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Geschichte(n) aus dem Schweizerischen Nationalmuseum

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Kategorien
Land
United States
Dieser Podcast hat
66 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2020/04/23
Neueste Episode
2026/09/29
Durchschnittsdauer
85 min.
Veröffentlichungsintervall
43 Tage

Beschreibung

Geschichten und Gespräche aus dem Schweizerischen Nationalmuseum: Hochkarätige Gesprächspartner aus dem In- und Ausland diskutieren über historische und gesellschaftsrelevante Themen. Dazu kommen exklusive Podcasts zu Themen aus den Ausstellungen im Landesmuseum Zürich, dem Château de Prangins und dem Forum Schweizer Geschichte Schwyz.

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Gisela Hürlimann und Hartmut Berghoff: Der lange Schatten der DDR
2026/09/29
Viele Ostdeutsche seien auch Jahrzehnte nach Ende der DDR noch nicht in der Demokratie angekommen: Das befand vor einiger Zeit der Ostbeauftragte der deutschen Regierung. Tatsache ist, dass die AfD im Osten auf doppelt so hohe Stimmenanteile kommt wie im Westen, dass nationalistische und fremdenfeindliche Haltungen verbreiteter sind und die Wirtschaftsleistung tiefer ist. Aber was genau hat das mit der DDR und deren Erbe zu tun? Ist der einstige Osten nach der Wiedervereinigung zu einer abgehängten Region geworden, in der Ressentiments und Diktaturnostalgie blühen - oder ist das ein Zerrbild, das vorab im Westen zirkuliert?  Gisela Hürlimann, Professorin für Technik- und Wirtschaftsgeschichte in Dresden, und dem Wirtschafts- und Sozialhistoriker von der Universität Göttingen Hartmut Berghoff sprechen darüber, wie die DDR abgewickelt wurde, welche Prägungen aus der Diktaturzeit ins heutige Deutschland hineinwirken und was die junge Generation in Ostdeutschland mit der DDR verbindet. Moderation: Claudia Mäder, Leiterin «NZZ Geschichte».
Matthieu Leimgruber, Georges-Simon Ulrich und Christina Neuhaus: Statistik, Wohlstand und Demokratie
2026/08/24
Was sagen Statistiken über die Schweiz und was nicht? Wer entscheidet, was zählt: Wohlstand, Ungleichheit, soziale Sicherheit? Und wie formen statistische Kategorien nicht nur unser Wissen, sondern auch den Handlungsspielraum staatlicher Akteure? Statistiken gelten als zentral für das Funktionieren von modernen Demokratien – und sind doch stets Teil politischer Aushandlungen. Mit der Gründung des Eidgenössischen Statistischen Bureaus 1860 begann in der Schweiz die systematische Erhebung von Daten. Im 20. Jahrhundert entwickelten sich daraus jene Formen der Wissensproduktion, die Gesellschaft erst messbar machten: durch Debatten darüber, was erfasst werden soll, durch politische Entscheidungen, die bis heute nachwirken und durch die zunehmende Einbindung in internationale statistische Standards und Organisationen. Der Historiker Matthieu Leimgruber und der Statistiker Georges-Simon Ulrich greifen diese Themen auf. Gemeinsam diskutieren sie, wie statistische Systeme entstehen, wessen Realität sie abbilden und was dies für unsere Gesellschaft heute bedeutet. Moderation: Christina Neuhaus, Leiterin Inlandredaktion NZZ
Gabrielle Schaad, Brian McGowan und Ladina Spiess: Inklusion denken: Normen, Körper und gebaute Umwelt
2026/05/18
