
Werben im Podcast: Psychiatrie Kompakt – Leitlinien für Klinik und Facharzt
Dieser Podcast hat
25 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Martin and the RobotsExplizit
Nein
Erstellt am
2026/03/30
Neueste Episode
2026/07/08
Durchschnittsdauer
22 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage
Beschreibung
Dieser Podcast richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung sowie Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Ich bereite hier Stoff für die Facharztprüfung auf – und lasse euch mithören. Grundlage sind Leitlinien und klinische Praxis, kurz und übersichtlich zusammengefasst. Die Episoden sind mit KI-Stimmen eingesprochen. Ich recherchiere selbst und versuche typische KI-Halluzinationen zu vermeiden. Entstanden ist der Podcast, damit ich Inhalte auch beim Laufen, Putzen oder Kochen lernen kann. Wenn es noch jemandem hilft: super.
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Somatoforme Störungen - Teil 1/2
2026/07/08
Folge 1: Funktionelle Körperbeschwerden – Initialphase & Simultandiagnostik
In dieser Runde knöpfen wir uns die Initialphase der S3-Leitlinie vor. Vergiss das alte Schubladen-Denken von "entweder körperlich oder psychisch". Wir sprechen darüber, warum funktionelle Beschwerden mit bis zu 50 % der Fälle der absolute Dauerbrenner in der Praxis sind und wie wir den Patienten von Anfang an den passenden Wind aus den Segeln nehmen – ganz ohne endlose Ausschluss-Odysseen.
Darum geht’s diesmal:
Volles Haus: Warum uns funktionelle Beschwerden an jeder Ecke begegnen und warum es sich lohnt, das Thema verdammt früh auf dem Schirm zu haben.
Gleichzeitig statt nacheinander: Das biopsychosoziale Modell bedeutet Simultandiagnostik – wir checken Somatik, Psyche und Umfeld parallel, statt den Patienten erst durch die Mühlen der Maximaldiagnostik zu jagen.
Echtes Erklären schlägt "Da ist nix": Warum das klassische „organisch alles top, Tschüss“ die Leute nur verunsichert, während clevere psychophysiologische Erklärungen die Symptomlast real senken.
Mut zur Lücke ("Watchful Waiting"): Warum es oft die bessere Medizin ist, die Zeit für sich arbeiten zu lassen und das diagnostische Visier bewusst offen zu halten, anstatt aus eigener Unsicherheit das nächste Gerät anzuwerfen.
Grundlage der Show:AWMF-S3-Leitlinie "Funktionelle Körperbeschwerden" (Reg.-Nr. 051-001). Frisch serviert aus der Praxis für die Praxis
Akuttherapie der Manie — S3 Bipolare Störung 2/2
2026/07/02
Weiter geht es mit unserer Reihe zur S3-Leitlinie Bipolare Störungen. Heute widmen wir uns der harten Akuttherapie der Manie und Hypomanie. Wir diskutieren die aktuelle Evidenzlage von Lithium über Valproat bis hin zu den atypischen Neuroleptika und schauen uns an, warum Monotherapien oft an ihre Grenzen stoßen. Ein kritischer Fokus liegt auf Akutsituationen im stationären Setting, rechtlichen Hürden bei Zwangsunterbringung und dem präzisen Management in Krisen. Hört rein, teilt eure Erfahrungen und lasst euch von kleinen KI-Betonungsfehlern nicht ablenken!
S3-Leitlinie Bipolare Störungen — Jenseits diagnostischer Fallen 1/2
2026/06/30
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Die S3-Leitlinie zu den Bipolaren Störungen ist zwar schon ein bisschen älter, aber solange es noch nichts Aktuelles gibt, bleibt sie natürlich das absolute Fundament für unsere Arbeit und wurde von vielen von euch ausdrücklich gewünscht. Hier ist der erste Teil! Wir sezieren das starre kategoriale System, sprechen über die therapeutische Haltung abseits von starren „Kochbuch-Vorgaben“ und beleuchten den echten klinischen Mehrwert des Trialogs. Außerdem schauen wir uns an, warum uns die Hypomanie im ambulanten Alltag so oft durchrutscht und wo die fiesesten differenzialdiagnostischen Fallstricke lauern. Hört rein, diskutiert mit und bringt eure klinische Erfahrung ein!
