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Forum

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Dieser Podcast hat
50 Episoden
Sprache
German
Erstellt am
2012/10/05
Neueste Episode
2026/04/23
Durchschnittsdauer
57 min.
Veröffentlichungsintervall
8 Tage

Beschreibung

Im «Forum» diskutieren Fachleute mit Hörerinnen und Hörern brennende aktuelle Themen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport. Das «Forum» ist live. Der Hörer- und Usereinbezug ist das Markenzeichen der Sendung «Forum». Die Hörerinnen und Hörer sind entweder live im Studio oder aber sie beteiligen sich per Telefon oder an der Online-Diskussion auf srf1.ch.

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Wie sehr werden Frauen benachteiligt?
2026/04/23
Beim Lohn, bei Beförderungen, bei der Sicherheit: Überall müssen Frauen gegenüber Männern Nachteile in Kauf nehmen. Ist die Gesellschaft unfair zu Frauen? Frauen sind häufiger Opfer von häuslicher Gewalt als Männer. Statistisch gesehen wird rund alle zwei Wochen eine Frau Opfer eines Femizids. Dabei gab es noch nie gab so viele Tötungen im häuslichen Bereich wie im letzten Jahr. Lohnunterschiede Sei es bei Beförderungen oder beim Lohn: Frauen werden bei der Arbeit benachteiligt. Gemäss dem Bund verdienen Frauen im Monat im Durchschnitt 16 Prozent weniger als Männer. Das entspricht rund 1300 Franken im Monat. Rund die Hälfte dieses Lohnunterschieds lässt sich durch Faktoren wie unterschiedliche Ausbildung oder Berufserfahrung erklären. Die restliche Differenz bleibt jedoch ungeklärt und stellt möglicherweise eine Lohndiskriminierung dar. Ausserdem sind Frauen in Führungspositionen untervertreten, sowohl in der Privatwirtschaft als auch in der öffentlichen Verwaltung. In Geschäftsleitungen liegt der Frauenanteil lediglich bei 22 Prozent, wie der Schilling Report 2026 zeigt. Ungleichgewicht in der Hausarbeit Auf der anderen Seite leisten Frauen deutlich mehr Hausarbeit und Betreuungsarbeit als Männer. Laut dem Bundesamt für Statistik investieren Frauen mehr als 32 Stunden pro Woche in Haus- und Familienarbeit, Männer 22 Stunden. Es stellt sich die Frage, wie die Situation der Frauen verbessert werden kann. Welche Massnahmen sind nötig im Kampf gegen häusliche Gewalt und Femizide? Umstritten ist, wie sehr die Firmen in der Pflicht stehen, damit Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern erreicht wird und Frauen in den Chefetagen besser vertreten sind. Debatte im «Forum» Darüber diskutieren am Donnerstag, 23. April, von 10 bis 11 Uhr in der Sendung «Forum» auf Radio und Fernsehen SRF 1: • Tamara Funiciello, Co-Präsidentin SP Frauen. Sie sieht dringenden Handlungsbedarf. • Barbara Steinemann, SVP-Nationalrätin. Sie sieht keine strukturelle Benachteiligung von Frauen.
Passagierrekord: Braucht es eine Flugticket-Abgabe?
