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Dieser Podcast hat
308 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
SchönerDenkenExplizit
Nein
Erstellt am
2010/12/01
Neueste Episode
2026/09/27
Durchschnittsdauer
14 min.
Veröffentlichungsintervall
8 Tage
Beschreibung
Der erste Eindruck - direkt nach dem Kino - in etwa 12 Minuten und spoilerfrei, versprochen. Das ist unser Kerngeschäft. Ansonsten echte Liebe für japanische Filme, eine Schwäche für Science-Fiction und ungebrochene Entdeckungslust für bekannte und unbekannte Klassiker.
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Folge 1425: COYOTE VS. ACME - Meep! Meep!
2026/09/27
Der Koyote, der mit den verrücktesten Methoden versucht den blitzschnellen Laufvogel Road Runner zu fangen, und dabei immer brutal scheitert, ist vielleicht die einprägsamste Figur der Looney Tunes. Er ist in dieser anarchischen Welt der Sysiphus unter den Cartoonfiguren. Ein Antiheld meiner Kindheit, den ich unglaublich gerne gesehen habe. Jetzt kommt er (nach einigen Schwierigkeiten) zurück auf die große Leinwand – als Gerichtsfilm. Denn Wile E. Coyote hat die Schnauze voll von den nutzlosen Erfindungen der Firma ACME (A Company Manufacturing Everything) und verklagt sie. Sein Anwalt ist nur auf einen schnellen Vergleich mit dem Konzern aus. Aber ACME hat ein Geheimnis, das vor Gericht nicht herauskommen soll … Als Gerichtsfilm funktioniert COYOTE VS. ACME nicht wirklich, aber immer wieder bricht sich der Cartoon-Slapstick Bahn und da macht der Film richtig Spaß. Im Podcast direkt nach dem Film sprechen wir über die reibungslose Integration von Animation und Realfilm, über Peter Lorre, kognitive Dissonanz und Kapitalismus. Direkt nach dem Film schon wieder gut gelaunt am Mikrofon: Johanna, Tina, Tom und Thomas.
Folge 1424: TEENAGE SEX AND DEATH AT CAMP MIASMA - Großer Spaß und kleiner Tod
2026/09/18
Ich bewundere Regisseurin Jane Schoenbrun für die unbekümmerte Art, wie sie eine Meta-Slasher-Groteske inszeniert, ohne sich auch nur einen Deut um Genre-Gesetze und Publikumserwartungen zu scheren. Allein schon die ersten Minuten, die Geburt, Ruhm, Ausbreitung, Absturz und Verachtung eines Horror-Franchises im Schnelldurchlauf zeigen, sind eine liebevolle, kreative und sachkundige Hommage und Parodie der großen Slasher-Reihen. Aber Schoenbrun arbeitet sich nicht an diesen Filmen ab – sie zeigt eine ganz eigene Geschichte: Eine Independent-Regisseurin (Hannah Einbinder), die die abgewirtschaftete Camp-Miasma-Slasher-Reihe irgendwie woke, irgendwie frisch, neu starten soll. Aber sie weiß nicht wie – bis sie auf die Hauptdarstellerin bzw. das Final Girl (herausragend als Diva: Gillian Anderson) des ersten Camp Miasma-Films stößt.
Die beiden charismatischen Frauen nähern sich auf verschiedenen Ebenen an. Es entsteht ein faszinierender Reboot mit unerwarteten Wendungen, der schnell die Oberfläche der üblichen Genreparodien hinter sich lässt und irgendwo zwischen Freud und Marx, zwischen Erotik und Blutfontänen dahin geht, wo weder ein Arthouse-Film noch ein Slasher-Film jemals zuvor gewesen ist. Ein richtiger Festivalfilm – und das ist ein Kompliment. Filmwissenschaftler werden sich die Finger wundtippen bei der Analyse von CAMP MIASMA: die queere Anziehung, das Spannungsfeld von Angst, Gefahr, Gewalt und Sexualität, die Abrechnung mit dem Film-Business, der ebenso subtile wie groteske Humor. Viel Stoff zum Nachdenken auf der einen Seite, aber auch einfach ein großer Spaß auf der anderen Seite. Absolut sehenswert. Direkt nach dem Film gut gelaunt am Mikrofon: Anke, Marc und Thomas.
