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Follow the White Rabbit - Der IT-Security Podcast

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Dieser Podcast hat
87 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Link11
Explizit
Nein
Erstellt am
2023/11/04
Neueste Episode
2026/10/14
Durchschnittsdauer
34 min.
Veröffentlichungsintervall
14 Tage

Beschreibung

“Wake up, Neo. The Matrix has you...” Neo: “What the hell?” “Follow the white rabbit.” Willkommen in der faszinierenden Welt der Cybersicherheit! Wir entführen dich zwar nicht in die Matrix oder ins Wunderland, aber in den spannenden Kaninchenbau der IT-Security. „Follow the White Rabbit“, der Link11 IT-Security-Podcast, ist deine Eintrittskarte für eine fesselnde Reise. Cyberangriffe nehmen rasant zu, sie bedrohen Unternehmen, Regierungen und uns alle. Die Schäden belaufen sich auf mehrere Milliarden jährlich, die Folgen sind erheblich. Identitätsdiebstahl, finanzielle Verluste, Unterbrechungen im Geschäftsverlauf, Datenschutzverletzungen und Reputationsverlust sowie die nationale Sicherheit und der Schutz kritischer Infrastrukturen. Deshalb ist Cybersicherheit unerlässlich und betrifft jeden: Egal ob du ein IT-Experte, Unternehmer oder einfach nur jemand bist, der digitale Geräte und Online-Dienste nutzt. Die Bedrohungslandschaft im Cyberspace entwickelt sich ständig weiter. Es tauchen unaufhörlich neue Angriffstechniken und Schwachstellen auf und auch die regulatorischen Rahmenbedingungen ändern sich – wer behält hier den Überblick? Schließt euch uns an, während wir die Welt der Cybersicherheit erkunden und euer Sicherheitsbewusstsein schärfen. Versteht die Strategien der Angreifer, erfahrt mehr über komplexe Sicherheitskonzepte und taucht ein in neue Technologien. Unsere Experten und renommierte Gäste werfen einen Blick hinter die Kulissen. Gemeinsam beleuchten wir aktuelle Bedrohungen und diskutieren, wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning Angriffsszenarien verändern und Defensivkonzepte revolutionieren. Von Datenschutz und Verschlüsselung bis hin zu Cyberkriegen und KI-gesteuerten Attacken – „Follow the White Rabbit“ hält dich monatlich auf dem neuesten Stand, damit du in der digitalen Welt sicher navigieren kannst. Folgt dem „weißen Kaninchen“. Das Abenteuer beginnt jetzt!

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#71: Das Telefon klingelte und dann ging gar nichts mehr
2026/10/14
Beide Leitungen sind dicht. Die Handscanner an den Standorten sind ausgefallen. Die Paketabwicklung ist eingestellt. Die Auslieferfahrer sind hilflos. Innerhalb von Minuten stand ein internationaler Logistikkonzern still – nicht durch einen hochkomplexen Hack, sondern durch einen DDoS-Angriff auf die Netzwerkleitungen. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Christof Weppler, Senior IT-Architekt bei GLS, über den Moment, in dem er zum ersten Mal live miterlebt hat, was passiert, wenn die Leitung zum Rechenzentrum einfach voll ist. Und was er seitdem verändert hat. Christof erklärt, warum eine Appliance im eigenen Netzwerk gegen DDoS-Angriffe so gut wie nichts bringt, denn wenn der Weg ins Rechenzentrum zugefahren ist, nutzt die beste Hardware dahinter nichts mehr. Er beschreibt, wie er damals mit BGP-Anpassungen versuchte, das Schlimmste zu verhindern, warum das langfristig keine Lösung war und wie er schließlich einen providerunabhängigen DDoS-Schutz eingeführt hat. Dazu gibt es einen ehrlichen Einblick in die interne Debatte bei GLS: Wer ist für den DDoS-Schutz zuständig – die Netzwerkeinheit oder die Security? Und warum ein Netzwerker unmöglich entscheiden kann, ob ein Request auf ein Webportal legitim ist oder nicht. Was diese Folge besonders macht: Christof spricht nicht aus der Theorie, sondern aus 22 Jahren Praxis in einem Unternehmen, das täglich Millionen von Paketen bewegt. Er erklärt, welche Aspekte IT-Architekten bedenken müssen, bevor sie einen Schutzanbieter kontaktieren, und warum die Frage, welche Prozesse an einer einzigen Netzwerkleitung hängen, viel zu selten gestellt wird – bis es zu spät ist. Takeaways:Eine Appliance im Rechenzentrum schützt nicht vor DDoS-Angriffen. Ist der Weg ins Rechenzentrum zugefahren, hilft auch die beste dahinterstehende Hardware nichts. Der Schutz muss daher bereits vor dem eigenen Netzwerk ansetzen, beispielsweise beim Provider oder einem spezialisierten Anbieter.BGP-Manipulation ist ein Notfallwerkzeug, aber kein Schutzkonzept. Traffic umzuleiten, kann kurzfristig helfen. Langfristig ist ein providerunabhängiger DDoS-Schutz erforderlich, der nicht von einem einzigen Internetanbieter abhängig ist.Netzwerker können nicht über Layer 7 entscheiden. Ob eine Anfrage an ein Webportal legitim ist, kann nur der Applikationsverantwortliche beurteilen. Ein DDoS-Schutz auf Anwendungsebene muss zwischen den Bereichen Security, Netzwerk und Portale koordiniert werden.Erst verstehen, was hängt dran – dann schützen. Bevor man einen Anbieter kontaktiert, sollte man sich folgende Fragen stellen: Welche Prozesse, Services und Kunden hängen an welcher Leitung? Wer diese Frage nicht beantworten kann, bemerkt den Schaden erst, wenn er bereits entstanden ist.Kommunikation auf Augenhöhe ist ein entscheidender Faktor. Beim Anbietervergleich hat nicht nur die Technik entschieden, sondern auch, ob man als Kunde wirklich erreichbar ist. Nicht jedes Unternehmen möchte bei einem Großanbieter nur eine kleine Nummer sein. Jetzt abonnieren – und keine Folge mehr verpassen Wenn dich diese Folge dazu gebracht hat, nachzufragen, welche Services an euren Netzwerkleitungen hängen, ist das gut. Dann abonniere Follow the White Rabbit, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an alle, die für die Netzwerkinfrastruktur verantwortlich sind – oder glauben, das tue jemand anderes. Links:Christof Weppler – Senior IT-Architekt, GLS | LinkedIn BSI - Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik - Liste qualifizierter DDoS-Mitigation-Dienstleister; Stand: 15.05.2026 Link11 DDoS-Schutz – Technologie & Funktionsweise BGP – Border Gateway Protocol einfach erklärt ENISA Threat Landscape 2026 | ENISA
#70: Sicherheit beginnt nicht mit einem Tool - sie beginnt mit einem Gespräch
2026/09/30
