407530111
SchönerDenken FilmPodcast

Werben im Podcast: SchönerDenken FilmPodcast

Dieser Podcast hat
280 Episoden
Sprache
German
Herausgeber
SchönerDenken
Explizit
Nein
Erstellt am
2010/12/01
Neueste Episode
2026/04/22
Durchschnittsdauer
21 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage

Beschreibung

Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte Klassiker.

Freischalten SchönerDenken FilmPodcast Podcast E-Mail-Kontaktdaten,
Hoerer- und Zielgruppendetails

E-Mail-Kontaktinformationen

Direkte Podcast-Kontaktdaten

Hoerer

Zielgruppenzahlen und Engagement-Einblicke

Zielgruppendetails

Podcast-Einblicke

Podcast-Episoden

Neueste Episoden von SchönerDenken FilmPodcast Podcast ansehen


Folge 1397: LIEBE D-MARK UND TOD - Songs of Gastarbeiter
2026/04/22
Kulturgeschichte richtig erzählt ist immer auch politische Geschichte. In LIEBE D-MARK UND TOD lernen wir nicht nur die Lieder der Gastarbeiter kennen. Wir kommen ihnen nah, ihrem Heimweh, ihrer Einsamkeit in einer Gesellschaft, die sie bis heute nicht willkommen geheißen hat. Cem Kaya zeigt uns auch die ausgelassenen türkischen Feiern, die Gurbetçi-Lieder, die Superstars, die außerhalb der türkischen Community niemand kennt – von den ersten Musikern in den 1960er Jahren bis zu den harten Rappern. Im Film porträtiert werden unter anderem Yüksel Özkasap, Aşık Metin Türköz, Derdiyoklar, Ozan Ata Canani, Cem Karaca, Fresh Familee, King Size Terror, Islamic Force, Cartel und Muhabbet. Im Podcast direkt nach dem Kino diskutieren wir über die verlorene Generation, die glaubte mit ihren Eltern in die Türkei zurückkehren zu müssen, über Fremdenhass und Anschläge auf türkische Familien und über die großartige Musik. Am Mikrofon mit dem ersten Eindruck: Bettina und Thomas. Die Dokumentation ist eine Koproduktion mit WDR, rbb und ARTE – hier in der ARD Mediathek anschauen.
Folge 1396: TOUKI BOUKI - Nouvelle Vague Senegalese
2026/04/19
TOUKI BOUKI ist der erste afrikanische Film, den wir hier bei SchönerDenken schauen und über unserer ersten Eindruck sprechen. Es war höchste Zeit. Der Film von Djibril Diop Mambéty aus dem Jahr 1973 gilt aus Meilenstein des afrikanischen Kinos. Im Mittelpunkt steht ein junges Paar: Der Viehhirte Mory, dessen Motorrad Rinderhörner schmücken und Anta, eine Studentin, die ihren ganz eigenen Weg gehen will. In ihrem Freiheitsdrang scheinen die Beiden unaufhaltsam zu sein. Die nötigsten Mittel stehlen sie, bis sie die Tickets in die große Welt in den Händen halten. Ihr Ziel: Paris. So nachvollziehbar und linear, wie es sich hier liest, erzählt Mambety seine Geschichte nicht. TOUKI BOUKI ist fragmentarisch, schneidet mutig Bilder von Rinderschlachtung dazwischen, springt wild in den lückenhaften Erzählebenen. Harter Bild- und Tonschnitt halten das Publikum wach. „Bouki“ steht in der Sprache Wolof für eine Figur wie Loki, die trickst und täuscht und so an ihr Ziel kommt, Das spiegelt sich in der sprunghaften und eigenwilligen Inszenierung wieder. Dazu dröhnt unaufhörlich das Lied „Paris, Paris, Paris“ und Maria Callas singt Mozart. Eine Avantgarde-Perle, mit nur 30.000 Dollar unabhängig produziert. Im Podcast sprechen wir über die starken Darsteller Magaye Niang (Mory) und Mareme Niang (Anta), über den Pool des Sugar Daddys, über Anta an Bord des Schiffs, über den Einfluss der Nouvelle Vague und über den Mut des Regisseurs. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna und Thomas. Die sehr gut restaurierte Fassung von TOUKI BOUKI ist auf MUBI zu sehen.