Folge 1423: VATERLAND - Vater, Bruder, Schwester, Tod
2026/09/13
Erika Mann fährt ihren berühmten Vater Thomas Mann 1949 durch das zerstörte und geteilte Deutschland. Der Westen Deutschlands buhlt dabei genauso um den Literaturnobelpreisträger wie die Sowjetzone. Thomas Mann (gespielt von Hanns Zischler) sieht sich selbst als Relikt eines vergangenen Bildungsbürgertums und verlässt trotz dieser Reflektion mit seiner Goethe-Rede in Weimar den Elfenbeinturm der deutschen Hochkultur nicht. Als gäbe es Deutschland gar nicht mehr, wenn er auch das noch preisgeben würde. Selbst als Sohn Klaus stirbt, setzt er seine Reise unbeirrt fort. Seine Tochter Erika ist hingegen nah an der Wirklichkeit und nah an ihren Gefühlen – Tränen, Schreie und eine überfällige Ohrfeige inklusive.
Interessiert uns Thomas Mann noch, oder geht es eigentlich darum, wie sich zwei verschiedene Ideologien ein Land aufteilen und versuchen die gleiche Kultur ganz unterschiedlich in Besitz zu nehmen? Geht es nicht nur um die Trauer um einen Bruder und Sohn sondern auch mitten in den Ruinen um die Trauer, was Deutschland hätte sein können? Darüber, über berührende Momente, über Gründgens und Bach sprechen wir direkt nach dem Kino im Podcast. Und als SandaHüllerUltras natürlich auch über Sandra Hüller. Am Mikrofon: Katharina, Bettina, Johanna, Anke, Marc und Thomas.
Folge 1422: DAS ENDE DER STERNE - Die Liebe in den Zeiten der Pandemie
2026/09/05
Achtung, diesmal SPOILERN wir, sowohl hier im Text als auch im Podcast. Nach dem Trailer hatte ich etwas anderes erwartet: einen postapokalyptischen Actionthriller, düster und niederschmetternd, weil einem Protagonisten ans Herz wachsen, die dann nach und nach sterben. So sind die Genre-Vorgaben.
Es geht erst einmal langsam los, wir begleiten den Piloten Hig (Jacob Elordi) auf seinen Streifzügen durch das fast menschenleere Denver. Es fühlt sich lange Zeit an, wie eine realistische und ruhige Version von THE OMEGA MAN (I Am Legend) und dann wie A BOY AND HIS DOG. Aber irgendwann trifft Hig auf Cima, eine junge Frau (Margaret Qualley). Beide haben in der pandemischen Apokalypse ihre Partner verloren und nähern sich ganz langsam an.
Auch wenn zwischendurch marodierende Banden für Lebensgefahr und Spannung sorgen, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um eine postapokalyptische Version von JENSEITS VON AFRIKA handelt. Es geht um Hig und Cima und die respektvolle und anständige Art, wie diese beiden Menschen in einer gesetzlosen Welt nach dem Ende der Zivilisation miteinander umgehen. Es geht um die Frage, ob man gut sein und bleiben kann in einer bösen, gescheiterten Welt.
Ridley Scott wählt dafür zurecht eine ruhige Erzählweise und dreht wunderbare Bilder fast komplett in einer Natur, von der wir erkennen, dass sie bleiben wird, wenn wir längst verschwunden sein werden – durch eine Pandemie oder was auch immer. Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir ganz unterschiedlicher Meinung und diskutieren zu siebt über Pacing und Musik, über ein absurdes Zwischenspiel, über Higs Hund und ein Happy End unter Sternen. Am Mikrofon: Johanna, Anke, Gabriele, Heidi, Marc, Tom und Thomas.
