
Werben im Podcast: Dem-Schmerz-Gewachsen
Dieser Podcast hat
97 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Robert BonnemannExplizit
Nein
Erstellt am
2024/02/26
Neueste Episode
2026/10/20
Durchschnittsdauer
16 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage
Beschreibung
„Dem-Schmerz-Gewachsen” mit Anästhesist und Schmerztherapeut Robert Bonnemann ist Ihr Podcast rund um spezielle Schmerztherapie und Schmerzmedizin. Wir beleuchten aktuelle Forschung, teilen Praxiserfahrungen und erkunden alternative Heilmethoden. Entdecken Sie ganzheitliche Ansätze zur Bewältigung chronischer Schmerzen – für Betroffene und Interessierte.
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Schmerz neu einordnen: Grenzen, Erwartungen und Alternativen
2026/10/20
Ob ein Vorgehen zu jemandem passt, ist mindestens so wichtig wie die Technik, auch wenn sich nicht vorhersagen lässt, wer profitiert. Diese Folge schließt die Staffel mit der Bilanz: Was kommt realistisch heraus, für wen passt es nicht, und was heißt es, wenn es nicht anschlägt?
Im ersten Teil die Beobachtungen, die zusammen für ein empfindlich gewordenes System sprechen, ausdrücklich als Gesprächsstoff und nicht als Selbsttest. Dazu der wichtigste Vorbehalt: Der Regelfall ist die Mischung. Ein empfindliches System und ein tatsächlicher Befund schließen sich nicht aus.
Im zweiten Teil die Situationen, in denen etwas anderes vorgeht: eine nicht abgeschlossene Abklärung, Warnzeichen oder fortschreitende Ausfälle, eine unbehandelte schwere Depression, nachwirkende belastende Erfahrungen ohne psychotherapeutische Begleitung, und ein laufendes Renten- oder Anerkennungsverfahren.
Im dritten Teil die Bilanz auf drei Achsen: Schmerzstärke, Beeinträchtigung, Angst. Warum sich die letzten beiden nach klinischem Eindruck oft zuerst bewegen, wie die Zahlen aus der Vergleichsuntersuchung einzuordnen sind, warum ihre vollständige Veröffentlichung noch aussteht, und wann die Richtung gewechselt wird.
Und die Wege, die in Deutschland verfügbar sind und mit denen zu beginnen dem Standard entspricht: psychologische Schmerztherapie, meist als Verhaltenstherapie, in einer neueren Form auch als Akzeptanz- und Commitment-Therapie mit App auf Rezept; achtsamkeitsbasierte Programme; multimodale Schmerztherapie bei starker Beeinträchtigung. Grundgedanken der Schmerzumbewertung stecken auch in diesen Wegen.
Dazu zwei Fragen an Ihre Behandler, mit denen sich prüfen lässt, ob eine Behandlung auf Sie zugeschnitten ist.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist.
Dass ein Verfahren bei jemandem nicht greift, sagt nichts über den Menschen und nichts darüber, ob ein anderes greift.
Hinweis zur Unabhängigkeit: Ich biete zu diesem Thema selbst ein Bildungsangebot an. Diese Folge verweist nicht darauf und bewirbt es nicht. Die Einordnung folgt der Literatur.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Hier beginnen, wenn Sie neu sind: die Folgen 03x01 bis 03x03 dieser Staffel.
Kapitel dieser Folge: Einleitung. Für wen der Ansatz infrage kommt. Wann etwas anderes vorgeht. Was am Ende dabei herauskommt. Zusammenfassung und Ausblick.
Mit dieser Folge endet Staffel 3. Im November geht es weiter, ab dann alle zwei Wochen mit einer neuen Folge.
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Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/massnahmen/schmerz-neu-einordnen/fuer-wen-es-passt/
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Zurückholen, was weggefallen ist: in kleinen Stufen
2026/10/13
Eine Getränkekiste heben, eine Stunde im Auto sitzen, ein Treffen mit Freunden zusagen: Bei chronischen Schmerzen können solche Dinge nach und nach aus dem Alltag verschwinden. Diese Folge erklärt, wie der Kreis, in dem sich das Leben bewegt, wieder größer werden kann, und warum das an der Größe der Schritte hängt und nicht am Mut.
