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Der Zweite Gedanke

Werben im Podcast: Der Zweite Gedanke

Dieser Podcast hat
101 Episoden
Sprache
German
Erstellt am
2021/01/12
Neueste Episode
2026/04/23
Durchschnittsdauer
57 min.
Veröffentlichungsintervall
7 Tage

Beschreibung

Hier wird nicht nur debattiert, hier wird auch zusammen nachgedacht. Über alles, was unser Miteinander betrifft. Bildung, Digitalisierung, Demokratie, Einsamkeit, Freiheit, Klima, Kultur, Städtebau, Visionen - die Themen liegen in der Luft, nicht erst, aber besonders deutlich seit der Corona-Pandemie. Jede Folge widmet sich einer Frage unserer Zeit. radio3-Redakteurin Natascha Freundel spricht jeweils mit zwei Gästen, die wissen, wovon sie reden. Philosophisch, aber nie abgehoben. Persönlich, aber nicht privat. Kritisch und konstruktiv. Hier soll es nicht knallen, sondern knistern. Immer auf der Suche nach dem zweiten, neuen Gedanken.

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Wie frei ist unsere Meinungsfreiheit?
2026/04/23
Die Debatte mit Natascha Freundel, Ingrid Brodnig und Ronen Steinke "Es ist wertvoll, wenn die Menschen schimpfen." (Ronen Steinke) "Die Meinungsfreiheit hat eindeutig ihre Grenzen", betont die Digitalisierungs-Expertin Ingrid Brodnig in ihrem neuen Buch "Feindbild Frau": Es gäbe keinen "Freibrief, andere abzuwerten; zu bedrohen; zu hetzen; Menschen mittels falscher Vorwürfe verächtlich zu machen". Eindeutig? Der Jurist und SZ-Journalist Ronen Steinke warnt vor juristischen Einschränkungen der Meinungsfreiheit: "Noch nie hat es hierzulande so viele Ermittlungen wegen bloßer Worte gegeben." Wie unterscheiden wir "bloße Worte" von "digitaler Gewalt"? Müssen besonders Frauen vor Hassrede geschützt werden? Wie sorgen wir alle für die Meinungsfreiheit und für Schutz vor digitaler Gewalt? Eine Kontroverse mit vielen, auch unschönen Beispielen aus den nicht immer "Sozialen Medien". Ingrid Brodnig ist Digital-Expertin, Autorin und Journalistin. Ihr aktuelles Buch: "Feindbild Frau. Wie Politikerinnen im Netz bedroht, beleidigt und verdrängt werden - und was wir alle dagegen tun können" ist im Brandstätter Verlag erschienen. Ronen Steinke ist Jurist, Leitender Redakteur im Politikressort der Süddeutschen Zeitung und Lehrbeauftragter an der Goethe-Uni Frankfurt/M.. Sein neues Buch: "Meinungsfreiheit. Wie Polizei und Justiz unser Grundrecht einschränken – und wie wir es verteidigen" (Berlin Verlag) ist für den Deutschen Sachbuchpreis 2026 nominiert. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:18 Werden Frauen stärker bedroht, seit es Social Media gibt, Ingrid Brodnig? 00:03:43 Wird die Meinungsfreiheit mit den Mitteln des Rechts verändert, Ronen Steinke? 00:04:37 Wie unterscheiden wir "bloße Worte" von "digitaler Gewalt"? 00:18:35 Hass ist keine Meinung? 00:27:06 Beschimpfungen gegen Renate Künast vor Gericht 00:36:10 Grenzen der Meinungsfreiheit und Chilling-Effekt 00:42:25 Mehr Schutz für Frauen gegen digitale Gewalt? 00:53:40 Wie verteidigen wir unsere Meinungsfreiheit, Ronen Steinke? 00:55:40 Was können wir alle gegen digitale Gewalt tun, Ingrid Brodnig? 00:58:17 Outro/ Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
Vom Schwert leben? Israel, Iran und die Golfstaaten
2026/04/16
Die Debatte mit Natascha Freundel, Steffi Hentschke und Rainer Hermann "Es gibt keinen Frieden zwischen religiös aufgeladenen Staaten." (Rainer Hermann) Ist der Nahe Osten zu einem ewigen Kreislauf der Gewalt verdammt? Spätestens seit dem 7. Oktober 2023 scheinen alle Hoffnungen auf Frieden in der Region zerstört worden zu sein. Durch den Terror der Hamas gegen Israelis, durch die Gewalt jüdischer Siedler gegen Palästinenser im besetzten Westjordanland, durch die Kriege zwischen Iran, Hisbollah, Hamas und Huthi auf der einen Seite und Israel mit den USA auf der anderen Seite. „Manchmal würde ich gern schreien“, bekennt die in Tel Aviv lebende Nahostkorrespondentin Steffi Hentschke in ihrem neuen Buch. Der Islamwissenschaftler Rainer Hermann betrachtet die aktuellen Entwicklungen im Kontext konkurrierender Mächte: „Die Machtbalance im Nahen Osten verschiebt sich. Dabei nimmt die geopolitische Bedeutung Israels ab und die der Golfmonarchien zu.