2026/04/16
Die Schweizer Flughäfen verzeichneten im vergangenen Jahr neue Passagierrekorde. Doch das Fliegen belastet das Klima stark. Eine neue Initiative will deshalb Vielflieger mit einer Ticketabgabe zur Kasse bitten und Bahnreisen fördern. Braucht es eine Flugticket-Abgabe? In vielen Schweizer Kantonen haben die Frühlingsferien begonnen. In dieser Jahreszeit zieht es viele in den wärmeren Süden – oft per Flugzeug. Die Statistik zeigt: Die Lust am Fliegen ist wieder gestiegen. Schätzungsweise gegen 10’000 Kilometer legen Schweizerinnen und Schweizer jährlich in der Luft zurück – und etwa 2500 Kilometer auf der Schiene. 2025 verzeichneten die Schweizer Flughäfen Zürich, Genf und Basel vier Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr. Täglich sind über 1200 Flugzeuge in der Schweiz gestartet oder gelandet. Das ist mehr als vor der Corona-Pandemie – und ein neuer Rekord. Die boomende Fliegerei hat jedoch eine Kehrseite: Der Luftverkehr zählt zu den klimaschädlichsten Mobilitätsformen. Der Bundesrat schätzte 2021, dass das Fliegen rund 27 Prozent der gesamten Klimawirkung verursacht – mehr als jeder andere Sektor in der Schweiz. Die Umweltorganisation «Umverkehr» beginnt Ende April mit der Unterschriftensammlung für eine neue Initiative. Sie will Vielflieger zur Kasse bitten und das Bahnfahren attraktiver machen. Vorgesehen ist eine Abgabe von mindestens 30 Franken auf Flugtickets. Zwei Drittel der geschätzten jährlichen Einnahmen von 1,5 Milliarden Franken sollen als Mobilitätsgutscheine an die Bevölkerung zurückfliessen. Diese Gutscheine wären im öffentlichen Verkehr im In- und Ausland auf Zug- und Busverbindungen gültig. Der Rest soll in den internationalen Bahnverkehr fliessen, etwa in zusätzliche Direktverbindungen oder in den Ausbau von Nachtzügen. Gegnerinnen und Gegner einer Flugticket-Abgabe befürchten, dass Schweizer Fluggesellschaften gegenüber der ausländischen Konkurrenz benachteiligt wären. Zudem könnte die Abgabe das Gegenteil bewirken, so die Kritik: Passagiere würden für günstigere Preise Zwischenstopps und Umwege in Kauf nehmen und ab Mailand, Wien oder München fliegen, wo die Abgabe tiefer sei. Passagierrekorde an Schweizer Flughäfen: Braucht es eine Flugticket-Abgabe? Oder ist das kontraproduktiv und gefährdet Arbeitsplätze in der Schweiz? In der Diskussionssendung «Forum» debattieren: · Pro: Priska Wismer-Felder, Nationalrätin Mitte und im Komitee der Mobilitätsbon-Initiative · Contra: Thomas Hurter, Nationalrat SVP, Präsident Aerosuisse und Linienpilot
Social Media und Jugendschutz: Braucht es neue Grenzen?
2026/04/09
Soziale Medien sind für viele Jugendliche fester Teil des Lebens. Gleichzeitig wächst die Sorge vor Überforderung, Abhängigkeit und schädlichen Inhalten. Braucht es deshalb strengere Regeln zum Schutz von Kindern und Jugendlichen? Tiktok, Instagram, Snapchat: Kinder und Jugendliche sind heute früh auf Social Media unterwegs. Gleichzeitig nehmen die Bedenken zu, dass die Plattformen süchtig machen, den Schlaf stören, die Konzentration schwächen und psychischen Druck auslösen. Es geht um Mobbing, problematische Inhalte, Schönheitsideale und die Frage, was soziale Medien mit der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen machen. Auch in der Schweiz wird die Debatte intensiver. Kinder- und Jugendorganisationen fordern mehr Schutz, politisch wird über strengere Regeln und Altersgrenzen diskutiert. Andere warnen davor, mit einem Mindestalter ein Problem lösen zu wollen, das sich technisch leicht umgehen lässt. Sie sagen: Entscheidend sind Medienkompetenz, Begleitung und mehr Verantwortung der Plattformen. Braucht es also in der Schweiz ein Mindestalter für Social Media? Würde das Kinder und Jugendliche wirksam schützen oder wäre es vor allem Symbolpolitik? Und wer trägt die Verantwortung: der Staat, die Eltern, die Schule oder die Plattformen? Darüber diskutieren im Forum: · Pro Mindestalter: Jörg Berger, Verband Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz · Contra Mindestalter: Mirco Manetsch, Medienpädagoge
Alpenmaut: Löst eine Transitgebühr das Stauproblem?
