
Werben im Podcast: Gegen den Strom
Dieser Podcast hat
112 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Patrik BaabExplizit
Nein
Erstellt am
2025/11/27
Neueste Episode
2026/10/22
Durchschnittsdauer
64 min.
Veröffentlichungsintervall
3 Tage
Beschreibung
GEGEN DEN STROM ist ein Interview- und Analyseformat von Patrik Baab. Im Fokus stehen geopolitische Machtverschiebungen, Medienkritik, transatlantische Strukturen, Eurasien, Krieg und Frieden – immer mit historischem Tiefgang und politischer Brisanz. - Wer sich für fundierte Gegenstimmen interessiert, ist hier richtig. - Wer nach Orientierung in chaotischer Zeit sucht, findet hier Analyse statt Alarmismus. - Wer wissen will, was gesagt werden darf, aber selten gesagt wird – abonniert diesen Kanal. Mehr davon? Ihre Unterstützung entscheidet! – PayPal: http://paypal.me/patrikbaab
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Justus Frantz: „Wir müssen widersprechen!“ – Über Merz, Russland und die Macht der Musik
2026/10/22
„Wir wollen ja widersprechen und wir müssen widersprechen, denn sonst würde ja die Politik vollkommen verrückt werden.“
Justus Frantz nimmt kein Blatt vor den Mund. Auf seiner Finca auf Gran Canaria spricht der weltbekannte Dirigent und Pianist mit Patrik Baab über die politische Entwicklung Deutschlands, den Verlust kultureller Werte und die wachsende Konfrontation mit Russland.
Seine Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, Verteidigungsminister Boris Pistorius und Außenminister Johann Wadephul fällt scharf aus. Frantz wirft der politischen Führung vor, den Frieden aus den Augen verloren zu haben. Er fordert mehr demokratische Toleranz, Respekt vor dem Wählerwillen und eine Politik, die sich wieder am Wohl der Bevölkerung orientiert.
Doch dieses Gespräch ist weit mehr als eine politische Abrechnung.
Frantz erzählt von seiner Freundschaft mit Helmut Schmidt, der auf seiner Finca Bücher schrieb, Schach spielte und am Klavier Trost in der Musik Johann Sebastian Bachs fand. Er erinnert sich an Leonard Bernstein und die Gründung des Schleswig-Holstein Musik Festivals, das für ihn von Anfang an ein Friedensprojekt war.
Mitten im Kalten Krieg gelang es Frantz, Künstler aus der DDR und der Sowjetunion nach Deutschland zu holen. Musik sollte Menschen verbinden, die politisch voneinander getrennt waren.
Besonders persönlich wird das Gespräch, als Frantz von seiner Freundschaft mit dem russischen Dirigenten Valery Gergiev erzählt. Warum hielt er zu ihm, als andere auf Distanz gingen? Welche Folgen hatte diese Loyalität für ihn selbst? Und was sagt dieser Konflikt über den heutigen Umgang mit russischer Kultur aus?
Frantz erinnert sich auch an ein außergewöhnliches Geschenk zu seinem 80. Geburtstag: Gergievs Aufführung von Beethovens „Missa solemnis“.
Am Ende richtet sich der Blick auf die Zukunft. Frantz beklagt den Verlust von Bildung, kulturellem Bewusstsein und geistigen Idealen. Zugleich erklärt er, warum Musik für ihn bis heute Trost spendet – und weshalb selbst in schweren Zeiten Hoffnung bleibt.
Ein Gespräch über Politik und Krieg, Freundschaft und Loyalität, große Musiker und die Frage, was von Europas kulturellen Werten geblieben ist.
Kapitel:
00:00 – Intro01:48 – Zu Gast bei Justus Frantz auf Gran Canaria02:48 – Kritik an Friedrich Merz und der deutschen Politik05:39 – Demokratie, Toleranz und Grundgesetz08:36 – Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt12:18 – Die heutige CDU-Führung18:09 – Johann Wadephul und der Kulturverlust20:20 – Politiker und der Wille des Volkes22:22 – Persönliche Erinnerungen an Helmut Schmidt25:10 – Sicherheitspolitik27:00 – Brandmauer und Musikfestival als Friedensprojekt31:52 – Junge Talente und Valery Gergiev37:54 – Gergievs Ausladung: Freundschaft und Loyalität42:07 – Beethovens „Missa solemnis“44:11 – Der Blick auf Russland heute50:37 – Meinungsfreiheit, Zensur und Kritik53:37 – „Extremismus der Mitte“ und Alternativen55:40 – Kulturverfall, Bildung und Hedonismus57:38 – Musik als Trost und Hoffnung01:01:54 – Musikalischer Ausklang
Die Aussagen und Bewertungen des Gesprächspartners geben dessen persönliche Einschätzungen wieder. Das Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.
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© 2026 Patrik Baab
Michael von der Schulenburg: „Die EU wird in dieser Form nicht überleben“
2026/10/18
„Die Europäische Union wird in der heutigen Form nicht überleben.“ Mit dieser Prognose warnt der ehemalige UN-Diplomat und heutige Europaabgeordnete Michael von der Schulenburg vor den Folgen der europäischen Ukrainepolitik.
Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt er, warum er bei Europas politischer Führung einen gefährlichen Realitätsverlust beobachtet. Während sich die globalen Machtverhältnisse zugunsten Chinas und der BRICS-Staaten verschieben, halte die EU an überholten Vorstellungen ihrer eigenen Stärke fest. Statt diplomatische Lösungen zu entwickeln, setze sie auf Sanktionen, militärische Unterstützung und moralische Verurteilungen.
Besonders scharf kritisiert von der Schulenburg den Umgang des Europäischen Parlaments mit dem Ukrainekrieg. Aus eigener Erfahrung schildert er, wie über weitere Waffenlieferungen und militärische Eskalation abgestimmt wird, während diplomatische Initiativen seiner Ansicht nach kaum eine Rolle spielen.
Der frühere UN-Diplomat hält den Krieg für die Ukraine militärisch verloren und warnt vor einer weiteren Zerstörung des Landes. Seine Befürchtung: Ohne Verhandlungen könnte die Ukraine langfristig zu einem nicht mehr funktionsfähigen Staat werden.
Doch warum wird nicht verhandelt?
Von der Schulenburg sieht ein zentrales Hindernis darin, dass europäische Politiker die russischen Sicherheitsinteressen nicht ausreichend berücksichtigen. Er fordert direkte Gespräche mit Moskau und schlägt eine neutrale Ukraine außerhalb von NATO und EU vor. Zugleich erläutert er anhand seiner Erfahrungen als internationaler Vermittler, wie Friedensverhandlungen überhaupt wieder in Gang kommen könnten.
Auch Deutschlands Rolle steht zur Debatte: Sollte Berlin eine militärische Führungsrolle in Europa anstreben – oder stattdessen zum wichtigsten Vermittler für einen europäischen Frieden werden?
Am Ende steht eine grundsätzliche Frage: Kann Europa seinen politischen Kurs noch rechtzeitig ändern, bevor der Ukrainekrieg die Zukunft der Europäischen Union dauerhaft verändert?
