
Werben im Podcast: Zeitgeschichte erleben. Der Podcast der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung
Dieser Podcast hat
157 Episoden
Sprache
GermanHerausgeber
Bundeskanzler-Willy-Brandt-StiftungExplizit
Nein
Erstellt am
2020/07/08
Neueste Episode
2026/10/06
Durchschnittsdauer
82 min.
Veröffentlichungsintervall
22 Tage
Beschreibung
Bei "Zeitgeschichte erleben" featuren wir unsere besten Veranstaltungen, exklusive Interviews und Gesprächsreihen rund um Politik, Gesellschaft und Geschichte. Wir erinnern an das Leben und politische Wirken Willy Brandts – und schlagen Brücken von damals in die Gegenwart.
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Kosmopolitismus in der Praxis. Weltbürgertum auf dem Prüfstein des Handelns
2026/10/06
Kann Weltbürgertum mehr sein als eine Utopie? Dem Staatsrechtler Carl Schmitt zufolge nicht: Kosmopolitismus löse sich in Luft auf, sobald man versuche, ihn in die Praxis umzusetzen; es handele sich um eine Weltsicht, die entpolitisiere. Doch in der Zeit zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg, in den Jahren von 1919 bis 1939, gab es Projekte, in denen Kosmopolitismus ernst genommen und anzuwenden versucht wurde. Ein Vorhaben, das viele Fragen aufwarf: Wie führt man eine gemeinsame Sprache ein, die es der Menschheit ermöglicht, zu einer Einheit zusammenzufinden? Lassen sich Kinder und Jugendliche zu Weltbürgern erziehen? Wie soll eine künftige Weltregierung die Loyalität ihrer Beamten gewinnen, wenn diese gleichzeitig ihren Herkunftsländern verpflichtet sind?
Der Historiker Malte König untersucht in „Kosmopolitismus in der Praxis. Weltbürgertum auf dem Prüfstein des Handelns 1919–1939“ (Campus 2025) die Handlungswirksamkeit kosmopolitischen Gedankenguts in der europäischen Politik der Zwischenkriegszeit. Nicht die Utopien stehen im Zentrum, sondern die konkrete Umsetzung des Kosmopolitismus in den Feldern Kommunikation, Erziehung, gelebte Weltgemeinschaft, Menschenrechte und Völkerbund.
Auf die Vorstellung des Buches durch Malte König folgt ein Kommentar von Isabella Löhr (Freie Universität Berlin). Die anschließende Diskussion wird von Dierk Hoffmann (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin) moderiert.
Veranstaltung In Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München–Berlin.
Berlin 1936 / Barcelona 1937. Wie Willy Brandt zum Sozialdemokraten wurde - Vortrag von Bernd Rother
2026/09/29
Seit wann war Willy Brandt Sozialdemokrat: seit der Zeit in der Arbeiterjugend, seit dem Beitritt in die Lübecker SPD 1930 oder doch erst seit 1944, als er sich in Stockholm wieder der SPD anschloss? Der Historiker Bernd Rother zeigt in seinem Vortrag, dass neben den skandinavischen Erfahrungen die Aufenthalte in Berlin 1936 und in Barcelona 1937 entscheidend waren. In Berlin lernte Brandt, wie wenig Politik für viele Menschen bedeutete, und in Barcelona erlebte er, wie skrupellos die Stalinisten die Freiheit der Andersdenkenden unterdrückten.
Der Vortrag wurde am 28. September 2026 im Willy-Brandt-Haus Lübeck gehalten.
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Bildnachweis: fredstein.com
Wer schweigt, wird schuldig! Hörstück zum 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer
2026/08/11
„Wer schweigt, wird schuldig!“, mahnen Günter Grass und Wolfdietrich Schnurre kurz nach
dem Bau der Berliner Mauer 1961 und nennen die Manifestierung der Teilung „das Unrecht
vom 13. August“. Stephan Hermlin antwortet umgehend und erteilt „den Maßnahmen der
Regierung der Deutschen Demokratischen Republik [s]eine uneingeschränkte ernste
Zustimmung“. Annemarie, eine junge Ost-Berliner Bürgerin, fragt ihren Bruder Rulle in
einem Brief: „Was haben wir nur verbrochen??“. Und Willy Brandt? Der prangert die
„brutale Teilung“ und „rechtswidrigen Maßnahmen des Ulbricht-Regimes“ an und kann den
Absperrungen mitten durch die Stadt zunächst doch nur ohnmächtig zusehen.
