
Werben im Podcast: Zukunft Natur
Dieser Podcast hat
41 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Naturbotschafter - Michel HänggiExplizit
Nein
Erstellt am
2026/01/08
Neueste Episode
2026/10/15
Durchschnittsdauer
59 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage
Beschreibung
In diesem Podcast erzählen Fachpersonen aus der Naturförderung von ihrer Arbeit, Projekten und den zentralen Herausforderungen auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Natur. Sie teilen ihr Wissen und geben praktische Tipps, wie du die Tier- und Pflanzenwelt zu Hause, in deiner Gemeinde, im Verein oder im Berufsalltag aktiv fördern kannst. Zu Gast sind Expertinnen und Experten aus der Landschaftspflege, der Wildhut, dem Forstwesen, aus Ökobüros, Gärtnereien, Universitäten und dem Naturschutz. Hier erhältst du Sicherheit und Inspiration, damit wir auch in Zukunft auf eine gesunde Natur hinarbeiten.
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#40 Die Rote Liste und wie wird eigentlich entschieden, welche Arten bedroht sind?
2026/10/15
Die Rote Liste der bedrohten Arten kennen viele. Doch wie entsteht sie eigentlich? Wer sammelt die Daten, wer bewertet die Arten und wie kommt am Ende die Einstufung zustande?
Darüber spreche ich mit Marion Mertens. Sie erklärt, was die Rote Liste genau ist und welche Aufgaben Bund, Kantone, BAFU und IUCN dabei übernehmen. Wir werfen auch einen kurzen Blick zurück zu den Anfängen in den 1960er-Jahren und sprechen darüber, warum die Rote Liste in der Schweiz seit 1994 rechtlich relevant ist.
Danach geht es um die Grundlage jeder Roten Liste: die Daten. Warum gibt es von manchen Arten riesige Datenmengen, während bei anderen kaum Informationen vorhanden sind? Und welche Unterschiede innerhalb einer Art müssen bei der Bewertung berücksichtigt werden?
Marion kann auch ein wenig aufzeigen, wie die Forschung und Datenerhebung finanziert werden und wie aus den gesammelten Informationen die verschiedenen Gefährdungskategorien entstehen.
Eine wichtige Veränderung brachte dabei die Genetik. Neue genetische Erkenntnisse haben unser Verständnis über die Verwandtschaft von Arten teilweise völlig verändert. Ein überraschendes Beispiel von Marion ist die nahe Verwandtschaft von Uhu und Schneeeule.
Sie gibt ausserdem einen persönlichen Einblick in ihre Arbeit mit den Mollusken und wie die Arten für die Rote Liste erfasst, eingeteilt und die Daten anschliessend ausgewertet werden.
Zum Schluss sprechen wir darüber, wie häufig die Roten Listen aktualisiert werden, was zwischen den Aktualisierungen passiert und warum Kantone wie Basel-Stadt ein Interesse daran haben, neue Erhebungen anzustossen und die Daten zu erhalten.
Und zum Schluss eine wichtige Frage: Steht eigentlich auch der Mensch auf der Roten Liste? Und wenn ja, in welcher Gefährdungskategorie?
Ein Blick hinter die Kulissen einer Liste, die weit mehr Arbeit, Forschung und Daten enthält, als es auf den ersten Blick scheint.
Mehr über Marion und Ihre Arbeit: www.lifescience.ch
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#39 Wie der Ausbruch aus der industriellen Landwirtschaft zu mehr Natur führt
2026/10/08
Sind Landwirtschaft und Biodiversität wirklich Gegensätze? Fabienne vom Hof Waltwil nicht der Meinung. Im Podcast erzählt sie, warum Landwirtschaft und Naturschutz durchaus zusammen funktionieren können und weshalb es dafür manchmal einen grundlegenden Wandel braucht.
Als Beispiel nimmt Fabienne das Schwein. Früher wurden Schweine auf eine Weise gehalten, bei der nebenbei auch die Artenvielfalt profitieren konnte. Heute dagegen verbringen viele Mastschweine ihr Leben in stark spezialisierten Haltungssystemen.
Fabienne erzählt dabei auch aus eigener Erfahrung. Sie berichtet, wie sie selbst in einer intensiven Landwirtschaft gefangen war, was schliesslich der Auslöser war, diesen Kreislauf zu durchbrechen und welche Entwicklungen diesen Weg begünstigten.