Folge 1395: FRANKENSTEIN - Schöner Schein
2026/04/14
Ich mache es kurz: Ich habe nicht in den Film hineingefunden. Exquisite, melodramatische Bilder, melodramatische Musik, herausragende Kostüme, toller Cast – alles hat mich kalt gelassen. Hätten wir den Film nicht gemeinsam gesehen, hätten wir abgeschaltet. Im Podcast direkt nach dem Film diskutieren wir über die Gründe, warum uns der Film nicht erreicht hat, über zu viele Sonnenuntergänge und zu wenig „echte“ Menschen, über perfektes Filmhandwerk, dröges Erzählen – und über schlecht animierte Wölfe. Am Mikrofon: Hendrik, Tom und Thomas.
Folge 1394: POLICE STORY - Chaos im Kaufhaus
2026/04/02
Viele populäre Filme der 1980er Jahre altern nicht sehr gut – das gilt auch für POLICE STORY. Charakterentwicklung? Dialogregie? Darauf wurde ganz offenbar kein Wert gelegt. Es geht um die wirklich herausragenden Stunts, die atemberaubenden und sehr einfallsreichen Actionszenen mit einer gehörigen Portion Slapstick. Und da hat Jackie Chans Film vor vier Jahrzehnten höchste Standards gesetzt: Gerade die erste große Actionsequenz mit Autos, die durch eine Siedlung am Hang donnern oder die Kampfszenen im Kaufhaus hauen einen auch heute noch um. Wir durften den Film in restaurierter Fassung auf der großen Leinwand sehen (was toll war), aber leider in der deutschen Synchronfassung (was nicht toll war). Viele Szenen sind dabei so albern, dass man sie auch direkt mit der Musik von Benny Hill hätte unterlegen können. Dass der Film dann noch versucht ernst, sogar melodramatisch zu werden, und daran komplett scheitert, lässt uns als Zuschauer ratlos zurück. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Tom und Thomas.
Folge 1393: PROJECT HAIL MARY - "Grace Rocky save stars"
2026/03/29
Auf der einen Seite ist PROJECT HAIL MARY Hard Science Fiction – zeigt also (bis auf den Antrieb) einen wissenschaftlich und technisch realistischen Blick auf Raumfahrt. Auf der anderen Seite ist die Verflmung von Andy Weirs Roman ein Science-Fiction-Märchen: Zwei Fremde versuchen miteinander zu kommunizieren, um gemeinsam mit ihrem Verstand und ihrer Wissenschaft ihre Welten zu retten. Mit Humor und Wärme erzählt ist das durchaus ein Gegenentwurf zu den irrationalen, wissenschaftsfeindlichen und fremdenfeindlichen Narrativen, die die Machtpolitik unserer Gegenwart bestimmt. Im Zentrum stehen eine Frau, die die Verantwortung für die verzweifelste Rettungsaktion der Menschheit trägt (Sandra Hüller) und ein Biologielehrer (Ryan Gosling), der absolut kein Held sein will. Und natürlich Rocky, der Außeriridische. Wobei Rocky eher für eine fremde menschliche Kultur steht, die sich an den amerikanischen Astronauten anpasst. Im Podcast wird von fast Allen sehr viel gelobt, aber es wird auch klar: Wer sich nicht für Rocky erwärmen kann, findet nicht in den Film hinein. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Kathrin, Marc, Hendrik, Harald, Tom und Thomas.
Folge 1392: THE BOSTON STRANGLER - Interpretation eines Frauenmörders
2026/03/24