Gruß,
Martin
Feedback, Kritik oder eigene Fallbeispiele? [email protected]
Cannabisbezogene Störungen
2026/06/02
Willkommen zurück! Nach einer kleinen Pausegeht es hier im Podcast weiter, um das Projekt gemeinsam abzuschließen. Vielen Dank für euer großartiges Feedback und die vielen Themenwünsche der letzten Wochen! Wir starten heute direkt mit einem der Wunschthemen: Der neuen S3-Leitlinie zur Behandlung von Cannabisabhängigkeitserkrankungen. Weitere eurer Wunschthemen folgen in den nächsten Wochen.
Relevanz im klinischen Alltag unter den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Steigende THC-Konzentrationen und veränderte Risikowahrnehmung.
Schädlicher Gebrauch vs. Abhängigkeit (Fokus auf Kontrollverlust und Priorisierung).
Systematisches Screening auf komorbide Störungen im Aufnahme-Setting.
Psychosozial: Motivierende Gesprächsführung (MET), Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Community Reinforcement Approach (CRA).
Pharmakotherapie: Kritische Evidenzlage, Stellenwert von Off-Label-Optionen beim Entzugssyndrom und agonistzentrierten Ansätzen.
Adoleszente: Spezifische Vulnerabilität des reifenden Gehirns.
Doppeldiagnosen: Management von Patienten aus dem schizophrenen Formenkreis (Psychose-Prävalenz und Kausalitäts-Dilemma).
Konkreter Pfad vom Erstkontakt bis zur Post-Akutbehandlung.
Relevante Prüfungsfragen zur Leitlinienumsetzung auf Station und in der Ambulanz.
Kerninhalte & SchwerpunkteEpidemiologie & KontextDiagnostik nach ICD-11Therapeutische InterventionenBesondere Patientengruppen
Key Takeaways für die Facharztprüfung
Zwangsstörung - das Leitliniengespräch 3/3
2026/05/03
Fokus Zwangsstörungen – Teil 3: Komplexität, Therapieresistenz und Systemik
Im abschließenden Teil unserer kollegialen Reihe widmen wir uns den klinisch anspruchsvollen Verläufen. Wir besprechen, wie wir als Behandler navigieren, wenn die Standardtherapie an Grenzen stößt, und warum der Therapieerfolg oft untrennbar mit dem sozialen Umfeld des Patienten verbunden ist.
Themenschwerpunkte dieser Folge:
Definition des Behandlungserfolgs: Differenzierung zwischen Response (Symptomreduktion ≥ 35 %), Teil-Response (25–35 %) und Remission (Y-BOCS Score ≤ 12).
Strategien bei Therapieresistenz: Wann gilt ein Patient als „refraktär“ und welche Eskalationsstufen sieht die Leitlinie vor?
Erweiterte biologische Verfahren: Die Rolle der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) und die Indikationsstellung für die Tiefe Hirnstimulation (THS) als Ultima Ratio bei schwersten Verläufen.
Faktor Angehörige & „Family Accommodation“: Warum das Mitwirken der Familie an Zwangsritualen den Therapieerfolg blockiert und wie wir Angehörige konstruktiv einbeziehen.
Stationäre Intensivbehandlung: Kriterien für den Wechsel vom ambulanten ins stationäre Setting bei hoher Chronifizierung oder mangelnder Alltagsbewältigung.
Klinisches Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten „Take-Home-Messages“ für den klinischen Alltag und die Facharztprüfung.
Referenzgrundlage:
S3-Leitlinie Zwangsstörungen (2022), AWMF-Register Nr. 038/017.
Euer Feedback zum Abschluss unserer Reihe:Vielen Dank fürs Zuhören! Wir hoffen, dieses Format hilft euch in der Klinik und bei der Prüfungsvorbereitung. Habt ihr Fragen zu speziellen Kasuistiken oder Anregungen für weitere Themenreihen? Schreibt uns!
Kontakt:E-Mail: [email protected]
Demenzen - Leitliniengespräch Teil 3/3
2026/05/02
Shownotes: S3-Leitlinie Demenzen (2026) – Teil 3: Nicht-pharmakologische Interventionen & Versorgungsstrukturen
In der finalen Episode unserer dreiteiligen Reihe zur aktualisierten S3-Leitlinie Demenzen widmen wir uns der therapeutischen Breite abseits der Medikation. Wir diskutieren die Evidenzlage psychosozialer Interventionen, das Management von BPSD und die essenziellen rechtlich-ethischen Leitplanken im klinischen Alltag.
