1725873900
Der Wolfspodcast

Werben im Podcast: Der Wolfspodcast

Dieser Podcast hat
103 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Sabine Sebald
Explizit
Nein
Erstellt am
2024/01/15
Neueste Episode
2026/10/11
Durchschnittsdauer
64 min.
Veröffentlichungsintervall
12 Tage

Beschreibung

Der Wolf ist wieder da, und er ist gekommen, um zu bleiben. Die Diskussion um seine Rückkehr ist jedoch politisch und gesellschaftlich mehr als aufgeladen. Dieser Podcast macht sich für den aktiven Wolfsschutz stark. Mit vielen wissenschaftlichen Fakten, spannenden Informationen rund um das Leben der wilden Wölfe, sowie politische und juristische Hintergründe und News. Gespräche mit Expertinnen und Experten liefern die unterschiedlichsten Perspektiven zum Thema Wolf. Denn nur, was wir kennen, können wir lieben und nachhaltig schützen. Folgt uns auf den Spuren unserer wilden Wölfe.

Freischalten Der Wolfspodcast Podcast E-Mail-Kontaktdaten,
Hoerer- und Zielgruppendetails

E-Mail-Kontaktinformationen

Direkte Podcast-Kontaktdaten

Hoerer

Zielgruppenzahlen und Engagement-Einblicke

Zielgruppendetails

Podcast-Einblicke

Podcast-Episoden

Neueste Episoden von Der Wolfspodcast Podcast ansehen


109: Wölfe vor der Wiederausrottung?
2026/10/11
Die Lage für die Wölfe in Deutschland wird langsam richtig ernst. Jetzt heißt es, alles und jeden zu mobilisieren, damit der Feldzug von Politik und Jägerschaft nicht mit einer Wiederausrottung der Wölfe endet. Zu Gast ist zum dritten Mal Kerstin Frohoff-Hülsmann aus Wettringen bei Münster, die Redaktionen und den Deutschen Presserat mit ihren Beschwerden inzwischen ordentlich auf Trab hält. Ihr Update kann sich sehen lassen: Das Engagement gegen Desinformation über Wölfe in den Medien trägt erste Früchte, und manche Redaktion wurde erst durch ihre Hinweise auf eigene Fehler aufmerksam. Weniger erfreulich ist ein neues Webinar des Deutschen Jagdverbands, das die Jägerschaft für kommende Wolfsjagden fit machen soll. Es offenbart deutliche Wissenslücken in Sachen Wolf, und das ausgerechnet bei denen, die künftig über Leben und Tod einzelner Wölfe entscheiden sollen. Da wird doch allen Ernstes eine Fähe, die ihren Nachwuchs im Maul umher trägt, als 1-2 Monate alter Welpe verkauft, der einen Futterhappen in Sicherheit bringt. Untragbar, findet Sabine und Kerstins Konsequenz ist klar: Den Jägern sollte die Hoheit über die Wölfe schleunigst entzogen werden. Dazu kommt, dass in den vergangenen Wochen auffallend viele tote Wölfe gefunden wurden. Nicht jeder davon wurde illegal getötet, doch genau hinzuschauen bleibt Pflicht. Besonders erschütternd ist ein Fall aus dem brandenburgischen Landkreis Barnim, der bislang kaum Beachtung fand. Was Sabines Presseanfrage an den Tag brachte, lässt keinen kalt: Die tote Wölfin war die Mutter des Rudels Barnimer Heide, und die Staatsanwaltschaft ermittelt. Eine Folge über Fakten, Frust und die Frage, was jede und jeder Einzelne tun kann.
108: Mitten im Glorialand: Schafhaltung im Wolfsterritorium Schermbeck
2026/09/25
Moritz Specht ist Schäfer in Hünxe im Kreis Wesel – und war jahrelang direkt konfrontiert mit der Wölfin GW954f, besser bekannt als „Gloria von Wesel“. Von Beginn an setzte er auf Herdenschutz, baute Zäune, passte seine Haltung an. Doch Gloria lernte schneller: 120 cm hohe Elektrozäune? Kein Problem. Trotz aller Vorsicht verlor Moritz viele Schafe. In dieser Episode erzählt er, wie es sich anfühlt, als Schäfer zwischen Wolfsrissen, hitziger Stimmung und politischem Aktionismus zu stehen. Die Region kochte: Ein Schaf wurde im Wald angepflockt, Wölfe sollten an Weiden gelockt werden, Videos von wolfsähnlichen Tieren beim Überwinden hoher Zäune gingen viral. Was lief schief? Wie konnte die Lage so eskalieren? Und wie blickt Moritz heute darauf zurück? Sabine und Moritz sprechen außerdem über die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Jagdverbände und Politik versprechen mehr Sicherheit für Weidetierhalter:innen – doch hat sich seit April wirklich etwas verbessert? Wie steht der 37-Jährige, der Landschaftsökologie studiert und für die Grünen bei der Landtagswahl in NRW kandidiert, zu diesen Entwicklungen? Moritz setzt trotz aller Herausforderungen auf die Zukunft der Weidetierhaltung. Auf eine Zukunft, in der Schafhaltung möglich bleibt – und in der man lernt, mit dem Wolf zu leben, statt die Realität zu verdrängen.
