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Kontrafunk: Audimax

Werben im Podcast: Kontrafunk: Audimax

Dieser Podcast hat
182 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Kontrafunk
Explizit
Nein
Erstellt am
2022/12/09
Neueste Episode
2026/02/01
Durchschnittsdauer
54 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage

Beschreibung

Während sich der akademische Diskurs verengt, findet sich hier ein Forum des freien Geistes. Renommierte Kultur- und Sozialwissenschaftler halten Vorträge mit universitärem Anspruch – exklusiv im Kontrafunk. Für alle, die noch konzentriertes Zuhören pflegen.

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Audimax: Horst-Joachim Lüdecke – Klima und CO₂ – warum Dekarbonisierung keine gute Idee ist
2026/02/01
Horst-Joachim Lüdecke, emeritierter Professor für Informatik und Physik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, befasst sich schon seit langem mit der Auswertung von Klimadaten. In seiner Vorlesung mit dem Titel „Klima und CO₂ – warum Dekarbonisierung keine gute Idee ist“ beschreibt er viele mächtige physikalische Prozesse, von denen CO₂ nur eine – wahrscheinlich eher geringfügige – unter vielen ist, die unser Klima bestimmen. Klima ist gerade wegen der Interaktion so vieler Einflüsse nur auf kurze Sicht modellierbar, was die langfristigen Klimamodelle, auf die sich Politiker berufen, eher fragwürdig erscheinen lassen. Unter diesen Umständen ist es wenig sinnvoll, eine hochentwickelte Volkswirtschaft mit enormen Kosten und um den Preis der Deindustrialisierung zu dekarbonisieren. Denn es gibt keine Beweise für eine bevorstehende katastrophale Erwärmung des Klimas durch die industrielle Tätigkeit der Menschen.
Audimax: Michael Esfeld – Thomas Hobbes, der Leviathan und die politische Philosophie der Neuzeit
2026/01/25
In seiner Vorlesung behandelt Michael Esfeld ein von Hobbes aufgezeigtes Dilemma, dessen zwei Seiten oft mit den zwei Hörnern eines wilden Stiers verglichen werden. Entweder herrscht in der Gesellschaft der Naturzustand mit unkontrollierter Gewaltanwendung, oder es wird mit dem sogenannten Gesellschaftsvertrag eine Staatsgewalt mit uneingeschränkter Befugnis zur Setzung und Durchsetzung von Recht errichtet. Dann allerdings bleibt die Freiheit auf der Strecke. Der Vortrag zeigt dagegen Wege auf, wie sowohl der gesellschaftliche Frieden als auch die Freiheit der Bürger gesichert werden können.
Audimax: Friedrich Pohlmann – Geschichtspolitik in Deutschland. Vom „Historikerstreit“ bis zur Gegenwart
2026/01/18
Die meisten Nationen pflegen Großerzählungen aus ihrer Geschichte, die sie zu sozialen Einheiten formen und den Zusammenhalt stärken sollen. Solch eine Erzählung ist für Frankreich die Revolution von 1789, für Russland der Große Vaterländische Krieg gegen Deutschland. Die deutsche Kollektivlegende der Gegenwart unterscheidet sich markant von diesen Erzählungen. Sie beinhaltet das Bekenntnis zur „singulären“ deutschen Schuld an zwei Weltkriegen und die Verpflichtung zum „Antifaschismus“, um so die Vergangenheit zu „bewältigen“. Die staatlich gepflegte Erinnerungskultur war berufen, diese Großerzählung zu festigen. Dabei spielte der sogenannte Historikerstreit 1986/1987 eine entscheidende Rolle, im Laufe dessen jeder mögliche Widerspruch medial vernichtet wurde. Wie aber verträgt sich mit dem aggressiven Antifaschismus die kriegerische Verteidigung der Ukraine, eines Nachfolgers der Alliierten des Nazi-Regimes?