2026/04/02
Reisende, welche die Schweiz mit dem Auto lediglich durchqueren, könnten künftig zur Kasse gebeten werden. Ist die «Alpenmaut» umsetzbar und bringt sie die erhoffte Entspannung auf der Nord-Süd-Achse? An Ostern, Pfingsten, zu Beginn der Sommerferien und an vielen Wochenenden staut sich der Verkehr am Gotthard und teilweise auch am San Bernardino auf mehreren Kilometern. Dies belastet nicht nur Anwohnerinnen und Anwohner, sondern auch die Umwelt. Bisher fanden politische Ideen, den Alpenverkehr mittels Gebühren zu steuern, keine Mehrheit. Doch das Blatt hat sich gewendet: Der National- und Ständerat haben entsprechende Motionen, unter anderem vom Urner Mitte-Nationalrat Simon Stadler und vom Tessiner SVP-Ständerat Marco Chiesa, deutlich angenommen. Lediglich die GLP sprach sich gegen die Forderung aus. Die Idee der Alpenmaut Gemäss Bundesamt für Statistik macht der Transitverkehr ein Drittel des Personenverkehrs über die Alpen aus. Der Binnenverkehr, sowie der Personenverkehr vom Ausland in die Schweiz und umgekehrt, machen ebenfalls jeweils rund einen Drittel aus. Die Einführung einer Transitgebühr, deren Höhe je nach Tag und Tageszeit variieren könnte, soll eine lenkende Wirkung entfalten und Stauspitzen glätten. Kritik und Herausforderungen Neben der GLP lehnt auch der Bundesrat das Anliegen ab. Eine flächendeckende Überwachung aller Grenzübergänge zur Durchsetzung einer Transitgebühr wäre mit hohem administrativem Aufwand und erheblichen Kosten verbunden. Zudem ist die tatsächliche lenkende Wirkung der Gebühr noch ungewiss. Auch die rechtliche Umsetzung ist komplex. Es müsste präzise definiert werden, was als Durchfahrt gilt und welche Art oder Dauer eines Aufenthalts in der Schweiz von der Transitgebühr befreit wäre. Zwar steht eine Durchfahrtsabgabe für Ausländerinnen und Ausländer gemäss Bundesrat nicht im Widerspruch zu den Abkommen zwischen der Schweiz und der EU, sie wäre den Beziehungen zur EU jedoch auch nicht förderlich. Nächste Schritte Der Bundesrat ist nun gefordert, eine Vorlage auszuarbeiten, die dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt wird. Letztlich könnte es zu einer Volksabstimmung kommen, da für die Umsetzung möglicherweise eine Verfassungsänderung notwendig ist. Löst die Alpenmaut das Stauproblem? Wie müsste die Gebühr gestaltet sein, um eine spürbare lenkende Wirkung zu erzielen? Und welche Auswirkungen hätte sie auf die Beziehungen zur EU? Darüber diskutieren im Forum: · Pro Alpenmaut: Simon Stadler, Nationalrat Die Mitte/UR · Contra Alpenmaut: Matthias Jauslin, Nationalrat GLP/AG · Verkehrsplanerische Einschätzung: Luca Urbani, IBV Hüsler AG (per Telefon zugeschaltet)
Staatliche Eingriffe: das richtige Rezept gegen Wohnungsnot?
2026/03/26
Verschiedene kantonale Volksinitiativen fordern staatliche Massnahmen, um die Wohnungsnot zu lindern. Ist dies der richtige Weg? Günstiger Wohnraum ist knapp – insbesondere in den Agglomerationen der grossen Städte und in den Tourismusgebiete. In Genf lag die Leerwohnungsziffer im letzten Jahr bei 0,34 Prozent, im Kanton Zürich bei 0,48 Prozent. Auf hundert Wohnungen kommt also nicht einmal eine freie. Weil die Zahl der freien Wohnungen seit Jahren sinkt, sucht die Politik dringend nach Lösungen. Im Kanton Zürich beispielsweise kommen im Juni gleich drei Volksinitiativen zur Abstimmung, die das Problem lösen wollen. Gemeinsam ist den Initiativen – so unterschiedlich sie sind –, dass sie neue staatliche Eingriffe verlangen. Bringen staatliche Eingriffe eine Besserung im Kampf gegen Wohnungsknappheit? In der Diskussionssendung «Forum» debattieren am Donnerstag, 26. März: Tina Deplazes, Präsidentin die Mitte Kanton Zürich. Sie setzt sich für die staatliche Förderung von Wohneigentum ein. Walter Angst, Co-Geschäftsleiter Mieterinnen- und Mieterverband Zürich. Er setzt sich für besseren Schutz von Mieterinnen und Mietern ein.
Soll die Schweiz wieder neue Atomkraftwerke bauen dürfen?