Der Ausgangspunkt: Vermeidung kann kurzfristig Schmerz verhindern oder verringern, und hält gerade dadurch die Befürchtung dahinter am Leben, weil die Erfahrung ausbleibt, dass das Befürchtete nicht eintritt. Daraus folgt kein „Sie müssen sich nur mehr bewegen". Bewegung ist eine von mehreren Stellschrauben, und an Tagen mit starken Schmerzen bleibt Schonung richtig.
Im Fokus steht das praktische Vorgehen: eine Liste dessen, was Sie meiden, sortiert nach dem Unbehagen beim Gedanken daran und nicht nach dem erwarteten Schmerz. Eine erste Stufe, die so klein ist, dass sie an einem durchschnittlichen Tag gelingt. Und die Frage, die danach zählt: Ist eingetreten, was Sie befürchtet hatten?
Macht eine Stufe mehr Schmerz als erwartet, nehmen Sie eine kleinere Variante. Das ist Dosierung und kein Versagen.
Enthalten ist außerdem die Abgrenzung zum Pacing aus Folge 02x18: Pacing regelt, wie viel Sie von etwas tun, die Annäherung holt zurück, was Sie meiden. Beides verträgt sich, mit zwei Unterschieden, die die Folge erklärt.
Nachtrag zu Folge 02x18 (Stand 12.10.2026): Dort hieß es, die Pacing-Menge nach ein bis zwei stabilen Wochen zu steigern. Der DSG-Standard ist inzwischen vorsichtiger: frühestens nach zwei bis drei Wochen ohne Verschlechterung am Folgetag. Beide Werte sind Faustregeln, keine Studienergebnisse. Ist es am Folgetag noch deutlich schlechter, lassen Sie das ärztlich abklären, bevor Sie weitermachen.
Zur Sicherheit: An Tagen mit starkem Schmerz wird keine Stufe angegangen. Ein bekanntes Ziehen, das stärker ist als sonst, ist kein Abbruchgrund, solange es im leichten bis mittleren Bereich bleibt; wird es stark, beenden Sie die Stufe für diesen Tag. Bleiben die Beschwerden über Stunden deutlich verstärkt, gehen Sie zu einer kleineren Variante zurück; sind sie am nächsten Tag noch deutlich stärker, lassen Sie das ärztlich abklären, bevor Sie weitermachen. Bei einschießendem Schmerz, neuer Taubheit, Kraftlosigkeit in Arm oder Bein, Schwindel oder deutlich andersartigen Beschwerden brechen Sie ab und lassen es ärztlich abklären, bei Zeichen eines Notfalls über den Notruf 112. Auch bei starker Angst oder belastenden Erinnerungen hören Sie auf.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist. Bei bekannten Belastungsgrenzen besprechen Sie die Stufen vorher mit Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapie. Bei einer unbehandelten schweren Depression kommt zuerst die Behandlung; ein laufendes Renten- oder Anerkennungsverfahren ist ein Anlass, die Stufen vorher ärztlich zu besprechen. Mehr dazu in Folge 03x12.
Vorlage zum Ausdrucken, Liste und erste Stufe: https://www.deschge.de/downloads/zurueckholen-liste.pdf
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Hier beginnen, wenn Sie neu sind: die Folgen 03x01 bis 03x03 dieser Staffel. Die Idee steht in 03x09, die Übung in 03x10.
Kapitel dieser Folge: Einleitung. Was Vermeidung wirklich schützt. Eine Reihenfolge bauen. Klein anfangen. Wann aufhören, wann warten. Pacing und Annäherung. Zusammenfassung und Ausblick.
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Ausführlicher in Textform: https://www.deschge.de/massnahmen/schmerz-neu-einordnen/zurueck-in-bewegung/
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Hinsehen ohne Angst: die Übung hinter der Schmerzumbewertung
2026/10/06
Zwischen dem Satz, eine Empfindung sei ungefährlich, und der Erfahrung, dass sie es ist, liegt ein erheblicher Abstand. Diese Folge erklärt die Übung, mit der dieser Abstand geschlossen werden soll: die Aufmerksamkeit auf die schmerzende Stelle richten und dabei die Einordnung verändern.