„Mehr Tools bedeuten mehr Sicherheit“ – so lautet das Mantra vieler Unternehmen. Franziska Manko, VP Transformation & Governance und CSO bei OneQrew, sieht das jedoch anders. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht sie mit Lisa Fröhlich darüber, warum zu viele Tools eine Selbstbeschäftigungsmaschine erzeugen, warum Einfachheit eine unterschätzte Sicherheitsstrategie ist und warum der gefährlichste Moment in einem Transformationsprozess nicht der Angriff von außen, sondern die Verteidigungshaltung von innen ist. Franzi kennt beide Welten: die technische und die menschliche. Ihr Argument ist bestechend einfach. „Jedes Tool, das ich einführe, erzeugt Abhängigkeiten, Dashboards, Lieferanten und Aufmerksamkeit – alles Ressourcen, die dann woanders fehlen.“ Anstatt am Ende eines Prozesses immer mehr Sicherheitskontrollen aufzubauen, plädiert sie dafür, bereits beim Engineering einer Lösung zu fragen: „Kann ich das so bauen, dass ich weniger schützen muss?” Sicherheit als Wertsteigerung – für Investoren, für Kunden und für das Unternehmen selbst. Und das kommuniziert man nicht mit Paragraphen, sondern in der Sprache des Gegenübers. Der stärkste Teil dieser Folge ist der menschlichste. Franzi spricht über psychologische Sicherheit, über F**k-Up-Freitage und den Mut, sich selbst als verwundbar zu zeigen, bevor ein Vorfall dies erzwingt. Wer wartet, bis ein Datenleck aufgetreten ist, um Vertrauen aufzubauen, hat zu lange gewartet. Resilienz entsteht nicht im Ernstfall. Sie entsteht im Alltag, in den kleinen Gesprächen und darin, wie Fehler im Unternehmen behandelt werden, wenn niemand zuschaut. TakeawaysMehr Tools bedeuten mehr Risiken, nicht weniger. Jedes zusätzliche Tool bringt Abhängigkeiten, Lieferanten und Aufmerksamkeit mit sich. Wer alles messen will, verliert den Blick fürs Wesentliche. Die bessere Strategie ist: weniger, dafür richtig.Sicherheit lässt sich als Wertsteigerung verkaufen. Für Investoren bedeutet das Cashflow-Sicherung, Skalierbarkeit und ESG-Reporting. Für Kunden bedeutet es: Vertrauen, Bindung und geringere Abwanderungsrate. Wer die Sprache seines Gegenübers spricht, gewinnt.Ein Security Review am Ende ist zu spät. Wer den CISO erst am Ende des Entscheidungsprozesses einbindet, hat Sicherheit als Kostenfaktor positioniert. Wer ihn früh einbindet, schafft Optionen und spart am Ende Kontrollen.Psychologische Sicherheit ist kein Soft Skill, sondern eine Sicherheitsstrategie. Wer Fehler nicht ansprechen kann, meldet den Vorfall nicht. Wer den Vorfall nicht meldet, verliert wertvolle Zeit. Eine offene Fehlerkultur ist kein Nice-to-have.Vertrauen muss aufgebaut werden, bevor es brennt. Im Ernstfall bleibt keine Zeit mehr für die Beziehungspflege. Wer vorher nicht investiert hat, steht im Ernstfall allein da. Resilienz ist das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und nicht das Ergebnis einer Krisenreaktion. Jetzt abonnieren – und den nächsten Schritt nicht verpassen Diese Folge ist für alle, die Security nicht nur als Technikthema, sondern als Führungsaufgabe verstehen. Abonniere „Follow the White Rabbit”, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an CISOs, CSOs und alle, die sich gerade in einem Transformationsprozess befinden. LinksFranziska Manco – VP Transformation & Governance / CSO, OneQrew | LinkedIn | BSI - IT-Grundschutz Agile Manifesto: Simplicity Principle Amy Edmondson: The fearless organization: https://youtu.be/b395WrEQbeU?si=BtnriEvPgStgWgwm
#69: KI einführen ohne Plan ist kein Fortschritt, sondern ein teures Experiment
2026/09/16
Viele Unternehmen fragen sich, ob sie KI einsetzen dürfen. Die wichtigere Frage ist jedoch: Wie können sie dies verantwortungsvoll tun? In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Georgia Voudoulaki. Die Rechtsanwältin ist AI Governance & Data Protection Strategist. Sie klärt über den rechtlichen Rahmen rund um Künstliche Intelligenz auf und erklärt, warum die meisten Unternehmen die falschen Kosten im Blick haben. Georgia macht klar: Der EU AI Act verbietet KI nicht. Er schafft einen Rahmen. Wer diesen Rahmen jedoch ignoriert oder nur halb versteht, dem drohen nicht nur Bußgelder, sondern auch teure Doppelarbeit, Datenschutzkonflikte und Reputationsschäden. Es ist ein klassischer Fehler, DSGVO und AI Act aus verschiedenen Abteilungen heraus zu prüfen – einer, der Zeit kostet, Lücken erzeugt und das Projekt verteuert, noch bevor ein einziger Token geflossen ist. Hinzu kommen die systematisch unterschätzten Kosten: Schulungen, Monitoring, Vertragsprüfungen, Governance-Strukturen – und ja, auch 20 Prozent höhere Energiekosten für den Betrieb der Modelle. Entscheidend ist nicht, welches Tool gerade gehyped wird, sondern ob es zur eigenen Wertschöpfung passt. Georgia plädiert für eine ehrliche Inventur: Welche Use Cases hat das Unternehmen? Wo ersetzt oder unterstützt KI sinnvoll? Und wann zieht man die Reißleine, wenn das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht stimmt? Gute AI-Governance beginnt nicht mit Technik. Sie beginnt mit dem Menschen. TakeawaysDie falsche Frage kostet Geld. Entscheidend ist nicht die Frage „Darf ich KI einsetzen?”, sondern „Wie setze ich KI verantwortungsvoll ein?” Wer das nicht klärt, baut auf Sand.DSGVO und AI Act gehören zusammen. Wer beide Regelwerke getrennt voneinander prüft, erzeugt Doppelarbeit, Lücken und Verzögerungen. Integrierte Governance-Prozesse sind kein Luxus, sondern ein Gebot der Effizienz.Die versteckten Kosten werden systematisch unterschätzt. Schulungen, Monitoring, Energiekosten, Governance-Strukturen, Vertragsprüfungen – all das kommt on top zu den Lizenzkosten und wird in den meisten Business Cases schlicht vergessen.KI ist ein Werkzeug, aber kein Entscheider. Nur weil ein Modell einen Output produziert, heißt das nicht, dass dieser stimmt. Menschliches Urteilsvermögen ist keine optionale Komponente, sondern Pflicht.Wer keine Inventur macht, verliert die Kontrolle. Welche KI-Systeme nutzt mein Unternehmen? Viele können diese Frage nicht beantworten. Genau da fängt AI Governance an. Jetzt abonnieren – und den Überblick behalten Diese Folge ist Pflicht für alle, die KI in ihrem Unternehmen einführen, begleiten oder verantworten. Abonniere „Follow the White Rabbit”, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an alle, die gerade KI-Projekte planen, bevor sie das Geld ausgeben. LinksGeorgia Voudoulaki – Rechtsanwältin, Senior Legal Counsel, AI Governance & Data Protection Strategist| LinkedIn EU AI Act – Volltext (Verordnung EU 2024/1689) Europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) BSI - Künstliche Intelligenz
#68: Altkonten, KI-Agenten und Schatten-IT: Warum Identitätsmanagement gerade brennt
2026/09/02