“ Hat ein friedliches Miteinander, hat eine neue Vernetzung der so verschiedenen Staaten irgendeine Chance? Steffi Hentschke berichtet als Nahostkorrespondentin aus Tel Aviv. Ihr Buch „Manchmal würde ich gern schreien. Mein Ringen um eine Haltung im Nahostkonflikt“ ist 2026 im Aufbau-Verlag erschienen. Rainer Hermann ist Sachbuchautor, Islamwissenschaftler und war Korrespondent und Redakteur der FAZ im Nahen Osten und der Türkei. Sein jüngstes Buch „Die Zerstörung des Nahen Ostens - Trump, Netanjahu, die Hamas und die neue Ordnung des Schreckens“ ist 2026 bei Klett-Cotta erschienen. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:05:20 Erster Gedanke: Haben USA und Israel die Verteidigungskraft Irans unterschätzt? 00:08:55 Israel nach dem 7. Oktober 2023: Hegemon der Region? 00:26:03 Islamische Republik Iran: Generationswechsel, Achse des Widerstands, Opposition 00:35:52 Golfstaaten: Saudi-Arabiens Vision 2030 00:43:41 Ist der Nahe Osten zu einem ewigen Krieg verdammt? 00:46:15 Leidenschaft für den Nahen Osten 00:49:31 Outro/ Zweiter Gedanke 00:50:38 Podcast-Tipp: "7 Tage wach" https://1.ard.de/7TageWach?cp=dzg Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
Was ist wahr und wann ist das gefährlich?
2026/04/09
Boualem Sansal im Gespräch mit Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa. Moderation: Natascha Freundel Mitschnitt vom 19.03.2026 aus dem Paulinum Leipzig Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Inhaftierung erklärte der Friedenspreisträger Boualem Sansal, wie er die Haft in Algerien erlebte und warum er nach seiner Begnadigung einen gerechten Prozess fordert. Im anschließenden Gespräch mit Sansal, Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa ging es um die Bedeutung und den Missbrauch des Wahrheitsbegriffs heute und vor allem um die Frage: Was können Intellektuelle im Ausland für die Meinungsfreiheit in Diktaturen tun? Eine Veranstaltung im Rahmen des Friedenspreises in Kooperation mit der Stiftung Freedom of Expression, radio3 vom rbb, PEN Berlin e.V., Merlin Verlag und der Leipziger Initiative des Literaturhauses, die sich 2025 gemeinsam für die Freilassung von Boualem Sansal eingesetzt haben. Simultan-Dolmetscher waren Daniel Bintener und Elisabeth Körner-Székelyhidi. Sprecher der Übersetzung von Boualem Sansal für radio3: Matthias Scherwenikas. Boualem Sansal ist algerisch-französischer Schriftsteller, promovierter Ökonom und Ingenieur. Als Kritiker der algerischen Politik und des Islam wurde er im November 2024 in Algerien verhaftet und ein Jahr später nach europaweiten Protesten und diplomatischen Interventionen Deutschlands begnadigt. 2011 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Merlin Verlag. Katajun Amirpur ist Professorin für Islamwissenschaft und Iranexpertin an der Universität zu Köln. Zuletzt erschien von ihr mit Dina El Omari und Ingrid Overbeck (Hrsg.): "Frau, Leben, Freiheit. Emanzipatorische Potenziale" (2025). Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sprecherin des PEN Berlin und Moderatorin des Literarischen Quartetts im ZDF. Zuletzt erschienen von ihr u.a. "Deutsch, nicht dumpf" (2018) und "Trost. Briefe an Max" (2021) Irina Scherbakowa ist Historikerin, Germanistin und Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", die 2022 in Russland verboten wurde. In Berlin ist sie Vorständin von "Zukunft Memorial". Sie ist Mitherausgeberin des Bandes "Memorial. Erinnern ist Widerstand" (C.H. Beck 2025). 2022 erhielt "Memorial" den Friedensnobelpreis. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:03:37 Sansal über Deutschland und den Friedenspreis 00:06:22 Sansal: Ich war eine Geisel Algeriens 00:11:00 Sansal über Exil und Begnadigung: "inakzeptabel" 00:15:33 Sansal über Haftsituation 00:23:13 Sansal über Verlagswechsel 00:32:05 Scherbakowa über Memorial und Wahrheit 00:34:40 Dorn über Instrumentalisierung von Wahrheit heute 00:38:40 Amirpur über Informationsgewalt des iranischen Regimes 00:42:41 Sansal über Isolation von Diktaturen und Schwächung der Demokratie 00:50:08 Dorn über den "zwanglosen Zwang des besseren Arguments" (Habermas) 00:55:07 Amirpur und Scherbakowa über Rolle Intellektueller im Ausland 01:06:25 Amirpur über gespaltene Exiliraner 01:10:33 Was gibt Ihnen Hoffnung? 01:17:55 Sansal über Demokratie und islamische Länder 01:22:55 Kooperationspartner Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected].