Folge 1421: THE END OF OAK STREET – Mama, das ist ein Dinosaurier vor dem Fenster
2026/09/01
Da gehört schon eine Portion Mut dazu, das mittlerweile ausgelutschte Genre „Menschen kämpfen gegen Dinosaurier“ zu bedienen. Grundidee des Films: Eine spielbergeske amerikanische Vorstadtstraße wird in die Zeit der Dinosaurier versetzt. Die Reptilien freuen sich über frisches Fleisch und unsere vierköpfige Familie kämpft ums Überleben. Die Mutter (gut aufgelegt: Anne Hathaway) hat dabei die besten Nerven. Der Vater bemüht sich, eignet sich aber nicht für die Heldenrolle, die Kinder sind ganz realistisch sehr ängstlich. Auch die Saurier sehen glaubwürdig aus – und damit weniger beeindruckend als im Jurassic-Franchise. Überhaupt ist THE END OF OAK STREET düsterer und expliziter. Regisseur David Robert Mitchell kennen wir vom sehr sehenswerten IT FOLLOWS. Hier bleibt er etwas unentschieden, er hätte den Film als humoriger Familien-Action-Film oder als knallhart realistischen Survivalthriller anlegen können. Es ist ein bisschen von beiden – durchaus kurzweilig aber kein großer Wurf. Und über das cheesige Ende kann man auch streiten. Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir sehr unterschiedlicher Meinung :-) Am Mikrofon: Harald, Tom und Thomas.
Folge 1420: SPIDER-MAN – BRAND NEW DAY – Peter allein zu Haus
2026/08/08
Peter Parker steht wieder am Anfang: Nach all den Abenteuern, sogar mit den Avengers im All, ist er plötzlich wieder ein Niemand. Selbst sein bester Freund Ned kennt ihn nicht mehr und viel schlimmer noch: MJ kann sich überhaupt nicht an Peter Parker erinnern. Wir erleben ihn wieder als sehr nahbaren Charakter, ein junger Mann, der sich vor lauter Liebeskummer kopfüber in die Superheldenarbeit wirft, bis ihn der Stress in die Knie zwingt. Da ist genau die Coming-of-Age-Melancholie zu spüren, die Spider-Man schon in den Comics zum interessantesten Superhelden gemacht hat. Mit ihm konnten wir uns als junge Leser identifizieren. Und niemand konnte das bislang so gut verkörpern wie Tom Holland.
In SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY schwingt ein düsterer Ton mit – von Trauer um die Mutterfigur May, Trauer um die verlorene große Liebe, Trauer um den verlorenen besten Freund und Angst die Kontrolle zu verlieren und die eigenen Werte preiszugeben. Die Gegenspielerin erweist sich ebenfalls als verzweifelter Charakter: Sadie Sink, die mit STRANGER THINGS berühmt wurde, steigt hier in das Marvel Cinematic Universe ein und ich fresse einen Besen, wenn sie nicht in kommenden Filmen noch eine große Rolle spielen wird. Ihr Auftritt hier ist auf jeden Fall sehr beeindruckend und erinnert stark an den unterschätzten Film FALLEN (1998) mit Denzel Washington.
Im Podcast direkt nach dem Kino kommen acht verschiedene Stimmen und Meinungen zu Wort – vom Wunsch in dieser Welt von Spider-Man zu bleiben und einfach im Kino gleich sein nächstes Abenteuer anzuschauen, über den Wunsch nach weniger vorhersehbaren Geschichten bis hin zur Enttäuschung über einzelne Nebendarsteller ist alles dabei. Aber die Runde ist sich einig: SPIDER-MAN: BRAND NEW DAY ist visuell sehr gelungen und sehr unterhaltsam. Das Kino auf jeden Fall war an einem Werktag ausverkauft und Applaus gab es auch. Am Mikrofon direkt nach dem Kino: Anke, Johanna, Gabriele, Katharina P., Marc, Harald, Tom und Thomas.
