Was wir über Gott und die Welt denken, hat nicht bei uns angefangen. Unsere weltanschaulichen und ethischen Überzeugungen stehen auf den Schultern großer Vordenker vergangener Jahrhunderte. Wir verdanken ihnen viel, dürfen ihre Vorgaben aber auch kritisch hinterfragen.
In diesem Podcast nehmen Manuel Schmid und Heinzpeter Hempelmann ihre Hörer:innen mit auf eine faszinierende Zeitreise zu den Wurzeln unseres Denkens. Immer wieder werfen sie auch einen spezifisch theologischen Blick auf einflussreiche philosophische Entwürfe. Dabei wird deutlich, wie präsent die Philosophiegeschichte auch im 21. Jahrhundert ist, und wie sehr sie heutige Diskussionen in Politik, Gesellschaft und Religion mitbestimmt.
«mindmaps» fordert dich heraus, mitzudenken, zu widersprechen und den eigenen Horizont zu erweitern!
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Martin Heidegger (Teil 2): Denken mit braunem Schatten
2026/10/04
Manuel und Peter fragen, wie eng Heideggers Philosophie mit seiner Nähe zum Nationalsozialismus verknüpft ist. Sie diskutieren, was von seinem Denken bleibt, wenn Werk und Biografie nicht sauber zu trennen sind.
In dieser zweiten Heidegger-Folge von MindMaps knüpfen Manuel und Peter an die Einführung in sein Denken an und wenden sich nun der politischen und moralischen Belastung seines Werks zu. In diesem Gespräch steht die Frage im Zentrum, wie Heideggers Nähe zum Nationalsozialismus seine Rezeption geprägt und verdunkelt hat.
Ausgehend von Heideggers Weg vom katholisch geprägten Milieu in Messkirch über Marburg bis nach Freiburg zeichnen die beiden noch einmal die Linien eines Denkens nach, das existenzielle Fragen mit grosser Schärfe formuliert und gerade deshalb einen so nachhaltigen Einfluss entfaltet hat. Zugleich zeigen sie, weshalb diese philosophische Wucht nicht von Heideggers politischer Verstrickung abgelöst betrachtet werden kann.
Zur Sprache kommen seine Rektoratsrede, die Absage an die akademische Freiheit, sein Verhalten gegenüber Husserl und seine anhaltende Weigerung, sich nach 1945 eindeutig vom Nationalsozialismus zu distanzieren. Manuel und Peter arbeiten heraus, dass Heideggers Kritik am Regime nicht auf dessen Menschenverachtung zielte, sondern darauf, dass es aus seiner Sicht den eigenen Anspruch eines «ursprünglichen» Aufbruchs verriet.
Ein wichtiger Teil der Folge gilt den Schwarzen Heften und der Frage, weshalb ihre Veröffentlichung ein Wendepunkt in der Heidegger-Rezeption war. Die dort greifbaren antisemitischen und verschwörungstheoretischen Motive verschärfen den Verdacht, dass es sich nicht um einen äusserlichen politischen Irrtum handelte, sondern um Haltungen, die mit seinem Denken zumindest eng verbindbar sind.
Damit führt diese zweite Folge die in der ersten bereits sichtbaren Bruchstellen konsequent weiter. Manuel und Peter fragen, wie man Heidegger heute lesen kann, ohne sein Werk vorschnell zu verwerfen und ohne seine Abgründe zu verharmlosen. Eine Folge über philosophische Grösse, politische Blindheit und die Zumutung, beides zugleich auszuhalten.
Michel Hampe: «Krise der Aufklärung» – Fortschritt unter Verdacht
2026/09/20
Kann die Aufklärung ihre eigenen Versprechen noch einlösen – oder muss sie zuerst über sich selbst aufgeklärt werden? Manuel und Peter diskutieren Michael Hampes Buch «Die Krise der Aufklärung» und fragen, was von Fortschritt, Wahrheit und Vernunft bleibt, wenn die grossen Gewissheiten ins Wanken geraten.
Die Aufklärung steht für Vernunft, Freiheit, Selbstbestimmung und wissenschaftlichen Fortschritt. Doch gerade diese Erfolgsgeschichte hat ihre Schattenseiten: Kolonialismus, ein übersteigerter Fortschrittsglaube und die Vorstellung, mit Vernunft und Wissenschaft die Wirklichkeit vollständig erfassen und beherrschen zu können. In seinem Buch «Die Krise der Aufklärung» setzt der Philosoph Michael Hampe deshalb bei einer unbequemen Frage an: Muss die Aufklärung ihre eigenen Voraussetzungen noch einmal kritisch prüfen?