Was ist wahr und wann ist das gefährlich? (Deutsch-französische Version)
2026/04/08
Boualem Sansal im Gespräch mit Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa. Moderation: Natascha Freundel Mitschnitt vom 19.03.2026 aus dem Paulinum Leipzig Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Inhaftierung erklärte der Friedenspreisträger Boualem Sansal, wie er die Haft in Algerien erlebte und warum er nach seiner Begnadigung einen gerechten Prozess fordert. Im anschließenden Gespräch mit Sansal, Katajun Amirpur, Thea Dorn und Irina Scherbakowa ging es um die Bedeutung und den Missbrauch des Wahrheitsbegriffs heute und vor allem um die Frage: Was können Intellektuelle im Ausland für die Meinungsfreiheit in Diktaturen tun? Eine Veranstaltung im Rahmen des Friedenspreises in Kooperation mit der Stiftung Freedom of Expression, radio3 vom rbb, PEN Berlin e.V., Merlin Verlag und der Leipziger Initiative des Literaturhauses, die sich 2025 gemeinsam für die Freilassung von Boualem Sansal eingesetzt haben. Simultan-Dolmetscher waren Daniel Bintener und Elisabeth Körner-Székelyhidi. Im Podcast finden Sie auch die deutsche Version, mit Matthias Scherwenikas als Sprecher der Übersetzung von Boualem Sansal für radio3. Boualem Sansal ist algerisch-französischer Schriftsteller, promovierter Ökonom und Ingenieur. Als Kritiker der algerischen Politik und des Islam wurde er im November 2024 in Algerien verhaftet und ein Jahr später nach europaweiten Protesten und diplomatischen Interventionen Deutschlands begnadigt. 2011 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Werke erscheinen auf Deutsch im Merlin Verlag. Katajun Amirpur ist Professorin für Islamwissenschaft und Iranexpertin an der Universität zu Köln. Zuletzt erschien von ihr mit Dina El Omari und Ingrid Overbeck (Hrsg.): "Frau, Leben, Freiheit. Emanzipatorische Potenziale" (2025). Thea Dorn ist Schriftstellerin, Sprecherin des PEN Berlin und Moderatorin des Literarischen Quartetts im ZDF. Zuletzt erschienen von ihr u.a. "Deutsch, nicht dumpf" (2018) und "Trost. Briefe an Max" (2021) Irina Scherbakowa ist Historikerin, Germanistin und Mitbegründerin der russischen Menschenrechtsorganisation "Memorial", die 2022 in Russland verboten wurde. In Berlin ist sie Vorständin von "Zukunft Memorial". Sie ist Mitherausgeberin des Bandes "Memorial. Erinnern ist Widerstand" (C.H. Beck 2025). 2022 erhielt "Memorial" den Friedensnobelpreis. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:03:37 Sansal über Deutschland und den Friedenspreis 00:06:22 Sansal: Ich war eine Geisel Algeriens 00:11:00 Sansal über Exil und Begnadigung: "inakzeptabel" 00:15:33 Sansal über Haftsituation 00:23:13 Sansal über Verlagswechsel 00:32:05 Scherbakowa über Memorial und Wahrheit 00:34:40 Dorn über Instrumentalisierung von Wahrheit heute 00:38:40 Amirpur über Informationsgewalt des iranischen Regimes 00:42:41 Sansal über Isolation von Diktaturen und Schwächung der Demokratie 00:50:08 Dorn über den "zwanglosen Zwang des besseren Arguments" (Habermas) 00:55:07 Amirpur und Scherbakowa über Rolle Intellektueller im Ausland 01:06:25 Amirpur über gespaltene Exiliraner 01:10:33 Was gibt Ihnen Hoffnung? 01:17:55 Sansal über Demokratie und islamische Länder 01:22:55 Kooperationspartner Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected].
