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KLIMA UND KOHLE

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Dieser Podcast hat
231 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Henrik te Heesen
Explizit
Nein
Erstellt am
2022/05/23
Neueste Episode
2026/10/15
Durchschnittsdauer
44 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage

Beschreibung

Klima und Kohle ordnet die Transformation unseres Energie- und Wirtschaftssystems fachlich fundiert ein. Zwischen politischen Zielsetzungen, physikalischen Gesetzmäßigkeiten und ökonomischen Rahmenbedingungen geraten zentrale Zusammenhänge im öffentlichen Diskurs häufig aus dem Blick. Dieser Podcast schafft Orientierung. Prof. Dr. Henrik te Heesen analysiert die Energiewende aus technischer und wirtschaftlicher Perspektive. Auf Basis von Physik, Ingenieurwissenschaften und Energiewirtschaft werden Entwicklungen datenbasiert, unabhängig und nachvollziehbar eingeordnet. Im Fokus stehen nicht kurzfristige Debatten, sondern langfristige Strukturen, Systeme und reale Entscheidungsräume. Jede Episode widmet sich einem zentralen Aspekt der Transformation: Stromnetze und Versorgungssicherheit, erneuerbare Energien und Speicher, Elektromobilität und Wasserstoff, Industrieprozesse, Kostenstrukturen und energiepolitische Rahmenbedingungen. Technologische Ansätze werden ebenso geprüft wie ihre wirtschaftlichen und systemischen Konsequenzen. Klima und Kohle richtet sich an alle, die Energie- und Klimathemen vertieft verstehen möchten und Wert auf eine sachliche, faktenbasierte Darstellung legen. Der Podcast verbindet wissenschaftliche Tiefe mit verständlicher Aufbereitung und richtet den Blick konsequent auf Machbarkeit, Wechselwirkungen und Pragmatismus. Ein Podcast zur sachlichen Einordnung eines komplexen Transformationsprozesses. Neue Folgen jeden Donnerstag um 21 Uhr auf EVOSONIC RADIO und ab 22 Uhr bei YouTube sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen.

