
Werben im Podcast: Jagdwissen to go
Dieser Podcast hat
15 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
mojohunting.deExplizit
Nein
Erstellt am
2026/03/28
Neueste Episode
2026/10/13
Durchschnittsdauer
22 min.
Veröffentlichungsintervall
15 Tage
Beschreibung
„Jagdwissen to go" ist ein Podcast über die faszinierenden, überraschenden und manchmal unbekannten Seiten von Natur und Jagd. Kurz, klar und auf den Punkt: eine Folge für unterwegs. Neue Folgen jeden 2. und 4. Dienstag im Monat!
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Die Drückjagdsaison
2026/10/13
Die Drückjagdsaison läuft. In dieser Folge geht es um Planung, Ablauf und Sicherheit bei Drückjagden, um die aktuelle UVV Jagd (VSG 4.4) und um die Frage, warum die Drückjagd mit der verbotenen Hetzjagd nichts zu tun hat. Für Jägerinnen und Jäger gibt es konkrete Regeln vom Parkplatz bis zur Nachsuche, für Interessierte und Kritiker einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen.
Quellen:
SVLFG: Unfallverhütungsvorschrift Jagd (VSG 4.4), Ausgabe 22. August 2024: https://cdn.svlfg.de/fiona8-blobs/public/svlfgonpremiseproduction/4602f00372a5a47d/3ae5d95e332a/vsg4_4-jagd.pdfSVLFG: Hinweise zur Ansprache des Jagdleiters bei Schalenwildjagden: https://cdn.svlfg.de/fiona8-blobs/public/svlfgonpremiseproduction/3c4c1d7bf8683dc1/ea72a04c79ef/flyer-checkliste-jagdansprache-schalenwild.pdfVSG 4.4, ältere Fassung mit Durchführungsanweisungen (Vergleich Signalkleidung), hier als Abdruck des Landkreises Regen: https://www.landkreis-regen.de/wp-content/uploads/2017/03/Unfallverhuetungsvorschrift-Jagd-1.pdfBundesjagdgesetz § 19 (Sachliche Verbote): https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__19.htmlBundesjagdgesetz § 22 (Jagd- und Schonzeiten): https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__22.htmlBundesjagdgesetz § 22a (Nachsuche, Wildfolge): https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__22a.htmlBundesjagdgesetz § 16 (Jugendjagdschein): https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__16.htmlTierschutzgesetz § 3: https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__3.htmlBayerisches Jagdgesetz Art. 29: https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayJG-29Verordnung (EG) Nr. 853/2004, Anhang III Abschnitt IV: https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2004/853/ojLAVES Niedersachsen: ASP, Fragen und Antworten: https://www.laves.niedersachsen.de/download/193409/Fragen_und_Antworten_zu_Uebertragung_Symptomen_und_vorbeugenden_Massnahmen_PDF_nicht_barrierefrei_.pdfLandwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern: ASP, Hygieneregeln für die Jagd: https://www.regierung-mv.de/static/Regierungsportal/Ministerium%20für%20Landwirtschaft%20und%20Umwelt/Dateien/Downloads/ASP%20-%20Hygieneregeln%20für%20die%20Jagd.pdf
Ballistik von Jagdwaffen
2026/09/21
In dieser Folge geht es um das physikalische Fundament jeder Jagd: die Ballistik von Jagdwaffen. Behandelt werden Innenballistik (Zündung, Druckaufbau, Drall), Außenballistik (Trajektorie, Luftwiderstand, ballistischer Koeffizient), Munitionsarten bei Büchsen (Deformation, Teilzerlegung, bleifreie Geschosse) sowie Endballistik (Wundkanal, Schockwirkung, Auftreffenergie). Abschließend werden die Besonderheiten der Schrotflinte und die Gefährdungsbereiche beider Waffenarten behandelt.
Das Rotwild
2026/09/07
Der Rothirsch (Cervus elaphus) — Deutschlands größtes regelmäßig freilebendes Wildtier und nach dem Elch die größte Hirschart Europas. Eine Folge über Biologie, Verhalten, Lebensraum und jagdliche Verantwortung — für Jäger und Naturinteressierte.