2026/03/19
Der Ständerat will das Neubauverbot für Atomkraftwerke kippen. Befürworter sehen darin die Rettung vor Stromengpässen im Winter und einen Beitrag zum Klimaschutz. Gegner warnen vor ungelösten Abfallproblemen und Milliardenkosten. Braucht die Schweiz neue AKW? Eigentlich schien das Kapitel geschlossen: Nach dem Schock von Fukushima 2011 beschloss die Schweiz den schrittweisen Atomausstieg. Seit 2017 ist der Bau neuer Kernkraftwerke per Gesetz verboten, doch jetzt folgt die politische Kehrtwende. Die Sorge vor Stromengpässen im Winter und das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu leben, verändern die Spielregeln. Der Ständerat hat soeben entschieden, das Neubauverbot für Atomkraftwerke aus dem Gesetz zu streichen. Die Schweiz folgt damit einem internationalen Trend. Auch in der EU wird der Atomausstieg mittlerweile von höchsten Stellen als "strategischer Fehler" bezeichnet. Für die Befürworter ist die Kernenergie zwingend nötig. Der Ausbau von Sonne und Wind schreite zu langsam voran, um die Wirtschaft verlässlich vor Stromlücken zu schützen Kritiker warnen hingegen vor einem unkalkulierbaren finanziellen Risiko und dem nach wie vor ungelösten Atommüll-Problem. Sie fürchten, dass allein die Diskussion um neue AKW die dringend nötigen Investitionen in erneuerbare Energien abwürgt. Soll der Staat die Tür für neue Atomkraftwerke wieder öffnen? Sind sie die Lösung für unsere Stromzukunft oder eine gefährliche Milliardenfalle? Darüber diskutieren im Forum: · Pro Atomkraft: Christian Wasserfallen, FDP-Nationalrat (BE) · Contra Atomkraft: Nils Epprecht, Geschäftsführer der Schweizerischen Energie-Stiftung Moderation: Sandra Schiess Online: Eric Dauer
Reparaturbonus: Soll der Staat Reparaturen subventionieren?
2026/03/12
Reparieren ist ökologisch sinnvoll, aber oftmals teurer als neu kaufen. Die Subventionierung von Reparaturen könnte Abhilfe schaffen. Die Schweiz gehört in Europa zu den Ländern, in denen am meisten weggeworfen wird. Jedes Jahr langen tonnenweise Elektrogeräte, Textilien, Möbel und anderes im Abfall oder im Recycling. Aus ökologischer Sicht wäre es in vielen Fällen sinnvoll, einen defekten Gegenstand zu reparieren. Oftmals ist eine Reparatur aber schwierig, oder teurer als ein Neukauf. Reparaturbonus Die hohen Kosten für Ersatzteile und Löhne verteuern Reparaturen. Abhilfe schaffen könnte ein «Reparaturbonus», also eine staatliche Subventionierung von Reparaturarbeiten. Diese gibt es bereits in der Westschweiz auf kommunaler Ebene. Prilly und Vevey übernehmen je nach Gegenstand 50-75% der Reparaturkosten (max. CHF 300.- bzw. 400.- pro Reparatur). Renens fördert die Reparatur von Smartphones mit pauschal CHF 50.-. Die Stadt Zürich startet dieses Jahr mit einem Pilotprojekt. Wer Elektrogeräte oder Kleidung flicken lässt, erhält 50% der Reparaturkosten erstattet (max. CHF 100.- pro Kopf und Jahr). Ausweitung auf die ganze Schweiz? Die Stiftung für Konsumentenschutz fordert einen schweizweiten Reparaturbonus. Vorbild dabei ist Österreich. Der Staat übernimmt 50% der Reparaturkosten (max. 130 Euro pro Reparatur) von diversen Alltagsgegenständen. Das Angebot ist ein grosser Erfolg und wird rege genutzt. Pro / Contra Die Befürworter erhoffen sich von einem Reparaturbonus günstigere Reparaturen, eine längere Lebensdauer von Alltagsgeräten und damit weniger Neukäufe. Dies führt zu weniger Abfall und schont die Ressourcen. Die Gegner kritisieren die Kosten für die Staatskasse und den hohen administrativen Aufwand. Zudem wird die Wirksamkeit der Massnahme in Frage gestellt. Bei vielen Billigprodukten ist die Reparatur teurer als der Neukauf. Und viele Elektronikgeräte sind gar nicht oder nur mit grossem Aufwand reparierbar. Soll der Staat Reparaturen finanziell unterstützen? Braucht es einen schweizweiten Reparaturbonus, was bringt er und wer profitiert davon? Darüber diskutieren im Forum: · Pro Reparaturbonus: Sara Stalder, Geschäftsführerin Stiftung Konsumentenschutz · Contra Reparaturbonus: Sebastian Vogel, FDP Gemeinderat Stadt Zürich
Überfüllte Notfälle: Braucht es die 50-Franken-Notfall-Gebühr?