Ein ehemaliger Mitarbeiter. Er ist schon seit zwei Jahren weg. Seine Berechtigung wurde nie entzogen. Es war weder ein Hack noch ein raffinierter Angriff – es war einfach nur ein Konto, das niemand abgeschaltet hat. Willkommen in der realen Welt des Identitätsmanagements! In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Franziska Weiß, IAM-Evangelistin bei der Garancy AG, über das unspektakulärste und gleichzeitig wichtigste Fundament jeder Sicherheitsstrategie – und darüber, warum genau diese Unsichtbarkeit das eigentliche Problem ist. Identitätsmanagement hat ein Imageproblem. Kein Mensch steht morgens auf und denkt sich: „Heute durchkämme ich mal das Active Directory.” Kein CISO präsentiert stolz die Statistik der gelöschten Altkonten. Und trotzdem reicht ein einziges kompromittiertes Konto. Im Schnitt bewegen sich Angreifer über 100 Tage unentdeckt in Systemen. Franziska erklärt, warum dies nicht nur ein IT-, sondern ein Organisationsproblem ist – und warum Verbote allein Schatten-IT erzeugen, aber keine Sicherheit. Der Ausweg ist kein Verbotskatalog, sondern ein pragmatischer Ansatz: Sichtbarkeit schaffen, Verantwortung klären, Rollen definieren. Und dann kommen die KI-Agenten. Sie sind dynamisch, autonom und schwer zu kontrollieren – und vervielfachen in vielen Unternehmen gerade dabei, still und leise, die Komplexität. Anders als klassische Servicekonten lassen sie sich nicht einfach in Gruppen stecken oder mit Standardberechtigungen versehen. Wer jetzt noch nicht weiß, welche Identitäten in seiner Infrastruktur unterwegs sind, wird es bei KI-Agenten erst recht nicht wissen. Franziskas Botschaft ist klar: Wer das Fundament nicht kennt, dem stürzt das Dach ein. TakeawaysEin Konto reicht. Im Schnitt bewegen sich Angreifer über 100 Tage unentdeckt in Systemen – oft über ein übernommenes Konto, das längst hätte deaktiviert sein sollen. Identitätsmanagement ist kein Nice-to-have, sondern der erste Sicherheitsriegel.Sichtbarkeit ist der erste Schritt. Bevor man etwas kontrollieren kann, muss man wissen, was vorhanden ist. Welche Konten existieren? Worauf haben sie Zugriff? Wer ist verantwortlich? Diese drei Fragen sind der Einstieg in jede saubere Identitätsstrategie.Verbote erzeugen Schatten-IT und keine Sicherheit. Menschen wollen ihren Job machen. Wer sie zu sehr einschränkt, findet kreative Umwege – und diese liegen dann außerhalb jeder Kontrolle. Pragmatismus schlägt Überregulierung.KI-Agenten sprengen das klassische Identitätsmodell. Sie lassen sich nicht in AD-Gruppen stecken, kommunizieren anders als Servicekonten und entstehen und verschwinden dynamisch. Wer jetzt keine Governance für menschliche Identitäten hat, wird sie für KI-Agenten erst recht nicht haben.Identitätsmanagement ist Chefsache. NIS 2 schreibt es vor. Geschäftsführungen müssen geschult sein. Wer Sicherheit nicht von oben vorlebt, sollte sich nicht wundern, wenn Mitarbeitende ihr privates ChatGPT-Konto mit Unternehmensdaten füttern. Jetzt abonnieren – und keine Folge mehr verpassen Wenn dich diese Folge dazu gebracht hat, gedanklich in Richtung eurer IT-Abteilung zu laufen und zu fragen, wer eigentlich noch alles Zugriff auf was hat, dann ist das gut. Dann abonniere Follow the White Rabbit, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an alle, die gerade einen KI-Agenten deployen, bevor sie ihre Altkonten aufgeräumt haben. LinksFranziska Weiß – IAM Evangelist bei Garancy AG| LinkedIn | OWASP: Broken Access Control – Top 10 Sicherheitsrisiken Microsoft: Active Directory Best Practices
Bonusfolge 16: Das kleinste Schloss wird zuerst geknackt: Warum Kommunen die blinde Stelle unserer Cybersicherheit sind
2026/08/26
Bürgergeldzahlungen, Sozialhilfe, Ummeldungen, Kfz-Zulassungen – all das läuft über die Kommune. Und fast nichts davon ist so abgesichert, wie es sein müsste. Denn Kommunen fallen nicht unter NIS 2, obwohl sie genau das sind: die Fronttür der öffentlichen Infrastruktur. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Thorsten Rode, Head of IT bei der Stadt Nettetal und seit über 20 Jahren in der kommunalen IT tätig, über eine der blindesten Stellen unserer digitalen Gesellschaft und darüber, warum dies eine gesamtgesellschaftliche und nicht nur eine IT-Frage ist. Thorsten kennt die Lage von innen. Nettetal hängt wie viele nordrhein-westfälische Kommunen hinter einem gemeinsamen Rechenzentrum, das die Eingangstür sichert. Doch dahinter verbirgt sich eine Welt, die in vielen Kommunen von knappen Budgets, überforderten Einzelkämpfern und fehlendem Sicherheitsbewusstsein geprägt ist. Das Land NRW hat mit dem BeHard-Programm immerhin kostenlose Sicherheitschecks angeboten. Das Ergebnis: Überall finden sich Lücken. Gleichzeitig gibt es Kommunen, in denen dieselbe Person morgens als IT-Verantwortliche arbeitet und nachmittags Trauungen leitet. Während Angreifer – staatlich organisiert, KI-gestützt und professionell skaliert – längst wissen, welches Schloss sich am leichtesten knacken lässt. Und dann ist da noch Thorstens Idee, die eigentlich cool wäre: Alles, was Kommunen durch KI an Effizienz gewinnen, direkt in Sicherheitsmaßnahmen reinvestieren. Nicht als Wunschdenken, sondern als strukturelle Kopplung. Denn während aktuell alle auf den KI-Zug aufspringen, hinkt die kommunale Cybersicherheit noch immer hinterher. Wer sich heute nicht resilient aufstellt, wird in fünf bis zehn Jahren nicht mehr handlungsfähig sein – als Unternehmen und als öffentliche Einrichtung gleichermaßen. TakeawaysKommunen fallen nicht unter NIS 2, obwohl sie systemrelevant sind. Wer die Bürgergeldzahlung, die Kfz-Zulassung und die Sozialleistungen verwaltet, ist im Krisenfall die Frontlinie. Dass diese Stellen regulatorisch außen vor bleiben, ist eine politische Entscheidung mit realen Konsequenzen.Die Fronttür ist gesichert. Was dahinter passiert, oft nicht. Gemeinsame Rechenzentren schützen den Zugang. Aber Awareness, Patchmanagement, Backup-Konzepte und Incident Response liegen in der Verantwortung der Kommunen selbst. Und da fehlt es an Ressourcen, Zeit und Know-how.Das kleinste Schloss wird zuerst geknackt. Angreifer suchen keine große Herausforderung. Sie suchen den schnellsten Weg zum Ziel. Mit KI wird diese Suche exponentiell schneller. Kommunen ohne Sicherheitsmaßnahmen sind das kleinste Schloss im System.Eine Cyberversicherung ist kein Sicherheitsnetz. Thorstens klare Einschätzung: Wer Sicherheitsmängel nicht beseitigt, bekommt im Schadensfall nichts von der Versicherung. Die Versicherung springt nicht ein. Die Verantwortung bleibt bei der Gemeinde.KI-Effizienzgewinne direkt in Sicherheit reinvestieren – ein cooler Move. Was Kommunen durch KI-gestützte Prozesse einsparen, könnte strukturell an Sicherheitsinvestitionen gekoppelt werden. Das ist kein Wunschdenken, sondern ein konkreter Ansatz, den die Politik aufgreifen sollte. Jetzt abonnieren – und keine Folge mehr verpassen Diese Folge ist für alle, die in Kommunen arbeiten, Steuern zahlen oder einfach wissen wollen, warum ihr Ummeldetermin im Rathaus das schwächste Glied in unserer digitalen Infrastruktur ist. Abonniere „Follow the White Rabbit”, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an Bürgermeister:innen, IT-Verantwortliche und alle, die in der Kommunalpolitik etwas bewegen wollen. Links: Thorsten Rode, Head of IT & Co-Leiter e-Government, Stadt Nettetal | LinkedIn BSI: NIS-2-Umsetzungsgesetz – Geltungsbereich & Anforderungen Landesprogramm Kompass Cybersicherheit NRW BSI: BeHard-Sicherheitscheck für Kommunen Suedwestfalen IT – Fallstudie Lieferkettenangriff auf Kommunen
#67: Zero Trust trifft Agentic AI. Was passiert jetzt?