Was gilt als Behinderung? Und wer entscheidet, was als «normal» gilt? Wie sind diese Kategorien entstanden und wie prägen sie unser Leben bis heute? Die Veranstaltung bringt Perspektiven aus Disability Studies mit jenen aus Architektur- und Kulturgeschichte ins Gespräch. Am Ende des 19. Jahrhunderts entstehen in Medizin, Recht und Fürsorge klare Unterscheidungen zwischen Normalität und Abweichung. Institutionen legten damit fest, welche Körper und Lebensweisen als «normal» zu gelten haben. Diese historischen Einteilungen prägen unsere Gesellschaft bis in die Gegenwart, ganz konkret auch in der gebauten Umwelt. Denn Städte, Gebäude und öffentliche Räume sind nie neutral: Ihre Gestaltung entscheidet mit darüber, wer sich frei bewegen und teilhaben kann – und wer ausgeschlossen wird. Vor diesem Hintergrund stellt die Veranstaltung die Frage, was «Inklusion» heute bedeutet: Reicht es, Gebäude barrierefrei zu bauen oder braucht es ein grundlegendes Umdenken in Planung und Baukultur? Wo befinden sich noch Leerstellen? Gabrielle Schaad und Brian McGowan diskutieren gemeinsam, welche Verantwortung die Akteurinnen und Akteure in Architektur und Planung tragen und wie wir Zugänglichkeit, Teilhabe und räumliche Gerechtigkeit neu denken können. Moderation: Ladina Spiess, freischaffende Moderatorin, Kommunikationstrainerin und Texterin
Uschi Waser, Elisabeth Meister und Loretta Seglias: Fremdplatziert, versorgt, entmündigt: Erinnerung und Verantwortung heute
2026/04/21
Bis in die 1980er-Jahre wurden in der Schweiz hunderttausende Menschen Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen: Sie wurden fremdplatziert, administrativ versorgt und in vielen Lebensbereichen entmündigt – mit gravierenden, lebenslangen Folgen. Die gesellschaftliche Aufarbeitung ist bis heute nicht abgeschlossen; sie beruht wesentlich auf den Zeugnissen der Betroffenen, auf der Arbeit der Forschung, ebenso aber auf der Wahrnehmung offizieller Verantwortung. Die Zeitzeuginnen Uschi Waser und Elisabeth Meister berichten von ihren persönlichen Erfahrungen, ihrem langen Kampf um Anerkennung sowie ihrem Engagement für Gerechtigkeit. Gemeinsam mit der Historikerin Loretta Seglias diskutieren sie, welche Bedeutung das Erinnern heute hat, welche Verantwortung daraus erwächst und wie die Folgen fürsorgerischer Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in unserer Gesellschaft verhandelt werden können und sollen.  Moderation: Marc Tribelhorn, Redaktor NZZ
Tim Guldimann und Walter Thurnherr: Kann die Schweiz noch entscheiden?
2026/01/21
Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde die Schweiz völkerrechtlich als souveräner Staat anerkannt. Seither traf die Eidgenossenschaft mehrfach wegweisende Entscheidungen, die ihre politische Ordnung und ihre Stellung in Europa nachhaltig prägten: sie verpflichtete sich zur immerwährenden bewaffneten Neutralität, führte die direkte Demokratie ein, verlagerte die politische Macht dauerhaft zum Volk oder leitete den bilateralen Weg mit der Europäischen Union ein. Heute steht die Schweiz erneut vor grundlegenden Fragen. Ihre Rolle als neutrale Vermittlerin wird zunehmend kontrovers diskutiert. Gleichzeitig gestaltet sich das Verhältnis zur Europäischen Union komplexer. Die Schweiz muss neu ausloten, wie sie ihre traditionellen Prinzipien – Neutralität, Föderalismus und demokratische Selbstbestimmung – mit den Anforderungen einer stärker vernetzten und konfliktreicheren Welt in Einklang bringen will. Kann sie die nötigen Entscheidungen treffen? Welche Verantwortung tragen dabei Bundesrat und Parlament? Darüber diskutieren der Politikwissenschaftler und Diplomat Tim Guldimann und der ehemalige Bundeskanzler und Dozent für Staatswissenschaft Walter Thurnherr. Moderation: Sermîn Faki, Nachrichtenchefin CH Media
Oliver Nachtwey: Das Bündnis von Libertarismus und Autoritarismus
2025/12/05
