
Werben im Podcast: Vatikangeflüster - Der Andreas Englisch Podcast - auch für Atheisten
Dieser Podcast hat
94 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Andreas Englisch und Heike KleenExplizit
Nein
Erstellt am
2025/04/30
Neueste Episode
2026/09/30
Durchschnittsdauer
66 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage
Beschreibung
"Vatikangeflüster - Der Andreas Englisch Podcast - auch für Atheisten" ist für die Hörerinnen und Hörer der direkte Draht in das Zentrum des Geschehens. An seiner Seite blickt Heike Kleen, Journalistin und Autorin aus Ostfriesland, auf die Ereignisse. Sie ist evangelisch geprägt, längst aus der Kirche ausgetreten und sehr gespannt darauf, ob Andreas Englisch ihr die rätselhafte Retro-Männerwelt des Vatikans doch noch näher bringen kann. Gemeinsam und am täglichen Puls der Entwicklungen verorten sie die weltpolitische Bedeutung dieses Konklaves im Jahr 2025 und liefern einzigartige Hintergründe und Perspektiven aus dem Herzen des Vatikans.
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Vive le Pape!
2026/09/30
// „Ich hab genauso oft geweint wie Leo XIV.“ //
Andreas ist noch ganz ergriffen von seinen Erlebnissen auf der Frankreich-Reise von Papst Leo XIV. Denn niemand hatte damit gerechnet, dass der amerikanische Pontifex ausgerechnet dort so viele Menschen mobilisieren würde. 800.000 jubelten ihm auf den Straßen und Plätzen im Zentrum von Paris zu, 150.000 beteten und sangen mit ihm in Lourdes. Heike vermutet, dass es der Event-Charakter der Veranstaltungen war, der die Menschen so begeisterte. Andreas hält dagegen, dass wahrscheinlich kaum jemand „nur zum Spaß“ aufwendige Online-Anträge stellt, um fünf Uhr morgens aufsteht, stundenlange Sicherheitskontrollen über sich ergehen lässt und ewig am Straßenrand ausharrt, um dann seinen „Star“ nur kurz von weitem zu sehen. Da muss mehr dahinter stecken. Aber was genau ist das, und welche Auswirkungen wird der „Triumphzug durch Frankreich“ nicht zuletzt auf den Papst persönlich haben? Darum geht es heute in unserer Folge.
Leben wie ein Papst in Frankreich (#092)
2026/09/23
// „Saß Pius VII. fünf Jahre bei Wasser und Brot im Kerker?“ //
Heute geht es um Staat und Kirche in Frankreich, denn da fährt Papst Leo XIV. am Freitag hin, und Andreas reist mit. Während er die Koffer packt, erzählt er Heike, was der Papst jetzt in Frankreich alles so vor hat. Er wird erst in Paris den Verkehr lahmlegen, denn dort feiert er am Sonnabend eine gigantische Freiluftmesse vor 600.000 Menschen. Ein Andrang, den niemand erwartet hatte, und für den mehr Plätze und Straßen freigeräumt werden als zunächst geplant. Dann wird er im Wallfahrtsort Lourdes mit 150.000 Gläubigen einen Gottesdienst feiern und anschließend in Metz vor Staatsoberhäuptern aus ganz Europa für Frieden beten. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron allerdings wird, obwohl er Jesuitenschüler war und sich auf eignen Wunsch katholisch taufen ließ, zwar mit Leo XIV. sprechen, aber an keiner der Messen teilnehmen, und das liegt an der strikten Trennung von Kirche und Staat in seinem Land. Die hat tiefe historische Wurzeln, die Andreas auf gewohnt unterhaltsame Weise ausgräbt. Ließ doch Napoleon, der sich 1804 vor den Augen von Pius VII. eigenhändig die Krone aufsetzte, den Papst im Jahr 1809 verhaften und jahrelang einsperren… Wir erfahren auch, wie diese Geschichte letztendlich ausging und was Napoleons barbusige Schwester Pauline mit Rom zu tun hat.