Wir sprechen zudem darüber, welche technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte die Industrialisierung der Landwirtschaft ermöglicht und vorangetrieben haben und was ihre Vorteile und Nachteile waren.
Die Biodiversität hat dabei sehr gelitten und aus Fabiennes Sicht wird diese noch immer zu wenig ernst genommen. Viele Menschen seien sich gar nicht bewusst, wie wichtig die Leistungen der Natur für unser tägliches Leben sind. Von der Bestäubung bis zur Sauerstoffproduktion.
Doch warum setzen nicht einfach mehr Landwirtschaftsbetriebe biodiversitätsfördernde Massnahmen um? Fabienne hat Verständnis dafür, dass sich viele Betriebe zusätzliche Flächen oder Veränderungen wirtschaftlich nicht leisten können. Gleichzeitig sieht sie die Kosten teilweise auch als Ausrede. Wir sprechen über die Herausforderungen und darüber, wie die Hemmschwelle für mehr Biodiversität auf einem Landwirtschaftsbetrieb gesenkt werden kann.
Links:
Hof Waltwil4
Reverde
Transfarmation
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#38 Pflanzen und Tiere verschwinden in die Höhe
2026/10/01
Die Berge verändern sich. Tiere und Pflanzen, die früher in tieferen Lagen vorkamen, werden immer mehr weiter oben beobachtet. Doch warum wandern sie überhaupt in höhere Lagen? Und können sie mit der Geschwindigkeit des aktuellen Klimawandels überhaupt Schritt halten?
Im Gespräch erklärt Sonja Wipf zuerst, welche Gründe hinter dieser Höhenwanderung stecken. Dabei wird zeigt sich, dass Pflanzen langsam neue Lebensräume besiedeln. Sonja nennt durchschnittliche Wandergeschwindigkeiten und zeigt, warum diese im Vergleich zur Geschwindigkeit der heutigen Klimaerwärmung oftmals viel zu langsam sind.
Anschliessend sprechen wir über das Projekt GLORIA, mit dem die Veränderungen der Pflanzenwelt in den Bergen bereits seit Jahrzehnten beobachtet werden. Im September wurde ein aktuelles Paper mit einem Zwischenstand veröffentlicht. Wir schauen uns an, was diese langfristigen Beobachtungen zeigen und ob neben der Klimaerwärmung noch andere Faktoren dafür verantwortlich sind, dass Pflanzen in höhere Lagen vordringen.
Aber nicht alle Arten reagieren gleich. Gibt es Pflanzen, die sich schnell genug an die zunehmende Erwärmung anpassen können? Sonja stellt einige Arten vor, die zu den Gewinnern dieser Entwicklung gehören.
Wo Gewinner sind, gibt es auch Verlierer. Deshalb sprechen wir darüber, wer unter dem Wandel leidet und wie es beispielsweise um das Edelweiss steht.
Die Veränderungen in den Bergen passieren langsam. So langsam, dass wir sie im Alltag kaum wahrnehmen? Nicht unbedingt! Sonja erklärt, warum die Veränderungen durchaus für uns Menschen sichtbar werden können und gibt praktische Tipps und Hilfsmittel, mit denen jeder sofort selbst beginnen kann, die Veränderungen in der Natur zu beobachten.
Zum Schluss geht es um die entscheidende Frage: Was können wir tun, um die Höhenwanderung von Tier- und Pflanzenarten zu bremsen oder vielleicht sogar zu verhindern?
Links:
Mehr zu Sonja und Luzula
Mehr zu GLORIA im Science oder hier auf Deutsch
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#37 Künstliche Biberdämme für mehr Wasser in unseren Gewässern?
2026/09/24
Ein Biberdamm kann erstaunlich viel bewirken. Er hält Wasser zurück, verändert den Lebensraum und schafft neue Strukturen im Gewässer. Doch was passiert, wenn der Biber nicht da ist? Hier kommen die Beaver Dam Analogs (BDA) ins Spiel.
Im Podcast erklärt Silvan Minnig zuerst, was einen BDA von einem natürlichen Biberdamm unterscheidet. Kurz: Die künstlich angelegten Dämme sind stabiler und können gezielt eingesetzt werden. Doch diese Stabilität wirft eine wichtige Frage auf: Was passiert mit den wandernden Fischen, wenn sie einen solchen Damm nicht überwinden können? Silvan zeigt auf, wie die Fischwanderung trotz BDA gewährleistet werden kann.
