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Mauerecho – Ost trifft West

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Dieser Podcast hat
62 Episoden
Sprache
German
Explizit
Nein
Erstellt am
2025/03/17
Neueste Episode
2026/09/24
Durchschnittsdauer
60 min.
Veröffentlichungsintervall
14 Tage

Beschreibung

„Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz Panter Stiftung, die sich der Überwindung der mentalen Barrieren zwischen Ost- und Westdeutschland widmet. Ziel ist es, durch persönliche Geschichten, aktuelle Bezüge und interaktive Elemente ein tieferes Verständnis füreinander zu schaffen und die „Mauer in den Köpfen“ abzubauen. Der Podcast ist Teil der Stiftungsprojekte, die Nach­wuchs­jour­na­lis­t*in­nen fördern. Dennis Chiponda übernimmt die Moderation und hat bereits beim Ostjugend-Projekt zu den Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg mitgewirkt. Bis Mai 2025 ist Ann Toma-Toader im Redaktionsteam. Sie hat bei Projekten wie dem Podcast „Katerfrühstück“ sowie dem YouTube-Kanal „Klarkommen“ mitgewirkt. Ab Mai 2025 beginnt eine Co-Moderatorin, Marie Eisenmann, und damit auch ein neues Format, „Der Nachwendekindertalk“, das alle zwei Wochen ausgestrahlt wird. Sonst: Jede Woche, sonntags erscheint eine neue Podcastfolge von „Mauerecho“ – hier und überall dort, wo es Podcasts gibt. Weitere Informationen: [email protected], taz.de/mauerecho und taz.de/stiftung

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Folge 63: Die Braunen, die Roten und der Frust - Die Jugend scheißt auf die Mitte!
2026/09/24
Die Mitte verliert die Jugend. Und sie sollte sich nicht einreden, das liege bloß an einem schlechten Social-Media-Auftritt im Wahlkampf. Das Wahljahr 2026 war kein Jahr der Gleichgültigkeit. Im Gegenteil: Die Wahlbeteiligung stieg in allen fünf Ländern. In Sachsen-Anhalt um 17,5 Punkte auf 77,8 Prozent, in Berlin um 11,3 Punkte, in Mecklenburg-Vorpommern um 7,3 Punkte. Menschen sind nicht politikmüde. Sie treffen nur andere Entscheidungen, als die Mitte gehofft hatte. Woher soll die Zuwendung junger Menschen zur Mitte auch kommen? Die Trendstudie „Jugend in Deutschland“ hat herausgefunden, dass ein Drittel der 14- bis 29-Jährigen psychologische Behandlung benötigt. Ein Fünftel denkt darüber nach, auszuwandern, um im Ausland bessere Zukunftsperspektiven zu finden, die sie hier offenbar nicht mehr sehen. Das beobachtet auch Phil, der auf seinen Social-Media-Kanälen Politik und politische Kommunikation einordnet und selbst noch studiert: „Junge Menschen brauchen eine Perspektive. […] Wenn ich mir mein Studium nicht finanzieren kann, obwohl ich zwei bis drei Jobs arbeite, dann werde ich frustriert. […] Wenn ich von meinem Ausbildungsgehalt nicht bei meinen Eltern ausziehen kann, weil es nicht reicht, dann haben wir ein Problem.“ Besonders deutlich wird das bei jungen Wählerinnen und Wählern in Mecklenburg-Vorpommern: Hier kam die CDU bei den Unter-30-Jährigen auf zwei Prozent. In Sachsen-Anhalt erreichte die SPD in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen neun Prozent. Die AfD lag dort bei 44 Prozent, in MV bei 37 Prozent. Gleichzeitig wählten in Berlin 47 Prozent der jungen Menschen die Linke. Junge Menschen fehlen aber nicht nur in den Wahlergebnissen der Mitte. Sie fehlen oft auch auf Listen, in Entscheidungsräumen und als Adressatinnen und Adressaten politischer Angebote. Deshalb wurde unser Gast Karoline Herrmann gefragt, wie gut die junge Generation in den Strukturen der CDU Mecklenburg-Vorpommern vertreten ist: „Wenn das der Fall wäre, dann würden Listenaufstellungen vielleicht auch schon anders laufen. Ich glaube, da haben wir jetzt eine große Chance, uns strukturell ein bisschen anders aufzustellen – zwischen jungen und erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, Mann, Frau und auch weiteren Diversitätsmerkmalen.“ Wer junge Menschen dann sechs Wochen vor der Wahl mit einem hastig produzierten Social-Media-Video erreichen will, wirkt nicht nahbar, sondern aufgesetzt. Und die AfD? Sie gewinnt nicht einfach, weil sie TikTok verstanden hat. Sie ist da, wo andere fehlen: mit Fan-Accounts, Veranstaltungen, lokalen Gruppen und dem Gefühl, dazuzugehören. „Es gibt ja diese Grafiken, dass die AfD gar nicht so überproportional viel mehr Videos hochlädt als die anderen Parteien. Der Erfolgsfaktor der AfD ist einfach, dass sie viel besser ausgespielt werden. […] Die AfD hat so viele Fan-Accounts, so viele vermeintlich neutrale Accounts, die aber irgendwie dann noch mit dranhängen, die einfach ihre Points noch viel besser pushen kann, in die Weite des Netzes hinein. Das gibt es bei etablierten Parteien nicht“, sagte Phil. Sie bietet Anschluss. Genau das macht sie so gefährlich. Die Frage ist deshalb nicht nur, wie Parteien besser kommunizieren. Sondern: Wen lassen sie mitentscheiden – und für wen machen sie überhaupt Politik? „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Er erscheint derzeit jede Woche auf taz.de/mauerecho sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus und unserem Praktikanten Kilian Hamidi.