Ernährungsökologisch ist Rotwild ein Intermediärtyp nach Hofmann: flexibel zwischen Raufaser und nährstoffreichen Konzentraten — anders als das Reh, das als Konzentratselektierer auf leicht verdauliche Nahrung angewiesen ist. Das Leittier des Kuhrudels ist definitionsgemäß ein führendes Alttier mit Kalb — ein jagdpraktisch oft unterschätztes Detail.Schwerpunkt der Folge ist die genetische Verarmung deutscher Rotwildpopulationen durch Lebensraumfragmentierung und die gesetzliche Beschränkung auf Bewirtschaftungsgebiete. Sichtbares Symptom in betroffenen Populationen ist die Brachygnathia inferior — eine Unterkieferverkürzung als Folge von Inzuchtdepression.Quellen
Westekemper & Balkenhol (2022) — Genetische Untersuchung deutscher Rotwildvorkommen, Universität Göttingen, gefördert vom DJV: www.jagdverband.de/content/rotwild-genetisch-verarmtArnold et al. (2015) — Winteranpassung des Rotwildes, Vetmeduni Wien, American Journal of Physiology: www.vetmeduni.ac.at/de/infoservice/presseinformationen/presseinfo2015/hirsche-winterRotwild — Steckbrief und Jagdzeiten, Deutscher Jagdverband: www.jagdverband.de/content/rothirsch-cervus-elaphusRotwild als Wildtier des Jahres 2026, NABU: www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/saeugetiere/sonstige-saeugetiere/30840.html
Das jagdliche Aneignungsrecht
2026/08/24
Das Aneignungsrecht nach § 1 Abs. 1 BJagdG gibt dem Jagdausübungsberechtigten das ausschließliche Recht, Wild zu hegen, zu erlegen und sich anzueignen — einschließlich Fallwild, krankem Wild und Abwurfstangen (§ 1 Abs. 5 BJagdG). Es ruht nicht in der Schonzeit; diese beschränkt nur die aktive Jagdausübung.Greifvögel und Falken unterliegen dem Jagdrecht; die BWildSchV enthält für sie kein Besitzverbot gegenüber dem Jagdausübungsberechtigten (Anlage 4 BWildSchV). Federn sind als „ohne weiteres erkennbare Teile" nach § 1 Abs. 2 BWildSchV ebenfalls Wild — Aufnehmen, Behalten und Verschenken ist zulässig, Verkaufen nicht. Bei verletzten Greifvögeln gilt: Tier sichern, Revierinhaber und untere Naturschutzbehörde unverzüglich informieren (§ 45 Abs. 5 BNatSchG).Bei der Kitzrettung schließen rechtfertigende Pflichtenkollision und rechtfertigender Notstand (§ 34 StGB) die Rechtswidrigkeit oft aus — die enge Absprache mit dem Revierinhaber bleibt aber der beste Weg.Unbefugtes Aneignen von Wild ist in allen Fällen Wilderei nach § 292 StGB. Das Verhältnis von Jagd- und Artenschutzrecht bestimmt sich nach § 37 Abs. 2 BNatSchG und dem Grundsatz lex specialis.
Rechtsquellen § 1 Abs. 1, 2, 4, 5, § 2, § 22 Abs. 1 BJagdG · § 1 Abs. 2, Anlage 1, Anlage 4 BWildSchV · § 37 Abs. 2, § 44 Abs. 1, § 45 Abs. 5 BNatSchG · § 34, § 292 StGB · § 17 TierSchG
Neozoen und invasive Arten
2026/08/10
In dieser Folge sprechen wir über jagdrelevante Neozoen und invasive gebietsfremde Tierarten in Deutschland und Europa: Biologie, Ökologie, rechtliche Pflichten und praktische Maßnahmen für den Jäger.Besprochene Arten: Marderhund, Waschbär, Nutria, Amerikanischer Nerz (Mink), Sikawild und Nilgans; kurz erwähnt: Damhirsch, Muffelwild, Fasan
HInweis: In einer früheren Version des Audio-Tracks gab es einen Schnittfehler. Ich habe den Track aktualisiert. (22.8.2026)Relevante Quellen & Links:
EU-Verordnung 1143/2014 (IAS-Verordnung): https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32014R1143Aktuelle EU-Unionsliste invasiver Arten: https://www.bfn.de/art-4-unionsliste#anchor-14747
Der Mäusebussard
2026/07/27
Der Mäusebussard ist der häufigste Greifvogel Mitteleuropas — und trotzdem einer der missverstandensten. Diese Folge ist ein vollständiges Porträt: Biologie, Verhalten, Gefieder, Bestand und jagdrechtliche Einordnung.