Danach geht es um die praktische Anwendung. Wo werden Beaver Dam Analogs eingesetzt? Wo liegen die Schwierigkeiten beim Bau und Unterhalt? Und warum kann ein BDA einen echten Biberdamm niemals einfach ersetzen?
Gerade für die Landwirtschaft können die künstlichen Dämme trotzdem interessant sein. Silvan erklärt, warum Landwirte teilweise sogar froh über einen BDA sind und welche Vorteile der zusätzliche Wasserrückhalt mit sich bringen kann.
Doch was leisten BDA eigentlich für die Natur? Sie eignen sich hervorragend, um Wasser in der Landschaft zurückzuhalten und können teilweise auch bei der Revitalisierung von Gewässern eine wichtige Rolle spielen. Trotzdem erreichen sie nicht die umfassenden ökologischen Leistungen eines Bibers. Und das ist auch nicht ihr Ziel: Der Schwerpunkt der BDA liegt auf dem Wasserrückhalt, nicht darauf, sämtliche ökologische Funktionen eines Bibers nachzuahmen.
Damit ein solcher Damm überhaupt entstehen kann, braucht es aber mehr als geeignetes Material und einen passenden Bach. Anwohner, Gemeinden, Landwirte und weitere Stakeholder müssen einbezogen werden. Silvan erzählt, warum eine frühzeitige und proaktive Information und Zusammenarbeit entscheidend sein kann und weshalb sich dieser Aufwand am Ende auszahlt.
Zum Schluss noch eine Frage zur Zusammenarbeit. Was denkt eigentlich der Biber über seine künstlichen Konkurrenten? Sieht er einen Beaver Dam Analog als Konkurrenz zu seinem eigenen Bauwerk, oder kann er sich damit arrangieren?
Links: Beaver dam analogs
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#36 Bäume für die Wälder der Zukunft
2026/09/17
Marc Hirt von der Emme-Forstbaumschulen gibt zuerst einen Einblick in die Welt der Baumproduktion und erklärt, welche Aufgaben die verschiedenen Betriebe haben.
Danach wird es genetisch. Wir sprechen darüber, warum man nicht irgendwo Samen oder Tannenzapfen sammeln und daraus überall neue Bäume pflanzen kann. Eine wichtige Rolle spielen dabei die biogeografischen Zonen, aber nicht nur! Darf beispielsweise ein Samen aus Biel in Genf zu einem Baum heranwachsen? Und welche Bedeutung haben die lokalen genetischen Anpassungen für die Zukunft unserer Wälder?
Spannend ist auch die Frage, wer eigentlich alles Bäume aus einer Forstbaumschule braucht. Marc zeigt, wie vielfältig die Kundschaft der Emme-Forstbaumschulen ist und für welche unterschiedlichen Zwecke die Bäume produziert werden.
Dann gehts zum Baumartensortiment und seine Veränderung. Marc hält immer Augen und Ohren offen um Baumarten zu finden, die mit den zukünftigen Bedingungen besser zurechtkommen. Dabei blickt er über die Landesgrenzen und Kontinente hinaus. Doch geeignete Baumarten zu finden ist das eine. An geeignetes Saatgut zu kommen, etwas ganz anderes.
Weiter gehts ind die Zukunft. Bäume benötigen Jahrzehnte um zu wachsen. Umso mehr hat mich überrascht, wie weit Marc tatsächlich in die Zukunft plant. Warum er bei seiner Planung trotzdem maximal vier Jahre vorausblickt, erklärt er im Gespräch.
Zum Schluss geht es, ganz praktisch, um die Samenernte. Marc zeigt, auf welche unterschiedlichen Arten Samen gesammelt werden und was danach passiert. Besonders spannend wird es beim sogenannten Klengen. Dabei werden die Samen aus den Tannenzapfen gewonnen und für die Keimung vorbereitet. Und weil nicht jede Tannenzapfen-Art gleich ist, braucht auch jede ihre eigene Vorgehensweise.
