
Werben im Podcast: Schlecht Beraten
Bewertung
5von
Dieser Podcast hat
24 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Marko KovicExplizit
Nein
Erstellt am
2020/11/20
Neueste Episode
2022/07/01
Durchschnittsdauer
35 min.
Veröffentlichungsintervall
44 Tage
Beschreibung
Wir meckern über Dinge und tun so, als ob wir es besser wüssten.
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Folge 24: Das Havanna-Syndrom
2022/07/01
Die USA stellten 2015, nach über 50 Jahren, wieder offizielle diplomatische Beziehungen mit Kuba her. Doch der diplomatische Frühling hielt nicht lange.
Ab 2016 klagten Mitarbeitende der US-Botschaft über Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelanfälle, und kurz bevor ihr Leid begann, hörten sie ein komisches Summen oder Surren. Die US-Regierung kam zum Schluss, dass dieses mysteriöse Havanna-Syndrom eine böswillige Ursache hat: Das waren gezielte Anschläge, durchgeführt von der kubanischen Regierung mit einer Mikrowellen- oder Ultraschall-Waffe. In den Jahren danach gab es ähnliche Anschläge gegen US-Diplomat*innen und -Spione auf der ganzen Welt.
Doch schaut man sich die Fälle genauer an, macht die Erklärung einer Hightech-Waffe, die mit Mikrowellen oder Schallwellen arbeitet, wenig Sinn - es wäre kaum möglich, Menschen in Gebäuden mit so einer Waffe gezielt anzugreifen. Und die komischen Töne, die gehört wurden, stellten sich als das Zirpen von Grillen heraus.
Was ist tatsächlich geschehen? Das wollte auch das FBI wissen und führte eine Untersuchung durch. Das Ergebnis: Es handelt sich höchstwahrscheinlich um eine "Mass Psychogenic Illness", ein psychogenes Massenleiden, auch Massenhysterie genannt.
Folge 23: Mars-Kolonisierung macht keinen Sinn
2022/06/12
Mars, unser planetarischer roter Nachbar, fasziniert uns seit Jahrtausenden. In der jüngeren Vergangenheit mehren sich die Stimmen, die fordern: Wir müssen den Mars besiedeln!
Diesen Schritt zu wagen, wäre irgendwie ziemlich cool. Aber ist das wirklich eine gute Idee? In der heutigen Folge diskutieren wir, warum die Antwort eher ein Nein ist - und Schuld sind für einmal nicht die Marsmännchen.
Die Kolonisierung des Mars ist einerseits eine logistische Hölle. Menschen zum Mars zu bringen und sie im absolut lebensfeindlichen Umfeld der Marsoberfläche überleben zu lassen, ist mit unserer heutigen Technologie so gut wie unmöglich.
Mars-Kolonisierung ist aber auch aus Sicht des Risikomanagements keine besonders gute Idee. Es stimmt, dass Habitate auf dem Mars eine Versicherungspolice gegen existenzielle Risiken sein könnten: Wenn die Menschheit auf der Erde ausgelöscht würde, gäbe es noch Überlebende auf dem Mars. Aber rational kalkuliert macht es viel mehr Sinn, Ressourcen in die Reduktion existenzieller Risiken anstatt in Mars-Kolonisierung zu stecken - wenn wir das Risiko einer existenziellen Katastrophe auf der Erde um nur 1% senken, ist der langfristige Nutzen davon viel grösser als der Schaden einer Verzögerung bei Weltraumkolonisierung.
Folge 22: Jordan Peterson, der mit dem Hummer tanzt
2022/05/27
Früher war alles besser.
Das ist die Essenz der Philosophie von Jordan B. Peterson. Peterson ist ein ehemaliger Psychologieprofessor, der ca. ab 2016 zu einem weltberühmten öffentlichen Intellektuellen wurde, weil er die angeblich überbordende Ideologie von Diversität, Feminismus und Gleichheit kritisiert. Oder, wie er es nennt: Der "postmoderne kulturelle Neo-Marxismus" greift um sich.
Wir zeichnen Petersons kometenhaften Aufstieg nach. Aus seiner Arbeit kristallisiert sich ein reaktionäres Weltbild heraus: Hierarchien, Geschlechterrollen, gesellschaftliche Moral - mit allem gehe es heute bachab. Diese Ideologie schmückt Peterson mit zunehmend wirren antiwissenschaftlichen und religiösen Botschaften.
Folge 21: Der Verschwörungs-Hohepriester Ivo Sasek
2022/05/12
Ivo Sasek hat einen direkten Draht zu Gott und findet "normale" christliche Kirchen blöd. Als Prophet hat er darum die Sekte "Organische Christus Generation" OCG gegründet.