107: Sind uns Wölfe zu nah?
2026/09/12
In dieser Folge trifft Sabine Dr. Andreas Moser – Biologe, Wissenschaftsjournalist und vielen als Moderator aus Jahrzehnten beim Schweizer Fernsehen bekannt. In zahlreichen Dokumentationen hat er sich mit Wölfen beschäftigt. Seit 2021 im Ruhestand, setzt er seine langjährige Recherche in seinem neuen Buch fort: „Wölfe – sind sie uns zu nah? Eine Recherche zum Wesen von Wölfen, Hunden und Menschen“. Das Gespräch rückt den Wolf in ein anderes Licht. Moser betrachtet ihn nicht nur als Predator, sondern vor allem als soziales, lernfähiges und fürsorgliches Tier. Wölfe leben in Familien, kommunizieren, lernen voneinander und kümmern sich um ihren Nachwuchs und um Schwächere. In vielem, so berichtet der Biologe, ähneln sie uns Menschen mehr, als wir vermuten. Doch der Wolf, über den wir sprechen, ist nicht immer der reale Wolf. In unseren Köpfen und in der Politik dient er längst als Projektionsfläche – für biologische Ängste, kulturelle Vorstellungen und gesellschaftliche Konflikte. Der „böse Wolf“ aus Märchen und Schlagzeilen hat mit dem wirklichen Tier wenig gemein. Andreas Moser spricht über die evolutionäre Reise vom Wolf zum Hund und darüber, was diese besondere Beziehung über uns Menschen verrät. Er zeigt, woher unsere tiefe Wolfsangst stammt, wie sie psychologisch wächst und kulturell immer wieder neu entsteht – und warum wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Wolfsbilder so oft auseinanderklaffen. Ein intensives und ehrliches Gespräch über Wölfe, Hunde und Menschen, über Jahrzehnte filmischer und journalistischer Arbeit – und über die Frage, ob wir den Wolf erst dann wirklich verstehen, wenn wir bereit sind, unsere eigenen Vorstellungen von ihm zu hinterfragen.
106: Jagdethik im Widerspruch – Tierschutzrecht vs. Jagdpraxis
2026/08/28
Reicht der Status als „jagdbar“ rechtlich und ethisch wirklich aus, um ein Wildtier zu töten? Diese Folge blickt hinter die Kulissen jagdlicher Leitlinien. Anlass sind das neue Ethikpapier der Jägerschaft und die jüngste Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz. Sabine spricht mit dem Diplom-Biologen und Artenschützer Dr. Martin Steverding, der unter anderem im Netzwerk Fuchs aktiv ist. Beide analysieren das Spannungsfeld zwischen Jagdrecht, Tierschutzgesetz und juristischer Realität. Die Episode sagt offen, welche grausamen und längst überholten Jagdpraktiken fernab der öffentlichen Wahrnehmung stattfinden. Und sie zeigt, warum sich die Debatte nicht länger nur um das Wie, sondern zwingend um das Ob einer Tötung drehen muss. Die Kernfragen dieser Episode: - Ist das neue Ethikpapier der Jagdverbände ein echter Schritt zur Selbstbeschränkung? Oder ist es nur ein Beruhigungsversuch angesichts schwindender gesellschaftlicher Akzeptanz? - Was geschieht tatsächlich in den Revieren? Es geht um die Tötung von Welpen, um die Baujagd mit Hunden und um Schliefenanlagen. - Was bedeutet der „vernünftige Grund“ im Tierschutzgesetz? Warum muss jede Tötung strenge Kriterien erfüllen: Geeignetheit, Erforderlichkeit als Ultima Ratio und nachweisbare Verhältnismäßigkeit? - „Herrenlos, aber nicht vogelfrei“: Was der wegweisende Fachaufsatz der Rechtsanwältin Christina Patt für die Praxis bedeutet und warum das Tierschutzgesetz (§ 44 BJagdG) Vorrang vor dem Jagdrecht hat. - Warum ist die anlasslose Bejagung von Fuchs, Waschbär und Wolf weder wissenschaftlich haltbar noch mit modernem Artenschutz vereinbar? - Welche Perspektiven gibt es für die Zukunft? Es geht um die Abschaffung des Bejagungszwangs, um jagdfreie Schutzgebiete und um den Übergang von anlassloser Freizeitjagd zu einem professionellen Wildhütersystem. Eine unverzichtbare Episode für alle, die hinter die Fassade scheinbarer Traditionen schauen und begreifen wollen, warum echter Tier- und Artenschutz nicht bei der Hobbyjagd enden darf.
