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provisorisch legal - der Drogen-Podcast

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Dieser Podcast hat
34 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2021/03/31
Neueste Episode
2026/05/07
Durchschnittsdauer
58 min.
Veröffentlichungsintervall
79 Tage

Beschreibung

Der Podcast über Drogen und alles, was damit zu tun hat: Substanzforschung, Geschichte, Substitution, Rausch, Abhängigkeit, Legalisierung. Einmal im Monat erzählt ein Gast neuen Input aus der Welt der bewusstseinserweiternden Substanzen. Ihr könnt provisorisch legal per E-Mail erreichen: [email protected]

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Placebos, Drogen & das Problem mit dem Beipackzettel (mit Martin Andree)
2026/05/07
„Das ist bestimmt nur Placebo.“ – Diesen Satz haben wir alle schon einmal gehört oder sogar benutzt. Doch wird man damit einem Effekt gerecht, der nicht nur einen wesentlichen Anteil der Wirkung von Medikamenten ausmacht, sondern auch ganz unmerklich unseren Alltag durchdringt? Gemeinsam mit dem Medienwissenschaftler Martin Andree widmen wir uns in dieser Folge dem Placeboeffekt in all seinen Facetten. Wir sprechen über Placebos, Nocebos, Psychosomatik, Homöopathie, Medienwirkung, Placebo-Operationen, Marketing, Sport und Dr. Google. Außerdem klären wir, warum die Geschichte der Medizin eigentlich eine Geschichte des Placebos ist, warum Musik und Ärzt:innen wie Drogen wirken, ob man an einem Nocebo sterben kann und warum Beipackzettel einen Beipackzettel brauchen.
Fluch und Segen Antidepressiva (mit Nils Kroemer)
2025/12/03
Antidepressiva gelten in Zeiten steigender Depressionsraten und fehlender Therapieplätze für viele als Mittel der Wahl. Heute werden sie rund achtmal häufiger verschrieben als noch in den 1990er-Jahren. Gleichzeitig ist ihre Wirksamkeit seit Jahren Gegenstand kontroverser Debatten. Besonders seit 2008, als Irving Kirsch und sein Team in einer Metaanalyse unveröffentlichte und veröffentlichte Studien der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA auswerteten. Ihr Ergebnis: Antidepressiva wirken — wenn überhaupt — nur bei sehr schweren Depressionen stärker als ein Placebo. Sowohl in der klinischen Praxis als auch in der Forschung herrscht bis heute Uneinigkeit: Sind Antidepressiva Fluch oder Segen? Viele Betroffene profitieren kaum oder gar nicht von der Einnahme, manche kämpfen mit starken Nebenwirkungen, andere haben große Schwierigkeiten beim Absetzen. Zu Gast ist Prof. Dr. Nils Kroemer. Er ist Professor für Medizinische Psychologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, leitet eine Arbeitsgruppe im Bereich Translationale Psychiatrie an der Eberhard Karls Universität Tübingen und das NeuroMADLAB. Sein Forschungsschwerpunkt: die neurowissenschaftlichen Grundlagen von Motivation, Handlungen und Verlangen. Er untersucht, welche Rolle Motivation beziehungsweise Antriebslosigkeit im Rahmen einer Depression spielt und inwiefern sich Motivation durch körpereigene Mechanismen wiederherstellen lässt – um depressive Symptome lindern zu können. Im Gespräch erklärt er außerdem, wie Antidepressiva entwickelt wurden, wie sie wirken und warum er sie trotz aller Kritik für einen wichtigen Baustein in der Behandlung von Depressionen hält.
Wem gehört der öffentliche Raum? (Live im Schauspiel Köln)
2025/07/02
„Die Obdachlosen sind die Zeugen der Wahrheit, die die Gesellschaft nicht hören will“, schreibt Adorno in seinen Minima Moralia. Diese Wahrheit ist unbequem. Sie zeigt sich im öffentlichen Raum, in Großstädten, in Köln etwa an Orten wie dem Neumarkt oder dem Wiener Platz. In dieser Folge fragen wir: Wem gehört der öffentliche Raum? Und was bedeutet er für diejenigen, die keinen privaten Raum haben? Gemeinsam mit Claudia und Bina von Vision e.V. und dem Journalisten Max Hübner sprechen wir über die aktuelle Situation wohnungsloser und konsumierender Menschen am Beispiel Kölns, über Rückzugsorte, Drogenkonsumräume und darüber, was sich ändern muss. Diese Folge wurde am 19.06.2025 live in der Grotte des Schauspiel Köln im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Studiobüdchen" aufgenommen.
