
Werben im Podcast: Eine Stunde reden – Gespräche mit Unbekannten
Bewertung
5von
Dieser Podcast hat
48 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Radio BremenExplizit
Nein
Erstellt am
2021/01/13
Neueste Episode
2026/09/29
Durchschnittsdauer
58 min.
Veröffentlichungsintervall
18 Tage
Beschreibung
"Eine Stunde Reden?" steht auf dem Schild mit dem sich Host Mario Neumann auf die Straße stellt und wartet – solange, bis er jemanden gefunden hat, der reden will. Seinen unbekannten Gast nimmt er mit ins Bremen-Zwei-Studio – und dort reden sie. Eine ganze Podcast-Folge lang. Über Erfolg und Scheitern, verpasste und gelebte Träume, ein spätes Coming Out, eine schwierige Scheidung, die große Liebe – über die kleinen und die großen Fragen des Lebens eben.
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"Ich will einfach nicht tot sein"
2026/09/29
Sechzehn Jahre alt war Martina Kahrs, als sie zum ersten Mal Crack genommen hat – auf der Reeperbahn in Hamburg. "Das war die größte Schande meines Lebens", sagt sie. Dabei hat in Wirklichkeit jemand anders große Schande auf sich geladen: Ihr Onkel, der sie als kleines Kind sexuell missbraucht hat. Die heute 41-Jährige entwickelte danach eine Psychose und konnte im Leben nie richtig Fuß fassen. Nachdem sie in den letzten Jahren mehrmals in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert werden musste, fürchtet sie jetzt um ihr Leben. Und hat nach 25 Jahren Drogenkonsum und Prostitution nur bescheidene Wünsche: Eine funktionierende Waschmaschine. Ein Haustier, am liebsten einen kleinen Hund. Und, am wichtigsten: Nicht am Crack zugrunde gehen.
*** Wer selbst drogenabhängig ist oder Menschen kennt, die betroffen sind, kann sich an die bundesweite "Sucht & Drogen Hotline" unter der Telefonnummer 01806 313031 wenden. Das Angebot ist kostenpflichtig: 0,20 € pro Anruf aus dem deutschen Festnetz und aus dem Mobilfunknetz. ***
Podcast-Tipp: "Schicksal – der SR 1-Podcast über das Leben" in ARD Sounds.
https://kurz.sr.de/Schicksal
Musik hat seine Welt geöffnet
2026/09/15
Tom Turner (67) ist Amerikaner und hat sein Leben lang als Orchestermusiker an der Bratsche gearbeitet. Sein Job hat ihn immer glücklich gemacht: "When I go to work, I go to play". Schon als Kind weiß er, dass er Musiker werden will – auch wenn er im Schulorchester absichtlich schlechter spielt, um nicht aufzufallen, erzählt Tom Turner im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden". Aufgewachsen in Detroit, führt ihn sein Weg über Philadelphia, Berlin und Minnesota nach Bremen in die Heimat seiner zweiten Frau. Jetzt beginnt für den ehemaligen Solobratscher ein neues Kapitel: Nach langer Pause greift er wieder zur Bratsche und spielt im Neuen Kammerorchester Bremen, diesmal ganz bewusst in der letzten Reihe.
Depressionen: Die Klinik war ihr Gamechanger
2026/09/01
Hätte Regina Gruber gewusst, wie sehr ihr ein Klinikaufenthalt hilft, wäre sie diesen Schritt schon viel früher gegangen. Stattdessen hat die 37-jährige sozialpädagogische Assistentin versucht, möglichst lange alleine klarzukommen. Sie hat auch vieles selbst geschafft: die verantwortungsvolle Arbeit in einem Hotel in Österreich, den Umzug aus ihrem Heimatland zu ihrem Freund nach Norddeutschland und – trotz vieler Hindernisse – eine abgeschlossene Berufsausbildung. Doch irgendwann wurden ihre Depressionen so schwer, dass ihr nur noch die Klinik blieb. Warum ihr dort nicht in erster Linie die Ärzte geholfen haben, sondern etwas ganz anderes, das erzählt sie im Bremen-Zwei- Podcast "Eine Stunde Reden".
***Sorgen kann man teilen. Wenn Sie in einer psychischen Krise sind und Hilfe brauchen, können Sie sich kostenfrei an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 wenden. Das Info-Telefon Depression ist unter der Rufnummer 0800 33 44 5 33 ebenfalls kostenfrei zu erreichen.***
Podcast-Tipp: "Raus aus der Depression" in ARD Sounds.