2026/08/14
Irgendwo in deinem Unternehmen ist gerade ein KI-Agent aktiv. Vielleicht sogar mehrere. Eventuell hat eine Fachabteilung einen eingesetzt, ohne dass die IT-Security davon weiß. Vielleicht kommunizieren sie bereits mit anderen Agenten, sowohl intern als auch extern. Du hast keine Ahnung, was sie dabei austauschen. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Mirko Ross, dem Gründer von asvin und seit Jahrzehnten sozialisiertem Hacker, über die vielleicht dringlichste Frage der aktuellen KI-Debatte: Wie sichert man eigentlich Systeme ab, die nicht mehr deterministisch funktionieren? Mirko kennt beide Seiten des Spiels: Als jemand, der KI-Systeme seit über sieben Jahren angreift, und als Unternehmer, der Cybersecurity Risk Modeling für die Verteidiger entwickelt. Seine Diagnose ist klar: Agentic AI bricht die klassische Perimeterlogik. Zero Trust war die Antwort auf unkontrollierte Netzwerkzugriffe durch Menschen und Systeme, doch KI-Agenten entstehen und verschwinden dynamisch, kommunizieren in natürlicher Sprache statt über definierte Schnittstellen und lassen sich nicht einfach über Identitätsmanagement regeln. Und dann ist da noch die Kostenfrage, die kaum jemand laut ausspricht. Die leistungsfähigsten Modelle – aktuell Mythos und GPT 5.6 – kosten pro Token ein Vielfaches gegenüber ihren Vorgängern, liefern aber vielleicht nur 20 bis 25 Prozent mehr Output. KI-Agenten optimieren nicht auf Wirtschaftlichkeit. Sie lösen die Aufgabe – egal, wie viel Rechenleistung sie dafür verbrauchen. Das Ergebnis: Unternehmen müssen vor Monatsende zum CFO rennen und erklären, warum das KI-Budget schon aufgebraucht ist. Mirko erklärt, wie Model Routing und AI Gateways dieses Problem lösen können und warum sich das Know-how, das man bisher für gute Pentester brauchte, fundamental verändern wird. TakeawaysSchatten-KI entsteht von unten, nicht von oben. Wenn Governance Agenten verbietet, die Leute ihre Deadlines aber damit schaffen, passiert es trotzdem – auf dem Privatlaptop und außerhalb jeder Kontrolle. Wer das ignoriert, hat nicht weniger Risiko, sondern nur weniger Sichtbarkeit.Zero Trust funktioniert nicht für nicht-deterministische Systeme. KI-Agenten sind kurzlebig, dynamisch und kommunizieren in natürlicher Sprache – kein Identitätsmanagement der Welt war dafür ausgelegt. Das Konzept braucht eine grundlegende Erweiterung für die Ära der Agenten.Den Nanny-Bot zu bauen schafft das nächste Angriffsziel. Jailbreaks und Prompt Injections funktionieren. Wer einen Agenten baut, der andere Agenten kontrolliert, muss Folgendes wissen: Ein versierter Angreifer wird einen Prompt finden, der das System in den „Do Anything Now“-Modus versetzt.Das Patch-Fenster schrumpft von Tagen auf Minuten. KI-Systeme skalieren, Menschen nicht. Wer bisher dachte, drei Tage zum Patchen seien genug, muss mit Agentic AI auf der Angreiferseite bitter umdenken.Model Routing ist die neue Pflichtdisziplin. Nicht jede Aufgabe erfordert das teuerste Modell. Eine einfache Schwachstellensuche im Code erfordert ein günstiges Modell. Eine vollständige Systemübernahme simulieren – dafür braucht man das Frontier Model. Wer das nicht routet, verbrennt das Token-Budget und muss sich dem CFO erklären. Jetzt abonnieren – und keine Folge mehr verpassen Diese Folge ist für alle, die KI einsetzen oder absichern müssen und wissen wollen, was dabei wirklich passiert. Abonniere „Follow the White Rabbit” auf deiner Lieblingsplattform, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an alle in deinem Netzwerk, die gerade an einer KI-Strategie arbeiten. Links Mirko Ross – Gründer & CEO, asvin | KI-Sicherheitsexperte | LinkedIn | asvin.io Anthropic: Project Glasswing & Claude Mythos OWASP: Top 10 für LLM-Anwendungen & Prompt Injection BSI: KI-Sicherheit und Zero Trust
#66: Roboter-Mobbing: Was wirklich passiert, wenn KI auf Machtstrukturen trifft
2026/07/22
Es hat einen Namen: Roboter-Mobbing. Roboter-Mobbing. Und es passiert gerade in Unternehmen, die glauben, ihr KI-Projekt laufe gut. Mitarbeitende, die um ihren Job oder ihre Macht fürchten, sabotieren das neue System – still, gezielt und ohne dass es jemand merkt. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Dr. Katharina von Knop. Die promovierte Philosophin und Politikwissenschaftlerin ist Gründerin von „Digital Trust Analytics”. Gemeinsam sprechen sie über die eigentliche Ursache des KI-Scheiterns in Unternehmen. Die Technik ist es fast nie. Katharinas Ansatz beginnt nicht mit der Software, sondern mit einer Diagnose: Wo sitzen die Machtstrukturen? Wo die Ängste? Und wer hat am meisten zu verlieren? Auf dieser Grundlage überträgt sie die Maslow'sche Bedürfnispyramide auf KI-Projekte: vom ersten schlanken Use Case mit echtem Nutzen über transparente Regulatorik und eigene Qualitätssicherung bis hin zu Selbstwirksamkeit und echtem Zugehörigkeitsgefühl. Ihr klarster Ratschlag lautet: Qualitätssicherung niemals auslagern. Denn wer nicht selbst versteht, ob ein Fehler eine Halluzination, ein Data Drift oder ein gezielter Angriff ist, wird dem System nie wirklich vertrauen – und das spüren auch die Teams. Dann wird es überraschend: Warum verlieren Pathologen messbar an Kompetenz, wenn KI zu viel übernimmt – und das bereits nach drei Wochen? Warum vertrauen Ältere der KI oft mehr als Jüngere? Und was hat ein Versicherungsunternehmen, das seine Prozesse komplett automatisiert hat, dabei übersehen? Am Ende gibt Katharina vier konkrete Tipps für alle, die KI nicht nur einkaufen, sondern wirklich verankern wollen. Diese Folge ist kein Technik-Talk. Sie ist Psychologie, Machtanalyse und Praxishandbuch in einem. TakeawaysKI-Projekte scheitern an den Menschen, nicht an der Technologie. Bevor der erste Use Case startet, ist eine ehrliche Diagnose notwendig: Welche Machtstrukturen stehen dem Projekt im Weg? Der erste Schritt ist daher ein Gespräch und kein Deployment.Vertrauen folgt einer Bedürfnispyramide. Zunächst muss echter Nutzen entstehen, dann folgt Sicherheit durch verständlich erklärte Regulatorik und schließlich Kontrolle durch eigene Teams. Wer Vertrauen verordnet, bekommt Roboter-Mobbing.Qualitätssicherung gehört ins eigene Haus. Wer sie auslagert, gibt Kontrolle und Vertrauen ab. Nur wer selbst unterscheiden kann, ob ein Fehler Halluzination, Data Drift oder Angriff ist, schafft echte Berechenbarkeit und klare Verantwortlichkeit.Den Menschen ändern wir nicht – die Systeme schon. Eine gute KI ist ein Coworker auf Augenhöhe, der kognitiv herausfordert. Kein Sternchen-Smiley-Affenarsenal, sondern Reziprozität. Aktive Interaktion verhindert Kompetenzverlust, der sonst schon nach drei Wochen messbar einsetzt.Klein starten, transparent kommunizieren – und das dauerhaft. Schlanker Use Case statt Over-Engineering. MVP statt Perfektion. Und Kommunikation nicht als Kick-off-Folie, sondern als Dauerprozess betrachten. Das ist keine Empfehlung für Soft Skills, sondern die Voraussetzung dafür, dass KI überhaupt funktioniert. Jetzt abonnieren – das KI-Special geht weiter! Diese Folge ist Pflicht für alle, die KI nicht nur einführen, sondern im Unternehmen nachhaltig verankern wollen. Abonniere „Follow the White Rabbit”, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an Führungskräfte und Teams, die gerade mitten in einem KI-Projekt stecken oder kurz davor sind, eines zu starten. LinksDr. Katharina von Knop – Philosophin, Politikwissenschaftlerin, Gründerin Digital Trust Analytics | Digital Trust Analytics EU AI Act – Volltext (Verordnung EU 2024/1689) BSI: Trustworthy AI – Leitlinien für vertrauenswürdige KI
#65: „Nach Schatten-IT kommt jetzt Schatten-KI!“
2026/07/15