Im Fokus stehen die drei Bestandteile der Haltung, in der geübt wird: neugieriges Beschreiben statt Kontrolle, die ausdrückliche Einordnung als ungefährlich, und eine Spur Beiläufigkeit. Keiner der drei trägt allein, auch die Beiläufigkeit nicht, so fehl am Platz sie zunächst wirkt.
Dazu die vier Verwechslungen, in die die Übung leicht kippt, ohne dass man es merkt: Sie ist keine Entspannungsübung, keine Ablenkung, kein Mittel gegen den Schmerz und kein positives Denken.
Und die Bedingung, ohne die aus der Übung ein Durchhalten gegen den Schmerz wird: An Tagen mit starkem Schmerz wird nicht geübt. Ein bekanntes Ziehen ist kein Abbruchgrund, solange es nicht stark wird. Bei einschießendem Schmerz, neuer Taubheit, Kraftlosigkeit in Arm oder Bein, Schwindel oder deutlich andersartigen Beschwerden brechen Sie ab und lassen es ärztlich abklären, bei Zeichen eines Notfalls über den Notruf 112. Auch bei starker Angst oder belastenden Erinnerungen hören Sie auf; wer unter Traumafolgen leidet, klärt vorher mit seinem Arzt oder Psychotherapeuten, ob die Übung passt.
In den Studien war die Übung Teil einer angeleiteten Behandlung; ob sie für sich allein wirkt, ist nicht untersucht. Wer in Behandlung ist und dort ein anderes Vorgehen vereinbart hat, spricht die Übung vorher dort an.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist. Für wen das Vorgehen nicht passt oder warten sollte, etwa bei einer unbehandelten schweren Depression oder während eines laufenden Renten- oder Anerkennungsverfahrens, ist Thema der Folge 03x12.
Wenn sich zunächst wenig verändert, ist das der Normalfall und kein Zeichen, dass Sie etwas falsch machen.
Hinweis zur Unabhängigkeit: Ich biete zu diesem Thema selbst ein Bildungsangebot an. Diese Folge verweist nicht darauf und bewirbt es nicht. Die Einordnung folgt der Literatur.
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Kapitel dieser Folge: Einleitung. Neugier, Sicherheit, Leichtigkeit. Was die Übung nicht ist. Wann nicht geübt wird. Zusammenfassung und Ausblick.
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Kann man Schmerz neu einordnen?
2026/09/29
Schmerzumbewertung, im englischen Original Pain Reprocessing Therapy, setzt an einer Stelle an, die leicht übersehen wird: an dem, was man aus einer Schmerzempfindung schließt. Wer lange Schmerzen hat, wird vorsichtig, und daraus kann ein Kreislauf aus Schmerz, Sorge und wachsender Empfindlichkeit werden.
Diese Folge erklärt die Idee dahinter. Die Empfindung wird nicht kleingeredet, sondern anders eingeordnet: nicht mehr automatisch als Zeichen, dass gerade Gewebe geschädigt wird, sondern als Meldung eines empfindlich gewordenen Nervensystems. Dazu gehören zwei Abgrenzungen: Das ist kein positives Denken, und es heißt nicht, der Schmerz sei psychisch.
Im Fokus steht der Blick auf die Daten: warum eine sehr große Zahl aus günstigen Bedingungen stammt, warum die kleinere aus dem faireren Vergleich kommt und warum die noch fehlende Vollpublikation genau dieser Untersuchung die Aussage begrenzt. Dazu die Wege, die in Deutschland verfügbar und gut untersucht sind: psychologische Schmerztherapie, meist als Verhaltenstherapie oder als Akzeptanz- und Commitment-Therapie (auch als App auf Rezept), achtsamkeitsbasierte Programme und bei starker Beeinträchtigung die multimodale Schmerztherapie.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist und die verstehen möchten, woran dieser Ansatz hängt.
Wenn der Ansatz nicht anschlägt, sagt das nichts über den Menschen und nichts darüber, ob ein anderer Weg trägt.