Warum ziehen sich Libertarismus und Autoritarismus gegenseitig an? Die einen plädieren für individuelle Freiheit und Eigenverantwortung und sind überzeugt, dass der Staat so wenig wie möglich in das Leben der Menschen eingreifen soll. Die anderen setzen auf Autorität, Gehorsam und Unterordnung und auf Systeme, in der die Macht in den Händen einer Person, einer Partei oder einer kleinen Elite konzentriert wird.  Was passiert, wenn beide miteinander verschmelzen? Warum finden libertäre Autoritäten so viele Anhängerinnen und Anhänger? Und steckt dahinter vielleicht sogar eine Lust an der Zerstörung? Diesen Fragen gehen die renommierte Soziologin Carolin Amlinger und der renommierte Soziologe Oliver Nachtwey nach. Bereits in ihrem viel beachteten Buch «Gekränkte Freiheit» haben sie den Rechtsrutsch und das Erstarken neuer Autoritäten analysiert. Im 2025 erschienenen Buch «Zerstörungslust» liefern sie nun eine Erklärung: Im Kern richtet sich diese Revolte gegen die Blockaden liberaler Gesellschaften, die ihre Versprechen von Aufstieg und Emanzipation nicht mehr einlösen. Die Zerstörung der Welt sei ein letzter Versuch, sich davor zu retten, von ihr zermalmt zu werden. Moderation: Peer Teuwsen, Redaktionsleiter Kultur der «NZZ am Sonntag»
David Hesse, Philipp Loser und Viktor Rossi: Heute Abstimmung! – Direkte Demokratie im Fokus
2025/11/26
Die direkte Demokratie gilt als Herzstück des politischen Systems der Schweiz und macht es weltweit einzigartig. Zu den wichtigsten Instrumenten gehören Volksabstimmungen, die der Bevölkerung eine wesentliche Mitwirkung an politischen Entscheidungen ermöglichen. Doch wie selbstverständlich ist die direkte Demokratie wirklich, und wie haben Volksabstimmungen die Schweiz verändert? Wie nimmt die Bevölkerung ihre Rechte wahr, wer durfte und darf abstimmen – und wer bleibt ausgeschlossen? Und gibt es Grenzen der Demokratie, oder soll das Volk über alles abstimmen dürfen – selbst über Anliegen, die möglicherweise menschenrechtswidrig sind? Der Historiker David Hesse und der Journalist Philipp Loser diskutieren mit Bundeskanzler Viktor Rossi über die Geschichte der Volksabstimmungen, die aktuellen Spannungsfelder und die Zukunft der direkten Demokratie. Moderation: Priscilla Imboden, Bundeshaus-Redaktorin des Onlinemagazins "Republik"
«Seelenlandschaften. C. G. Jung und die Entdeckung der Psyche in der Schweiz» Rundgang durch die Ausstellung mit Kurator Stefan Zweifel
2025/11/20
Rundgang mit Stefan Zweifel, Kurator der Ausstellung «Seelenlandschaften. C. G. Jung und die Entdeckung der Psyche in der Schweiz», von 17.10.2025 bis 15.02.2026 im Landesmuseum Zürich. Die Schweiz war immer wieder Heimat von «Seelensuchern» wie Jean-Jacques Rousseau, Friedrich Nietzsche oder Carl Gustav Jung. Vom wegweisenden Rorschach-Test über Ludwig Binswangers Daseinsanalyse bis zu Jungs Analytischer Psychologie: Die Entwicklung der Psychiatrie, Psychologie und Psychoanalyse ist eng mit der Schweiz verbunden und wirkt bis heute nach. Zum 150. Geburtstag von C. G. Jung präsentiert das Landesmuseum erstmals eine umfassende Ausstellung zur Geschichte der Entdeckung der Psyche in der Schweiz. Im Mittelpunkt steht das legendäre «Rote Buch», das C. G. Jung während einer intensiven Phase der Selbstreflexion verfasste. Von der Ergründung der Seele zeugt aber auch die Kunst mit visionären Werken von Johann Heinrich Füssli, Emma Kunz, Rudolf Steiner, Meret Oppenheim oder Thomas Hirschhorn und nicht zuletzt von Heidi Bucher, deren Werk «Das Audienzzimmer des Doktor Binswanger» einen wichtigen Akzent setzt. Eingebettet in ein Panorama der Psychiatrie aus allen Landesteilen entsteht so eine «Psycho-Geographie» der Schweiz, in der die Verbindung zwischen Seele und Landschaft auf eindrucksvolle Weise sichtbar wird.