Die Strategie wurde kommuniziert, das Tool wurde eingeführt und das Pilotprojekt läuft. Von außen sieht alles modern aus. Aber wie ist es in den Teams? Stille Erschöpfung. Heimlich genutzte Tools. Und irgendwo eine Kundendatei, die längst in einem nicht genehmigten KI-System gelandet ist. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Rebecca Hundschell, Gründerin des „Female AI Club” und Expertin für KI-Governance, über das, was wirklich passiert, wenn KI in ein Unternehmen einzieht – jenseits der Hochglanzstrategie. Rebecca kennt beide Seiten: die Begeisterung und die Überforderung. Sie erklärt, warum Schatten-KI das neue Schatten-IT ist und dass es sich dabei nicht um ein Disziplin-, sondern um ein Führungsproblem handelt. Ein Praxisbeispiel aus der Folge spricht für sich: Jemand bildete seine gesamte Kundenarbeit über ein privates KI-Tool ab, sparte rund 100 Beratertage und schuf dabei einen handfesten DSGVO-Verstoß. Wer Schatten-KI ignoriert, hat nicht weniger Risiko. Er hat nur weniger Sichtbarkeit. Dazu kommt die Kostenfalle: KI bleibt nicht billig. Ein Konzern hatte sein KI-Jahresbudget bereits im April aufgebraucht, weil im Vorfeld niemand gefragt hatte, an welcher Stelle der Wertschöpfungskette KI tatsächlich einen Mehrwert bietet. Und dann ist da noch der blinde Fleck, über den kaum jemand spricht: KI-Systeme sind statistische Modelle, keine Wahrheitsmaschinen. Sie halluzinieren. Sie reproduzieren Vorurteile – nur eben skalierbar. Bewerbungstools sortieren Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund millionenfach aus. Junior-Jobs verschwinden, bevor die nächste Generation die nötige Seniorität aufbauen kann, die KI später einordnen soll. Diese Folge ist kein KI-Hype. Sie ist der Realitätscheck, den viele Unternehmen gerade bitter nötig haben. TakeawaysSchatten-KI ist bereits Realität und kein Disziplinproblem. Mitarbeitende greifen zum nützlichsten Tool, nicht zum erlaubten. Wer das ignoriert, hat nicht weniger Risiko, sondern nur weniger Überblick. Governance beginnt mit Sichtbarkeit.Eine gute KI-Policy braucht keine 15 Seiten. Drei bis vier Seiten reichen aus, wenn drei Dinge geklärt sind: Welche Daten in welches Tool dürfen, welche Tools freigegeben sind und an wen man sich bei Fragen wendet. Verbotssprache erzeugt nur kreative Umgehungen.KI von oben durchdrücken funktioniert nicht. Change Management schlägt Top-down. Man sollte die Begeisterten zu Multiplikatoren machen, niedrigschwellige Formate wie eine KI-Sprechstunde anbieten und mitdenken: Mit dem AI Act wird KI-Weiterbildung zur Pflicht.KI bleibt nicht billig. Die Preismodelle werden von Pauschale auf nutzungsbasiert umgestellt. Wer nicht klärt, wo KI entlang der Wertschöpfungskette wirklich Mehrwert schafft, verbrennt Budget – und das nicht nur einmalig, sondern jeden Monat.Der Gender-Gap in der KI ist kein Randthema, sondern ein Systemrisiko. Zu wenige Frauen entwickeln KI. Zu viele Bewerbungstools sortieren sie aus. Wer an den Tischen fehlt, an denen KI entwickelt wird, ist auch in den Ergebnissen nicht vertreten. Jetzt abonnieren – und den nächsten Realitätscheck nicht verpassen Diese Folge ist für all jene, die glauben, beim Thema KI schon „durch” zu sein. Abonniere „Follow the White Rabbit” auf deiner Lieblingsplattform, hinterlasse eine Bewertung und schicke die Folge an Führungskräfte, Kolleg:innen und alle, die KI gerade von oben nach unten einführen – bevor das nächste Datenschutzproblem auftaucht. LinksRebecca Hundschell – Gründerin Female AI Club, Expertin für KI-Governance | LinkedIn | The Female AI Club | ELEVAITION Consulting EU AI Act – Volltext (Verordnung EU 2024/1689) BSI: Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit Bitkom: KI in deutschen Unternehmen – Studienlage The Female AI Club
#64: "Die Roboter waren mir zu dumm"
2026/06/26
Mit zwölf Jahren sah Marie eine Dokumentation über intelligente Prothesen und wusste sofort: „Das ist es!” Jahre später, mitten im Maschinenbaustudium, kommt die ernüchternde Erkenntnis: Die Roboter sind ihr zu dumm. Also wechselt sie die Richtung. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” nimmt Dr. Marie Ossenkopf, KI-Forscherin und Mitgründerin der NGO Omega AGI, Lisa Fröhlich mit zur vielleicht größten Frage unserer Zeit: Was unterscheidet heutige KI von echter, allgemeiner Intelligenz – und was fehlt noch? Marie erklärt, warum Maschinen die kreativsten Lösungen finden, wenn man ihnen ein Ziel, aber keinen Weg vorgibt. Ein berühmtes Beispiel aus ihrer Forschung ist ein Roboterhund beim Roboterfußball, der nicht laufen, sondern rutschen lernte – stabiler und schneller, als es je ein Mensch vorgegeben hätte. Sie zeigt, warum heutige Chatbots zwangsläufig einen Charakter entwickeln und warum Reinforcement Learning die großen Sprachmodelle erst wirklich gesprächsfähig gemacht hat. Schließlich erläutert sie, was einer planenden, selbstlernenden KI bis heute fehlt: ein echtes Weltmodell, Selbstwahrnehmung und neue Rechenarchitekturen. Dann wird es philosophisch. Können Maschinen fühlen? Maries Antwort: Technisch ist das denkbar, aber wollen wir das überhaupt? Und sind wir als Gesellschaft darauf vorbereitet? Diese Folge geht tiefer als der aktuelle Hype um LLMs. Sie ist ein Gegengift gegen unreflektierte KI-Begeisterung und eine Einladung, die Frage zu stellen, die wir zu selten stellen: Was wollen wir von KI, bevor wir sie bauen? Takeaways Echte Intelligenz entsteht durch Ausprobieren. Reinforcement Learning bedeutet Lernen durch Versuch, Irrtum und Belohnung. Wenn man einem System nur das Ziel vorgibt, aber nicht den Weg, dann entstehen Lösungen, die kein Mensch je programmiert hätte.Reinforcement Learning hat die LLMs erst chatfähig gemacht. Lange war es ein Nischenthema, da Ausprobieren nur in sicheren Räumen funktioniert. Erst die Kombination aus Sprachmodell und menschlichem Feedback machte echte Konversation möglich.Der Charakter einer KI ist kein Fehler. Jedes hinreichend komplexe System entwickelt Eigenheiten, die durch zufällige Initialisierung und menschliches Feedback geprägt sind. Deshalb lohnt es sich, bewusst das Modell zu wählen, das zu einem passt.Bis zur AGI fehlt die Hypothesen-Maschine. Heutige Systeme existieren nur im Moment des Prompts. Echte AGI bräuchte ein eigenes Weltmodell, Selbstwahrnehmung und die Fähigkeit zum expliziten Planen – sowie neue Rechenarchitekturen, die aktuelle GPUs nicht liefern können.Erst denken, dann bauen. Fühlende Maschinen sind langfristig denkbar, doch die Menschheit ist noch nicht bereit dafür. Die wichtigste Frage kommt zuerst: Was wollen wir von KI überhaupt? Jetzt abonnieren und das KI-Special nicht verpassen! Diese Folge ist ein Ausflug in die ganz großen Fragen und ein Gegengift zum Hype. Teile sie mit allen, die KI nicht nur nutzen, sondern verstehen wollen. Abonniere Follow the White Rabbit und sag' uns: Wann rechnest du mit der ersten echten AGI? Links: Dr. Marie Ossenkopf, KI-Forscherin, Mitgründerin Omega AGILisa Fröhlich, Host, Unternehmenssprecherin Link11 Omega AGI – gemeinnützige NGO für KI-ForschungDeepMind: AlphaZero & Reinforcement LearningEU AI Act – Regulatorischer Rahmen für KI
#63: Lieferkettenangriffe ein unterschätztes Risiko? 97 Prozent sind betroffen
2026/06/10
Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2025 meldeten 97 Prozent der international agierenden Unternehmen gravierende Störungen durch Lieferkettenangriffe. Fast alle. Und trotzdem schützen die meisten Unternehmen vor allem sich selbst und übersehen dabei, dass Angreifer längst den Umweg über den IT-Dienstleister, den Softwareanbieter oder den Zulieferer drei Ebenen tiefer in der Kette kennen. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” spricht Lisa Fröhlich mit Dr. Fino Scholl, dem Geschäftsführer der deutschen Tochtergesellschaft eines Schweizer GRC-Softwareanbieters, über Lieferkettenangriffe, Third-Party-Risiken und was Unternehmen heute konkret tun können, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Fino kennt das Thema von beiden Seiten. Als Ingenieur in der Automobilbranche erlebte er hautnah, was passiert, wenn ein Unternehmen in einen Skandal verwickelt wird und plötzlich Governance-Strukturen aufbauen muss, die vorher niemand für nötig hielt. Heute vertreibt er GRC-Tools, die genau das systematisch umsetzen. Sie schaffen Transparenz, identifizieren kritische Dienstleister und bewerten Risiken, bevor ein Angriff über eine vertrauensvolle Geschäftsbeziehung möglich wird. Sein Befund zur aktuellen Lage ist ernüchternd: Viele Unternehmen wissen noch nicht einmal, ob NIS 2 auf sie zutrifft. Und diejenigen, die es wissen, haben oft keinen vollständigen Überblick darüber, von welchen Dritten sie abhängig sind. Die gute Nachricht ist: Man muss nicht alle 100 Lieferanten gleichzeitig durchleuchten. Ein risikobasiertes Vorgehen ist der Schlüssel. Wer seine Kronjuwelen kennt, also die kritischsten Assets und Geschäftsprozesse, kann ableiten, welche Dienstleister prioritär zu prüfen sind. Vertragsklauseln, regelmäßige Audits, Multi-Faktor-Authentifizierung für externe Zugänge, automatisiertes Monitoring und Notfallpläne für den Ausfall eines kritischen Partners sind zwar viel, aber machbar. Und KI kann dabei helfen, den Aufwand zu reduzieren – von der automatisierten Suche nach negativen Medien bis zur Erkennung von Anomalien im Netzwerk. Wer heute anfängt, hat morgen einen Vorsprung. Takeaways:97 Prozent der Unternehmen sind betroffen, aber kaum jemand schaut hin. Lieferkettenangriffe sind kein Randphänomen. Die Liste prominenter Fälle wird immer länger: SolarWinds, Südwestfalen-IT, der CrowdStrike-Vorfall. Der Angriff auf dein Unternehmen beginnt möglicherweise beim Buchhaltungsdienstleister.Viele Unternehmen wissen nicht, wem sie eigentlich vertrauen. Wer seine kritischen Dienstleister nicht kennt, kann sie nicht schützen. Der erste Schritt ist immer derselbe: Transparenz schaffen – wie beim Asset-Management, nur für externe Partner.NIS 2 bezieht sich auch auf die Lieferkette. Wer als reguliertes Unternehmen einen Dienstleister einsetzt, ist dafür verantwortlich, dass auch dieser die Anforderungen erfüllt. Dies muss vertraglich festgehalten und regelmäßig überprüft werden.Vertrauen ist kein Sicherheitskonzept. Altbewährte Dienstleister, mit denen seit Jahren zusammengearbeitet wird, müssen genauso geprüft werden wie neue. Genau diese Vertrauensbasis wird von Angreifern gezielt ausgenutzt.KI kann auf beiden Seiten helfen, doch die Verteidiger nutzen sie noch zu wenig. Mögliche Anwendungen sind automatisierte Schwachstellenscans, Adverse-Media-Monitoring und KI-gestützte Fragebögen für Lieferantenaudits. Die Tools sind vorhanden. Der Wille, sie einzusetzen, muss jedoch noch wachsen. Jetzt abonnieren – und keine Folge mehr verpassenWenn diese Folge dich dazu gebracht hat, mal nachzudenken, wer eigentlich alles Zugang zu deinen Systemen hat – gut. Abonniere Follow the White Rabbit auf deiner Lieblingsplattform, hinterlasse eine Bewertung und schick diese Folge an alle, die im Einkauf, in der IT oder im Risikomanagement arbeiten. Die brauchen sie. Links:Dr. Fino Scholl – Geschäftsführer, Swiss GRC (Deutschland & Österreich) Lisa Fröhlich – Host, Unternehmenssprecherin Link11 BlueVoyant: State of Supply Chain Defense 2025BSI zu NIS 2 – Anforderungen und GeltungsbereichENISA: Supply Chain Attacks ReportDORA – Digital Operational Resilience ActLesetipp: This Is Not a Drill – Kris Lovejoy & Dave Mahon
#62: Dein Gehirn ist die größte Sicherheitslücke – und du merkst es erst, wenn es zu spät ist
2026/05/28
Es werden Millionen für Firewalls, Audits und Schulungen ausgegeben – und trotzdem klickt irgendwann jemand auf den Phishing-Link. Warum? Weil das Problem nicht im Server-Rack, sondern in den Köpfen der Menschen steckt. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” geht Lisa Fröhlich gemeinsam mit Dr. Marc Wilczek, Cybersecurity-Forscher und Research Fellow an der Goethe-Universität Frankfurt, sowie Ralph Noll, Leiter des Cyber Incident Response Teams bei Deloitte, dorthin, wo es wirklich wehtut: in die Psychologie hinter schlechten Sicherheitsentscheidungen. Das Erschreckende daran? Die Betroffenen sind keine unerfahrenen Nutzer, sondern erfahrene Führungskräfte, die täglich mit IT-Sicherheit zu tun haben. Marc hat in seiner Doktorarbeit wissenschaftlich belegt, was viele im Bauch ahnen. Fach- und Führungskräfte überschätzen systematisch ihre Abwehrfähigkeiten und unterschätzen gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen etwas passiert. Beides zusammen ergibt eine gefährliche Komfortzone. Audits, Krisenpläne und Schulungen schaffen ein trügerisches Sicherheitsgefühl, solange sie nicht in ein größeres Programm eingebettet sind. Ralph kennt die Folgen aus erster Hand: Er kommt dann ins Spiel, wenn die Systeme bereits verschlüsselt sind. Und fast immer führt die Spur zurück zum Faktor Mensch, zu einem Klick, der in einer Sekunde der Panik getätigt wurde, weil das Gehirn auf Autopilot lief. Die gute Nachricht steckt in den Forschungsergebnissen: Simulationen wirken. Wer den Ernstfall übt, geht demütiger und wachsamer durch den Alltag. Und wer eine Unternehmenskultur aufbaut, in der Fehler gemeldet und nicht versteckt werden, kann Schäden schneller begrenzen. KI macht das alles komplizierter – als Werkzeug der Angreifer, aber auch als mögliche Unterstützung für Verteidiger. Eines aber bleibt: Der gesunde Menschenverstand ist und bleibt die wichtigste Sicherheitslinie. Diese Folge erklärt, warum das so ist und was du konkret tun kannst. Takeaways:Wissen schützt nicht vor Fehlern. Zwischen dem Wissen, dass es Phishing gibt, und dem Nicht-Klicken liegt eine kognitive Lücke. Die Forschung belegt: Selbst Sicherheitsverantwortliche sind davor nicht gefeit.Schulungen können trügen. Wer eine Security-Schulung absolviert hat, fühlt sich sicherer – und ist dadurch manchmal anfälliger. Schulungen benötigen einen größeren Rahmen, sonst verpuffen sie.Hierarchische Kulturen sind bevorzugte Angriffsziele. CEO-Fraud funktioniert besonders gut dort, wo niemand den Chef hinterfragt. Eine offene Fehlerkultur ist keine Soft-Skill-Übung, sondern eine Sicherheitsstrategie.Simulationen öffnen die Augen, Checkboxen hingegen nicht. Der wirksamste Schutz ist die kontrollierte Konfrontation mit dem Ernstfall. Wer Regulatorik nur abhakt, wähnt sich in einer Sicherheit, die nicht existiert.KI verstärkt sowohl Angriff als auch Verteidigung. Deepfakes, KI-generierte Phishing-Mails und manipulierte Lerndatensätze machen die Bedrohungslage komplexer. Aber auch die Abwehr kann mit KI besser werden, wenn der Mensch weiterhin eingebunden ist. Jetzt abonnieren – und keine Folge mehr verpassenWenn diese Folge dich zum Nachdenken gebracht hat, dann erzähl es weiter. Abonniere Follow the White Rabbit auf deiner Lieblingsplattform, hinterlasse eine Bewertung und empfiehl den Podcast deinem Team, deiner Führungsebene oder allen, die glauben, mit einem Audit gut aufgestellt zu sein. Links:Dr. Marc Wilczek – Cybersecurity-Experte, Research Fellow am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik, Goethe-Universität Frankfurt Ralph Noll – Leiter Cyber Incident Response, Deloitte Lisa Fröhlich – Host, Unternehmenssprecherin Link11 BSI: Social Engineering und CEO-FraudBitkom Cybersecurity-Studie 2024DORA – Digital Operational Resilience ActFBI Internet Crime Report 2024Lesetipp: Daniel Kahneman: Schnelles Denken, langsames Denken
#61: Dasselbe Spiel, anderer Stoff: Was hat Ransomware mit dem Kokainhandel gemeinsam?