Aber Sasek ist weit mehr als ein gewöhnlicher Sektenguru. Sasek hat in den letzten rund 20 Jahren ein im deutschsprachigen Raum sehr einflussreiches Verschwörungs- und Esoterik-Imperium aufgebaut.
In der heutigen Folge nehmen wir Saseks Imperium unter die Lupe. Wir werfen einen kritischen Blick auf Saseks verschiedene Projekte, darunter das Videoportal "Klagemauer TV" und die Kongressreihe "Anti-Zensur-Koalition".
Folge 20: UFOs machen keinen Sinn
2021/08/15
Im Juni 2021 hat das US-Pentagon einen aufsehenerregenden Bericht veröffentlicht: Es gebe unidentifizierte fliegende Objekte, die nicht erklärt werden können - und, bei denen nicht ausgeschlossen werden könne, dass sie ausserirdischen Ursprungs sind.
Ist dieser Bericht der lang ersehnte Beweis für die Existenz ausserirdischer UFOs? Leider nein. Obwohl es durchaus vorstellbar ist, dass es intelligentes, technologisch fortgeschrittenes ausserirdisches Leben gibt, ist die Hypothese, dass uns ausserirdische UFOs besuchen, reichlich löchrig. In der heutigen Folge diskutieren wir unterschiedliche Gründe, warum dem so ist.
Einige der Fragen, die wir besprechen: Warum sind die Aufnahmen von UFOs immer noch verschwommen und unscharf, obwohl Kameras immer besser und häufiger werden? Wäre eine technologisch hoch entwickelte ausserirdische Lebensform so stümperhaft, dass wir sie fotografieren und filmen können?
Folge 19: Corona-Impfmüdigkeit - wie weiter?
2021/07/31
In vielen Ländern setzt Corona-Impfmüdigkeit ein: Die Impfraten flachen ab, und grosse Teile der Bevölkerung wollen sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen.
Gibt es Mittel und Wege, impfzögerliche Menschen doch noch zur Corona-Impfung zu motivieren? In der heutigen Folge diskutieren wir drei mögliche Strategien: Impfpflichten, Impf-Werbekampagnen, sowie den persönlichen Dialog.
Impfpflichten sind politisch und symbolisch heikel und funktionieren wohl rein praktisch nur bedingt. Impf-Werbekampagnen sind schön und gut, aber sie sprechen wahrscheinlich vor allem Menschen an, die der Impfung gegenüber bereits positiv eingestellt sind.
Der direkte Dialog könnte das wirksamste Mittel gegen Impfmüdigkeit sein. Und zwar vor allem, wenn wir gewisse Regeln beachten: Die Gegenseite nicht verspotten, sondern Empathie zeigen. Nicht belehren, sondern ehrlich gemeinte Fragen stellen.
Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. In der Summe könnten diese kleinen Schritte aber dazu beitragen, dass wir die Pandemie möglichst schnell hinter uns lassen.
Folge 18: Antisemitismus
2021/06/13
Wer hat's verbrochen? Die Juden!
Hass auf, Diskriminierung von und Vorurteile gegenüber Jüdinnen und Juden sind auch heute noch so präsent wie eh und je - und nehmen tendenziell sogar zu. Warum?
Um diese Frage zu beantworten, werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Antisemitismus. Und stellen fest: Antisemitismus gibt es zwar schon seit Jahrtausenden, aber die "moderne" Form des Antisemitismus als biologistisch-rassistischer Hass in Kombination mit Verschwörungstheorien über allmächtige Juden, die insgeheim die Welt kontrollieren, etablierte sich erst im 19. Jahrhundert.
Dieses relativ junge Verschwörungs-Narrativ dürfte einer der Schlüsselfaktoren sein, warum Antisemitismus auch heute noch so verbreitet ist. Antisemitismus ist damit eine bequeme Antwort auf alle realen und imaginierten Probleme: Im Zweifelsfall waren es halt die Juden. Ein Sündenbock mit langer Tradition.
Folge 17: Corona-Protest-Wunderland Schweiz
2021/05/07
Corona-Proteste im Wochenrhythmus, Corona-skeptische Gruppierungen und Influencer noch und nöcher, mehrere corona-skeptische Volksabstimmungen: Was ist los in der Schweiz?
Um diese Frage zu beantworten, skizzieren wir zunächst die corona-skeptische Landschaft in der Schweiz. Und stellen fest: Die Schweizer Corona-Skeptiker*innen gehen auf die Barrikaden, obwohl die Massnahmen im europäischen Vergleich ziemlich sanft ausfallen. Was bewegt die Schweizer Corona-Gemüter?