Folge 1419: DIE ODYSSEE - Ein Mann will nach Hause
2026/07/25
Eines vorweg: Christopher Nolan hat das Epos von Homer (und das Publikum) mit Respekt behandelt. Gerade für Zuschauer, die sich kaum oder gar nicht mit griechischer Mythologie oder den Geschichten rund um den trojanischen Krieg auskennen, ist Nolans Film ein wirklich guter Einsteig. Mich hat begeistert, wie viel in der Pause und nach dem Kino von fast allen Zuschauern über die Menschen, Monster und Götter der Odyssee gefragt, geantwortet und diskutiert worden ist. Vom Gilgamesch-Epos abgesehen sind Ilias und Odyssee die ältesten literarischen Werke, die wir kennen – mit Odysseus als einem modernen Helden, der neugierig und eigensinnig ist und lieber auf seinen eigenen scharfen Verstand vertraut als auf die Götter.
Nolan entblättert nach und nach seine depriminierende Botschaft: Wir selbst sind der Untergang unserer Zivilisation – und er zeigt Odysseus (Matt Damon) als den klügsten Krieger, der nicht nur den Trojanischen Krieg mit seiner List gewinnt sondern auch die Schuld erkennt, die die siegreichen Griechen mit dem Massaker in Troja auf sich geladen haben. Ein Held mit posttraumatischer Belastungsstörung, der in den Armen der Nymphe Calypso (Charlize Theron) seine schrecklichen Erinnerungen verdrängt. Nolans ODYSSEE wirkt in keiner Szene wie ein Sandalenfilm, weil immer an realen, wunderbar ausgesuchten Orten gedreht wurde und CGI-Effekte zwar existieren aber praktisch unsichtbar sind.
Im Podcast direkt nach dem Kino sind wir unterschiedlicher Meinung und sprechen über Frauenfiguren, nonlineares Erzählen, über Vorteile und Nachteile einer Starbesetzung und ob Nolan mit IMAX einer fixen Idee nachgejagt ist, die dem Film vielleicht nicht gut getan hat … Am Mikrofon nach drei Stunden Kino: Heidi, Johanna, Anke, Marc, Tom und Thomas.
Thomas war zu seiner großen Freude Gast bei Christian im Filmpodcast Second Unit und die beiden haben sich etwas ausführlicher mit Nolans Film beschäftigt – 2,5 Stunden :-) Wir empfehlen: Erst Film schauen, dann bei SchönerDenken ersten Eindruck hören, dann die Langfassung bei Second Unit (aber immer noch kürzer als der Film).
Folge 1418: Yutaro Seki/Kentaro Hirase SAI: DISASTER (Sai gekijoban) (NipponConnection2026)
2026/07/18
SAI: DISASTER gehört zu den Thrillern, bei denen das Publikum mehr weiß als die Polizei – auch wenn es den Zuschauern nicht einfach gemacht wird: Der nonlineare Struktur und die Vielzahl der Protagonisten führen zu einer Überforderung und Irritation, die sich dann Stück für Stück auflöst. Roter Faden ist ein Mann, der als Serienmörder unerkannt bleibt. Kaum ein Polizist erkennt die gemeinsamen Elemente der Taten. Auch wenn die Dramaturgie verkopft wirken mag, die Atmosphäre, die Orte, die Inszenierung und die Darsteller:innen sind großartig. Am stärksten in Erinnerung bleibt ein faszinierender Täter, der gleichzeitig abstoßend und charismatisch ist. Wenn er seinen Opfern nahekommt, ist die Bedrohung fast unerträglich intensiv. Im Podcast direkt nach dem Film auf Nippon Connection 2026 vergleichen wir SAI: DISASTER mit MEMORIES OF MURDER und DAS VERPRECHEN von Dürrenmatt. Am Mikrofon mit ganz unterschiedlichen Eindrücken: Markus von translate or die, Alex von den Abspannguckern, André, Andras, Hendrik und Thomas.