Richard Fleischer ist ein Regisseur, der nie wirklich berühmt wurde – im Gegensatz zu einigen seiner Filme wie zum Beispiel 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER oder SOYLENT GREEN. Thomas und Gast Patrick Torma von journalistenfilme.de haben sich THE BOSTON STRANGLER ausgesucht. Die Verfilmung einer wahren Kriminalgeschichte. 13 Frauen wurden im Raum Boston in den 1960er Jahren vom „Boston Strangler“ ermordet. Bereits 1966 erschien ein Buch von Gerold Frank und schon 1968 der darauf basierende Film von Fleischer. Ein kurzer zeitlicher Abstand – mit Folgen. Der Mörder schien gefunden, aber vieles war noch nicht geklärt. Und so ist THE BOSTON STRANGLER mehr eine Interpretation als eine möglichst akkurate Wiedergabe eines echten Falls (wie zum Beispiel Finchers ZODIAC). Albert DeSalvo (Tony Curtis) wird gezeigt als ein Mörder mit Persönlichkeitsstörung, der erst in den Vernehmungen der Polizei ahnt, dass in ihm der Mörder steckt. Erst einmal nimmt sich der Film die Zeit, die mühsame und wenig erfolgreiche Ermittlungsarbeit zu zeigen – gerade hier wird sichtbar, dass der Film aus einer Zwischenzeit stammt: Die 1950er mit ihrem klaren Weltbild sind vorbei, es ist zu spüren, dass die Welt sich ändern wird, aber die „Revolutionen“ kommen erst noch. Die Polizisten (stark: Henry Fonda und George Kennedy) sind die Soldatengeneration des Zweiten Weltkriegs. Jetzt ist der Feind viel schwerer zu erkennen und zu finden. Im Podcast diskutieren wir die Stärken und Schwächen des Films, besprechen die Aufteilung des Films in zwei doch sehr unterschiedliche Hälften und Patrick erklärt en detail die beeindruckenden Split Screens.Über den Regisseur: Richard Fleischer gehört zu den Regisseuren, deren Filme berühmter sind als sie selbst. Vier Jahrzehnte hat er in Hollywood gearbeitet und dabei sehr verschiedene Genres bedient. Zu seinen Werken gehören unter anderem DIE WIKINGER mit Kirk Douglas, CONAN DER ZERSTÖRER und RED SONJA, der aufwändige Abenteuerfilm 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER, DOCTOR DOLITTLE, der Kriegsfilm TORA! TORA! TORA! und der dystopische und erschreckend aktuelle Science-Fiction-Film SOYLENT GREEN. Unter dem Titel „Soylent Screen“ widmen wir uns in unregelmäßigem Abständen diesem SF-Meilenstein. Richard Fleischer starb im Alter von 89 Jahren vor 20 Jahren – am 25. März 2006 – in Los Angeles.
Folge 1391: GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE - Wir Social-Media-Zombies
2026/03/22
Immer wieder taucht ein Zeitreisender in einem Diner in Los Angeles auf und versucht aus einigen der Gäste DAS Team zu formen, das die Welt rettet. Denn in der düsteren Zukunft hat eine KI die Kontrolle: Während die wirkliche Welt in Trümmern liegt, betäubt eine allmächtige KI die Überlebenden mit der Illusion einer perfekten Welt. Eine Gruppe aus ganz normalen Menschen soll die KI in der Gegenwart aufhalten, bevor sie die Macht ergreift. Da ist ein Lehrerehepaar, das erlebt wie die KI auf Social Media die Schüler hypnotisiert und wie Zombies steuert. Da ist eine junge Frau, die sich als Kindergeburtstagsprinzessin durchschlägt und allergisch auf digitale Geräte reagiert. Und da ist eine Mutter, deren Sohn nach einem Schulmassaker geklont wird. Trost findet sie nur beim KI-Avatar ihres Sohnes, der ihr bei der Rettung der Welt helfen will. Die Geschichte verknüpft eine ganze Reihe dringender Probleme unserer digitalen Gegenwart mit einer absurd-komischen Action-Handlung. Wie in einem Computerspiel werden Level für Level die unterschiedlichsten Gegner besiegt und Herausforderungen gemeistert. Dass die Gratwanderung zwischen amüsant und grotesk, klug und albern gelingt, liegt auch am starken Cast, allen voran Sam Rockwell. Aber das Schwierigste am Fliegen ist die Landung: Während der Aufbau dieser dystopischen Science-Fiction-Komödie wunderbar gelungen ist, fällt der Film im Finale auseinander, hält sich nicht mehr an seine eigenen Regeln. Schade, GOOD LUCK, HAVE FUN, DON’T DIE hätte ein überzeugenderes Ende verdient. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna, Heidi, Hendrik, Harald, Tom und Thomas.