Folge 62: Kultur nur mit Bekenntnis? Sachsen-Anhalt nach der Wahl
2026/09/18
„Um uns wieder ein gesundes Selbstbewusstsein zu geben, werden wir u. a. […] die Kulturförderung an ein Bekenntnis zu unserem Land binden.“ Das steht auf Seite 8 des Kurzwahlprogramms der AfD Sachsen-Anhalt zur Landtagswahl 2026. Doch wie genau würde ein solches Bekenntnis aussehen? Und welche Folgen hätte es für die Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt? Für die neue Sonderfolge von „Mauerecho“, aufgenommen beim Osten-Festival in Bitterfeld-Wolfen, kamen Vertreter:innen der Kulturbranche miteinander ins Gespräch. Alle Gesprächspartner:innen betonen, dass freie Kulturangebote auf eine verlässliche Finanzierung angewiesen sind. Bei der Frage, wie diese Finanzierung organisiert werden sollte, unterscheiden sich ihre Positionen jedoch. Wolfgang Aldag, Landtagsabgeordneter der Grünen, sagt, Kultur müsse unabhängiger von staatlichen Mitteln werden. Dabei spiele auch das Ehrenamt eine Rolle. Nicole Tröger, Leiterin des WUK Theater Quartiers, verweist dagegen auf die prekäre finanzielle Lage vieler freischaffender Künstler:innen. Sie hätte sich bereits in der Vergangenheit mehr Unterstützung gewünscht, statt darauf angewiesen zu sein, dass Menschen ehrenamtlich arbeiten. Die Gesprächspartner:innen beschreiben einen möglichen Konflikt: Sollten Fördermittel künftig an politische oder kulturelle Voraussetzungen geknüpft werden, müssten Einrichtungen ihrer Einschätzung nach abwägen, unter welchen Bedingungen sie staatliche Förderung noch annehmen wollen. Die Zahlen zeigen, wie stark Teile der Kulturlandschaft von öffentlicher Finanzierung abhängig sind. Der Kulturhaushalt des Landes Sachsen-Anhalt betrug im Jahr 2026 rund 193 Millionen Euro. Das geht aus der Kulturbilanz der Staatskanzlei und des Ministeriums für Kultur des Landes hervor. Nach Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder gab das Land 2021 zwischen 150 und 200 Euro pro Person für Kultur aus. Im Vergleich der Bundesländer belegte Sachsen-Anhalt damit bei den Pro-Kopf-Ausgaben für Kultur Platz sechs von 16. Trotz dieser vergleichsweise hohen öffentlichen Förderung beschreibt Nicole Tröger die finanzielle Lage vieler freischaffender Künstler:innen als prekär. Wie genau die AfD versuchen wird, ihre kulturpolitischen Pläne umzusetzen, bleibt offen. Wie die Kulturbranche damit umgeht und ob es einen Zwischenweg geben kann, erfahrt ihr in unserer neuen Folge von „Mauerecho“. Zu Gast sind: - Nicole Tröger, Theaterleiterin des WUK Theater Quartiers - Stephanie Scholz, Radio Corax - Wolfgang Aldag, Stadtrat und Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen - Folkert Uhde, Geschäftsführer der Bachfesttage Köthen Mauerecho – Ost trifft West ist ein Podcast der taz Panter Stiftung. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho sowie überall dort, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus und Praktikant Kilian Hamidi. Weiterführende Texte: ⁠https://taz.de/Nach-AfD-Sieg-in-Sachsen-Anhalt/!6211317/⁠ ⁠https://taz.de/Einfluss-der-AfD-auf-die-Kultur/!6202665/⁠ ⁠https://taz.de/Kulturelle-Teilhabe-in-der-Diskussion/!6098183/⁠
Folge 61: Engagiert, aber nicht unverwundbar - Zivilgesellschaft in Ost und West
2026/09/11
Ehrenamt kann Sinn stiften, Gemeinschaft schaffen und das Gefühl vermitteln, etwas zu bewirken. Doch was passiert, wenn aus Verantwortung Überforderung wird? Über die Belastungen ländlichen Engagements, Selbstfürsorge und unterschiedliche Erfahrungen in Ost- und Westdeutschland sprechen Ulrike Hähnlein und Felicitas Gerull, die Vorstandsvorsitzenden des Denkwerk Ost e. V., in der neuen Folge von „Mauerecho – Ost trifft West“. Wie weit die Belastung gehen kann, zeigt der Rücktritt Dirk Neubauers. Der Gründer des Denkwerk Ost kündigte 2024 seinen Rücktritt als Landrat des Landkreises Mittelsachsen an. Zuvor habe sich eine „diffuse Bedrohungslage aus der rechten Ecke“ bis in sein privates Umfeld ausgeweitet, berichtete Neubauer dem vorwärts. Anfeindungen sind jedoch nur eine mögliche Belastung. Hinzu kommen Zeitdruck, hohe Erwartungen und das Gefühl, immer mehr Verantwortung übernehmen zu müssen. Wer sich langfristig engagiere, brauche deshalb nicht nur Resilienz und Durchhaltevermögen, sagt Gerull. Ebenso wichtig sei es, die eigenen Grenzen zu erkennen und Unterstützung anzunehmen. „Wenn jemand gerade durchhängt und sagt: ‚Ich kann nicht mehr‘, dann gibt es auch immer jemanden, der die Kraft hat, weiterzumachen“, sagt Gerull. Entscheidend sei, sich zu vernetzen und Verantwortung zu teilen. Engagement könne belasten, aber auch Kraft geben. Wie wichtig sinnvolle und passende Aufgaben sind, zeigt der 2026 veröffentlichte Abschlussbericht „Sinn im Ehrenamt“ der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Für die Untersuchung wurden zunächst 143 Menschen beim Beginn eines neuen Engagements befragt, 104 von ihnen erneut nach drei Monaten. Danach berichteten die Engagierten im Durchschnitt eine höhere Sinnerfüllung. Zugleich zeigte sich: Stimmen persönliche Interessen, Motive und Vorstellungen von Sinn mit der Aufgabe und der Organisation überein, sind Engagierte zufriedener. Auch Mitbestimmung kann dazu beitragen, dass eine Tätigkeit als sinnvoll erlebt wird. Fehlt diese Passung, kann das Engagement dagegen psychisch belasten. Vereine und Initiativen sollten deshalb nicht nur fragen, welche Aufgaben erledigt werden müssen. Sie sollten auch klären, was Engagierte motiviert, welche Fähigkeiten sie mitbringen und wie viel Verantwortung sie übernehmen können. Eine Burnoutquote liefert die Studie allerdings nicht. Wie viele Menschen diese Fragen betreffen, zeigt der Deutsche Freiwilligensurvey 2024: Rund 27 Millionen Menschen ab 14 Jahren engagieren sich in Deutschland freiwillig. In ländlichen Räumen liegt ihr Anteil mit 38,4 Prozent etwas höher als in Städten mit 35,8 Prozent. Im Westen beträgt die Engagementquote 37,3 Prozent, im Osten einschließlich Berlin 34 Prozent. Die unterschiedlichen historischen Voraussetzungen wirken dennoch nach. Während sich freie zivilgesellschaftliche Organisationen in Westdeutschland über Jahrzehnte entwickeln konnten, war unabhängiges gesellschaftspolitisches Engagement in der DDR stark eingeschränkt, erläutert die Bundeszentrale für politische Bildung. Diese Geschichte prägt Hähnleins Biografie: „Bei uns in der DDR hieß Ehrenamt: die Jungen Pioniere und die FDJ. Ehrenamt hat für mich erst ab 1990 begonnen.“ Gerull stammt dagegen aus der Lüneburger Heide und wurde schon früh gesellschaftlich aktiv. Trotz ihrer unterschiedlichen Erfahrungen sind sich beide einig: Engagement braucht nicht nur Überzeugung, sondern auch Strukturen, die Verantwortung verteilen und Pausen ermöglichen. Wie Engagierte ihre Grenzen schützen können, welche Unterstützung Vereine brauchen und warum gesellschaftliche Veränderung nicht von Einzelnen allein getragen werden kann, hört ihr in der neuen Sonderfolge von „Mauerecho – Ost trifft West“. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Er erscheint derzeit jede Woche auf taz.de/mauerecho sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus und unserem Praktikanten Kilian Hamidi.