Folge 1417: OBSESSION - Wehe, wenn ein Mann sich etwas wünscht
2026/07/14
Ich war neugierig auf einen Film, der mit einem überschaubaren Budget einen so großen Erfolg an den Kinokassen hat. Dabei ist er auf den ersten Blick ein eher konventioneller Film: Ein junger Mann traut sich nicht, einer jungen Frau zu sagen, dass er in sie verliebt ist. Aber er hat einen Wunsch frei und so wird die junge Frau mit dem Fluch belegt, ihn mehr als alles andere zu lieben. Das geht auf grausame Weise schief.
Das Besondere: Der junge Mann ist nicht nur völlig außerstande offen seine Liebe zu gestehen – nach dem Wunsch versagt er wirklich in jedem Augenblick dabei mit der bedingungslosen Liebe von Nikki umzugehen. Er stürzt sie in Angst und brennende Eifersucht. Doch das ist nicht der eigentliche Grund ihrer Höllenqualen – das spoilere ich hier nicht.
OBSESSION ist eine düstere, schräge Splatter-Komödie aber zugleich auch eine bitterböse Abrechnung mit einem Incel-artigen Mann. Die jüngeren Menschen im Kino (fast alles Pärchen) hatten einen leichteren Zugang zum Film. Ich war im Podcast mit Heidi direkt nach dem Film beeindruckt aber nicht begeistert. Aber der Film hallt durchaus nach – auch wegen der herausragenden Inde Navarrette als Nikki.
Folge 1416: BACKROOMS - Im unendlichen Labyrinth
2026/07/08
Wir waren auf angenehmste Weise extrem unangenehm berührt: BACKROOMS – basierend auf der Webserie des noch sehr jungen Regisseurs Kane Parsons – ist einer der originellsten und ungewöhnlichsten Horrorfilme, die wir seit langer Zeit gesehen haben. Wenn wir den Protagonisten durch die endlosen Räume folgen, die wie architektonische Metastasen einer sadistischen KI wirken, dann es ist es als würden wir hellwach durch den eigenen Alptraum gehen. Die bedrückende Atmosphäre und das unter die Haut gehende Sounddesign ziehen einen in seinen Bann. Eine Welt, die man so noch nie gesehen hat: Räume, die man zwar glaubt wiederzuerkennen, die aber nur ein sinnentleertes, kaskadierendes Echo einer Erinnerung an Räume ist.
Dazu kommt, dass uns einzelne Szenen genauso verwirren wie die extrem irritierende Architektur der endlosen Gänge, Hallen und Zimmer. Der Versuch, dahinter einen Grund und einen Zweck zu erkennen, laugt unseren Verstand aus: Was das alles bedeutet, dass muss jeder mit sich selbst ausmachen. Meine Idee: Der Raum ist ein Phänomen, dass aus dem Unterbewusstein der Menschen, die den Raum betreten, immer neue Räume Realität werden lässt (wie einst auf Solaris). Nur so ein Gedanke. Im Podcast direkt nach dem Kino wieder draußen in der vertrauten Welt reden wir auch über die großartigen Darsteller, über Höhenangst und Jump Scares. Am Mikrofon: Marc, Hendrik, Tom und Thomas.