Biologie und Steckbrief Körperlänge 51–58 cm, Spannweite bis 137 cm. Weibchen deutlich größer und schwerer als Männchen. Namensgeber: Wühlmäuse als Hauptbeute — bis zu 1.000 Stück im Jahr.Gefieder und Bestimmung Das variabelste Gefieder aller mitteleuropäischen Greifvögel: von cremeweiß bis dunkelbraun. Die drei Morphen, sichere Feldmerkmale wie Karpalflecken und Brustbinde sowie die Unterschiede zwischen Jungvogel und adultem Tier werden ausführlich erklärt.Lebensraum und Verbreitung Standvogel und Kurzstreckenzieher, verstärkt durch Wintergäste aus Nordosteuropa. Ideallebensraum: Kulturlandschaft mit Waldrändern und offenen Flächen — die mitteleuropäische Agrarlandschaft als Erfolgsrezept.Jagdweise und Brutbiologie Ansitzjagd, Thermikkreisen, Rütteln — drei Strategien eines Opportunisten. Brutzeit, Gelegestärke und Nestlingsdauer werden erklärt.Bestand und Gefährdung Ca. 80.000–135.000 Brutpaare in Deutschland — rund die Hälfte des gesamten mitteleuropäischen Bestands. Windkraftanlagen und Vermaisung als unterschätzte Bedrohung: In Schleswig-Holstein wurde auf Untersuchungsflächen ein Bestandsrückgang von 76 % festgestellt.Jagdrecht Der Mäusebussard ist Wild nach § 2 BJagdG — kein reines Naturschutzobjekt. Ganzjährige Schonung nach BJagdG i. V. m. Bundeswildschutzverordnung, bundesweit seit 1977. Gleichzeitig streng geschützt nach BNatSchG. Was das für den Jagdausübungsberechtigten konkret bedeutet, wird praxisnah erläutert.
Gesellschaftsjagden
2026/07/14
Gesellschaftsjagden sind mehr als viele Jäger auf einer Fläche. Hinter Drückjagd und Treibjagd steckt ein präzises System aus Wildbiologie, Wildmanagement, Recht und waidmännischer Kultur. In dieser Folge erklären wir, wie beide Jagdformen funktionieren, warum der Herbst kein Zufall ist — und was das Streckelegen mit Respekt zu tun hat. Auch für alle, die nicht jagen.Rechtsquellen
Bundesjagdgesetz (BJagdG) — Rahmengesetz für das Jagdrecht in Deutschland. Regelt jagdbare Tierarten, erlaubte Methoden und Strafvorschriften. Einschlägig für Jagdausübung und Jagdscheinpflicht: §§ 1, 15, 19, 21, 22 BJagdG. Seit der Föderalismusreform 2006 haben die Länder faktischen Vorrang bei der Ausgestaltung.Landesjagdgesetze — regeln Gesellschaftsjagden konkret, insbesondere die Pflicht zum Jagdleiter und die Definition ab welcher Teilnehmerzahl eine Gesellschaftsjagd vorliegt. Beispiele:LJG NRW, § 17a — Definition Gesellschaftsjagd (mehr als vier Personen), Pflicht zum Jagdleiter, Schießübungsnachweis für Bewegungsjagden auf SchalenwildSächsJagdG, § 20 Abs. 5 — Gesellschaftsjagden bei mehr als vier Jägern, Pflicht zur Bestimmung eines JagdleitersUVV Jagd VSG 4.4 (Unfallverhütungsvorschrift der SVLFG) — schreibt die Funktion des Jagdleiters bei Gesellschaftsjagden verbindlich vor. § 4 VSG 4.4: Pflicht zur Bestimmung eines Jagdleiters, Einweisung der Schützen und Treiber, Bezeichnung des Schussbereichs je Stand, Verbot des Stände-Verlassens vor Beendigung des Treibens. Die VSG 4.4 ist über die SVLFG abrufbar (Suchbegriff: VSG 4.4).VO (EG) Nr. 853/2004 — EU-Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs, in Kraft seit 1. Januar 2006. Einschlägig für Jäger: Anhang III, Abschnitt IV, Kapitel I — Schulung von Jägern in Gesundheits- und Hygienefragen, Definition und Pflichten der kundigen Person, Merkmalsuntersuchung des erlegten Wildes.Durchführungsverordnung (EU) 2015/1375 — spezifische Vorschriften für die amtlichen Fleischuntersuchungen auf Trichinen, zuletzt geändert 2022. Gilt für Schwarzwild, Dachs und andere empfängliche Wildarten — vor dem Inverkehrbringen und beim Eigenverbrauch. Hebt die frühere VO (EG) Nr. 2075/2005 auf.Mehr zum Thema
Landesjagdgesetze variieren erheblich. Wer als Jagdgast in einem anderen Bundesland an einer Gesellschaftsjagd teilnimmt, sollte vorab prüfen, ob ein Schießübungsnachweis erforderlich ist. Anlaufstellen sind die jeweiligen Landesjagdverbände — eine Übersicht findet sich beim Deutschen Jagdverband (DJV).
