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Gstaad Menuhin Festival Podcast - Die Geschichten hinter den Meisterwerken der klassischen Musik

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Dieser Podcast hat
41 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2021/05/10
Neueste Episode
2022/02/24
Durchschnittsdauer
8 min.
Veröffentlichungsintervall
1 Tage

Beschreibung

Herzlich Willkommen zum Podcast von Gstaad Menuhin Festival & Academy! Hier werden die Geschichten zur Musik hörbar: Wer waren die Komponistinnen und Komponisten, die so einzigartige Meisterwerke geschrieben haben? Welche Lebensumstände waren prägend für die beim Festival gespielten Werke? Dafür spricht der Podcast über Zeiten, in denen so eindrucksvolle Musik geschrieben wurde, dass uns noch heute der Atem stockt, wenn wir sie hören – und so manche Geschichte aus dem Konzertsaal wird auch erzählt. Gstaad Menuhin Festival & Academy ist seit seiner Gründung im Jahr 1957 zu einem der grössten Musikfestivals Europas geworden und nimmt sein Publikum jeden Sommer mit auf eine musikalische Reise durch die Zeit. Mit dem Gstaad Menuhin Festival Podcast können Sie sich schon jetzt auf das besondere Konzerterlebnis inmitten der Schweizer Alpen vorbereiten! Sprecher: Christoph Betulius Autor: Antonin Scherrer Bearbeitung: Michael Poganiatz Produzent: Max Frankl

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03.09.2022 | Wiener Operettenabend - Pasztircsák, Nurgeldiyev & Eschwé
2022/02/24
Wie kann man Wien seine Reverenz erweisen ohne Werke des «musikalischen Schädels in Europa», wie Richard Wagner Johann Strauss (Sohn) nannte, erklingen zu lassen? Alfred Eschwé und das Wiener Johann Strauss Orchester präsentieren seine Walzer und Polkas bei der grossen Abschlussgala im Festival-Zelt Gstaad. Doch damit nicht genug! Denn im tanz- und amüsierfreudigen Wien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts begeisterten auch die Operetten von Franz Lehár und Emmerich Kálmán mit ihren Zigeunerklängen, oder die melodieseligen Stücke von Carl Zeller. Nicht zu vergessen Rudolf Sieczyński, ein Wiener mit polnischen Vorfahren, der Autor des unverwüstlichen Lieds «Wien, du Stadt meiner Träume» ist. Dieser Nachklang der kulturellen Vielfalt des riesigen Habsburger Imperiums bringt wie kaum ein anderes Programm die Sehnsucht nach einer längst vergangenen Zeit zum Ausdruck. Polina Pasztircsák und Dovlet Nurgeldiyev werden fraglos den rechten Ton für diese unvergänglichen Zeugnisse der leichten Muse finden.
02.09.2022 | Wien 1901 – Bomsori Kim, Frankfurt Radio Symphony Orchestra & Alain Altinoglu
2022/02/24
Sie ist eines der neuen Gesichter der Deutschen Grammophon und gehört zum neuen «Jahrgang» der «Menuhin's Heritage Artists». Nach zwei hochkarätigen Auftritten 2021 ist Bomsori Kim nun wieder zurück mit einem der schönsten Solokonzerte, das vielleicht jemals geschrieben wurde: dem Violinkonzert von Beethoven. Alain Altinoglu begleitet sie am Dirigierpult, der ausserdem im zweiten Teil des Abends die Musikerinnen und Musiker des hr-Sinfonieorchesters zur Darbietung von Mahlers Vierter mitreissen wird. Dieses um die Jahrhundertwende geschriebene Monumentalwerk, das in Teilen durchaus auch mal leichter zu sein weiss (mit seiner eher klassischen Orchestrierung und der Verwendung «volkstümlicher» Elemente wie Glocken oder einer verstimmten Solovioline), hat die Besonderheit, mit einem vierten Satz in Form eines Orchesterliedes zu enden, dessen Material dem einige Jahre zuvor vollendeten Zyklus «Des Knaben Wunderhorn» entlehnt ist. Das hier verwendete Lied mit dem Titel «Das himmlische Leben», das im Sopran liegt, trägt die klar formulierte Berufung in sich, uns den Himmel berühren zu lassen.