Themen dieser Folge:
– Krise des traditionellen Parteiensystems– Europas politischer Realitätsverlust– BRICS und die neue globale Machtverteilung– Ukrainekrieg und militärische Eskalation– Fehlende Diplomatie im EU-Parlament– Warum Friedensverhandlungen scheitern– Russlands Sicherheitsinteressen und die NATO– Eine neutrale Ukraine als Friedensmodell?– Wirtschaftlicher Niedergang und Europas Isolation– Deutschlands Verhältnis zu Russland und den USA– Die Rolle Ursula von der Leyens– Das Risiko eines ukrainischen Staatszerfalls– Deutschlands mögliche Rolle als Friedensvermittler
Michael von der Schulenburg:„Der Weg ist einfach, dass wir mit Russland reden müssen. Wir müssen uns hinsetzen.“
Kapitel:
00:00 – Intro01:33 – Vorstellung: Michael von der Schulenburg02:07 – Krise des Parteiensystems05:37 – Europas politischer Realitätsverlust09:24 – Globale Machtverschiebung & BRICS12:00 – Ukrainekrieg & Eskalationsrisiken16:13 – Fehlende Diplomatie im EU-Parlament18:27 – Warum Verhandlungen blockiert sind20:54 – Sicherheitsinteressen & Kriegsursachen24:05 – Russische Positionen & gescheiterte Strategien27:00 – Wirtschaftliche Folgen & Isolation Europas31:32 – Europäische Eliten & die USA35:56 – Deutschlands Interessen & Militärstrategie39:19 – Europas gescheiterte Großmacht-Vision?43:29 – Drohender Kollaps der Ukraine45:18 – Gibt es einen Weg zum Frieden?
Die Aussagen und Prognosen des Gesprächspartners geben dessen persönliche politische Einschätzungen wieder. Das Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.
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© 2026 Patrik Baab
(DEUTSCH) Jeffrey Sachs: 180 Jahre Konfrontation mit Russland – Europas verpasste Friedenschancen
2026/10/17
Hat Europa über Jahrzehnte die Chance auf Frieden mit Russland verspielt? Der amerikanische Ökonom und Columbia-Professor Jeffrey Sachs ist überzeugt, dass Europas heutige Russlandpolitik Teil eines historischen Fehlers ist, dessen Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.
Im Gespräch mit Patrik Baab erläutert Sachs die zentralen Thesen seines neuen Buches „Europas strategischer Fehler“. Er zeichnet eine Linie von der britischen Russlandpolitik der 1840er-Jahre über den Krimkrieg, Bismarcks Bündnispolitik und die beiden Weltkriege bis zur NATO-Osterweiterung und zum heutigen Ukrainekrieg.
Dabei stellt Sachs eine weitreichende Frage: Hätte die europäische Geschichte anders verlaufen können?
Besonders ausführlich beschäftigt er sich mit Deutschland. Nach seiner Interpretation hätte die Stalin-Note von 1952 eine frühere Wiedervereinigung ermöglichen können. Österreichs Neutralität von 1955 betrachtet er als Beispiel für eine alternative Sicherheitsordnung. Beide historischen Deutungen sind Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen.
Auch die Zeit nach 1989 spielt eine entscheidende Rolle. Sachs war damals selbst als Wirtschaftsberater in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion tätig. Er berichtet von seinen Begegnungen mit Michail Gorbatschow, Boris Jelzin, Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher – und erklärt, warum er die damaligen Hoffnungen auf eine gemeinsame europäische Friedensordnung für gescheitert hält.
Im Zentrum steht seine Kritik an der NATO-Osterweiterung. Sachs interpretiert den Ukrainekrieg als vermeidbare Eskalation einer westlichen Machtpolitik, die russische Sicherheitsinteressen nicht ausreichend berücksichtigt habe. Die Verantwortung für Russlands großangelegte Invasion 2022 und die Frage nach der souveränen Entscheidung der Ukraine bleiben dabei wesentliche Streitpunkte.
Doch Sachs bleibt nicht bei der historischen Analyse stehen. Er fordert direkte Gespräche zwischen Deutschland und Russland, eine Rückkehr zur Diplomatie und eine europäische Sicherheitsordnung, die nicht ausschließlich auf militärischen Bündnissen beruht.
Welche Rolle könnte die OSZE dabei spielen? Was müsste Bundeskanzler Friedrich Merz ändern? Und wie kann Europa seine Beziehungen zu Russland, China und den USA neu gestalten?
Themen dieser Folge:
– Europas Russlandpolitik und ihre historischen Wurzeln– Das britische Empire, das Great Game und der Krimkrieg– Bismarcks Bündnispolitik und der Erste Weltkrieg– Kalter Krieg und deutsche Neutralität– Die Stalin-Note von 1952 und Adenauers Entscheidung– Österreich 1955 als alternatives Sicherheitsmodell– Sachs’ persönliche Erfahrungen während der Wendezeit– Gorbatschow, Kohl, Genscher und die NATO-Osterweiterung– Der Ukrainekrieg und Sachs’ Neutralitätsvorschlag– Die geopolitische Rolle der USA, Chinas und Russlands– Friedrich Merz und die deutsche Außenpolitik– Direkte Diplomatie statt weiterer Eskalation– Die OSZE und eine neue europäische Sicherheitsordnung
Jeffrey Sachs:„Europa spricht derzeit nur die Sprache der Eskalation.“(Übersetzung aus dem Englischen)
Buch:Jeffrey Sachs – „Europas strategischer Fehler“
Kapitel:[Finale Kapitel werden ergänzt]
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© 2026 Patrik Baab
Wolfgang Hummel: Nord Stream vor Gericht – Wer steckt hinter dem Anschlag?
2026/10/15
Wer steckt hinter der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines? Und wird der Strafprozess tatsächlich aufklären, wer den Anschlag geplant und befohlen hat?
Im Gespräch mit Patrik Baab analysiert der Wirtschaftsanwalt Wolfgang Hummel den Nord-Stream-Prozess, die juristischen Streitfragen und die wirtschaftlichen Folgen der Pipeline-Sprengung vom 26. September 2022.
Im Mittelpunkt steht ein ukrainischer Angeklagter, dem eine Beteiligung an dem Anschlag vorgeworfen wird. Hummel erläutert die möglichen Verteidigungsstrategien: Ist die Identität zweifelsfrei geklärt? War Nord Stream zivile Infrastruktur oder ein militärisches Ziel? Welche Verantwortung trägt ein Soldat, der auf Befehl handelt? Und welches Gericht ist zuständig?
Besonders kritisch betrachtet Hummel die Grenzen des Strafverfahrens. Er bezweifelt, dass der Prozess sämtliche Hintergründe des Anschlags aufklären wird. Auch den Ausschluss geschädigter Unternehmen von der Nebenklage diskutiert er mit Blick auf Beweisrechte und mögliche Schadenersatzforderungen. Eine gezielte Vertuschung durch das Gericht behauptet er ausdrücklich nicht.
Im zweiten Teil geht es um die politischen und wirtschaftlichen Interessen. Hummel erinnert an Joe Bidens Äußerungen zu Nord Stream vor Beginn des Ukrainekriegs und untersucht die langjährige amerikanische Opposition gegen das Pipelineprojekt.
Seiner Auffassung nach spielen dabei drei wirtschaftliche Faktoren eine wichtige Rolle: der Absatz von amerikanischem Flüssiggas, die Konkurrenz zur deutschen Chemieindustrie und die Interessen internationaler Finanzunternehmen. Aus diesen Interessen allein lässt sich allerdings keine Verantwortung für den Anschlag ableiten.
Das Gespräch führt weiter zur Energiepolitik der USA, zu Venezuela, Iran und China sowie zur Frage, ob amerikanische Investoren künftig bei Nord Stream einsteigen könnten.
Welche Folgen haben steigende Energiekosten für den deutschen Industriestandort? Welche Interessen verfolgen Polen und die Ukraine? Und warum wurde die Pipeline TurkStream im Schwarzen Meer nicht angegriffen?