Monika Gsell und Anna Rosenwasser: Geschlecht und Psyche
2025/11/19
Die heute nicht mehr gebräuchliche Diagnose «Hysterie» zeugt von historischen Vorstellungen von Geschlecht: Sie wurde über Jahrhunderte fast ausschliesslich Frauen gestellt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein galten bestimmte Verhaltensweisen und psychische Auffälligkeiten als geschlechterspezifisch – Geschlecht beeinflusste, was als normal oder behandlungsbedürftig galt. Heute wird das binäre Geschlechterverständnis zunehmend infrage gestellt. Queere und nichtbinäre Perspektiven rücken ins Zentrum gesellschaftlicher Debatten – und werfen neue Fragen auf: Welche Auswirkungen haben Geschlechtsidentitäten auf unsere Psyche? Wie erleben Menschen psychische Gesundheit im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Erwartungen, Selbstbild und Zugehörigkeit? Darüber sprechen Anna Rosenwasser, Nationalrätin und Autorin, und Monika Gsell, Psychoanalytikerin und Kulturwissenschaftlerin. Sie beleuchten, wie sehr unser Innenleben und gesellschaftliche Zuschreibungen miteinander verwoben sind – und wie wir darüber neu sprechen können. Moderation: Christina Caprez
Manuel Bauer und Joachim Eibach: Verbrechen und Strafe – eine lange Geschichte
2025/08/25
Die Welt war wohl nie ein heiler Ort: Schon aus der Zeit der frühesten Zivilisationen sind Delikte wie Mord oder Diebstahl bekannt. Auch die Literatur griff solche Untaten bereits in der Antike auf. Gehört das Verbrechen also einfach zum Menschsein? So einfach ist die Sache nicht, das zeigt die Geschichte der Kriminalität: Die Taten, die begangen und geahndet werden, variieren je nach Zeit und Gesellschaft. Eigentumsdelikte zum Beispiel, die heute in der Kriminalstatistik dominieren, landeten bis ins 18. Jahrhundert nur selten vor Gericht. Was steckt hinter solchen Entwicklungen, und was ist aus der Vergangenheit für den heutigen Umgang mit Kriminalität zu lernen? «NZZ Geschichte» spricht mit dem Kriminalitäts- und Strafrechtshistoriker Joachim Eibach und dem Literaturwissenschafter Manuel Bauer darüber, was Verbrechen über die Normen einer Gesellschaft aussagen – und wieso sie mit den Krimis jene Bücher prägen, die viele Menschen am liebsten lesen. Darüber diskutieren Manuel Bauer, Literaturwissenschafter und Joachim Eibach, Historiker. Moderation: Claudia Mäder, Leiterin von NZZ Geschichte Der Anlass fand in Zusammenarbeit mit NZZ Geschichte statt.
André Seidenberg, Michael Herzig und Julia Zutavern: Zürich und die Drogen – 30 Jahre nach Platzspitz und Letten
2025/05/27
30 Jahre ist es her, dass die offene Drogenszene auf dem Zürcher Letten geräumt wurde. Damit endete ein kollektives Trauma, das auf dem Platzspitz begonnen hatte. Was haben Zürich und die Schweiz aus dieser Zeit gelernt, was lief damals schief, was letztlich gut? Und wie sieht es heute aus angesichts der Crack- und Fentanyl-Krise, die gerade weltweit um sich greift? Die von globalen Krisen geprägte Weltlage fördert den Konsum von Suchtmitteln, während Drogen immer günstiger werden und leichter zu beschaffen sind. Hat es Zürich, wie einige postulieren, tatsächlich besser im Griff als andere europäische Städte? Oder stehen wir in der Schweiz doch vor der nächsten Katastrophe? Darüber diskutieren André Seidenberg, ehemaliger «Platzspitz-Arzt» und Pionier der Schweizer Drogenpolitik, Michael Herzig, Historiker, Mitherausgeber des Buches «Die Schweiz auf Drogen» sowie langjähriger Drogenbeauftragter der Stadt Zürich und Julia Zutavern, die jahrelang für eine Serie zum Thema Zürcher Drogenpolitik recherchierte. Der Anlass findet in Zusammenarbeit mit Einfach Zürich statt.
Tobi Müller, Erich Keller und Rosanna Grüter: Von Rock bis Techno: Die Sprengkraft von Tonträgern und Tönen
2025/05/06
Früher gab es Musik für die Eliten und Musik fürs Volk. Dann rollte die Popkultur als Massenphänomen heran. Vinylplatte, Walkman, Sampler und Streaming legten den Boden für neue Produktions- und Verbreitungsverfahren. Von Rock bis Techno entstanden kommerziell höchst erfolgreiche Musikszenen, die alles durchdrangen – das politische Denken, die Kleidungsstile, die Lebensformen. Wie entstand diese globalisierte Konsumkultur? Der Kulturjournalist Tobi Müller, der Historiker Erich Keller und die DJ Rosanna Grüter diskutieren über die gesellschaftliche Sprengkraft von Tonträgern und Tönen. Moderation: Theresa Beyer, Leiterin Musikredaktion bei SRF Kultur
Ute Frevert und Caspar Hirschi: Lernen wir aus der Geschichte?
