richtig gewesen, dass wir so viel
gestritten haben", sagt Merkel. Sie sagt aber auch: Als sie aus dem Amt
ausgeschieden sei, habe die AfD bei elf Prozent gelegen. Dass sie nun
bei mehr als 20 Prozent liege, sei "nicht mehr meine Verantwortung".
Am 26. November 2024 veröffentlichte Angela Merkel ihre Autobiografie
mit dem Titel "Freiheit", Verlag Kiepenheuer & Witsch, die sie zusammen
mit ihrer ehemaligen Büroleiterin Beate Baumann geschrieben hat. Zu
Kritik an ihrem Buch sagt sie: "Ich war halt langweilig." Das habe man
schon während ihrer Kanzlerschaft über sie gesagt. Dass sie ein
Enthüllungsbuch schreibe, in dem sie endlich mal "die Katze aus dem Sack
lasse", hätten vielleicht manche erwartet. Ihr sei es aber ein Anliegen
gewesen, zu beschreiben, wie Politik funktioniere, sagt Merkel.
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung aus der Reihe "Eine
Stunde ZEIT mit …", die am 5. Februar im Deutschen Schauspielhaus in
Hamburg stattfand. Das Gespräch ist auch
als Videoaufzeichnung verfügbar, und man kann es als Wortlaut-Interview
auf ZEIT ONLINE lesen.
„Diese Demokratie muss jeden Tag erkämpft, bestätigt und verteidigt werden“
2024/09/20
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) rechtfertigt die deutschen
Waffenlieferungen in die Ukraine. „Ich bin auch kriegsmüde“ sagt er. Es
sei hässlich, mit Waffen umzugehen, „aber es ist notwendig, um unsere
Freiheit und unsere Sicherheit zu schützen“. Pistorius spricht auch über
den Zustand der Bundeswehr. Sein Ziel sei es, Personal in der Bundeswehr
zu halten und neues anzuwerben. Vor einigen Wochen hatte er gefordert,
einen verpflichtenden Fragebogen für junge Männer einzuführen, der die
Bereitschaft und Fähigkeit zum Dienst in der Bundeswehr erfassen soll.
„Ja ich brauche mehr Geld“, sagt er auf Nachfrage. Ein Grund sei unter
anderem, dass die Herstellung von Panzern und U-Booten Jahre dauere und
die Industrie daher finanzielle Planungssicherheit brauche.
Solch schwere Waffen würden „nicht irgendwo im Regal stehen und auf
Knopfdruck bestellt werden können“.
Auf die Frage, wer anstelle von Olaf Scholz als Kanzlerkandidat infrage
käme, sagt Pistorius: „Der Glaube, nur durch das Austauschen einer
einzigen Person in der gleichen Konstellation" würde ein großer Wechsel
kommen, sei falsch. So einer Erwartungshaltung könne niemand allein
gerecht werden, Politik sei eine Frage des Teamplay.
Er hoffe, dass die leisen Stimmen, die in der Mehrheit seien, den
lauten, demokratiefeindlichen Stimmen etwas entgegensetzen würden.
Pistorius sagte: "Unsere Demokratie muss jeden Tag erkämpft, bestätigt
und verteidigt werden.“
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Online-Live-Veranstaltung aus der
Reihe "Eine Stunde ZEIT", die am 19. September 2024 vor Publikum in
Hamburg stattfand und auch als Videoaufzeichnung verfügbar ist.
"Die Vorstellung, uns nicht verteidigen zu müssen, hat Putin zerbombt"
2024/07/30
Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) rief Deutschland und die EU
auf, mehr in die Sicherheit zu investieren. "Die Vorstellung, dass wir
uns selbst nicht verteidigen müssen, hat Putin zerbombt", meint
Baerbock. Deutschland benötige einen Sicherheitshaushalt, der das
entsprechend widerspiegele. Dafür brauche es mehr Soldatinnen und
Soldaten, für eine Wiedereinführung einer Wehrpflicht sprach sie sich
aber nicht aus, sondern befürworte eine Freiwilligkeit.