Diese und weitere zeitgenössische Reaktionen auf die dramatischen Ereignisse vor 65 Jahren
ergeben eine Collage aus politischen, literarischen und persönlichen Impressionen aus Ost
und West. Gelesen von der Schauspielerin Sigrid Dettlof und dem Schauspieler Ludwig-
Christian Glockzin erinnern die Texte an die tiefen Einschnitte in das Leben der Deutschen
auf beiden Seiten der Mauer.
Arrangement: Julius Bartholdt, Günter Grass-Haus & Anne Küpperbusch, Willy-Brandt-Haus
Lübeck, Aufnahme und Schnitt: Hendrik Große-Homann
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Bildnachweis: Bundesbildstelle
Hören und Sprechen im Krieg. Alltagskommunikation im Nationalsozialismus 1939–1945
2026/06/30
Buchpräsentation und Diskussion
Hören und Sprechen im Krieg. Alltagskommunikation im Nationalsozialismus 1939–1945
23. Juni 2026 im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors
Im Januar 1942 schlug der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS Alarm: Die Bevölkerung baue sich „ihr Bild“ zusammen und übernehme „die unsinnigsten Gerüchte“ kritiklos. Was der SD als ein Problem wahrnahm, bildet den Ansatzpunkt für das Buch „Hören und Sprechen im Krieg“ (2025) von Felix Berge. Auf breiter Quellenbasis untersucht er die Alltagskommunikation in der deutschen Gesellschaft im Zweiten Weltkrieg als Sammlung, Aneignung und Verbreitung von Informationen. Wie tauschten sich Menschen unter den Herrschaftsbedingungen des Nationalsozialismus aus? Wie veränderte sich Kommunikation im Krieg, als das Vertrauen in die Medien zerfiel und die Wahrheit von allen Seiten unter Beschuss geriet? Informelle Kommunikation konnte die Gesellschaft in der Krise strukturieren, verlieh Individuen Souveränität und war ein Überlebensmittel. Wer mehr wusste, besaß Vorteile. Doch die Deutschen artikulierten auch Ängste und Gewalt, sie sprachen über Verbrechen und Holocaust. Das NS-Regime bekämpfte diese „Gerüchtemacherei“ nicht nur, es nutzte informelle Kommunikation in der „Mundpropaganda“ auch selbst.
Auf die Vorstellung des Buches durch Felix Berge folgt ein Kommentar von Andrea Riedle (Topographie des Terrors). Die anschließende Diskussion wird von Dierk Hoffmann (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin) moderiert.
Eine Kooperationsveranstaltung der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, des Instituts für Zeitgeschichte München–Berlin und des Dokumentationszentrums Topographie des Terrors
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Lübecker Verfassungsrede 2026 - Vortrag von Heike Krieger
2026/05/27
Das Völkerrecht sei weltfremd, sich dafür einzusetzen naiv. Es bewirke wenig und schütze letztlich nur Autokraten. Immer mehr Stimmen bezweifeln ganz grundsätzlich die Bedeutung des internationalen Rechts für die Bundesrepublik Deutschland. Anders aber lauten die Vorgaben des Grundgesetzes, das eine Hinwendung zu internationaler Kooperation und der Herrschaft des Rechts postuliert. Warum es auch aus der Perspektive der deutschen Verfassung erforderlich bleibt, sich für die Geltung des Völkerrechts einzusetzen, beleuchtet Heike Krieger in ihrem Vortrag.
Heike Krieger ist Professorin für Öffentliches Recht und Völkerrecht an der Freien Universität Berlin. Sie ist Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Internationales Recht und war von 2007 bis 2014 Richterin des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Allgemeinen Völkerrecht, im humanitären Völkerrecht und im Menschenrechtsschutz.