Kunstfreiheit schützen und fördern
2026/04/02
Der zweite Gedanke mit Lukasz Tomaszewski, Monika Grütters und Katarzyna Wielga-Skolimowska "Mutige Künstler sind der Stachel im Fleisch einer Gesellschaft." (Monika Grütters) Angesichts der Kontroversen rund um die Berlinale oder den Buchhandlungspreis ist der deutsche Kulturbetrieb verunsichert. Fragen zur Kunstfreiheit, zu politischer Einflussnahme, zu Kriterien für finanzielle Förderung stehen im Raum. Zwei der renommiertesten Expertinnen der Kulturpolitik sprechen über die Bedeutung der Kunstfreiheit und Kulturförderung in Deutschland. Monika Grütters, Beauftragte für Kultur und Medien a.D., sagt: "Wenn man das avantgardistische Schaffen fördern und stimulieren will, bedeutet das, man muss Künstler ermutigen zum Experiment. Und jedes Experiment schließt das Risiko des Scheiterns ein". Katarzyna Wielga-Skolimowska, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, meint: "Ich würde mir ein bisschen weniger Empörung wünschen. Das betrifft auch die Medien. Unsere Erfahrung mit der Welt generell ist gerade von Empörung getrieben." Monika Grütters war von 2013 bis 2021 Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Kulturpolitikerin der CDU saß von 2005 bis 2025 als Abgeordnete für die CDU im Deutschen Bundestag. Katarzyna Wielga-Skolimowska stammt aus Warschau und ist seit 2023 Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes. Sie arbeitete am Adam-Mickiewicz-Institut, war Direktorin des Polnischen Instituts Berlin und am Goethe-Institut in München und Riad, Saudi-Arabien, tätig. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:02:37 Für welche Kunst und Kultur ist Bund zuständig? 00:06:03 Möglichkeiten der staatlichen Förderung 00:09:30 Kunst und Wissenschaft sind frei 00:14:32 Förderstrukturen 00:20:42 Rolle und Auswahl der Fachjurys 00:26:02 Beispiel Polen: Einfluss der Rechtspopulisten 00:32:35 Horizontaler und vertikaler Druck 00:38:01 Einschränkung der Kunstfreiheit in den USA 00:45:51 Gibt es eine institutionelle Immunisierung? 00:51:40 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
To be or not to be free - Fremde Freunde in Deutschland
2026/03/26
Der zweite Gedanke mit Natascha Freundel, Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim Aufgezeichnet am 20.03.2026 beim Forum Offene Gesellschaft auf der Leipziger Buchmesse Treffen sich ein Jude und ein Muslim in Leipzig. So könnte ein Witz beginnen, aber der Humor von Dany Cohn-Bendit und Hasnain Kazim kommt gerade bei religiösen Fanatikern gar nicht gut an. Der eine ist vaterlandslos geboren, hat in Paris 1986 für die Studenten, in Deutschland für Multikulti und Die Grünen, im EU-Parlament für Europa gestritten und sagt: "Libertär bedeutet eine andere Gesellschaft, aber frei, nicht totalitär." Der andere stammt aus dem Alten Land bei Hamburg, aber auch aus Indien und Pakistan. Von dort kamen seine Eltern nach Deutschland, konvertierten vom Islam zum Christentum und ahnten nicht, dass ihr Sohn mal als Islamist, mal als Verräter beschimpft werden würde. Was bedeutet "Judentum" für Cohn-Bendit, was bedeutet "Islam" für Kazim? In jedem Fall: gegen religiöse Fanatiker und blinde Toleranz für die Freiheit zu streiten. Dany Cohn-Bendit, geb. 1945, ist heute als Dokumentarfilmer, Redner und Kommentator des Zeitgeschehens in französischen und deutschen Medien aktiv. Sein aktuelles Buch mit Marion van Renterghem heißt "Erinnerungen eines Vaterlandslosen" (Jacoby & Stuart). Hasnain Kazim, geb. 1974, war Auslandskorrespondent des Spiegel in Pakistan und der Türkei. Er ist Autor mehrerer Bücher über arabische und islamische Länder, aktuell: "Der Islam und ich" (Penguin). Kapitel: 00:00:00 Intro 00:03:20 Judentum für Dany Cohn-Bendit 00:06:42 Libertär-liberal 00:08:00 Vaterlandslosigkeit und Europa 00:13:36 Celan und Paris 1968 00:19:36 EU-Parlament 00:22:05 7. Oktober 00:24:43 Hasnain Kazim über seinen Islam 00:27:38 Religionsfreiheit 00:28:41 Islam aufklären 00:35:15 Bunter Vogel mit gebrochenem Flügel 00:40:38 Freiheit erstreiten 00:44:49 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
Buchenwald neu denken?