Folge 60: Wer nicht da ist, verliert: Überlassen wir die Jugend den Rechten?
2026/09/04
Wer nicht da ist, verliert: Überlassen wir die Jugend den Rechten Welche Einflussfaktoren entscheiden darüber, ob sich ein frustrierter, wütender Jugendlicher radikalisiert oder seine Wut in etwas Produktives umwandelt? In einer früheren Folge von Mauerecho sagte Sarah Schröder von der Alten Spitzenfabrik, einem soziokulturellen Verein im sächsischen Grimma: „Es hätte damals nur einige Zufälle gebraucht und ich hätte auch bei den Nazis landen können.“ Christian Weißgerber, Gast der aktuellen Folge und ehemaliger Neonazi, erzählt uns, dass es ihm nicht anders ging. Nur landete er am Ende auf der anderen Seite: „Aber ich würde auch sagen, in Eisenach gab es keine wirklich gut organisierten linken Strukturen und in meiner Familie ist vielleicht auch einfach ein bisschen zu viel Wert auf manche Sachen, die eher rechts sind, gelegt worden. Aber sonst hätte ich mit der Wut, die ich hatte, sicherlich auch ein extrem guter Linksaußen werden können. Das hat damals halt erst einmal nicht stattgefunden.“ Eine besondere Rolle spielt, wem Jugendliche begegnen und welche Gemeinschaft ihnen angeboten wird. Nach Weißgerbers Darstellung war die Nachwuchsgewinnung kein Nebeneffekt rechter Politik, sondern strategische Kernarbeit, für die die Szene niemals die Mittel gekürzt hätte. Wer sich nicht um den Nachwuchs kümmert, stirbt aus. So näherten sich rechtsextreme Kader jungen Menschen über Bekannte und Veranstaltungen mit Angeboten, die zunächst vor allem „ausreichend Spaß gemacht oder den Menschen einen sozialen Raum gegeben haben“. Laut der Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus ist dies eine gezielte Strategie der rechtsextremen Szene. Sie nutzt Grillfeste, Konzerte, Fußballturniere und andere Freizeitangebote zur Ansprache Jugendlicher. Ideologische Botschaften werden eher beiläufig vermittelt und stehen zunächst im Hintergrund. Heute kann man gerade im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt Ähnliches beobachten: Wahlkampftermine von Ulrich Siegmund erinnern eher an Volksfeste als an klassische Wahlkampfaktionen, die den Alltag nur für kurze Zeit durchschneiden. Rechtsextreme Strukturen erweitern ihre Strategie zudem auf weitere Zielgruppen. Die BIGE beschreibt Radikalisierung als einen schleichenden und vielschichtigen Prozess. Wut, Frustration, mangelnde Anerkennung und Orientierungslosigkeit können eine Rolle spielen. Radikalisierungsprozesse verlaufen jedoch selten linear und haben nicht nur eine einzige Ursache. Das bestätigt auch der Sozialwissenschaftler Daniel Kubiak, der ebenfalls in der aktuellen Folge zu hören ist. Haltlosigkeit, Wut und fehlende Anerkennung führen nicht automatisch in den Rechtsextremismus: „Man kann genauso gut die Fusion gründen oder zu den Backstreet Boys auf Konzerte gehen.“ Doch wo bleiben die Vorbilder, die Jugendlichen Alternativen aufzeigen, wenn es immer weniger entsprechende Angebote gibt? Viele Orte der Kinder- und Jugendarbeit sind verschwunden, wie der 17. Kinder- und Jugendbericht zeigt. Zwischen 2006 und 2020 sank die Zahl der Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit von 17.966 auf 13.617. Das ist ein Rückgang um 24,2 Prozent. Auch die Zahl der Jugendräume und Jugendheime ohne hauptamtliches Personal ging von 7.019 auf 3.183 zurück. Das Bild ist allerdings nicht einheitlich: Klassische Jugendzentren blieben vergleichsweise stabil, die mobile Jugendarbeit nahm sogar zu. Der Bericht macht außerdem deutlich, dass der Rückgang unterschiedliche Ursachen haben kann. Die Zahlen beweisen deshalb nicht, dass der Verlust eines Jugendtreffs zu Radikalisierung führt. Sie dokumentieren aber, dass viele niedrigschwellige Räume weggefallen sind. Dabei kommt es nicht allein auf Gebäude an. Laut den im Kinder- und Jugendbericht aufgeführten Untersuchungen des Deutschen Jugendinstituts hat pädagogisches Personal einen signifikant positiven Einfluss auf die Breite der Angebote und das ehrenamtliche Engagement. Jugendarbeit braucht Menschen, die zuhören, Beziehungen aufbauen und erreichbar bleiben.
Folge 59: Bildungskrise in Ost und West - Gemeinsam gescheitert?