Themen dieser Folge:
– Der Nord-Stream-Prozess und der ukrainische Angeklagte– Identität, Befehlsnotstand und Völkerrecht– Die Segeljacht „Andromeda“ und die Anklage– Ausschluss der Nebenkläger und Schadenersatz– Versicherungsstreit in London– Bidens Nord-Stream-Aussage und die Bundesregierung– US-Energieinteressen und amerikanisches LNG– Mögliche Hintermänner und offene Ermittlungsfragen– Nord Stream als geopolitischer Konflikt– US-Investoren und die Zukunft der Pipelines– Folgen für Deutschlands Chemieindustrie– Polen, Ukraine und die Transitgebühren– Warum TurkStream verschont blieb
Wolfgang Hummel:„Energie ist der Hebel. Das ist ein politischer Hebel.“
Kapitel:
00:00 – Intro01:15 – Begrüßung: Prozessauftakt vor dem Hanseatischen OLG02:23 – Wer sitzt auf der Anklagebank?04:11 – Geklärte Identität? Mehrere Pässe06:06 – Völkerrecht: Zivile vs. militärische Infrastruktur09:47 – Befehlsnotstand & gerichtliche Zuständigkeit12:35 – Die Anklageschrift & die „Andromeda“15:26 – Ausschluss der Nebenkläger20:35 – Vertuschung oder Prozessökonomie?24:02 – Lloyd’s Versicherung & Kriegsklausel26:02 – Bidens Ankündigung & Bundesregierung28:56 – US-Strategie gegen Nord Stream30:06 – LNG, Chemieindustrie & Banken32:32 – Was wusste die Bundesregierung?34:28 – Ex-BND-Chef & angebliche Spuren38:22 – Doppelte Standards bei Ermittlungen40:30 – Energiekrieg: Venezuela & Naher Osten47:00 – US-Investoren bei Nord Stream?50:38 – Folgen für den Industriestandort52:30 – Polen, Ukraine & Transitgebühren56:08 – Warum TurkStream verschont blieb
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© 2026 Patrik Baab
Jeffrey Sachs: 180 Jahre Konfrontation mit Russland – Europas verpasste Friedenschancen
2026/10/14
Hat Europa über Jahrzehnte die Chance auf Frieden mit Russland verspielt? Der amerikanische Ökonom und Columbia-Professor Jeffrey Sachs ist überzeugt, dass Europas heutige Russlandpolitik Teil eines historischen Fehlers ist, dessen Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.
Im Gespräch mit Patrik Baab erläutert Sachs die zentralen Thesen seines neuen Buches „Europas strategischer Fehler“. Er zeichnet eine Linie von der britischen Russlandpolitik der 1840er-Jahre über den Krimkrieg, Bismarcks Bündnispolitik und die beiden Weltkriege bis zur NATO-Osterweiterung und zum heutigen Ukrainekrieg.
Dabei stellt Sachs eine weitreichende Frage: Hätte die europäische Geschichte anders verlaufen können?
Besonders ausführlich beschäftigt er sich mit Deutschland. Nach seiner Interpretation hätte die Stalin-Note von 1952 eine frühere Wiedervereinigung ermöglichen können. Österreichs Neutralität von 1955 betrachtet er als Beispiel für eine alternative Sicherheitsordnung. Beide historischen Deutungen sind Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen.
Auch die Zeit nach 1989 spielt eine entscheidende Rolle. Sachs war damals selbst als Wirtschaftsberater in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion tätig. Er berichtet von seinen Begegnungen mit Michail Gorbatschow, Boris Jelzin, Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher – und erklärt, warum er die damaligen Hoffnungen auf eine gemeinsame europäische Friedensordnung für gescheitert hält.
Im Zentrum steht seine Kritik an der NATO-Osterweiterung. Sachs interpretiert den Ukrainekrieg als vermeidbare Eskalation einer westlichen Machtpolitik, die russische Sicherheitsinteressen nicht ausreichend berücksichtigt habe. Die Verantwortung für Russlands großangelegte Invasion 2022 und die Frage nach der souveränen Entscheidung der Ukraine bleiben dabei wesentliche Streitpunkte.
Doch Sachs bleibt nicht bei der historischen Analyse stehen. Er fordert direkte Gespräche zwischen Deutschland und Russland, eine Rückkehr zur Diplomatie und eine europäische Sicherheitsordnung, die nicht ausschließlich auf militärischen Bündnissen beruht.
Welche Rolle könnte die OSZE dabei spielen? Was müsste Bundeskanzler Friedrich Merz ändern? Und wie kann Europa seine Beziehungen zu Russland, China und den USA neu gestalten?
Themen dieser Folge:
– Europas Russlandpolitik und ihre historischen Wurzeln– Das britische Empire, das Great Game und der Krimkrieg– Bismarcks Bündnispolitik und der Erste Weltkrieg– Kalter Krieg und deutsche Neutralität– Die Stalin-Note von 1952 und Adenauers Entscheidung– Österreich 1955 als alternatives Sicherheitsmodell– Sachs’ persönliche Erfahrungen während der Wendezeit– Gorbatschow, Kohl, Genscher und die NATO-Osterweiterung– Der Ukrainekrieg und Sachs’ Neutralitätsvorschlag– Die geopolitische Rolle der USA, Chinas und Russlands– Friedrich Merz und die deutsche Außenpolitik– Direkte Diplomatie statt weiterer Eskalation– Die OSZE und eine neue europäische Sicherheitsordnung
Jeffrey Sachs:„Europa spricht derzeit nur die Sprache der Eskalation.“(Übersetzung aus dem Englischen)
Buch:Jeffrey Sachs – „Europas strategischer Fehler“
Kapitel:[Finale Kapitel werden ergänzt]
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Peter Hänseler: Der Dritte Weltkrieg hat bereits begonnen – Russland, der Westen und der globale Machtkampf
2026/10/11
Peter Hänseler ist überzeugt: Der Dritte Weltkrieg hat bereits begonnen. Nicht als direkte Konfrontation zwischen den USA, Russland und China, sondern als globaler Machtkampf, der sich in regionalen Kriegen, Wirtschaftssanktionen und der Neuordnung internationaler Machtverhältnisse zeigt.
Im Gespräch mit Patrik Baab entwickelt der Herausgeber von „Forum Geopolitica“ eine weitreichende Prognose: Russland werde den Krieg in der Ukraine gewinnen – und der Westen stehe vor dem Verlust seiner globalen Vorherrschaft.
Hänseler verweist auf die veränderte Kriegsführung durch Drohnen, Russlands Rüstungsproduktion, Energie- und Rohstoffreserven, Staatsfinanzen und die aus seiner Sicht größere gesellschaftliche Bereitschaft, einen langen Krieg durchzuhalten.
Doch Patrik Baab hält dagegen: Auch Russland zahlt einen hohen Preis. Investitionen werden zurückgestellt, Sanktionen verteuern Importe und Arbeitskräfte haben das Land verlassen. Hänseler stimmt zu: Krieg und Sanktionen schwächen Russland. Gleichzeitig vertritt er die These, dass dieser Druck Russland zu größerer wirtschaftlicher Eigenständigkeit zwingt.
Damit verschiebt sich der Blick auf Deutschland. Was bedeuten hohe Energiepreise, Sanktionen und geopolitische Abhängigkeiten für den Industriestandort? Welche Interessen verfolgen die USA in Europa?
Von dort führt das Gespräch zum größeren globalen Konflikt: Iran, China, Russland und die BRICS-Staaten auf der einen Seite, der „kollektive Westen“ auf der anderen.
Hänselers zentrale These: Wir erleben einen historischen Machtwechsel. Der Westen verliere seine hegemoniale Stellung, während der globale Süden an Gewicht gewinnt. Hänseler erwartet, dass dieser Übergang von regionalen und stellvertretenden Kriegen begleitet wird.
Am Ende steht die gefährlichste Frage: Was geschieht, wenn in diesem Machtkampf die nukleare Hemmschwelle fällt?
