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Equidemia Insights

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Kategorien
Dieser Podcast hat
129 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
Celina Skogan
Explizit
Nein
Erstellt am
2024/12/21
Neueste Episode
2026/10/23
Durchschnittsdauer
40 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage

Beschreibung

Horsefriends ist der Podcast von und mit Celina Skogan. Pferde sind Celinas Leidenschaft, und darum geht es natürlich auch in diesem Podcast. Celina ist Trainerin für akademische Reitkunst, Cranio Sacral Therapeutin und Osteopathie, und vor allem ein passioniertes Pferdemädchen. Gemeinsam mit Gästen aus Wissenschaft und Praxis betrachtet sie das Pferd als Ganzes - frei von Reitphilosophien und Mythen. Dafür mit einem klaren Blick auf die Natur des Pferdes und die vorliegende Daten- und Faktenlage, und immer absolut Pro-Pferd. Denn das ist die Mission bei Equidemia: Echtes Pferdewissen weiterzugeben und Pferdemenschen zu guten Entscheidungen zu befähigen. Mal auf Deutsch, und mal auf Englisch. Den Podcast findest Du übrigens auch als Videocast bei YouTube! Enjoy the Journey!

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Dein Pferd testet dich nicht
2026/10/23
In dieser Folge von Equidemia Insights geht es darum, warum wir Pferdeverhalten nicht vorschnell als Dominanz interpretieren sollten. Anhand einer konkreten Alltagssituation zeige ich, warum Schreckreaktionen kein bewusstes Testen sind, was Rangordnungen bei Pferden tatsächlich bedeuten und wie die eigene Stressschwelle den Umgang mit dem Pferd beeinflusst. Im Mittelpunkt stehen ein besseres Verständnis für die Perspektive des Pferdes und praktische Wege, Vertrauen aufzubauen, ohne das Pferd oder sich selbst zu überfordern. Mehr zur Dominanztheorie gibt es in Folge 129: „Die Pferdigkeit des Pferdes“.
Die Pferdigkeit des Pferdes
2026/10/16
In dieser Folge von Equidemia Insights spreche ich darüber, warum ich Pferde nicht über ihre Disziplin, ihr Verhalten oder unsere Trainingsziele definieren möchte. Im Mittelpunkt stehen ihre Biologie, ihre Wahrnehmung und ihre artspezifischen Bedürfnisse. Die zentrale Frage lautet: Was erlebt das Pferd eigentlich wirklich? Ich verbinde die Konzepte Teleonomie, Allostase und Homöostase sowie Schmerz und Stress und zeige, warum äußere Ruhe oder angepasstes Verhalten nicht automatisch Wohlbefinden bedeuten. In dieser Folge: - Jedes Pferd ist zuerst ein Pferd: Warum Zucht, Domestikation und Training seine biologischen Bedürfnisse nicht aufheben. - Vom Alphawolf-Mythos zum Pferdemythos: Wie Dominanzdenken unsere Vorstellungen von Pferdeverhalten und Training geprägt hat. - Teleonomie, Affordanzen und Agency: Wie artspezifisches Verhalten, Umweltbedingungen und Handlungsspielräume das Erleben des Pferdes beeinflussen. - Allostase und chronischer Stress: Warum sich viele kleine Belastungen summieren können und Anpassung ihren Preis hat. - Brav sein ist kein Wohlbefinden: Warum Compliance und äußere Ruhe keine verlässlichen Belege für geringe Belastung sind. - Normalverhalten als Referenz: Warum wir wissen müssen, wie Pferde sich unter geeigneten Bedingungen verhalten. - Training beginnt im Alltag: Wie wir auch beim Putzen, Verladen, Tierarztbesuch und in der Hufbearbeitung mehr Vorhersehbarkeit, Mitgestaltung und Erholung ermöglichen können.
Lisa Ashton, what is the horse experiencing?