Hinweis zur Unabhängigkeit: Ich biete zu diesem Thema selbst ein Bildungsangebot an. Diese Folge verweist nicht darauf und bewirbt es nicht. Die Einordnung der Datenlage folgt der Literatur.
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Biopsychosozial: was belegt ist und was fehlt
2026/09/22
Biopsychosozial ist eines der meistgesagten Wörter der Schmerzmedizin. Gemeint ist, dass an einem anhaltenden Schmerz Körper, Erleben und Lebensumstände zugleich beteiligt sind. Diese Folge fragt, was daran belegt ist und was in der Praxis daraus geworden ist.
Der Kern des Modells trägt: Schmerz lässt sich nicht am Gewebe ablesen, und wie jemand seinen Schmerz einordnet, ist einer von mehreren Faktoren, die den weiteren Verlauf beeinflussen. Auf diesem Rahmen bauen konkrete Behandlungen auf, die zu den am besten untersuchten des Fachs gehören. Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie, psychologische Verfahren mit eigenständiger Wirkung, und eine Behandlung, die sich am vorab eingeschätzten Risiko orientiert.
Offen bleibt die Gewichtung. Das Modell benennt drei Ebenen, es sagt aber nicht, wann welche führt. Diese Lücke wird in der Praxis häufig mit dem gefüllt, was ohnehin getan wird, die soziale Ebene fällt dabei zuerst aus, und im ungünstigsten Fall wird aus einem fehlenden körperlichen Befund eine psychische Erklärung. Die Folge endet deshalb mit drei Fragen, mit denen Sie im Gespräch prüfen können, ob aus dem Etikett eine Entscheidung geworden ist.
Für alle, die den Begriff schon oft gehört haben, ohne dass er ihnen etwas gesagt hätte.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung angezeigt ist: https://www.deschge.de/massnahmen/warnzeichen/
Kapitel dieser Folge: Was das Modell behauptet. Was daraus geworden ist. Wo es offen bleibt. Zusammenfassung und Ausblick.
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Schmerz und Angst: Warum Vorsicht vernünftig ist und was sie kostet
2026/09/15
Wer nach einer schmerzhaften Bewegung vorsichtiger wird, macht nichts falsch. Das ist eine eingebaute Schutzreaktion und kein persönliches Versagen. Diese Folge ordnet ein, was daraus über Monate und Jahre werden kann, und warum das für chronisch Betroffene ein Thema ist, obwohl es den Verlauf nicht vorhersagt.
Wir schauen darauf, wie der Kreislauf funktioniert: Schmerz löst Sorge und Aufmerksamkeit aus, das Nervensystem kann empfindlicher eingestellt bleiben, und daraus folgt mehr Schmerz. Im Fokus steht dabei eine genaue Einordnung der Forschungslage. Die Angst vor Bewegung sagt im Fenster von etwa der vierten Woche bis zum dritten Monat voraus, ob jemand an seinen Arbeitsplatz zurückfindet; bei bereits chronischem Schmerz sagen solche Überzeugungen den weiteren Verlauf überwiegend nicht mehr voraus. Der Satz, die Schmerzen kämen von der Angst, ist ausdrücklich nicht die Aussage dieser Folge. Der Schmerz ist real, unabhängig davon, was jemand darüber denkt.
Außerdem geht es darum, wie der Handlungsraum schrumpft, vom Bücken über das Heben und den Einkauf bis zur abgesagten Verabredung, und warum der Weg zur Beeinträchtigung im Alltag mindestens so viel über das kleiner gewordene Leben laufen dürfte wie über die verlorene Kraft; um die Frage, warum sich eine Befürchtung nicht von selbst korrigiert, wenn die Bewegung gar nicht mehr stattfindet; und um die Einschränkung, ohne die das alles gefährlich wäre: Daraus folgt kein Schonungsverbot. An schlechten Tagen bleibt Zurücknehmen richtig, und bei ausstrahlenden Schmerzen mit Kraftverlust, bei Warnzeichen oder während einer laufenden Abklärung ist Vorsicht sachgerecht.
Die Folge gehört zum Mechanik-Block der dritten Staffel und richtet sich an Menschen mit chronischen Schmerzen und ihre Angehörigen.
Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung Vorrang hat: https://dem-schmerz-gewachsen.de/massnahmen/warnzeichen/
Wege zurück in den Beruf, von der stufenweisen Wiedereingliederung bis zur Teilhabe: https://dem-schmerz-gewachsen.de/massnahmen/sozialmedizin-beruf/
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MRT-Befund und Schmerz: Warum Bilder oft nicht erklären, was weh tut
2026/09/08
Verschleiß der Bandscheiben im MRT, ein schmaler gewordener Gelenkspalt im Röntgenbild: Da ist etwas zu sehen, und damit scheint die Ursache gefunden. So eindeutig ist der Zusammenhang aber oft nicht. Der Befund stimmt fast immer. Als Erklärung für den Schmerz stimmt er oft nicht. Diese Folge zeigt, warum beides gleichzeitig wahr sein kann.
Im ersten Teil, welche Frage ein Bild am besten beantwortet, nämlich die nach Bruch, Entzündung, Tumor oder Druck auf das Rückenmark, und welche es nicht beantwortet. Daraus abgeleitet, wann ein Bild sinnvoll ist, welches Verfahren zu welcher Frage gehört und wann eine Wiederholung nichts Neues bringt. Und die Richtung, die im Alltag oft verkehrt herum läuft: Ein Befund bekommt seine Bedeutung erst dadurch, dass er zum Beschwerdebild passt.
Im zweiten Teil, was man findet, wenn man Menschen ohne Beschwerden untersucht: Verschleiß, vorstehende Bandscheiben, Knorpelschäden und Sehnenveränderungen, mit deutlicher Alterslogik. Bewusst ohne Prozentzahlen, weil die je nach Studie erheblich schwanken. Und die Zweiteilung, ohne die die Botschaft kippt: die häufigen Befunde, die wenig erklären, und die selteneren, die sehr wohl erklären.
Im dritten Teil die Sprache der Befunde. Warum diese Wörter fachlich richtig sind und trotzdem wie ein Schadensbericht klingen, und was die Forschung dazu wirklich hergibt: Belegt ist die Wirkung auf Überzeugungen und Behandlungswünsche, nicht die Wirkung auf den Schmerz selbst.
Zum Schluss zwei Fragen, die Sie im nächsten Gespräch stellen können.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, bei denen die ärztliche Abklärung abgeschlossen ist, und für Angehörige.
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Kapitel dieser Folge: Einleitung. Welche Frage ein Bild beantwortet. Was man bei Menschen ohne Schmerzen findet. Die Sprache der Befunde. Zusammenfassung und Ausblick.
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📘 Zum Weiterlesen: Das Thema dieser Folge ist ausführlich behandelt in „Schmerzen im unteren Rücken“. Übersicht aller Bände: https://www.deschge.de/buecher/
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Zentrale Sensibilisierung, wenn das Nervensystem empfindlicher wird
2026/09/01
Wer chronische Schmerzen hat, kennt das: Etwas Kleines passiert und der Schmerz, der danach kommt, steht in keinem Verhältnis zum Auslöser. Ein Vorgang, der dahinterstecken kann, heißt zentrale Sensibilisierung, und er gehört zu den Mechanismen, an denen sich die moderne Schmerzmedizin neu ausgerichtet hat.
Diese Folge erklärt ihn so, dass die Erklärung trägt: was sich im Rückenmark und im Gehirn verschiebt, und wie sich das im Alltag anfühlt, von der schmerzhaften Berührung über diffuse Schmerzbereiche bis zur Empfindlichkeit gegen Licht und Lärm.
Drei Punkte stehen im Vordergrund. Erstens ist der Vorgang gut belegt, es gibt aber keinen Test, der ihn beim einzelnen Menschen misst. Zweitens heißt eine erhöhte Empfindlichkeit nicht, dass im Gewebe nichts ist: Häufig besteht eine Ursache fort und die Verstärkung kommt dazu. Und drittens ist das Nervensystem veränderbar, ohne dass sich seriös sagen ließe, wie weit und wie schnell.
Die Folge ist der dritte Baustein des Fundament-Blocks der Staffel und die Referenz für alle späteren Folgen, die auf Sensibilisierung verweisen.