31.08.2022 | Sinfonía por el Perú & Juan Diego Flórez
2022/02/24
Wie das berühmte venezolanische «El Sistema» will auch die «Sinfonía por el Perú» Musik zu denen bringen, die sonst keinen Zugang zu ihr haben, indem sie ihnen ermöglicht, Musik in einer Gruppe – einem Orchester – zu machen und so als sozialer Kitt zu wirken. Das 2011 von dem berühmten peruanischen Tenor Juan Diego Flórez ins Leben gerufene Programm setzt in erheblichem Masse auf dessen Bekanntheit. Für die talentiertesten dieser angehenden Instrumentalist*innen, die stolz auf ihre Wurzeln sind, bietet sich hier die Aussicht auf die Teilnahme an fantastischen internationalen Tourneen und die Gelegenheit, die «Stimme» Perus mit Programmen, die die lateinamerikanische Folklore aufs Beste zur Geltung bringen, in die ganze Welt zu tragen.
27.08.2022 | Die Zauberflöte - Les Talens Lyriques & Christophe Rousset
2022/02/24
Konstanze berichtet, dass Mozart im Herbst 1791, in den letzten Tagen seines Lebens, jede Aufführung der Zauberflöte, die sein Freund (und Logenbruder) Emanuel Schikaneder im Theater auf der Wieden veranstaltete, vom Bett aus mit einer Uhr in der Hand verfolgte und dabei die Melodien summte … Gibt es einen schöneren Beweis für seine Liebe zu dieser Partitur, mit der er nach der sehr aristokratischen (und italienischen) «Da Ponte-Trilogie» wieder an das Genre des Volkstheaters anknüpft, das die kindliche Märchenwelt (verkörpert durch Papageno und Papagena) so wirkungsvoll mit dem Streben (Taminos und Paminas) nach spiritueller Vervollkommnung verbindet? Auf die Bühne gebracht wird das Werk von einem der versiertesten Kenner der historischen Aufführungspraxis, Christophe Rousset, der die Talens Lyriques und das Ensemble Vocal de Lausanne dirigiert. An der Spitze des Sängeraufgebots steht Sandrine Piau – eine Traumbesetzung für die Rolle der Pamina.
26.08.2022 | Vivaldis Tod in Wien - Kopatchinskaja, Il Giardino Armonico & Antonini
2022/02/24
Seit Jahren erleben wir Patricia Kopatchinskaja mit ebenso ungewöhnlichen wie überraschenden Projekten – das hier dargebotene Programm mit den historischen Instrumenten des Mailänder Ensembles Il Giardino Armonico macht da keine Ausnahme. Es lädt ein zu einem Dialog zwischen den Konzerten Vivaldis und Werken zeitgenössischer italienischer Komponisten für Violine solo, die sie zumeist selbst in Auftrag gegeben hat. Und welche Rolle spielt Wien dabei? Die kaiserliche Metropole war – und das wird oft übersehen – der letzte Aufenthaltsort des «roten Priesters». Dort ist er 1741 verarmt und unbeachtet gestorben. Beim Trauergottesdienst für mittellose Bürger im Stephansdom soll der Legende zufolge dem Knabenchor ein junger Bursche namens... Joseph Haydn angehört haben.