Manuel und Peter zeichnen Hampes philosophischen Ansatz nach. Eine zentrale Rolle spielt dabei sein Fallibilismus: Menschliche Erkenntnis bleibt fehlbar, vorläufig und korrigierbar. Hampe wendet sich deshalb gegen grosse Systeme und abstrakte Begriffe, die einzelne Erfahrungen vorschnell einer allgemeinen Ordnung unterwerfen. Stattdessen rückt er das Besondere, Widerständige und Individuelle in den Vordergrund.
Daraus entwickelt Hampe die Idee einer «skeptischen Aufklärung». Sie soll auf Selbstgewissheit, Fanatismus und autoritäre Wahrheitsansprüche verzichten und sich mit einem bescheideneren Ziel begnügen: Illusionen abbauen, Grausamkeit und Ungerechtigkeit vermindern und die eigenen Überzeugungen immer wieder der Kritik aussetzen.
Doch trägt dieser Minimalkonsens? Manuel und Peter fragen, wer eigentlich bestimmt, was als Wissen, Gerechtigkeit oder Grausamkeit gilt – und ob nicht genau dort erneut jene Deutungshoheit entsteht, die Hampe überwinden möchte. Besonders scharf wird das Problem, wenn Gewalt im Namen einer vermeintlich höheren Ordnung gerechtfertigt werden kann.
Zum Schluss öffnet sich die Diskussion auf eine theologische Perspektive. Im Gespräch mit Nietzsche, Foucault und der biblischen Überlieferung fragen Manuel und Peter, ob das christliche Motiv von Selbsthingabe und Machtverzicht eine Alternative zum menschlichen Willen zur Durchsetzung eröffnet. So wird aus der Besprechung von Hampes Buch eine grundsätzliche Debatte darüber, wie Wahrheit vertreten werden kann, ohne den anderen zu überwältigen – und welche Form von Aufklärung heute noch tragfähig sein könnte.
Martin Heidegger (Teil 1): Philosophie der Krise
2026/09/06
Eine Philosophie nach dem Zusammenbruch grosser Gewissheiten: Diese Folge führt in Martin Heideggers Denken ein und zeigt, warum seine Begriffe von Angst, Sorge und Sein zum Tode bis heute nachwirken. Es geht um die Wucht von Sein und Zeit, um seine eigentümliche Sprache und um die politischen Abgründe, die in dieser Einführung bereits sichtbar werden.
An ihm kommt bis heute kaum jemand vorbei, der oder die sich für Philosophie interessiert: Martin Heidegger. Manuel und Peter zeigen, weshalb es sich lohnt, zuerst Husserl im Blick zu behalten und dann die Verschiebung zu verstehen, die Heidegger vornimmt: weg von einer reinen Erkenntnistheorie, hin zu einer Analyse des Daseins. Im Zentrum stehen Begriffe wie Angst, Sorge, Geworfenheit und Sein zum Tode.
Die Folge führt durch Heideggers biografische Stationen, von der katholischen Herkunft in Messkirch über das Theologie- und Philosophiestudium bis zu den prägenden Jahren bei Husserl, nach Marburg und schliesslich nach Freiburg. Dabei geht es auch um die enge und später tragisch beschädigte Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Schon hier zeigt sich, dass Werk und Biografie bei Heidegger nicht sauber voneinander zu trennen sind.
Ausführlich besprechen Manuel und Peter, warum Sein und Zeit in einer erschütterten Epoche auf so grosses Echo stiess. Nach dem Ersten Weltkrieg zerbrachen Fortschrittsglaube, Vernunftoptimismus und das Vertrauen in eine geradlinige Universalgeschichte. Heidegger gab darauf keine tröstenden Antworten. Er beschrieb die Krise als Grundzug menschlicher Existenz und traf damit ein Lebensgefühl, das viele wiedererkannten.
Zur Sprache kommt auch die berühmte «Kehre» in Heideggers Denken. Aus der Daseinsanalyse wird zunehmend die Frage nach dem Sein selbst. Dabei misstraut Heidegger der überlieferten metaphysischen Sprache und sucht andere Ausdrucksformen, auch im Rückgriff auf Dichtung und auf Autoren wie Hölderlin. Das macht seine Texte produktiv, sperrig und bis heute umstritten.
Zum Schluss markieren Manuel und Peter bereits die Bruchstellen, an denen die nächste Diskussion ansetzt: Heideggers Religionsphilosophie, seine Wirkung auf die Theologie und die verhängnisvolle Nähe zum Nationalsozialismus. Eine Folge, die Orientierung gibt, ohne die offenen Fragen zu glätten.
Matthias Jung: «Sinn und Organismus» – Ohne Körper kein Sinn?
2026/08/23
Ist unsere Verletzlichkeit ein Mangel, den wir überwinden sollten – oder eine Voraussetzung dafür, dass unser Leben überhaupt Bedeutung gewinnt? Manuel und Peter diskutieren Matthias Jungs Buch «Sinn und Organismus» und fragen, was seine Philosophie für unser Menschenbild im Zeitalter von KI und Transhumanismus bedeutet.