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Wann wird Schmerz chronisch, und was ändert sich dann
2026/08/25
Drei Monate ist die Zahl, die in der Schmerzmedizin am häufigsten genannt wird. Schmerzen gelten als chronisch, wenn sie länger als drei Monate anhalten oder in diesem Zeitraum wiederkehren. Diese Folge ordnet ein, was dahinter steckt, und warum die Wochen davor besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Wir schauen darauf, was die Drei-Monate-Schwelle bedeutet und was sie nicht bedeutet. Chronischer Schmerz gilt zunehmend als eigenständiges Krankheitsbild und nicht mehr nur als Begleiterscheinung von etwas anderem. Im Fokus stehen die Unterschiede zwischen akutem und chronischem Schmerz: Der feste Zusammenhang zwischen Schaden und Schmerzstärke lockert sich, die Verarbeitung kann empfindlicher werden, und Schlaf, Bewegung und Anspannung wirken auf die Beschwerden zurück. Dass der Schmerz bleibt, kann daran liegen, dass eine Ursache fortbesteht, oder daran, dass sich die Verarbeitung verändert hat, und häufig kommt beides zusammen.
Außerdem geht es um Umstände, die einen chronischen Verlauf wahrscheinlicher machen, auch um solche, die nicht in der Person liegen, sondern im Auslöser und in der Behandlung selbst; um die Trennung zwischen chronisch primärem und chronisch sekundärem Schmerz, und um die Verschiebung des Behandlungsziels: von Schmerzfreiheit hin zu Belastbarkeit und Lebensqualität.
Die Folge ist Teil des Fundament-Blocks der dritten Staffel und richtet sich an Menschen mit chronischen Schmerzen und ihre Angehörigen.
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„Dazu ist die Studienlage dünn” – was dieser Satz wirklich bedeutet
2026/08/18
Dünne Studienlage heißt nicht, dass ein Verfahren nicht wirkt, und auch nicht, dass jede Behauptung gleich gut ist. Diese Folge schließt den Rahmen der dritten Staffel ab und sortiert, was aus einer Lücke in der Forschung folgt.
Studien sind ein Filter für Irrtümer und kein Orakel. Sie zeigen zuverlässiger, was nicht wirkt, als was wirkt, und dafür brauchen sie eine Vergleichsgruppe. Manche Behandlungen fügen sich in dieses Verfahren gut, andere sperren sich: Eine Tablette lässt sich prüfen und finanzieren, ein individuelles Bewegungsprogramm deutlich schlechter. Wie viel Forschung zu einem Verfahren vorliegt, ist deshalb kein verlässliches Maß für die Größe seines Nutzens.
Der Fokus liegt auf der Stelle, an der gern falsch abgebogen wird. Aus den Grenzen der Forschung folgt Unsicherheit, nicht Beliebigkeit, und die Fehler der Medizin machen ihre Alternativen nicht besser. Zum Schluss zwei Entscheidungshilfen: die Schwelle steigt mit Risiko, Kosten und Unumkehrbarkeit, und jeder Versuch braucht ein vorher festgelegtes Abbruchkriterium.
Die Folge richtet sich an Menschen mit chronischen Schmerzen, an Angehörige und an alle, die medizinische Aussagen einordnen möchten.
Wo etwas offen ist, wird es in dieser Folge als offen benannt und nicht durch eine Vermutung ersetzt.
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Die Inhalte basieren auf aktueller Fachliteratur und klinischer Erfahrung.
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Dieses Video dient der allgemeinen Gesundheitsinformation.
Es ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Trotz größter Sorgfalt sind Irrtümer oder Änderungen des Forschungsstands nicht ausgeschlossen.
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Was Schmerzmedizin leisten kann und was nicht
2026/08/11
Die erste Frage, die selten offen gestellt wird: Was kann dieses Fach überhaupt? Diese Folge beantwortet sie so nüchtern, wie sie im Sprechzimmer zu beantworten ist.