Baerbock betonte zudem, dass es wichtig sei, der Ukraine weiterhin zu
helfen – auch für die deutsche Sicherheit. "Wenn wir die Ukraine nicht
weiter unterstützen, nicht nur sich selbst zu verteidigen, sondern die
russischen Truppen bei ihrem Vormarsch zu stoppen, dann ist unsere
eigene Sicherheit maximal gefährdet", sagte sie im Gespräch mit Tina
Hildebrandt und Roman Pletter, DIE ZEIT.
Zur Debatte um die Strafbarkeit von Schwangerschaftsabbrüchen plädierte
Baerbock für eine parteiübergreifende Bundestagsentscheidung ohne
Fraktionszwang. Dies sei "keine Frage für koalitions- oder
parteipolitische Scharmützel", vielmehr gehe es um "so eine wichtige
gesellschaftlich-politische Frage, dass man gruppenübergreifende Anträge
macht". Es gehe um die Frage der Selbstbestimmung des eigenen Körpers.
Die geltende Regelung, dass eine Abtreibung grundsätzlich strafbar sei,
sei "vollkommen aus der Zeit gefallen".
Zu ihrem Verzicht auf eine erneute Kanzlerinnenkandidatur sagte
Baerbock, sie wolle sich voll und ganz auf das Thema Außenpolitik
konzentrieren. Auf die Frage, warum sie dies über den US-amerikanischen
Nachrichtensender CNN verkündete, sagte sie: "Es ist mir einfach richtig
vorgekommen in dem Moment." Ob ihr Parteikollege Robert Habeck aus ihrer
Sicht als Kandidat antreten sollte, ließ die Ministerin offen.
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung Eine Stunde ZEIT
mit …, die am 26. Juli 2024 in Hamburg vor Publikum stattfand und auch
als Videoaufzeichnung verfügbar ist.
"Das sind die Regeln – like it or leave it"
2024/06/14
Cem Özdemir (Grüne), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft,
hat sich mit Blick auf die gehäuften Angriffe auf Politiker und den
gewaltsamen Tod eines Polizisten in Mannheim für eine Stärkung der
Justiz ausgesprochen. Auf Radikalisierungen in der Gesellschaft und
Gewalt müsse mit Strafen und mit dem Ordnungsrecht reagiert werden,
sagte er bei der Langen Nacht der ZEIT in Hamburg. Die Höhe der Strafe
sei dabei "gar nicht so entscheidend, sondern dass die Strafe schnell
folgt", sagte der Minister. "Damit man merkt, dieser Rechtsstaat ist
wehrhaft und der meint es ernst."
Mit Blick auf die kurzfristig beschlossene Kürzung der Subventionen für
Agrardiesel, die wenig später wieder zurückgenommen wurde, räumte der
Bundeslandwirtschaftsminister Fehler ein. Dort seien "mehrere Dinge
falsch gemacht" worden, sagte Özdemir. Der zweite Fehler sei gewesen,
dass über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden worden sei. "Du
musst mit den Leuten reden", sagte Özdemir. Wenn das nicht geschehe, sei
das "unverzeihlich in der Politik". Nun sei der Graben zwischen Stadt
und Land weiter vertieft worden, Biodiversität und Klimaschutz stünden
weiter gewaltig unter Druck. Das habe auch ihm selbst "das Leben nicht
leichter gemacht", sagte der Landwirtschaftsminister.
Für eine Rückkehr Boris Palmers zu den Grünen zeigt sich Özdemir offen –
"wenn er sagen würde: 'Ich lasse mir helfen'". Palmer sei ein
hervorragender Oberbürgermeister, das soll er machen und das andere
weglassen. Dann hätte er natürlich seinen Platz. "Menschen für immer
abschreiben, das sollte man ganz selten machen", sagte der
Bundesagrarminister.
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Eine Stunde ZEIT
mit …", die am 8. Juni bei der Langen Nacht der ZEIT in Hamburg vor
Publikum stattfand und auch als Video-Aufzeichnung verfügbar ist.