Wir denken, fühlen und entscheiden nicht losgelöst von unserem Körper. Für Matthias Jung ist diese Einsicht der Ausgangspunkt einer Anthropologie, die den Menschen als verkörpertes, verletzliches und endliches Lebewesen versteht. In seinem Buch «Sinn und Organismus. Wie Verkörperung Menschsein ermöglicht» verbindet er Phänomenologie und Pragmatismus mit Erkenntnissen der Kognitionswissenschaften und dem gegenwärtigen Embodiment-Diskurs.
Manuel und Peter gehen Jungs Versuch nach, klassische Gegensätze zu überwinden: Geist und Körper, biologische Existenz und kulturelle Sinnbildung, Mensch und Tier. Welche Rolle spielt unsere Leiblichkeit dafür, dass uns überhaupt etwas bedeutsam wird? Was unterscheidet menschliche Sinnbildung von der Wahrnehmung anderer Lebewesen? Und entsteht Sinn allein aus unserer Auseinandersetzung mit der Welt – oder kann uns Sinn auch als etwas begegnen, das wir nicht selbst erzeugen?
Besonders aktuell wird Jungs Ansatz dort, wo er sich gegen transhumanistische Visionen richtet. Wenn Menschen ihre biologischen Grenzen technisch überwinden, Leiden reduzieren oder Körperteile durch leistungsfähige Prothesen ersetzen könnten: Ginge dabei tatsächlich etwas Wesentliches am Menschsein verloren? Peter bezweifelt, dass Jungs Kritik an diesem Punkt weit genug trägt. Auch vermeintlich unmittelbare körperliche Erfahrungen sind neurologisch vermittelt – und technische Erweiterungen des Körpers müssen deshalb nicht zwangsläufig zu einem Verlust authentischer Erfahrung führen.
Das Gespräch führt damit mitten in eine theologische Frage: Gehören Verletzlichkeit, Endlichkeit und Leidensfähigkeit zum Menschsein selbst? Manuel und Peter diskutieren, wo eine Würdigung menschlicher Verletzlichkeit in deren Verklärung umzuschlagen droht – und was die biblische Vorstellung eines leiblichen, geschöpflichen Lebens dazu beitragen kann. Dabei reicht der Bogen von der alttestamentlichen Anthropologie über Auferstehung und ewiges Leben bis zur Frage, wie viel Transhumanismus-Kritik philosophisch tatsächlich begründet werden kann.
Eine Folge über verkörperten Geist, die Grenzen des Menschen und eine ebenso einfache wie schwierige Frage: Würde ein Leben ohne Verletzlichkeit noch dasselbe bedeuten?
Edmund Husserl: Zurück zu den Sachen selbst?
2026/08/09
Kann Edmund Husserl zeigen, dass wir der Wirklichkeit wirklich begegnen und nicht nur unseren eigenen Wahrnehmungen? Seine Phänomenologie setzt genau dort an: bei der Lebenswelt, bei der Erfahrung und bei der Hoffnung, zu den Sachen selbst vorzudringen.
Mindmaps kehrt in der philosophiegeschichtlichen Reihe zu einem Denker zurück, ohne den sich das Denken des 20. Jahrhunderts kaum verstehen lässt: Edmund Husserl. Manuel und Peter zeichnen nach, warum Husserl einerseits erstaunlich unbekannt geblieben ist und andererseits Spuren hinterlassen hat, die von Heidegger über Levinas bis zu Sprachtheorie, Soziologie und Habermas reichen.
Im Zentrum steht Husserls phänomenologische Methode. Was meint der berühmte Ruf «zu den Sachen selbst»? Das Gespräch zeigt, weshalb Husserl dem Neukantianismus, dem naturwissenschaftlichen Erkenntnisideal und der klassischen Subjekt-Objekt-Spaltung misstraut. Erkenntnis, so seine Einsicht, entsteht nicht aus reiner Distanz. Wer die Welt erkennen will, ist immer schon in sie verwickelt.
Manuel und Peter arbeiten heraus, warum Husserl das Bewusstsein nicht als blossen Spiegel versteht, sondern als intentional auf Welt bezogen. Sie sprechen über das «Abschichten» von Vorannahmen, über die Hoffnung auf eine wirkliche Begegnung mit der Sache selbst und über die Überzeugung, dass sich Wirklichkeit nicht in Messdaten, Konstruktionen oder Perspektiven erschöpft. Gerade an Beispielen wie Kunst, Naturerfahrung und zwischenmenschlicher Begegnung wird deutlich, was Husserl gegen einen verengten Wissenschaftsbegriff stark machen will.