2026/03/12
Die Debatte mit Natascha Freundel, Ines Geipel und Rikola-Gunnar Lüttgenau "Wir leisten uns ein DDR-Märchen." (Ines Geipel) In der DDR war Buchenwald die zentrale Mahn- und Gedenkstätte, die nicht dazu diente, die Verbrechen des Nationalsozialismus aufzuklären, sondern einen Mythos zu propagieren. Den Mythos des heroischen kommunistischen Widerstands, der solidarischen Antifaschisten, deren Traum von einem neuen, besseren Deutschland in der DDR realisiert wurde. Gerade heute, da Erinnerungspolitik von Rechts wie Links massiv unter Druck steht, sollten wir diesen Mythos, seine Entstehung und Wirksamkeit bis heute, genau betrachten. Dafür plädiert die Schriftstellerin und Sachbuchautorin Ines Geipel mit ihrem Buch „Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung“. Der Historiker Rikola-Gunnar Lüttgenau arbeitet seit über 30 Jahren in der Gedenkstätte und sagt heute: "Ich begreife einen Ort wie Buchenwald nicht, wenn ich nur in Buchenwald nachschaue." Ines Geipel ist Autorin und Germanistin und war Spitzensportlerin in der DDR. Ihr Buch "Landschaft ohne Zeugen. Buchenwald und der Riss der Erinnerung" S. Fischer) ist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominiert. Rikola-Gunnar Lüttgenau ist Historiker und leitet die Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Er arbeitet seit 1992 in der Gedenkstätte. Kapitel: 00:00:13 Intro 00:02:30 Staatsweihe und Trichterdidaktik 00:09:00 Blinde Flecken 00:15:24 Nackt unter Wölfen 00:16:13 Täuschung im Symbolsystem der DDR 00:19:33 Quellen und Zeugen 00:27:22 Zahngold für die Stasi 00:32:05 Sowjetisches Speziallager 2 00:37:59 Streit um Universalismus und Omri Boehm 00:40:35 Streit um Kufiya in Buchenwald 00:48:18 Neue Methoden der Aufarbeitung 00:50:52 Grabe, wo du stehst 00:56:27 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected].
Social Media für Kinder: verbieten oder regulieren?
2026/03/05
Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Nina Kolleck und Mario Voigt "Die Plattformen müssen sich an Regeln halten." (Nina Kolleck) Deutschland diskutiert über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Im Verbotslager deutet sich ein parteiübergreifender Konsens an: Die Regierungskoalition aus CDU, SPD und auch die Grünen sind dafür. Wissenschaftler warnen seit Längerem vor den Gefahren der Sucht und Manipulation durch Soziale Medien. So hat etwa die Nationalakademie Leopoldina bereits im vergangenen Jahr Maßnahmen vorgelegt, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Der Ministerpräsident Thüringens, Mario Voigt (CDU) setzt sich für Verbotsmaßnahmen ein, die Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie Nina Kolleck spricht sich dagegen aus. Sie plädiert für eine stärkere Regulierung der Plattformen. Nina Kolleck ist Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam. Ihr Buch „Der Kampf in den Köpfen: Wie TikTok, Instagram und Co unsere Kinder manipulieren“ erscheint 2026 bei Rowohlt. Mario Voigt, geboren 1977 in Jena, ist seit Ende 2024 Ministerpräsident von Thüringen und seit 2022 Landesvorsitzender der CDU in Thüringen. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:02:35 Pro Verbot Mario Voigt 00:04:13 Contra Verbot Nina Kolleck 00:9:27 Kinder digital nicht alleine lassen 00:14:31 Social Media und Rollenbilder 00:23:57 Psychische Gesundheit als Netzphänomen 00:28:04 im Netz der Populisten 00:41:00 Es gibt auch gutes Seiten 00:47:38 Umsetzbarkeit eines Verbots 00:51:06 Tipps für Eltern 00:55:00 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
Deutschlands Versagen, Europas Verteidigung
2026/02/26
Die Debatte mit Natascha Freundel, Katja Gloger und Jana Puglierin "Wir müssen uns vorbereiten." (Jana Puglierin) "Strategisches Versagen", so nennt die langjährige Russland-Journalistin Katja Gloger die deutsche Russlandpolitik spätestens ab dem Krim-Jahr 2014. Mit Georg Mascolo schreibt sie in ihrem jüngsten Buch: "Vieles wurde gesehen – und doch nicht ausreichend verstanden", etwa die frühen deutschen Geheimdienstinformationen über den russischen Präsidenten Putin. Als dieser vor 25 Jahren im Deutschen Bundestag sprach, hätten die Abgeordneten ihren Hoffnungen applaudiert: "Hoffnungen, die sich als Illusionen erwiesen." Und heute? Vier Jahre nach der Vollinvasion Russlands gegen die Ukraine fragt man sich in Deutschland: "Wer verteidigt Europa?" – so der Titel des neuen Buchs der Politikwissenschaftlerin Jana Puglierin. Längst ist von neuen Kriegsgefahren die Rede, während die Ukraine im Verteidigungskampf weiterhin nur eingeschränkte, hoch umstrittene Unterstützung erhält. Versagt auch die europäische Ukraine-Politik?) Katja Gloger ist Journalistin und Autorin mit den Schwerpunkten Russland und Sicherheitspolitik. Ihr Bestseller (mit Georg Mascolo) „Das Versagen. Eine investigative Geschichte der deutschen Russlandpolitik“ ist 2025 bei Ullstein erschienen) Jana Puglierin ist Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Thinktanks „European Council on Foreign Relations“ (ECFR) in Berlin. Ihr neues Buch heißt „Wer verteidigt Europa? Die neuen Kriegsgefahren und was wir tun müssen, um uns zu schützen“ (Rowohlt, 2026). ) Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke: Versagt unsere Ukraine-Politik? 00:04:03 "Tschekist" Putin und Tschetschenienkrieg 00:08:17 Illusionen: Putins Rede im Bundestag 2001 (mit O-Ton Werner Schulz), 00:23:18 Euro-Maidan und Krim-Besetzung 2014 00:31:30 Fehlende Fehlerkultur in der deutschen Politik: SPD, Angela Merkel 00:37:02 Verteidigung Europas und der Ukraine (mit O-Ton Serhij Zhadan) 00:41:17 Friedrich Merz und der Taurus 00:51:38 Dystopie: Russischer Angriff auf Deutschland 2029? 01:00:49 Versagt die europäische Verteidigung in der Ukraine? 01:02:54 Outro/ Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
Literatur als Selbsterhaltung (dt.-ukr. Fassung)
2026/02/19
Der ukrainische Autor Serhij Zhadan im Gespräch mit Natascha Freundel Deutsch-Ukrainisch ohne Overvoice. Deutsche Fassung siehe Podcast "Im Krieg entsteht eine neue Literatur." (Serhij Zhadan ) „Die Dichtung ist und bleibt eine Form der Medizin. Nein, heilen kann sie nicht, aber sie kann die Hoffnung zurückgeben“, schreibt der ukrainische Schriftsteller, Musiker und Soldat Serhij Zhadan in seinem Gedichtband „Chronik des eigenen Atems“. In den zwölf Jahren des russischen Kriegs gegen die Ukraine, der in den vergangenen vier Jahren zu einem Vernichtungskrieg gegen das ganze Land geworden ist, hat Zhadan eine neue literarische Sprache gefunden. Eine Literatur, die von den Kriegsfolgen und von der Resilienz der Ukrainer erzählt. Schreiben, Singen und Übersetzen sind Formen der Selbsterhaltung für den wohl wichtigsten ukrainischen Autor der Gegenwart. Auch der erste Armeesender der Ukraine, "Radio Chartija", spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Gedankenaustausch über Literatur im Krieg, über Paul Celan, Bruno Schulz und Bertolt Brecht, über Kinder und unsere Zukunft. Serhij Zhadan ist der derzeit erfolgreichste Schriftsteller, Übersetzer und Musiker der Ukraine. Im Frühjahr 2024 ist er der „Chartija“-Brigade der ukrainischen Nationalgarde beigetreten und leitet dort das von ihm aufgebaute „Radio Chartija“. Auf Deutsch erscheint sein Werk im Suhrkamp Verlag, zuletzt „Keiner wird um etwas bitten“ (2025). 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2025 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:08 Literatur und Hoffnung im Krieg 00:06:26 Lage in Charkiw 00:10:53 Widerstandgeist und Armee in der Ukraine 00:14:04 Entstehung einer neuen Kultur und Literatur 00:21:00 Kinder, Konzerte und Zukunft 00:24:41 Paul Celan und Bruno Schulz 00:30:15 Von Russisch zu Ukrainisch 00:31:38 Bertolt Brecht und Rilke 00:35:23 Radio an der Front 00:39:23 Europas Unterstützung der Ukraine 00:42:34 Der zweite Gedanken von Serhij Zhadan 00:43:56 Outro Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
Literatur als Selbsterhaltung
2026/02/19
Der ukrainische Autor Serhij Zhadan im Gespräch mit Natascha Freundel Deutsche Fassung. Übersetzung und Overvoice: Sofija Onufriv "Im Krieg entsteht eine neue Literatur." (Serhij Zhadan ) „Die Dichtung ist und bleibt eine Form der Medizin. Nein, heilen kann sie nicht, aber sie kann die Hoffnung zurückgeben“, schreibt der ukrainische Schriftsteller, Musiker und Soldat Serhij Zhadan in seinem Gedichtband „Chronik des eigenen Atems“. In den zwölf Jahren des russischen Kriegs gegen die Ukraine, der in den vergangenen vier Jahren zu einem Vernichtungskrieg gegen das ganze Land geworden ist, hat Zhadan eine neue literarische Sprache gefunden. Eine Literatur, die von den Kriegsfolgen und von der Resilienz der Ukrainer