Folge 1390: MARTY SUPREME - Wie eine abstürzende Achterbahn
2026/03/15
Anmaßend, egozentrisch, leidenschaftlich, unvorstellbar ehrgeizig, stur, rücksichtslos, liebenswert, verlogen, narzisstisch, unglaublich begabt – das ist der Protagonist Marty Mauser. Keine sympathische Figur, mit der man sich identifizieren kann. Aber ein Charakter, der einen nicht mehr loslässt. Timothee Chalamet spielt ihn mit der Wucht und Geschwindigkeit eines Wirbelsturms, wie ein Gott des Chaos, der überall Verletzung und Verwüstung hinterlässt. Chalamets Intensität spiegelt sich in der Geschwindigkeit des Films, der – noch schneller als die Tischtennisbälle hin und her jagen – zweieinhalb Stunden lang wie eine abstürzende Achterbahn unentwegt brüllend auf die Zuschauer niederfährt. Ein rauschhafter Film – dröhnendes, überforderndes, großartiges Kino. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Anke, Lothar, Marc, Hendrik, Katharina, Tom und Thomas.
Folge 1389: NO OTHER CHOICE - "Ich kann es nicht ändern"
2026/03/08
„Ich habe alles“, sagt Man-su zu Beginn. Er hat ein tolles Haus, zwei Autos, zwei Hunde und nicht zu vergessen: eine Frau und zwei Kinder. Er ist angekommen in seinem Leben. Aber alles hängt von seinem gut bezahlten Job ab. Und als er den verliert, steht sein ganzes Leben auf dem Spiel. Für seinen Status und für seine Familie ist er bereit alles zu tun, wirklich alles. Park Chan-wook wirft einen schwarzhumorigen Blick auf die südkoreanische Arbeitswelt, in der Menschen, die ihren Job verlieren, nicht in einer anderen Branche arbeiten wollen und in der Unternehmer mit Robotern und KI Menschen völlig überflüssig machen. In dieser Welt opfert Man-su auch Menschenleben, er glaubt keine andere Wahl zu haben, „Eojjeol suga eopda“, auf deutsch „Ich kann es nicht ändern“. Park Chan-wook inszeniert diese düstere Krimikomödie mit viel Einfallsreichtum und erinnert dabei auch an Hitchcock. Die Intensität von PARASITE erreicht er dabei nicht. Trotz sehr guter Darsteller und vieler sehr starker Szenen fehlt etwas die emotionale Kraft des Vorgänger DIE FRAU IM NEBEL. Dennoch sehr sehenswert. Diese Podcastepisode mit milden SPOILERN. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Heidi, Johanna und Thomas.
Folge 1388: WUTHERING HEIGHTS - Amour fou pur
2026/02/27
Der Trailer hatte mich angelockt: Blicke voller Verlangen zwischen Margot Robbie und Jacob Elordi – also erwartete ich hemmungslose Leidenschaft, selbstzerstörerische Obsession. Der Film kann leider nicht ganz halten, was der Trailer versprochen hat: Die Liebesszenen sind eher brav und die Darsteller wirken viel reifer als es der Stoff eigentlich braucht. Und der gesellschaftliche Rahmen bleibt fast unsichtbar. Aber Regisseurin Emerald Fennell konzentriert sich auf etwas anderes – auf große Bilder in der Natur, auf starke Farben und bizarre Optik im Herrenhaus: Rote Wände wie bei Dario Argento, ein Kamin aus Händen, ein Schlafzimmer, das die Haut der Geliebten auf der Wand abbildet und damit die Grenzen zwischen Frau und Schlafzimmer auflöst. Da liegt die Stärke des Film, als Liebensfilm oder Gesellschaftsdrama ist noch viel Luft nach oben. Am Mikrofon – mit ganz unterschiedlichen Wahrnehmungen – direkt nach dem Film: Heidi, Johanna und Thomas.