Zugleich bleibt die Folge nicht bei Sympathie stehen. Peter benennt präzise, wo Husserls Ansatz überzieht: Der Anspruch, am Ende zu einer sicheren «Wesenschau» der Dinge zu gelangen, trägt nicht. Phänomenologie öffnet wichtige Räume, sobald sie aber absolute Erkenntnissicherheit beansprucht, droht sie in einen irrationalen Offenbarungsanspruch zu kippen. Genau an dieser Spannung wird sichtbar, warum Husserl bis heute so anregend und so umstritten ist.
Eine Folge über Erkenntnis, Begegnung und die Frage, ob die Welt mehr ist als das, was wir über sie verfügen können. Und zugleich die ideale Vorbereitung auf den nächsten grossen Namen dieser Reihe: Martin Heidegger.
Kierkegaard (Teil 2): Gegen das bequeme Denken
2026/07/26
Wahrheit ist für Kierkegaard kein Gedanke, den man abhakt, sondern etwas, das ins Leben einschneidet. Diese Folge fragt, warum sein Denken bis heute nachwirkt – und weshalb es zugleich provoziert, tröstet und widerspricht.
Im zweiten Teil zu Søren Kierkegaard geht es um die Wirkungsgeschichte seines Denkens und um die Frage, was Wahrheit für ihn überhaupt bedeutet. Kierkegaard interessiert sich nicht für Sätze, die richtig klingen, aber am Leben vorbeigehen. Wahrheit muss den Menschen treffen, sein Leben fordern und sich in der Existenz bewähren.
Darin liegt auch seine Kritik an abstrakten Systemen, wie er sie bei Hegel und im deutschen Idealismus sieht. Gleichzeitig wendet er sich gegen ein Verständnis von Subjektivität, das Wahrheit im bloss individuellen Empfinden auflöst. Wahrheit geht durch das Subjekt hindurch, aber sie entspringt nicht einfach ihm selbst.
Manuel und Peter zeichnen nach, wie stark Kierkegaard damit die Moderne geprägt hat. Sie sprechen über seine indirekte Kommunikation und die Pseudonyme, über seinen Einfluss auf Literaturtheorie und Lebensweltphilosophie, auf Heidegger, Sartre und Camus, aber auch auf die protestantische Theologie bei Karl Barth und Rudolf Bultmann.
Im Zentrum steht ausserdem Kierkegaards Analyse menschlicher Existenz: das ästhetische, das ethische und das religiöse Leben – und die Frage, warum sein Denken schliesslich auf eine christliche Perspektive zuläuft. Gerade hier zeigt sich, dass man Kierkegaard nur verkürzt versteht, wenn man seine Glaubensüberzeugung ausblendet.
So entsteht das Bild eines Denkers, der den Menschen in seiner Freiheit ernst nimmt, ihn aber nicht sich selbst überlässt. Eine Folge über Entscheidung, Schuld, Gnade und die Zumutung, Wahrheit nicht nur zu denken, sondern zu leben.
Markus Gabriel: «Ethische Intelligenz» (Teil 2) – Kritik & Tiefenbohrung
2026/07/12
Markus Gabriels Buch «Ethische Intelligenz» entfaltet grosse Hoffnungen auf die moralische Rolle der KI. Im zweiten Teil der Diskussion gehen Manuel und Peter in die Tiefe und prüfen kritisch, wie tragfähig seine Thesen über Bewusstsein, Freiheit, moralische Tatsachen und das Menschsein im Gegenüber zur Maschine wirklich sind.
In dieser Folge von «mindmaps» setzen Manuel und Peter ihr Gespräch über Markus Gabriels Buch «Ethische Intelligenz» fort. Weil die Diskussion so dicht und materialreich geworden ist, erscheint sie in zwei Teilen. Hier rückt nun die kritische Analyse ins Zentrum.
Es geht um die Frage, ob aus wachsender Rechenleistung tatsächlich eine neue Qualität von Intelligenz entsteht oder ob technische Komplexität dabei vorschnell in Personalität, Bewusstsein und Tiefe umgedeutet wird. Manuel und Peter diskutieren, ob KI den Menschen wirklich besser verstehen kann, als er sich selbst versteht, und was von menschlicher Freiheit übrig bleibt, wenn Maschinen unser Verhalten immer präziser beschreiben und vorhersagen.
Dabei gerät auch Gabriels Rede von «moralischen Tatsachen» in den Blick. Kann KI tatsächlich helfen, normative ethische Grundsätze freizulegen? Oder steckt in diesem Denken eine problematische Verkürzung, die den Menschen auf auswertbare Muster reduziert? Das Gespräch führt mitten hinein in philosophische und theologische Grundfragen: Was ist Bewusstsein? Was ist Personalität? Und worin liegt eine Humanität, die sich nicht auf Berechenbarkeit und Leistung zurückführen lässt?