erzählt. Schreiben, Singen und Übersetzen sind Formen der Selbsterhaltung für den wohl wichtigsten ukrainischen Autor der Gegenwart. Auch der erste Armeesender der Ukraine, "Radio Chartija", spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Gedankenaustausch über Literatur im Krieg, über Paul Celan, Bruno Schulz und Bertolt Brecht, über Kinder und unsere Zukunft. Serhij Zhadan ist der derzeit erfolgreichste Schriftsteller, Übersetzer und Musiker der Ukraine. Im Frühjahr 2024 ist er der „Chartija“-Brigade der ukrainischen Nationalgarde beigetreten und leitet dort das von ihm aufgebaute „Radio Chartija“. Auf Deutsch erscheint sein Werk im Suhrkamp Verlag, zuletzt „Keiner wird um etwas bitten“ (2025). 2022 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2025 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:08 Literatur und Hoffnung im Krieg 00:06:26 Lage in Charkiw 00:10:53 Widerstandgeist und Armee in der Ukraine 00:14:04 Entstehung einer neuen Kultur und Literatur 00:21:00 Kinder, Konzerte und Zukunft 00:24:41 Paul Celan und Bruno Schulz 00:30:15 Von Russisch zu Ukrainisch 00:31:38 Bertolt Brecht und Rilke 00:35:23 Radio an der Front 00:39:23 Europas Unterstützung der Ukraine 00:42:34 Der zweite Gedanken von Serhij Zhadan 00:43:56 Outro Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
Zwischen Protest und Autokratie - USA am Wendepunkt?
2026/02/12
Die Debatte mit Lukasz Tomaszewski, Carolina Chimoy und Nell Zink "Das Musterland der Demokratie sehen wir so schnell nicht wieder." (Carolina Chimoy) Ein Jahr nach dem Amtsantritt von Donald Trump II kommt es zum ersten Aufbegehren der Zivilgesellschaft und der Kulturwelt gegen den immer autokratischer regierenden US-Präsidenten. Manche Beobachter sprechen jetzt von einem Wendepunkt. Spätestens seit den tödlichen Schüssen in Minneapolis scheint sich etwas gelöst zu haben: Zunächst demonstrierten Tausende auf den Straßen der Stadt, dann in über 40 Bundesstaaten und jetzt meldet sich auch die Kultur zu Wort. Auf den ganz großen Bühnen: Zuletzt in Person von Latin-Superstar Bad Bunny bei der Superbowl Halftime Show. Host Lukasz Tomaszewski spricht mit der Journalistin Carolina Chimoy und der Schriftstellerin Nell Zink über staatliche Repressionen und die zunehmende Angst im Land. Und über die ersten, die dagegen aufbegehren. Kapitel: 00:00:00 Intro/ Der erste Gedanke 00:03:43 Trump-Gegner Bad Bunny 00:12:42 Protesthymne von Bruce Springsteen 00:15:30 Repressionen und Angst im Land of the Free 00:26:20 Young Republicans und Dumpinglöhne 00:30:29 Alptraum für Migranten 00:35:23 Checks and Balances verloren? 00:42:06 Protestformen 00:44:57 Wendepunkt 00:47:38 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
Zugang zum See? Heimsuchung heute
2026/01/29
Die Debatte mit Natascha Freundel, Sabine Rennefanz und René Wilke Auf den ersten Blick hat sich Bad Saarow am Scharmützelsee zum Postkartenidyll entwickelt. Doch je länger der Abriss des Alten nach der DDR zurückliegt, desto lebendiger wirken die Gespenster der Vergangenheit – nicht nur im Osten Brandenburgs. Im Kontext der Inszenierung „Heimsuchung“ nach dem gleichnamigen Roman von Jenny Erpenbeck denken die in Beeskow geborene Autorin Sabine Rennefanz und der Innenminister des Landes Brandenburg, René Wilke, darüber nach, wer sich heute in der Idylle zu Hause fühlen darf und wie es politisch und gesellschaftlich weitergehen soll. Mit dabei: die in Bad Saarow lebende Architektin und Gemeinderätin Silke Wagenitz. Aufgezeichnet am 24. Januar 2026 im Deutschen Theater Berlin, in Kooperation mit DT Kontext. Sabine Rennefanz wurde in Beeskow geboren und arbeitet als Kolumnistin für Der Spiegel und Tagesspiegel. Zuletzt erschien der Roman „Kosakenberg“ (Aufbau). René Wilke ist Minister des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg. Von 2018 bis 2025 war er Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Frankfurt/Oder. Kapitel: 00:00:00 Intro 00:02:58 Scharmützelsee als Heimat 00:09:00 Zugang zum See in der Vergangenheit Bad Saarows 00:19:25 Kolonisierung heute? 00:33:52 Warum AfD? 00:36:42 Parteilose Politiker 00:40:25 Brandmauer 00:44:48 Wie weiter in Brandenburg? 00:50:13 Publikumsfrage: Dritte Orte und Politik 00:57:22 Zugang zu gemeinsamer Realität 01:01:44 Outro/ Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected].