2026/08/06
2022 sank die Leistung unserer Schüler:innen in Mathematik, den Naturwissenschaften und der Lesekompetenz auf das niedrigste Niveau seit Beginn der Messung der PISA-Studie. Das Bildungspolitik damit längst zu einer gemeinsamen Krisenfrage geworden ist, nehmen auch unsere Gäste Andreas Sturm (CDU) und Louis Krüger (Bündnis 90/Die Grünen), bildungspolitische Sprecher ihrer Landtagsfraktionen in Baden-Württemberg und Berlin, wahr. Andreas Sturm bringt den Stand der Einheit in der Bildungspolitik auf den Punkt: „Die Mauern, über die wir in der Vergangenheit gesprochen haben, sind jetzt auch Mauern, wenn wir über soziale Herkunft, Sprachdefizite und fehlende Bildungschancen reden.“ Doch ziehen sich die Mauern heute nicht mehr durch Ost und West, sondern mitten durch unsere Klassenzimmer. Nach Zahlen des IQB-Bildungstrends 2024 lagen Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg im Spitzenfeld in allen getesteten MINT-Fächern. Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen und das Saarland bilden das Schlusslicht der Untersuchung. Trotz dieser Unterschiede lässt sich ein Trend erkennen: Selbst die Spitzenreiter haben im Vergleich zu früheren Erhebungen deutlich an Punkten verloren. Ob Spitzenreiter oder Schlusslicht, die Probleme unterscheiden sich kaum Doch woran liegt das? Bei der Problemdiagnose scheinen sich beide Bildungspolitiker ersteunlich einig zu sein. Louis Krüger sagt dazu: „Lehrkräftemangel ist auch bei uns das große Problem, weil natürlich alles andere davon abhängt. Nur wenn ich ausreichendes und gut qualifiziertes Personal habe, kann ich die anderen Probleme angehen. Und das Zweite ist das Thema Bildungsungerechtigkeit. Da sind wir in Deutschland insgesamt einfach sehr, sehr schlecht im weltweiten Vergleich.Uns hängt es immer noch sehr stark vom Elternhaus ab, welche Chancen ich als Kind habe.“ Gestützt wird die Aussage durch die Zahlen des nationalen Bildungsberichts “Bildung in Deutschland". Noch immer gelingt es in Deutschland nur unzureichend, Bildungserfolg von sozialer Herkunft zu entkoppeln: Bei den 20-Jährigen erreichen 79 Prozent der Kinder aus privilegierten Familien die Hochschulreife, in benachteiligten Familien sind es nur 31 Prozent. Ob das dreigliedrige Schulsystem und Ziffernnoten noch zeitgemäß sind, ob die Länder ihre Kompetenzen an den Bund abtreten sollten, um gemeinsame Standards zu ermöglichen, und wo unser Moderator einen unserer Gäste provoziert, könnt ihr in der aktuellen Folge von Mauerecho nachhören. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserer neuen Redakteurin Jacqueline Kamp und unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus.
Folge 58: Keine Finanzierung , kein Deutschkurs, keine Fachkräfte – Kürzungen bei der Integrationsarbeit
2026/07/23
Gäste sollen wie Könige behandelt werden. Das wünscht sich Eter Hachmann, Vorstandsvorsitzende von DaMOst, dem Dachverband der Mi­gran­t*in­nen­or­ga­ni­sa­tio­nen in Ostdeutschland. Pläne des Innenministeriums unter Alexander Dobrindt (CSU), die Mittel für Integrationskurse drastisch zu kürzen und somit Ukrainer:innen, EU-Bürger:innen, Asylsuchende im laufenden Verfahren sowie Geduldeten die Chance auf einen Sprachkurs zu erschweren, gleichen mehr einem knappen Kopfnicken als einer willkommenheißenden Begrüßungsumarmung. In der neuen Folge Mauerecho adressiert Hachmann Minister:innen, die nicht wüssten, wie mit Gästen umzugehen sei: „Machen Sie das bitte georgisch. Wenn der Gast kommt, dann muss man das Beste vom Besten rausholen, unabhängig davon, ob der Gast nur für eine Nacht bleibt, für eine Woche oder für zwei Jahre.“ Im besten Fall würden die Menschen sich dann entscheiden, in Deutschland zu bleiben und ihre Arbeitskraft hier einbringen, die gerade im Osten dringend gebraucht werde. „Mauerecho“. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserer neuen Redakteurin Jacqueline Kamp und unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus. Aus der Praxis eines Kursträgers heraus, mahnt René Nohr, Geschäftsführer der Volkshochschule Bingen am Rhein in Rheinland-Pfalz, Schwierigkeiten bei der Durchführung von Integrationskursen an. Die finanziellen Kürzungen und die Zugangshürden für motivierte Sprachlernende verknappen das Kursangebot so stark, das Klassen nicht ausreichend gefüllt werden könnten. Frustriert zeigt sich Nohr auch über die vermeintliche Logik hinter der politischen Entscheidung: „Es ist aus jeder Perspektive dumm. Das kostet den Staat wesentlich mehr Geld, weil die Leute kein Deutsch mehr lernen. Und dann können sie nicht arbeiten. Das heißt, die Sozialleistungen werden länger bezahlt.“ Was sich unsere Gäst:innen von der Bundesregierung wünschen, um weiter erfolgreich Integrationsarbeit leisten zu können und wieso auch unser Host Dennis Chiponda in der Vergangenheit schon erleben musste, was es heißt, wenn die Arbeit von Verbänden durch Ak­teur­e:innen der Politik verkompliziert wird, hört ihr in der neuen Folge Mauerecho.