2026/05/13
Stell dir vor: Eine kriminelle Organisation mit AGBs, Rabattaktionen und eigenem DSGVO-Anwalt. Kein Netflix-Plot – das ist Ransomware im Jahr 2025. In dieser Folge von Follow the White Rabbit trifft Lisa Fröhlich auf Julian Obenland, Partner und Geschäftsführer von NVISO in Deutschland. Er vergleicht Ransomware-Banden mit dem Kokainhandel und hat damit erschreckend recht. Wer glaubt, Cyberkriminalität sei das Werk von Einzeltätern im Hoodie, wird hier eines Besseren belehrt. Julian kommt dann ins Spiel, wenn der Schaden schon passiert ist. Durchschnittlich 1,5 Millionen Euro. Pro Angriff. Was er dabei gelernt hat: Ransomware-Gruppen wie Lockbit oder Black Buster arbeiten wie mittelständische Unternehmen. Mit Schichtplänen, Krankmeldungen und durchdachten Pricing-Modellen. Und genau wie im Drogenhandel interessiert sich organisierte Kriminalität längst für legale Strukturen: Start-ups werden aufgekauft, Hafeninfrastruktur digital unterwandert, staatliche Akteure aus Russland und China mischen mit. Die gute Nachricht steckt in den geleakten Chat-Protokollen dieser Gruppen: Sie haben Angst. Vor Entdeckung, vor starken Abwehrmechanismen, vor Organisationen, die schnell und koordiniert reagieren. Wer heute in Prävention, Informationsaustausch und Resilienz investiert, stellt sich besser auf. Was es braucht, erklärt Julian in dieser Folge, ohne Fachjargon und mit einem Vergleich, den ihr so schnell nicht vergesst. Takeaways:Ransomware ist ein Businessmodell. Mit Preislisten, Rabatten, AGB und Support-Teams. Lockbit hatte sogar DSGVO-Beratung für Opfer. Das ist keine Satire, sondern die Realität.Bekannte Schwachstellen sind das Einfallstor. Angreifer nutzen vor allem ungepatchte Systeme. Kein Zero-Day-Hacking nötig, schlechtes Patchmanagement reicht völlig aus.Staatliche Akteure und Kriminelle verschmelzen. Russland, China, Nordkorea: Die Grenzen zwischen Cybercrime, Spionage und geopolitischer Einflussnahme existieren kaum noch.Hackback ist nicht die Lösung. Viel wirksamer ist enger Informationsaustausch zwischen Staat und Industrie – zeitnah, konkret, anwendbar.Organisierte Kriminalität kauft sich legal ein. Start-ups in kritischen Infrastrukturen werden gezielt übernommen, um digitale Hintertüren zu öffnen. Wenn euch diese Folge überrascht hat, abonniert doch den Podcast und empfehlt ihn weiter. Jede Bewertung hilft, das Thema Cybersicherheit in mehr Köpfe zu bringen. Links:Julian Obenland, Partner & Geschäftsführer, NVISO GmbH, findet ihr auf Linkedin Mehr Infos zu den angesprochenen Themen findet ihr hier: Bitkom Cybersecurity-Studie 2024 – Schäden durch Cyberkriminalität in Deutschland BSI Lagebericht IT-Sicherheit in Deutschland Europol: Lockbit Takedown Operation Cronos FBI IC3 Annual Report – Internet Crime BKA - Lagebilder - Bundeslagebild Cybercrime 2025 Wer gerne liest, dem sei noch dieses Buch empfohlen: Misha Glenny: McMafia – Organisierte Kriminalität im globalen Zeitalter
#60: „NIS 2 ist keine Bürokratie – es ist eure License to Operate!“
2026/04/29
Cyberangriffe sind keine Science-Fiction mehr – sie sind Realität. Ransomware, staatliche Spionage und Supply-Chain-Attacken bedrohen Unternehmen aller Größen. Doch warum braucht es dafür eine EU-Regulierung wie NIS 2? Eileen Walther, General Manager bei Northwave und ehemalige Cybercrime-Ermittlerin, erklärt im Gespräch mit Lisa Fröhlich, wie geopolitische Spannungen, digitale Abhängigkeiten und die wachsende Komplexität der Lieferketten die Bedrohungslage verschärfen. NIS 2 ist kein bürokratisches Monster, sondern eine „License to Operate“ – wer sie ignoriert, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern die Existenz seines Unternehmens. In dieser Folge erfahrt ihr: Wie Angreifer heute vorgehen – von staatlich unterstützter Spionage bis zu Ransomware-Gruppen mit „Fingerabdruck“-Mustern.Warum Europa keine Wahl mehr hat: Die Illusion der „sicheren Insel“ ist vorbei. NIS 2 zwingt Unternehmen, ihre digitale Resilienz zu stärken – oder von der Lieferkette abgeschnitten zu werden.Die unsichtbare Gefahr: Ein kompromittierter Dienstleister kann dein Unternehmen lahmlegen – 5 Tage Stillstand, Millionen-Schäden, Reputationsverlust. NIS 2 macht Lieferanten-Monitoring zur Pflicht.KI, Globalisierung & Co.: Warum Cybersecurity kein IT-Problem mehr ist, sondern Chefsache – und wie du als Führungskraft handeln musst. Cybersecurity betrifft uns alle – ob als Unternehmer:in, Mitarbeiter:in oder Privatperson. Diese Folge zeigt, warum NIS 2 nicht nur eine Checkliste ist, sondern ein Werkzeug für mehr Sicherheit, Vertrauen und Geschäftskontinuität. Takeaways:NIS 2 ist kein Papiertiger – es ist Überlebenssicherung Die Regulierung reagiert auf reale Bedrohungen: Staatliche Spionage, Ransomware und Supply-Chain-Attacken nehmen zu. Unternehmen, die NIS 2 als „Compliance-Last“ abtun, riskieren nicht nur Strafen, sondern Betriebsausfälle, Reputationsschäden und Haftungsrisiken für die Geschäftsführung. Lieferketten sind das neue Schlachtfeld Ein unsicherer Dienstleister kann dein ganzes Unternehmen lahmlegen. Beispiel aus der Praxis: Ein externer Partner ohne Asset-Übersicht oder Patch-Strategie führte zu 5 Tagen Stillstand und Millionen-Schäden bei einem Kunden. NIS 2 verlangt Lieferanten-Monitoring – nicht aus Bürokratie, sondern aus Selbstschutz. Cybersecurity ist Chefsache – oder sie scheitert Solange Sicherheit nur als „IT-Problem“ gesehen wird, bleibt sie unterfinanziert. Eileens Rat: „Security braucht ein eigenes Office – nicht untergeordnet unter der IT.“ Nur mit Vorstandsrückhalt werden Risiken ernst genommen und Budgets freigegeben. Die größte Lüge: „Uns passiert das nicht“ Viele Unternehmen unterschätzen ihre Abhängigkeiten – bis der Angriff kommt. Fakt: 20% der Firmen überleben laut Bitkom-Studie nur 20 Stunden ohne Internet. NIS 2 hilft, Blindspots zu identifizieren – bevor Angreifer sie ausnutzen. Resilienz ist das neue „Sicher“ NIS 2 fordert keine 100%ige Sicherheit (die gibt es nicht), sondern operative Widerstandsfähigkeit. Das bedeutet: Kontinuierliches Risikomanagement (identifizieren, Maßnahmen ergreifen, anpassen).Transparenz in der Lieferkette – wer liefert kritische Dienste?Schnelle Reaktion – weil Angriffe nicht die Frage sind, sondern wann sie kommen. Checkt euren NIS-2-Status: Ist euer Unternehmen betroffen? NIS-2-Sector-Check der EU (auch indirekt über Lieferketten!). Diese Folge ist ein Weckruf für alle, die denken, „Cybersecurity geht mich nichts an“. Teilt sie mit Kolleg:innen, Führungskräften und Freund:innen – Sicherheit geht uns alle an. Links:Eileen findet ihr auf LinkedIn. Hier gibt es mehr Infos zu Northwave Cyber Security und Link11 IT Security Außerdem findet ihr hier alles zur NIS 2 Richtlinie.