Iran und die Sehnsucht nach Freiheit
2026/01/22
Die Debatte mit Natascha Freundel, Barbara Mittelhammer und Azadeh Zamirirad „Der Widerstand wird nicht nachlassen.“ (Azadeh Zamirirad) In der langen iranischen Revolutionstradition zeigen die aktuellen Proteste eine große Verzweiflung, zugleich ungeheuren Mut und Energie, meint die Politikwissenschaftlerin Azadeh Zamirirad. Den Protestierenden geht es um ein Leben in Freiheit, betont die Analystin Barbara Mittelhammer. Das Regime der Islamischen Republik reagiert mit extremer Gewalt und einem radikalen Internet-Shutdown. Doch der Widerstand im Land hat eine neue, landesweite Solidarität zwischen den Ethnien und Schichten entwickelt, und die diversen Oppositionskräfte – in den Gefängnissen, an Universitäten und auf Basaren - brauchen jetzt internationale Aufmerksamkeit und konkrete, humanitäre und technische Unterstützung. Azadeh Zamirirad ist Irananalystin und seit 2024 Leiterin der Forschungsgruppe Afrika und Mittlerer Osten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin (SWP). Barbara Mittelhammer ist unabhängige politische Analystin. Sie berät Ministerien, Think Tanks, Stiftungen und zivilgesellschaftliche Organisationen zu feministischer Außenpolitik und Zivilgesellschaft in der Außen- und Sicherheitspolitik. Kapitel: 00:00:00 Intro / Der erste Gedanke 00:02:00 Breiter Protest, beispiellose Gewalt des Regimes 00:15:06 Internet-Shutdown 00:18:55 Machtstruktur der Islamischen Rep. 00:27:26 Rolle der Diaspora und des "Kronprinzen" Reza Pahlavi 00:33:05 Oppositionsgruppen und Solidarität in Iran 00:35:40 Ethnische Vielfalt 00:42:24 Rolle USA und Möglichkeiten der EU 00:49:48 Der zweite Gedanke Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]
US-Interventionen: Völkerrecht adé?
2026/01/15
Die Debatte mit Ann Kristin Schenten, Christoph Safferling und Bernd Greiner "Amerika groß zu machen, heißt andere klein zu machen." (Bernd Greiner) Die US-Regierung degradiert das Völkerrecht zu einer "internationalen Nettigkeit". Das Recht des Stärkeren soll durchgesetzt werden - Venezuela hat das zuerst zu spüren bekommen. In Deutschland und Europa reagiert man mit Unsicherheit und vagen Formulierungen: Die Lage sei "komplex". Müssen wir uns also vom Völkerrecht verabschieden? Mitnichten, sagen der Völkerrechts-Experte Christoph Safferling und der Historiker und US-Spezialist Bernd Greiner. Trotzdem stehe die Weltordnung am Scheideweg. Wie also das Völkerrecht verteidigen? Was verrät ein Blick in das Innere der USA über die Zukunft der regelbasierten Ordnung? Bernd Greiner ist Historiker, Politikwissenschaftler und Amerikanist.Sein Buch "Weißglut. Die inneren Kriege der USA." erschien 2025 bei C.H. Beck. Christoph Safferling ist Professor für Strafrecht, Internationales Strafrecht und Völkerrecht an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen. Im dtv-Verlag erschien zuletzt "Ohnmacht des Völkerrechts. Die Rückkehr des Kriegs und der Menschheitsverbrechen." (2025). Kapitel: 00:00:00 Intro 00:01:56 War der US-Angriff auf Venezuela vom Völkerrecht gedeckt? 00:06:50 Ein Bruch mit dem Völkerrecht? 00:08:54 Warum das Völkerrecht größer als Trump ist. 00:16:58 Wie sollten EU und Deutschland reagieren? 00:20:57 Ein Sieg für das „Recht des Stärkeren“? 00:27:00 Warum will Trump Grönland? 00:30:18 Was sagen die US-Wähler? 00:35:22 Welche Kraft haben die Proteste in den USA? 00:39:36 Zweite Gedanken 00:43:44 Outro Mehr Infos und Fotos s. https://www.radiodrei.de/derzweitegedanke Schreiben Sie uns gern direkt an [email protected]

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