Alice Hasters: "Das Ich im Wir und das Wir im Ich"
2023/10/25
Identitätskrise, das neue Sachbuch von Alice Hasters, handelt, wie der
Titel nahelegt, von Identität. Diese setze "das Ich und die Gesellschaft
in ein Verhältnis", sagte die Autorin am Freitagabend im Schauspiel
Frankfurt, wo Sascha Chaimowicz, Chefredakteur des ZEITmagazins, sie im
Rahmen der Buchmesse befragt hat. Dieses Insverhältnissetzen suche "das
Ich im Wir und das Wir im Ich", sagte Hasters. In ihrem Buch nun
konstatiert Hasters eine Identitätskrise der Gesellschaft – was ist
dieses "Wir"?
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Alice Hasters:
Identitätskrise" des Literaturhauses Frankfurt und des ZEITmagazins, die
am 20. Oktober im Schauspiel Frankfurt vor Publikum stattfand und auch
als Videomitschnitt auf ZEIT ONLINE verfügbar ist. Identitätskrise von
Alice Hasters ist am 23. Oktober 2023 bei hanserblau erschienen.
Ricarda Lang: "Was man liebt, das spaltet man nicht"
2023/10/07
Bayern steht kurz vor der Landtagswahl und Ricarda Lang empfindet den
Wahlkampf bisher als "wahnsinnig aufgeheizt". Die Grünenvorsitzende
wirft dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder vor, im Wahlkampf
Feindbilder zu evozieren und auf diese Weise den Freistaat zu spalten.
"Was man liebt, spaltet man eigentlich nicht", so Lang. Eine Koalition
mit der CSU würde sie trotzdem befürworten: "Ich würde mich hier nicht
vor der Verantwortung wegducken." Es sei ihr Wunsch, dass die Grünen in
Bayern Verantwortung übernähmen.
Ricarda Lang kritisiert Söder im Gespräch mit ZEIT-Politikredakteurin
Mariam Lau und Roman Pletter, ZEIT-Wirtschaftsressortleiter, zudem für
dessen Kulturkampf-Debatten: "Wenn Sie jetzt jede Debatte zur
Kulturkampf-Debatte machen, über Klimaschutz, über Artenschutz, über
Landwirtschaft, wie wollen Sie eigentlich in Zukunft noch Lösungen
finden?"
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Eine Stunde ZEIT
mit …", die am 4. Oktober in München vor Publikum stattfand und per
Livestream übertragen wurde.
T. C. Boyle: "You can write mails with Rock 'n' Roll, but not fiction"
2023/06/23
Immer wieder behandelt T. C. Boyle die großen gesellschaftlichen Krisen
in seinen Romanen, in seinem neuen Buch nimmt er sich die
Klimakatastrophe vor.
"Blue Skies" ist eine Familiengeschichte, die zwischen Kalifornien und
Florida spielt. Der Autor T. C. Boyle beschreibt in dem Buch die
katastrophalen Folgen der menschlichen Naturzerstörung und des
Klimawandels, von den Dürren im Westen und Überschwemmungen im Südosten
der USA bis zum Insektensterben.
T. C. Boyle stellte am 19. Juni 2023 seinen neuen Roman vor mehr als
1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern vor. In der Universität Hamburg hat
er mit ZEIT-Feuilletonchef Volker Weidermann über das gestörte
Verhältnis vom Menschen zu seiner Umwelt gesprochen.
Bei der Veranstaltung erzählte Boyle von einer Tausende Kilometer weiten
Autofahrt durch die USA mit seinem Verleger, bei der am Ende nur ein
einziger Käfer an der Windschutzscheibe klebte – “and of course we
buried him”. Ein Schlüsselerlebnis für den Roman und Sinnbild für die
Naturzerstörung durch den Menschen. T. C. Boyle berichtet fasziniert
davon, was invasive Arten anrichten können: Als Haustiere gehaltene und
ausgerissene Tigerpythons, die im Roman eine tragende Rolle spielen,
würden in den Everglades ganze Landstriche leerfressen.