Sonderfolge 57: Wahlarena: Mecklenburg - Vorpommern
2026/07/09
Vergangene Woche scheiterte eine Verfassungsänderung zur Richterwahl für das Landesverfassungsgericht im Landtag in Mecklenburg-Vorpommern, weil die CDU dagegen stimmte. Die aktuelle Landesregierung aus SPD und Linke wollte diese gemeinsam mit den Grünen aus Sorge vor einer erstarkenden AfD umsetzen. Es sollte eine Notfalllösung festgeschrieben werden, die greift, wenn die Wahlen für Landesverfassungsrichter:innen politisch blockiert und nicht mit einer Zweidrittel-Mehrheit durchgebracht werden können. Ähnliche Änderungen hatten Sachsen-Anhalt und das Saarland zuletzt als Sicherheitsmaßnahme umgesetzt. Über diese Änderung stritten die Gäst:innen der Mauerecho-Wahlarena Beatrix Hegenkötter (SPD), Claudia Müller (Bündnis 90/Die Grünen), Hennis Herbst (Die Linke) und Torsten Heil (CDU). Torsten Heil begründete das Gegenstimmen der CDU zur Verfassungsänderung so: Die Partei wolle nicht in „voreilsamen Gehorsam“ Dinge ändern müssen. Es ginge vielmehr darum, dass jeder politisch für seine Position kämpfen müsse. Bürger:innen konnten aktiv auf der Bühne der Wahlarena an der Diskussion teilnehmen und so kritisierte ein Bürger das Vorgehen der CDU mit Unverständnis. Ebenso hielt Claudia Müller (Grüne) dagegen: Die Umfragezahlen wären bekannt und „die Augen zu verschließen davor, dass dieses Problem kommt, ist grob fahrlässig“. Weiter diskutierten wurden die Themen Wirtschaft, Tourismus, Wohnen und wie man eigentlich demokratische Regierungsmehrheiten gewinnen will, wenn die CDU eine Koalition mit der Linken ausschließt. Die Antwort von Herr Heil, könnt ihr in der aktuellen Sonderfolge nachhören. #Wahlarena #Greifswald #MecklenburgVorpommern #CDU #noAfD #SPD #diegrünen #dieLinken
Folge 56: Landtagswahlen2026 - Wer bei Integration spart, zahlt am Ende drauf!
2026/06/25
In der öffentlichen Diskusion wird oft über Migration gestritten, gemeint ist aber teilweise Integration. Weil Integration vor allem Aufgabe der Länder und Kommunen ist, sprechen wir in der aktuellen Folge mit dem Berliner SPD-Politiker Orkan Özdemir und der CDU-Innenpolitischen Sprecherin und Polizistin Anne-Christin von Allwörden explizit über Zuständigkeiten, Ressourcen und die Frage, warum Integrationspolitik in der Praxis so oft an Geld, Personal und politischen Prioritäten scheitert. Wo sollte Integration beginnen? Unser Gast Ann Christin von Allwörden hat da eine eindeutige Haltung zu. “Da geht es nämlich erst mal die Frage, bekommt der Mensch überhaupt einen Schutzstatus bei uns oder muss er das Land wieder verlassen? Wenn diese Frage geklärt ist, dann sind wir auf einer ganz anderen Ebene. Dann fängt für mich auch erst Integration an. Ich integriere ja nicht Menschen, von denen ich noch nicht mal weiß, ob sie überhaupt in Deutschland bleiben dürfen.” Zitat Allwörden Die alltägliche Umsetzung von Integration muss gut organisiert werden. Sprachkurse, Erstaufnahme, dezentrale Unterbringung, Arbeitsmarktzugang… setzt die verarmten Kommunen unseres Landes unter Druck. Özdemir betont, dass Integration ohne ausreichende Investitionen nicht gelingen könne. Von Allwörden verweist dagegen auf die strukturellen Grenzen der Länder, vor allem in Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern, wo Mittel, Personal und Infrastruktur knapper seien als in Großstädten wie Berlin. Ein zweiter Schwerpunkt der Folge sind die unterschiedlichen Ost-West-Erfahrungen mit Migration/Integration und Rassismus. Chiponda, Özdemir und von Allwörden sprechen über Vertragsarbeiter- und Gastarbeiterbiografien, über die Gewalt der sogenannten Baseballschlägerjahre und darüber, wie stark Herkunft, Sozialisation und regionales Umfeld politische Wahrnehmungen prägen. Dabei wird deutlich, dass Rassismus im Osten nicht isoliert betrachtet werden kann, aber auch im Westen keineswegs verschwindet. Kontrovers wird es bei der Frage, wie der Staat die Integration umsetzen soll. Die Bezahlkarte, längere Aufenthalte in Gemeinschaftsunterkünften und die Rolle von Sanktionen werden unterschiedlich bewertet. Während von Allwörden auf Ordnung und Steuerung verweist, aber auch darauf drängt, dass die Verfahren beschleunigt werden müssen warnt Özdemir vor Symbolpolitik, die Teilhabe erschwert und Menschen eher ausgrenzt als integriert. “... das dauert aber im Durchschnitt 4 bis zu fünf Jahre wegen dem Erwerb der Sprache Erkenntnis und so weiter und so fort, bis man überhaupt in eine Arbeit einmündet. Das würde also bedeuten, dass man diesen Menschen fünf Jahre lang keine Teilhabe im Durchschnitt, an der Gesellschaft, in der sie leben, gewähren würde. Und wir wissen, dass 50 Prozent dieser Menschen, zu uns gekommen sind, auch hier bleiben werden. Das wissen wir heute schon, weil sie arbeiten.” Zitat Özdemir Die Folge weitet den Blick schließlich auf gesellschaftliche Folgen von Unsicherheit, Abwanderung und rechter Mobilisierung. Wenn sich junge Menschen, Familien und Fachkräfte in Regionen nicht mehr sicher oder willkommen fühlen und wegziehen, hat das nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Konsequenzen. In der nächsten Folge sprechen wir wieder mit Bürger*innen über die Themen Migration und Integration. Die Folge erscheint am 09.07.2026. Habt ihr eigene Fragen oder Feedback? Schickt uns eine Sprachmemo oder Nachricht an 0157 55875373 oder schreibt uns an [email protected]. „Mauerecho“. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserer neuen Redakteurin Jacqueline Kamp und unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus.
Folge 55 - Wer zahlt für den Sozialstaat?