Themen dieser Folge:
– Warum Hänseler mit einem russischen Sieg rechnet– Drohnen und die veränderte Kriegsführung– Rüstungsproduktion, Energie und Rohstoffe– Schwächt der Krieg Russland trotz militärischer Vorteile?– Sanktionen und wirtschaftliche Eigenständigkeit– Mariupol und die Nachkriegsordnung– Deutschlands Energiekrise und industrielle Zukunft– Deutschland und die USA– Iran, China und Russland– BRICS und der globale Süden– Hänselers These vom Niedergang westlicher Hegemonie– Der „Dritte Weltkrieg“ als Kette regionaler Konflikte– Die Gefahr einer nuklearen Eskalation
Peter Hänseler:„Der Erste, der eine solche Waffe einsetzt, der nimmt eine Hemmschwelle weg, die wir jetzt seit August 1945 haben.“
Mehr über Peter Hänseler und Forum Geopolitica:https://forumgeopolitica.com/de/https://forumgeopolitica.com/de/ueber/autor/peter-hanseler-3
Kapitel:
00:00 – Intro01:20 – Hat der Dritte Weltkrieg bereits begonnen?03:00 – Moderne Kriegsführung in der Ukraine06:20 – Russlands Rüstungsproduktion08:35 – Autarkie & Rohstoffe11:00 – Schuldenkrise im Westen15:30 – Inflation & Leitzinsen18:25 – Wehrbereitschaft: Russland vs. Westen22:23 – Sanktionen, Investitionen & Arbeitsmarkt31:47 – Wiederaufbau von Mariupol36:38 – Rohstoffe & Investitionen im Donbass40:12 – Eingefrorene russische Vermögen43:48 – Energiekrise & deutsche Industrie47:17 – USA, RAND & Europa52:33 – US-Interessen im Nahen Osten57:58 – Moskau, Peking & Teheran01:02:45 – BRICS & globaler Süden01:05:36 – Hegemoniewechsel & nukleare Eskalation
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(DEUTSCH) Scott Ritter: Der Krieg der Drohnen – Wiesbaden, CIA und die Gefahr einer nuklearen Eskalation
2026/10/10
Scott Ritter war US-Marineoffizier und UN-Waffeninspekteur. Im Gespräch mit Patrik Baab berichtet er von seiner Reise in den Donbass und erklärt, wie Drohnen, Satellitendaten und digitale Zielerfassung den Krieg verändert haben.
Ausgangspunkt ist Starobilsk. Ritter besuchte dort ein College, das im Mai 2026 von Drohnen getroffen wurde, und schildert Gespräche mit Augenzeugen sowie seine Fahrt durch ein Gebiet unter Drohnengefahr. Er ist überzeugt, dass das College gezielt als ziviles Objekt angegriffen wurde.
Von dort führt das Gespräch zur technischen Infrastruktur des Krieges: Starlink, Palantir, Satellitenaufklärung und die sogenannte „Kill Chain“. Ritter beschreibt, wie Daten verarbeitet und in Zielkoordinaten und Waffenwirkung übersetzt werden. Eine zentrale Rolle schreibt er dabei dem US-Stützpunkt Wiesbaden und der Zusammenarbeit zwischen den USA, der NATO und der Ukraine zu.
Weitere Themen sind westliche Geheimdienststrukturen in der Ukraine seit 2014, Stay-Behind-Netzwerke sowie die Entstehung der Gruppe Wagner. Ritter schildert seine Sicht auf Wagner, Bachmut, Prigoschins Meuterei und dessen Tod.
Besonders anschaulich wird das Gespräch beim modernen Drohnenkrieg: Ritter beschreibt Glasfaserkabel über Feldern und Wäldern, FPV-Drohnen, elektronische Kriegsführung und kleine Angriffstrupps. Nach seiner Analyse bestimmen Drohnen inzwischen Aufklärung, Kommunikation, Feuerleitung und Bewegung auf dem Gefechtsfeld.
Im letzten Teil geht es um Angriffe auf das russische Hinterland, Odessa, Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau und die Frage: Wie kann aus konventioneller Eskalation durch Fehlwahrnehmung und Fehlkalkulation eine nukleare Krise entstehen?
Themen dieser Folge:
– Ritters Reise in den Donbass und nach Starobilsk– Wie Drohnen den Ukrainekrieg verändert haben– Starlink, Palantir und die „Kill Chain“– Die Rolle des US-Stützpunkts Wiesbaden– CIA-Kooperation und Stay-behind-Strukturen seit 2014– Die Entstehung der Gruppe Wagner– Bachmut, Prigoschins Meuterei und sein Tod– Glasfaser- und FPV-Drohnen an der Front– Angriffe auf russische Energieinfrastruktur– Odessa und die wirtschaftliche Dimension– Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau– Nukleardoktrin und die Gefahr einer Fehlkalkulation– Ritters Einschätzung zur Zukunft der Ukraine und Europas
Scott Ritter:„The drones are what drives the war.“
Kapitel:
00:00:00 – Intro00:02:18 – Begrüßung und Vorstellung von Scott Ritter00:03:46 – Reise in den Donbass & Der Drohnenangriff in Starobilsk00:14:19 – Westliche Technologie im Einsatz: Starlink & Palantir00:25:22 – US-Stützpunkt Wiesbaden & Die Rolle der NATO00:31:48 – CIA-Präsenz und Spezialausbildung in der Ukraine seit 201400:35:00 – Nationalistische Bataillone & Ausländische Söldner00:38:04 – „Stay-Behind“-Netzwerke und Sabotage hinter den Linien00:46:50 – Die Ursprünge der Gruppe Wagner im Donbass (2014)00:54:51 – Wagner in Bachmut, Prigoschins Meuterei & der Flugzeugabsturz01:04:42 – Augenzeugenberichte aus Starobilsk & menschliche Schicksale01:08:18 – Die Revolution des Drohnenkriegs: Glasfaser & FPV-Taktiken01:24:27 – Angriffe auf das russische Hinterland & Energieinfrastruktur01:33:45 – Schließung des Hafens von Odessa & wirtschaftliche Folgen01:40:00 – CIA-Direktor in Moskau: Hintergründe & Geheimdiplomatie01:49:30 – Risiko einer nuklearen Eskalation & Treffen mit Botschafter Antonow02:02:05 – Westliche Nukleardoktrin & die Rolle der europäischen Staaten02:08:22 – Demografie der Ukraine, Kriegsausgang & geopolitische Folgen für Europa
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Cara MariAnna: Was ich im Westjordanland gesehen habe
2026/10/08
Warum reist eine amerikanische Journalistin selbst ins Westjordanland? Cara Marianna wollte nicht länger nur aus der Ferne beobachten. Mit ihrem Projekt „Palestinian Voices“ machte sie sich auf den Weg, um Menschen vor Ort zuzuhören – und ihre Geschichten einem westlichen Publikum zugänglich zu machen.
Im Gespräch mit Patrik Baab berichtet Marianna von ihren Reisen nach Jerusalem, Bethlehem, Hebron und in ländliche Gemeinden des Westjordanlands. Ihre erste große Begegnung führt sie unmittelbar zurück ins Jahr 1948: Eine über 90-jährige Palästinenserin erzählt ihr, wie sie als 14-jähriges Mädchen unter einem Olivenbaum saß und plötzlich eine lange Kolonne vertriebener Menschen auf sich zukommen sah.
Marianna schildert Begegnungen mit Kindern, Bauern, Aktivisten und Bewohnern von Flüchtlingslagern. In Bethlehem erlebt sie neugierige Kinder, die sie auf Englisch ansprechen und wissen wollen: „Palestine or Israel?“ In ländlichen Gebieten trifft sie dagegen auf Kinder, deren Alltag nach ihrer Darstellung von Gewalt, Verhaftungen und der Angst um ihre Familien geprägt ist.