2026/03/05
Wer ohne Ambulanz oder Überweisung von Arzt auf den Notfall geht, soll neu 50 Franken Gebühr bezahlen. Ja oder nein? Überlastete und überfüllte Notfallaufnahmen in den Spitälern sorgen seit Jahren für Schlagzeilen. Die Rede ist von langen Wartezeiten und überlastetem Personal. Mit ein Grund: Viele Patientinnen und Patienten suchen auch wegen Bagatellen oder einer simplen Grippe direkt den Notfall auf. Ein Vorstoss der GLP will Abhilfe schaffen. In der aktuellen Frühlingssession diskutiert der Nationalrat über einen Vorschlag seiner Gesundheitskommission: Wer in der Schweiz eine Notfallstation beansprucht, soll pauschal 50 Franken zusätzlich zum Selbstbehalt bezahlen. Die Gebühr soll Patientinnen und Patienten abschrecken, wegen Kleinigkeiten in eine Notaufnahme zu gehen – und so die Stationen entlasten. Die Gebühr wäre allerdings nicht obligatorisch für die ganze Schweiz. Die Kantone könnten freiwillig über eine Einführung entscheiden. Was sagen Befürworter des Vorstosses? Die Notfallstation zähle zu den teuersten Einrichtungen unseres Gesundheitswesens. Sie sollte nur bei schweren Verletzungen und Erkrankungen aufgesucht werden – nicht bei jedem «Bobo». Die Gebühr solle Betroffene auf die Frage sensibilisieren, ob der Notfall für ihr medizinisches Problem wirklich die richtige Adresse ist. So könnten jene Patientinnen schneller behandelt werden, die den Notfall wirklich dringend brauchen. Was sagen die Gegner? Aus der Gesundheitsbranche kommt breiter Widerstand. Die Gebühr verursache mehr Bürokratie und administrativen Aufwand und sei unfair gegenüber chronisch Kranken. Zudem zeige eine Erhebung der Krankenkasse Helsana: Der Anteil unnötiger Konsultationen sank von rund 10 Prozent im Jahr 2014 auf 6,4 Prozent im Jahr 2024. Viele Versicherte hätten zudem ein alternatives Versicherungsmodell (Telemedizin, Hausarzt etc.) gewählt und dürften mit Bagatellen gar nicht direkt ins Spital. Debatte im «Forum» Braucht es eine 50-Franken-Notfall-Gebühr, um die Notfallstationen zu entlasten? Oder ist das unnötige «Pflästerlipolitik»? In der Diskussionssendung «Forum» debattieren: • Patrick Hässig, GLP-Nationalrat und Pflegefachmann im Kindernotfall des Stadtspitals Zürich Triemli • Thomas Müller, Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Notfall- und Rettungsmedizin (SGNOR) und Chefarzt Notfallmedizin am Kantonsspital Graubünden
4 Jahre Ukrainekrieg - wie weiter mit den Geflüchteten?
2026/02/26
Vor vier Jahren hat Russland die Ukraine angegriffen. Der Krieg hat die grösste Flüchtlingswelle in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Aktuell halten sich 70'000 Geflüchtete aus der Ukraine in der Schweiz auf. Doch offen ist, wie lange sie hierbleiben dürfen. Nach dem Ausbruch des Krieges hat die Schweiz den Menschen aus der Ukraine kollektiv den Schutzstatus S gewährt. Dieser bietet unbürokratisch Schutz, ohne dass die Zehntausenden von Geflüchteten einzeln ein Asylverfahren durchlaufen mussten. Der Status S ist aber ausdrücklich ein vorübergehender Schutzstatus, er ist auf die Rückkehr ins Heimatland ausgerichtet. Unklar ist aber, wie es weitergeht. Nach fünf Jahren Aufenthalt haben die Betroffenen ein Anrecht auf eine Aufenthaltsbewilligung (eine so genannte B-Bewilligung). Sollen die Flüchtlinge dennoch in die Ukraine zurückkehren müssen, sobald eine Rückkehr zumutbar ist? Oder sollen sie in der Schweiz bleiben dürfen, sofern sie eine Arbeit gefunden haben und die Kinder die Schule besuchen? Debatte im «Forum» In der Live-Diskussionssendung «Forum» diskutieren: - Konstanze Burkard, Leiterin Kommunikation der Schweizerischen Flüchtlingshilfe. Sie fordert, dass die Geflüchteten eine Bleibeperspektive erhalten sollen. - Walter Gartmann, SVP-Nationalrat aus dem Kanton St. Gallen. Er verlangt, dass die Geflüchteten nur solange in der Schweiz bleiben dürfen, so lange sie in Gefahr sind.
Braucht es noch Klassen im ÖV?