So wird der zweite Teil nicht nur zur Kritik an einem viel diskutierten Buch, sondern zu einer grundsätzlichen Debatte über das Menschenbild im Zeitalter der KI.
Anmerkung:
In der neuen Reihe von «mindmaps» werden aktuelle Sachbücher kontrovers und mit philosophisch-theologischem Tiefenblick besprochen. Die Reihe erscheint in Kooperation mit der EKS (Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz) – momentan im Wechsel mit Folgen in der «alten», philosophiegeschichtlichen Reihe. Bei unserem Zweiwochen-Rhythmus dürft ihr euch also auf etwa eine Buchbesprechungs-Folge und eine Philosophiegeschichts-Folge pro Monat freuen...
Kann künstliche Intelligenz den Menschen nicht nur effizienter, sondern auch ethisch klüger machen? Manuel und Peter zeichnen nach, warum Markus Gabriel in der KI mehr sieht als ein Werkzeug: ein Gegenüber, das unsere moralischen Muster sichtbar macht und unser Selbstverständnis herausfordert.
In dieser Folge von «mindmaps» sprechen Manuel und Peter über Markus Gabriels Buch «Ethische Intelligenz» und rekonstruieren dessen Grundidee. Gabriel versteht KI nicht als neutrales Instrument, das der Mensch einfach benutzt, sondern als Technologie, die tief in Wahrnehmung, Kommunikation und gesellschaftliches Zusammenleben eingreift.
Im Zentrum steht seine These, dass heutige KI-Systeme nicht mehr bloss rechnen, sortieren und optimieren. Sie treten als dialogische Systeme auf, reagieren auf emotionale Muster und prägen dadurch auch das Verhältnis des Menschen zu sich selbst. Daraus gewinnt Gabriel die Hoffnung, KI könne zum ethischen Sparringspartner werden: als Spiegel unserer Widersprüche, als Resonanzraum moralischer Selbstverständigung und vielleicht sogar als Hilfe auf dem Weg zu einem humaneren Zusammenleben.
Manuel und Peter arbeiten heraus, weshalb diese Diagnose so anziehend ist. Zugleich markieren sie schon im ersten Teil entscheidende Vorbehalte: gegen den Ton der Unausweichlichkeit, gegen die schnelle Absage an politische Regulierung und gegen die Frage, ob Gabriels Zukunftsbild reale Macht- und Gefährdungslagen wirklich präzise genug erfasst.
In der nächsten Folge der neuen mindmaps-Reihe geht das Gespräch noch tiefer in die Kritik: dann geht es um Bewusstsein, Freiheit, moralische Tatsachen und die Frage, was den Menschen im Gegenüber zur KI eigentlich auszeichnet.
In der neuen Reihe von «mindmaps» werden aktuelle Sachbücher kontrovers und mit philosophisch-theologischem Tiefenblick besprochen. Die Reihe erscheint in Kooperation mit der EKS (Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz) – momentan im Wechsel mit Folgen in der «alten», philosophiegeschichtlichen Reihe. Bei unserem Zweiwochen-Rhythmus dürft ihr euch also auf etwa eine Buchbesprechungs-Folge und eine Philosophiegeschichts-Folge pro Monat freuen...
Kierkegaard (Teil 1): Philosophie mit offenen Wunden
2026/06/14
Endlich: Søren Kierkegaard! Peter und Manuel stellen ihn als Denker vor, bei dem Leben und Werk kaum voneinander zu trennen sind. Es geht um Todeserfahrungen, Verzweiflung, bürgerliche Fassaden – und die Frage, warum für Kierkegaard nur das Denken Gewicht hat, das durch die eigene Existenz hindurchgegangen ist.
Prägend ist für Kierkegaard eine Kindheit im Schatten von Strenge, Verlust und Tod, die Erfahrung tiefer innerer Zerrissenheit und ein Leben, das immer wieder an den Ordnungen seiner Zeit anstösst. Gerade daraus wächst bei Kierkegaard die Überzeugung, dass Wahrheit nicht in abstrakten Systemen liegt, sondern nur dort Gewicht bekommt, wo sie durch die eigene Existenz hindurchgegangen ist.
Die Folge zeigt, warum Kierkegaard den grossen Denkgebäuden seiner Zeit mit Misstrauen begegnet. Gegen Hegel, Schelling und auch Kant hält er fest, dass sich das Leben nicht widerspruchsfrei ordnen lässt. Menschen erfahren ihre Wirklichkeit nicht als logisches Ganzes, sondern als Zumutung, als Kontingenz, als Schuldzusammenhang, als Angst und als Suche nach Halt. Philosophie darf diese Erfahrung nicht glätten. Sie muss sich ihr aussetzen.