2026/10/09
Warum verändert sich der Umgang mit Pferden so langsam, obwohl wir heute viel mehr über Verhalten, Lernen und Wohlbefinden wissen? In dieser Folge spricht Celina Skogan mit Lisa Ashton über die Lücke zwischen Wissen und Praxis – und darüber, was nötig ist, damit neue Erkenntnisse im Alltag ankommen. Lisa stellt ihr Modell aus Mindset, Skillset und Systemen vor und erklärt, wie persönliche Überzeugungen, praktische Fähigkeiten und die Bedingungen in Reitschulen Veränderung beeinflussen. Gemeinsam sprechen Celina und Lisa darüber, wie Pferdeverhalten als Information verstanden werden kann, warum Pferde als Mitgestalter des Lernens gelten sollten und wie kleine Veränderungen im Stallalltag positive Auswirkungen haben können. In dieser Folge: - Warum Wissen allein nicht automatisch zu verändertem Handeln führt - Mindset, Fähigkeiten und Systeme als Grundlage für Veränderung - Wie realistische Forschung fragt: Was wirkt, für wen und in welchem Kontext? - Verhaltenssignale als Hinweise auf die Erfahrung des Pferdes - Pferde als Co-Educators im Lernprozess - Beispiele für Veränderungen in Reitschulen und ihre möglichen Auswirkungen - Warum Reflexion und die Bereitschaft, unbequem zu bleiben, wichtig sind
Lahm oder einfach so? Die Ampel für dein Pferd
2026/10/02
Nach der Folge über den Kurs des Grauens habt ihr mir so viel geschrieben – und fast alle mit derselben Botschaft: Ich bin unsicher. In dieser Folge schaue ich mit euch in die Studienlage: Warum drei von vier „lahmfreien“ Pferden messbar asymmetrisch laufen, warum statistisch normal nicht biologisch normal ist, warum selbst Profis sich mit dem bloßen Auge oft uneinig sind – und wie dir die Equidemia-Ampel hilft, zu entscheiden: beobachten, trainieren oder abklären. In dieser Folge: - Was ich aus euren Nachrichten gelernt habe - Statistisch normal vs. biologisch normal - Warum deine Unsicherheit berechtigt ist - Was nicht verhandelbar ist – und was trainierbar bleibt - Die Equidemia-Ampel: Grün, Gelb, Rot - Ausblick: Ganganalyse im November, Adventskalender im Dezember, Fundamentals ab Februar 2027 Quellen: Rhodin et al. 2017, PLoS ONE Kallerud et al., Equine Vet J (SLU) Keegan, Agreement among veterinarians (IVIS) Rater agreement during lungeing (PMC) Rater agreement back mobility, PLoS ONE Persson-Sjodin et al. 2018, PLoS ONE Dyson & Pollard 2020, Animals Dyson & Pollard 2022, Animals RHpE vor/nach diagnostischer Anästhesie, Animals 2023
Warum ich aufgehört habe, Reitkurse zu machen
2026/09/25
Vor einem Jahr habe ich meinen letzten Live-Kurs gegeben. Das Wochenende, das den Ausschlag gab: von neun Pferden waren fünf schwer krank. Kein Einzelfall. Eine Studie von Greve & Dyson (2014) fand bei 506 Sportpferden im ganz normalen Training eine Lahmheits- oder Gangabnormalitätsrate von 45,7 % – bei Pferden, die niemand für auffällig hielt. Eine zweite Studie von Dyson & Pollard (2020) untersuchte 60 Reitpferde, deren Besitzer:innen sie als „arbeitet komfortabel" einschätzten: 73 % davon waren lahm. In dieser Folge erzähle ich, warum diese Zahlen meinen Blick auf Reitunterricht verändert haben – und warum ich seitdem zwischen drei Verpflichtungen navigiere, die sich gegenseitig widersprechen: dem Kunden gegenüber, dem Pferd gegenüber, und dem Anspruch, dass jedes Pferd ausgebildet werden muss. Keine fertige Lösung, sondern der Anfang eines neuen Gesprächs – über Ganganalyse, Stabilität und was klassisches Training braucht, um wieder auf einem tragfähigen Fundament zu stehen. Quellen: Greve, L., & Dyson, S. J. (2014). Equine Veterinary Journal, 46(6), 687–694. https://beva.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/evj.12222 · Dyson, S., & Pollard, D. (2020). Animals, 10(6), 1044. doi.org/10.3390/ani10061044
Kati Westendorf, warum fällt es uns so schwer, für unser Tier einzustehen?