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#231 Pellets, Wärmepumpe, Wasserstoff. Wärme im Vergleich
2026/10/15
Pelletheizung und Power-to-Gas speichern Energie für den Winter, rechnen sich aber nur in Ausnahmefällen. In dieser Folge beantworte ich zwei Fragen eines Hörers: zum Pelletlager im Neubau und zu Wasserstoff aus abgeregeltem Wind- und Solarstrom. Das Pelletlager kostet Platz und Baukosten, Pellets sind gut ein Drittel teurer als vor einem Jahr, und laut Heizspiegel heizt die Wärmepumpe im Einfamilienhaus am günstigsten. 2025 wurden in Deutschland 9,4 Terawattstunden erneuerbarer Strom abgeregelt, weil die Leitungen vom Norden in den Süden fehlen. Für einen Elektrolyseur reichen diese Stunden nicht, grüner Wasserstoff kostet realistisch knapp 10 Euro je Kilogramm, und über synthetisches Methan kommt nur die Hälfte des Stroms als Wärme an.
#230 Primärenergie, Energieimporte und Elektrifizierung
2026/10/08
Die Primärenergie ist das falsche Maß für die Energiewende: Von 100 Einheiten werden in Deutschland nur 49 zu Nutzenergie. Ich gehe in dieser Folge den Weg der Energie von der Quelle bis zur Anwendung durch und zeige, wie viel zwischen Primärenergie, Endenergie und Nutzenergie verloren geht. Ein Elektroauto ist rund dreimal so effizient wie ein Verbrenner, eine Wärmepumpe braucht für dieselbe Raumwärme nur ein Drittel der Energie eines Gaskessels. Deutschland importiert 68 Prozent seiner Primärenergie und überwies 2024 rund 69 Milliarden Euro für Öl, Gas und Kohle ins Ausland. Der Stromanteil an der Endenergie liegt dennoch seit 2005 bei knapp 21 Prozent; in den Ariadne-Szenarien zur Klimaneutralität wächst der Stromanteil bis 2045 auf 47 bis 59 Prozent.
#229 Tankrabatt: Wer profitiert und was er kostet
2026/10/01
Seit dem 1. Oktober 2026 senkt der Staat die Steuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent je Liter. Ich rechne in dieser Folge nach, wie der Literpreis entsteht, ob der erste Rabatt im Frühjahr an der Zapfsäule ankam und wer vom neuen Rabatt profitiert: bis zu 128 Euro für Vielfahrer, nichts für Haushalte ohne Auto. Dazu die größere Frage, wie viel Deutschland überhaupt für fossile Energie ausgibt: 41 Milliarden Euro fossile Subventionen nach der Europäischen Umweltagentur, 66 Milliarden Euro klimaschädliche Subventionen nach FÖS, knapp die Hälfte davon im Verkehr. Der Rabatt kostet rund 2,8 Milliarden Euro Steuern und hebt für ein Quartal 80 bis 90 Prozent des CO₂-Preises auf; eine Direktzahlung wäre zielgenauer, scheitert aber am fehlenden Auszahlungsweg.
#228 Gasspeicher: 56 Prozent vor dem Winter 2026/27
2026/09/24
Gasspeicher: Am 15. September 2026 waren die deutschen Speicher zu 56 Prozent gefüllt - so wenig wie nie seit 2018. Wir besprechen in dieser Folge, warum Einspeichern derzeit 3,14 Euro je Megawattstunde Verlust bringt, was die Gasspeicherfüllstandsverordnung tatsächlich vorschreibt und wie drei Temperaturszenarien bis März 2027 ausgehen. Dazu der Vergleich mit Italien, Frankreich und Polen, die denselben Weltmarktpreis zahlen und trotzdem zwischen 77 und 98 Prozent stehen. Der Füllstand folgt nicht dem Wetter und nicht dem Weltmarktpreis, sondern dem Marktdesign.
#227 Klimabilanz Autos: Was die Studie der TU München sagt
2026/09/17
Klimabilanz von Elektroautos: Drei Studien nennen 41, 53 und 73 Prozent - alle drei rechnen korrekt. In dieser Folge nehme ich das White Paper der TU München auseinander, über das die „Bild am Sonntag" zwei Tage vor der Veröffentlichung berichtet hat. Ich zeige, wie eine Ökobilanz nach ISO 14040 aufgebaut ist, warum die EU-Flottenregulierung nur die Emissionen am Auspuff ansetzt und wie aus 19 ausgewerteten Studien mit 47 Szenarien der Mittelwert von 41 Prozent entsteht. Danach ordne ich die Zahlen ein: 223 Gramm CO₂-Äquivalent je Kilometer beim Benziner, 210 beim Diesel, 121 beim batterieelektrischen Fahrzeug - und eine Schwelle von 600 Gramm je Kilowattstunde Strom, unter der alle 27 EU-Mitgliedstaaten liegen. Am Ende steht der Reformvorschlag der Autoren und mein Einwand dazu.
#226 Das Wetter könnt ihr nicht vorhersagen, aber das Klima?
2026/09/10
Wettervorhersage und Klimamodelle beruhen auf derselben Physik, und trotzdem endet die eine nach zehn Tagen. In dieser Folge zeige ich, warum das kein Widerspruch ist. Am Doppelpendel wird sichtbar, dass ein chaotisches System die Einzelbahn verweigert und die Energiebilanz trotzdem exakt preisgibt. In einem Fingerhut Luft stecken 27 Trillionen Moleküle, deren Bahnen niemand kennt, während Druck und Temperatur auf viele Stellen genau feststehen. Genau diese Trennung zwischen Einzelfall und Mittelwert unterscheidet die Wettervorhersage vom Klimamodell.
#225 Deindustrialisierung wegen der Erneuerbaren? Gespräch mit Prof. Harro Heilmann
2026/09/03
Deindustrialisierung: Sind die Erneuerbaren schuld? Prof. Harro Heilmann widerspricht. Der Professor für Produktion und Management an der Hochschule Aalen hält bereits die Diagnose für unsauber: Der Produktionsindex misst Stückzahlen in einer 2021 festgelegten Struktur, die preisbereinigte Bruttowertschöpfung der Industrie liegt heute über dem Niveau von 2015. Wir sprechen über den Industriestrompreis, der 2026 mit 17,2 ct/kWh auf dem Niveau von 2017 liegt, über einen Windpark im bayerischen Chemiedreieck, der am Bürgerentscheid scheitert, und über eine Raumfahrtindustrie, die in der Statistik unter „sonstiger Fahrzeugbau" verschwindet.