Folge 1387: TRAIN DREAMS - Die Farben von Liebe und Vergänglichkeit
2026/02/16
Wo gehöre ich hin? Was ist der Sinn meines Lebens? Wie lebe ich weiter, wenn ich einen großen Verlust erlitten habe? Das sind die Fragen, die sich der Holzfäller Robert (Joel Edgerton) stellt. Erst als Gladys (Felicity Jones) in sein Leben tritt, fühlt er sich nicht mehr verloren. Aber es geht nicht nur um die Vergänglichkeit des eigenen Lebens sondern auch um den Abschied von der alten Welt, die noch präsent ist, als Robert zu Beginn Bäume fällt und die verschwunden ist, als Robert am Ende einen Menschen im Weltall sieht. Regisseur Clint Bentley und sein Kameramann Adolpho Veloso nehmen uns mit ein Leben voller harter Arbeit, großer Natur und kleinem Glück. Ein optisch herausragender Film, der auf künstliches Licht verzichtet und ein berührender Film, gerade wo er Liebe zeigt. Einen Wermutstropfen stellt der Erzähler dar, der zu oft als Stimme aus dem Off aus der Novelle zitiert – da gerät der Film unversehens zu einem bebilderten Hörbuch und wird in diesen Stellen manchen Zuschauer auf Distanz halten. Direkt nach dem Film sprechen wir über Zeitsprünge, Geister und Töchter. Am Mikrofon direkt nach dem Film: Johanna und Thomas.
Folge 1386: 28 YEARS LATER THE BONE TEMPLE – Der Mensch ist des Menschen Wolf
2026/02/01
Die wahren Monster sind die Menschen – nicht die Infizierten, die Zombies. Im Mittelpunkt steht eine Gang, als satanische Sekte geführt vom sadistischen Sir Lord Jimmy Crystal, der nicht zufällig seine Initialien mit Jesus Christus teilt. Spike, der jugendliche Protagonist des Vorgängerfilms gerät in ihre Fänge und weiß nicht, wie er lebend dort heraus kommen soll. Die Gang zieht umher und foltert und mordet andere Überlebende. Dr. Kelso hat derweil eine besondere Begegnung mit einem Alphazombie. Unter anderem ist THE BONE TEMPLE eine Auseinandersetzung mit religiösem Wahn und Religion als Theater. Nachdem der Vorgängerfilm das Verlassen des Paradieses beschreibt, ist BONE TEMPLE der Abstieg in die Hölle, vielleicht ist der nächste Film die Eroberung des Himmels. THE BONE TEMPLE ist geradlinig und folgt nur wenigen Handlungssträngen. Der gelegentliche Humor ist schwarz, die Gewalt ist blutig und explizit, belastend aber nur, wenn Menschen grausam (hier sehr grausam) zu anderen Menschen sind. Besonders Ralph Fiennes hinterlässt einen bleibenden Eindruck: Sein Dr. Kelson steht als fast einzige Figur für die Bewahrung von Menschlichkeit in einer völlig zusammengebrochenen Zivilisation. Er steht auch für die kleine Hoffnung, dass die Zukunft mehr bieten könnte als sadistische Menschen, ständige Flucht und die Schreie der Zombies, die immer näher kommen. Sehenswert. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Marc, Tom und Thomas.
Folge 1385: HAMNET - Liebe, Tod, Theater
2026/01/31