2025/04/01
History Talks vom 1. April 2025 Historia magistra vitae – die Geschichte ist die Lehrmeisterin des Lebens. Diese Wendung zirkuliert seit der Antike, aber heute hat man Mühe, ihr etwas abzugewinnen: Dass die Menschen aus der Geschichte lernen, scheint in Zeiten von nicht enden wollenden Kriegen, neu erstarktem Autoritarismus und fortdauernder Umweltzerstörung wenig plausibel. Eher wirkt es, als würden die Menschen immer wieder dieselben Fehler machen. Zugleich ist nicht zu bestreiten, dass sich viele Dinge verbessert haben auf der Welt. Die Menschen haben durchaus gelernt: Krankheiten zu heilen, funktionierende Demokratien aufzubauen oder Frauen an die Urne zu lassen. Was also lehrt uns die Geschichte? Gibt der Blick in die Vergangenheit Anlass, auf weiteren Fortschritt zu hoffen? Was ist Fortschritt eigentlich genau, und ist es überhaupt möglich, aus vergangenen Zeiten etwas Aussagekräftiges für Gegenwart und Zukunft abzuleiten? Die Historikerin Ute Frevert und der Historiker Caspar Hirschi wagen sich zum 10jährigen Jubiläum des Magazins «NZZ Geschichte» an diese ganz grossen Fragen.  Moderation: Claudia Mäder, Leiterin NZZ Geschichte und Daniel di Falco, Redaktor NZZ Geschichte
Damir Skenderovic und Sandra King-Savic: Grosse Diaspora – Migration aus Ex-Jugoslawien
2025/03/04
Ab Ende der 1960er Jahre begann die Schweiz, jugoslawische Arbeitskräfte in die Schweiz zu holen – die florierende Wirtschaft brauchte sie, und das liberale Ausreiseregime unter Tito begünstigte die Arbeitsmigration. Die Zahl der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter nahm in den folgenden Jahrzehnten zu. Mit dem Ausbruch des Kriegs Anfang der 1990er Jahre kamen auch zahlreiche Flüchtende dazu. Um die Jahrtausendwende machten die Personen aus Ex-Jugoslawien fast einen Viertel der ausländischen Wohnbevölkerung der Schweiz aus. Heute bilden Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien eine der grössten Ausländergruppen in der Schweiz. Viele der Ausgewanderten und vor allem ihre Kinder sind integrale Mitglieder des Schweizer Sozialgefüges. Lange aber wurden Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien als Fremd betitelt und stiessen so auf Ablehnung innerhalb der Gesellschaft. Der Historiker Damir Skenderovic und die Soziologin Sandra King-Savic sprechen über die Schweizer Migrations- und Asylpolitik, die Lage der Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, die Vorurteile, die ihnen entgegengebracht wurden sowie die Frage nach den Folgen des Krieges auf die ex-jugoslawische Diaspora. Moderation: Inés Mateos, Expertin für Bildung und Diversität
Melinda Nadj Abonji und Jakob Tanner: Fabrikation von Fakten
2025/02/04
Historikerinnen und Historiker arbeiten mit Quellen und fragen, wie unlängst Jakob Tanner am Deutschen Historikertag, nach der «Fabrikation von Fakten». Schriftstellerinnen wie Melinda Nadj Abonji hingegen beziehen Fakten ein, um Fiktion zu schaffen. Und oft werden historische Romane als faktisch wahr gelesen. Beide produzieren Narrative und pflegen dabei ihren je eigenen Umgang mit Fakten. Wie aber unterscheiden sich ihre jeweiligen Texte? Und was steht für Geschichte und Literatur auf dem Spiel, wenn in Politik und Medien von «alternativen Fakten» und fiktiven «News» die Rede ist? Moderation: Erika Hebeisen, Historikerin und Kuratorin im Schweizerischen Nationalmuseum

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