Nicht-pharmakologische Interventionen: Warum kognitive Stimulation und Ergotherapie (COTiD-Programm) keine "Begleitmusik", sondern evidenzbasierte Säulen der Therapie sind.
BPSD-Management: Strategien zur Deeskalation und Verhaltenssteuerung – Priorisierung psychosozialer Ansätze vor dem Einsatz von Antipsychotika im Sinne der Patientensicherheit.
Körperliche Aktivität & Neuroplastizität: Der Einfluss von Bewegung auf den Krankheitsverlauf und die funktionelle Kapazität im ICF-Kontext.
Angehörigen-Support: Evidenzbasierte Beratung zur Prävention des Caregiver-Burnouts und Stärkung der häuslichen Versorgungskontinuität.
Ethik, Recht & Autonomie:
Prävention freiheitsentziehender Maßnahmen (FeM).
Frühzeitige partizipative Entscheidungsfindung (Patientenverfügung/Vorsorgevollmacht).
Kriterien der Fahreignung bei progredienten neurokognitiven Störungen.
Fazit der S3-Reihe: Die wichtigsten Takeaways aus Diagnostik, Therapie und Versorgung für die tägliche Praxis in Klinik und Praxis.
Dieses Projekt lebt von der kollegialen Resonanz. Wie bewerten Sie das fachliche Niveau? Welche Themenbereiche benötigen einen tieferen "Deep Dive"?
Anregungen, Manuskriptwünsche und Kritik bitte direkt an:📧 [email protected]
Zwangsstörung - das Leitliniengespräch 2/3
2026/05/01
Fokus Zwangsstörungen – Teil 2: Die therapeutische Klaviatur
Im zweiten Teil unserer kollegialen Update-Reihe widmen wir uns der praktischen Umsetzung der S3-Leitlinie in der Therapie. Wir diskutieren, warum die Zwangsstörung in der Behandlung oft einen „langen Atem“ erfordert und welche Strategien die höchste Evidenz für den klinischen Erfolg bieten.
Themenschwerpunkte dieser Folge:
Psychotherapie als First-Line: Warum die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) mit Exposition und Reaktionsmanagement (ERP) der Goldstandard ist und welche Rolle das „In-vivo“-Training spielt.
Pharmakotherapie-Nuancen: Die Besonderheiten beim Einsatz von SSRI. Warum wir bei Zwängen oft deutlich höhere Dosierungen benötigen als in der Depressionsbehandlung und wie man die lange Latenzzeit bis zum Wirkungseintritt (bis zu 12 Wochen) klinisch überbrückt.
Kombination vs. Monotherapie: Strategien für den Behandlungsstart und Kriterien für die Ergänzung von Medikation zur Psychotherapie.
Augmentation bei Teil-Response: Ein kurzer Ausblick auf leitliniengerechte Augmentationsstrategien mit Antipsychotika der zweiten Generation (z. B. Risperidon oder Aripiprazol).
Referenzgrundlage:
S3-Leitlinie Zwangsstörungen (2022) – Kapitel 4 (Psychotherapie) & Kapitel 6 (Pharmakotherapie).
Gestaltet den Podcast mit!Habt ihr spezifische Fragen zu Dosierungsschemata, Anregungen zur Komplexität oder Themenwünsche für kommende Updates? Wir freuen uns über eure Impulse für unsere kollegiale Runde.
Kontakt:E-Mail: [email protected]
Zwangsstörung - das Leitliniengespräch 1/3
2026/04/29
Fokus Zwangsstörungen – Das kollegiale Update
Herzlich willkommen zu unserem dreiteiligen Podcast-Update für Fachleute. In dieser Reihe werfen wir einen dezidierten Blick auf die aktuelle S3-Leitlinie „Zwangsstörungen“ und diskutieren die klinische Umsetzung für die tägliche Arbeit in Klinik und Praxis sowie zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung.
Inhalt dieser Reihe:
Teil 1: Diagnostische Schärfe & Phänomenologie. Von der Ich-Dystonie bis zur Abgrenzung gegenüber Tics und Persönlichkeitsstörungen (Anankasmus). Ein Blick auf die ICD-11 Kriterien.