Audimax: Peter J. Brenner – Das verlorene Lachen, die Politik und das Komische
2026/01/11
Politik und Humor stehen in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander. In jüngerer Zeit sind die Grenzen fließend geworden: Politiker sollen humorvoll sein, und Fernsehclowns wollen Politik machen. Das Verlachen, der Witz, die Satire, das Kabarett, die Komödie wurden seit je zur Kritik an politischen und gesellschaftlichen Zuständen genutzt, auch in den Diktaturen des Dritten Reichs und der DDR. Aber durchschlagend war ihre Wirkung nie. Überhaupt ist das Lachen der Politik nie wirklich heimisch geworden. Es hat seinen eigentlichen Ort in der Gesellschaft, in der Lachkultur der Unterschicht und im Humor der Literaten. (Wiederholung vom 21. September 2025)
Audimax: Parviz Amoghli – Banner des Nihilismus, die Regenbogenfahne im Wandel der Zeit
2026/01/04
Im gesamten Westen, insbesondere aber in Deutschland und Europa tobt ein geistiger Bürgerkrieg, ein Kulturkampf. Auf der symbolischen Ebene prallt dabei der natürliche Regenbogen als Sinnbild für das Wahre, Schöne und Gute auf die Familie der Regenbogen- und Pride-Flaggen als ideologische Erkennungszeichen. An ihrer Symbolik entzünden sich die Gemüter. Sie ist damit ein im wahren Sinne des Wortes epochales Zeichen für die frühen 2020er-Jahre. Doch wie konnte es so weit kommen? Wie konnte aus einem jahrtausendealten Symbol für Hoffnung und himmlischen Frieden ein Emblem des Untergangs werden? Diesen Fragen geht der Vortrag „Banner des Nihilismus – die Regenbogenfahne im Wandel der Zeit“ nach. (Wiederholung vom 14. September 2025)
Audimax: Philipp Gut – Thomas Mann und die Idee der deutschen Kultur
2025/12/28
Das Thema der deutschen Kultur gehört zu den brennenden Fragen der Gegenwart und bildete eine, wenn nicht sogar die zentrale Fragestellung des Werkes von Thomas Mann. Der vor 150 Jahren geborene Schriftsteller erlebte in seinen frühen Jahren den Einbruch der Moderne in Kunst und Gesellschaft und suchte nach Antworten, wie eine genuine deutsche Kultur unter diesen Bedingungen gestaltet werden könnte. Zunächst Anhänger Nietzsches und ihm folgend Fürsprecher einer „Rebarbarisierung“, wandelten sich seine Ansichten im Angesicht des heraufziehenden Nationalsozialismus. Die Versöhnung der scheinbaren Gegensätze von Zivilisation und Kultur wurde zu seinem wichtigen Anliegen. Philipp Gut zeichnet in seinem Essay diese Entwicklung nach und hebt hervor, warum Thomas Manns Ideen von der deutschen Kultur heute noch als Vorbild dienen sollten. (Wiederholung vom 8. Juni 2025) 
Audimax: David Berger – Was bedeutet „Gott ist Mensch geworden“?
2025/12/21
Wenn heute wahrscheinlich die Mehrheit der Menschen in Deutschland nichts mehr über den biblischen Hintergrund des Weihnachtsfestes weiß, ist das in geistiger – und keineswegs nur theologischer – Hinsicht eine Tragödie. Denn bei der Menschwerdung Gottes geht es nicht um irgendeine Nebensache, sondern um Fundament, Herz und Zentrum des Christentums und letztlich auch unserer abendländischen Kultur. Ohne die Menschwerdung Gottes wird alles andere in der christlichen Religion hinfällig. Ebenso ergibt dann die Idee der Gottebenbildlichkeit des Menschen keinen Sinn mehr – womit letztlich auch die gedankliche Grundlage für die allgemeine Menschenwürde und all das entfällt, was wir an Europa so schätzen und immer noch erhalten wollen.