Am 23. Mai 2026 hielt Heike Krieger die Lübecker Verfassungsrede.
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Bildnachweis: Margret Witzke
„Freundesland“ – Rut Brandts Erinnerungen
2026/04/27
Lange Jahre waren sie vergriffen, jetzt hat der Lübecker Verlag Rote Katze sie neu aufgelegt: Die Erinnerungen der Norwegerin Rut Brandt, die sie 1992 unter dem Titel „Freundesland“ veröffentlicht hatte. Die Neuerscheinung ist Anlass für eine Würdigung dieser beeindruckenden Frau, die wie ihr Ehemann Willy Brandt aus einfachen Verhältnissen stammte, wie er im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv war, nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihm nach Deutschland ging und ihn bis zur Scheidung 1980 durch die Höhen und Tiefen seiner politischen Karriere begleitete. Doch Rut Brandt war viel mehr als nur Wegbegleiterin eines berühmten Politikers. Sie war in vielerlei Hinsicht auch seine Wegbereiterin.
Am 23. April 2026 hielt die Historikerin Bettina Greiner dazu einen Vortrag. Anschließend sprach Sie mit
Björn Engholm, Ministerpräsident a.D. Schleswig-Holstein, und Rosemarie Bouteiller, Vorsitzende der Erich-Mühsam-Gesellschaft. Begrüßung: Bernd Saxe, Rote Katze Verlag
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Vergangenheit als Argument: Erinnerungspolitische Deutungskämpfe seit 1945
2026/04/27
Vergangenheit als Argument: Erinnerungspolitische Deutungskämpfe seit 1945
Buchsalon am 23.4.2026 im Forum Willy Brandt Berlin
Die Frage nach der historischen Verantwortung, die aus der NS-Vergangenheit erwachsen ist, prägt die Debatten in Politik, Gesellschaft, Medien und Wissenschaft bis heute. Bereits unmittelbar nach 1945 begannen die Deutungskämpfe über den Umgang mit dieser Vergangenheit: Wie konnte es dazu kommen? An welche Opfer wird wie erinnert? Wen versteht man als Täter, wen als Mitläufer und wie sollte man mit ihnen umgehen? Und worauf genau bezieht sich eigentlich das „Nie wieder“? Seit mehr als acht Jahrzehnten werden diese Fragen unter sich wandelnden Vorzeichen immer wieder neu und kontrovers diskutiert.
Zwei eindrucksvolle neue Veröffentlichungen beleuchten diese Debatten aus unterschiedlichen Blickwinkeln: In „Never Again: Germans and Genocide After the Holocaust“ untersucht der US-amerikanische Historiker Andrew I. Port, wie die Auseinandersetzung mit dem Holocaust im geteilten und im geeinten Deutschland den Umgang mit anderen Genoziden geformt und beeinflusst hat. Die Historikerin und Kulturwissenschaftlerin Marie Müller-Zetzsche analysiert in ihrem im Mai erscheinenden Buch „Erneuerung der alten Rechten“ deren gezielte Versuche, den Erinnerungsdiskurs im Sinne ihrer Politik und Ideologie zu lenken. Moderiert von Frank Wolff stellen beide Gäste in der zweiten Ausgabe unseres Buchsalons ihre Bücher vor.
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Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934 mit Jens Bisky
2026/04/21
Der Aufstieg radikaler Kräfte in Deutschland begann nicht erst 1933. Der Tod des Außenministers Gustav Stresemann und die Weltwirtschaftskrise läuteten bereits 1929 den Anfang vom Ende der Weimarer Republik ein und ermöglichten Hitlers Aufstieg. Demokratische Republik oder faschistischer Staat – so lautete ab Sommer 1930 die Alternative. Was folgte – die Pulverisierung der bürgerlichen Milieus, der Aufruhr der Mittelschichten, die Selbstüberschätzung der Konservativen und Nationalisten, die sich einbildeten Hitler zähmen zu können, Verelendung und Bürgerkriegsfurcht – mündete in der verbrecherischsten Diktatur des 20. Jahrhunderts.