Hubertus Meyer-Burckhardt, glauben Sie an Gott? (#091)
2026/09/16
// „Den Papst möchte ich mir nicht in Badehose vorstellen“ //
Heute plaudern wir zu dritt: Der Talkshow-Moderator, TV-Produzent und Autor Hubertus Meyer-Burckhardt ist zu Gast bei „Vatikangeflüster“. Sein neues Werk „Das Buch meines Lebens haben Klügere geschrieben“ steht auf der Spiegel-Bestellerliste. Diese autobiografische Collage von Zitaten, die dem Sinn des Lebens nachspüren, hat uns bewogen, mit Hubertus über Religion zu sprechen. Heike ist entzückt: Denn unser Gast ist wie sie in protestantischem Umfeld aufgewachsen, wie sie aus der Kirche ausgetreten – und sie hofft, endlich einen Team-Player an ihrer Seite zu haben, um der wortgewaltigen Missionierung von Andreas Paroli zu bieten. In der Tat haben wir Andreas selten so andächtig lauschend erlebt. Aber Hubertus überrascht das „Vatikangeflüster“-Team: Er hat ein leichtes Faible für die katholische Welt. Der Protestantismus ist ihm zu freudlos-nüchtern. Überhaupt beklagt er in beiden Konfessionen einen Mangel an Humor, eine Eigenschaft, die ihn, gepaart mit Mut, durchs Leben trägt. Diese Folge von Vatikangeflüster ist dementsprechend unterhaltsam, aber in dem Gespräch zwischen Heike, Hubertus und Andreas vertiefen die drei auch ernste Themen. Am Ende hat Hubertus eine besonders dringende Bitte an Papst Leo XIV.
Die Kirche und das Hakenkreuz (#090)
2026/09/09
// „Nächstenliebe sollte doch ein glasklares Konzept sein!“ //
Heute wird es ernst im „Vatikangeflüster“. In Sachsen-Anhalt hat sich fast jeder zweite Wähler für eine rechtsextreme Partei entscheiden – und die christlichen Kirchen haben sofort Position bezogen. Aber welche Haltung haben Lutheraner und Katholiken eigentlich? Und war das immer so? Schon sprechen Heike und Andreas über Pius XII., sein Verhältnis zu Hitler, die Rattenlinie, das Karfreitagsgebet und wenig ruhmreiche Taten der Vergangenheit, aber auch über verfolgte Priester im Nationalsozialismus und darüber, ob man aus Geschichte lernen kann, und wie weit sich die Kirche überhaupt in Politik einmischen darf. Zwischendurch wird es sehr persönlich.
„Soko Muttergottes“ im Einsatz (#089)
2026/09/02
// „Aber Maria war doch gar nicht katholisch!“ //
Heute sprechen Andreas und Heike über die 2023 gegründete „Beobachtungsstelle für Erscheinungen und mystische Phänomene im Zusammenhang mit der Gestalt der Jungfrau Maria“. Ja, diese Sondereinheit, der Mariologen angehören, gibt es tatsaechlich im Vatikan, denn der Kirchenstaat ist nunmal ein ganz besonderer Staat und muss sich deshalb auch mit Vorfällen zwischen Himmel und Erde beschäftigen. Die Spezialisten prüfen zum Beispiel, ob eine Madonnenstatue tatsächlich himmlische Tränen weint, oder ob Betrüger am Werk sind. Heike staunt, doch für Andreas ist das alles ganz normal, denn ihm begegneten schon oft Menschen, die behaupten, ihnen sei die Muttergottes erschienen.
12 Sterne auf blauem Grund (#088)
2026/08/26
// „Wie passen Europa, der Stier und die Marien-Erscheinung einer Heiligen zusammen?“ //
Heute wird es wunderlich bei „Vatikangeflüster“: Denn nach dem Ausflug von Papst Leo XIV. nach Rimini, wo er jungen Europäern ans Herz legte, auf fremde Kulturen zuzugehen, sprechen Andreas und Heike über Europa. Wie kam der Kontinent zu seinem Namen, und wie kam die EU zu ihrer Flagge? Was hat das alles mit einem Stier und der Marienerscheinung einer französischen Heiligen zu tun? Andreas erzählt, dass die 12 Sterne auf blauem Grund, die wir alle kennen, einen erzkatholischen Hintergrund haben. Die römisch-katholische Ordensfrau Catherine Labouré hatte 1830 eine Marienerscheinung, und die Madonna soll ihr den Auftrag gegeben haben, eine „Wunderbare Medaille“ zu prägen, die sehr an die Europaflagge erinnert. Aber nicht nur in Europa wollen Menschen Maria gesehen haben. Auch in Kairo gab es in der jüngeren Vergangenheit eine denkwürdige Madonnen-Erscheinung, die sogar auf Fotografien festgehalten wurde.