Das Gespräch führt weiter zu Beduinengemeinschaften und palästinensischen Dörfern, zu israelischen Siedlungen und Außenposten sowie zu Mariannas Beobachtungen von Verdrängung und eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Sie beschreibt außerdem, wie Bewohner Angriffe und Übergriffe mit ihren Mobiltelefonen dokumentieren.
Ein weiterer Schwerpunkt sind die Flüchtlingslager. Marianna zeichnet den Weg von den Vertreibungen des Jahres 1948 über provisorische Zeltlager bis zu dicht bebauten Camps nach, in denen heute mehrere Generationen leben.
Im letzten Teil wird das Gespräch politischer und kontroverser. Marianna äußert ihre Sicht auf den 7. Oktober, die Hannibal-Direktive, Besatzung und Widerstand, Sanktionen gegen Israel und eine mögliche politische Zukunft für Israelis und Palästinenser. Bei Patrik Baabs Frage nach einer möglichen False-Flag-Operation zieht sie jedoch ausdrücklich eine Grenze: Diese Frage könne sie nicht beurteilen.
Themen dieser Folge:
– Warum Cara Marianna selbst ins Westjordanland reiste– Das Projekt „Palestinian Voices“– Eine Zeitzeugin und ihre Erinnerung an 1948– Begegnungen mit Kindern in Bethlehem und ländlichen Gemeinden– Alltag, Checkpoints und eingeschränkte Bewegungsfreiheit– Beduinengemeinschaften und palästinensische Dörfer– Siedlungen, Außenposten und Siedlergewalt– Wie Palästinenser Übergriffe dokumentieren– Geschichte und Gegenwart der Flüchtlingslager– Mariannas Sicht auf den 7. Oktober und die Hannibal-Direktive– Mandela, Widerstand und internationale Sanktionen– Welche politische Lösung Marianna für möglich hält
Cara Marianna:“As an American, I couldn’t sit still anymore.”„Als Amerikanerin konnte ich nicht länger stillsitzen.“
Kapitel:
00:00Beweggründe für die Reise ins Westjordanland06:17 - Recherche vor Ort & erste Kontakte08:26 - Begegnung mit einer Zeitzeugin von 1948 in Ost-Jerusalem12:47 - Einreise über die Allenby-Brücke & die Lage im Westjordanland14:33 - Siedlerkolonialismus & Völkerrecht17:06 - Eindrücke und Begegnungen mit Kindern20:52 - Kontrollpunkte, Überwachung & Repression22:04 - Siedlergewalt und die Rolle der Armee in Kissan25:31 - Arbeit mit „Go Palestine“ in Hebron27:00 - Die Situation der Beduinen & Masafer Yatta32:38 - Westliche Politik & Reaktionen34:01 - Das Leben und der Alltag in den Flüchtlingslagern38:20 - Zerstörung von Kultur und Identität39:19 - Der 7. Oktober & Inhaftierungen im Westjordanland43:20 - Handlungsoptionen: Was kann die internationale Gemeinschaft tun?46:12 - Parallelen zu Südafrika & Nelson Mandela49:01 - Ausblick, Lösungsansätze & Fazit
Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.
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© 2026 Patrik Baab
Ulrike Sumfleth: Die NGO-Partei – ein Gegenmodell zur Macht der Konzerne?
2026/10/04
Nichtregierungsorganisationen stehen zunehmend in der Kritik: Wer finanziert sie? Wessen Interessen vertreten sie? Und wie unabhängig sind sie tatsächlich?
Die Hamburger Publizistin Ulrike Sumfleth stellt eine andere Machtfrage. In ihrem Buch „Macht neu verteilen – Wie eine NGO-Partei den Lobbyismus umkehrt“ argumentiert sie, dass nicht das Etikett NGO entscheidend sei, sondern Abhängigkeit, Finanzierung und die dahinterstehenden Netzwerke.
Im Gespräch mit Patrik Baab entwickelt Sumfleth daraus eine ungewöhnliche Idee: eine „NGO-Partei“. Sie soll sich systematisch für konzern- und möglichst staatsunabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen öffnen und deren Expertise stärker in politische Entscheidungen einbringen. Sumfleth selbst will keine solche Partei gründen, sondern versteht ihr Modell als Konzept und Diskussionsangebot.
Im Zentrum steht ihre Kritik an der Macht großer Konzerne und vermögender Eigentümer. Sumfleth argumentiert, dass Kapital nicht nur wirtschaftliche Macht schafft, sondern auch Zugang zu Experten, Kommunikationsnetzwerken und politischer Beratung. Deshalb fragt sie: Wer bestimmt eigentlich, wer als Experte gehört wird?
Doch könnte eine solche NGO-Partei nicht selbst zum Ziel von Lobbyisten werden? Wie verhindert man Karriereinteressen, Fraktionsmacht und Unterwanderung? Was passiert, sobald Koalitionen geschlossen werden müssen? Patrik Baab konfrontiert Sumfleths Modell mit genau den Problemen, die sie bestehenden Parteien vorwirft.
Das Gespräch führt von staatlich finanzierten NGOs und sogenannten GONGOs über Lobbyismus und Transparenz bis zu Brüssel, dem BSW und der Frage nach einer neuen politischen Interessenvertretung. Besonders zugespitzt wird die Debatte, als Sumfleth die heutige gesellschaftliche Ungleichheit mit der Situation vor 1789 vergleicht und von einer „vorrevolutionären Phase“ spricht.
Am Ende formuliert sie ein bewusst schmales politisches Fundament: höhere Steuern auf sehr große Vermögen und Konzerne sowie Klima-, Arten- und Umweltschutz. Bei einem anderen zentralen Thema räumt Sumfleth dagegen selbst eine Leerstelle ein: Krieg und Frieden habe sie in ihrem Buch nicht ausreichend behandelt.
Themen dieser Folge:
– NGOs, GONGOs und die Frage politischer Abhängigkeit– Wer besitzt gesellschaftliche Macht?– Konzernmacht und politische Einflussnetzwerke– Wer bestimmt, welche Experten gehört werden?– Was ist eine „NGO-Partei“?– 51 Prozent konzernunabhängige Politikberatung– Lobbyismus, Transparenz und politische Selbstbindung– Kann sich eine neue Partei vor Korruption schützen?– Zivilgesellschaft als politische Gegenmacht– Sumfleths Vergleich mit 1789– Links und Rechts oder Gemeinwohl?– Milliardärssteuern und Konzernbesteuerung– Warum Krieg und Frieden im Buch eine Leerstelle bleiben
Ulrike Sumfleth:„Ich sehe ehrlich gesagt die Weltgesellschaft in einer vorrevolutionären Phase.“
Kapitel:
00:00 – Begrüßung & Vorstellung von Ulrike Sumfleth
03:30 – Der Einfluss von Konzernmacht auf Wirtschaft & Gesellschaft
11:45 – Lobbyismus in den Schaltzentralen der Politik
19:20 – Wo versagen die etablierten Strukturen?
27:00 – Die Idee einer neuen Partei: Beweggründe & Vision
35:10 – Kernanliegen, Ziele und programmatische Schwerpunkte
41:30 – Wie geht es weiter? Mobilisierung & Ausblick
44:00 – Fazit & Verabschiedung
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© 2026 Patrik Baab
Scott Ritter: Der Krieg der Drohnen – Wiesbaden, CIA und die Gefahr einer nuklearen Eskalation
2026/10/01
Scott Ritter war US-Marineoffizier und UN-Waffeninspekteur. Im Gespräch mit Patrik Baab berichtet er von seiner Reise in den Donbass und erklärt, wie Drohnen, Satellitendaten und digitale Zielerfassung den Krieg verändert haben.