Im ersten Teil die Zahlen, ohne Beschönigung, aber mit klarem Geltungsbereich: chronische Schmerzen ohne Tumorerkrankung, überwiegend am Bewegungsapparat. Was eine Vergleichsgruppe ist, warum unterschiedliche Vergleichsgruppen unterschiedliche Fragen beantworten, und was dabei für die multimodale Schmerztherapie bei chronischem Rückenschmerz, für Opioide, für Paracetamol bei unspezifischem Kreuzschmerz und für die psychologische Schmerztherapie herauskommt. Dazu die Einordnung, die diese Zahlen brauchen: Sie beschreiben Gruppendurchschnitte, nicht den Einzelfall, und sie sind keine gemeinsame Rangliste. Für Schmerzen nach Operationen, für Tumorschmerzen, für die Trigeminusneuralgie und für die Migränevorbeugung gilt der Befund ausdrücklich nicht.
Im zweiten Teil, was daraus nicht folgt. Aus der Tatsache, dass ein geprüftes Verfahren nur einen kleinen Unterschied macht, folgt nichts über ein ungeprüftes. Wer diese Folge als Argument für Angebote ohne Beleg hört, hat sie falsch verstanden.
Im dritten Teil, was das Fach trotzdem trägt: das Aussortieren gefährlicher Ursachen, das Unterlassen schädlicher Maßnahmen, die Summe kleiner Hebel wie Bewegung, Gewicht und Schlaf, und ein realistisches Gespräch über die Erwartung.
Für Erwachsene mit chronischem Schmerz, für Angehörige und für alle, die eine Serie erfolgloser Behandlungen hinter sich haben.
Hier beginnen, wenn Sie neu sind: Folge 03x01 dieser Staffel.
Kapitel dieser Folge: Einleitung. Was in den Zahlen steht. Was jetzt nicht daraus folgt. Was das Fach trotzdem leistet. Zusammenfassung und Ausblick.
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Was ist Schmerz und wofür ist er da?
2026/08/04
Schmerz scheint eindeutig zu sein, ist es aber nicht. Diese Folge eröffnet die dritte Staffel von Dem Schmerz gewachsen und legt das erste Fundament: Was ist Schmerz, und wofür ist er da.
Wir schauen auf die klassische Vorstellung, in der Schmerz ein Signal ist, das mechanisch durch den Körper läuft. Diese Vorstellung beschreibt akuten Schmerz brauchbar, scheitert aber bei chronischen Schmerzen. Dass Schmerz eine Erfahrung ist und kein Reiz, der unverändert durchgereicht wird, steht in der Definition der internationalen Schmerzgesellschaft schon seit 1979. Die Revision von 2020 hat präzisiert, was daraus folgt: Schmerz kann sich anfühlen wie bei einer Gewebeschädigung, auch wenn keine nachweisbar ist.
Aus dieser Definition folgen drei klinisch relevante Aussagen, die in der ganzen Staffel wiederkehren werden: Schmerz ist nicht Beweis für Schaden, Schmerz ist nicht eingebildet, und Schmerz kann bestehen bleiben, ohne dass ein Befund dazu passt.
Die Folge richtet sich an Menschen mit chronischen Schmerzen und ihre Angehörigen. Sie eröffnet eine Staffel, die als zusammenhängender Bogen angelegt ist: drei Folgen Rahmen, fünf zur Mechanik chronischer Schmerzen, vier zu der Frage, ob sich durch eine andere Einordnung etwas ändert.
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Tendinopathie verstehen: Sehnenschmerzen richtig einordnen und behandeln
2026/07/28
Bei Sehnenschmerzen an Achillessehne, Ellenbogen, Knie, Schulter oder Hüfte entsteht leicht die Erwartung, dass zunächst ein sichtbarer Gewebeschaden vollständig heilen müsse. Für die Rückkehr zu Belastbarkeit und Alltag ist eine vollständige Normalisierung des Bildbefunds jedoch häufig nicht erforderlich.
Diese Folge klärt, was eine Tendinopathie ist und warum die Begriffe Tendinitis, Tendinose und Tendinopathie nicht dasselbe meinen. Sie zeigt die häufigsten Stellen und ihre typischen Beschwerden, grenzt den Sehnenschmerz von Schleimbeutelentzündung, Sehnenriss und rheumatischen Ursachen ab und benennt die Warnzeichen, bei denen eine ärztliche Abklärung nötig ist. Und sie ordnet ein, was die Behandlung trägt.