Teil 2: Die therapeutische Klaviatur. Evidenzbasierte Strategien: Von der KVT mit Expositionsbehandlung (ERP) bis zur differenzierten Pharmakotherapie und Augmentation.
Teil 3: Komplexität & Kasuistik. Der Umgang mit Therapieresistenz, schweren Komorbiditäten und die Einbeziehung des sozialen Umfelds.
Referenzgrundlage:
S3-Leitlinie Zwangsstörungen (aktuelle Fassung 2022), herausgegeben von der DGPPN und beteiligten Fachgesellschaften.
Euer Feedback ist uns wichtig!Wir möchten dieses Format stetig verbessern und an eure Bedürfnisse anpassen. Habt ihr Wünsche zu spezifischen Inhalten, Anregungen zur Gestaltung oder Feedback zum Schwierigkeitsgrad? Schreibt uns einfach eine kurze Nachricht!
Kontakt: E-Mail: [email protected]
Viele Grüße aus Bonn, Euer Martin.
Demenzen - Leitliniengespräch Teil 2/3
2026/04/21
Shownotes: S3-Leitlinie Demenzen (Fassung 2026) – Teil 2: Psychopharmakotherapie
In der zweiten Episode unserer Deep-Dive-Serie zur aktualisierten S3-Leitlinie Demenzen konzentrieren wir uns auf die medikamentösen Säulen der Therapie. Wir diskutieren die Evidenz der klassischen Antidementiva, den aktuellen Stand der krankheitsmodifizierenden Therapien und das hochkomplexe Management der neuropsychiatrischen Symptome (BPSD) im klinischen Alltag.
In dieser Folge besprechen wir:
Antidementive Kernmedikation:
Differenzierter Einsatz von Cholinesterase-Hemmern (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin) vs. NMDA-Rezeptor-Antagonisten (Memantin).
Indikationsspezifische Nuancen bei Alzheimer-Demenz, vaskulärer Demenz sowie DLB/PDD.
Disease Modifying Therapies (DMT):
Einordnung der neuen Datenlage zu Anti-Amyloid-Antikörpern und die Anforderungen an die infrastrukturelle Implementierung.
Herausforderung BPSD (Behavioral and Psychological Symptoms of Dementia):
Psychopharmakologische Strategien bei Agitation, Schlafstörungen und depressiven Syndromen.
Kritische Reflexion des Antipsychotika-Einsatzes: Nutzen-Risiko-Profil hinsichtlich zerebrovaskulärer Ereignisse und Mortalität.
Vermeidung von „High-Risk“-Medikamenten (Benzodiazepine, Anticholinergika) im Alter.
Deprescribing:
Wann ist "weniger mehr"? Kriterien für das kontrollierte Absetzen der Medikation in fortgeschrittenen Stadien.
Referenzierte Leitlinie:
S3-Leitlinie Demenzen (Living Guideline), Version 6.0, Februar/März 2026. Herausgegeben von DGPPN und DGN.
Feedback & Kontakt:Wir möchten dieses Format stetig verbessern und an eure Bedürfnisse in Klinik und Praxis anpassen. Ist die fachliche Tiefe angemessen? Welche Themenbereiche sollen wir in zukünftigen „Deep Dives“ behandeln?
Schickt euer Feedback, eure Fragen oder Anregungen bitte direkt an:[email protected]
Euer Martin
Demenzen - Leitliniengespräch Teil 1/3
2026/04/14
Shownotes: S3-Leitlinie Demenzen 2026 – Teil 1: Diagnostik
Einleitung & AusblickAuftakt der dreiteiligen Serie zur aktualisierten S3-Leitlinie. Fokus dieser Folge: Der Weg von der rein klinischen zur biomarkergestützten Diagnose.
Vorschau: Teil 2 (Pharmakotherapie/Antikörper) und Teil 3 (Nicht-medikamentöse Therapie/Versorgung).
Klinik & Neuropsychologie
Obligat: Klinisch-psychopathologischer Befund und systematische Fremdanamnese (Soll-Empfehlung).
Screening: MoCA-Test bevorzugt gegenüber MMST bei Verdacht auf MCI (Mild Cognitive Impairment).