Der Autor Jens Bisky beschreibt in „Die Entscheidung. Deutschland 1929 bis 1934“ (Rowohlt 2024) wie die Weimarer Republik in einem Wirbel aus Not und Erbitterung zerstört wurde. Am 15. April 2026 ging er im Gespräch mit der Journalistin Frauke Hamann der Frage nach, wie eine demokratische Republik im Faschismus enden konnte.
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Bildnachweis: Olaf Malzahn
Die Deutsch-Israelischen Studiengruppen und die frühen studentischen Kontakte mit Israel 1948-1972
2026/03/27
Die Deutsch-Israelischen Studiengruppen und die frühen studentischen Kontakte mit Israel 1948-1972
Buchvorstellung mit Vortrag und Diskussion im Forum Willy Brandt Berlin
1957 gründete der israelische Student Jochanan Bloch an der Freien Universität Berlin die erste Deutsch-Israelische Studiengruppe. Nach dem Berliner Vorbild konstituierten sich in den folgenden Jahren auch an anderen westdeutschen Universitäten parallele Gruppen. Mitte der 1960er-Jahre existierten zeitgleich insgesamt 19 solcher Gruppen mit etwa 600 bis 800 Mitgliedern. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen von Nationalsozialismus und Holocaust engagierten sich die Mitglieder in Deutschland für die NS-Aufarbeitung, gegen den Antisemitismus und für engere Kontakte mit Israel.
Jonas Hahn bettet die Geschichte dieser studentischen Vereinigung in den größeren Kontext der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte sowie der frühen deutsch-israelischen Beziehungen ein. Auf Grundlage einer umfangreichen Quellensammlung liefert der Autor eine sozialgeschichtliche Analyse der Anfänge des deutsch-israelischen Beziehungsverhältnisses, in dem studentische und gesellschaftliche Akteure eine Vorreiterrolle einnahmen und mit ihrem Engagement politischen Entwicklungen und der offiziellen Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel im Jahr 1965 den Weg ebneten.
Auf die Vorstellung des Buches durch Jonas Hahn folgt ein Kommentar von Daniel Mahla (Universität Haifa). Die anschließende Podiumsdiskussion wird von Kristina Meyer moderiert.
Unser Gast Daniel Mahla konnteTintra wegen der anhaltenden Kriegssituation derzeit leider nicht aus Israel anreisen. Den Kommentar zur Buchvorstellung von Jonas Hahn übernimmt dankenswerterweise die Historikerin Zarin Aschrafi von der Universität Leipzig
In Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München−Berlin
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Katharina Focke: Verantwortung für Europa
2026/03/19
Katharina Focke: Verantwortung für Europa
Vortrag und Gespräch am 10. März im Willy-Brandt-Forum Unkel
Katharina Focke (1922–2016) gilt als bedeutende europapolitische Pionierin der Bundesrepublik. Sie war eine Politikerin der SPD und eine bedeutende Vertreterin der europäischen Idee im Nachkriegs-Deutschland. Focke trat 1964 der Partei bei und wurde 1966 in den Landtag von NRW gewählt, wo sie bis 1969 tätig war. Zu dieser Zeit konzentrierte sie sich auf europäische und soziale Fragen. Nach ihrer Wahl in den Deutschen Bundestag 1969 ernannte Willy Brandt sie zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundeskanzleramt. Sie fungierte als enge Beraterin in Bezug auf Europapolitik, Bildungsfragen und Bund-Länder-Beziehungen. 1972 wurde sie Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Focke trat 1979 bei den ersten Direktwahlen zum Europäischen Parlament an und war dort bis 1989 Abgeordnete. Sie setzte sich stark für Entwicklungs- und Zusammenarbeitspolitik ein und war von 1984 bis 1987 Vorsitzende des Ausschusses für Entwicklung und Zusammenarbeit. Außerdem war sie 1984 SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl.
Der Historiker Tom Hillebrand wird in seinem Vortrag die europapolitische Karriere Fockes betrachten. In seinem laufenden Dissertationsprojekt untersucht er Fockes europapolitischer Erfolge und den Symbolcharakter Fockes für eine sich verändernde SPD in den 1960er und 1970er Jahren. Im Anschluss wird Scott Krause, Leiter des Willy-Brandt-Forums Unkel, ein Gespräch zwischen Tom Hillebrand und Karsten Brenner, ehemaliger Büroleiter Fockes, moderieren.