Wildbrethygiene und -vermarktung
2026/06/22
Wildbrethygiene beginnt vor dem Schuss und endet auf dem Teller. Diese Episode erklärt, was Jäger wissen müssen, wenn sie Wild abgeben oder selbst verzehren wollen.Themen sind die Lebendbeschau als erster hygienischer Schritt, Schussdisziplin, Aufbrechen und Kühlung, die verschiedenen Vermarktungswege mit ihren jeweiligen Pflichten sowie die Trichinenuntersuchung – inklusive einer wichtigen Änderung: Die Nutria ist seit Juni 2020 nicht mehr untersuchungspflichtig, ältere Gesetzestexte im Netz sind insoweit überholt.
Ein Schwerpunkt liegt auf häufigen Fehlern in der Praxis: die Verwechslung der Stichtage für „kundige Person" und „ausreichend geschulte Person", die 100-km-Grenze bei der Abgabe an den lokalen Einzelhandel, die Registrierungspflicht als Lebensmittelunternehmer und die Tatsache, dass Schulung allein zur Trichinenprobenahme nicht berechtigt – es braucht zusätzlich die explizite Beauftragung durch das Veterinäramt.
Wer gegen die Trichinenuntersuchungspflicht verstößt, begeht eine Straftat mit gesetzlicher Mindeststrafe von sechs Monaten Freiheitsstrafe in schweren Fällen.
Rechtsgrundlagen: VO (EG) 852/2004, VO (EG) 853/2004, Tier-LMHV, VO (EU) 2015/1375, BGBl. I Nr. 30 vom 29.06.2020.Hinweis: In einer früheren Version gab es einen Misch-Fehler. Ich habe die Audio-Datei ausgetauscht.Vielen Dank für Eure Hinweise!
SPECIAL - Gänsegeier in Norddeutschland
2026/06/22
In diesem Special geht es um den außergewöhnlichen Vorfall vom Juni 2026, bei dem ein Gänsegeier in Niedersachsen (Klein Lobke/Sehnde und Algermissen) zweimal hintereinander Storchennester ausräumte. Wir ordnen das biologisch ein: Warum Gänsegeier eigentlich keine lebende Beute jagen können, wie der Wiederansiedlungserfolg in Spanien und Frankreich aussieht, warum gerade Junggeier auf weite Erkundungsflüge bis nach Norddeutschland gehen – und warum das Verhalten zwar außergewöhnlich, aber biologisch erklärbar war.
Wie Raben denken
2026/06/08
Vier Arten, ein Thema: Kolkrabe, Rabenkrähe, Nebelkrähe und Elster — jagdrechtlich relevant nach § 2 BJagdG, ökologisch bedeutsam, kognitiv außergewöhnlich. Die Folge verbindet Biologie und Jagdpraxis mit Kognitionsforschung und der jahrtausendealten Erfahrung der Falknerei.
Alle Rabenvögel sind Singvögel (Passeriformes) — der Kolkrabe ist der größte Singvogel der Welt. Bestand in Deutschland: 20.000–28.000 Brutpaare, ganzjährig geschont.
Intelligenz: Episodisches Gedächtnis, Perspektivübernahme, Werkzeuggebrauch, individuelle Gesichtserkennung über Jahre, soziale Weitergabe von Erfahrungswissen — alles belegt.
Falknerei: Friedrich II. (De arte venandi cum avibus, ca. 1240) nutzte Corvidenverhalten systematisch zur Geländebeurteilung. Falkner lasen Mobbingverhalten als Anzeigedienst, nutzten Krähen als Konditionsindikator und Trainingspartner.