#59: Pentesting entlarvt: Warum 90% der Unternehmen diese Security-Lücke ignorieren
2026/04/15
Cybersecurity ist kein Stoff aus Hollywood, sondern Alltag. Sie betrifft jeden und jedes Unternehmen. In dieser Folge von „Follow the White Rabbit” klären Lisa Fröhlich und Nina Wagner, Gründerin von MindBytes, auf, was Pentesting wirklich ist: keine spektakulären Hackerangriffe, sondern eine gezielte Suche nach Schwachstellen, bevor diese von Angreifern ausgenutzt werden können. Egal, ob du IT-Verantwortlicher, Unternehmer:in bist oder einfach nur neugierig: Hier erfährst du, warum Pentesting kein Luxus, sondern ein Muss ist, um digitale Risiken zu minimieren und Resilienz aufzubauen. Pentesting und Red Teaming sind nicht dasselbe: Während Pentests technische Schwachstellen in klar abgegrenzten Systemen aufdecken, simuliert Red Teaming echte Angriffe auf die gesamte Organisation, inklusive Social Engineering und physischer Sicherheitslücken. Nina erklärt, warum beide Methoden wichtig sind, aber unterschiedliche Ziele verfolgen. Besonders spannend ist, wie oft Unternehmen Basics wie Patch-Management oder Multifaktor-Authentifizierung vernachlässigen und damit Angreifern Tür und Tor öffnen. Weil Cybersecurity kein einmaliges Projekt ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Nina gibt konkrete Tipps, wie Unternehmen – egal, ob KMU oder Konzern – ihre IT-Sicherheit nachhaltig verbessern können: von der Priorisierung kritischer Systeme bis zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden. Takeaways:Pentest ≠ Red Teaming: Pentests fokussieren sich auf technische Schwachstellen in abgegrenzten Systemen (z. B. Webanwendungen oder Netzwerke). Beim Red Teaming werden hingegen echte Angriffe auf die gesamte Organisation simuliert – inklusive Social Engineering und physischer Sicherheitslücken.Basics zuerst: Bevor mit dem Pentesting begonnen wird, sollten Unternehmen grundlegende Maßnahmen wie Patch-Management, Multifaktor-Authentifizierung und regelmäßige Security-Updates umsetzen. Denn viele Angriffe nutzen bekannte, aber ungepatchte Schwachstellen aus.Der Mensch als Risikofaktor: Selbst die beste Technik hilft nicht, wenn Mitarbeitende auf Phishing-Mails hereinfallen. Entscheidend sind Prozesse (z. B. Meldewege) und Schulungen, um menschliche Fehler zu minimieren.Regulierung vs. Freiheit: In Branchen wie dem Finanzsektor (z. B. DORA) sind Pentests vorgeschrieben. Für andere Unternehmen ist dies freiwillig, doch Risikomanagement ist Pflicht. Ein Pentest hilft dabei, nachzuweisen, dass man sich um Security kümmert.Qualität vor Quantität: Ein automatisierter Schwachstellenscan ist kein Pentest! Echte Pentests kombinieren Tools mit manueller Analyse, um relevante Risiken zu identifizieren und nicht nur theoretische Lücken aufzudecken. Ja, auch du als Privatperson bist betroffen. Die Tricks der Angreifer werden immer raffinierter: Ob Phishing-Mails oder unsichere Passwörter – du bist ständig in Gefahr. In dieser Folge zeigen wir dir, wie du dich und dein Unternehmen schützen kannst, bevor es zu spät ist. Gefällt dir die Folge? Dann abonniere Follow the White Rabbit und empfehle sie weiter – denn Sicherheit geht uns alle an! Links: Nina findet ihr hier auf Linkedin. Und hier geht's zu MindBytes Weitere nützliche Quellen findet ihr hier: NIST 2.0BSI – SchwachstellenmanagementCVE - Common Vulnerabilities and Exposures Hier findet ihr mehr Folgen vom Link11 IT-Security-Podcast
#58: 82 Mal mehr Maschinen als Menschen – und kaum einer kennt sie alle
2026/04/01
Der Perimeter ist tot – aber was kommt danach? In dieser Follow the White Rabbit-Folge spricht Lisa Fröhlich mit Létitia Combes, Mitgründerin und Managing Director von BxC Security, über eines der am meisten unterschätzten Themen in der Operational Technology: digitale Maschinenidentitäten. Denn während die IT-Security in vielen Unternehmen längst Standard ist, hinkt die OT-Sicherheit noch deutlich hinterher – mit potenziell gravierenden Folgen für Produktionslinien, Lieferketten und die gesamte Betriebssicherheit. Létitia erklärt, warum das klassische Perimeter-Modell in modernen Produktionsumgebungen an seine Grenzen stößt. Roboter kommunizieren mit der Cloud, Fernwartungen öffnen Verbindungen nach außen und ein einziger Betrieb kann schnell Tausende von Maschinenidentitäten verwalten müssen – häufig manuell und undokumentiert. Laut CyberArk gibt es im Schnitt 82-mal mehr Maschinenidentitäten als menschliche Identitäten in einem Unternehmen. Das klingt abstrakt, ist aber brandaktuell: Abgelaufene Zertifikate, unklare Zuständigkeiten zwischen IT und OT sowie proprietäre Protokolle unzähliger Hersteller machen das Thema zu einem echten Sicherheitsrisiko mit direktem Einfluss auf die Produktion. Die gute Nachricht: Es gibt pragmatische Wege nach vorne. Létitia zeigt, wie Unternehmen mit klar definierten Use Cases starten können, warum Standardisierungsarchitekturen wie OPC UA helfen und weshalb der Kulturwandel in Richtung OT-Security vor allem dann gelingt, wenn alle Beteiligten – von der IT über den OT-Ingenieur bis zur Führungsebene – ihren eigenen Mehrwert erkennen. Schritt für Schritt, nicht alles auf einmal. Takeaways:Der Perimeter ist nicht tot, aber er reicht allein nicht mehr aus. Moderne Produktionsumgebungen haben zu viele Verbindungen nach außen, sodass ein einziges Sicherheitsmodell nicht mehr ausreicht. Das Zero-Trust-Prinzip hat auch in der OT Einzug gehalten.Maschinenidentitäten sind der blinde Fleck vieler Unternehmen. Es gibt 82-mal mehr Maschinenidentitäten als menschliche, von denen viele schlecht dokumentiert, manuell verwaltet oder schlicht vergessen sind.Zertifikate sind der digitale Reisepass deiner Maschinen. Wenn die Verantwortlichkeiten für Ausstellung, Prüfung und Erneuerung zwischen IT, OT und Lieferanten unklar sind, entstehen gefährliche Lücken.Wartungsfenster sind knapp, Zertifikate laufen trotzdem ab. In der Pharmaindustrie etwa gibt es oft nur zwei Wartungsfenster pro Jahr – ein abgelaufenes Zertifikat im falschen Moment kann einen Produktionsstillstand bedeuten.Ein Kulturwandel gelingt durch konkrete Erfolge, nicht durch abstrakte Strategien. Wer OT-Security voranbringen will, muss zeigen, dass es funktioniert – mit klaren Use Cases, die für jeden Beteiligten einen sichtbaren Mehrwert liefern. Warum du diese Folge hören solltest: Weil Cyberangriffe auf Produktionslinien keine Zukunftsmusik mehr sind und die Schwachstellen oft nicht dort liegen, wo man sie vermutet, ist dieses Thema von großer Bedeutung. Létitia bringt technische Expertise und einen erfrischend menschenzentrierten Blick auf ein Thema mit, das in vielen Unternehmen noch viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. In dieser Folge erhältst du das nötige Verständnis sowie erste konkrete Handlungsansätze, um das Thema OT-Security endlich auf die Agenda zu bringen – egal, ob du in der IT, im Management oder direkt in der Produktion arbeitest. Bleibt sicher und informiert! Abonniert den Podcast und seid in Sachen IT-Sicherheit immer einen Schritt voraus. Teilt die Folge mit euren Kolleg:innen, Freund:innen und eurer Familie – denn Cybersicherheit ist kein Solo-Sport. Weitere spannende Security-Themen findest du auf den Link11-Kanälen. Keep calm and get protected! Habt ihr Fragen oder eine spannende Idee für eine neue Episode? Schreibt uns – per E-Mail oder über unsere Social-Media-Kanäle. Wir freuen uns auf den Austausch mit euch. Links:Mehr über Létitia erfahrt ihr auf ihrem Linkedin-Profil. Zu BxC Security gibt es hier mehr Infos.

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