2026/09/18
In dieser Folge von Equidemia Insights sprechen Celina Skogan, Anja und Kathi über einen Moment, den viele Tierhaltende und Tierprofis kennen: Man merkt, dass etwas nicht stimmt, sagt aber nichts. Im Zentrum steht die Frage, warum wir in stressigen Situationen trotz vorhandener Kompetenz handlungsunfähig werden können und was psychologische Sicherheit, Sozialisation und Machtgefälle damit zu tun haben. Besonders spannend: Anja und Celina erzählen von zwei ähnlichen Erlebnissen mit ihrem Hund beziehungsweise Pferd, während Kathi diese psychologisch einordnet und zeigt, warum es sich dabei nicht zwangsläufig um individuelles Versagen handelt, sondern oft um ein komplexes Zusammenspiel von Nervensystem, persönlichen Erfahrungen und sozialen Strukturen. Key topics - Warum wir in stressigen Situationen trotz vorhandener Kompetenz handlungsunfähig werden können - Was den Schritt vom Wahrnehmen zum Eingreifen erschwert und welche Rolle Angst, Höflichkeit und Konfliktvermeidung spielen - Wie sich unsere Rolle als Fachperson verändert, wenn wir selbst zur betroffenen Tierhalterin werden - Welche Bedeutung psychologische Sicherheit, Sozialisation und Machtgefälle im Umgang mit Kundinnen und Kunden haben - Warum Selbstzweifel und Schuldgefühle aus einem komplexen Zusammenspiel von Nervensystem, Erfahrungen und sozialen Erwartungen entstehen können - Wie sich solche Situationen auf die Beziehung zum Tier auswirken können, ohne sie zwangsläufig zu beschädigen - Was Professionals tun können, um sichere Räume zu schaffen, in denen Widerspruch möglich ist und Tierhaltende für ihre Tiere einstehen können - Warum Mindset, Skillset und Systemset gemeinsam gedacht werden müssen
Blutbild und Fütterung
2026/09/11
Der Herbst ist da, der Fellwechsel läuft und viele Pferdebesitzer stellen sich dieselbe Frage: Braucht mein Pferd jetzt ein Blutbild? In dieser Folge sprechen Celina Skogan und Equidemia-Fütterungsexpertin Kathrin darüber, warum Blutbilder in der Fütterungsberatung oft überschätzt werden und weshalb eine bedarfsgerechte Ration deutlich aussagekräftiger sein kann als einzelne Laborwerte. 🐴 Themen der Folge: • Warum Blut ein Transportmedium und kein Speicherorgan ist • Weshalb normale Blutwerte einen Mangel nicht ausschließen • Die Risiken von Monopräparaten und „Fütterung auf Verdacht“ • Warum Selen eine Sonderrolle einnimmt • Weshalb wir bei Equidemia mit der Heuanalyse beginnen • Wie eine evidenzbasierte Fütterungsberatung tatsächlich funktioniert • Warum eine Rationsberechnung oft mehr Antworten liefert als ein Blutbild 💡 Die wichtigste Erkenntnis: Das Blut ist die Straße, nicht das Lager. Bevor wir uns fragen, was im Blut ankommt, sollten wir zuerst verstehen, was überhaupt ins Pferd hineingeht. Deshalb beginnt eine fundierte Fütterungsberatung immer bei der Analyse von Heu, Grundfutter und Gesamtversorgung.
Der Kartesische Fehler
2026/09/04
Ein Philosoph, ein Gartenpark bei Paris und ein Denkfehler, der bis heute in so manchem Stallgespräch mitschwingt: In dieser Folge gehe ich der Frage nach, warum die Wissenschaft Tieren – und damit auch Pferden – jahrhundertelang jedes Innenleben absprach, woher diese Idee eigentlich kam und warum wir uns davon erst seit 2012 offiziell wieder verabschiedet haben. Mit einem Augenzwinkern, aber ganz ohne Uhrwerk. In dieser Folge - Woher die Idee vom „Tier als Maschine“ wirklich stammt – und was ein Park bei Paris damit zu tun hat - Warum diese Sichtweise sogar einfühlsamer war, bevor sie radikalisiert wurde - Wie moderne Bewusstseinsforschung diesen jahrhundertealten Denkfehler korrigiert hat - Was das ganz praktisch für mein Pferdetraining bedeutet – weg von „Der testet mich nur“ hin zu „Was will mir mein Pferd gerade sagen?“ - Warum „atypisches Verhalten“ der Schlüssel sein kann, um Unwohlsein beim Pferd überhaupt zu erkennen Kurz & knapp – die wichtigsten Fragen dieser Folge Was ist der „kartesische Fehler“? Die im 17. Jahrhundert entstandene Annahme, Tiere seien reine Automaten ohne eigenes Innenleben – benannt nach dem Philosophen René Descartes. Haben Pferde ein Bewusstsein? Nach heutigem wissenschaftlichem Konsens: ja. Die belastbare Evidenz dazu – inklusive Studien und Erklärungen – findest du in unserem Blogartikel zu dieser Folge. Was bedeutet das für mein Pferdetraining? Verhalten, das wir als „widersetzlich“ oder „stur“ lesen, ist häufig eine Kommunikation des Pferdes über Schmerz, Angst oder Überforderung – kein Defekt, der behoben werden muss. Die wissenschaftliche Einordnung, alle Studien und Quellenangaben zu dieser Folge findest du ausführlich in unserem Blogartikel.