2026/02/19
Privileg oder Notwendigkeit: Muss die 1. Klasse in unseren Zügen verschwinden? Das fordert der junge Verkehrs-Club der Schweiz mit einer Petition. In der 2. Klasse drängen sich Pendlerinnen und Pendler oft dicht an dicht. Sitzplätze sind knapp. Nur eine Glastür weiter gibt es viel Platz, mehr Ruhe und mehr Komfort. Die 1. Klasse kostet deutlich mehr, ist aber häufig spürbar weniger ausgelastet. Ist das ein fairer Ausgleich beim Preis oder eine Zweiklassengesellschaft? Der junge Verkehrs-Club der Schweiz (jungVCS) möchte die Klassentrennung abschaffen und hat dafür mit einer Petition 12.500 Unterschriften gesammelt. Die Unterstützung stammt aus der jüngeren Generation: Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Demoscope zufolge befürworten 60 Prozent der 15- bis 34-Jährigen das Ende der Klassentrennung. Die Petition besagt, dass der öffentliche Verkehr für alle gleich zugänglich sein muss, öffentliche Gelder sinnvoll eingesetzt werden sollen und Solidarität anstelle von Abgrenzung gefördert werden soll. Im Mittelpunkt der Kritik steht die wirtschaftliche Bilanz der Wagenklassen. Die Petitionäre stützen sich auf interne SBB-Unterlagen, wonach die 2. Klasse pro Nutzfläche 1,7-mal mehr Erlös erziele als die 1. Klasse. Der Vorwurf: Die Pendler in der 2. Klasse würden den Luxus der ersten Klasse faktisch quersubventionieren. Die Branchenorganisation Alliance SwissPass weist dies entschieden zurück. Zwar sei ein Erstklass-Billett rund 70 Prozent teurer, doch eine Quersubventionierung lasse sich nicht belegen. Vielmehr sei die tiefere Auslastung genau das Produkt, für das die Kundschaft bezahle. Eine Garantie auf Ruhe und einen freien Sitzplatz. Die SBB teilt mit, dass sie Verkaufszahlen nicht nach 1. und 2. Klasse getrennt veröffentlicht, weshalb derzeit keine unabhängige Einschätzung zur Rentabilität der einzelnen Klassen möglich ist. Bringt eine Einheitsklasse mehr Gleichheit und mehr Platz für alle? Oder schwächt sie ein bewährtes System, das Komfort bietet und wichtige Einnahmen generiert? Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern: Loa Wild, Vizepräsidentin Junge Grünliberale Schweiz (JGLP) ist gegen eine Abschaffung der Klassen im ÖV Nicolas Eichenberger, Vorstandsmitglied VCS beider Basel möchte keine Zweiklassen-Gesellschaft und ist für die Abschaffung der 1. Klasse. Moderation: Sandra Schiess Online: Pascale Folke
Individualbesteuerung: Mehr Gerechtigkeit oder neue Nachteile?
2026/02/12
Am 8. März entscheidet die Schweiz über die Einführung der Individualbesteuerung, welche die Heiratsstrafe abschaffen soll. Befürworter sprechen von mehr Gerechtigkeit, Gegner warnen vor neuen Ungleichheiten und zusätzlicher Bürokratie. Seit Jahrzehnten wird in der Schweiz über die sogenannte Heiratsstrafe gestritten: Verheiratete Doppelverdiener, zahlen bei der direkten Bundessteuer häufig mehr als unverheiratete Paare. 