Quellen
Nieder et al. (2020), Krähen-Bewusstsein — doi:10.1126/science.abb1447
Clayton & Dickinson (1998), episodisches Gedächtnis — doi:10.1038/26216
Weir, Chappell & Kacelnik (2002), Haken-Biegen („Betty") — doi:10.1126/science.1073433
Moll & Nieder (2025), Werkzeuggebrauch Rabenkrähe — doi:10.1016/j.cub.2025.07.020
Marzluff et al. (2010), Gesichtserkennung — doi:10.1016/j.anbehav.2009.12.022
Cornell, Marzluff & Pecoraro (2012), soziales Lernen — doi:10.1098/rspb.2011.0957
Prior, Schwarz & Güntürkün (2008), Elster Spiegeltest — doi:10.1371/journal.pbio.0060202
Friedrich II., De arte venandi cum avibus — Vatikanisches Digitalisat
Jägersprache (Teil 1)
2026/05/25
Ansprechen, Schweiß, Gebräch, verludern — wir benutzen diese Wörter täglich im Revier. Aber was steckt wirklich dahinter? In dieser Folge gehen wir 16 Fachbegriffe durch, schauen genau hin, wo die Jägersprache präziser ist als jede Umschreibung — und wo sie von der Alltagssprache gründlich missverstanden wird.
Themen dieser Folge:
AnsprechenAbkommenabgekommen Gebrech Gebräch Schweiß Aufbrechen Luder und verludern Hege Brunft Blattzeit Äsung Einstand Strecke BeizeLosung
Das Rehwild
2026/05/11
Capreolus capreolus — klein, anpassungsfähig und biologisch faszinierender als sein Ruf. In dieser Folge nehmen wir Deutschlands häufigstes Schalenwild gründlich unter die Lupe.
Wir sprechen über Systematik und Körperbau, klären die Frage Geweih oder Gehörn, und gehen den Geweihzyklus von Abwurf über Bastwachstum bis zum Fegen durch. Dazu: Brunftverhalten, Territorialmarkierung, das Schmälen der Ricke und der richtige Einsatz des Rehblatts. Ein eigenes Kapitel widmen wir der embryonalen Diapause — dem biologischen Kunststück des Rehwilds. Außerdem: Ernährung, Verbiss, Sinne, natürliche Feinde und ein paar Worte zur Wildbrethygiene.
Für alle, die das Reh täglich im Revier haben — und es vielleicht noch nicht ganz so gut kannten wie gedacht.
Kitzrettung zur Mahd-Saison
2026/04/27
Jeden Mai sterben in Deutschland mehr als 100.000 Rehkitze durch landwirtschaftliche Mähmaschinen – obwohl es längst wirksame Methoden gibt, das zu verhindern. In dieser Folge erklärt ein Jäger, warum das Drückverhalten der Kitze, das sie vor Fressfeinden schützt, ihnen gegenüber Mähwerken zum Verhängnis wird – und wer dafür rechtlich in der Verantwortung steht.
Ein Schwerpunkt liegt auf zwei weit verbreiteten Methoden, die einer ehrlichen Überprüfung standhalten müssen: Vergrämung durch Scheuchen und Geräusche funktioniert als ergänzende Maßnahme, ersetzt die aktive Suche aber nicht – mehr als ein Drittel der Kitze überlebt sie nicht. Der Hundeeinsatz zur Kitzsuche ist traditionell verankert, bei jungen Kitzen wegen deren fehlenden Eigengeruchs aber kaum wirksam und birgt eigene Risiken für die Tiere. Die Wärmebilddrohne ist heute das zuverlässigste Werkzeug: schneller, treffsicherer und inzwischen auch für kleinere Reviere durch Bundesförderung erschwinglich.
Außerdem geht die Folge auf ein zunehmendes Phänomen ein: private Helfer, die ohne Absprache mit Landwirt oder Jäger handeln. Gut gemeint – aber biologisch riskant, wenn das Kitz an den falschen Ort verbracht wird, und rechtlich nicht ganz unkompliziert. Die Folge erklärt, wo die Grenze zur Jagdwilderei verläuft und wie engagierte Menschen ihre Hilfe sinnvoll und koordiniert einbringen können.