Sind Ganganomalien beim Pferd immer vom Reiter ausgelöst?
2026/08/28
Eine Hörerfrage, die eine klare Antwort verdient: Nein. In dieser Folge gehe ich der Frage nach, wie wir Ganganomalien beim Pferd sinnvoll beurteilen können – und warum meine Betrachtung nicht beim Reiter im Sattel beginnt. Ich schaue zunächst auf die Mechanik, den Bauplan und die Belastbarkeit des Pferdes: auf Wirbelsäule, Becken, Hals, Rumpf und Gliedmaßen, den Muskel- und Faszienstatus sowie mögliche Kompensationsmuster. Dabei spielt auch das Recoil System, also die elastische Funktion von Sehnen und Bändern, eine wichtige Rolle. Ein weiterer Ausgangspunkt ist für mich die Spinal Engine Theory und damit die Frage, Bewegung vom Rumpf und der Wirbelsäule aus zu denken. Erst wenn diese Grundlagen betrachtet sind, lassen sich Reiter, Sattel, Hilfsmittel und Training sinnvoll beurteilen. Denn natürlich kann falsches oder missbräuchliches Reiten Schäden verursachen – aber nicht jede Ganganomalie lässt sich damit erklären. Ich spreche außerdem darüber, welche Rolle Zucht, Management und Training innerhalb oder außerhalb der individuellen Toleranzgrenzen spielen und warum gerade frühe Auffälligkeiten im Bauplan eines Jungpferdes ernst genommen werden sollten. Mein zentraler Gedanke dabei: Eine gute Pferdebeurteilung beginnt früher als beim Reiter im Sattel. Und wenn wir Pferde wirklich verstehen und nachhaltig trainieren möchten, müssen wir diese Perspektive auch in unsere Zucht- und Managemententscheidungen einbeziehen.
Wie viel Anstrengung darf sein?
2026/08/21
Eine Hörerin schreibt uns nach unserer Folge mit Hanna Engström: Wie oft ist sie über die Grenzen ihrer Stute Lilly gegangen, in dem Glauben, es sei am Ende gut für sie? Sie bringt drei Sätze mit, die in Ställen ständig fallen – "man muss auch mit Baustellen trainieren, wie beim Rehasport", "beim Sport guckt man auch nicht fröhlich", "ich geh auch arbeiten trotz Kopfschmerzen". Wir nehmen jeden einzelnen ernst und prüfen, was daran stimmt – und was fehlt, wenn man ihn vom Menschen aufs Pferd überträgt. Dabei geht es um das Belastungsfenster, um trainierbares und nicht-trainierbares Gewebe, um erworbene versus angeborene Einschränkungen, und um zwei Mechanismen, die leicht verwechselt werden: Exercise-Induced Hypoalgesia und Stress-Induced Analgesia. Worum es in dieser Folge geht: - Die Angst hinter der Frage: Nicht "bewege ich zu wenig", sondern "habe ich geschadet" – und warum Bewegung ein gesundes Pferd nicht abnutzt. - Das Belastungsfenster: Warum Unterforderung bei gesunden Pferden oft das größere Problem ist als Überforderung – und warum sich das Fenster bei Baustellen umkehrt. - Was ist wirklich trainierbar? Muskulatur, Sehnen, Bänder, Koordination – ja. Bereits geschädigter Gelenkknorpel – nur sehr begrenzt. Der Unterschied verändert das Trainingsziel, nicht die Trainingsbereitschaft. - Erworben vs. angeboren: Warum eine Sehnenverletzung anders behandelt werden muss als eine Fehlstellung, mit der ein Pferd geboren wurde – und warum beide ineinander übergehen können. - Der Schmerztoleranz-Mythos: Pferde spüren Schmerz nicht weniger als wir. Sie zeigen ihn nur seltener – aus gutem, evolutionärem Grund. - Reha unter Belastung: Warum reine Schonung bei frischen Verletzungen keine neutrale, sichere Wahl ist, sondern selbst die Heilungsqualität beeinflusst. - Exercise-Induced Hypoalgesia vs. Stress-Induced Analgesia: Zwei unterschiedliche Mechanismen, die beide Schmerz maskieren können – und warum der zweite dafür sorgt, dass Trainingserfolg nie ausschließlich während des Tuns bewertet werden darf, sondern in der Ruhe danach. - Unser Werkzeug dafür: Die funktionale Ganganalyse, unser Messstab aus 24 Verhaltensmerkmalen plus Horse Grimace Scale – warum wir immer damit beginnen, und warum wir nach einer bestimmten Zeit erneut hinschauen.