Wir diskutieren fünf mögliche Erklärungen:
1) Die Schweiz hat ein grosses Reservoir an irrationalen Gruppierungen, die sich jetzt für den Kampf gegen Corona mobilisiert haben.
2) Die Besonderheiten der direkten Demokratie in der Schweiz sind ein Ventil für Unmut.
3) Im politische Diskurs der Schweiz sind Corona-Verschwörungstheorien politischer Mainstream.
4) Die Schweiz leidet an Wohlstandsverwahrlosung; es fehlt das Bewusstsein dafür, dass wir in einer Krise stecken.
5) Die "Pandemieverlierer" fühlen sich vergessen und lassen ihrem Frust in wütenden Protesten freien Lauf.
Folge 16: Long-Covid – Was wir wissen und was noch unklar ist
2021/04/15
So richtig Scheisse an Covid-19 ist, dass viele Menschen weiter leiden, nachdem die akute Covid-19-Erkrankung vorbei ist: Long Covid hat einen langen Schatten.
In der heutigen Folge blicken wir in die wissenschaftliche Literatur zu Long Covid und probieren, aufzudröseln, was für Arten von Long Covid es gibt, was die Symptome sind und, welche Fragen aus wissenschaftlicher Sicht noch ungeklärt sind.
Die Literatur deutet darauf hin, dass wir es mit drei Varianten oder Typen von Long Covid zu tun haben. Der erste Typus sind Schäden z.B. an der Lunge, am Herzkreislaufsystem oder neurologische Schäden, die die akute Covid-19-Erkrankung verursacht. Der zweite Long Covid-Typus ist eine Covid-19-Erkrankung, die wochen- oder monatelang andauert, aber weniger akut als zu Beginn ist. Und der dritte Long Covid-Typus ist ein Syndrom, das nach überstandener Covid-19-Erkrankung auftritt und auch Menschen mit leichterem Covid-19-Verlauf ereilen kann.
Diese dritte Variante von Long Covid ist speziell, weil das Krankheitsbild und die Diagnose von den Betroffenen selber definiert wurde. Doch bei diesem patient*innen-definierten Long Covid-Syndrom gibt es noch wissenschaftliche Unschärfen: Es könnte sein, dass ein Teil der Menschen mit diesem Krankheitsbild in Tat und Wahrheit nicht wegen einer Corona-Infektion leidet.
Was ist zu tun? Wir brauchen mehr wissenschaftliche Forschung zu diesem ätzenden Long Covid-Problem – und die Medien sollten weniger emotional und weniger skandalisierend über Long Covid berichten, damit sich der Diskurs nicht zuletzt zugunsten der Betroffenen versachlicht.
Folge 15: Leben wir in einer Corona-Diktatur?
2021/04/01
Nach einem Jahr Pandemie werden die Protestrufe auf der Strasse und in der Politik lauter: Wir leben in einer Corona-Diktatur! Mindestens so schlimm wie bei den Nazis und in der DDR!
Die Nazi- und DDR-Vergleiche sind natürlich Quatsch. Aber trotzdem müssen wir uns fragen: Ist am Diktatur-Vorwurf möglicherweise etwas dran? Die Pandemie ist schliesslich eine einmalige Situation, in der Vieles ganz anders ist, als wir es uns seit Jahrzehnten gewohnt sind. Könnte es sein, dass wir uns tatsächlich weg von einer Demokratie bewegen?
Um diese ziemlich wichtige Frage zu beantworten, schauen wir uns genauer an, wie in der Politikwissenschaft gemessen wird, ob ein System diktatorisch ist. Wir beurteilen die aktuelle Lage anhand fünf unterschiedlicher Diktatur-Messinstrumente – und stellen fest, dass unsere demokratischen Rechte intakt sind. Das gilt auch für temporäre Beschneidungen von Freiheit wie die Maskenpflicht, weil diese Massnahmen in gesetzlich klar geregelten Bahnen ablaufen.
Warum finden trotzdem so viele Menschen, dass wir in einer Corona-Diktatur leben? Vielleicht hat es etwas mit dem Demokratie-Verständnis der Corona-Querdenker*innen zu tun: Alles, was ich schlecht finde, ist Diktatur; nur meine Meinung zählt.
Würden wir tatsächlich in einer Diktatur leben, gäbe es nicht Tausende von Corona-Protestierenden, die auf der Strasse protestieren. Stattdessen gäbe es Tausende von Vermissten, die über Nacht verschwunden sind.