Links: Emme-Forstbaumschulen
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#35 Mücken, Libellen, Köcherfliegen + Co - Wasserinsekten als Zeiger einer biodiversen Natur
2026/09/10
Mit Verena Lubini geht es im Podcast um eine faszinierende und oft übersehene Tiergruppe, die Wasserinsekten. Ihre Larven entwickeln sich in Gewässern aller Art; dann schlüpfen sie und wechseln zum manchmal sehr kurzen Landleben. Nur dort können sie sich fortpflanzen. Sie stammen ursprünglich on landlebenden Vorfahren ab und haben sich ähnlich wie die Wale ans Leben im Wasser angepasst. So kommen sie entweder an die Wasseroberfläche um Luftsauerstoff zu tanken oder tragen am Körper Kiemen - ähnlich wie die Fische. Erstaunlich ist, dass sich auch ein Teil von ihnen, vor allem Libellen, im Salzwasser entwickeln können.
Wasserinsekten sind nicht nur Beute für Fische und Libellenlarven, sondern auch für Spinnen und Vögel. Dadurch verbinden sie das Gewässer- mit dem Landökosystem. Sterben sie an Land, tragen sie sogar zur Dünung von Ackerflächen bei. Das zeigt, dass ihre Bedeutung weit über das Gewässer hinaus reicht.
Wasserinsekten sind durch Eingriffe in Gewässer wie Verbauungen, Wasserentnahmen oder Pestizideinträge bedroht. Mit Revitalisierungen und immer effizienteren Kläranlagen wird versucht die Lebensbedingungen der Wasserlebewesen zu verbessern. Der Klimawandel hat bereits dazu geführt, dass wärmetolerante Arten die kältetoleranten verdrängt haben. Die Biodiversität in den Gewässern dürfte sich mittel- bis längerfristig also verändern!
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#34 Birdlife Schweiz - Einblicke in eine der grössten Naturschutzverbände der Schweiz
2026/09/03
Mit dem Präsidenten von Birdlife Schweiz, Thomas Lüthi, spreche ich über die Aufgaben, die Organisation und die vielfältigen Aktivitäten des Verbands.
Thomas erzählt, welche Mission Birdlife verfolgt und auf welche drei zentralen Bereiche sich die Arbeit konzentriert.
Ein wichtiges und oft gefragtes Thema ist die Abgrenzung zur schweizerischen Vogelwarte Sempach. Was unterscheidet die beiden Organisationen? Wo arbeiten sie zusammen und welche Aufgaben übernimmt jeweils Birdlife beziehungsweise die Vogelwarte?
Anschliessend werfen wir einen Blick hinter die Kulissen von Birdlife Schweiz. Thomas erklärt, wie der Verband aufgebaut ist, wer welche Entscheidungen trifft und wie föderal der Verband geprägt ist. Die Struktur erinnert dabei in vielerlei Hinsicht an die direkte Demokratie der Schweiz.
Wir sprechen ausserdem über die zahlreichen nationalen und internationalen Organisationen, mit denen Birdlife Schweiz zusammenarbeitet, und darüber, welche Rolle sie International dabei spielt.
Thomas betont immer wieder wie wichtig die lokalen Birdlife-Sektionen sind. Er erklärt, warum diese für die Arbeit von Birdlife Schweiz unverzichtbar sind, welche wertvollen Aufgaben sie lokal übernehmen und wie der Nationalverband sie bei ihrer Arbeit unterstützen kann. Auch erfahren wir, an wen sich Sektionen und Privatpersonen wenden können, wenn in einem Kanton kein kantonaler Verband besteht.
Zum Schluss geht es nochmals über die Landesgrenzen hinaus. Thomas gibt Einblicke in die internationale Arbeit und zeigt, wie der weltweite Einsatz für Vögel, Natur und Biodiversität miteinander verbunden ist.
Link: Birdlife
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#33 Diese Folge ist nicht nur für Frauen – Warum starke Netzwerke die Umwelt voranbringen
2026/08/27
In dieser Folge spreche ich mit Franziska Siegrist über den Verein FachFrauen Umwelt (ffu-pee) und darüber, wie sich Frauen aus Umwelt- und Nachhaltigkeitsberufen seit vielen Jahren vernetzen, gegenseitig unterstützen und gemeinsam politische Anliegen voranbringen.
Franziska erzählt, wie der Verein entstanden ist, welche Aufgaben er heute übernimmt und welche Vorteile das Netzwerk seinen Mitgliedern bietet. Dabei geht es nicht nur um fachlichen Austausch, sondern auch um Weiterbildung, persönliche Unterstützung und die gemeinsame politische Arbeit für Umwelt und Nachhaltigkeit.
Anschliessend sprechen wir über die Themen, welche die FachFrauen Umwelt aktuell besonders beschäftigen. Franziska gibt zudem Einblicke in das Netzwerk und zeigt, wie die Mitglieder voneinander profitieren, Wissen teilen und sich gegenseitig bei beruflichen Herausforderungen unterstützen.