Welfare Washing im Pferdetraining
2026/08/14
Frisch von der ISES-Konferenz in Dänemark nehme ich euch in dieser Folge mit zu einer Frage, die mich dort besonders beschäftigt hat: Was bedeutet es eigentlich, das Pferd in seinem Wesen wirklich ernst zu nehmen? Ein zentraler Gedanke war für mich die „Horsiness of the Horse“ – also die Frage, was Pferde als Pferde brauchen und wie sehr wir unsere Entscheidungen daran tatsächlich ausrichten. Ich spreche über Welfare Washing, die Diskrepanz zwischen dem, was für uns gut aussieht, und dem, was dem Pferd tatsächlich guttut, und darüber, warum auch gut gemeinte Haltungs-, Fütterungs- und Trainingsentscheidungen problematisch sein können. Außerdem geht es um die Bedeutung von artspezifischen Bedürfnissen, die Auswirkungen von Übergewicht, neue Perspektiven auf Schmerz und die Frage, wie Trainingsmethoden und Hilfsmittel unsere Wahrnehmung von Wohlbefinden beeinflussen können. Die Konferenz hat mich dabei nicht nur zum Nachdenken gebracht, sondern sogar dazu, einige Dinge in meinem eigenen Buchprojekt noch einmal zu überdenken. Denn Pferdewohl lässt sich nicht an einer Checkliste, einem schönen Bild oder daran messen, wie gut etwas nach außen aussieht. Entscheidend ist, ob unsere Entscheidungen dem Pferd tatsächlich gerecht werden. .
Manchmal kommt das Leben dazwischen
2026/08/07
Manchmal erinnert uns das Leben daran, Prioritäten neu zu setzen. Deshalb gibt es diese Woche keine neue Podcastfolge. Nach meiner Rückkehr nach Norwegen muss ich mich zunächst um eines meiner Pferde kümmern. Ich habe mich deshalb bewusst entschieden, diese Woche eine kleine Pause einzulegen, anstatt eine Folge aufzunehmen, hinter der ich nicht zu 100 % stehen kann. Ab nächster Woche bin ich wieder für euch da – mit frischen Eindrücken von der ISES-Konferenz und neuer Podcastfolge! Vielen Dank für euer Verständnis und bis ganz bald! Hört doch in diese Folge mit Hanna rein: https://horsefriends.podigee.io/117-why-do-we-need-more-acceptance
Varianz in der Futterposition
2026/07/31
Eine Hörerfrage nehme ich zum Anlass, mit einem hartnäckigen Dogma aufzuräumen: "Kopf tief gleich Rücken automatisch entlastet." Ich zeige, warum das alte String-and-Bow-Modell der Forschung nicht standhält, was Dorsostabilität stattdessen bedeutet, und wie ich mit variantenreichen Futterpositionen gezielt die tiefe, stabilisierende Muskulatur meiner Pferde trainiere – ganz ohne zusätzliches Bewegungstraining. Darum geht's - Warum "Kopf tief" zum Ideal wurde – und warum die Wiese, auf der wir das beobachten, biomechanisch gesehen ziemlich eintönig ist - Was frei lebende Pferde tatsächlich beim Fressen tun, und was das mit Varianz zu tun hat - Warum das String-and-Bow-Modell der aktuellen Forschung nicht standhält - Dorsostabilität: das Konzept, das ich an die Stelle des alten Bogen-Modells setze - Faservarianz in der Halsmuskulatur – und warum ein Muskel manchmal zwei Jobs gleichzeitig können muss - Die tiefe Muskulatur, die wir von außen nicht sehen, aber die den Unterschied macht - Warum das gerade bei Trageerschöpfung und Lahmheit relevant wird Quellen: - Buchanan C. E. et al. (2025): Free-Roaming Horse Diet and Body Condition Differences Across Seasons and Ecologically Diverse Herd Management Areas. - Gómez Álvarez C. B. et al. (2006): The effect of head and neck position on the thoracolumbar kinematics in the unridden horse. - Rhodin M. et al. (2005): The influence of head and neck position on kinematics of the back in riding horses at the walk and trot. PubMed - Rombach N. et al. (2014): Gross anatomy of the deep perivertebral musculature