Wer helfen möchte, braucht keinen Jagdschein – sondern einen Ansprechpartner vor Ort. Lokale Kitzrettungsteams und das Netzwerk Kitzrettung-Hilfe vermitteln Einsätze in der ganzen Saison.DisclaimerIn dieser Folge geht es auch um rechtliche Fragestellungen. Wir haben Euch alle Informationen nach bestem Wissen zusammengestellt und interpretiert. Gleichwohl sind wir keine Anwälte und können – und dürfen – keine Rechtsberatung durchführen. Diese Episode soll dazu dienen, Euch einen Überblick und Einstieg zu vermitteln, wir übernehmen aber ausdrücklich keine Haftung für die Richtigkeit der dargestellten rechtlichen Aspekte in dieser Episode. Quellen
Wissenschaftliche Studien & Forschungsprojekte
BOKU Wien – Dirk Sachon (Abschlussarbeit Akademischer Jagdwirt) Untersuchung der Drohneneffektivität zur Kitzrettung; Ergebnis: Drohne findet Kitze 1,32-mal häufiger als andere Methoden, ist 12-mal schneller als manuelle Begehung. Zusammenfassung zugänglich über: Feldversuch: Wie effektiv ist die Kitzrettung mit der Drohne? TU München / Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) / Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) – Verbundprojekt „Reduktion von Mähtod bei Rehkitzen" Untersuchung von Habitatnutzung, Setzzeiten und Wirksamkeit von Rettungsmethoden; Daten von über 70 besenderten Rehkitzen; mittlerer Setzzeitpunkt 15. Mai (Tag 135). Strategien für die Rehkitzrettung Gut getarnt und abgelegt: Kitze im Grünland Reduktion von Mähtod bei Wildtieren – jetzt mitmachen! Baur, S.; Kauffert, J.; König, A.; Menzel, A.; Peters, W. (2024) „Gut getarnt und abgelegt: Kitze im Grünland." LWF aktuell 146. (Originalpublikation; zugänglich über Waldwissen.net – Informationen für die Forstpraxis , s.o.)Jarnemo, A. (2002) Schwedische Studie zur Wirksamkeit optischer Wildscheuchen bei der Rehkitzrettung; zitiert von der Deutschen Wildtier Stiftung und Tierschutz Austria - Wiener Tierschutzverein - Seit 1846 . (Nicht frei online, aber zitiert unter:) Gemeinsam gegen den Mähtod | Deutsche Wildtier Stiftung Rechtliche Quellen (Originalgesetzestexte)
Bundesjagdgesetz (BJagdG) – § 1 Inhalt des Jagdrechts (Hegepflicht) https://www.gesetze-im-internet.de/bjagdg/__1.htmlTierschutzgesetz (TierSchG) – § 17 Strafvorschrift https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__17.htmlGesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (Bundesnaturschutzgesetz - BNatSchG) - § 45 Ausnahmen von den Besitzverboten https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__45.htmlStrafgesetzbuch (StGB) – § 292 Jagdwilderei https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__292.htmlBundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) – § 39 Allgemeiner Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen https://www.gesetze-im-internet.de/bnatschg_2009/__39.htmlRechtsprechung und juristische Aufbereitung
Amtsgericht Weilheim i. OB – Urteil wegen § 17 TierSchG Verurteilung eines Landwirts zu 70 Tagessätzen à 40 Euro; Begründung: billigende Inkaufnahme des Todes dreier Kitze trotz Hinweis vor Ort. Aufbereitet unter: https://thermaldrones.de/gesetzteslage/Landgericht Trier (1 S 183/04) & Amtsgericht Bitburg (5 C 327/04) Schadensersatzpflicht eines Landwirts in Höhe von 1.377,35 Euro; Grundlage: Verletzung des Jagdausübungs- und Aneignungsrechts. Aufbereitet unter: https://thermaldrones.de/gesetzteslage/BLHV (Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband) – Rechtsaufbereitung Mahd & Tierschutz Praxishinweise zur geteilten Sorgfaltspflicht, Empfehlung 24 Stunden Vorlauf (Bezug auf Empfehlung des Deutschen Bauernverbandes). Rehkitze und Mahd - BLHV Thermal Drones – Gesetzteslage zur Wildtierrettung Umfassende juristische Aufbereitung zur Frage Wilderei vs. Tierhilfe, § 292 StGB, § 17 TierSchG. https://thermaldrones.de/gesetzteslage/Fachverbände & Institutionen