Audimax: Peter J. Brenner – „Der Geist steht rechts“ – Der Konservatismus im Wandel der Zeit
2025/12/14
Der moderne Konservatismus ist ein illegitimes Kind der Französischen Revolution. Im Laufe der Jahrhunderte hat er sich in den westlichen Gesellschaften im Wechselspiel von traditionalistischen Lebensformen, politischer Programmatik und intellektueller Reflexion entfaltet und gewandelt. Manche seiner Leitideen sind im Dunkel der Geschichte verschwunden und manche Radikalisierungen wurden an den Rand gedrängt. Aber oft und besonders in jüngerer Zeit sind dem Konservatismus paradoxe Modernisierungen gelungen, die ihn auch für die bürgerliche Lebenswelt des 21. Jahrhundert attraktiv haben bleiben lassen.
Audimax: Karl-Friedrich Israel – Soziale und kulturelle Folgen der Inflation
2025/12/07
Wie die Wirkung der Inflation weit über steigende Preise hinausgeht, zeigt Professor Karl-Friedrich Israel in seinem Beitrag auf: Sie verzerrt Anreize, fördert spekulative Blasen, unterminiert soziale Mobilität und schafft kulturellen Verdruss. Anhand historischer Beispiele und moderner Entwicklungen wird sichtbar, wie Geldschöpfung aus dem Nichts Gesellschaften verändert – ökonomisch, sozial und moralisch. Schon Johann Wolfgang von Goethe griff das Thema auf und wies in seiner „Faust“-Tragödie auf den Kern des Problems hin: Das Inflationsproblem beginnt immer dort, wo man die Knappheit realer Mittel mit einer Knappheit an Geld verwechselt.  Weiteres zum Thema vom Autor: https://austrian-institute.org/wp-content/uploads/2024/06/Israel-Soziale-und-kulturelle-Folgen-der-Inflation-Ai-Paper-Nr.-47-2024.pdf https://verlag.koenigshausen-neumann.de/product/9783826079054-goethes-faust-und-die-geldschoepfung-aus-dem-nichts/
Audimax: Helmut Berschin – „Jeder und jede ist seines oder ihres Glückes Schmied*in“
2025/11/30
Dass Deutsch eine „Männersprache“ ist, war den hundert Millionen deutschen Muttersprachlern bis 1980 nicht bewusst. Damals entdeckte die neue Frauenbewegung die enorme Symbolkraft, welche in der grammatischen Kategorie Genus der deutschen Sprache steckte: Warum treten in ihr Männer im Maskulinum auf (Jeder Mann kennt das), Frauen im Femininum (Jede Frau kennt das), aber Männer und Frauen ebenfalls im Maskulinum (Jeder kennt das)? Die Linguistik bezeichnet die geschlechtsübergreifende Funktion der Maskulinform als „generisches“ (allgemeines) Maskulinum. Dieses generische Maskulinum, das die Frauen sprachlich „unsichtbar“ mache und deshalb diskriminiere, wurde zum Hauptmerkmal der Männersprache Deutsch erklärt und zum Feind einer geschlechtergerechten Sprache. 
Audimax: Friedrich Pohlmann – Das Altern und die alternde deutsche Gegenwartsgesellschaft
2025/11/23
Das Thema wird aus drei Perspektiven in den Blick genommen. Zunächst geht es existenziell-anthropologisch um die Merkmale, die kulturgeschichtlich in den Bildern des menschlichen Alterns immer wieder auftauchen. Wie lassen sich deren typische Grundmuster bestimmen? Dann folgt eine soziologisch-demografische Analyse unserer Gegenwartsgesellschaft. Wie lässt sich deren deutsches Bevölkerungssegment im Hinblick auf „Alterung“ bestimmen? Welche Kennzeichen sind für ein sozialpsychologisches Habitusprofil dieser alternden Gesellschaft charakteristisch? Drittens wird die Konfrontation dieser alternden Gesellschaft mit der „jungen“ Gesellschaft der Immigranten analysiert. Wie lässt er sich begrifflich präzisieren?