Folge 1415: Yuta Shimotsu - NEW GROUP (NipponConnection2026)
2026/07/03
NEW GROUP ist ein Film über den Konformitätsdruck in Japan – Schauplatz eine strenge Schule, geprägt von Mobbing und militärisch anmutendem Sportunterricht. Plötzlich fangen Schüler an Menschenpyramiden zu bilden – immer mehr Schüler, immer größere Pyramiden. Die Jugendlichen wirken dabei wie ferngesteuert. In Traumsequenzen wird Gesellschaftskritik sichtbar: geldgierige Politiker, die jeden Kontakt zur Realität verloren haben, und narzisstische, social media-süchtige Jugendliche ohne einen Hauch von Empathie.
NEW GROUP bietet keinen harten Horror, sondern ist gleichzeitig albern und bedrohlich. Der sehr unterhaltsame Film lässt einen über die eigenen gesellschaftlichen Mechanismen nachdenken – der Schrecken ist wie eine Nacht auf der Wiesn, wenn man keinen Alkohol trinkt :-) Den Podcast haben wir direkt nach dem Film auf Nippon Connection 2026 aufgenommen. Am Mikrofon: Markus Mäurer von translate or die, André, Andras, Alex von den Abspannguckern, Hendrik und Thomas.
Folge 1414: Kenichi Ugana - I FELL IN LOVE WITH A Z-GRADE DIRECTOR IN BROOKLYN (Burukkurin de Z kyu kantoku to koi ni ochita watashi) (NipponConnection2026)
2026/06/27
Ohne Geld, in einer völlig fremden Stadt, nachts betrunken und völlig würdelos in eigenem und fremdem Erbrochenen zu krabbeln wie ein Zombie – das sollte der totale Tiefpunkt sein für eine berühmte japanische Schauspielerin. Aber es kann auch der überraschende Start in eine Karriere als Darstellerin in Very-Low-Budget-Horrorfilmen in New York sein. Den Shiina stößt auf den Punk und leidenschaftlichen Independentregisseur Jack. Er steckt sie mit seiner überbordenden Begeisterung für das Filmemachen an.
Eine Komödie mit Charme über die Liebe zum Film, mit Clash of Culture, und Fish out of the Water – und haufenweise Anspielungen an die Horrorfilme der 70er und 80er Jahre. Helena erklärt im Podcast, welche Rolle Larry Fessenden hier spielt. Viele gut gesetzte Pointen, schöne Details und natürlich eine Portion RomCom-Kitsch und ein bisschen Verherrlichung der Billig-Video-Produktionen. Aber das schmälert den Spaß überhaupt nicht. Den Podcast haben wir direkt nach dem Film auf Nippon Connection 2026 aufgenommen. Am Mikrofon: Helena und Malte von Sneaky Monday, Alex von den Abspannguckern und Thomas.
Folge 1413: Das traditionelle Filmpodcast-Filmblog-Frühstück auf der Nippon Connection 2026
2026/06/26
Kein Nippon Connection ohne das FilmpodcasterFilmbloggerFrühstück. Diesmal hat uns das Festival einen Raum in der Arthur-Pfungst-Stiftung zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür – und für Kaffee, Croissants und Brezeln satt. In diesem Jahr haben wir uns schon am Donnerstag statt am Freitag getroffen und hatten entsprechend etwas weniger Filme bereits gesehen. Trotzdem eine Menge Eindrücke in unserem Podcast, denn auch in diesem Jahr haben wir das Aufnahmegerät rumgehen lassen. 2026 waren dabei: Karoline aka DieMelanie, Malte von Sneaky Monday, der Abspanngucker Alexander, Kaidan, Andras, André, Markus Mäurer von translate or die, Niklas vom Filmfest Aachen, Volker vom Randfilmfest Kassel, Dominic vom Filmmagazin Deadline, Daniel vom Altstadtkino und natürlich Thomas und Hendrik von SchönerDenken. Ein wunderbares Wiedersehen und Neukennenlernen. Das Frühstück ist offen für Alle! Viel Spaß bei unserer 35-Minuten-Episode :-)Shownotes