in horses. PubMed - Gellman K., Bertram J. E. A. & Hermanson J. W. (2002): Morphology, histochemistry, and function of epaxial cervical musculature in the horse. - Stubbs N. C. et al. (2011): Dynamic mobilisation exercises increase cross-sectional area of musculus multifidus. PubMed - Sullivan H. M. et al. (2022): Influence of Chronic Lameness on Thoracolumbar Musculus Multifidus Structure in the Horse. PubMed - Raspa F. et al. (2021): Studying the Shape Variations of the Back, the Neck, and the Mandibular Angle of Horses Depending on Specific Feeding Postures. Open Access
Hanna Engström, why do we need more acceptance?
2026/07/24
Join us as we explore the profound connection between humans and horses, and why genuine understanding always begins with acceptance. In this episode, I reflect with my dear friend Hanna Engström on the importance of seeing both ourselves and our horses as they truly are—without judgement, unrealistic expectations or artificial limitations. Together, we discuss how emotional intelligence, body awareness and functional movement shape not only our training, but also the relationships we build with our horses. In this podcast: - Why acceptance is the foundation of meaningful progress - The role of emotional intelligence and body awareness in horsemanship - Understanding biomechanics and functional movement beyond technique - Why respecting physical and emotional limits leads to healthier horses - The balance between science, tradition and self-reflection - How patience, honesty and humility shape better training decisions A thoughtful conversation about authenticity, ethical horsemanship and the lifelong process of learning. Because true harmony is not created by striving for perfection, but by understanding the horse in front of us—and ourselves along the way.
Wenn ich das damals schon gewusst hätte
2026/07/17
Manchmal bringt uns das Leben genau im richtigen Moment wieder mit einem Pferd zusammen. In meinem Urlaub hatte ich das unglaubliche Glück, eines meiner früheren Trainingspferde wiederzusehen. Ein Pferd, das mich viele Jahre begleitet hat und bei dem ich heute manches anders machen würde. Nicht, weil damals alles falsch war, sondern weil ich heute mehr weiß, genauer hinschaue und Pferde anders verstehe. Diese Begegnung hat mich darüber nachdenken lassen, wie sich Beziehungen zwischen Menschen und Pferden entwickeln. Was bleibt nach vielen Jahren? Was bedeutet Bindung wirklich? Und können wir eine Verbindung wieder aufnehmen, auch wenn viel Zeit vergangen ist? In dieser sommerlichen Podcastfolge geht es um zweite Chancen, um Verantwortung und um den schmerzhaften Gedanken: Wenn ich das damals schon gewusst hätte, hätte ich meinem Pferd vielleicht einiges ersparen können. Aber es geht auch darum, dass Entwicklung immer rückwärts betrachtet ungerecht wirkt. Wir treffen Entscheidungen mit dem Wissen, das uns in diesem Moment zur Verfügung steht. Entscheidend ist nicht, dass wir früher alles richtig gemacht haben. Entscheidend ist, ob wir bereit sind, heute genauer hinzusehen und unser Handeln zu verändern. Denn unsere Pferde brauchen keine perfekten Menschen. Sie brauchen Menschen, die lernen, Verantwortung übernehmen und bereit sind, Beziehung immer wieder neu entstehen zu lassen. Eine persönliche Sommerfolge über Wiedersehen, Erinnerung, Dankbarkeit und die Frage, was wir aus unserer gemeinsamen Geschichte mit unseren Pferden machen. Pferdetraining neu denken. Evidenzbasiert, individuell und mit echtem Blick für das Pferd, das vor uns steht.

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