105: Wolfsmythen im Reality-Check mit Prof. Kurt Kotrschal
2026/08/07
Der Wolfsommer 2026 hinterlässt Spuren – bei Menschen wie bei Wölfen. Wetterextreme und eine hitzige politische Debatte bestimmen das Klima. Doch wie kommen Wölfe mit Hitze und Trockenheit zurecht? Wie leben sie im Hochsommer? Und welche Aufgaben übernehmen die Elterntiere noch, wenn die Welpen schon mehrere Monate alt sind? Zu Gast ist Prof. Dr. Kurt Kotrschal, eine der profiliertesten Stimmen der europäischen Wolfsforschung. Mit ihm prüft Sabine Sebald in dieser Episode gängige Erzählungen: Sind Wölfe wirklich eine Gefahr für Menschen? Brauchen sie „echte Wildnis“? Fressen sie den Wald leer? Und führen weniger Wölfe tatsächlich zu weniger Rissen? Auch hartnäckige Halbwahrheiten aus Jagd und Politik stehen zur Debatte. Dazu zählt die Behauptung, Abschüsse würden Wölfe „lernen lassen“, dass Siedlungen und Nutztiere gefährlich sind – ein Argument, das Jagdfunktionäre wie Helmut Damman-Tamke immer wieder für weitreichende Forderungen nach Bestandsregulierung anführen. Die Folge fragt nicht nur, was an solchen Aussagen stimmt, sondern auch, warum sich Mythen so hartnäckig halten. Sie diskutiert zudem, ob man die Naturverwaltung jenen Akteuren überlassen sollte, die in der öffentlichen Debatte immer wieder mit fragwürdigen oder falschen Behauptungen auffallen. Ein Reality-Check für alle, die die aktuelle Wolfspolemik besser einordnen und zwischen Emotion, politischem Interesse und wissenschaftlicher Evidenz unterscheiden wollen – und für alle, die neu im Thema sind.
104: Der große Wolfs-Check Schweiz
2026/07/24
In dieser Episode des Wolfspodcasts begrüßt Sabine zum zweiten Mal Christina Steiner, Präsidentin des Vereins CHWOLF. Schon in Folge 37 war sie zu Gast – damals ging es um den wachsenden politischen Druck auf den Wolf in der Schweiz. Eineinhalb Jahre später zeigt sich: Die Lage hat sich weiter zugespitzt. Im Zentrum steht ein Jagdgesetz, das präventive Abschüsse erlaubt – und eine Verordnung, die diese Praxis massiv ausweitet. Was als Regulierung verkauft wird, hat sich zu einer Abschusspolitik entwickelt, die immer weiter außer Kontrolle gerät. Seit dem Winter 2023 wurden in der Schweiz über 230 Wölfe getötet. Die meisten von ihnen hatten nie Schaden verursacht. Viele waren Jungtiere. Die Auswirkungen sind brisant. Statt die Zahl der Nutztierrisse zu senken, zeigen sich in einigen Regionen gegenteilige Entwicklungen. Die Eingriffe in bestehende Rudelstrukturen destabilisieren die Familienverbände und setzen die Wölfe massiv unter Druck – mit ökologischen Folgen, die noch gar nicht absehbar sind. Doch der nächste Schritt ist bereits in Planung. Eine weitere Revision des Jagdgesetzes könnte Abschüsse ohne Schonzeit ermöglichen – selbst in Schutzgebieten. Im Raum steht sogar eine Obergrenze für den Wolfsbestand. Die Frage ist längst nicht mehr, ob der Schutz aufgeweicht wird, sondern wie weit. Sabine spricht mit Christina Steiner über die Hintergründe dieser Entwicklung, über politische Dynamiken und gezielte Desinformationen, die die Gesellschaft verunsichern – und über die Frage, welche Handlungsspielräume engagierten Artenschützern wie CHWOLF noch bleiben. Trotz der angespannten Lage blickt Christina vorsichtig optimistisch nach vorn: Ein mögliches Referendum und ein anschließender Volksentscheid könnten nochmal Bewegung ins Ganze bringen. Vieles, was in der Schweiz in Sachen Wolf passiert, ist kaum zu glauben und nicht auszuhalten. Ein Grund mehr, genau hinzuschauen und in dieser Folge die Fakten ungeschönt auf den Tisch zu legen.
