
Werben im Podcast: Erklär mir Pop
Dieser Podcast hat
77 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
SWRExplizit
Nein
Erstellt am
2014/01/07
Neueste Episode
2026/04/16
Durchschnittsdauer
8 min.
Veröffentlichungsintervall
9 Tage
Beschreibung
In welchem politischen Kontext ist ein Song entstanden? Warum hat der Gitarrist das Solo so und nicht anders gespielt? Was macht die Band heute? Prof. Udo Dahmen, künstlerischer Direktor a.D. der Popakademie Mannheim und Berater für Popländ Baden-Württemberg erklärt jede Woche die Hintergründe eines großen Songs der Popmusikgeschichte.
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„Joy Chant“ – Ritueller Groove mit Schlagwerk und Saxophon
2026/04/16
Die dänisch-amerikanische Perkussionistin Marilyn Mazur hat mit vielen namhaften Musikern zusammengearbeitet – bei diesem Titel ist es der Saxophonist Jan Garbarek. Er bewegt sich mit seinen Tönen auf einem Klangteppich, den Marilyn Mazur mit verschiedenen, zum Teil selbst gebauten perkussiven Instrumenten erzeugt. Pop-Experte Udo Dahmen schätzt besonders ihre Experimentierfreude und das Engagement für Frauen in der Musikszene. Bis zu ihrem Tod im vergangenen Dezember spielte Marilyn Mazur in der komplett weiblich besetzten Band „Shamania“.
Fury in the Slaughterhouse: „Won´t forget these days“
2026/04/10
Spätestens seit der Fußball WM 2006 kennen viele Menschen diesen Titel. Er eignet sich perfekt zur Hymne für besondere Ereignisse. Die Band „Fury in the Slaughterhouse“ hatte ihre große Zeit Anfang der 90er Jahre, als die Neue Deutsche Welle zu Ende ging. Die Musiker aus Hannover landeten mit diesem Ohrwurm auf ihrem zweiten Album ihren größten Hit. Ganz in der Tradition des Indiepop aus Großbritannien und USA wurden sie im Ausland oft gar nicht als deutsche Band wahrgenommen.
„In Memory of Elizabeth Reed“ – The Allman Brothers Band
2026/04/02
Der Song erschien erstmals im Jahr 1970 auf dem Album „Idlewild South“. Er zählt zu den wegweisenden Instrumentalstücken der Rockgeschichte und steht exemplarisch für den Sound der Band: den Southern Rock.
Geschrieben wurde der Mix aus Blues, Jazz-Fusion und Countrymusik vom Gitarristen Dickey Betts. Der Titel „In Memory of Elizabeth Reed“ bezieht sich auf eine Frau, deren Grabstein der Gitarrist auf einem historischen Friedhof in Macon im US-Bundesstaat Georgia gefunden hatte.
„1000 Knives" von Ryûichi Sakamoto und dem Yellow Magic Orchestra
2026/03/27
Der 2023 verstorbene Japaner Ryûichi Sakamoto war ein bedeutender Multikünstler - Musiker, studierter Musikethnologe, Filmkomponist und Schauspieler. Sakamoto zählt zu den wichtigsten Komponisten und Producer der elektronischen Szene. Die frühe Phase der deutschen Kultband Kraftwerk bezeichnete er als sein Vorbild. Doch Ryûichi Sakamoto selbst gilt im japanischen Umfeld als Pionier der elektronischen Musik, zusammen mit seinem Yellow Magic Orchestra gelangen ihm große internationale Erfolge.
Protest im Stil von Pete Seger: Bruce Springsteen singt gegen Trumps Abschiebepolitik an
2026/03/21
Anfang des Jahres erschossen Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE zwei Menschen in Minneapolis. Das heizte die Protestwelle deutlich an, und bei einer großen Demonstration am 30. Januar trat Bruce Springsteen auf mit seinem Song „Streets of Minneapolis“. In nur vier Tagen hat er das Stück geschrieben und produziert. Popexperte Udo Dahmen erklärt, dass sich Springsteen schon immer mit seinen Songs auf die Seite der kleinen Leute gestellt hat, der Schwachen und Verfolgten. Damit setzt er die Tradition von Bob Dylan oder Joan Baez fort, die sich in den 1950er/60er Jahren der Bürgerrechtsbewegung anschlossen.
„Limelight" von Rush
2026/03/13
Der Song „Limelight“ von Rush erschien 1981 auf dem Album Moving Pictures und gehört zu den bekanntesten Stücken der kanadischen Band. Die Band Rush, das waren der Bassist, Keyboarder und Sänger Geddy Lee, der Gitarrist Alex Lifeson und der Schlagzeuger Neil Peart. Inhaltlich beschäftigt sich „Limelight“ mit dem Leben im Rampenlicht.
„Lucky Dancer“ der Dresdner Band Ätna
2026/03/06
Gerade erst wurden sie mit dem Förderpreis des Kunstpreises der Stadt Dresden ausgezeichnet. Die Band Ätna stehe für Musik, die Grenzen sprengt und Herzen erreicht, lobt die Jury. Das Duo, das aus Sängerin Inéz Schäfer und Schlagzeuger Demian Kappenstein besteht, verbindet Jazz, Pop und elektronische Klänge und ist damit inzwischen auch international erfolgreich.
Seit dem gemeinsamen Jazz-Studium an der Dresdner Musikhochschule hätten die beiden konsequent an der Weiterentwicklung ihrer elektronischen Sounds gearbeitet, so der Mannheimer Popexperte Udo Dahmen. Ihn beeindruckt besonders die Zusammenarbeit von Ätna mit verschiedenen Streichorchestern wie zum Beispiel mit dem Kammerorchester ensemble reflektor. Der Song „Lucky Dancer“ ist auf dem Album „Ätna“ im Oktober 2024 erschienen, das von Krisen, Vergänglichkeit und Empathie erzählt.