Ausgangspunkt ist Starobilsk. Ritter besuchte dort ein College, das im Mai 2026 von Drohnen getroffen wurde, und schildert Gespräche mit Augenzeugen sowie seine Fahrt durch ein Gebiet unter Drohnengefahr. Er ist überzeugt, dass das College gezielt als ziviles Objekt angegriffen wurde.
Von dort führt das Gespräch zur technischen Infrastruktur des Krieges: Starlink, Palantir, Satellitenaufklärung und die sogenannte „Kill Chain“. Ritter beschreibt, wie Daten verarbeitet und in Zielkoordinaten und Waffenwirkung übersetzt werden. Eine zentrale Rolle schreibt er dabei dem US-Stützpunkt Wiesbaden und der Zusammenarbeit zwischen den USA, der NATO und der Ukraine zu.
Weitere Themen sind westliche Geheimdienststrukturen in der Ukraine seit 2014, Stay-Behind-Netzwerke sowie die Entstehung der Gruppe Wagner. Ritter schildert seine Sicht auf Wagner, Bachmut, Prigoschins Meuterei und dessen Tod.
Besonders anschaulich wird das Gespräch beim modernen Drohnenkrieg: Ritter beschreibt Glasfaserkabel über Feldern und Wäldern, FPV-Drohnen, elektronische Kriegsführung und kleine Angriffstrupps. Nach seiner Analyse bestimmen Drohnen inzwischen Aufklärung, Kommunikation, Feuerleitung und Bewegung auf dem Gefechtsfeld.
Im letzten Teil geht es um Angriffe auf das russische Hinterland, Odessa, Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau und die Frage: Wie kann aus konventioneller Eskalation durch Fehlwahrnehmung und Fehlkalkulation eine nukleare Krise entstehen?
Themen dieser Folge:
– Ritters Reise in den Donbass und nach Starobilsk– Wie Drohnen den Ukrainekrieg verändert haben– Starlink, Palantir und die „Kill Chain“– Die Rolle des US-Stützpunkts Wiesbaden– CIA-Kooperation und Stay-behind-Strukturen seit 2014– Die Entstehung der Gruppe Wagner– Bachmut, Prigoschins Meuterei und sein Tod– Glasfaser- und FPV-Drohnen an der Front– Angriffe auf russische Energieinfrastruktur– Odessa und die wirtschaftliche Dimension– Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau– Nukleardoktrin und die Gefahr einer Fehlkalkulation– Ritters Einschätzung zur Zukunft der Ukraine und Europas
Scott Ritter:„The drones are what drives the war.“
Kapitel:
00:00:00 – Intro00:01:58 – Begrüßung und Vorstellung von Scott Ritter00:03:15 – Reise in den Donbass & Der Drohnenangriff in Starobilsk00:11:47 – Westliche Technologie im Einsatz: Starlink & Palantir00:21:10 – US-Stützpunkt Wiesbaden & Die Rolle der NATO00:26:24 – CIA-Präsenz und Spezialausbildung in der Ukraine seit 201400:29:07 – Nationalistisches Bataillone & Ausländische Söldner00:31:30 – „Stay-Behind“-Netzwerke und Sabotage hinter den Linien00:38:41 – Die Ursprünge der Gruppe Wagner im Donbass (2014)00:45:20 – Wagner in Bachmut, Prigoschins Meuterei & der Absturz00:54:36 – Augenzeugenberichte aus Starobilsk & menschliche Schicksale00:58:03 – Die Revolution des Drohnenkriegs: Glasfaser & FPV-Taktiken01:10:05 – Angriffe auf das russische Hinterland & Energieinfrastruktur01:17:33 – Schließung des Hafens von Odessa & wirtschaftliche Folgen01:22:20 – CIA-Direktor in Moskau: Hintergründe & Geheimdiplomatie01:29:56 – Risiko einer nuklearen Eskalation & Treffen mit Botschafter Antonow01:39:42 – Westliche Nukleardoktrin & die Rolle der europäischen Staaten01:44:49 – Demografie der Ukraine, Kriegsausgang & geopolitische Folgen für Europa01:51:15 – Fazit & Verabschiedung
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Nord Stream: Wer sprengte die Pipelines? Moritz Enders über Andromeda, Hersh und die USA
2026/09/27
Eine Segeljacht, eine kleine Crew, mehrere Sprengsätze – und eine Pipeline in rund 80 Metern Tiefe. Kann der Anschlag auf Nord Stream tatsächlich so abgelaufen sein?
Der Filmemacher Moritz Enders hat für seine Dokumentation „Nord Stream – Die Sprengung“ die Hintergründe des Anschlags untersucht. Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt er, warum er erhebliche Zweifel an der Andromeda-Rekonstruktion hat.
Enders fragt: Wie viele Tauchflaschen wären nötig? Wie funktioniert die Dekompression in dieser Tiefe? Wie hält man eine Segeljacht über der Pipeline in Position? Wie transportiert und befestigt man Unterwassersprengstoff?
Daraus entwickelt Enders seine These einer professionell vorbereiteten militärischen Kommandooperation. Das Gespräch behandelt Seymour Hershs umstrittene Rekonstruktion, das NATO-Manöver BALTOPS, Poseidon-Aufklärungsflugzeuge, mögliche Zündmechanismen sowie Spezialtaucher und Tauchboote. Enders hält eine US-amerikanische Beteiligung für wahrscheinlich, macht aber mehrfach deutlich, wo seine Recherche keine abschließenden Antworten liefert.
Im zweiten Teil geht es um die geopolitische Bedeutung von Nord Stream. Enders verbindet den Anschlag mit dem Verhältnis zwischen Deutschland, Russland und den USA, mit Energiepolitik, amerikanischem Flüssiggas und der Heartland-Theorie. Sein Film zieht zudem eine historische Parallele zur Bagdadbahn.
Schließlich geht es um Joe Bidens Äußerungen zu Nord Stream 2, Olaf Scholz’ Auftritt in Washington, die deutschen Ermittlungen und die wirtschaftlichen und geopolitischen Folgen für Deutschland.
Themen dieser Folge:
– Wie plausibel ist die Andromeda-Rekonstruktion?– Tauchen und Sprengstoff in rund 80 Metern Tiefe– Dekompression, Positionierung und Spezialausrüstung– Ungereimtheiten, Spuren und Beweismaterial– Warum Enders eine militärische Operation für plausibler hält– Seymour Hersh, BALTOPS und die Nord-Stream-Sabotage– Poseidon-Aufklärungsflugzeuge und mögliche Zündmechanismen– Enders’ These einer möglichen US-Beteiligung– Deutschland, Russland und die geopolitische Bedeutung von Nord Stream– Fracking-Gas und wirtschaftliche Interessen– Heartland-Theorie und die Parallele zur Bagdadbahn– Biden, Scholz und die Frage nach deutscher Souveränität– Deutsche Behörden und die Aufklärung– Reaktionen auf Enders’ Dokumentarfilm
„Was vollkommen deutlich wird, ist ja, dass es eine hochkomplexe Aktion ist. Das ist eine militärisch geplante Kommandoaktion, die Monate vorher geplant werden muss.“– Moritz Enders
Kapitel:
00:00 – Einleitung: Zweifel an der offiziellen Andromeda-These03:00 – Technische Hürden & Tauchlogistik in 80 m Tiefe06:24 – Ungereimtheiten der Route & Beweislage10:20 – Militärische Dimension & Seymour Hershs Recherchen13:07 – Zündmechanismen & Analyse durch Akustik-Experten18:15 – Planung in den USA & Spezialeinheiten22:56 – Flugbewegungen der Poseidon-Aufklärungsflugzeuge24:28 – US-Strategie gegen Nord Stream im Vorfeld26:00 – Geopolitische Einordnung & die Heartland-Theorie30:00 – Wirtschaftliche Interessen: Fracking-Gas & Industriestandort33:05 – Historischer Vergleich: Die Bagdadbahn im 1. Weltkrieg37:44 – Der Auftritt von Scholz und Biden in Washington40:12 – Rolle der deutschen Behörden & des Generalbundesanwalts43:30 – Transatlantische Bindungen in der Politik46:30 – Kinoausstrahlung & Reaktionen der Medien
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(DEUTSCH) Julija Mendel: Von Selenskyjs Sprecherin zur Kritikerin – „Frieden ist pro-ukrainisch“
2026/09/25
Julija Mendel war von 2019 bis 2021 Pressesprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heute gehört sie zu seinen schärfsten Kritikerinnen. Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt sie, warum sie mit ihrem früheren Chef gebrochen hat und weshalb sie Frieden, Neutralität und einen grundlegenden Strategiewechsel für die Ukraine fordert.