1984 hielt das Bundesgericht fest, dass Ehepaare steuerlich nicht benachteiligt werden dürfen. Viele Kantone schafften danach mit Splittingmodellen die Heiratsstrafe ab. Beim Vollsplitting wird das Gesamteinkommen halbiert und zu diesem Satz (50%) besteuert. Beim Teilsplitting gilt ein höherer Prozentsatz. Bundesgesetz über die Individualbesteuerung 2021 lancierten die FDP-Frauen Schweiz die «Steuergerechtigkeits-Initiative». Das Ziel: eine individuelle Besteuerung auf allen Steuerebenen (Bund, Kanton, Gemeinde). Bundesrat und Parlament einigten sich auf einen indirekten Gegenvorschlag. Zehn Kantone sowie SVP, Die Mitte, EVP und EDU haben je das Referendum ergriffen, weshalb nun das Volk entscheidet. Wer profitiert? Die Individualbesteuerung beseitigt die Heiratsstrafe. Entlastet würden tendenziell Ehepaare mit ähnlich hohem Einkommen sowie viele Rentnerpaare. Die Reform soll – so die Hoffnung vom Bund - mehr Menschen zu zusätzlicher Erwerbsarbeit motivieren und damit den Fachkräftemangel lindern. Wer verliert? Mehr bezahlen könnten Ehepaare im traditionellen Einverdiener-Modell oder mit stark ungleichem Einkommen, sowie unverheiratete Paare mit Kindern und mittleren bis höheren Einkommen. Zudem wird mit jährlich rund 600 Millionen Franken Steuerausfällen gerechnet, der grösste Teil beim Bund. Politische Debatte FDP, SP, Grüne und Grünliberale unterstützen die Vorlage. Sie sie ein guter Kompromiss und schaffe die Heiratsstrafe ab. Die meisten Haushalte würden profitieren. SVP, die Mitte, EVP und EDU lehnen die Reform ab. Sie sprechen von einem Bürokratiemonster, welches zu rund 1,7 Millionen zusätzlichen Steuererklärungen führe. Mehrere Kantone kritisieren, dass ihnen ein Systemwechsel aufgezwungen wird, welcher grossen Aufwand, Kosten und Steuerausfälle mit sich bringt. Der Bund sollte bei der Korrektur der Heiratsstrafe dem Vorbild der Kantone folgen. Die Mitte lancierte 2024 ihrerseits die «Fairness-Initiative». Diese will die gemeinsame Besteuerung behalten, aber die Heiratsstrafe über Splitting oder Zweiverdiener-Abzüge beseitigen, so wie es viele Kantone bereits anwenden. Sendung Bringt die Individualbesteuerung mehr Gerechtigkeit und entlastet den Arbeitsmarkt? Oder schafft sie neue Ungleichheiten und zusätzlichen Aufwand? Darüber diskutieren im Forum: Pro Individualbesteuerung: Christa Markwalder, Vorstandsmitglied FDP-Frauen Schweiz Contra Individualbesteuerung: Marianne Binder-Keller, Ständerätin Die Mitte, Kanton Aargau
Wie gross soll die SRG künftig sein?
2026/01/29
Bei der Abstimmung über die SRG-Initiative am 8. März geht es darum, wie viel Geld die SRG in Zukunft erhält. Rechts-Bürgerliche stehen dabei Mitte-Links gegenüber. Die SRG sei zu gross und verdränge die privaten Medienhäuser. Diese Ansicht vertritt ein Komitee aus Vertretern von SVP, Jungfreisinn und Gewerbeverband. Mit der SRG-Initiative soll die Radio- und Fernsehabgabe von heute 335 Franken im Jahr auf 200 Franken gesenkt werden. Ausserdem sollen alle Firmen von der Abgabe befreit werden. Gegen die Initiative wenden sich die Parteien des Mitte-links-Lagers und zahlreiche Sport- und Kulturverbände. Die SRG sei wichtig für den Service Public und dürfe nicht geschwächt werden, so die Argumentation der Initiativ-Gegner. Auch die Konferenz der Kantonsregierungen lehnt die SRG-Initiative ab. Die Berichterstattung aus allen Regionen sei wichtig. Gäste im «Forum» In der Diskussionssendung «Forum» debattieren am Donnerstag, 29. Januar 2026 über die SRG-Initiative: - Jonas Lüthy, Co-Präsident des Initiativkomitees «200 Franken sind genug!» - Amélie Galladé, Vorstandsmitglied des Komitees «Nein zur Halbierungsinitiative»
Braucht es einen Klimafonds - ja oder nein?