Differenzierung: Domänen-spezifische neuropsychologische Testbatterien zur Phänotypisierung (z.B. Alzheimer-Varianten vs. bvFTD).
Biomarker-Revolution
Liquor: Goldstandard bleibt die Aβ42/40-Ratio kombiniert mit p-Tau (181/217).
Blut (Neu): Plasma-Biomarker (p-Tau217) aktuell nur zur Vorselektion in spezialisierten Zentren; keine alleinige Diagnose ohne Liquor/PET (Negativ-Empfehlung).
Bildgebung: MRT (präferiert vor CT) mit Fokus auf Atrophie-Scores (MTA-Score). FDG-PET/Amyloid-PET bei diagnostischer Unklarheit.
Recht & Praxis
MCI vs. Demenz: Frühe ätiologische Diagnose bei MCI durch Biomarker möglich (IWG-Kriterien).
Fahreignung: Zwingende Sicherungsaufklärung durch den Arzt bei Erstdiagnose.
Angststörungen - Leitliniengespräch (3/3) Pharmakotherapie
2026/04/12
Show Notes: S3-Leitlinie Angststörungen – Teil 3 - Pharmakotherapie & Kombinationsstrategien
Die finale Episode beleuchtet den evidenzbasierten Einsatz von Medikamenten und die Synergie mit psychotherapeutischen Verfahren gemäß aktuellem Leitlinien-Update.
Key Facts zur Pharmakotherapie
First-Line: SSRI (Escitalopram, Sertralin) und SNRI (Venlafaxin, Duloxetin) sind Goldstandard bei allen Angstentitäten.
Einschleichphase: "Low and Slow" titrieren, um die initiale (paradoxe) Angststeigerung und Agitiertheit zu minimieren.
Benzodiazepine: Einsatz nur als zeitlich streng limitierte Krisenintervention (max. 4 Wochen). Keine Dauertherapie.
Pregabalin: Wirksam bei GAS, aber kritisches Monitoring bezüglich Abhängigkeit und Missbrauch erforderlich.
Therapiedauer: Nach Remission Fortführung für 6–12 Monate zur Rezidivprophylaxe; immer ausschleichend absetzen.
Kombinationsbehandlung & Strategie
Synergie: Die Kombination von KVT und Pharmakotherapie ist bei schweren Verläufen oder Therapieresistenz der Monotherapie überlegen.
Fokus: Medikamente sollen die therapeutische Arbeit (z. B. Expositionsfähigkeit) unterstützen, nicht ersetzen.
Entscheidung: Zentral bleibt die partizipative Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung von Nebenwirkungsprofilen und Patientenpräferenzen.
Angststörungen - Leitliniengespräch (2/4) Psychotherapie
2026/04/04
S3-Leitlinie Angststörungen – Der Deep DiveTeil 2: Psychotherapeutische Interventionsstrategien
In dieser Folge besprechen wir die Psychotherapie als Behandlung der ersten Wahl bei Angststörungen. Im Zentrum steht die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als Verfahren mit der höchsten Evidenz, insbesondere durch ihre zentralen Elemente wie In-vivo-Exposition und kognitive Umstrukturierung.
Daneben beleuchten wir die psychodynamische Psychotherapie als leitliniengerechte Alternative, insbesondere bei fehlender Wirksamkeit oder Präferenz gegen KVT. Hier stehen unbewusste Konflikte, Beziehungsmuster und Übertragungsprozesse im Fokus.
Ergänzend gehen wir auf innovative Ansätze wie internetbasierte Interventionen und virtuelle Realität ein sowie auf komplementäre Verfahren wie Entspannungsverfahren und körperliche Aktivität.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der individualisierten Therapieplanung, der fehlenden starren Vorgabe zur Therapiedauer und dem Vorgehen bei unzureichendem Ansprechen – inklusive Verfahrenswechsel oder Kombination mit Pharmakotherapie.
Zentrales Leitlinienprinzip bleibt die partizipative Entscheidungsfindung, bei der Patientenpräferenzen eine entscheidende Rolle spielen.
Im nächsten Teil geht es um die Pharmakotherapie der Angststörungen: Wann sind Medikamente indiziert, welche Substanzen haben die beste Evidenz – und wann ist die Kombination mit Psychotherapie überlegen?