Agnes (Jessie Buckley) steht im Mittelpunkt, nicht der Sohn eines Handschuhmachers, in den sie sich verliebt und den sie heiratet. Agnes, die Tochter einer Kräuterfrau, die aus dem düsteren Dunkel des Waldes gekommen ist. Auch Agnes behält ihre magische Beziehung zur Natur, erkennt die Zukunft durch eine Berührung, aber ihre Heilkräfte verlassen sie als eines ihrer Kinder sich mit der Pest infiziert. Ihr Mann Will kehrt aus London zurück. Er ist dort mittlerweile erfolgreich als Bühnenautor und leitet eine Theatertruppe. Die kommenden Schicksalsschläge hinterlassen ihre Spuren in seinem Theaterstück „Hamlet“. HAMNET ist ein berührender und bewegender Film mit magischen Momenten - über die Liebe zwischen zwei Menschen, zwischen einer Mutter und ihren Kindern, über die Liebe unter Geschwistern, über Trauer, Verlust und Verzweiflung. Meisterregisseurin Chloe Zhao baut eine dichte Atmosphäre auf und schließt am Ende den Kreis, wenn der Wald, aus dem Agnes kommt, sich in der Bühnenkulisse spiegelt. Großartiges Ensemble rund um eine charismatische Jessie Buckley, großartige Inszenierung, großartiger Film. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna und Thomas, der sich erst nach die Tränen trocknen muss.
Folge 1384: CHILDREN OF MEN - Die Hoffnung stirbt zuletzt
2026/01/25
Eine Gesellschaft, die verarmt, starke Umweltzerstörung, Einwanderer als Sündenböcke, die in Käfigen gehalten, deportiert oder getötet werden von bis an die Zähne bewaffneten Einsatzkräften, ein autoritärer Polizeistaat – klingt vertraut? Jedesmal, wenn ich diesen Film von 2006 anschaue, rückt der Film näher an die Realität und kommt er mir weniger wie ein Science-Fiction und mehr wie eine Reportage vor. Aber CHILDREN OF MEN ist nicht nur eine große und berührende Erzählung über die Zerbrechlichkeit von Zivilisation und das Bewahren von Hoffnung, er ist auf vielen Ebenen auch ein herausragender Film. Vielleicht das realistischste World Building der Filmgeschichte, ein fantastisches Drehbuch mit einer Dramaturgie, die einen nicht mehr loslässt, atemberaubende Kameraarbeit, vielschichtige Charaktere und herausragende Schauspieler von Hauptrollen bis in die exzellent geschriebenen Nebenrollen. Wir haben CHILDREN OF MEN in einer Wiederaufführung im Capitol in Mainz gesehen – und auch die Unterbrechung durch einen Feueralarm im Kino konnte unsere Begeisterung nicht schmälern. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Johanna und Thomas. (Ausnahmsweise spoilern wir von Anfang an.)
Folge 1383: TOKYO GODFATHERS - Ein Weihnachtsmärchen (#Japanuary2026)
2026/01/19
Es dauert nicht lange, bis man vergisst, dass man einen Animationsfilm schaut – so greifbar und lebendig sind die Figuren, so perfekt sind die „Kameraeinstellungen“ und so real ist die Stadt Tokio. Düster und komisch, spannend und immer schneller erzählt Satoshi Kon die Geschichte von drei Obdachlosen. Drei gescheiterte Figuren, die ein Baby finden und sich auf die abenteuerliche Suche nach den Eltern des kleinen Mädchens begeben. Dabei kommt es immer wieder zu magischen Zufällen und urkomischen Situationen. Aber das hier ist kein harmloses Weihnachtsmärchen: Spielsucht, Alkoholismus und Selbstbetrug sind genau so wenig zu übersehen, wie Jugendbanden, die aus Langeweile mit Stahlrohren auf die Obdachlosen einprügeln. Wir empfehlen TOKYO GODFATHERS als ganz besonderen Weihnachtsfilm. Am Mikrofon direkt nach dem Film mit dem ersten Eindruck im #Japanuary2026: Johanna und Thomas.

Podcast-Bewertungen

Lesen Sie SchönerDenken FilmPodcast Podcast-Bewertungen


0 von 5
0 Bewertungen

Podcast-Sponsoring-Werbung

Starten Sie Werbung auf SchönerDenken FilmPodcast relevanten Zielgruppen-Podcasts


Was moechten Sie bewerben?