Natürlich darf eine wichtige Frage nicht fehlen: Wer kann eigentlich Mitglied werden? Ein Spoiler: du musst eine Frau sein.
Zudem war es spannend zu hören, ob und wie Frauen und Männer unterschiedlich arbeiten, kommunizieren und an gemeinsame Ziele herangehen.
Zum Schluss geht es darum, wie auch Menschen ausserhalb des Vereins die Arbeit der FachFrauen Umwelt unterstützen können. Denn Vernetzung, Fachwissen und Engagement für eine nachhaltige Zukunft brauchen nicht zwingend eine Mitgliedschaft.
Links: ffu-pee
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#32 Nach dieser Folge hast du Lust auf die Naturküche
2026/08/20
In dieser Folge spreche ich mit Rebecca Clopath über Naturküche und darüber, wie sich Kochen, Genuss und Biodiversität miteinander verbinden lassen.
Rebecca erzählt, warum sie die klassische Restaurantküche verlassen hat und welcher Schlüsselmoment sie dazu brachte, ihre Art zu kochen grundlegend zu verändern. Heute arbeitet sie mit einer Naturküche, die sie immer wieder in andere Bereiche führt. Von der Landwirtschaft und dem Gärtnern bis hin zum Sammeln von Pflanzen in der Natur.
Dabei spielt die Saison eine zentrale Rolle. Rebecca erklärt, wie sie mit verschiedenen Konservierungsmethoden Lebensmittel aus der Region über das ganze Jahr verfügbar macht und warum dadurch beispielsweise auch regionale Erdbeeren im Januar bei ihr auf dem Teller landen können.
Zudem sprechen wir über das nachhaltige Sammeln. Wie entscheidet Rebecca, wie viel einer Pflanze entnommen werden darf, ohne ihren Bestand zu gefährden? Und können invasive Neophyten in der Küche sinnvoll genutzt werden?
Wir sprechen ausserdem darüber, welche Pflanzen sowohl ökologisch als auch kulinarisch besonders interessant sind und wie manchmal unerwartete Personen zur Entdeckung neuer Geschmäcker beitragen können, sogar ein Schreiner.
Zum Schluss geht es um die Frage, wie wir mit unserem Essen die Biodiversität unterstützen können. Rebecca zeigt, dass bewusste Lebensmittelwahl nicht kompliziert sein muss und dass Naturküche nicht automatisch mehr Zeit in der Küche bedeutet.
Links: rebecca-clopath.ch
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#31 Einblicke in die Welt des Schweizerischen Nationalpark
2026/08/13
In dieser Folge spreche ich mit Hans Lozza über den Schweizerischen Nationalpark und warum er bis heute ein weltweit einzigartiges Schutzgebiet ist. Wir erfahren, weshalb der Nationalpark heute nicht mehr als klassischer Nationalpark, sondern als Wildnisgebiet gilt und was ihn von vielen anderen Nationalparks unterscheidet.
Hans erzählt von der über 100 Jahre alten Nationalparkidee, die trotz zweier Weltkriege und enormen gesellschaftlichen Veränderungen bis heute Bestand hat und wir einen Blick in die Vergangenheit. Denn die Flächen des heutigen Nationalparks wurden vor seiner Gründung intensiv genutzt. Auch nach über einem Jahrhundert ohne Bewirtschaftung ist die Natur deshalb noch immer dabei, sich zum ursprünglicheren Zustand zu entwickeln.
Ein spannender Punkt ist die Entwicklung der Biodiversität. Obwohl in ungenutzten Landschaften oft ein Rückgang einzelner Arten erwartet wird, zeigt sich im Schweizerischen Nationalpark insgesamt ein anderes Bild. Langjährige Untersuchungen zeigen, dass die Artenvielfalt zunimmt. Gleichzeitig verändert der Klimawandel die Artenzusammensetzung. Wärme liebende Pflanzen und Schmetterlinge wandern in höhere Lagen, während an Kälte angepasste Arten zunehmend unter Druck geraten.
Wir sprechen zudem über die sichtbarsten Veränderungen im Nationalpark. Das Verschwinden von Gletschern und Permafrost prägt die Landschaft ebenso wie die Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt. Dank einzigartiger Forschungsdaten, die teilweise über 100 Jahre zurückreichen, lassen sich diese Entwicklungen besonders eindrücklich dokumentieren.