Angststörungen - Leitliniengespräch (1/4) Diagnose
2026/04/03
S3-Leitlinie Angststörungen – Der Deep DiveTeil 1: Diagnostik, Klassifikation und differenzialdiagnostische Abgrenzung
In dieser Folge steht die strukturierte Diagnostik von Angststörungen im Vordergrund. Ausgangspunkt ist die klare kategoriale Einordnung der vier Hauptentitäten – Panikstörung, Agoraphobie, generalisierte Angststörung und soziale Phobie – entlang der leitliniengerechten Kriterien. Dabei wird auch ein kurzer Ausblick auf die Unterschiede zwischen ICD-10 und ICD-11 gegeben.
Ein zentraler Fokus liegt auf dem diagnostischen Vorgehen im klinischen Alltag: vom Einsatz standardisierter Screening-Instrumente über die differenzierte Exploration von Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten bis hin zur obligaten somatischen Basisdiagnostik. Letztere umfasst insbesondere Laboruntersuchungen und EKG sowie den gezielten Ausschluss internistischer, neurologischer und endokrinologischer Ursachen.
Besonderes Gewicht hat die Differenzialdiagnostik, da Angst häufig als transdiagnostisches Symptom auftritt. Besprochen werden die Abgrenzung zur Depression (inkl. zeitlicher Primarität), zu organisch bedingten Angststörungen, zu substanzinduzierten Zuständen sowie zu Persönlichkeitsstörungen, insbesondere der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeitsstruktur.
Die Folge unterstreicht die Bedeutung einer präzisen diagnostischen Zuordnung als Voraussetzung für eine leitliniengerechte Therapieplanung im Sinne der Empfehlungsgrade.
Im nächsten Teil geht es um die psychotherapeutischen Interventionsstrategien, insbesondere die kognitive Verhaltenstherapie mit Expositionsverfahren als Goldstandard und die Rolle alternativer Verfahren im Rahmen der Leitlinie.
ADHS im Erwachsenenalter (ADHS Teil 2/2) - Leitliniengespräch
2026/04/02
ADHS im Erwachsenenalter (S3-Leitlinie, Teil 2)
In dieser Episode tauchen wir tief in die Diagnostik und Therapie der adulten ADHS ein. Weg von der kindlichen Hyperaktivität, hin zur „leisen“ Desorganisation des Erwachsenen. Unsere beiden Experten diskutieren kritisch, warum die Diagnose oft erst nach Jahrzehnten gestellt wird und wie man sie in der Facharztprüfung souverän begründet.
00:00 – Die klinische Vignette: Der „chaotische“ Depressive
03:15 – Symptomwandel: Von der Motorik zur inneren Unruhe
06:40 – Deep Dive Diagnostik: Die Suche nach der Kindheit
14:20 – Differentialdiagnosen & Komorbiditäten (Prüfungsfokus!)
19:10 – Multimodale Therapie: Stimulanzien vs. Psychotherapie
24:30 – Die Versorgungslücke: Transition und Take-Home-Messages
ADHS verschwindet nicht mit dem 18. Lebensjahr, es maskiert sich um. Wir besprechen die Verschiebung von der motorischen Hyperaktivität hin zu:
Innerer Getriebenheit und emotionaler Dysregulation.
Exekutiven Funktionsstörungen: Prokrastination, mangelndes Zeitmanagement und „Decision Fatigue“.
Den fatalen Folgen für Erwerbsbiografien und soziale Beziehungen.
Die Diagnose bleibt klinisch. Das größte Hindernis: Der retrospektive Nachweis.
Methodik: Lebenslaufanalyse, Grundschulzeugnisse („war stets ablenkbar“), Wender-Reeutemann-Rating-Skala (WURS-k).
Fremdanamnese: Warum der Einbezug der Eltern oder Partner oft den entscheidenden Ausschlag gibt.
Ein Schwerpunkt für die Facharztprüfung. Wie unterscheide ich ADHS von:
Borderline-Persönlichkeitsstörung: Impulsivität vs. Identitätsstörung.
Bipolarer Störung: Chronizität vs. Episodizität.
Rezidivierender Depression: Antriebsmangel vs. Unfähigkeit zur Priorisierung.