103: 1. Juli 2026: Stichtag Wolf
2026/07/03
In dieser Folge ist Insiderin Ines wieder mit dabei. Sie kennt die Abläufe hinter den Kulissen von Behörden und Politik wie kaum eine andere. Die Regierungsoberamtsrätin und Diplomverwaltungswirtin ist privat im Natur- und Artenschutz aktiv. Am 1. Juli 2026 – dem Tag der Aufnahme dieser Folge – treten in einigen Bundesländern neue Regelungen im Jagdrecht und Wolfsmanagement in Kraft. Die große Frage: Wird der Abschuss von Wölfen jetzt zur Normalität? Die nüchterne Antwort dürfte viele überraschen – denn rechtlich bleibt der Wolf streng geschützt. Warum also dieser politische Vorstoß? Und weshalb sorgt er selbst bei Juristen und Artenschützern für Kopfschütteln? Die Folge arbeitet sich durch eine Vielzahl offener Punkte und verbreiteter Irrtümer. Sind Wölfe jetzt tatsächlich eine regulär bejagbare Art, wie Politik und Jagdverbände es gern hätten? Wird der Abschuss einfacher und rechtssicherer – trotz ihres weiterhin bestehenden Schutzstatus? Und was steckt hinter dem neuen „revierübergreifenden Managementplan“ aus Niedersachsen? Auch Hessen sorgt für Schlagzeilen. Im Lahn-Dill-Kreis dürfen zwei Wolfswelpen getötet werden – eine Verfügung, die für Empörung bei den Menschen sorgt und für die Verantwortlichen juristisch böse enden könnte. Auch die schleichende Verschiebung beim Herdenschutz wird analysiert – mit weitreichenden Folgen für Prävention, Entschädigung und den praktischen Umgang mit dem Wolf. Zum Abschluss ein Lichtblick: Mit der neuen „Wolfschutzbibliothek“ entsteht eine frei zugängliche Plattform, die Studien, Urteile und fundierte Informationen bündelt – ein dringend benötigtes Gegengewicht in einer zunehmend emotionalisierten Debatte. Diese Episode liefert Erkenntnisse, die nicht allen gefallen dürften – die aber klar zeigen, wie weit politische Narrative und rechtliche Realität auseinanderliegen. Und die deutlich machen: Das letzte Wort im Umgang mit dem Wolf ist noch lange nicht gesprochen.
102: Ein Balkan-Roadtrip durchs Wolfs- und Bärenland
2026/06/26
Fünf Wochen, fünf Länder, unzählige Begegnungen: Sabine spricht mit Annika über ihre außergewöhnliche Reise durch die Bergregionen des Balkans – unterwegs im Defender mit Mann, Kind und Hunden, mitten durch Wolfs- und Bärengebiete. Dort, wo Europas große Beutegreifer nie verschwunden waren. Von Griechenland über Nordmazedonien, Kosovo und Albanien bis nach Bosnien und Slowenien taucht die junge Familie in den Alltag von Hirten ein, trifft auf beeindruckende Herdenschutzhunde und erlebt, wie Nähe und Respekt das Zusammenleben prägen. Statt Romantik gibt es echte Wildnis: verschneite Pässe, wilde Tiere im nächtlichen Camp, traditionelle Herdenschutz-Praktiken – und Menschen, für die Wolf und Bär schlicht Teil des Lebens sind. Wie unterschiedlich regeln die Länder den Umgang mit großen Beutegreifern? Welche Rollen spielen Jagd, Herdenschutz und gelebte Tradition? Und was lässt sich daraus für die hitzige Debatte in Deutschland mitnehmen? Annika berichtet aus erster Hand von Begegnungen, Konflikten, Lösungen – und Momenten, in denen man spürt, dass Koexistenz kein Schlagwort ist, sondern tägliche Praxis. Eine Folge über Wildnis ohne Verklärung – und über die Weisheit derjenigen, die seit Generationen mit Wolf, Bär und Weidetier zusammenleben.
101: Österreichs Feldzug gegen den Wolf
2026/06/19