Ein weiteres Thema ist die grosse Beliebtheit des Nationalparks. Obwohl Besucherinnen und Besucher strenge Regeln einhalten müssen, fasziniert das Gebiet jedes Jahr zahlreiche Menschen. Hans erklärt, weshalb Umweltbildung, Schulbesuche und die Vermittlung aktueller Forschungsergebnisse entscheidend sind, um Verständnis und Begeisterung für den Nationalpark zu schaffen.
Zum Schluss sprechen wir über den PCB-Unfall im Spöl, den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten und die Herausforderungen bei der Renaturierung. Abschliessend beantwortet Hans die Frage, ob eine Erweiterung des Schweizerischen Nationalparks in Zukunft möglich ist.
Links: Schweizerischer Nationalpark
#30 Wildnis in der Schweiz - Wie viel gibt es davon noch?
2026/08/06
In dieser Folge spreche ich mit Sebastian Moos über die Wildnis in der Schweiz und darüber, was Wildnis überhaupt bedeutet.
Unsere Vorstellung von wilden Landschaften stimmt nicht immer mit der Realität überein. Und Spoiler: der Schweizerischer Nationalpark ist nicht das wildeste Gebiet des Landes
Sebastian erklärt, wie eine schweizweite Studie den Wildnisgrad verschiedener Landschaften bewertet. Wir sprechen darüber, welche Kriterien dabei berücksichtigt werden, weshalb die Ergebnisse teilweise für Diskussionen sorgten und warum einige Gebiete weniger wild sind, als viele Menschen vermuten.
Sebastian zeigt auch, wie sich der Wildnisgrad einer Fläche erhöhen lässt. Vom wilderen Privatgarten bis hin zu grossflächigen Schutzgebieten wie Nationalparks oder Wildnisschutzgebieten. Wir diskutieren, weshalb mehr Wildnis nicht nur der Natur zugutekommt, sondern auch den Tourismus fördert und die Attraktivität unserer Landschaften steigert.
Wichtig: Mehr Wildnis bedeutet nicht automatisch mehr Artenvielfalt. Vielmehr entstehen Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten, die auf natürliche Dynamik und möglichst ungestörte Lebensräume angewiesen sind und andernorts kaum noch Platz finden.
Dann sprechen wir auch darüber, wo sich die wildesten Gebiete im Schweizer Mittelland befinden und wo Interessierte diese entdecken können.
Zum Schluss geht es darum, wie man Wildnis schützt, wenn sie oft abgelegen und nur schwer zugänglich ist? Nach dem Motto «Man schützt nur, was man kennt» sprechen wir, wie Begeisterung und Verständnis für Wildnis entstehen können, ohne diese empfindlichen Lebensräume gleichzeitig stärker zu belasten.
Links:
Forum Wildnis Schweiz
Mountain Wilderness Schweiz
Buch „Das Potenzial von Wildnis in der Schweiz“
Mehr zu Wildnis und Verwilderung
Mehr zu Sebastian Moos
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#29 Millionen von Quadratmeter für Kletterpflanzen
2026/07/30
Pflanzenliste von Corinne ganz unten
In dieser Folge spreche ich mit Corinne Rüedi von "Natur am Haus" über die Möglichkeiten der Vertikalbegrünung und warum Hausfassaden ein enormes Potenzial für Klima, Biodiversität und Lebensqualität bieten.
Corinne erklärt zuerst mal den Unterschied zwischen bodengebundener Begrünung und Vertikalbegrünung. Sie stellt die verschiedenen Begrünungssysteme vor und zeigt, welche technischen Lösungen und Kletterhilfen je nach Gebäude zum Einsatz kommen. Zudem erfahren wir, weshalb in der Schweiz Millionen von Quadratmetern Fassaden für eine Begrünung geeignet wären.
Anschliessend sprechen wir über die passenden Pflanzen. Corinne erklärt, welche Arten sich für vertikale Begrünung eignen, welche Pflanzen selbstständig an Fassaden klettern und welche eine Rankhilfe benötigen. Dabei geht es auch über eine oft diskutierte Pflanze, dem Efeu und ob diese tatsächlich Schäden an Hausfassaden macht, oder ist ihr schlechter Ruf unbegründet?