Dabei sprechen Manuel und Peter auch über Kierkegaards frühe Verlusterfahrungen, seine Distanz zur bürgerlichen Welt Kopenhagens, seine Enttäuschung über die grossen Denker seiner Zeit und über die aufgelöste Verlobung mit Regine Olsen, die für sein Werk eine Schlüsselfunktion bekommt. So entsteht das Bild eines Autors, der nicht bloss über Existenz nachdenkt, sondern sie literarisch und philosophisch durchleidet.
Eine Folge über einen Denker, der bis heute provoziert, weil er jede bequeme Trennung von Leben und Denken sprengt — und weil er darauf besteht, dass Erkenntnis nur dort beginnt, wo sie den Einzelnen wirklich angeht.
Hartmut Rosa: «Situation und Konstellation» – eine Gegenwartsdiagnose und ihre blinden Flecken
2026/05/17
Formulare, Verwaltungslogiken, digitale Systeme: Hartmut Rosa erklärt, warum moderne Gesellschaften uns immer häufiger in vorgegebene Optionen zwingen. Manuel und Peter nehmen diese These auf und prüfen, wo sie überzeugt, wo sie zu pauschal wird und warum sie auch theologisch interessant ist.
Mit dieser Folge bekommt «mindmaps» einen Relaunch: Der Podcast bleibt philosophisch, richtet den Blick aber stärker auf aktuelle Bücher, die Debatten prägen, unsere Gegenwart deuten und auch für Theologie und Kirche relevant sind. Manuel Schmid und Peter Hempelmann befragen solche Texte kritisch und erkunden ihren Ertrag für Theologie und Kirche.
Zum Auftakt dieses neuen Formats sprechen Manuel und Peter über Hartmut Rosas Essay «Situation und Konstellation. Vom Verschwinden der Spielräume». Im Zentrum steht Rosas These, dass Menschen in der spätmodernen Gesellschaft immer häufiger nicht mehr als urteilsfähige Handelnde gefragt sind, sondern nur noch als Vollziehende: Sie kreuzen Kästchen an, folgen digitalen Menüs, reagieren auf vorgegebene Optionen und verlieren dabei ein Stück Handlungsmacht.
Manuel zeichnet nach, wie Rosa zwischen offenen «Situationen» und festgelegten «Konstellationen» unterscheidet. An vielen Beispielen wirkt diese Diagnose unmittelbar einleuchtend: bei Telefon-Hotlines, Versicherungen, Formularen, Verwaltungsabläufen oder dem Video Assistant Referee im Fussball. Gerade darin sieht Manuel die Stärke des Buches: Rosa beschreibt Erfahrungen, die viele kennen, und gibt einem diffusen Frust einen klaren Begriff. Zugleich beobachtet er, dass das Buch einen populistischen Unterton hat oder zumindest solche Folgerungen begünstigt, weil es das Gefühl verstärken kann, man sei anonymen Systemen ausgeliefert, die «von oben» über das eigene Leben verfügen.
Peter widerspricht an entscheidenden Punkten. Er hält die Gegenüberstellung von Situation und Konstellation für zu scharf, methodisch zu grob und stellenweise suggestiv. Viele der von Rosa kritisierten Regeln schaffen nicht nur Enge, sondern schützen auch vor Willkür, Ungleichbehandlung und Machtmissbrauch. Konstellationen sind für Peter deshalb nicht einfach das Gegenstück zur Freiheit, sondern oft selbst Bedingungen für Gerechtigkeit. Das Gespräch fragt deshalb, ob Rosa die Komplexität moderner Ordnungen zu schnell in ein eingängiges Schwarz-Weiss-Schema presst.
Dazu kommt eine philosophische Vertiefung: Wie tragfähig ist ein phänomenologischer Ansatz, der mit lebensnahen Beispielen arbeitet und daraus weitreichende Gesellschaftsdiagnosen ableitet? Manuel und Peter sprechen über die heuristische Kraft von Rosas Denken, aber auch über die Gefahr, aus eindrücklichen Einzelbeobachtungen vorschnell eine grosse Theorie zu machen.
Im letzten Teil öffnet sich die Diskussion in Richtung Theologie. Peter liest die Evangelien als Schule der Freiheit: Jesus lasse sich immer wieder nicht in vorgegebene Alternativen drängen, sondern durchkreuze starre Logiken, öffne neue Spielräume und verwandle festgelegte Konstellationen in lebendige Situationen. So wird aus der Buchbesprechung auch eine programmatische Folge für den neuen «mindmaps»-Kurs: ein Gesprächsraum zwischen Philosophie, Theologie und Gegenwartsdeutung.
Jürgen Habermas: Warum wir Religion dann doch brauchen
2026/04/19
In dieser Folge sprechen Manuel und Peter darüber, warum Jürgen Habermas ausgerechnet als postmetaphysischer Denker so beharrlich auf Religion zurückkommt. Sie gehen der Frage nach, was einer säkularen Vernunft fehlt, weshalb Habermas das Gespräch mit Ratzinger sucht und warum seine Öffnung zur Religion zugleich stark und unbefriedigend wirkt.