Von psychedelischen Plattitüden, Neuropsychedelia und der Liberalisierung von rechts (mit Nicolas Langlitz)
2025/04/01
In dieser Folge erzählt der Anthropologe Nicolas Langlitz von seiner Forschung und aktuellen Entwicklungen im Feld der Psychedelika. Nicolas Langlitz ist Professor für Anthropologie an der New Yorker Universität The New School for Social Research. 2012 erschien sein Buch »Neuropsychedelia«, eine anthropologische Studie über die die Wiederaufnahme der Psychedelika-Forschung. Seitdem hat er zahlreiche weitere Artikel zum Thema Psychedelika veröffentlicht. Im Gespräch geht es um Feldforschung in neurowissenschaftlichen Laboren, die psychedelische Renaissance, Forschung zwischen Mystik und Materialismus, Aldous Huxley und seine perenniale Philosophie, psychedelische Plattitüden, die Paradoxien der geisteswissenschaftlichen Psychedelika-Forschung, Ich-Auflösungen in Zeiten von Identitätspolitik, das Interesse der politischen Rechten an Psychedelika und deren Liberalisierungsvorhaben, die Krise der Psychopharmakologie, nicht-psychedelische Psychedelika, der Stand von Psychedelika in Deutschland und das Buch als extrapharmakologischen Faktor. Auf Nicolas' Website könnt ihr viele der Artikel, die in dieser Folge thematisiert werden, herunterladen. http://www.nicolaslanglitz.de/
Mode & Drogen: Wie funktioniert der Heroin Chic? (mit Melanie Haller)
2025/01/08
Augenringe, blasse Haut, extrem schlanke Körper – inszeniert vor heruntergekommenen Industriefassaden. Der Heroin Chic war eines der prägendsten und umstrittensten Modephänomene der 90er-Jahre und zumindest der Begriff erlebt seit kurzem ein Comeback. Aber wie genau funktioniert der Heroin Chic eigentlich? Warum kaufen wir Kleidung, die von kränklich wirkenden Models beworben wird? Und was verrät das über unsere Gesellschaft? Darum geht es im Gespräch mit Melanie Haller, Professorin für Geschichte und Theorie der Mode, des Designs und der Ästhetik an der Akademie Mode und Design der Fresenius Hochschule in Hamburg. Wir sprechen ausführlich über die Entstehungsgeschichte des Heroin Chic, seine Abgrenzung zur Mode der 80er-Jahre, Fotografien von Corinne Day und Mario Sorrenti, Bill Clintons Kritik an der Modeindustrie, Mode und Vergänglichkeit, die Ästhetik des Krankseins, den Emo-Style, Ozempic Chic, Raf Simons, Christiane F. und den nicht-drogeninduzierten Rausch der Mode.
Reifen wie der Kratom-Baum (mit Fabian Steinmetz)
2024/12/06
Aus den Blättern des Kratombaums wird in Indonesien, Thailand und Malaysia traditionell ein Tee gekocht, der Schmerzen lindert und entspannt. Verbreitet ist außerdem die Blätter zu kauen, um länger wach bleiben und schwere körperliche Arbeit besser aushalten zu können. Kratom ist ein leichtes Opioid und wird deshalb vor allem in den USA immer beliebter: Die Opioidkrise lässt Menschen nach Alternativen zu etwa Fentanyl suchen. Unternehmen entwickeln Kratom-Extrakte, die sehr viel potenter sind, als die reinen Blätter oder das daraus gewonnene Pulver. Kratom gewinnt auch in Deutschland mehr Aufmerksamkeit. Toxikologe Fabian Steinmetz erklärt in dieser Folge, warum das so ist und warum Kratom ihn schon sehr viel länger interessiert.
Khat – eine unbekannte Volksdroge (mit Michael Odenwald)
2024/09/05
Obwohl Khat in manchen Ländern von mehr als der Hälfte der Bevölkerung konsumiert wird, ist es hierzulande kaum jemandem ein Begriff. Im Interview erzählt der Psychologe Michael Odenwald, was Khat ist und wie es in den Ländern Ostafrikas und der arabischen Halbinsel den Alltag prägt. Außerdem geht es unter anderem um die Bedeutung des Kauens als primäre Konsumform, Khat als „milde Droge“, Khatkonsum in militärischen Konflikten, Konsum unter Frauen und der Prohibition von Khat in Europa.