„Second Best" von der britischen Band The Last Dinner Party
2026/02/27
The Last Dinner Party ist eine britische Rockband aus London - fünf Musikerinnen, die ihren Stil des opulenten Rockmelodrams überzeugend präsentieren. Mit ihren theatralischen Auftritten treten sie ein für die Rechte der Frauen. Sie haben erst 2020 zusammengefunden, hatten aber schon 2024 ihren internationalen Durchbruch und konnten bereits etliche Preise abräumen. „Second Best" ist ein Song von ihrem zweiten Album „From The Pyre" (2025) und zeigt die Entwicklung von einer Rockoper mit großem Chor hin zu einem Rock- und Punkklassiker.
„I Put a Spell on You“ von Joss Stone und Jeff Beck
2026/02/20
Laut Musikmagazin Rolling Stone zählt der Song zu den 500 besten aller Zeiten, die die Rockgeschichte geprägt haben. Geschrieben wurde er 1956 von Screamin’ Jay Hawkins und bis heute wurde der Song vielfach gecovert: von Nina Simone über Annie Lennox bis Bonnie Tyler. Eine ganz besonders gelungene Version stammt von der Soulsängerin Joss Stone und dem Jazz-Rock-Gitarristen Jeff Beck – findet der Mannheimer Popexperte Prof. Udo Dahmen.
„Schreien“ von Paula Carolina
2026/02/04
Paula Carolina veröffentlicht erst seit 2021 Musik. Nachdem ihr Debütalbum „Aus der Blüte des Lebens“ noch nach progressivem, akustischem Indie-Pop-Rock klang, kommt ihre Single „Schreien“ jetzt wie ein NDW-Hit daher. Der Song handelt von Reizüberflutung, Großstadtgefühlen und Alltagsbeobachtungen in Berlin und der Freiheit einer jungen Generation. Ganz klar: Paula Carolina surft hier auf ihrer ganz eigenen neuen deutschen Welle, meint unser Experte für Popmusik Udo Dahmen.
„Sugah Daddy" von D'Angelo
2026/01/28
Der Song erschien 2014 auf dem Album „Black Messiah“ von D’Angelo, der mit bürgerlichem Namen Michael Eugene Archer hieß. Den Künstlernamen gab sich der US-amerikanische R&B-Musiker, der im Oktober 2025 im Alter von 51 Jahren gestorben ist, vermutlich in Anlehnung an den Renaissance-Künstler Michelangelo.
Musikalisch ist „Sugah Daddy“ stark vom Funk der 1970er-Jahre geprägt. Mit seiner Mischung aus Soul, Funk, Jazz und Hip-Hop gilt D’Angelo als wichtiger Impulsgeber der sogenannten Neo-Soul-Bewegung der 90er Jahre. Inhaltlich spielt der Song ironisch mit Macht, Begehren und Rollenbildern und kann auch als gesellschaftlicher Kommentar verstanden werden. Und er steht für den Anspruch D’Angelos, Musik nicht nur als Unterhaltung, sondern auch als Ausdruck von Haltung und kulturellem Bewusstsein zu verstehen.
„Fade to Grey“ – Visage
2026/01/16
Der Song aus dem Jahr 1980 gilt als Meilenstein der New Romantic-Bewegung. Den Text und die melancholische Melodie schrieb Midge Ure, der spätere Sänger von Ultravox. Sowohl er als auch alle anderen Musiker kamen aus der Londoner Punk- und frühen Elektroszene.
„Like The Way I Do“ von Melissa Etheridge
2026/01/09
Ein kraftvoller Song über Beziehungen, Freiheit, Treue und Untreue: Mit „Like The Way I Do“ schaffte Melissa Etheridge nicht nur den Durchbruch in Europa, sondern schrieb auch einen 80er-Jahre Klassiker. Veröffentlicht wurde der Titel auf ihrem Debütalbum am 2. Mai 1988. Interessant ist, dass Melissa Etheridge hier nicht über eine Mann-Frau Beziehung singt, sondern über eine gleichgeschlechtliche Liebe. Da sie ihr Coming Out aber erst fünf Jahre später hatte, war das zunächst keineswegs klar. Melissa Etheridge macht seit 1993 kein Geheimnis aus Ihrer Homosexualität und setzt sich schon lange für die Rechte der LGBTQ-Community ein. „Like The Way I Do“ beschreibt sie selbst wegen seiner Leidenschaft und Offenheit als einen ihrer besten und persönlichsten Songs.
„Heart of Glass“ von Blondie
2026/01/02
Inhaltlich geht es um ein zerbrechliches Herz, während der Song musikalisch Wave-Punk und Euro-Disco zusammenbrachte. Eine Provokation für die Punkszene 1978, in der Disco als absolut uncool galt. Der Song war damals der absolute Hit der US-amerikanischen Band, die wenige Jahre zuvor in New York gegründet wurde von Debbie Harry und Chris Stein. „Heart of Glass“ stürmte die Charts, ist längst in die „Grammy Hall of Fame“ aufgenommen worden und auch als Coverversion von Miley Cirus ging er erneut durch die Decke.
„Marathon“ von der Hamburger Band Meute
2025/12/23
Blasmusik und Techno - eine sehr eigenwillige Kombination, die bei dieser Formation perfekt zusammengeht. 2015 hat der Trompeter Thomas Burhorn „Meute“ als 11-köpfiges Bläserensemble gegründet. Dabei spielt die Gruppe nicht nur auf der Festivalbühne oder im Club, sondern sucht sich als Techno-Marching-Band auch öffentliche Räume.
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