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einfluss begrünter Fassaden auf das Gebäude und das Mikroklima. Corinne zeigt anhand von Messergebnissen, wie Pflanzen die Fassade vor Hitze schützen, die Gebäudehülle isolieren und warum Begrünungen mit Rankhilfen häufig eine noch stärkere kühlende Wirkung erzielen als selbstkletternde Pflanzen.
Wir sprechen zudem über die zahlreichen Tierarten, die begrünte Fassaden als Lebensraum nutzen, und darüber, wie das Konzept des Animal Aided Design dazu beitragen kann, Gebäude von Anfang an naturfreundlich zu planen.
Zum Schluss gibt Corinne praktische Tipps für die Umsetzung. Sie erklärt, welche Fehler häufig gemacht werden, warum Unsicherheit viele Menschen vom Begrünen ihrer Fassade abhält und wie auch Mieterinnen und Mieter eine Vertikalbegrünung realisieren können. Zudem erfahren wir, welche Gemeinden solche Projekte bereits finanziell oder beratend unterstützen.
Link: naturamhaus.ch
Efeu: Selbstklimmer und einheimisch, Haftwurzeln haften an Mauer
Dreispitzige Jungfernrebe: Selbstklimmer Haftscheiben halten am Mauer
Waldreben (diverse einheimische und Europäische Arten): Benötigt gitterartige Rankhilfen
Kletterrosen (einheimische): Benötigt gitterartige Rankhilfen, essbar
Kletterrosen (obbenblütige): Nicht einheimisch, benötigt gitterartige Rankhilfen
Echter Wein: Benötigt vertikale Rankhilfen, Trauben sind essbar
Hopfen: Einheimisch, benötigt vertikale oder horizontale Rankhilfen
Waldgeissblatt: Einheimisch, benötigt vertikale oder horizontale Rankhilfen
Spalierobste (z.B. Aprikosen, Mini-Kiwi, Birnen, Sauerkirsche): Teils einheimisch, benötigt Holzgitter oder klassisches Spalier
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#28 Bauern und Biodiversität - Eine gemeinsame Zukunft
2026/07/23
In dieser Folge spreche ich mit Kilian Baumann von der Kleinbauern-Vereinigung über das Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Biodiversität und warum beide langfristig nur gemeinsam erfolgreich sein können.
Zu Beginn erklärt Kilian die Aufgaben der Kleinbauern-Vereinigung und weshalb sie längst nicht nur Kleinbetriebe vertritt. Im Mittelpunkt stehen eine vielfältige, nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft sowie faire Rahmenbedingungen für die Schweizer Bäuerinnen und Bauern.
Wir sprechen über die Unterschiede zwischen kleineren und grösseren Landwirtschaftsbetrieben und darüber, weshalb kleinere Betriebe häufig eine höhere Biodiversität auf ihren Flächen aufweisen.
Ein weiterer Schwerpunkt sind die Direktzahlungen, der Zollschutz und weitere politische Instrumente, welche die Schweizer Landwirtschaft unterstützen. Kilian erklärt, weshalb diese Massnahmen für die Versorgungssicherheit und die Ernährungssouveränität der Schweiz von grosser Bedeutung sind. Gleichzeitig diskutieren wir, warum einzelne Direktzahlungen immer wieder auf Unverständnis stossen, obwohl sie langfristig sowohl der Biodiversität als auch einer resilienten Landwirtschaft dienen sollen.
Wir gehen zudem der Frage nach, welche Förderinstrumente tatsächlich einen messbaren Beitrag zur Artenvielfalt leisten und weshalb dies in der Praxis oft schwieriger zu beurteilen ist, als es auf den ersten Blick scheint.
Ich konfrontiere Kilian auch mit meiner Wahrnehmung, dass die politische Förderung der Biodiversität in der Landwirtschaft häufig wenig sichtbar ist. Er zeigt anhand aktueller Beispiele auf, welche Entwicklungen bereits stattfinden und wo noch Handlungsbedarf besteht.
Zum Schluss richten wir den Blick auf unseren Einkauf. Kilian erklärt, welche Labels und Hinweise Konsumentinnen und Konsumenten Orientierung bieten und wie wir mit unseren Kaufentscheiden die Schweizer Landwirtschaft und gleichzeitig die Biodiversität gezielt unterstützen können.
Links:
Kleinbauern-Vereinigung
Kilian Baumann
Zusammenfassung Biodiversitätsförderung
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#27 Rehkitzrettung - Wie zehntausende Rehe vor Mähmaschinen gerettet werden
2026/07/16
Zahlen zur Rettung im 2026: Mit 800 Teams, 73'000 Hektare kontrolliert und 7590 Rehkitze gerettet!