https://de.wikipedia.org/wiki/Marienerscheinung_von_Zeitoun
Vom beheizten Frauenzimmer zur langersehnten Rom-Reise (#087)
2026/08/19
// „Klara flüchtete zu ihrem Schwarm Franziskus, und der steckte sie in einen Sack“ //
Endlich dürfen wir unsere nächste Rom-Reise ankündigen: Im Dezember werden die beiden Hosts von Vatikangeflüster gemeinsam eine Gruppe von maximal 30 Gästen durch Rom führen. Alles über das exklusive Programm, organisiert von ZEIT REISEN, findet ihr unten im Link. Aber natürlich sprechen Heike und Andreas heute nicht nur über ihr langersehntes Wiedersehen, sondern wie versprochen auch über das bekannteste Traumpaar unter den Heiligen: Andreas erzählt die Geschichte von Klara und Franz von Assisi. Die hat es in sich, denn es geht nicht nur um das Leben im Hochmittelalter, sondern auch um Zeitgeist-Strömungen, die bis heute nachklingen.
Der Heilige Franz war nicht der erste junge Mann, der zwischen dem 12. Und 13. Jahrhundert Armut und Askese predigte und die Natur verehrte. Es gab damals, lange vor Martin Luther, auch andere charismatische Gründer von Bewegungen der sogenannten Vorreformation, die die Kirche als Institution in Frage stellten und sogar Frauen als Prediger zuließen. Während Franz und Klara sich trotz radikaler Ideen stets der Autorität der Päpste beugten, wurden Waldenser und Katharer vom Vatikan als Ketzer bekämpft. Die Arena von Verona spielt dabei eine grausige Rolle.
Der Vatikan hasst Wunder (#086)
2026/08/12
// „Grün, vegan, friedensbewegt… Das gab es schon im Mittelalter“ //
Papst Leo XIV. hat seinen Wirtschaftsrat umbesetzt, aber das deutsche Führungsduo im Amt bestätigt. Reinhard Kardinal Marx und Prof. Charlotte Kreuter-Kirchhof werden weiterhin die Finanzen des Vatikans überwachen. Ein guter Grund für Heike und Andreas, sich mit der Frage auseinander zu setzen, warum Papst Franziskus diesen Rat gegründet hat, weshalb der Kirchenstaat eigentlich so klamm ist, und wer außer den Deutschen für die Finanzen wichtig ist.
Aber heute geht es auch zurück ins Mittelalter: Denn der Papst war in Assisi, und Assisi ist die Stadt des Heiligen Franziskus. Andreas erzählt, wer dieser Mann war, der so berühmt wurde, aber auch umstritten blieb. Heike gruselt sich beim Thema „Stigmata“, und Andreas könnte allein darüber weitere fünf Folgen lang sprechen…
Das Designer-Baby als ultimatives Accessoire (#085)
2026/08/05
Heute wird Andreas laut und deutlich. Über Eispenderinnen aus Katalogen, das Geschäft mit Leihmüttern und den Rücktritt von Jens Spahn hat er als Vater eines Adoptivsohnes eine dezidierte Meinung, die Heike nicht unbedingt teilt. Umso spannender ist ihre Debatte um dieses Thema, das in Deutschland scheinbar nur noch konservative Katholiken aufregt.
Aber natürlich geht es heute auch um Neues aus dem Vatikan, der Leihmutterschaft grundsätzlich als „menschenunwürdig“ ablehnt, und um Papst Leo XIV. Der Pontifex beklagte in seiner jüngsten Generalaudienz, dass das Beten heute oft als „unnütz“ und „lächerlich“ gelte und selbst in christlichen Familien nicht mehr gepflegt werde. Für Heike und Andreas ist das ein guter Anlass, ihren Hörern zu beichten, wie sie selbst es mit dem Beten halten. Wir erfahren, wie man „richtig“ betet und was denn die „Stundengebete“ überhaupt sind, die der Papst einfordert. Andreas berichtet aber auch von seinen Erfahrungen mit Priestern und Mönchen, deren Geister sich beim Thema „ora et labora“ durchaus scheiden.