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Die angespannte Mitte. Studienvorstellung und Diskussion mit Fokus auf Schleswig-Holstein
2026/03/05
Seit 2006 gibt die Friedrich-Ebert-Stiftung etwa alle zwei Jahre eine neue Ausgabe der „FES-Mitte-Studie“ heraus. In dieser Studie werden die Verbreitung, Entwicklung und Hintergründe rechtsextremer, menschenfeindlicher und antidemokratischer Einstellungen in der deutschen Gesellschaft untersucht. Die diesjährige Ausgabe unter dem Titel „Die angespannte Mitte“ blickt auf die Normalisierung des Rechtsextremismus und aktuelle Entwicklungen in Zeiten globaler Verunsicherungen.
In der Mitte der Gesellschaft ist die Anspannung durch polarisierende Debatten, äußere Konflikte, innere Krisen, geschürte Ängste und reale Probleme zu spüren. Ein Großteil nimmt diese Anspannung in Form einer Bedrohung durch den Rechtsextremismus wahr. Gleichzeitig ist jedoch in der Mitte der Gesellschaft eine Normalisierung bezüglich bestimmter antidemokratischer und menschenfeindlicher Aussagen zu beobachten.
Diese und weitere Ergebnisse diskutierten am 4. März 2026 im Willy-Brandt-Haus Lübeck Amelie Nickel, Co-Autorin der Studie, Niclas Dürbrook, MdL und SPD-Fraktionssprecher für Rechtsextremismus, und Torsten Nagel, Regionale Beratungsteams gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein. Moderation: Cosima Schmitt, Journalistin, Begrüßung: Bettina Greiner, Leiterin Willy-Brandt-Haus Lübeck und Stine Klapper, Leiterin Regionalbüro Nord der Friedrich-Ebert-Stiftung
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Bildnachweis: Dietz/bergsee, blau
Transit 64. Buchvorstellung und Gespräch mit Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland
2026/02/24
Es ist kalt in Ostberlin, als Marlene Dietrich im Januar 1964 für einen Zwischenstopp in ihrer früheren Heimatstadt landet. Mit Deutschland hat sie gebrochen und möchte so schnell wie möglich nach Warschau weiterreisen. Doch in Westberlin warten zwei Männer auf sie: Der Regierende Bürgermeister Willy Brandt und sein Sprecher Egon Bahr wollen sie bei der Wahl des Bundespräsidenten gegen den Alt-Nazi Heinrich Lübke antreten lassen.
Was, wenn es so passiert wäre? Auf der Bühne des Kalten Krieges entwickeln die Autoren Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland in „Transit 64“ (Hanser 2025) aus Fiktionen, Fakten und Bildern eine irrwitzige Geschichte. Sie handelt von Freiheit, Diktatur, Widerstand, Exil und Anpassung und verlängert das 20. Jahrhundert in die Gegenwart. Die Buchvorstellung am 19. Februar 2026 im Willy-Brandt-Haus Lübeck wurde moderiert vom Literaturkritiker Rainer Moritz. Begrüßung: Bettina Greiner, Leiterin Willy-Brandt-Haus Lübeck
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Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945
2026/01/30
In einer schweren Krise wurde die NSDAP 1932 zur mit Abstand stärksten Partei gewählt. Bald konnte sie die Macht übernehmen und auf wachsende gesellschaftliche Zustimmung bauen. Hitler brauchte den Krieg – das Volk fürchtete sich davor. Dennoch terrorisierten schließlich 18 Millionen deutsche Soldaten Europa. Wie kam es dazu? Warum beteiligten sich Hunderttausende an beispiellosen Massenmorden?
Der Historiker Götz Aly zählt zu den bekanntesten Autoren zur Geschichte des Nationalsozialismus und des Holocaust. In seinem neuen Buch „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“ (S. Fischer 2025) schildert er in einer fesselnden Erzählung die Herrschaftsmethoden, mit denen die NS-Machthaber Millionen Deutsche in gefügige Vollstrecker oder in vom Krieg abgestumpfte Mitmacher verwandelten – und von denen nicht wenige beängstigend aktuell sind. Moderiert wurde die Buchvorstellung von der Historikerin Birthe Kundrus (Universität Hamburg).