Nach der ersten Folge zu Jürgen Habermas vertiefen Manuel und Peter diesmal dessen Religionsbegriff. Ausgangspunkt ist Habermas’ bekannte Frage, wie Verständigung, Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt unter nachmetaphysischen Bedingungen überhaupt noch möglich sind — also dann, wenn kein gemeinsamer religiöser oder weltanschaulicher Horizont mehr vorausgesetzt werden kann. Von dort aus zeichnen die beiden nach, weshalb Habermas trotz seines aufklärerischen und ausdrücklich nicht-religiösen Ansatzes seit Jahrzehnten immer stärker auf Religion als Gesprächspartnerin der Vernunft zurückgreift.
Im Zentrum stehen Habermas’ Texte «Glauben und Wissen», «Ein Bewusstsein von dem, was fehlt», das Gespräch mit Joseph Ratzinger und das späte Alterswerk zur Geschichte der Philosophie. Manuel und Peter arbeiten heraus, wie Habermas Religion nicht als Rückkehr zu alten Wahrheitsansprüchen ins Spiel bringt, sondern als Speicher von Deutungen, moralischen Intuitionen und motivationalen Kräften, die eine säkulare Gesellschaft nicht einfach selbst hervorbringt. Dabei geht es um das Böckenförde-Diktum, um die Idee der postsäkularen Gesellschaft und um die Frage, weshalb religiöse Traditionen für Menschenwürde, Solidarität und Widerstandskraft offenbar mehr liefern als bloss diskursiv einholbare Argumente.
Zugleich bleibt die Folge nicht bei der Würdigung stehen. Manuel und Peter fragen, ob Habermas mit seinem Diskursmodell die Realität menschlicher Kommunikation nicht zu idealistisch beschreibt, ob sein Wahrheitsbegriff zu fragil ist und ob sein Religionsbegriff die dunklen, intoleranten und gewaltförmigen Seiten religiöser Traditionen unterschätzt. Gerade dort wird das Gespräch besonders spannend: Habermas öffnet die säkulare Vernunft für Religion, ohne deren Offenbarungsansprüche zu rehabilitieren — und genau darin liegt für Peter sowohl die Stärke als auch die Grenze dieses Ansatzes. So wird diese Folge zu einer pointierten Auseinandersetzung mit der Frage, ob Religion im öffentlichen Denken nur Motivationsreserve ist oder ob sie auf etwas verweist, das die Vernunft selbst nicht ersetzen kann.
Jürgen Habermas: Wie funktioniert Kommunikation?
2026/04/04
In dieser Folge sprechen Manuel und Peter aus aktuellem Anlass über Jürgen Habermas: über seinen Rang als Philosoph und Sozialtheoretiker, über seine Theorie des kommunikativen Handelns und über sein Ideal einer deliberativen Demokratie. Dabei geht es auch um die Frage, ob die «Macht des besseren Arguments» in einer polarisierten Öffentlichkeit noch trägt – oder ob Habermas an der Wirklichkeit scheitert.
Jürgen Habermas hat die Bundesrepublik nicht nur philosophisch, sondern auch politisch mitgeprägt. Manuel und Peter zeichnen nach, wie er aus der Frankfurter Schule hervorgeht, warum er sich früh in öffentliche Debatten einmischt und weshalb sein Denken bis in die Gegenwart hinein so wirkmächtig geblieben ist. Im Zentrum steht dabei Habermas’ Versuch, Orientierung nicht mehr metaphysisch oder religiös zu begründen, sondern aus den Bedingungen menschlicher Verständigung selbst zu gewinnen.
Die Folge entfaltet Grundzüge seiner Theorie des kommunikativen Handelns: den Austausch von Gründen, die gegenseitige Anerkennung der Gesprächspartner und die Hoffnung auf einen herrschaftsfreien Diskurs, in dem nicht Macht, sondern das stärkere Argument zählt. Manuel und Peter zeigen, weshalb dieses Modell für pluralistische Gesellschaften bis heute attraktiv ist. Zugleich fragen sie, ob Habermas die Gegenkräfte unterschätzt: asymmetrische Machtverhältnisse, elitäre Öffentlichkeiten, digitale Echokammern, Aufmerksamkeitsökonomie und die schlichte Tatsache, dass sich Menschen oft gerade nicht vernünftig verständigen wollen.
So wird diese Sonderfolge zu mehr als einem Nachruf. Sie ist eine pointierte Auseinandersetzung mit einem Denker, der auf Verständigung setzte, ohne die Konflikte der Moderne zu leugnen. Und sie endet mit einer offenen Spannung: Ist Habermas’ Vision einer rationalen, demokratischen Öffentlichkeit heute nötiger denn je – oder gerade an ihren Grenzen angekommen?