In dieser Folge spreche ich mit Jon Cantieni von Rehkitzrettung.ch über die Rehkitzrettung in der Schweiz und den grossen Einsatz, der jedes Jahr Tausenden Jungtieren das Leben rettet.
--> Dabei gab es noch ein Versprecher: Die Rehkitzrettung hat 62 tausend Hektaren abgeflogen und nicht 260 tausend.
Zu Beginn erklärt Jon die faszinierende Überlebensstrategie der Rehe. Wir erfahren, warum Rehkitze in den ersten Lebenswochen regungslos im hohen Gras liegen, wie die Rehgeiss ihre Jungen möglichst geruchsfrei hält und weshalb genau diese Strategie während der Mähsaison zur grossen Gefahr werden kann.
Jon gibt tiefe Einblicke in den Ablauf einer Rehkitzrettung. Er erzählt, wie Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt werden und wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Drohnenpilotinnen und -piloten, Jägern, Landwirten und freiwilligen Helfenden ist. Nur durch eine gute Kommunikation können die Rehkitze rechtzeitig gefunden und in Sicherheit gebracht werden.
Wir sprechen auch darüber, welche Folgen es haben kann, wenn viele Wiesen gleichzeitig gemäht werden und dadurch wichtige Rückzugsorte für die Kitze verschwinden. Zudem erklärt Jon, wann die Hauptsaison der Rehkitzrettung beginnt und endet und warum Hunde nicht nur während der Setzzeit der Rehe an die Leine gehören.
Ein weiteres Thema sind die Geburtsvorbereitungen der Rehgeiss sowie die vielfältigen Einsätze der Drohnenpilotinnen und -piloten ausserhalb der Rehkitzsaison. Im Rahmen von RKS+ helfen sie unter anderem bei der Suche nach vermissten Hunden oder Nutztieren und unterstützen Behörden bei der Früherkennung der Afrikanischen Schweinepest.
Zum Schluss erfährst du, wie du auch ohne eigene Drohne einen Beitrag zur Rehkitzrettung leisten kannst, an wen du dich wenden solltest, wenn du ein Rehkitz entdeckst und warum es besonders wichtig ist, in dieser Situation richtig zu handeln.
Links:
Rehkitzrettung.ch
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#26 Mehr Natur durch Weidetiere
2026/07/09
In dieser Folge spreche ich mit Jonas Landolt vom Verein Wilde Weiden Schweiz über ein Naturschutzkonzept, das Weidetiere wieder zu natürlichen Landschaftsgestaltern macht.
Zu Beginn klären wir die Unterschiede zwischen konventionellen Weiden, Naturschutzweiden und wilden Weiden. Jonas erklärt, weshalb sich die Dynamik auf wilden Weiden grundlegend von herkömmlichen Weidesystemen unterscheidet und welche Vorteile dadurch für die Biodiversität entstehen.
Wir sprechen über die Tierrassen, die auf wilden Weiden eingesetzt werden, warum diese Flächen bewusst unterhalb von 1'000 Metern über Meer geplant werden und welche natürlichen Prozesse dort wieder zugelassen werden.
Natürlich geht es auch um den Verein selbst. Jonas gibt Einblicke in den aktuellen Stand des Projekts, die nächsten Entwicklungsschritte, die Vereinsstruktur sowie die Finanzierung. Gleichzeitig spricht er offen über die Herausforderungen beim Aufbau eines solchen Projekts.
Ein weiteres Thema ist die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Wie werden Landwirtinnen und Landwirte entschädigt, wenn sie Flächen für wilde Weiden zur Verfügung stellen? Warum stammt hochwertiges Fleisch und Milch oft von Tieren, die auf naturnahen Weiden leben? Und welche Pflege- und Herdenschutzmassnahmen sind notwendig?
Zum Schluss verrät Jonas, wo bereits heute beeindruckende Wilde Weiden besucht werden können, wie Menschen ohne eigenes Land das Projekt unterstützen können und weshalb dieses Beweidungskonzept ein wichtiger Baustein für die Förderung der Biodiversität in der Schweiz sein könnte.
Links:
Verein Wilde Weiden
Buch "Wildes Land"
Buch "Gracing Ecology" (Englisch)
Verein Naturnahe Weidelandschaften
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