Mendel spricht ungewöhnlich offen über ihre Zeit im Präsidentenbüro. Sie erzählt von Selenskyjs Umgang mit Kritik, seinem Fokus auf öffentliche Wirkung und PR und von jenem Moment im Jahr 2021, in dem sie zu der Überzeugung gelangte, der Dialog mit Russland werde abreißen. Dennoch unterstützte sie Selenskyj nach dem russischen Angriff 2022 zunächst weiter. Heute blickt sie selbstkritisch darauf zurück.
Besonders persönlich wird das Gespräch, als Mendel über ihre Heimatregion Cherson spricht. Sie schildert die Folgen des russischen Beschusses, die Angst der Zivilbevölkerung und den demografischen Niedergang der Ukraine. Russland und Putin spricht sie ausdrücklich nicht von der Verantwortung für den Krieg frei. Gleichzeitig wirft sie Selenskyj vor, Chancen auf Verhandlungen ausgeschlagen und den eigenen Machterhalt über die Interessen des Landes gestellt zu haben.
Weitere Themen sind Korruption, Mobilisierung, politische Sanktionen gegen Mendel, der Maidan, die NATO-Frage und die Verhandlungen von Istanbul 2022. Mendel plädiert für eine neutrale Ukraine und sagt: „Peace is not pro-Russian, peace is pro-Ukrainian.“
Am Ende richtet sich der Blick nach vorn: Was kommt nach Selenskyj? Und könnte Julija Mendel selbst noch einmal eine politische Rolle in der Ukraine übernehmen?
Themen dieser Folge:
– Warum Julija Mendel mit Selenskyj gebrochen hat– Ihre persönlichen Erfahrungen im Präsidentenbüro– Sanktionen, Meinungsfreiheit und politischer Druck– Cherson und die menschlichen Kosten des Krieges– Korruption, Mobilisierung und der Zustand der ukrainischen Demokratie– Warum Mendel 2021 das Präsidentenbüro verließ– Warum sie Selenskyj 2022 trotzdem noch unterstützte– Maidan und ihre heutige Sicht auf die Ereignisse von 2014– NATO-Mitgliedschaft oder Neutralität?– Istanbul 2022 und Mendels Sicht auf verpasste Friedenschancen– Trump und mögliche Wege zu Verhandlungen– Was kommt nach Selenskyj – und welche Rolle könnte Mendel spielen?
Julija Mendel:„Peace is not pro-Russian, peace is pro-Ukrainian.“
Kapitel:
(00:00) Julija Mendel: von der Insiderin zur Kritikerin(02:59) Mirotworez und Angst um ihre Familie(04:39) Warum sie nicht ins Europäische Parlament durfte(08:10) Selenskyjs Sanktionen gegen Mendel(09:51) Ist die Ukraine noch eine Demokratie?(11:56) Cherson: die menschlichen Kosten des Krieges(16:42) Warum Mendel Selenskyj mitverantwortlich macht(17:51) So erlebte sie Selenskyj persönlich(21:35) „Ein fantastischer Schauspieler“(24:43) Oligarchen, Geld und Korruptionsvorwürfe(30:04) Maidan: Mendels Blick zurück(34:26) NATO oder Neutralität?(34:59) Wie Mendel Selenskyjs Sprecherin wurde(36:27) PR statt Strategie? Erfahrungen aus dem Präsidentenbüro(39:23) Warum sie 2021 ging(43:17) Ukraine vor dem russischen Großangriff(47:40) Warum sie Selenskyj 2022 trotzdem unterstützte(49:51) Waffenlieferungen und Korruption(51:49) Istanbul 2022 und die Friedensverhandlungen(55:18) Welche Rolle spielte Boris Johnson?(56:25) Mendels Weg zum Frieden: Neutralität(1:00:19) Was kostet dieser Krieg die Ukraine?(1:03:26) Trump und die Friedensfrage(1:05:50) Hat Selenskyj noch Rückhalt?(1:07:06) Was kommt nach Selenskyj?(1:07:25) Würde Julija Mendel selbst bereitstehen?
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Julija Mendel: Von Selenskyjs Sprecherin zur Kritikerin – „Frieden ist pro-ukrainisch“
2026/09/24
Julija Mendel war von 2019 bis 2021 Pressesprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heute gehört sie zu seinen schärfsten Kritikerinnen. Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt sie, warum sie mit ihrem früheren Chef gebrochen hat und weshalb sie Frieden, Neutralität und einen grundlegenden Strategiewechsel für die Ukraine fordert.
Mendel spricht ungewöhnlich offen über ihre Zeit im Präsidentenbüro. Sie erzählt von Selenskyjs Umgang mit Kritik, seinem Fokus auf öffentliche Wirkung und PR und von jenem Moment im Jahr 2021, in dem sie zu der Überzeugung gelangte, der Dialog mit Russland werde abreißen. Dennoch unterstützte sie Selenskyj nach dem russischen Angriff 2022 zunächst weiter. Heute blickt sie selbstkritisch darauf zurück.
Besonders persönlich wird das Gespräch, als Mendel über ihre Heimatregion Cherson spricht. Sie schildert die Folgen des russischen Beschusses, die Angst der Zivilbevölkerung und den demografischen Niedergang der Ukraine. Russland und Putin spricht sie ausdrücklich nicht von der Verantwortung für den Krieg frei. Gleichzeitig wirft sie Selenskyj vor, Chancen auf Verhandlungen ausgeschlagen und den eigenen Machterhalt über die Interessen des Landes gestellt zu haben.
Weitere Themen sind Korruption, Mobilisierung, politische Sanktionen gegen Mendel, der Maidan, die NATO-Frage und die Verhandlungen von Istanbul 2022. Mendel plädiert für eine neutrale Ukraine und sagt: „Peace is not pro-Russian, peace is pro-Ukrainian.“
Am Ende richtet sich der Blick nach vorn: Was kommt nach Selenskyj? Und könnte Julija Mendel selbst noch einmal eine politische Rolle in der Ukraine übernehmen?
Themen dieser Folge:
– Warum Julija Mendel mit Selenskyj gebrochen hat– Ihre persönlichen Erfahrungen im Präsidentenbüro– Sanktionen, Meinungsfreiheit und politischer Druck– Cherson und die menschlichen Kosten des Krieges– Korruption, Mobilisierung und der Zustand der ukrainischen Demokratie– Warum Mendel 2021 das Präsidentenbüro verließ– Warum sie Selenskyj 2022 trotzdem noch unterstützte– Maidan und ihre heutige Sicht auf die Ereignisse von 2014– NATO-Mitgliedschaft oder Neutralität?– Istanbul 2022 und Mendels Sicht auf verpasste Friedenschancen– Trump und mögliche Wege zu Verhandlungen– Was kommt nach Selenskyj – und welche Rolle könnte Mendel spielen?