In Folge 101 spricht Sabine erneut mit Gerald Friedl – zum vierten Mal. Der Gründer des Vereins Wölfe in Österreich liefert aktuelle Einblicke, doch die Lage bleibt düster: Österreichs Wolfs- und Naturschutzpolitik steuert offenbar auf eine systematische Ausrottung der Wölfe zu und verstößt dabei wiederholt gegen EU-Recht. Ein halbes Jahr nach der Gründung ist der Verein österreichweit vernetzt und wächst stetig. Doch mit der wachsenden Unterstützung nehmen auch die Herausforderungen zu. Gerald Friedl schildert eine Politik, die sowohl beim Schutz der Wölfe als auch bei der Unterstützung der Weidetierhaltung erhebliche Defizite aufweist. Gemeinsam beleuchten Sabine und Gerald die Stimmung in der Bevölkerung, die Auswirkungen der Wolfsdebatte auf Tourismus und Almwirtschaft sowie die Frage, wie sicher Urlauber in Regionen sind, in denen intensiv Jagd auf Wölfe gemacht wird. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Rolle von Desinformation. Welche Narrative bestimmen die öffentliche Debatte? Warum haben wissenschaftliche Fakten oft einen schweren Stand? Und wird der Wolf zunehmend zum Sündenbock für strukturelle Probleme in der Alm- und Weidewirtschaft? Besonders im Fokus steht Kärnten: eine der beliebtesten Urlaubsregionen Österreichs und zugleich ein Hotspot für Wolfsabschüsse. Schlagzeilen über vergiftete Geier werfen eine brisante Frage auf: Galt der Giftanschlag den Wölfen? Neue Hinweise legen diesen Verdacht nahe. Auch auf wissenschaftlicher Ebene gibt es Konflikte: Die Populationsgefährdungsanalyse (PVA), die derzeit an der BOKU Wien unter Leitung von Prof. Hackländer entsteht, soll klären, wie viele Wölfe nötig sind, um die Art zu erhalten. Doch dieser Ansatz greift zu kurz: Er erfüllt nicht die Anforderungen der FFH-Richtlinie an einen günstigen Erhaltungszustand. Gerald Friedl warnt, dass die Analyse politisch missbraucht werden könnte – ein weiterer möglicher Verstoß gegen EU-Recht. Im Gespräch wird klar: Die Frage ist nicht mehr, ob Österreich für seine Wolfs-Politik zur Rechenschaft gezogen wird, sondern wann. Bis dahin drohen weitere Abschüsse, wachsender Druck auf die Population und ein Verlust an Biodiversität. Gerald Friedl und seine Mitstreiter nehmen die Herausforderung an. Mit Aufklärung, Sachlichkeit und Ausdauer setzen sie sich weiterhin für den Schutz des Wolfs und den Erhalt einer artenreichen Natur ein.
100: Der Hamburg-Wolf und was wirklich geschah am 30. März
2026/06/12
Der 30. März in Hamburg markiert einen Einschnitt in der aktuellen Wolfsdebatte: Im Mittelpunkt steht der Fall des Wolfs GW5505m, der in einem Einkaufszentrum eine Frau verletzt hat – und seitdem bundesweit für Schlagzeilen, Spekulationen und teils drastische Forderungen sorgt. Aber was ist an diesem Tag tatsächlich passiert? In dieser Folge spricht Sabine erneut mit Kerstin Frohoff-Hülsmann (bekannt aus Folge 95). Als Faktencheckerin setzt sie sich konsequent für mehr journalistische Sorgfalt und eine faktenbasierte Berichterstattung ein. Gemeinsam mit ihr arbeitet Sabine den Fall Hamburg systematisch auf – auf Grundlage von zwei UIG-Anfragen und der Auswertung von über 20 Dokumenten, darunter Polizeiberichte, Aktenvermerke, interne E-Mails und Fotomaterial. Was sagen die offiziellen Berichte, was berichten Augenzeugen – und wie schildert die betroffene Frau selbst das Geschehen? Warum verzögerte sich die Auswilderung des Tieres? Und welche Rolle spielten Behörden, politische Entscheidungen und die öffentliche Wahrnehmung in der weiteren Entwicklung? Sechs unabhängige fachliche Gutachten attestieren dem Wolf durchgehend arttypisches Verhalten – ohne Hinweise auf eine Gefährdung für den Menschen. Nach internen Unterlagen hätte die zuständige Behörde BUKEA GW5505m am liebsten noch vor Ostern wieder freigelassen. Doch es kam anders. Und dann die Nachricht vom vergangenen Freitag: GW5505m lebt nicht mehr. Was ist gesichert, was ist Interpretation – und wo beginnt die Spekulation? Diese Jubiläumsfolge trennt belegbare Fakten von zugespitzten Narrativen, ordnet mediale, jagdliche und politische Dynamiken ein und gibt wissenschaftlichen Einschätzungen den Raum, den sie verdienen. Mit exklusiven Einblicken und bislang unveröffentlichten Hintergründen richtet sie sich an alle, die sich fundiert informieren und in einer aufgeheizten Debatte argumentationssicher bleiben wollen. Ein Plädoyer für Sachlichkeit, Differenzierung – und journalistische Verantwortung im Umgang mit dem Wolf. Auf die nächsten 100 Folgen.