Reizthema „Mission“: Theologischer Auftrag und historische Schuld (#084)
2026/07/29
// Reizthema „Mission“: Theologischer Auftrag und historische Schuld //
Papst Leo XIV. war als junger Mönch auch Missionar. Ein heikles Thema. Bei „Vatikangeflüster“ gab es dazu die bisher gegensätzlichsten Hörerreaktionen. Viele Menschen finden, jeder möge glauben, was er wolle, aber bitte im Verborgenen, denn die katholische Kirche habe im Namen der Mission nun einmal die schlimmsten Verbrechen ihrer Geschichte zu verantworten. Andere halten die „Verkündigung der frohen Botschaft“ grundsätzlich für eine zentrale Aufgabe aller Christen. Deshalb sprechen Andreas und Heike heute sachlich und unaufgeregt über den theologischen Auftrag und die historische Schuld im Namen der Mission. Aber natürlich geht es auch um Aktuelles: Papst Leo XIV. ist aus den Ferien zurückgekehrt in den Vatikan und sitzt am Schreibtisch: Er muss demnächst viele spannende Personalentscheidungen treffen.
Augustinus, Benedikt und die Verklärung der Keuschheit (#083)
2026/07/22
// „Fast hätte die Leidenschaft ihn überwältigt…“ //
Heike ist zurück aus den Ferien, und der Papst macht im Urlaub einen Ausflug: Augustinerbruder Leo XIV. überraschte die Benediktinermönche in der Abtei Monte Cassino mit einem Besuch. MONTE CASSINO! Dazu fällt Andreas dermaßen so viel ein, dass er kaum zu bremsen ist. Private Erinnerungen an deutsche Kriegsverbrecher im Gefängnis seiner Heimatstadt Werl kreuzen sich mit Historie von der Antike bis zur Gegenwart. Augustiner und Benediktiner: Das sind die beiden uralten Orden, die das westliche Mönchstum maßgeblich prägten. Andreas liest Heike pikante Stellen aus den fast 1.500 Jahre alten „Dialogen“ von Papst Gregor dem Großen vor, der das Leben des Heiligen Benedikt schilderte. Wie schon Augustinus verteufelt Benedikt die Fleischeslust und kämpft gegen sinnliche Begierden. Erst als er sich in einem Dornenbusch wälzt, vertreibt der Schmerz alle sündigen Gedanken. Die Körperfeindlichkeit, die die katholische Kirche noch heute kennzeichnet, stammt aus der Spätantike. Welchen Sinn hatte diese Lehre? Darüber können Heike und Andreas genussvoll debattieren.
Interview: Wie wird man eigentlich Priester? (#082)
2026/07/15
// „Hilfe, mein Kind lässt sich taufen!“ //
In Berlin ließen sich am 30. Mai vier Männer zu katholischen Priestern weihen. Dass die Weihe von vier Männern so freudig gefeiert, von Medien begleitet und live gestreamt wurde, zeigt, wie außergewöhnlich ein solches Ereignis angesichts des dramatischen Priestermangels in Europa inzwischen geworden ist.
Im Jahr 1962 wurden in den 27 deutschen Bistümern noch 557 neue Priester geweiht, 2025 waren es nur noch 25. Wir freuen uns deshalb umso mehr über den Gast in unserer heutigen Sendung: Regens Matthias Goy aus Berlin bildet Männer aus, die sich berufen fühlen und begleitet sie auf ihrem Weg in einen heute selten gewordenen Beruf. Andreas spricht mit ihm darüber, wer heute noch Priester werden will, wie das überhaupt geht, wie die Kirche sich für den Nachwuchs einsetzt, und wie es dazu kommen konnte, dass sich die Gesellschaft so säkularisiert hat, dass manche Eltern befürchten, ihr erwachsenes Kind drifte ab, wenn es sich plötzlich taufen lässt.
Natürlich bleiben auch die unbequemen Fragen im Interview nicht aus: Kann sich ein Priesterseminar angesichts weniger Bewerber überhaupt erlauben, Kandidaten abzulehnen? Wie blickt Goy darauf, dass Frauen in der katholischen Kirche nicht zum Priesteramt zugelassen sind? Und was dachte er, als Papst Franziskus in Bezug auf Priesterseminare von „zu viel Schwuchtelei“ sprach?