2026/01/22
Die Schweiz stimmt am 8. März 2026 über die «Klimafonds-Initiative» ab. Braucht es mehr Geld für den Klimaschutz? Oder tut die Schweiz bereits genug? Am 8. März 2026 stimmt die Schweiz über die «Klimafonds-Initiative» ab. Bei einem Ja müsste der Bund bis 2050 jährlich 0.5 bis 1 Prozent der Schweizer Wirtschaftsleistung in einen neu geschaffenen Klimafonds einzahlen. Im Jahr 2024 wären das vier bis acht Milliarden Franken gewesen. Ohne diese zusätzlichen Mittel werde die Schweiz ihre Klimaziele – das gesetzlich verankerte Netto-Null-Ziel zum Ausstoss von Treibhausgasen bis 2050 – deutlich verfehlen, sagen SP und Grüne, welche die Initiative lanciert haben. Der Klimafonds diene der Umsetzung des Volkswillens, so die Initianten. Mit diesem Fonds sollen mehr Gebäude isoliert, alte Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt und mehr Solarpanels auf Dächer gebaut werden. Gleichzeitig sollen mehr Fachkräfte in diesen Bereichen ausgebildet werden. Aber auch der öffentliche Verkehr und die Biodiversität sollen von diesem Geld profitieren. Die bürgerlichen Parteien Mitte, FDP und SVP sind gegen die Initiative. Auch der Bundesrat lehnt sie ab. Klimaminister Albert Rösti sagte in der Pressekonferenz vom 20. Januar, dass bereits viel für den Klimaschutz getan werde. Rund zweieinhalb Milliarden Franken jährlich gebe der Bund aktuell für Klima und Schutz der Biodiversität aus. Ein Klimafonds würde den angespannten Bundeshaushalt mit Mehrausgaben in Milliardenhöhe belasten, argumentiert der Bundesrat. Die Gegnerinnen und Gegner der Initiative kritisieren zudem, dass der Fonds nicht der Schuldenbremse unterstehen würde. Unklar ist auch, woher die Zusatzmilliarden stammen sollen. Tut die Schweiz bereits genug für den Klimaschutz? Oder braucht es einen Klimafonds? In der Sendung «Forum» diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern: · Beatrice Borio, Präsidentin Mitte-Frauen Basel-Landschaft und im Präsidium Mitte-Frauen Schweiz · Tobias Frehner, Wahlkampfleiter bei der FDP Kanton Bern und ehemaliger Präsident Jungfreisinnige Kanton Bern
Alkohol-Empfehlungen auf dem Prüfstand
2026/01/15
Empfehlungen zum Alkoholkonsum sollen Orientierung geben. Aktuell steht ihre Anpassung zur Diskussion. Auslöser für die Anpassungen ist die neue Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie hält fest, dass es keinen gesundheitlich unbedenklichen Alkoholkonsum gibt und dass bereits kleine Mengen mit Risiken verbunden sind. Der Bundesrat prüft deshalb eine Anpassung seiner Empfehlungen. Im Parlament regt sich dagegen Widerstand. Der Ständerat möchte verhindern, dass sich der Bund an der WHO orientiert und verweist auf laufende Studien sowie auf widersprüchliche Forschungsergebnisse. Kritiker befürchten eine Bevormundung der Bevölkerung und negative Folgen für Wirtschaft und Genusskultur. Befürworter einer Anpassung halten dagegen: Es gehe nicht um Verbote, sondern um transparente Information auf Basis des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands. Nur wer über Risiken informiert sei, könne eigenverantwortliche Entscheidungen treffen. Besonders wichtig sei dies für Jugendliche und andere vulnerable Gruppen. Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der viele Menschen ihren Alkoholkonsum bewusst hinterfragen. Der sogenannte «Dry January», bei dem im Januar freiwillig auf Alkohol verzichtet wird. Er macht das Thema auch im Alltag sichtbar, unabhängig von politischen Debatten. Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Braucht es angepasste Alkohol-Empfehlungen des Bundes oder genügt Eigenverantwortung? Im FORUM diskutieren Gäste mit Hörerinnen und Hörern: · Philip Bruggmann, Co-Chefarzt Innere Medizin, Suchtzentrum Arud, Zürich · Philipp Schwander, Mitinitiator Gaudium Suisse, «Genuss mit Haltung» und Master of Wine
Crans-Montana: Wie können wir das Unglück verarbeiten?
2026/01/08
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana hat sehr viele Opfer gefordert und das Land erschüttert. In der Bevölkerung sind die Betroffenheit und die Anteilnahme gross. Eine Woche nach dem schrecklichen Ereignis sprechen wir im «Forum» über die kollektive Verarbeitung des Unglücks. Der Brand in der Bar «Le Constellation» in der Silvesternacht war ein riesiger Schock – für Crans-Montana, aber auch für die Schweiz. 40 Tote und über 100 Verletzte! Wie konnte das nur passieren in unserem Land, das so viel Wert auf Regeln, Kontrollen und Sicherheit legt? Der Jahresanfang sollte ein verheissungsvoller Moment sein, der Auftakt zu etwas Neuem, Vielversprechendem. Doch die Wunderkerzen auf den Champagnerflaschen haben zur Katastrophe geführt und den Jahresauftakt verdunkelt. Im «Forum» vom Donnerstag, 8. Januar 2026, sprechen Fachleute darüber, wie den Betroffenen geholfen werden kann und wie wir als Gesellschaft dieses Unglück verarbeiten können – damit wir unsere Hoffnung und Zuversicht nicht verlieren. Gäste im «Forum» - Stina Schwarzenbach, reformierte Pfarrerin in der Stadt Winterthur - Urs Braun, Notfallpsychologe, Präsident des Vereins Notfallpsychologie

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