Julija Mendel:„Peace is not pro-Russian, peace is pro-Ukrainian.“
Kapitel:
(00:00) Julija Mendel: von der Insiderin zur Kritikerin(02:59) Mirotworez und Angst um ihre Familie(04:39) Warum sie nicht ins Europäische Parlament durfte(08:10) Selenskyjs Sanktionen gegen Mendel(09:51) Ist die Ukraine noch eine Demokratie?(11:56) Cherson: die menschlichen Kosten des Krieges(16:42) Warum Mendel Selenskyj mitverantwortlich macht(17:51) So erlebte sie Selenskyj persönlich(21:35) „Ein fantastischer Schauspieler“(24:43) Oligarchen, Geld und Korruptionsvorwürfe(30:04) Maidan: Mendels Blick zurück(34:26) NATO oder Neutralität?(34:59) Wie Mendel Selenskyjs Sprecherin wurde(36:27) PR statt Strategie? Erfahrungen aus dem Präsidentenbüro(39:23) Warum sie 2021 ging(43:17) Ukraine vor dem russischen Großangriff(47:40) Warum sie Selenskyj 2022 trotzdem unterstützte(49:51) Waffenlieferungen und Korruption(51:49) Istanbul 2022 und die Friedensverhandlungen(55:18) Welche Rolle spielte Boris Johnson?(56:25) Mendels Weg zum Frieden: Neutralität(1:00:19) Was kostet dieser Krieg die Ukraine?(1:03:26) Trump und die Friedensfrage(1:05:50) Hat Selenskyj noch Rückhalt?(1:07:06) Was kommt nach Selenskyj?(1:07:25) Würde Julija Mendel selbst bereitstehen?
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Julija Mendel: „Frieden kann nicht prorussisch sein" – Ex-Sprecherin Selenskyjs rechnet mit der Kriegspolitik ab
2026/09/23
Julija Mendel, ehemalige Pressesprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, hält vor EU-Parlamentariern in Straßburg, am 16. September 2029 eine Rede über die humanitären und gesellschaftlichen Folgen des Krieges. Sie schildert den Zusammenbruch des Alltags in der Ukraine, kollabierende Demografie, zerstörte Infrastruktur, traumatisierte Kinder und fordert einen Kurswechsel hin zu Verhandlungen.
Themen dieser Rede:– Die Realität des Krieges: Kinder ohne Bildung und Zukunftsperspektive– Die Lage an der Front und in Regionen wie Cherson– Mendels Kritik an Selenskyjs Maximalforderungen und Vorwürfe von Korruption– Der dramatische Bevölkerungsrückgang und die wirtschaftliche Lage der Ukraine– Meinungsfreiheit unter Druck: Die Kriminalisierung von Friedensforderungen– Das Scheitern von Sanktionen und die Forderung nach Diplomatie
„Frieden kann nicht prorussisch sein. Frieden ist der einzige Weg aus der Krise." – Julija Mendel
Kapitel:(00:00) Einleitung & Begrüßung(00:17) Julija Mendel über ihre Rolle und den Bruch mit der Kiewer Linie(02:30) Die Realität des Krieges: Kinder ohne Bildung und Zukunft(05:15) Kampf ums Überleben: Die Lage an der Front und in Cherson(08:40) Großmacht-Ideen vs. Rettung der Ukraine(11:30) Gekündigte Vereinbarungen und Selenskyjs Maximalforderungen(14:00) Die bittere Demografie: Der schrumpfende Staat(16:45) Zerstörte Wirtschaft und wachsende Abhängigkeit(19:10) „Frieden kann nicht prorussisch sein": Meinungsfreiheit unter Druck(22:00) Zwangsmobilisierung und Korruption im Führungszirkel(24:45) Aufrüstung, Feindbilder und westliche Illusionen(28:15) Scheitern der Sanktionen und Notwendigkeit von Diplomatie(31:00) Autokratische Tendenzen und Repression gegen Friedensstimmen(33:20) Das finnische Modell vs. Afghanistan-Szenario(34:50) Schlussappell an Europa: Verhandlungen statt Zerstörung(35:40) Danksagung
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Julija Mendel: „Frieden ist nicht pro-russisch“ – Selenskyjs Ex-Sprecherin rechnet mit Europas Ukrainekurs ab
2026/09/22
Julija Mendel war Sprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Heute gehört sie zu seinen scharfen Kritikerinnen und fordert ein Ende der militärischen Eskalation. In Straßburg will sie ihre Botschaft vor Abgeordneten des Europäischen Parlaments vortragen – doch sie darf das Parlamentsgebäude nicht betreten.
In diesem „Zur Sache“ berichtet Patrik Baab aus dem Hotel Grand-Île, nur wenige Schritte vom Europäischen Parlament entfernt. Während Mendel ihre Rede per Video hält, tagt im Nebenraum eine kanadische Delegation um Premierminister Mark Carney. Für Baab werden die beiden Hotelräume zum Sinnbild zweier politischer Richtungen: hier Mendels Forderung nach Verhandlungen, dort die strategische Annäherung zwischen Kanada und der EU.
Mendel spricht über die menschlichen Kosten des Ukrainekriegs, Korruption und die Politik Selenskyjs. Ihre zentrale Botschaft: Frieden zu fordern sei nicht pro-russisch. Russlands Krieg verurteilt sie ausdrücklich, zugleich warnt sie davor, ukrainische Menschenleben einer Strategie dauerhafter militärischer Eskalation unterzuordnen.
Doch der Beitrag stellt noch eine zweite Frage: Welche politische Rolle könnte Mendel künftig spielen? Baab zeichnet ihren Weg von Selenskyjs Sprecherin zur Kritikerin nach und untersucht ihre politischen Schnittmengen mit Donald Trump, J.D. Vance und Marco Rubio. Als er sie auf die Rolle der USA anspricht, will Mendel die Frage nicht beantworten.
Daraus entwickelt Baab seine Hypothese: Könnte Mendel für Washington eine politische Rolle in einer Ukraine nach Selenskyj spielen?
Themen dieser Folge:
– Warum Julija Mendel nicht ins Europäische Parlament durfte– Von Selenskyjs Sprecherin zu seiner Kritikerin– Mendels Appell für Verhandlungen und ein Ende der Eskalation– „Frieden ist nicht pro-russisch“– Die menschlichen und gesellschaftlichen Kosten des Ukrainekriegs– Mendels Kritik an Selenskyj und europäischen Entscheidungsträgern– Mark Carney und die strategische Annäherung zwischen Kanada und EU– Unterschiedliche Interessen Washingtons und Brüssels– Mendels politische Schnittmengen mit Trump, Vance und Rubio– Die Frage nach einer politischen Neuordnung der Ukraine
„Wenn ihr wirklich gegen Russland kämpfen wollt, geht an die Front. Zensiert nicht die Ukrainer, die nach Frieden rufen.“– Julija Mendel
Kapitel:
(00:00) Straßburg: der politische „Tatort“(01:45) Zwei Räume, zwei politische Richtungen(03:25) Warum Julija Mendel nicht ins Parlament darf(05:30) Mendels Friedensappell(07:45) Ukrainekrieg: Menschenleben und Kriegsziele(09:15) „Frieden ist nicht pro-russisch“(11:00) Mendel über Selenskyj und die Ukraine(13:20) Wer ist Julija Mendel heute?(15:20) Die Frage nach Washington(17:00) Trump, Rubio und Vance: politische Schnittmengen(19:00) Washington und Brüssel: unterschiedliche Strategien?(21:00) Mendel nach Selenskyj?(22:30) Rückkehr zum „Tatort“ Grand-Île
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