99: Wolfhunde – Mythos trifft Realität
2026/06/05
In dieser Folge geht es um ein Thema, das oft romantisiert wird: Wolfhunde. Zwischen Faszination und Wirklichkeit liegen jedoch große Unterschiede – und genau darüber spricht Sabine in dieser Episode. Zu Gast ist Christine Ross aus der Podcast-Community, angehende Hundetrainerin und Dozentin. Seit 15 Jahren lebt sie mit Wolfhunden und kennt die Herausforderungen aus eigener Erfahrung. Offen und ehrlich erzählt sie von ihrem Alltag mit ihrer Wolfhündin Ripley – einem Leben, das sich deutlich von dem mit „normalen“ Hunden unterscheidet. Gemeinsam gehen sie zentralen Fragen nach: Was sind Wolfhunde eigentlich? Welche Rassen fallen unter dieses Label – vom Tschechoslowakischen Wolfhund bis zu sogenannten „High Content“-Hybriden? Und warum ist ihre Haltung so anspruchsvoll? Christine macht deutlich, was viele unterschätzen: Wolfhunde sind keine einfachen Familienhunde. Sie verlangen ein hohes Maß an Anpassung, Konsequenz und Verzicht – von eingeschränkter Sozialisation über intensiven Trainingsaufwand bis hin zu einem Alltag, der spontane Aktivitäten oft kaum zulässt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht Kontrolle, sondern Beziehung: Vertrauen, Respekt und eine stabile Mensch-Hund-Bindung sind entscheidend. Klassische Erziehungskonzepte greifen hier oft zu kurz. Diese Folge ist ein ehrlicher Real Talk. Sie räumt mit Mythen auf und zeigt, warum die Entscheidung für einen Wolfhund gut überlegt sein muss – und warum es in vielen Fällen vernünftiger ist, darauf zu verzichten. Am Ende bleibt die besondere Ambivalenz dieser Tiere: weder ganz Hund noch ganz Wolf. Genau das macht ihr Leben – und das ihrer Halterinnen und Halter – so komplex.
98: Jagd im Fokus: Was blüht dem Wolf im Jagdrecht?
2026/05/29
In dieser Folge vom Wolfspodcast trifft Sabine Sebald den Biologen und Artenschützer Dr. Martin Steverding aus Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam werfen sie einen kritischen Blick auf die Jagd – und darauf, was die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht künftig bedeuten könnte. Ausgehend von der Situation in Niederwildregionen beschreibt Steverding die Jagd als „Todeszone“: Füchse leben dort unter permanentem Druck, bis zu 80 Prozent einer Population werden jährlich getötet. Übrig bleiben vor allem extrem scheue, nachtaktive Tiere. Für ihn ist das kein funktionierendes Management, sondern ein Kreislauf aus Leid, Störung und ineffektiver Kontrolle. Sabine geht mit ihm der Frage nach, warum sich die Gesellschaft überhaupt mit Jagd auseinandersetzen muss – gerade jetzt, wo Wölfe in Deutschland künftig im Namen des Naturschutzes bejagt werden sollen. Wie wird diese Jagd konkret aussehen? Und was bedeutet das für eine streng geschützte Art, die erst vor wenigen Jahrzehnten zurückgekehrt ist? Martin Steverding bezieht klar Position: Jagd sei keine Lösung. Er stellt gängige Argumente infrage und plädiert stattdessen für strengere tierschutzrechtliche Prüfungen sowie eine Reduktion menschlicher Eingriffe in Ökosysteme. Die Einstufung des Wolfs als jagdbare Art bewertet er als gefährlichen Paradigmenwechsel – mit möglichen Folgen bis hin zu einem drastischen Rückgang der Population. Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf der Fuchsjagd: Sabine lässt sich die verschiedenen Praktiken detailliert erklären – von Ansitz- und Fallenjagd über Baujagd bis hin zu sogenannten Schliefenanlagen, in denen Füchse als Trainingsobjekte für Hunde dienen. Martin Steverding kritisiert diese Methoden scharf und spricht von chronischem Stress und erheblichen gesundheitlichen Schäden bei den Tieren. Auch Fragen wie die Jagd auf Welpen, groß angelegte Gesellschaftsjagden und die Wirksamkeit intensiver Bejagung werden beleuchtet. Beispiele wie die Waschbärbejagung zeigen, dass hohe Abschusszahlen nicht zwangsläufig zu einer nachhaltigen Bestandsregulation führen und schon gar keine Probleme lösen. Zum Schluss geht es um konkrete Entwicklungen: Welche Jagdformen könnten beim Wolf zum Einsatz kommen? Was ist rechtlich möglich, was wird befürchtet? Und welche zivilgesellschaftlichen Initiativen beobachten und dokumentieren Jagdpraktiken bereits heute? Sabine ist sich sicher: Je mehr die Menschen über diese Hintergründe wissen, desto eher geraten die Jagdverbände unter Rechtfertigungsdruck. Deshalb: teilt diese Episode und abonniert am besten gleich den Wolfspodcast.
97: Wolfspolitik im freien Fall
2026/05/22
In dieser Folge trifft Sabine wieder auf eine, die weiß, wie es läuft in Behörden und in der Politik: Regierungsoberamtsrätin, Diplomverwaltungswirtin & Insiderin Ines. Sie kennt nicht nur Paragrafen, sondern auch die politischen Mechanismen dahinter. Gemeinsam nehmen die beiden eine Reihe aktueller Fälle auseinander, die Fragen aufwerfen. Die Stationen: Hamburg, Olpe, Greifenstein in Nordhessen, die Grafschaft Bentheim, Füssen und das Oberallgäu. Außerdem im Fokus: das neue Bundesjagdgesetz. Was sich für Jägerinnen und Jäger tatsächlich ändert – und wo die Grenzen liegen. Und dann, kurz vor Veröffentlichung dieser Folge, eine Nachricht aus Berlin, die alles verändert: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer stellt neue Empfehlungen für wolfsabweisende Zäune vor – mit potenziell weitreichenden Folgen für Weidetierhaltende und den Wolfsschutz insgesamt. Bedeutet das das Ende der bisherigen Herdenschutzförderung? Sabine und Ines gehen in die Verlängerung, schieben eine Spätschicht im Studio ein und ordnen ein, was diese Entwicklung wirklich bedeutet. Den Anfang macht Sachsen-Anhalt: Ein getöteter Wolf wird offenbar zur Trophäe gemacht. Kopf, Beine und Schwanz abgetrennt, der Rumpf erst auf Druck an das Wolfskompetenzzentrum Iden (WZI) übergeben. Ein Einzelfall – oder ein beunruhigendes Signal für den Umgang mit einer streng geschützten Art? Auch Bayern liefert Gesprächsstoff: In Füssen taucht frühmorgens ein Wolf in der Fußgängerzone auf. Behörden und Medien reagieren mit den üblichen warnenden Tönen. Doch reicht eine solche Sichtung wirklich aus, um eine Entnahme zu rechtfertigen? Im Oberallgäu ist man bereits weiter: Dort liegt eine Abschussverfügung vor – beschlossen Ende April, veröffentlicht erst Wochen später. Sie gilt für einen Wolf in einem großflächigen Gebiet rund um den Kemptner Wald. Abschießen dürfen ihn alle Jagdausübungsberechtigten, sogar mit Nachtsichttechnik. Gleichzeitig wundern sich Anwohner: Offizielle Rissdaten fehlen, und Schafe sind kaum vorhanden. Sind die Voraussetzungen für diesen Eingriff überhaupt gegeben? In der Grafschaft Bentheim wurden gleich zwei Wölfe zum Abschuss freigegeben – trotz offenbar lückenhaften Herdenschutzes. Parallel mahnt die Landesjägerschaft Niedersachsen plötzlich selbst zur Zurückhaltung und verweist auf den Schutz von Elterntieren. Ein Umdenken oder strategische Positionierung? Dazu kommen Rissserien in Hessen und NRW sowie neue Details aus Hamburg: Die Umweltbehörde legt den tatsächlichen Ablauf eines Vorfalls offen, bei dem eine Frau verletzt wurde – allerdings erst Wochen später und erst nach externem Druck. Warum diese Verzögerung? Und als ob das noch nicht reicht, hat Ines ganz zum Schluss noch eine weitere besorgniserregende Nachricht: Mit einer subtilen Umfrage unter Weidetierhaltenden soll die Integrität der Dokumentations‑ und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf in Frage gestellt werden. Der Abgesang auf die Wissenschaft hat begonnen - wir setzen Fakten dagegen!
96: Der Wolf – und das Ende der Hobbyjagd?
2026/05/15