Auf die Frage, wie er es schaffe, bei all dem Schrecken ein
optimistischer Mensch zu bleiben, antwortet Boyle: “Inside I’m as black
as coal” und lächelt dabei. Es sei kein Wunder, dass alle Schriftsteller
Alkoholiker oder Drogensüchtige seien. Doch am Ende des Romans gibt er
uns einen zarten Hoffnungsschimmer. Der Autor selbst fasst zusammen:
“'Blue Skies' may make you laugh, and maybe depress you a little bit."
Juli Zeh: "Ein falsch formulierter Satz kann zum Problem werden"
2023/06/13
Juli Zeh teilt gerne ihre Meinung mit anderen. Während der
Corona-Pandemie polarisierte sie mit ihren Äußerungen gegen die
Impfpflicht. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine unterzeichnete
sie mit anderen Künstlerinnen und Intellektuellen einen offenen Brief
gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine. Sie bekommt aber
nicht nur für ihre politischen Ansichten Aufmerksamkeit. Die
Bestsellerautorin und promovierte Juristin schreibt Romane, Essays und
Theaterstücke. Zuletzt feierte sie Erfolge mit ihren Romanen "Unter
Leuten" und "Zwischen Welten".
Im Gespräch mit ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo thematisiert Juli
Zeh ihre Angst vor Auftritten auf der Bühne, denn "ein falsch
formulierter Satz kann zum Problem werden".
Das Gespräch ist die Aufzeichnung einer Veranstaltung im Rahmen der
"Langen Nacht der ZEIT 2023", die am 3. Juni in der Universität Hamburg
stattfand.
Olaf Scholz: "Nicht ankleben, sondern anpacken"
2023/06/05
Olaf Scholz sieht sich als Klimakanzler. Aber mit welchen Mitteln will
er den Klimaschutz weiter vorantreiben und wie kann er seine Koalition
wieder zusammenführen? "Der Stillstand ist überwunden", sagt Scholz im
Gespräch mit ZEIT-Politikredakteurin Mariam Lau und
Wirtschaftsressortleiter Roman Pletter und ergänzt, man habe beim
Klimaschutz ein riesiges Tempo vorgelegt. Die Forderungen der Letzten
Generation kritisiert der Bundeskanzler als unzureichend und zu wenig
inhaltlich: "Nicht ankleben, sondern anpacken." Man könne mit ihm
beispielsweise darüber streiten, ob man noch mehr Offshore-Windparks
bauen solle. Die Aktivistinnen und Aktivisten wollten aber nur hören,
dass bald "alles vorbei" sei und man das nun anerkennen müsse – das sei
"angesichts der Tatsache, dass die Welt ein konkreter Ort ist, nicht
konkret genug".
Der Frage, wie ein perfektes Heizungsgesetz für ihn aussehe, weicht
Scholz im Gespräch aus. Das werde er dann sagen, wenn das Gesetz fertig
verhandelt sei. Weitere Verzögerungen beim Klimaschutz dürfe es nicht
geben: In Vorgängerregierungen seien immer wieder langfristige
Klimaschutzziele ausgegeben, aber kurzfristig nichts getan worden. Das
habe sich nun geändert. "Es quietscht ab und zu, aber wir haben die
Kurve noch gekriegt", so Scholz.
Auf die Frage, wie er sich den jüngsten Umfrageerfolg der AfD erkläre,
sagte Scholz, wir lebten in einer Zeit der Umbrüche, in der sich viele
Menschen ihrer Zukunft nicht sicher seien. Das schaffe Raum für
Parteien, die "schlecht gelaunt das Vergangene loben". Dagegen müsse man
eine Zukunft setzen, an die man glauben könne, so Scholz.
Auf die Frage, was der politisch schwerste Moment seines Lebens war,
antwortet der Kanzler: "Das ist schwer zu sagen, aber ganz sicherlich
die G20-Krawalle in Hamburg."
Das Gespräch ist eine Aufzeichnung der Veranstaltung "Lange Nacht der
ZEIT 2023", die am 3. Juni in Hamburg vor Publikum stattfand und per
Livestream übertragen wurde.
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