Umzug für die Freundschaft
2026/07/07
Tristan Brelage (29) ist wegen seiner besten Freunde nach Leipzig gezogen. Kennengelernt hatte er sie in Kopenhagen. Die Freundschaft zu ihnen sei erfüllender als er sich romantische Liebe vorstelle, sagt er im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden". Aufgewachsen im Emsland hat er in Bielefeld, Bremen und Kopenhagen studiert. Jetzt arbeitet er für einen Verein, der Betroffenen von rechtsextremer Gewalt hilft. Zuvor hat er 150 Jobabsagen und auch ein Nein zu einem Doktorarbeitsvorhaben bekommen. Mit Podcast-Host Mario Neumann spricht er über das Ja zum Leben, freundschaftliche Liebe und seine 47 Tattoos.
Warum ein zweiter Blick alles verändern kann
2026/06/23
Wie entscheidet man richtig, wenn es keine einfachen Antworten gibt? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Medizin-Ethikerin Jannike Zimmermann seit vielen Jahren. Die 37-Jährige forscht als wissenschaftliche Mitarbeiterin am "Center for Life Ethics" der Universität Bonn. Dort untersucht sie, wie die Angst vor einer Psychose das Selbstbild von Betroffenen beeinflusst. Vorher hat sie sich lange mit Themen wie Organspende, Präimplantationsdiagnostik und Sterbehilfe auseinandergesetzt. Ein prägendes Erlebnis war für sie eine Ethikberatung zu einem Schwangerschaftsabbruch. Daraus hat sie eine wichtige Erkenntnis gewonnen: "Man sieht nie die ganze Wahrheit." Im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden" spricht sie mit Host Mario Neumann über ihre Leidenschaft für Medizinethik, das Muttersein, prägende Zweifel und warum es sich lohnt, Dinge immer wieder neu zu betrachten.
Glücklich in Todesnähe
2026/06/09
Moritz Jansen-Gottschlich wäre fast gestorben, als er mit 17 einen Lungenkollaps erlitt. Er überlebt, weil ihm der Arzt ohne Betäubung den Brustkorb aufschlitzt. An diese dramatische Zeit erinnert sich der 58-Jährige trotzdem mit Freude – weil sie begleitet war von einem beglückenden Nahtoderlebnis. Ansonsten hat der geborene Wuppertaler viel Schlimmes erlebt: Seine Eltern wollten ihn nicht, seine erste Frau hat ihn verlassen, seine Kinder haben sich abgewendet. Trotz Doktortitel hat er immer wieder Schwierigkeiten im Beruf. Erst spät erfährt er, wie das alles mit seiner Autismus-Diagnose zusammenhängt. Im Gespräch mit Podcast-Host Mario Neumann erzählt er, wie er versucht, aus jedem Tag das Beste zu machen – trotz mehrerer gravierender Krankheiten wie Multiple Sklerose.
Triggerwarnung: In diesem Gespräch geht es auch um das Thema Suizid. Bitte entscheidet selbst, ob ihr euch heute in der Lage fühlt, dem zuzuhören!
Anti-Kapitalistin voller Energie und Hoffnung
2026/05/26
Für Astrid Touray ist Sport mehr als Bewegung – er ist ein Mittel, um Menschen zusammenzubringen. Seit über 20 Jahren arbeitet die 58-Jährige als Sozialarbeiterin beim Bremer Landessportbund und engagiert sich ehrenamtlich. Mit ihrem mobilen Schwimmverein bringt sie Kindern das Schwimmen näher. Außerdem betreut sie ein Fußballteam junger Flüchtlinge. "Die Politik sollte Feindbilder abbauen, nicht schüren", erzählt sie Host Mario Neumann im Bremen Zwei-Podcast "Eine Stunde reden". Aufgewachsen in der DDR hat die Wende sie genauso geprägt wie die Verantwortung, die sie als Kind in ihrer Familie übernommen hat. Ihr Vater war alkoholkrank, später auch ihre Mutter. Zum Studieren geht sie als junge Frau nach Bremen und lernt hier ihren späteren Mann kennen, einen Flüchtling aus Gambia. Mit ihm hat sie zwei Kinder, auf die sie sehr stolz ist.