In dieser Folge vom Wolfspodcast trifft Sabine auf Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer – Tierarzt, Tierethiker und eine der prägenden Stimmen im deutschsprachigen Diskurs über Jagd, Ethik und Wissenschaft. Ausgangspunkt des Gesprächs ist eine grundlegende Verschiebung: Mit der Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz steht ein weiterhin streng geschütztes Tier plötzlich im Kontext jagdrechtlicher Zuständigkeiten. Begriffe wie „Bestandsmanagement“ oder „Hobbyjagd“ prägen seither verstärkt die politische und gesellschaftliche Debatte. Rudolf Winkelmayer stellt die Hobbyjagd als solche grundsätzlich infrage: Angesichts gesellschaftlicher Veränderungen und eines wachsenden Stellenwerts des Tierschutzes hält er es für durchaus möglich, dass die Hobbyjagd in den kommenden 10 bis 20 Jahren – ähnlich wie im Kanton Genf – weitgehend abgeschafft wird. Zugleich ordnet er die häufig behauptete Rolle der Jagd kritisch ein: Die Jagd reguliert Wildbestände nicht im ökologischen Sinne, und für viele Arten besteht aus wissenschaftlicher Sicht keine Notwendigkeit jagdlicher Regulierung. Stattdessen plädiert der ehemalige Jäger für eine, wie er sie nennt, „Ultima-Ratio-Jagd“ sowie für ein umfassendes Biodiversitätsmanagement. Im Zentrum steht dabei immer wieder der Wolf als hochsozialer Beutegreifer. Welche Folgen hat seine Bejagung für Rudelstrukturen, Ökosysteme und Konfliktdynamiken? Und was lässt sich wissenschaftlich belastbar sagen – jenseits von Annahmen, Narrativen und Mythen? Die Folge beleuchtet diese Fragen faktenbasiert und vielschichtig. Sie verbindet ökologische Erkenntnisse und ethische Überlegungen – und öffnet den Raum für eine grundlegende gesellschaftliche Perspektive: Die Natur und die in ihr lebenden Tiere gehören uns allen. Daraus ergibt sich ein legitimes Mitspracherecht der Gesellschaft im Umgang mit Wildtieren – gerade bei so kontroversen Themen wie der Jagd.
95: Wenn der Wolf Schlagzeilen macht
2026/05/08
In dieser Episode richtet Sabine den Blick auf ein Thema, das leider viel zu oft unterschätzt wird: die Verantwortung der Medien im Umgang mit dem Wolf. Der Pressekodex lässt keinen Spielraum für Interpretationen – Sorgfalt, Wahrhaftigkeit und Zurückhaltung sind Pflicht. Und doch zeigt sich in der Praxis immer wieder ein anderes Bild. Zu Gast ist Kerstin Frohoff-Hülsmann aus Wettringen bei Münster. Als Schafhalterin kennt sie die Herausforderungen auf der Weide ebenso wie die Dynamik öffentlicher Debatten. Genau aus dieser Verbindung entsteht ihre besondere Perspektive: aufmerksam, analytisch und konsequent. Kerstin beobachtet Medienberichte genau, sammelt Beispiele und wird aktiv, wenn Grenzen überschritten werden. Mit fundierten Beschwerden bei Redaktionen und dem Deutschen Presserat setzt sie sich für mehr journalistische Qualität ein – ruhig, beharrlich und mit klarem Ziel: eine faire, faktenbasierte Berichterstattung. Dabei bewegt sie sich in einem Spannungsfeld, das sie auch privat kennt: Ihr Mann ist Jäger, weder klar pro noch kontra Wolf. Gerade diese Zwischenposition macht deutlich, wie wichtig differenzierte Betrachtung jenseits von einfachen Fronten ist. Gemeinsam gehen Sabine und Kerstin konkreten Beispielen nach – aus Fachmedien, Jagdpresse und Tagesberichterstattung. Sie zeigen, wie tendenziöse Darstellungen entstehen, woran man sie erkennt und welche Wirkung sie entfalten. Vor allem aber geht es um konkrete Handlungsmöglichkeiten. Beschwerden beim Presserat sind kein bürokratisches Detail, sondern ein wirksames Instrument. Sie setzen Standards, schaffen Grenzen und können echte Veränderungen anstoßen. Diese Folge macht klar: Öffentlichkeit ist gestaltbar. Und jede Stimme, die hinschaut und sich einmischt, zählt.

Podcast-Bewertungen

Lesen Sie Der Wolfspodcast Podcast-Bewertungen


0 von 5
0 Bewertungen

Podcast-Sponsoring-Werbung

Starten Sie Werbung auf Der Wolfspodcast relevanten Zielgruppen-Podcasts


Was moechten Sie bewerben?