Interview: KI-Experte Schulz erklärt uns die Papst-Enzyklika (#081)
2026/07/08
// „Kann man sagen, das System entwickelt Gefühle?“ //
Heute gibt es eine Premiere: Vatikangeflüster ohne Heike. Sie macht Urlaub, und Andreas fühlt sich ganz verlassen. Aber einsam ist er nicht : Wir haben einen Top-Gast in der Sendung. Der Forschungsdirektor des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft (HIIG) und KI-Experte Dr. Wolfgang Schulz hat die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. ebenso interessiert gelesen wie wir – allerdings mit dem Fachwissen, das uns fehlt. In dieser Folge erklärt er, worum es darin geht. Zunächst die gute Nachricht: Die Fachwelt hat die Gedanken des Papstes zur künstlichen Intelligenz mit freudiger Überraschung aufgenommen, denn Leo XIV. weist auf Probleme, Chancen und einen Handlungsbedarf hin, den die Politik bisher verschlafen hat. Aber was Professor Schulz aus seiner Forschungsarbeit mit den Systemen erzählt, ist nicht nur spannend, sondern teilweise ungeheuerlich. In den Maschinen geschehen Dinge, die niemand erklären kann. Einige Vorfälle, die Professor Schulz schildert, lassen Andreas sprichwörtlich das Blut in den Adern gefrieren.
Piusbrüder trotzen dem Papst: Schisma (#080)
2026/07/01
Heute geht es um das neue Schisma, das die katholische Welt erschüttert. Die erzkonservative Piusbruderschaft, die weltweit eine halbe Million Anhänger hat und zu der fast 1.000 Priester und Seminaristen und annähernd 500 Mönche und Nonnen gehören, hält sich für „die wahre Hüterin des katholischen Glaubens.“ Jetzt haben die Ultrafrommen sich gegen Papst Leo XIV. gestellt, der diese Kirchenteilung vermeiden wollte. Trotz des expliziten Verbotes des Papstes hat die Bruderschaft am 1. Juli in der Schweiz eine öffentliche, pompös angelegte Bischofsweihe zelebriert, an der vor Ort 15.000 Menschen teilnahmen. Jedermann durfte die Zeremonie weltweit live mitverfolgen. Die vier neuen Bischöfe sind jetzt automatisch exkommuniziert, ebenso wie die beiden Bischöfe, die den Ritus ohne den Segen des Papstes vollzogen haben. Andreas und Heike diskutieren darüber, warum ausgerechnet die von Marcel Lefebvre gegründete ultratraditionalistische Glaubensgemeinschaft, die wesentliche Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnt, unter jungen Katholiken so viel Zulauf hat. Andreas ordnet das Ereignis historisch ein und erzählt auf seine unterhaltsame Weise von anderen Schismen in der Kirchengeschichte und auch von seinen Erlebnissen mit dem afrikanischen Erzbischof Milingo, einem weiteren Abtrünnigen der katholischen Kirche, der ihn als erstes fragte: „Soll ich dir auch den Teufel austreiben?“
Papst Leo XIV. lässt Deutschlands Bischöfe auflaufen (#079)
2026/06/24
Heute wird es brisant und kontrovers. Andreas und Heike streiten über ein Phänomen der Fußball-WM. Der deutsche Nationalspieler Felix Nmeha ist bekennender Christ und bildet Gebetskreise auf dem Spielfeld. Für Heike ist dieser missionarische Eifer zu viel des Guten. Sie findet, jeder soll glauben, was er will und an wen er will, aber doch bitte abseits der Öffentlichkeit. Andreas meint, Menschen sollten nicht nur heimlich oder in einem Gotteshaus beten dürfen. Beim nächsten Thema sind sich die beiden wieder einig: Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hatte mit großer Mehrheit beschlossen, auch theologisch vorgebildeten Laien das Predigen während einer Eucharistiefeier zu erlauben und dafür den Papst um Erlaubnis zu bitten. Bisher dürfen in der katholischen Kirche nur geweihte Männer, also Diakone und Priester, während der Messe eine Predigt halten. Wäre der Antrag auf den sognannten Indult, den Bischof Heiner Weimer als Vorsitzender der DBK im März gestellt hatte, angenommen worden, hätten in Deutschland erstmals auch Frauen während einer katholischen Messe kurzzeitig auf der Kanzel stehen können. Doch der Papst lehnte strikt ab. Er will keine Ausnahmen zulassen. Nicht nur Heike ist darüber sehr enttäuscht.
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