Untote Tabus (mit Stefan Hain)
2024/08/04
In dem Vortrag "Sexualtabus und Recht heute", den Theodor W. Adorno 1967 vor Studierenden der Uni Wien hält, stellt er die Frage, warum "Rauschgiftsüchtige" mit einer so allgemeinen Wut verfolgt werden. Diese Wut könne nicht mit der Schädlichkeit der Substanzen erklärt werden, denn die Frage, wie schädlich sie tatsächlich sind und welche es vielleicht überhaupt nicht sind, werde nicht zur geprüft. Noch heute gibt es Tabus und scheinbar aufgelöste Tabus, die eine solche Wut auslösen. In dieser Folge entfernen wir uns etwas vom Grundthema des Podcasts und wollen mit Gast Stefan Hain uns dem Tabuthema Tabus tatsächlich etwas nähern. Im Gespräch geht es vor allem um Sexualtabus, denn wir greifen immer wieder den Vortrag von Adorno auf. Außerdem lässt sich an der Geschichte der Sexualtabus auch viel über andere Tabus lernen. Stefan Hain war bereits Gast bei Provisorisch legal. In der Folge "Keine richtige Therapie im Falschen?" sprechen wir über Freud, Psychotherapie und Kritik an ihr. Stefan Hain hat Psychologie in Frankfurt a.M. und Berlin studiert. Für die Platypus Review schreibt er regelmäßig Artikel über marxistische Fragestellungen.
Mutterkorn und Zauberpilze (mit Beat Bächi)
2024/06/30
LSD und Psilocybin sind vielen Menschen ein Begriff. Doch woher kommen diese Substanzen überhaupt und wie wurden sie entdeckt? Damit hat sich der Agrar- und Medizinhistoriker Beat Bächi in seinem Buch »LSD auf dem Land. Produktion und kollektive Wirkung psychotroper Stoffe« ausführlich beschäftigt. Sein Fokus liegt auf den Ausgangsstoffen: dem Mutterkorn und den mexikanischen Zauberpilzen. Die Studie ist zugleich ein Einblick in eine Zeit, in der LSD und Psilocybin noch nicht synonym für Hippiebewegung, Psychedelic und Gegenkultur standen, sondern Forschungsgegenstände waren, deren zukünftige Verwendung alles andere als gewiss war. Im Gespräch geht es unter anderem um die Enthistorisierung von Pflanzen, die Rolle Albert Hofmanns, LSD als Fast-Nicht-Materie, Hobbyforschungen von Wall-Street Bankern, Elite-Theorien, psychotrope Substanzen als Waffe und die Entzauberung der Zauberpilze.
Der große Rausch (mit Helena Barop)
2024/05/02
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde zwischen Medikament und Droge nicht unterschieden. In der Apotheke waren alle Substanzen gleichermaßen erhältlich. Die berauschenden und bewusstseinserweiternden Effekte einiger dieser Substanzen, wurden vor allem für die Romantiker zur Inspirationsquelle – und riefen sogleich die Gegner von Rausch und Müßiggang auf den Plan. Helena Barop zeichnet in ihrem neuen Buch "Der große Rausch" die Entwicklung von frei zugänglichen Medikamenten zur Verteufelung als Sünde in Amerika und Europa nach. Zum zweiten Mal als Gast in diesem Podcast, fokussieren wir uns dieses Mal auf die Zeitspanne von 1804 bis zu den 1950er Jahren. Die andere Folge heißt "Rote Tropfen streut der Mohn" und setzt mit dem Beginn des War on Drugs in den 1950er Jahren in den USA ein.
Gezeichnete Leben (mit Luka Lenzin)
2024/04/04
Eigentlich ist Luka Lenzin Comiczeichner:in und Musiker:in. Luka hat aber auch einige Jahre in einer Hamburger Drogenberatungsstelle gearbeitet. Diese Arbeit war so eindrücklich, dass Luka beschloss, einen Comic über die Erfahrungen dort zu zeichnen. Dieser Comic ist 2022 unter dem Titel »Nadel und Folie« bei Reprodukt erschienen und schildert neben dem Alltag in den Drogenberatungsstelle auch die Geschichte der Prohibitionspolitik sowie biografische Impressionen aus den Leben der Klient:innen. Es sind Lebensrealitäten, die erstaunlich fern der üblichen Klischees liegen. Im Gespräch mit Luka geht es um die Entstehung von Nadel und Folie, die Rolle der Sprache im Diskurs über Drogen und die Darstellung von Drogen in Comics.