2026/06/11
Die Kosten für Sozialstaatreformen tragen schlussendlich die Allerärmsten. Das kritisieren Sanktionsfrei-Aktivistin Helena Steinhaus und Unternehmerin Isabelle Hoyer. Der Sozialstaat soll sukzessive reformiert werden, damit er weniger kostet. So der Plan der Bundesregierung. Kürzlich erst sprach sich die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) gegen eine eigentlich im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarte Bafög-Reform aus. Denn Studierende seien in Deutschland privilegiert und neben dem Studium zu arbeiten, sei laut Bär „kein Drama“. Ebenso ist eine Pflegereform geplant, die beispielsweise vorsieht, die Rentenpunkte, die pflegende Personen erhalten, von 100 auf 70 herunterzusetzen. Die Unternehmerin und Gründerin eines Women Leadership Netzwerks, Isabelle Hoyer, hält in der neuen Folge Mauerecho gegen den Vorschlag. Und Helena Steinhaus von Sanktionsfrei e.V. fordert sogar: „Die sollten verdoppelt werden.“ Arbeitnehmer*innen auch durch Grundsicherungs-Sanktionen betroffen Für die neue Grundsicherung, die ab dem 1. Juli das Bürgergeld ersetzt, hat die Bundesregierung einen härteren Sanktionskatalog beschlossen. Bisherige Schutzrechte des ehemaligen Bürgergelds sollen ebenfalls wegfallen. Es sind Maßnahmen, die nicht nur Leistungsempfänger*innen unter Druck setzen. Auch Arbeitnehmer*innen sind betroffen. Kritik gab es von vielen Seiten. Gewerkschaften, Grüne und Linke und zivilgesellschaftliche Initiativen wie Sanktionsfrei e. V. positionieren sich gegen die geplanten Reformen. Diese würden Menschen zwingen, schlechte Arbeitsbedingungen auszuhalten, wie Helena Steinhaus im Gespräch mit Mauerecho-Host Dennis Chiponda anmahnt. Sie sagt: „Die Allermeisten würden fast jede Arbeit machen, um bloß nicht in die Grundsicherung zu fallen. Und das heißt auch, dass man weniger Ansprüche stellt, sowohl an die Arbeitsbedingungen als auch an die Bezahlungen.“ Die Sankitonsfrei-Aktivistin fordert außerdem, dass gute Arbeitsbedingungen für Menschen geschaffen werden, auch in Berufsspaten, die weniger „verführerisch“ seien – besonders in großen Unternehmen. Warum die Aktivistin in diesem Zusammenhang das Unternehmen und den Arbeitgeber Tchibo als „Wichser“ bezeichnet und wie Kleinunternehmer*innen mit finanziellem Druck umgehen, hört ihr in dieser neuen Podcast-Folge Mauerecho. In der nächsten Folge sprechen wir wieder mit Politiker*innen über die Themen Migration und Integration. Die Folge erscheint am 25.06.2026. Habt ihr eigene Fragen oder Feedback? Schickt uns eine Sprachmemo oder Nachricht an 0157 55875373 oder schreibt uns an [email protected]. „Mauerecho“. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Er erscheint alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho sowie überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank gilt unserer neuen Redakteurin Jacqueline Kamp und unserem Sounddesigner Sebastian Jautschus.
Folge 54: Wie viel Sozialstaat können wir uns noch leisten?
2026/05/28
Schon heute zahlen viele Menschen mehr als ein Drittel ihres Einkommens, um wohnen zu können. Zudem sinkt die Zahl der Sozialwohnungen stetig. Für einkommensschwache Haushalte wird Wohnen zur Herausforderung. Ende des Monats bleibt kaum bis gar kein Geld zum Sparen übrig, um zum Beispiel privat für die Altersvorsorge aufzukommen. Denn nicht nur die Mieterhöhungen belasten die Menschen in Deutschland, auch die Sorge um die Altersrente steigt. In der neuen Folge “Mauerecho” diskutieren die FDP-Politikerin Lydia Hüskens, stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Infrastruktur und Digitales in Sachsen-Anhalt und SPDler Robin Mesaroch, der in Baden-Württemberg für den Parteivorsitz kandidiert über Vorschläge zur Renten- und Mietenpolitik. Während Hüskens auf private Altersvorsorge durch Aktieninvestitionen setzt, macht Mesaroch deutlich, dass sich das viele Menschen in Deutschland nicht leisten können und Rente keine Sozialhilfe sei, sondern erwirtschaftet wurde. Der SPD-Politiker spricht außerdem von zu hohen Mieten, die dazu führen, dass sich viele ihren Wohn- und Arbeitsort nicht mehr aussuchen können. Hüskens sieht in ihrem Bundesland Sachsen-Anhalt vor allem die Vermieter:innen in der Bredouille, weil Leerstand und hohe Instandhaltungskosten diesen zu schaffen machten. Auch bei dem Punkt, ob allein neue Häuser zu bauen der in Deutschland sinkenden Anzahl an Sozialwohnungen etwas entgegensetzen kann, sind sich die beiden uneinig. Habt ihr eigene Fragen oder Feedback? Schickt uns eine Sprachnachricht an 0157 55875373 oder schreibt uns an [email protected]. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho und überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank geht an unseren Sounddesigner Sebastian Jautschus. Wieso hört ihr in der neuen Podcast-Folge “Mauerecho” – über den Link in der Bio oder überall dort, wo es Podcasts gibt. #OstWest #Mauerecho #Miete #Rente #Altersvorsorge
Folge 53: Der Kampf um die Betriebe: Rechtsruck in der Werkhalle?
2026/05/14
Seid ihr eigentlich Morgenmenschen? Normalerweise werden die Folgen immer gegen Mittag aufgenommen, doch dieses Mal musste das Team schon früher fit im Kopf sein. Denn die Folge wurde um 7.45 Uhr aufgenommen. Warum? Maike Schollenberger (stellv. Landesbezirksleiterin ver.di BW) musste direkt danach zum DGB-Bundeskongress, wo Friedrich Merz, wie wir heute wissen, ausgebuht wurde. Ob unsere Gäste finden, dass Merz einen guten Job als Kanzler macht, erfahrt ihr im Podcast. Gemeinsam mit Familienunternehmer Christoph Golbeck (Automobil, Mobilitätswende) sprach Moderator Dennis Chiponda über Ost-West-Unterschiede, Tarife, Investitionen, die Koalitionspläne von grün-schwarz in Baden Württemberg und ein Thema das Christoph sehr wichtig war. Betriebe als Orte der Demokratie. “ In Betriebskollektiven müssen wir diese Gespräche auf Augenhöhe suchen und uns dabei auch öffnen, dann haben wir eine gute Chance den rechten Rand wieder dorthin zurückzudrücken, wo er hingehört. Nämlich weit, weit an den Rand!“ Denn in Betrieben treffen sich die Menschen, jenseits des Bildungssystems. Hier erreichen wir sie, führen Dialoge, decken Ängste auf und bauen Brücken. Maike und Christoph machen klar: Betriebe dürfen sich der AfD nicht öffnen. Sie müssen sie klein halten. Durch Gespräche auf Augenhöhe, Haltung, gelebte Demokratie die Verantwortung und Solidarität neu verbinden. Gewerkschafter*innen und Unternehmer*innen sind in der Öffentlichkeit eher als Gegensätze bekannt. Gab’s auch bei uns Unstimmigkeiten? Hört rein und erfahrt es.