Sie erlebte sexualisierte Gewalt in der Schule
2026/05/12
Heute wirkt Kerrin Sumfleth gelassen und selbstsicher. Die 27-Jährige reist einen großen Teil des Jahres um die Welt, als Turnierassistentin für Golfprofis. Sie liebt ihr Rennrad, ihre Katze und backt gerne Zimtschnecken. Dass sie viele Jahre unter den Folgen von Mobbing in der Schule litt, merkt man ihr nicht an. Jahrelang wurde sie von einer Gruppe Jungs körperlich bedrängt und wehrte sich kaum. Aus Angst, "fertiggemacht zu werden", wie sie sagt. Warum erst ein Aufenthalt im Ausland die Wende brachte, und was sie anderen Mädchen in einer solchen Situation rät, erzählt sie im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
Plötzlich Adoptivvater
2026/04/28
Bartosz Przybylek (41) und seine Frau haben lange versucht, ein Kind zu bekommen. Nach mehreren Besuchen in der Kinderwunschklinik war klar: Sie wollen ein Kind adoptieren. Viele Formulare, etliche Gespräche und Tests später klingelt eines Tages tatsächlich ihr Telefon. Sie sollen im Krankenhaus einen drei Tage alten Säugling kennenlernen. Schnell organisieren sie einen Maxi-Cosi, kaufen Babynahrung und informieren ihre Arbeitgeber. "Ich habe mein Herz an den Kleinen verloren", sagt der frischgebackene Papa. Wie der 41-Jährige seinen Job als Unternehmensberater mit der Elternzeit arrangiert und warum er seine Online-Shops verkauft hat, erzählt er im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
120 Jahre alt werden mit Ehrenamt-Gen
2026/03/31
Mit Temperament und klarer Kante gestaltet Corinna Hagedorn ihr Leben: "Ich habe mit 16 für mich schon entschieden, dass ich nicht heiraten und keine Kinder haben möchte." Nie habe sie diese Entscheidung bereut, sagt die heute 63-jährige Betriebsrätin. Die Tochter eines Hafenarbeiters wusste früh, dass sie sich bei ihrer Lebensplanung nicht von Konventionen einengen lassen will. Sie ist viel in der Welt herumgekommen – oft in Begleitung von Hunden. Erst ihre Huskys, mit denen sie auch in Schweden oder Norwegen Rennen gefahren ist, und heute ihr Königspudel. Mit dem erkundet die umweltbewusste Vegetarierin die Felder, Wälder und Wiesen von Bremen-Nord und Niedersachsen. Ihr Herz schlägt auch für soziales Engagement. In ihrem Job kämpft sie aus Überzeugung für Arbeitnehmerrechte. Privat will sie der Gesellschaft für ihr "geiles Leben" etwas zurückgeben: als Schöffin oder durch die Arbeit für ein Hospiz. Wie sie 120 Jahre alt werden will, welche Rolle Partnerschaft für sie spielt und wann ihr einmal dringend ein Vorschlaghammer gefehlt hat – darum geht es in dieser Folge des Bremen-Zwei-Podcasts "Eine Stunde reden" mit Host Mario Neumann.
Warum er seine Hirn-OP lange verschweigt
2026/03/17
Die Diagnose Epilepsie – darauf will sich Lars Kollmann nicht reduzieren lassen. Der 23-jährige Speditionskaufmann und Hobby-Fußballer steht voll im Leben und hat klare Überzeugungen: "Man rafft sich auf, schüttelt den Staub ab und macht weiter", sagt er über die Tiefen in seinem Leben. Abgeklärt spricht er dann irgendwann auch über die Operation, bei der ihm ein Stück Hirn entfernt wurde, um ihn von epileptischen Anfällen zu befreien. Und über den Ärger, dass er wegen seiner Einschränkung nicht immer ernst genommen wird. Gemeinschaft ist dem Mann aus Ritterhude wichtig, sei es in seiner Patchwork-Familie mit sieben Geschwistern oder mit Freunden und flüchtigen Bekannten. Man bekommt im Leben zurück, was man gibt – davon ist Kollmann überzeugt. Warum ihn Geschichte interessiert und welche besondere Medaille in seinem Zimmer hängt, verrät er Mario Neumann im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde Reden".