Ankündigung
2024/04/01
Das Provisorisch Legal-Team bekommt Zuwachs!
Über Abhängigkeit
2024/03/07
Egal ob Psychotherapie, bestimmte medizinische Behandlungen oder Angebote der Wohnungslosenhilfe: Oft sind diese Angebote an eine Bedingung geknüpft – dass die Person, die sie in Anspruch nehmen möchte, keine Drogen mehr konsumiert. Abstinenz wird zur Voraussetzung für jegliche Unterstützung und führt oft genug dazu, dass es schlussendlich keine Hilfe gibt. Dieses Primat der Abstinenz lässt außer Acht, dass die Abhängigkeit für den Menschen, der Hilfe sucht, oft nicht das Problem ist, das er lösen möchte, findet Bina. Sie arbeitet bei Vision e.V. Der Kölner Verein setzt sich für ein "selbstbestimmtes Leben mit Drogen ohne Vorleistungen (etwa den Willen zur Abstinenz oder angepasstes Verhalten, um gesellschaftliches Wohlwollen zu erreichen)" ein. Der Verein unterstützt drogengebrauchende und wohnungslose Menschen in unterschiedlichen Bereichen: Er berät, vermittelt und bietet verschiedene medizinische Behandlungen an. Es gibt jeden Tag ein warmes Mittagessen, Streetwork, saubere Spritzutensilien. Bina kam zuerst als Gast zum Verein – bis sie schließlich selbst dort arbeitete. In dieser Folge hört ihr ihre Lebensgeschichte und wie sie und der Geschäftsführer von Vision David auf "Abhängigkeit" blicken.
Ein Stoff nimmt Fahrt auf (mit Tilman Holzer)
2023/09/15
Zum Ende der 1930er Jahre galt es als Wundermittel bei jeglicher Indikation: Pervitin. Es kam in der Geburtsmedizin zum Einsatz, wurde zur Leistungssteigerung, aber auch bei Depressionen verschrieben und war in Deutschland nach seiner Patentierung 1937 zunächst in der Apotheke frei verkäuflich. Heute ist der Hauptwirkstoff der Pervitintabletten den meisten sehr viel besser bekannt als Methamphetamin. Es unterdrückt Müdigkeit, Hunger und Schmerz, steigert die Leistungsfähigkeit und das Selbstbewusstsein und drückt das Risikoempfinden. Es flutet noch schneller an als Amphetamin und sorgt für ein intensiveres Rauschgefühl. Die Eigenschaften der Pervitintabletten machten sie insbesondere für die Nationalsozialisten interessant: So fand die Substanz schnell ihren Weg in die Wehrmacht. In der Folge ist Tilman Holzer zu Gast. In seiner Doktorarbeit "Die Geburt der Drogenpolitik aus dem Geist der Rassenhygiene" hat er unter anderem die Rolle von Pervitin im Zweiten Weltkrieg und für die Zivilbevölkerung im nationalsozialistischen Deutschland untersucht.
Quo vadis, Drogenpolitik? (mit Maximilian Funke)
2023/04/28
Die Cannabis-Legalisierung wurde groß angekündigt, doch übrig geblieben ist von den großen Plänen ein Minimum: Fürs Erste soll Cannabis nur in einigen Modellregionen legal erhältlich sein. Zweifel an einer umfassenden Legalisierung kamen nicht nur von oppositionellen Parteien, sondern auch aus Nachbarstaaten wie Frankreich. Eine einheitliche Drogenpolitik gibt es schließlich in Europa nicht – im Gegenteil. Zuweilen liegen die Vorstellungen weit auseinander, von extrem restriktiv bis liberal. Das erschwert Legalisierungsvorhaben und einen legalen Warentransport erheblich. Zu Gast ist Maximilian Funke. Er ist Politikwissenschaftler und untersucht, welches Amt und welches Ministerium in den unterschiedlichen Ländern für die Drogenpolitik zuständig sind und ob es einen Unterschied macht, von welcher Partei sie jeweils besetzt werden. Dabei werfen wir insbesondere ein Blick auf Deutschland und schauen uns an, wie es um die Cannabis-Legalisierung steht und wie es hätte anders aussehen können.

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