00:00 Begrüßung00:22 Thomas, SchönerDenken01:25 Hendrik, SchönerDenken02:52 Markus Mäurer, Translate or die03:43 Andras04:57 Johannes/Dingsdaninja06:50 Volker Beller, Randfestival09:38 Lucas Barwenczik, cuts, gelesen11:16 Niklas Michels, Fimlmfest Aachen13:10 Sascha, Deadline14:52 Christin/Kaisu life4books15:43 Andreas/Kaidan19:07 Dominic, Deadline20:58 Karoline/DieMelanie21:46 Malte, Sneaky Monday / bedroomdisco23:59 Helena, Sneaky Monday / bedroomdisco25:36 René, Abspanngucker26:32 Ende
Folge 1412: DISCLOSURE DAY - Die Wahrheit ist da draußen und im Fernsehen
2026/06/22
Ich habe ja eine Schwäche für diesen naiven Optimismus, der sich so oft in Spielbergs Filmen findet. Gute, empathische Menschen und gute, empathische Ausserirdische (die zwischendurch in der Gestalt von Tieren erscheinen – Achtung Kitschalarm). Und ich habe eine Schwäche für Spielbergs Inszenierung, wenn zum Beispiel die Veränderung der Augenfarbe und der Mimik reicht, um massiv an der Spannungsschraube zu drehen. Spielberg hat offenbar einen großen Spaß daran, Alien-Motive der 1950er und darüber hinaus zu zitieren.
Worum geht es? Im geheimen operierende Konzerne (angeführt von Colin Firth) jagen die Menschen, die mit den Aliens kommunizieren können und versuchen zu verhindern, dass „die Wahrheit“ enthüllt wird. Über weite Strecken ist DISCLOSURE DAY ein Thriller mit rasanten Verfolgungsjagden und punktet gerade im ersten Drittel mit Situationskomik – und natürlich mit der fantastischen Emily Blunt.
Aber der Film hat auch einige Schwächen: Mindestens einen Nebenhandlungsstrang hätte man weglassen können und sollen. Eine Portion Düsternis a la X-Files fehlt und am Ende spielt das gute alte Fernsehen eine sehr unrealistische Rolle. Trotzdem sehr unterhaltsam und wenn man den inneren 12-Jährigen channeln kann wie ich, sehr empfehlenswert. Direkt nach dem Kino gibt es im Podcast durchaus auch kritische Töne. Am Mikrofon: Heidi, Hendrik, Harald und Thomas.
Folge 1411: Ryuya Suzuki - JINSEI (Mumei no jinsei) (NipponConnection2026)
2026/06/19
Zu jedem richtig guten Filmfestival gehört dieser eine Mindfuck-Film, der einen sprachlos zurücklässt, der irritiert, begeistert, verärgert, beeindruckt, überfordert. Genau so ein Film ist JINSEI, ein Anime, der optisch zwischen Southpark und Avantgarde schillert und der inhaltlich an Twin Peaks und 2001 erinnert. Ryuya Suzuki hat im Alleingang diese Tour de Force geschrieben und gezeichnet, eine Biographie als Stream of consciousness: Unser Protagonist durchlebt Tiefen und Höhen, Ablehnung und Ruhm bis er in einer fernen Zukunft die Grenzen des Menschseins abstreift. Grob zusammengefasst.
Irgendwann erreicht man als Zuschauer den Punkt, wo man nicht mehr verstehen will, was man sieht und nur noch staunt, bewundert, träumt oder verzweifelt. Sehr sehenswert, wenn man bereit ist, aus seiner Komfortzone herausgerissen zu werden. Den Podcast haben wir spät in der Nacht direkt nach dem Film auf Nippon Connection 2026 aufgenommen. Am Mikrofon eine große, überwiegend begeisterte Runde: Niklas vom Filmfest Aachen, Volker vom Randfilmfestival, Malte von Sneaky Monday, Dominik von Deadline, Markus von translate or die, Alex von den Abspannguckern und Thomas von SchönerDenken.
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