Sonderfolge 52: Mutprobe Demokratie - Engagement dort, wo die AfD stark ist
2026/05/07
Stell dir vor, du setzt dich in einer Region für Demokratie und Toleranz ein, in der die AfD 30–40% der Stimmen holt. Wie sähe dein Engagement aus? Wie gehst du mit AfD-Wähler*innen oder Funktionär*innen um, wenn Ausweichen keine Option ist? Und welche Folgen hat eine klare Haltung? In unserer Live-Sonderfolge vom taz lab 2026 (25.04., 50 Min.) waren Frank Kliem, Vizepräsident des Brandenburger Feuerwehrverbands, und Katja Dietrich, Oberbürgermeisterin von Weißwasser, zu Gast. Und sie berichteten uns genau darüber. Im Nachgang stellte die Märkische Allgemeine Frank Kliem öffentlich an den Pranger. Der Landesvorsitzende der AfD äußerte sich wie folgt zu der klaren demokratischen Haltung von Frank Kliem: „Dass mit Frank Kliem ausgerechnet der Funktionär die Ausgrenzung der AfD befürwortet, der für die Zusammenarbeit mit dem 'Aktionsbündnis Tolerantes Brandenburg' zuständig ist, hätte sich George Orwell nicht besser ausdenken können. Das Beste für den Feuerwehrverband wäre eine neue Verbandsführung, die sich nicht in den Dienst des Regenbogens und ideologischer Abgrenzungsrituale stellt, sondern in den Dienst der eigenen Mitglieder und der Sicherheit der Bürger …“ Freie Meinungsäußerung als Tabu? Hier zeigt sich die Strategie der Diskreditierung durch die AfD, wenn man ihrer Haltung widerspricht. Denn frei äußern soll sich offenbar nur, wer die eigene Ideologie vertritt. Deswegen sprechen wir in der Folge darüber, wie ein Stadtrat funktioniert, wenn die AfD die größte Fraktion stellt. Wie schützen sich Strukturen wie die freiwillige Feuerwehr vor Einflussnahme durch diese antidemokratischen Kräfte? Gibt es eine echte Brandmauer in der kommunalen Realität? Diese Episode inspiriert dazu, Mut zur differenzierten Auseinandersetzung zu entwickeln – für mehr gesellschaftliche Stabilität und Zusammenhalt. Nicht nur zuhören, sondern mitgestalten: Hier beginnt dein Weg, die Demokratie vor Ort zu verteidigen. In der nächsten Folge sprechen wir wieder mit Bürger*innen über die Themen Arbeit und Wirtschaft. Die Folge erscheint am 14.05., da wir diese Woche die Sonderfolge eingeschoben haben. Habt ihr eigene Fragen oder Feedback? Schickt uns eine Sprachnachricht an 0157 55875373 oder schreibt uns an [email protected]. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho und überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank geht an unseren Sounddesigner Sebastian Jautschus.
Folge 51: Trotz Arbeit, schlechte Perspektiven - Wenn Arbeit nicht mehr zum Leben reicht!
2026/04/23
Stell dir vor, du bist jung, in Berlin geboren und willst endlich auf eigenen Beinen stehen. Du hast einen Job gefunden, aber eine eigene Wohnung ist trotzdem in weiter Ferne. Zu wenig Gehalt, zu hohe Mieten, zu viele Absagen. So geht es Hanna aus Berlin, die in der Bürgersprechstunde nachfragt, ob Landespolitik an diesem Umstand etwas ändern kann. Genau damit müssen gerade viele junge Berufstätige in Berlin umgehen. Auch unser Moderator Dennis Chiponda kennt das aus eigener Erfahrung. Er wohnt in Leipzig, möchte aber nach Berlin umziehen. Pendeln kostet ihn mittlerweile einfach zu viel Kraft und für eine WG fühlt er sich langsam zu alt. Aber auch sein Arbeitsvertrag macht es ihm schwer, eine Wohnung zu finden. Und in Sachsen-Anhalt sieht die Lage wieder ganz anders aus. Dort studieren und lernen viele junge Menschen, doch nach Ausbildung oder Studium ziehen sie oft wieder weg. Der demografische Wandel schlägt in dieser Region schon voll durch und zurück bleiben eher freie Ausbildungsplätze und viele leere Wohnungen. Was sich wiederum negativ auf die Wirtschaft in dem Bundesland auswirkt. Auch hier stellt sich die Frage, an welchen Stellschrauben Politik noch drehen kann, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und gute Arbeitsplätze zu schaffen, um die Menschen zum Bleiben zu motivieren? Darüber sprechen wir in der neuen Folge mit Susan Sziborra-Seidlitz, Spitzenkandidatin der Grünen in Sachsen-Anhalt und Damiano Valgolio, wirtschafts- und arbeitspolitischer Sprecher der Linken in Berlin. Gemeinsam schauen wir auf die großen Fragen rund um Arbeit, Wohnen und Perspektiven für alle Menschen. Denn klar ist: Arbeit sollte bedeuten, dass man davon leben kann. Wir sprechen über faire Löhne, Tarifbindung, bezahlbares Wohnen, gute Ausbildung und die Frage, was Politik tun muss, damit Beschäftigte nicht permanent unter Druck stehen. Außerdem geht es um die Unterschiede zwischen Ost und West, um Fachkräftemangel und darum, wie Regionen wieder attraktiver werden können. Eine Folge über die ganz praktischen Fragen vieler Bürgerinnen. Wie schaffen wir es, dass Arbeit wieder Sicherheit und echte Zukunft gibt? In der nächsten Folge sprechen wir wieder mit Bürger*innen über die Themen Arbeit und Wirtschaft. Habt ihr eigene Fragen oder Feedback? Schickt uns eine Sprachnachricht an 0157 55875373 oder schreibt uns an [email protected]. Wollt ihr selbst bei der Bürger*innenfolge teilnehmen oder jemanden vorschlagen, dann schreibt uns gerne. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho und überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank geht an unseren neuen Cutter Sebastian Jautschus.