Pharmakotherapie: Stellenwert von Methylphenidat und Lisdexamfetamin als First-Line-Optionen. Diskussion über das (oft überschätzte) Missbrauchsrisiko bei therapeutischer Dosierung.
Psychotherapie: Warum „klassische“ VT oft scheitert und warum störungsspezifisches Coaching für die Alltagsstruktur essenziell ist.
Psychoedukation: Die Diagnose als biografische Entlastung („Ich bin nicht faul, mein Gehirn funktioniert anders“).
Bio-psycho-soziale Kontinuität: Ohne Symptome vor dem 12. Lebensjahr keine ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter.
Klinik vor Apparatur: Testpsychologie ist unterstützend, ersetzt aber niemals das ausführliche klinische Interview.
Komorbidität ist die Regel: Über 75% der Betroffenen haben eine zweite Diagnose – oft maskiert das „lautere“ Problem (Sucht, Depression) das zugrundeliegende ADHS.
Multimodalität: Medikamente schaffen die neurobiologische Basis, Psychotherapie vermittelt die
ADHS im Kindesalter (ADHS Teil 1/2) - Leitliniengespräch
2026/04/02
Podcast Show Notes: ADHS im Kindes- und Jugendalter (S3-Leitlinie, Teil 1)
In der Auftaktepisode unserer Reihe zur ADHS-Leitlinie widmen wir uns der Diagnostik und Therapie im Kindes- und Jugendalter. Wir diskutieren, warum die klinische Diagnose weit mehr ist als eine Checkliste, wie man die Gratwanderung zwischen Über- und Unterdiagnostik meistert und warum die medikamentöse Therapie niemals im luftleeren Raum stehen darf.
00:00 – Intro: Die veraltete, aber gültige S3-Leitlinie & Fallvignette
02:30 – Phänomenologie: Dimensionalität vs. Kategorialik
05:45 – Deep Dive Diagnostik: Goldstandard Multimodalität
12:15 – Differentialdiagnosen: Autismus, Bindung und Leistung
15:30 – Ätiologie: Genetik und neurobiologische Korrelate
18:20 – Therapie: Das multimodale Konzept (Elterntraining bis MPH)
24:45 – Take-Home-Messages für die Facharztprüfung
ADHS ist und bleibt eine klinische Diagnose. Wir besprechen, warum apparative Diagnostik (EEG, Bildgebung) in der Routine nichts verloren hat, aber die Einbeziehung mehrerer Lebensbereiche (Schule, Familie) unabdingbar ist.
Fokus: Die Bedeutung der Funktionsbeeinträchtigung – Symptome allein machen noch keine Störung.
Ein kritischer Dialog über die „Unterdiagnostik bei Mädchen“ (vorrangig unaufmerksamer Typus) im Gegensatz zur „Überdiagnostik“ bei sehr jungen Einschülern.
Differentialdiagnostik: Abgrenzung zur Bindungsstörung und zu affektiven Dysregulationen.
Keine Pillen ohne Plan. Wir strukturieren die Behandlung nach der S3-Leitlinie:
Basis: Psychoedukation für das gesamte System.
First-Line (leicht/moderat): Eltern-Kind-Training und Interventionen im Umfeld.
Pharmakotherapie (schwer/persistierend): Indikationsstellung für Methylphenidat und die Rolle von Atomoxetin als Second-Line-Option.
Symptom-Trias: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsivität.
Situationsübergreifendes Auftreten: Nachweis der Symptomatik in mindestens zwei Lebensbereichen.
Heritabilität: Mit ca. 70–80 % eine der höchsten Erblichkeiten in der Psychiatrie.
Exekutive Funktionen: Die Rolle des präfrontalen Kortex und des dopaminergen Systems.
Multimodalität ist Pflicht: Die Kombination aus psychosozialen Interventionen und Pharmakotherapie erzielt die besten Langzeiteffekte.
Entwicklungsaspekt: Symptome wandeln sich vom motorischen Drang im Vorschulalter zur kognitiven Desorganisation im Jugendalter.
Schweregrad bestimmt den Einstieg: Bei schwerer Symptomatik und massiver Teilhabestörung ist die medikamentöse Therapie laut Leitlinie frühzeitig indiziert.
Kontext beachten: Ohne die Kooperation mit Schule und Elternhaus verpuffen die meisten therapeutischen Bemühungen.
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