21.08.2022 | Fatum - Jan Lisiecki & Jaap van Zweden
2022/02/24
Es ist die Krönung einer dreiwöchigen Residenz: Neben dem Dienst im Rahmen der Gstaad Conducting Academy präsentiert sich das Gstaad Festival Orchestra auch mit eigenen Produktionen, hier unter der künstlerischen Leitung von Jaap van Zweden und mit zwei absoluten Meisterwerken der Romantik. So steht unter anderem das Klavierkonzert mit dem vielleicht schönsten jemals komponierten langsamen Satz auf dem Programm: Im englischsprachigen Raum vor allem unter dem Titel «Emperor» bekannt, wurde das Konzert nach seiner Entstehung unter Aufführenden wie Musikliebhabenden gleichermassen schnell beliebt. Gespielt wird es hier von dem polnisch-kanadischen Ausnahmekünstler Jan Lisiecki, der für die Deutsche Grammophon trotz seines jungen Alters bereits seit 2011 Aufnahmen einspielt, zuletzt sämtliche Nocturnes von Chopin. Im vergangenen Jahr hat Lisiecki während des Festivals kurzfristig Hélène Grimaud als Solist im 20. Klavierkonzert von Mozart ersetzt. Das zweite Meisterwerk des Abends ist Tschaikowskys Vierte. Man spürt in dem Werk den Einfluss seiner neuen Muse und Brieffreundin Nadeschda von Meck, der er versprochen hat, «seine tiefsten Empfindungen» in Musik umzusetzen. Es sind zwiespältige Gefühle im Spannungsfeld zwischen der Freude, unter Menschen zu sein, die sich zu amüsieren verstehen, und dem unerbittlichen Fatum, das ständig wiederkehrt und uns daran erinnert, dass «wir den anderen gleichgültig sind».
20.08.2022 | Sinfonische Raritäten - Smirnov (NEU), Moreau, Babayan, Royal Philharmonic & Petrenko
2022/02/24
Es ist zweifellos das am seltensten gespielte Konzert Beethovens und dennoch eines der reizvollsten. Das Tripelkonzert bietet Möglichkeiten für den Dialog zwischen Solisten und Orchester, wie man sie sonst nur in Meisterwerken der Kammermusik findet, zumal wenn die Beteiligten – wie hier – nicht nur selbst brillieren, sondern es auch verstehen, ihre Partner in Szene zu setzen. Auf dem Programm steht neben der 5. Sinfonie eine weitere Rarität des Bonner Genies, seine Chorfantasie. Dieses Stück bestreitet der grossartige Pianist Sergei Babayan ohne seine Tripelpartner Dmitry Smirnov und Edgar Moreau, aber wiederum mit Vasily Petrenko und dem Royal Philharmonic Orchestra London. Mit von der Partie ist die Zürcher Sing-Akademie, die zu den besten Schweizer Chören zählt.
14.08.2022 | Menuhin & Fritz Kreisler - Renaud Capuçon & The Menuhin Academy Soloists
2022/02/24
Trotz eines Altersunterschieds von nahezu zwei Generationen bestehen zwischen Fritz Kreisler und Yehudi Menuhin zahlreiche Verbindungen. Für den jungen Menuhin ist Kreisler ein Idol – ebenso wie Jascha Heifetz und Mischa Elman. Er scheut sich nicht, ihn mit Beethoven, seinem Lieblingskomponisten, zu vergleichen und gesteht, dass ihm seine «subtile Emphase» mehr liegt als das «glanzvolle, aber weniger tiefgründige» Spiel von Heifetz. Kreisler stellt seinerseits fest, dass der junge Menuhin bereits mit zwölf Jahren einen Großteil der ihm von der Natur verliehenen Gaben zur Entfaltung gebracht hat und vor allem das anspruchsvollste Ziel eines jeden Künstlers erreicht hat, nämlich unabhängig vom Repertoire sich immer selbst treu zu bleiben. Als Chef der Menuhin Academy Soloists (deren Leitung er 2019 übernommen hat) knüpft Renaud Capuçon an diese geistige Verwandtschaft an, indem er die Werte, die dem Mythos dieser beiden Titanen des Violinspiels zugrunde liegen, in den Mittelpunkt seiner Lehrtätigkeit stellt.