Deutscher Jagdverband (DJV) – Jagdrecht in Deutschland Jagdrecht in Deutschland Deutsche Wildtier Stiftung – Stoppt den Mähtod Gemeinsam gegen den Mähtod | Deutsche Wildtier Stiftung Wildtierschutz Deutschland – Petition & rechtliche Einordnung Rehkitzrettung | Petition | Wildtierschutz Deutschland Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) – Merkblatt Nr. 137 (2012) „Wildrettung bei Bewirtschaftung Landwirtschaftlicher Nutzflächen" (Nicht frei verlinkt, aber zitiert bei PETA Deutschland)Praxisberichte & regionale KitzrettungsteamsJägerschaft Göttingen – Kitzrettung im Landkreis Göttingen Dokumentation von Drohneneinsätzen, Erfahrungen mit Hundeeinsatz. Kitzrettung im Landkreis GöttingenKitzrettung Erfde e.V. – Arbeitsweise Begründete Ablehnung des Hundeeinsatzes zur Suche; Praxis der Drohnensuche ab 04:00 Uhr. Die Kitzrettung Kitzrettung-Hilfe (Netzwerk) Vernetzungsplattform für Landwirte, Jäger, Drohnenteams und Ehrenamtliche. https://kitzrettung-hilfe.de/Kitzrettung Dänischer Wohld e.V. – Hundeeinsatz zur Vergrämung Infos | Kitzrettung - Dänischer Wohld e.V. JAGDFAKTEN informiert über Jagd, Wild & Natur in Österreich (Österreich) – Rehkitz Rettung / Mähtod Biologische Grundlagen, Vergrämungsmethoden, Drohneneinsatz. Rehkitz Rettung - Mähtod - Jagdfakten.at Österreich Grangeneuve-Conseil (Kanton Freiburg / Schweiz) – Rehkitzrettung Praxisanleitung inklusive Kontakt Freiburger Jagdverband. Rehkitzrettung – was tun? FörderungBundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) – Förderung Wärmebilddrohnen Aufstockung des Förderprogramms von 1,5 auf 2,5 Mio. Euro (Stand 2025); über 350 Förderanträge bis Mai 2025. Aufbereitet unter: Rehkitzrettung im Grünland: Was ist zu tun? (Update Februar 2026) (Direktlink BLE-Förderprogramm:) Startseite
Hinweis zur QuellenqualitätAlle Gesetzestexte sind über gesetze-im-internet.de (Bundesministerium der Justiz) verifiziert – das ist die maßgebliche amtliche Quelle. Die wissenschaftlichen Studien wurden über Waldwissen.net – Informationen für die Forstpraxis (LWF Bayern) und Jagd-News und Wissen für Jäger | PIRSCH zugänglich gemacht; die Originalpublikation von Baur et al. (2024) erschien im Fachjournal LWF aktuell. Das Urteil des AG Weilheim sowie die zivilrechtlichen Urteile aus Trier und Bitburg sind über thermaldrones.de dokumentiert, aber nicht als Primärquellen frei verfügbar – wer sie für formelle Zwecke benötigt, sollte die Aktenzeichen direkt bei den Gerichten anfragen.
Wie Wildtiere riechen
2026/04/13
Warum wittert uns das Wild, bevor wir es sehen? In dieser Folge tauchen wir ein in die Geruchswelt des einheimischen jagdbaren Wildes — von der Nase des Rothirsches bis zur legendären Spürnase des Wildschweins — und ziehen praktische Konsequenzen für den Alltag im Revier.
Wir schauen uns an, wie Rotwild, Rehwild und Schwarzwild ihren Geruchssinn zur Feindwahrnehmung, Revierkommunikation und in der Brunft einsetzen, warum Fuchs und Dachs den Geruch als soziale Sprache nutzen, und was beim Federwild wirklich stimmt — und was nicht.
Den Abschluss bildet die Jagdpraxis: Wind, Geruchsminimierung, Duftmarken lesen, Kirrung und Lockstoffe.
Jagdwissen to go – Folge 0
2026/03/28
In dieser Nullfolge stellt sich Euer Gastgeber vor: Ich bin aktiver Jäger aus Hamburg mit einem Revier in Niedersachsen und ausgebildeter Falkner aus Leidenschaft für Greifvögel. „Jagdwissen to go" ist kein Debattenformat – sondern ein Podcast über die faszinierenden, überraschenden und manchmal unbekannten Seiten von Natur und Jagd. Kurz, klar und auf den Punkt: eine Folge für unterwegs. In Folge 1 geht es ums Riechen – und darum, wie radikal anders Wildtiere ihre Umwelt wahrnehmen.
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