Wenn die Geburt zum Albtraum wird
2026/03/03
Mitten in der Geburt ihres Kindes dachte Natascha Bogić, sie muss sterben. Weil die Herztöne des Kindes absackten und man ihr sagte: "Wir retten zuerst das Kind und dann sie." Eine Erfahrung, die die 42-Jährige tief verstört hat, auch wenn ihr Sohn in einer Bremer Klinik schließlich gesund zur Welt kam. Die traumatische Erfahrung hat dazu beigetragen, dass die Beziehung zum Vater des Kindes in die Brüche ging, erzählt sie Podcast-Host Mario Neumann. Mittlerweile hat Natascha Bogić einen neuen Partner und lebt zusammen mit ihrem Sohn und ihrer aus Kroatien stammenden Mutter, die sie nach einem Schlaganfall zu sich geholt hat. Über Umwege hat sie in den Beruf gefunden, den sie sich immer gewünscht hat: Seit kurzem arbeitet sie als Sozialarbeiterin in einer Kindertagesstätte. Ihren Alltag erlebt sie als anstrengend, aber erfüllend und bezeichnet sich als gesunde Optimistin, für die das Glas immer eher halb voll ist als halb leer.
Beim Klima kennt sie kein Pardon
2026/02/17
Dörte Behrmann (62) ärgert sich häufig über die Politik. Aus ihrer Sicht wird zu wenig für den Klimaschutz getan. Als PR-Frau beschäftigt sie sich beruflich viel mit dem Klima und setzt sich für mehr Aufklärung ein. Nach einer abgebrochenen Lehre im Hotel studiert sie in Karlsruhe Literatur und Geschichte. Dann zieht sie nach Berlin, um sich dort mit einer PR-Agentur selbstständig zu machen. Doch sie sehnt sich immer wieder nach Bremerhaven – der Stadt, in der sie aufgewachsen ist. Dort lebt sie jetzt in dritter Ehe in einer Fernbeziehung. Für ihre Rente plant die 62-Jährige einen dreimonatigen Aufenthalt in New York. "Aber erst, wenn Trump nicht mehr Präsident ist", sagt sie. Wie es ihr dank der Kinder ihres Mannes gelungen ist, über ihren eigenen unerfüllten Kinderwunsch hinwegzukommen, erzählt sie Mario Neumann im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
Der harte Weg zum Fußballprofi
2026/02/03
Jef Tchouangue trainiert fünf Tage pro Woche und am Wochenende hat er Spiele. Fußball bestimmt das Leben des 21-Jährigen, der ganz hoch hinaus will – in die Bundesliga, besser noch in die Champions League. In den letzten Jahren ist er seinem Traum ein Stück näher gekommen, erzählt er Podcast-Host Mario Neumann: Als vielseitig einsetzbarer Spieler des Bremer SV in der Regionalliga Nord kann er zwar schon vom Fußball leben, will sich selbst aber noch nicht Profi nennen. Auch von einer Oberschenkelverletzung hat er sich nicht entmutigen lassen, sondern an seiner mentalen Einstellung gearbeitet. Die positive Grundhaltung hat er von seinem aus Kamerun stammenden Vater, sagt er. Und bleibt trotz ehrgeiziger Ziele realistisch: Neben seinem sportlichen Alltag studiert er an einer Fernuniversität Betriebswirtschaft – nur für den Fall, dass es doch nichts wird mit der Champions League.
Ein Leben ohne viele Worte
2026/01/20
Als Astrid 70 wird, freut sie sich, so alt zu werden. Denn ihre Eltern sind beide sehr früh gestorben. Geredet wird in ihrer Familie nicht viel, schon gar nicht über den Alkoholismus ihres Vaters. Das Schweigen setzt sich in ihrer Ehe fort. Aber Astrid hält durch, bis ihre Kinder groß sind. Nach der Trennung trifft sie ihre große Liebe. Doch der Mann ist verheiratet und hat neben ihr noch andere Liebschaften. Seitdem ist die Bremerhavenerin solo. Verliebt hat sie sich trotzdem noch einmal – und zwar in das Land Norwegen. Manchmal träumt sie davon, dorthin auszuwandern. Sich selbst beschreibt sie eher als leisen Typ: "Ich unterdrücke viel und wäre gerne manchmal etwas ausgeflippter", erzählt sie Host Mario Neumann im Bremen-Zwei-Podcast "Eine Stunde reden".
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