Olivia Röllin: Hoffnung lernen (Podcast-Festival)
2025/09/21
Von «Hope dies – Action begins» bis zu «Alles wird gut»: Hoffnung polarisiert. Olivia Röllin und Manuel Schmid diskutieren, ob Hoffnung naiver Trost, gefährliche Illusion oder eine unverzichtbare Ressource für unser Leben ist. Und sie gehen der Frage nach, ob sich Hoffnung lernen lässt…
Hoffnung – klingt harmlos, ist aber ein umkämpftes Konzept. Olivia Röllin und Manuel Schmid widmen sich einer Haltung, die in Krisenzeiten zugleich unverzichtbar und fragwürdig erscheint. Ausgangspunkt ist ein virales Interview mit dem Schauspieler Christoph Waltz, der ganz keck zu seiner fehlenden Hoffnung in den Krisen unserer Zeit steht. Verwechselt Waltz da nicht Optimismus mit Hoffnung? Und ist es ein Zeichen der Privilegiertheit, sich solche Hoffnungslosigkeit leisten zu können?
Im Gespräch streifen die beiden antike Ursprünge, in denen Hoffnung oft misstrauisch betrachtet wurde: In Hesiods Pandora-Mythos blieb sie in der Büchse zurück – als einziges Gute oder als verlängertes Übel? Für die Stoiker war Hoffnung ein Affekt, der vom inneren Gleichmut ablenkt. Erst das Christentum stellte Hoffnung ins Zentrum. Als Tugend neben Glaube und Liebe, genährt durch die Überzeugung: Das Leben, nicht der Tod, hat das letzte Wort.
Doch Hoffnung ist keine naive Vertröstung. Olivia verweist auf Ernst Blochs «Verliebtheit ins Gelingen» und Tolkiens Idee der «Eucatastrophe», des plötzlichen Umschlags zum Guten, der selbst im tiefsten Dunkel aufscheint. Manuel erzählt von biografischen Brüchen und kleinen Alltagsmomenten, in denen er trotz allem neu Vertrauen fasste. Und beide fragen sich: Wo kippt Hoffnung ins Destruktive – etwa, wenn religiöse Milieus sie ausschließlich ins Jenseits verschieben oder Fanatiker in ihrem Namen Gewalt rechtfertigen?
Die Diskussion führt bis in die Gegenwart: Hoffnung ist nicht Optimismus, der Negatives übersieht, sondern eine Haltung, die Verzweiflung einschließt und dennoch am Guten festhält. Sie ist nicht nur individuell, sondern sozial – eine Praxis, die erlernt und geteilt werden muss. Kinder lernen hoffen, weil Eltern an sie glauben; Erwachsene brauchen Gemeinschaften, die ihre Hoffnung tragen. Könnte Kirche ein solcher Ort sein – ein Raum kollektiver Hoffnung, der nicht Illusionen verkauft, sondern Menschen in ihrer Zerbrechlichkeit stärkt?
Am Ende bleibt die persönliche Frage: Wie bleibt man hoffnungsvoll in monströsen Zeiten? Olivia und Manuel suchen nach Antworten zwischen Philosophie, Theologie, Literatur und den eigenen Erfahrungen. Eine Folge über das Ringen um Hoffnung, über Illusionen und Widerstand, über Trost, Täuschung und Vertrauen – und über die Kunst, Zukunft offenzuhalten, auch wenn sie dunkel erscheint.
Zum Gesprächsgast:
Olivia Röllin kennt man als kluge Stimme aus den SRF-Sendungen «Sternstunde Religion» und «Sternstunde Philosophie» sowie aus dem Radio-Talk «Persönlich». Sie hat Religionswissenschaft und Philosophie studiert und denkt gerne mit anderen Menschen zusammen über Fragen von Sinn und Spiritualität nach. Ihre Neugierde hat sie auch nach unzähligen Gesprächen noch nicht verloren.
Friedrich Nietzsche (Teil 3): Gott nach der Metaphysik
2025/04/06
Wer Nietzsche als Atheisten bezeichnet, hat ihn nicht verstanden. Sicher beerdigt Nietzsche den «alten», metaphysischen Gott – aber er lässt Raum offen für einen neuen, schwachen, «tanzenden» Gott: Eine Spur, die sich auch für das heutige christliche Reden von Gott nahelegt…
Friedrich Nietzsche (Teil 2): Faszination Jesus
2025/03/23
Weiter geht’s mit Nietzsche! In dieser Folge nehmen sich Peter und Manuel das Jesusbild des großen Religionskritikers vor – und es warten viele Überraschungen auf euch! So sehr Nietzsche Religionen kritisierte und das Christentum hasste: zu Jesus findet er einen ganz eigenen Zugang…
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