Folge 14: Der Leidensweg des Attila Hildmann
2021/03/18
Attila Hildmann war einst ein sympathischer Koch, der die vegane Ernährung beliebt machte. In der Coronavirus-Pandemie mutierte er zum antisemitischen Corona-Verschwörungstheoretiker.
Was zum Teufel ist hier passiert?
In der heutigen Folge versuchen wir, Attila Hildmanns Absturz in den Corona-Wahnsinn zu rekonstruieren. Ein erster Anhaltspunkt ist Hildmanns beeindruckende Karriere als veganer Starkoch. Innerhalb weniger Jahre wurde er vom bescheidenen Blogger und YouTuber zum wohl erfolgreichsten veganen Koch im deutschsprachigen Raum. Dieser rasante Erfolg ist ihm womöglich zu Kopf gestiegen.
Ein zweiter Anhaltspunkt ist Hildmanns Status als Medien-Liebling. Der telegene Hildmann genoss schon lange vor der Pandemie sehr viel Medienpräsenz, nicht zuletzt im Fernsehen. So wurde Hildmann zum bekannten "Promi" - und diesem Promi haben die Medien auch in seiner Corona-Verschwörungs-Phase viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Story ist eben sexy: Der berühmte vegane Koch dreht durch.
Ein dritter Anhaltspunkt ist Hildmanns überhöhtes Selbstbild. Hildmann scheint sich als bedeutende politische Stimme und Plattform zu sehen, die für die Wahrheit kämpft. Diese Selbstüberschätzung wird durch die Hunderttausenden von Menschen genährt, die ihm dank seines Status als Promi an den Lippen hängen.
Die traurige Geschichte des Attila Hildmann beinhaltet eine Lektion, die heute wichtiger denn je ist: Nur, weil eine Person berühmt ist, müssen wir ihr nicht immer zuhören. Vielleicht wäre Hildmanns Verschwörungs-Karriere gar nicht erst eskaliert, wenn ihn die Medien nicht zum "Promi" gemacht hätten.
Folge 13: Corona-Impfungen aus Russland und China – alles nur Propaganda?
2021/03/05
Du möchtest dich gegen das Coronavirus impfen lassen, willst aber keine Impfschäden? Dann haben wir genau das Richtige für dich: Impfstoffe aus Russland und China. Sie wirken viel besser und sind viel sicherer als westliche Impfstoffe! Zumindest, wenn man der russischen und chinesischen Staatspropaganda Glauben schenkt.
Russland und China haben schon früh in der Pandemie angekündigt, ihre eigens entwickelten Impfstoffe – Sputnik V aus Russland und CoronaVac sowie BBIBP-CorV aus China – seien hoch wirksam und damit der Schlüssel zum Sieg über die Pandemie. Doch hinter diesen vollmundigen Propaganda-Erklärungen stand lange Zeit keinerlei wissenschaftliche Evidenz.
Darum werfen wir in dieser Folge einen kritischen Blick auf die russischen und chinesischen Corona-Impfstoffe. Einerseits sind diese Impfstoffe mächtige Propaganda-Werkzeuge, mit denen sich Russland und China nicht zuletzt in Schwellen- und Entwicklungsländern als Pandemie-Retter aufspielen. Begleitet wird diese Propaganda von einer ziemlich hinterlistigen, grossangelegten Desinformations- und Lügenkampagne gegen westliche Corona-Impfstoffe.
Andererseits interessiert uns aber auch, was die Wissenschaft hinter den russischen und chinesischen Impfstoffen ist. Hier zeigt sich: Die Impfstoffe aus dem Osten sind wissenschaftlich seriöser, als die Propaganda vermuten lässt. Für Sputnik V gibt es erste belastbare Evidenz, die auf hohe Wirksamkeit deutet. Bei CovonaVac und BBIBP-CorV stehen grössere Studien noch aus, aber erste vorläufige Studienergebnisse lassen vermuten, dass auch die chinesischen Impfungen nützlich sind.
Die Corona-Impfungen aus dem Osten haben damit eine gewisse Tragik. Hätten Russland und China auf ihre bizarre Impf-Propaganda und die gefährlichen Desinformationskampagnen verzichtet und stattdessen auf den regulären Wissenschaftsprozess gesetzt, wäre das Vertrauen gegenüber ihren Impfstoffen bei uns im Westen viel höher – und der Kampf gegen die Pandemie ein ganzes Stück einfacher.
So bleibt ein fahler Nachgeschmack. Und ein tiefsitzendes Misstrauen, dem auch mit positiven Studienergebnissen nur schwer beizukommen ist.
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