13.08.2022 | Breakin' Mozart - Christoph Hagel & DDC
2022/02/24
Gute Musik kennt keine Grenzen, so können auch Mozart und die Urban Culture eine höchst klangvolle Liaison eingehen. Ein glänzendes Beispiel hierfür ist die Produktion «Breakin’ Mozart» des deutschen Dirigenten und Regisseurs Christoph Hagel. Hagel, der sich auf grosse Crossover-Shows wie «Flying Bach» mit über 300 000 Besuchenden in 27 Ländern spezialisiert hat, führt hier vom Klavier aus Sänger und Breakdancer der DDC Dance Floor Destruction Crew (wörtlich «Tanzflächenverwüstungsteam») zusammen, die 1999 in Schweinfurt im Zuge kultureller Auseinandersetzungen gegründet wurde und jüngst dank Mozart ihren internationalen Durchbruch erzielte.
11.08.2022 | Fidelio - Kampe, Kaufmann & van Zweden
2022/02/24
Beethoven hat nur eine Oper geschrieben ... aber was für eine! Sie ist Ausdruck seines dramatischen Genies, das er bekenntnishaft in den Dienst seiner tiefsten Überzeugungen stellt, durchweht vom Geist der Aufklärung und der Französischen Revolution, vom Geist der Freiheit und Brüderlichkeit. In Fidelio, das von Jean-Nicolas Bouillys Theaterstück Léonore ou l’amour conjugal inspiriert ist, sehen (und hören) wir eine Frau (Leonore), die nichts unversucht lässt, um ihren Gatten (Florestan) aus dem Gefängnis zu befreien und sich sogar (unter dem Namen Fidelio) als Mann ausgibt, um in seine Nähe zu gelangen. Das in einer konzertanten Aufführung dargebotene Meisterwerk beschert uns ein Wiedersehen mit dem Startenor Jonas Kaufmann und dem Dirigenten Jaap van Zweden am Pult des Gstaad Festival Orchestra.
09.08.2022 | Recital Grigory Sokolov
2022/02/24
Die Musikzeitschrift International Piano hat ihn als «letzten der Titanen» bezeichnet. Und tatsächlich hat Grigory Sokolovs Art zu spielen, seine Art, am Klavier zu sein, etwas Titanisches. Wie die Auftritte eines Richter oder eines Gould vor ihm, sind auch seine Konzerte Ereignisse, und seine Live-Aufnahmen (heute von der Deutschen Grammophon herausgegeben) werden mit der gleichen Spannung erwartet, wie man die nächste Folge einer Kultserie erwartet. Meilenweit entfernt von all den fabrizierten Erfolgen, die die Hochglanzcover der Zeitschriften bevölkern, ist das Erfolgsrezept des Russen ganz einfach: Musik, nichts als Musik!
07.08.2022 | Wiener «Sturm und Drang» - Maurice Steger, Christoph Croisé & Il Pomo d'Oro
2022/02/24
In den 1770er Jahren werden die deutschen Lande von einer Strömung – dem Sturm und Drang – erfasst, die bald danach auf einen beträchtlichen Teil Europas übergreift. Die erst später aufgekommene Bezeichnung geht auf ein 1776 verfasstes Stück des Dichters Friedrich Maximilian Klinger zurück. Das berühmteste Werk dieser Periode ist Goethes Werther. Die als Vorläufer der Romantik betrachtete Strömung unterscheidet sich von der Empfindsamkeit, in deren Fussstapfen sie tritt, durch den Willen, den Gefühlsüberschwang zu kanalisieren, d. h. in eine strengere Form einzubinden. Das Programm des Ensembles Il Pomo d’Oro, in dessen Zentrum die wichtigsten Wiener Vertreter dieser Strömung – Haydn und Mozart – stehen, führt uns von den Anfängen (mit Wagenseil) bis zur Vollendung (mit einem selten gehörten Werk von Heberle) dieser bedeutenden künstlerischen Bewegung.

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