#224 Chinas Fünfjahrespläne: Kohleboom und Energiewende
2026/08/27
Chinas 15. Fünfjahresplan setzt bis 2030 auf 3.500 Gigawatt Erneuerbare – parallel wächst die Kohlekraft weiter. Ich ordne ein, wie der 13. und der 14. Fünfjahresplan ausgegangen sind, warum China 2025 mehr Wind- und Solarkapazität zugebaut hat als der Rest der Welt zusammen und wieso das Kernkraftziel verfehlt wurde. Am Beispiel von BASF in Zhanjiang zeige ich, wie chinesische Industrie schon heute mit langfristigen Grünstromverträgen kalkuliert.
#223 Gravitation: Was ohne Schwerkraft passiert
2026/08/21
Gravitation lässt sich nicht abschalten - auch nicht für sieben Sekunden. Im Sommer 2026 kursierte online die Behauptung, die NASA werde am 12. August genau das tun. Ich nehme das nicht als Faktencheck, sondern als Anlass für ein Gedankenexperiment, was in einen solchen Fall passieren würde: Ein Mensch in Deutschland käme 34 Zentimeter hoch, der Mond würde um eine Handbreit von seiner Bahn abweichen, und unangenehm würde es erst bei Luft und Wasser. Von dort geht es zu Newton und Einstein, zur Sonnenfinsternis von 1919 und zum GPS - und am Ende zu den beiden Stellen, an denen die Energietechnik die Gravitation zwingend braucht: Pumpspeicherkraftwerke und die Kernfusion in der Sonne.
#222 Energiewende in Deutschland. Was Beraterstudien zeigen
2026/08/13
Energiewende-Studien großer Beratungshäuser prägen seit einem Jahrzehnt Kosten- und Tempo-Debatten. Ich habe Studien von BCG, McKinsey, PwC, Deloitte, KPMG und EY aus den Jahren 2015 bis 2026 ausgewertet und ihre Prognosen für 2025 gegen die amtlichen Ist-Werte gestellt. Die Infrastrukturwarnungen erwiesen sich dabei als robust, während die Nachfrageprognosen in jedem geprüften Fall danebenlagen. Im Zentrum steht ein Satz aus einer McKinsey-Studie von 2023, der die heutige Debatte über Deindustrialisierung vorwegnimmt, ohne damals ernst genommen worden zu sein.
#221 Energiewende im Vereinigten Königreich
2026/08/06
Energiewende in UK: Wie das Land den Kohleausstieg schneller schaffte als Deutschland. Ich besuche das stillgelegte Kraftwerk Battersea, den Offshore-Windpark Rampion bei Brighton und ordne den Bau des neuen Kernkraftwerks Hinkley Point C ein. Im Zentrum stehen der Strommix 2025, der Merit-Order-Effekt bei den Strompreisen und die Frage, warum Strom im Vereinigten Königreich trotz hohem Erneuerbaren-Anteil teuer bleibt. Mit Zahlen zu CO₂-Intensität, Auktionsergebnissen und öffentlicher Zustimmung ordne ich ein, was sich für die deutsche Debatte daraus lernen lässt. Diese Podcastfolge ist während meines Sommerlaubs in England entstanden.
#220 Gebäudemodernisierungsgesetz
2026/07/30
Das Gebäudemodernisierungsgesetz löst das sogenannte "Heizungsgesetz" ab. In der aktuellen Folge diskutieren wir, was sich ändert und was es kostet. Am 10. Juli 2026 hat der Bundestag die pauschale 65-Prozent-Regel gekippt: Wer eine neue Heizung braucht, hat wieder die Wahl, auch Gas und Öl bleiben erlaubt. Hierzu ordnen wir ein ein, warum der Gebäudesektor für den Klimaschutz so entscheidend ist, wie sich das Recht seit 1976 entwickelt hat und was die „Bio-Treppe", die Grüngasquote und die neue 50-50-Kostenregel konkret bedeuten. Das Fazit: Die versprochene Freiheit ist für Mieter, Gewerbe und den Klimaschutz mit erheblichen Kostenrisiken verbunden.
#219 Small Modular Reactors
2026/07/23
Small Modular Reactors erreichten in den USA erstmals Kritikalität - wirtschaftlich bleiben sie ungelöst. Ich ordne den Hype um die kleinen Kernreaktoren ein: wie sie physikalisch funktionieren, was die Studie von ETH Zürich und Paul-Scherrer-Institut zur Wirtschaftlichkeit zeigt, warum das deutsche BASE rund 3.000 baugleiche Reaktoren für nötig hält und weshalb Atommüll, hoch angereicherter Brennstoff und die Börsenkurse der Start-ups zur Vorsicht mahnen. Mein Fazit: Die Physik funktioniert, das eigentliche Problem sind die Kosten.
#218 Batteriespeicher: So verdienen Großspeicher Geld
2026/07/16
Batteriespeicher verdienen mit Arbitrage am Strommarkt und Regelleistung Geld. In dieser Podcast-Folge sprechen wir über die netzdienliche von der marktdienlichen Fahrweise: Regelleistung auf der einen Seite sowie das Kaufen bei niedrigen und Verkaufen bei hohen Preisen auf der anderen Seite. Für einen Speicher mit 300 Megawatt und 600 Megawattstunden lässt sich aus den letzten 18 Monate mit den realen Day-Ahead-Preise ermitteln, dass mit Erlösen um 90.000 Euro je Megawatt und Jahr und einer Amortisation von sechs bis acht Jahren gerechnet werden kann. Ein Blick nach Kalifornien zeigt, wohin die Reise geht: Dort verdrängen Batteriespeicher am Abend bereits die Gaskraftwerke. Schließlich ordnen wir in der Folge ein, warum Planungssicherheit bei den Netzentgelten wichtiger als jede Förderung ist.
#217 Strompreisspitzen und Hitzewelle
2026/07/09
Strompreisspitzen von 747 €/MWh: In der Junihitze 2026 schoss der Abendstrom auf einen Jahresrekord. Tagsüber drückt die Solarenergie den Preis, doch mit dem Sonnenuntergang trifft hohe Kühllast auf ein knappes Angebot, und teure Gaskraftwerke setzen den Preis. Anhand von Börsen- und Temperaturdaten zeige ich, warum diese Spitzen erstmals im Sommer auftreten, was die neue „Hitzeflaute" bedeutet und welche Rolle Klimaanlagen, Importe und der Klimawandel spielen. Zum Schluss geht es um die Lösungswege: Speicher, Flexibilisierung und Netzausbau.

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