Folge 50: Bürger*innen im Gespräch
2026/04/09
Ben Berger ist Tischler aus Rheinland-Pfalz und führt einen kleinen Zwei-Mann-Betrieb. Die aktuell schwierige Lage spürt er direkt im eigenen Geldbeutel. Früher hat er rund 300 Euro im Monat für Benzin ausgegeben, inzwischen sind es 700. „Also diesen Monat kann ich keine Aushilfe beschäftigen, weil ich den Sprit an sich zahlen muss. Entweder fahre ich Bus oder ich habe eine Aushilfe. Beides geht nicht.“ Für ihn wäre eine schnelle Entlastung die Abschaffung der Doppelbesteuerung beim Benzinpreis. Bauer Will sieht das anders. Er erinnert sich an die Corona- Zeiten. „Zu Corona-Zeiten wurde auch Steuerentlastung gemacht, und was ist passiert? Die Firmen haben das gleich einkassiert.“ Unsere dritte Gäst Nine bringt noch einmal eine Perspektive ein, die in solchen Debatten oft zu kurz kommt: „Da gibt es auch einfach einen Ost-West-Unterschied. Die Lohnunterschiede liegen immer noch bei 16 Prozent. Das wirkt sich massiv auf Rente und Einkommen aus. Du bist einfach weniger resilient, wenn die Preise steigen.“ Solche Diskussionen hört man gerade überall in Deutschland. Denn wie unsere Gäste ächzen viele Menschen unter Inflation, steigenden Spritpreisen und wirtschaftlicher Unsicherheit. Genau hier wird Politik konkret. Sie betrifft uns alle, ob wir uns aktiv mit ihr beschäftigen oder nicht. Wir diskutieren mit Nine Christine Müller, ostdeutsche Kommunikationsexpertin und Host des Podcasts „Ostwärts“ aus Berlin, Dr. Willi Kremer-Schillings („Bauer Willi“), westdeutscher Landwirt, Ben Berger, Handwerker. Wenn euch politische Debatten in Talkshows oft zu abgehoben sind, bietet diese Folge einen Zugang auf Augenhöhe. Denn jenseits der großen Bühnen steckt in diesem Land viel Erfahrung, Kompetenz und Potenzial. In der nächsten Folge sprechen wir wieder mit Politiker*innen im Wahlkampf über die Themen Arbeit und Wirtschaft. Einige der Fragen aus dieser Folge nehmen wir direkt mit. Habt ihr eigene Fragen oder Feedback? Schickt uns eine Sprachnachricht an 0157 55875373 oder schreibt uns an [email protected]. „Mauerecho – Ost trifft West“ ist ein Podcast der taz panterstiftung. Neue Folgen erscheinen alle zwei Wochen donnerstags auf taz.de/mauerecho und überall, wo es Podcasts gibt. Besonderer Dank geht an unseren neuen Cutter Sebastian Jautschus. Und hier findet ihr noch spannende Texte aus der Redaktion: Ölkonzerne machen 21 Millionen Euro täglich Zusatzprofit Wie europäische Länder gegen hohe Spritpreise vorgehen Shrinkflation bekämpfen Sparen drückt die Preise nicht
Folge 49: Ist das die Ostifizierung des Westens? Rheinland - Pfalz nach der Wahl
2026/03/26
„Ich habe mein Leben lang SPD gewählt.“ Der Satz klingt nach Loyalität. Nach Geschichte. Nach einem politischen Zuhause. Die Person, die uns schreibt, kommt aus Rheinland-Pfalz. Ein Bundesland, in dem die SPD lange so etwas wie eine politische Selbstverständlichkeit war. Aufstieg durch Bildung, genau das ist der Familie der Person gelungen. Aber jetzt kippt etwas in der Person. „Immer mehr weiß ich nicht, wofür ich die SPD noch wählen soll.“ Was passiert, wenn selbst die anfangen zu zweifeln, die der Partei über Jahrzehnte treu waren? Wenn sich nicht Wut breitmacht, sondern Entfremdung? Es ist keine wütende Nachricht. Es ist ein leiser Zweifel und genau deshalb so politisch. In der neuen Folge von „Mauerecho – Ost trifft West“ nehmen wir diesen Zweifel ernst. Wir sprachen mit Maja Wallstein von der SPD, Johannes Wagner von den Grünen und Ates Gürpinar von der Linken über die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Warum bröckelt Vertrauen im Westen genauso wie im Osten? Und warum profitieren davon immer öfter die Falschen? Wir fragen unsere Gäste wie die Einheit eigentlich im Alltag von Parteien und dem Bundestag gelebt wird? Und wir schauen nach vorn. Wie können linke Utopien wieder mehrheitsfähig werden? In zwei Wochen drehen wir die Perspektive dann komplett um. Keine Politiker*innen, sondern Bürger*innen kommen zu Wort. Menschen aus Ost und West, die uns erzählen, wie sie die politische Lage gerade erleben, jenseits von Parteiprogrammen und Talkshow-Sätzen. Welche Ängste und Sehnsüchte verbinden Sie mit der aktuellen Politik und den kommenden Landtagswahlen? Denn am Ende entscheidet sich genau dort, ob Politik noch trägt. Im Alltag der Menschen. Wenn ihr Fragen, Kritik oder Anmerkungen habt, schreibt uns gern an: [email protected] oder per WhatsApp an 0157755875373. Auch wenn ihr Fragen für die Bürgersprechstunde oder Themenvorschläge für die Sendung habt, kontaktiert uns gerne. Auch wenn ihr tolle Menschen kennt, die beim Podcast mitmachen sollten oder wenn ihr selbst Lust habt dabei zu sein, schreibt uns. Wir freuen uns über jede Bewertung, jedes Teilen unserer Beiträge und jede Weiterempfehlung. ⁠⁠(Weiterführender Artikel wie sich die AfD in Rheinland-Pfalz auf dem Land einnistet). ⁠Weitere Artikel zum Thema der Wahlen findet ihr ⁠hier ⁠oder ⁠hier⁠. "Mauerecho - Ost trifft West" ist ein Podcast der taz panterstiftung.

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