Audimax: Michael Esfeld – Die Illusion des Republikanismus
2025/11/16
Das vorherrschende gesellschaftliche System in Deutschland und im Westen generell kann als postmoderner Totalitarismus verstanden werden. In seinem Essay untersucht Michael Esfeld, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Lausanne, die Entstehungsgeschichte dieses Totalitarismus. In diesem benutzt die Staatsgewalt angebliche wissenschaftliche Lehrmeinungen wie zur „Corona-Pandemie“ und zur „Klimakatastrophe“, um das soziale und private Leben zu steuern, und setzt diese mithilfe der Medien und mit Zwang durch. Das System bedient sich eines kollektivistischen, moralischen Narrativs. Der Autor geht der Frage nach, wie es nach einer Periode der scheinbar vorherrschenden offenen Gesellschaften bis Ende der neunziger Jahre entstehen konnte.
Audimax: Horst-Joachim Lüdecke – Kampf gegen die Physik, warum die deutsche Energiewende scheitert
2025/11/09
Seitdem die Energiewende zu einer der wichtigsten Zielsetzungen deutscher Politik erklärt wurde, sprechen alle von Energie und Strom – aber wissen sie auch, was das ist? Es wird Zeit für Aufklärung. Was ist das physikalische Phänomen, das wir umgangssprachlich als Strom bezeichnen? Wie wird er erzeugt? Welche Besonderheiten der Strom-Erzeugung und -nutzung in Deutschland gibt es? Im Vortrag wird jene Kernfrage unserer Stromversorgung untersucht, die allen technisch besser informierten Zeitgenossen den Schlaf raubt: Wie weit können die bisherigen, mit Kohle und Gas betriebenen Grundlastkraftwerke durch die neuen Methoden ersetzt werden? Und schließlich wird die Frage erörtert, ob das komplette Umkrempeln unserer ehemals bestens funktionierenden Stromwirtschaft, das rücksichtslos gegen die überlebenswichtige energieintensive Industrie durchgezogen wird, überhaupt noch vernünftig ist und das Prinzip der Verhältnismäßigkeit einhält.
Audimax: Peter J. Brenner – Friedrich Nietzsche, der Philosoph des Verhängnisses
2025/11/02
Als Friedrich Nietzsche im August 1900 nach elf Jahren geistiger Umnachtung starb, war er kein Unbekannter mehr im europäischen Geistesleben. Der Pfarrersohn, Basler Altphilologie-Professor und ruhelose Freigeist hat der Moderne den Weg bereitet. Seine Wirkungsgeschichte im 20. Jahrhundert ist voller dramatischer Wendungen: Sie umfasst die Nietzsche-Euphorie im Fin de Siècle, die gezielte Inszenierung einer Nietzsche-Legende durch die Schwester, seine Rezeption im „Dritten Reich“ und in der DDR, und schließlich wurde Nietzsche zum Geburtshelfer der postmodernen Philosophie.
Audimax: Thomas-Michael Seibert – Gibt es den Rechtsstaat eigentlich noch?
2025/10/26
Der Rechtsstaat ist eine Idee, die während der Aufklärung entstanden ist, mit dem Ziel, der staatlichen Macht Grenzen zu setzen. Seine wichtigsten Institutionen sind Gesetze, Gerichte und Verfahrensregeln. Heute ist die merkwürdige Lage entstanden, dass Gesetze den Rechtsstaat bedrohen und zu Fehlentwicklungen führen, mit denen das Eigentliche des Rechtsstaats völlig verdeckt wird. Er ist auch heute noch, mehrere Jahrhunderte nach der Geburt der Idee, in der Entstehung begriffen. Am Ende gab und gibt es den Rechtsstaat noch gar nicht so, wie er eigentlich oder richtig sein sollte.

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