Der Fokus liegt auf der Reihenfolge, die oft unterschätzt wird, auf dem realistischen Stellenwert von Cortison-Spritze und Stoßwelle und auf einer ehrlichen Prognose. Warum eine vollständige Normalisierung des Bildbefunds für klinische Besserung häufig nicht erforderlich ist und wie sich Sehnen belastbarer machen lassen, vertieft die Schwesterfolge über Sehnen und Faszien.
Für alle mit hartnäckigen Sehnenbeschwerden und für alle, die verstehen wollen, warum Schonung selten die Lösung ist.
Wenn Sie länger brauchen als erhofft: kein persönliches Versagen, solche Verläufe sind bei Tendinopathien nicht ungewöhnlich.
Weitere Informationen: https://www.deschge.de/massnahmen/bewegung/sehnen-faszien-bindegewebe/
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Sehnen und Faszien: Was Training wirklich verändert
2026/07/21
Sehnenschmerzen und Faszienbeschwerden werden fast immer mit einer falschen Erwartung behandelt: dass das Gewebe erst heilen müsse. Diese Erwartung ist der Grund, warum viele Betroffene von einer Behandlung zur nächsten wandern.
Diese Folge erklärt, warum das tragende Kollagen in Sehnen nach der Jugend kaum noch erneuert wird und eine degenerativ veränderte Stelle deshalb bestehen bleibt. Und warum genau daraus die entlastende Nachricht folgt: Sie brauchen diese Stelle nicht zurück. Trainiert wird das gesunde Gewebe darum herum, und davon ist mehr vorhanden, als man denkt.
Der Fokus liegt auf zwei Zahlen, die in der Praxis regelmäßig verfehlt werden: wie schwer und wie langsam trainiert werden muss, damit die Sehne überhaupt reagiert. Und auf der Faszienrolle, bei der die Kluft zwischen Versprechen und Datenlage besonders groß ist.
Für alle mit Achillessehnen-, Ellenbogen-, Knie- oder Schulterbeschwerden, und für alle, die sich fragen, ob die Rolle wirklich Verklebungen löst.
Wenn Sie länger brauchen als erhofft: Das ist der bekannte Verlauf, kein persönliches Versagen.
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Das Tagesabschlussritual: Den Tag bewusst beenden bei chronischen Schmerzen
2026/07/14
Der Tag läuft oft einfach aus, und der ganze Tag wandert mit ins Bett: Schmerzen, Unerledigtes, Gedanken. Ein kurzes Ritual am Tagesende ändert das. Diese Mini-Folge zeigt, wie ein bewusster Schlusspunkt aus drei kleinen Bausteinen aussieht: den Tag zumachen, körperlich herunterfahren und ein paar Zeilen aufschreiben.
Wir schauen darauf, warum ein offener Tag das Einschlafen erschwert und wie schlechter Schlaf am nächsten Tag auf den Schmerz zurückwirkt. Ein Baustein ist dabei erstaunlich gut belegt: Wer vor dem Bett kurz aufschreibt, was am nächsten Tag ansteht, schläft schneller ein. Vor allem aber geht es um einen Punkt, der leicht übersehen wird: Der Tagesabschluss ist etwas, das Sie selbst in der Hand haben, während so vieles in einer Schmerzbehandlung Warten bedeutet, auf den nächsten Termin oder die nächste Bildgebung. Und wir sprechen darüber, was zu tun ist, wenn der Vorsatz nach ein paar Tagen einschläft.
Der Fokus liegt auf einem konkreten, alltagstauglichen Ablauf und auf einer realistischen Erwartung: Das Ritual senkt nicht den Schmerz, aber es gibt Ihnen abends etwas zurück, das Sie selbst steuern.
Diese Folge ist für alle gedacht, die mit chronischen Schmerzen leben und am Abend schwer zur Ruhe kommen.
Mit dieser sechsten Folge endet die Werkzeugkasten-Serie, sechs Mini-Folgen mit praktischen Hinweisen für den Alltag.
Kostenlose Checkliste zum Ausdrucken, ohne Anmeldung: https://www.deschge.de/massnahmen/schlaf/tagesabschlussritual/
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