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Siegfried Aufhäuser. Gewerkschafter, Politiker und jüdischer Sozialist, 1884-1969
2026/01/06
Siegfried Aufhäuser zählte in der Weimarer Republik zu den prominentesten Akteuren der Angestelltengewerkschaften. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände (AfA) rief er 1920 zum Generalstreik gegen den Kapp-Lüttwitz-Putsch auf. Im Reichstag profilierte sich der linke SPD-Abgeordnete vor allem in der Sozialpolitik und war maßgeblich am Gesetz zur Arbeitslosenversicherung und der Etablierung der Arbeitsgerichtsbarkeit beteiligt. Nach dem 30. Januar 1933 versuchte er vergeblich, seine Partei und die Gewerkschaften von einem Generalstreik gegen die NS-Machtübernahme zu überzeugen. Aufhäuser, der als Jude und Sozialist jederzeit mit seiner Verhaftung rechnen musste, entschloss sich im Mai 1933 zur Flucht aus Deutschland. Nach Exilstationen in Paris, Prag und London gelangte er 1939 nach New York, wo er als Journalist arbeitete und sich in der German Labour Delegation sowie im Council for a Democratic Germany engagierte. 1951 kehrte er nach West-Berlin zurück, wo er im Alter von 67 Jahren den Vorsitz des Landesverbandes der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft übernahm.
Der Historiker Christian Zech zeichnet das bewegte politische Leben Siegfried Aufhäusers in seinen verschiedenen Facetten nach und eröffnet mit seiner Biografie neue Blickwinkel auf die Geschichte der Angestelltengewerkschaften, der Sozialdemokratie und der Remigration jüdischer NS-Verfolgter nach 1945. Nach der Vorstellung seines Buches diskutiert der Autor mit dem Historiker Ernst Piper.
Eintritt frei. Eine Anmeldung ist über das Online-Formular erbeten. Die Veranstaltung wird im Anschluss als Podcast zum Nachhören zur Verfügung gestellt.
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Willy-Brandt-Vortrag Bonn 2025. Jean-Marc Ayrault: Mut. Für einen eigenständigen Weg Europas
2025/12/10
„Die Vereinigung Europas ist nicht nur eine Frage der Qualität unserer Existenz“, betonte Willy Brandt 1973. „Sie ist eine Frage des Überlebens zwischen den Giganten und in der zerklüfteten Welt der jungen und der alten Nationalismen.“
Heute ist Brandts Mahnung mehr denn je von Aktualität: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, neue geopolitische Spannungen und die wachsende Unsicherheit über die amerikanische Rolle haben die Lage auf dem Kontinent grundlegend verändert. Zugleich wandelt sich das weltpolitische Gefüge durch den Aufstieg neuer globaler Mächte, während zunehmender Nationalismus und rechtspopulistische Strömungen den inneren Zusammenhalt Europas gefährden.
Der ehemalige französische Premier- und Außenminister Jean-Marc Ayrault zeigte im Willy-Brandt-Vortrag vom 9. Dezember 2025 Wege auf, wie Europa diesen Herausforderungen mutig und selbstständig begegnen kann. Im Anschluss diskutierte er mit Tobias Cremer, MdEP, über die Perspektiven europäischer Handlungsfähigkeit in einer sich wandelnden Welt. Lisa Louis, freie Journalistin, moderierte das Gespräch.
Der Willy-Brandt-Vortrag wird in Kooperation zwischen der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Universität Bonn und der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung durchgeführt. Seit 2021 nimmt die Reihe alljährlich im Dezember Willy Brandts Wirken für Demokratie und Frieden – national wie international – in den Blick. Prominente Gäste aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren Brandts Errungenschaften und seine Einflüsse auf unsere heutige Gesellschaft – aktuell und retrospektiv. Was bleibt? Wovon können wir heute wieder profitieren? Aber auch: Was ist neu einzuordnen?
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